1842 / 299 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

060 H

Ande auch in diesem Punkte blieb die Wirklichkeit hinter unseren

schen zuruck

Mad. Schoberlechner, als Gasi, gab die sehr kunstschwierige Par- tie der Prinzessin Fsabella , welche indeß in anderer Hinsicht kaum mehr Ma die Künstlerin paßt. Erst wenn alle Mittel , durch welche eine Kunst-Leistung hervorgebracht wird, so vollkommen beherrscht sind, daß man die ju Überwindenden Schwierigkeiten nicht bemerkt,

x be dem Hdrer zum Genuß. Dies ist bei der ge- nannten , früher gewiß höchst ausgezeihneten Sängerin nicht mehr der Fall. Der Mechanismus ihres Gesanges zeigt sih in unverkenn- barer Ansivengung, der Ton wird dadurch unnatürlih gedrückt , na-

i J hdheren Stimmlage; über diese Mängel vermag selbs die treffliche Schule der Sängerin nicht ganz hinwegzuhelfen.

ers dann wird diese

mentlich in der

dieser Behauptung entgegenschen möchte,

schon zu lange, als sie auf dem hiesigen Repertoir erschie- | den war, die Wem ator Stimm nen. Dadurch is ganz natürlich das Publikum in Ermangelung | schieden wäre, durch e ; Es war dies eine Mischung der Eindrücke, die, für uns we- nigstens, etwas Quälendes hatte. hange gerissen erschienen diese Tanzsiuke noch dadur, daß die

eines anderweitigen Maßstabes daran gewöhnt worden, sich genügen zu

lassen. Die Rolle des Robert befand sich zum leßtenmale in den

Händen des Herrn Bader, der , selbst fühlend , daß sie nothwendig

Jugendkcaft bedingt, dieselbe bereits abgetreten und, nur durch Um- | Ausführenden sich in gar keine Beziehung zu der ände bewogen, sie nochmals Übernommen hatte. Zwar mit innigem | rin zu bringen wußten,/: und diese so zur bloßen Zuschauerin

Bedauern sehen wir ihn hter, wie aus anderen seiner Glanz-Partieen | ihrer immerhin lôblichen Tanzfertigkeit machten. Der feierliche Abend

scheiden, können aber den trefflichen Künstler nur loben, daß eigene | würde somit ein uncrquidlid

Einficht ihn richtig geleitet. Auch Frau von Faßmann gebrach iet die ächte Kunst dem Feste die Weihe gegeben hätte.

es heute. an der frischen Fülle (zuweilen auch Reinheit) der Stimme,

die zur Partie der Alice erforderlich is. So war denn von allen

Haupt-Partieen der Oper seltsamer Weise nur die des infernalischen

Bertram, durch die jugendlich kräftige Stimme des Herrn Böttcher,

zur Genüge ausgefüllt.

Die glänzenden Na-

es

Zubel- Vorstellung der Madame Schröck. hatte!

Der Tag, an welchem die Königliche Schauspielerin Madame Schrôck das halbe Jahrhundert einer ungusgeseßten Wirksamkeit bei der hiesigen Bühne abschloß , war schon vor mehreren Monaten im Kreise ihrer Kollegen und Kolleginnen auf eine würdige Weise | = m gefeiert worden. Geftern sollte der hochverdienten Künstlerin auf dem eigentlichen Schauplahe ihres Wirkens eine ausgedehntere Anerken- nung und Auszeichnung zu Theil werden. Se. Majestät der König i hatte der Jubilarin Allergnädigst eine Vorstellung zu ihrem Benefiz 1842. Morgens bewilligt, welche gestern im Opernhause stattfand. Es war ein feiner 25, Okt. und beziehungsreicher Takt der gefeierten Benefiziantin , daß ste zu diesem ihrem Ehrentage ein Srück von Jffland gewählt hatte; es war eine Huldigung dargebraht den Manen des Mannes, dessen | Luftwärme .…. + 3,29 R.|+ 7,69 R. + 2/6° R.

Lehre und Beispiel dem Bühnenwesen in Berlin eine ernste und wür- | Thaupunkt .…. |+ 0,3% R. |— 0/6" R. dige Richtung gaben, und der es verdient, daß man bet feierlichen | Danstsättigung| 79 pet. 66 pCt. Anlässen auf dem Theater seiner gedenke. Wetter heiter. heiter. Die „„Fäger/ wurden mit einer Beseßung gegeben , die Zeugniß | Wind... 80. S0. davon ablegt , daß das Personal des hiesigen Theater seine Kunst | Wolkenzug... F 80.

und seine Kollegen zu ehren weiß. Madame Sch ök, die in der

2170 ¡¡Dberfdrsierin// eine ihrer wirkungsreichsien Rollen mit un ter Kraft zur Anschauung brachte, war von fast allen Mitg Theaters umgeben. Sämmtliche Rollen, bis zu den kleinsten und unbedeu- tendsten hinab, wurden zu Ehren der Jubilarin durch die besten Kräfte des Theaters ausgeführt, und so gewährte die ganze Darstellung einen Kunst-

Berlin-Stettiner Eisenbahn.

Section Berlin-Neustadt-Eberswalde. uenz in der VVoche vom 16. Oktober bis einschlielslich 22. Oktober 2601 Personen.

genuß seltener Art. Madame S chrdck, bei ihrem ersten Erscheinen mit wärmster Theilnahme von dem überaus zahlreich versammelten Publikum begrüßt und während der ganzen eichnet, wurde am Schluß stürmisch gerufen. Als der Vorhang sich ob, erschien sie in der Mitte der in dem Stücke beschäftigt gewese- nen Mitglieder, Blumen und Gedichte fl entge en, kad A BAE A SMEIDeNE Ae DA 2 mal die volle Theilnahme ihres Publikums bethätigen sollte, ließ sie Es war wohl in Anerkennung aller jener unvershuldeten Um- !| erst nach einige! nuten zu Worte kommen. e da b stände, daß das Publikum seinen Beifall dennoch reichlich darbrachte. | cher, a Ti Bn Men erstickt A Le MO

Gewissermaßen tritt auch cine Art Gewohnheits-Recht hinzu, denn

Vorstellung durch Beifa

en ihr von allen Seiten en Künstlerin noch ein-

er Stimme für diese leßten Beweise

! : des Wohlwollens, und trat dann zurück, überwältigt von dem Ge-

es ist eine geraume Reihe von Jahren her, daß wir auf der Kéwig- wicht dieses schmerzlich-shdnen Augenblicks und überschüttet mit dem

lihen Bühne eine auswärtige Sängerin ersten Ranges noch in

ihrer vollen Kraft und Frische gehört haben.

men aus der nächsten und entfernteren Verg annten wir meist doh | daß sie pldb

Beifall des durch ihre Worte lebhaft aufgeregten Publikums. l Hier hâtte die Feier enden müssen; und denen, die den Verlauf angenhcit , welche man | derselben rgen ei haben, muß es einigermaßen verübelt werden,

ich, nachdem die Jubilarin au eführt wor-

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 22. Okt. Niederl. wirkl. Sch. 523. 5% do. 1015.

Kanz-Bill. —. 5% Span. 15%. 35 do. —. Pass. —. Ausg. —. Zinl. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 1087. Antwerpen, 2l. Okt. Zinsl. —. Neue Anl. 157 G.

Hamburg, 24. Okt. Bank - Actien 1635. Engl. Russ. 1083. London, 2l. okt. Cons. 3% 93. Bels. 1035. Neue Anl. 16. Pas sive 3h. Ausg. Sch. 94. 24% Holl. 524. 5 Engl. Russ. 112. Bras. 632. Chili 82. Columb. 203. Mex. 327. Peru 15. Paris, 21. Okt. 5% Rente fin cour. 119. 375 Rente fin cour. 80. 15. Anl, de 1841 —. 5% Neapl. au compt. 108. 20. 5% Span. Rente 22%. Pass. —- Petersburg, 16. Okt. Lond. 3 Met. 374. Hamb. 34%. Paris 403,

° 1004. 52 Port. 39. 3% 23!

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t gern ge-

n pikante -de-deux unterbrechen ließen.

Ganz aus dem Zusammen-

nde genommen haben, wenn nicht

lsler erschien! Sie tanzte die Cracovienne. Wir nchmen Anstand, niederzuschreiben, was uns în der Feder liegt, um uns nicht von dem eigentlichen Zweke dieser Zeilen zu entfernen, und weil diese Blätter noch dfter Gelegenheit haben werden , auf die Leistu «ic lings der Grazien zurückzukommen. Am Schlu nahte sih Fanny Elsler der Jubilarin, führte sie in die Mitte des Theaters und wandte so_mit unbeschreiblicher Anmuth den tosenden Beifall des Publikums Derienigen zu, für die sie ihn eingesammelt

n dieses Lieb- ihres Tanzes

Am Morgen des gestrigen Tages übersandte der General - Jnten- dant dex Königlichen Schauspiele der

] ubilarin im Allerhöchsten Auf- trage die goldene Medaille für Wisse

aft und Kunst.

Meteorologische Beobachtungen.

Nacbmittags Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Ubr. Beobachtung. Luftdruck... 332,36" Par. 335/12" Par. 336,96" Par. Quellwärme 7/7° R.

Flusswärme 95/4° R.

Bodenwärme 9/1 ° „R.

Ausdünstung 0/028 Rh.

Niederschlag 0.

Würmewechsel 48,1" 10° R,

Tagesmittel: 3341,81" Par... +4,5° R... —0/6° R... 72 pCt. 80.

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 27, Okt. Jm Opernhause: Die Erholungsreise. Posse in 1 Aft, von L. Angely. Hierauf: Der hinkende Teufel. Pantomimisches Ballet in 3 Abtheilungen und 10 Gemälden, von Toralli ; fúr die Königl. Bühne bearbeitet und in Scene ge- sest vom Königl. Balletmeister Hoguet. (Dlle. Fanny Eilhßler: Florinde, als Gastrolle.)

Preise der Plâße: Ein Plaß in den Logen des ersken Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c. _

Wegen Unpäßlichkeit des Herrn Peschena findet die zu heute angekündigt gewesene Französische Vorstellung nicht statt.

Freitag, 28. Okt. Jm Opernhause: Tell. Große romantische Oper in 3 Abth.

Preise der Plâge, Ein Billet zu den Logen der ersten Ranges: 1 Rthlr. 2c. chauspielhause: Französische Vorstellung.

Königsstädtisches Theater.

Donnerstag, 27. Okt. Prinz und Apotheker, oder: Der leßte Stuart. Historisches Lustspiel mit Gesang in 4 Akten, von Friedrich Adami.

Freitag, 28. Oft. Zum erskenmale: Der Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Gesang in 5 Abth., nach dem Französischen des G. Lemoine. Musik von Proch. (Erste Ab: theilung: Muttersegen. Zweite Abtheilung: Das Leiermädchen. Dritte Abtheilung: Die Entführung. Vierte Abtheilung: Der Treubruch. Fünste Abtheilung: Die Heimkehr.)

Sonnabend, 29. Okt. (JZtalienische Opern-Vorstellung): La

Verantwortlicher Redacteur Dr. F. V. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdruckeret.

Allgemeiner Anzeiger für die Preuftischen Staaten.

Bekanntmachungen.

P 0 61

a m a.

Nachdem über das Vermögen des hiesigen Kauf- manns Nicolaus Friedrih Gau bei dem Andrängen seiner Gläubiger concursus formalis eröffnet und im Interesse derselben die erforderlichen Maßregeln fúr die Sicherung der vorhandenen Masse und deren Ad=- ministration durch eine bestellte Kuratel getroffen wor- den, werden zur gehörigen Konstatirung des Schul- denstandes Alle, welche aus irgend einem Rechts- grunde an den genannten Gemeinschuldner und des- sen Vermögen, und namentlich an das dazu gehd- rende, in der Heiligengeist-Straße sub Litt. A. No. 338 hierselbst belegene Wohnhaus und Waaren-Lager

orderungen und Ansprüche haben , hiermit aufge- ordert, solche in nachsichenden Terminen, als: am 3. oder 17. November, oder am41. Dezem- ber dieses Fahres, Nachmittags 3 Uhr, vor uns Weinkammer gehörig anzumelden und nachzuweisen, wobei die auswärtigen Kreditoren un- ter dem Präjudiz ihrer Nichtberücksichtigung bei den über die Masse zu treffenden Dispositionen zugleich hiesige Bevollmächtigte zu bestellen haben, widrigen- falls sie durch die in dfentlicher Diät am 14. Dezem- ber d. F. zu publizirende Präklusiv - Erkenntniß von aller Theilnahme an der vorhandenen Konkurs-Masse

auf hiesiger

werden ausgeschlossen werden. Stralsund, den 19, Oftober 1842. Verordnete zum Stadtkammergericht. (L, S.) Erichson.

scyn muß für Jeden, dem das

in

Literarische Anzeigen.

Bei Unterzeichnetem ist so eben erschienen und

durch alle Buchhandlungen zu beziehen : Die geometrische Zeichentunst,

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Im Verlage von Fr. Sam. G i: jis ifi so eben die erste Lieferung ieten v r onifff

des

Preußischen Volkes

seit der

Thronbesteigung Pa drtd Wilhelms 1V.

rliche Darstellung

Eine ausfü les de sen,

al

was seit dem 7. Juni 1840 in und für ¿ seben if für Preußen ge-

che x Für alle Stände bearbeitet

von Wilhelm Reiche.

Fndem die unterzeichnete Verlagshandlung das a oenanuee Werk hiermit ankündigt, glaubt se t erst zu einer zahlreichen Theilnahme auffordern

zu dürfen, da dasselbe in alle Adern des Volkslebens máâchtig eingreift und von der größten Wichtigkcit

e S S

= 2

ar.

landes am Herzen liegt.

Aber nicht nur eine fortlaufende Darstellung un-

seres politischen und staatlichen Lebens soll das an- gekündigte Werk geben, sondern auch Bericht abstat- ten über interessante Begebenheiten und Ereignisse aller Art , insofern sie in das innere und âußere Le- ben unseres Volkes eingreifen, Über die Fortschritte der Wissenschaft und der Kunst, Úber wichtige Erfin- dungen und deren Einfluß auf das Vaterland, Über Gewerbe und Handel, über gemeinnützige Bestrebun- en und edle]Thaten unserer Landsleute; kurz, es soll

les berichten, was die Tagesgeschichte des Vater-

landes Denk- und Merkwürdiges bringt, um so im eigentlichen Sinne des Wortes eine Chronik des Vol- kes zu seyn, die im Palast wie in der Hütte nicht fehlen darf , für das Alter wie für die Jugend, für den Gelehrten, wie für den schlichten Bürger und Landmann erzählt, und immer vom Vater auf den Sohn übergeht, damit dieser wiederum seinen Enkeln rzählen könne von des Vaterlandes Ruhm und Ehre !

Das Werk erscheint in groß Oktav; es zerfällt in

Fade et Ede Bn gau deren jede einen Band bildet ; vorläufig wird h

Fahre 1840, 41 und 42 „gur Subscription eingeladen. Jeder Jahrgang oder 5

chaffung zu erleichtern, wicderum in Lieferungen

erdurch nur auf die ersten drei and erscheint , um die An- on fünf bis sechs Bogen , deren alle zwei Monate

ine fúr den Preis von 74 Silbergroschen ausgegeben wird. Der Verleger hat diese Art der Heraus-

abe gewählt, um jedem Familienvater den Kauf

möglich zu machen. Auch dem Unbemittelten wird es nicht schwer fallen, monatlich 3% Silbergroschen ur Anschaffung dieser Chronik wegzulegen, um dafür in Werk, für Kinder und Kindeskinder lieb und

úßlich, zu erlangen, und verpflichtet der Verleger

sich hiermit ausdrüdlich, die drei Fahre 1840, 41 und 42 jedenfalls in 18 Lieferungen vollständig zu Fron und für diese Fahre etwa eia, werdende h e

chr-Lieferungen ganz unentgeltlich zu liefern. Alle Buchhandlungen nchmen Bestellungen an,

unäch| die Stuhrsche, Berlin, Schloßplaß Nr. 2, Potsdam, am Kanale neben der Post.

Heute erwarte ich:

Thomas Thyrnau, neuer Roman

von der Benipigerin von Gobwie - Castle und . Roche Din Beliclein Vit dics sangbranies Bu verzüglich zugesandt meen, E n ae erlin, den 26. Oktober 1842.

Alexander Dundcker Königl. Ho uchhdlr., Franz. Str. 21.

Heil seines Vater-

Was die alten Chroniken für ihre Zeit und für die entfernte Zukunft, unsere Gegenwart- waren und noch sind, das soll die hiec angekündigte Chronik für uns und unsere Nachkommen jeyn: eine von Zeitgenossen und Augenzeugen gegebene Darstellung alles Denk- würdigen , das unjere Geschichte seit der Thronbe- E Friedrih Wilhelm des Vierten darbietet ;

der That, ein weites und reichhaltiges Feld, wenn wir erwägen, was Preußen geworden, was es ist, und was es unter der Regiecung eincs Königs werden muß, der, seines Volkes Stolz, wiederum sein Volk als seinen Stolz betrachtet.

Versteigerung.

Fn. den ersten Monaten k. F. werden die Biblio- thek und die Kunstsammlungen des verstorbenen Ge- heimen Hofraths Dr. Ludwig von Schorn hierselbst erung gebracht werden. riften kunstliterarischen halts, leßtere bestehen in einigen Oelgemälden, ner Kupferstichen, Radirungen, Litho eichnungen , Gypsa ¡ief und einer fleinen Münz- und Medaillen-Sammlung. Die Tage der Auction wer- den guf dem Katalog , welcher mit nächstem erschei- nen und in allen Buch- u. Kunsthandlungen Deutsch- lands und der Nachbarländer, in Berlin in der Gr 0- pius schen Buch- und Kunsthandlung, Königl. Bau- schule Laden 12, zu haben seyn wird, bezeichnet wer- Weimar, 12. Oktober 1842.

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He tats

der langen Verzd ausgesprochen zu

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Heft 5 Thlr. Ms F. von Quast, die altchristlichen Bauwerke von

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rof Hermann von Thüringen. Eine historische Sk ige von Ed. Gervais. Ill. Die Brabanti- che Revolution 1789—90. Eine Skizze von W. A. Arendt. I1V. Der Jesuit Girard und seine Hei- lige. Ein Beitrag zur geistlichen Geschichte des vo=- rigen Jahrhunderts, mitgetheilt von A. Kurßtel. V. Erasmus von Rotterdam. Ein Beitrag zur Ge- lehrten - Geschichte des 16. Jahrhunderts. Von H. er. VI. Ueber die Franzdsischen Verfassungs- formen seit 1789, Vortrag gehalten am 5. Februar A im wissenschaftlichen Vereine, von Fr. von

aumer.

Die erste Folge des historischen Taschenbuchs be- steht gus 10 ga rgâängen (1830—39), die im Laden- preise 19 Thlr. 20 Sgr. kosten. Jch erlasse aber \o- wohl den ersten bis fünften (1830—32) als den sechs- ten bis zehnten Dg Be zusammen -

enommen für f nf haler, so daß die ganze olge zehn Thaler kostet. Einzeln kostet jeder die-

eften herausgegeben von D

ieb schriebenen a 32 Thlr.

ommaß\cch. 3 Thlr.

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r zehn Jahrgänge 1 Thlr. 10 Sgr., der erste Fahr- ang der üen Folge 11840) 2 Eblr.- a Vaite 1841) 2 Thlr. 15 Sgr., der dritte (1842) 2 Thlr. Leipzig, im Oktober 1842, F. A. Brockhaus.

Wie orvagaiutin D

E e E N

au S I Gi E T

Allgemeine

Preußische Staats-Zeitung.

Ne 299.

Berlin, Freitag den 28 Oftober

1842,

Amtliche Nachricht S O

mtliche Na en. ?

Ständische Ausschüsse. Geschäfts - Ordnun für die Versamm- lung der vereinigten ständischen Ausschüsse sämmtlicher Provinzen,

Frankreich. Paris. Ernennungen. Das Fournal des Débats und Lord Aberdeen. Briefe aus Paris. (Marschall Gérard und General Jacqueminot. Thiers und das Ministe- rium; Auswanderung în dem Französischen Baskenlande. Fort- dauernde Schwierigkeiten bei dem Plane einer Handels - Vereini- gung mit Belgien; projektirter Bau der Königl. Bibliothek.)

Bee eR und Irland. London. Präliminarien zur Ver- máhlung der Prinzessin Auguste von Cambridge mit dem Erbgroß- herzog von Mecklenburg- Streliß Palmerston über die Unter- Gutes fe Sflavenhandels. Chartisten und Chartistinnen.

ermischtes.

Deutsche Bundesstaaten. München. Der Kronprinz und die Kronprinzessin. Walhalla-Denkthaler. _ ;

Italien. Rom. Feter des Geburtstages Sr. Majestät des Königs von Preußen. Livorno. Einschiffung von Thorwaldsen's Werken. Eisenbahn nach Pisa. Verona. Manòdver,

Spanien. Schreiben aus Paris. (Der leßte Tumult in Barce- ona; Zurbano und Lefebvre.)

Brafilien. Heiraths- Unterhandlungen. Unterwerfung des Jn- surgenten-Chefs von Rio Grande. Wahlen. ; at La Plata- Staaten. Chili’s Feindseligkeit gegen die Argentinische Republik. Fortdauernder So zwischen Buenos-Ayres und Mon-

tevideo. Rosas verhindert die Communication mit Paraguay.

JFuland. Breslau. Rekftoratswechsel.

Ueber die zweckmäßigsîe Richtung, die, zwischen Oder und Weichsel ge wes Ns Königsberg zu verbinden bestimmten Eisenbahn

e Tala Dee i ns «Verein G Man u - L ¿ Chamisso’s Werke. erecine. Hibig Adelbert von

Amtliche Uachrichten. i:

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : Dem Königl. Bayerischen außerordentlichen Gesandten und be-

vollmächtigten Minister, Grafen von Lerchenfeld -Köfering, den Rothen Adler-Orden erster Klasse in Brillanten; dem Königl. Bayerischen Legations-Secretair, Grafen Montgelas, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse; dem evangelischen Schullehrer R u- dolph zu Audisleben, im Regierungs-Bezirk Erfurt, das Allge- meine Ehrenzeichen und dem Matrosen Heinrich Schneider die Rettungs-Medaille am Bande zu verleihen ; so wie

Den seitherigen Regierungs-Rath von Fo, genannt von Brucken, zu Merseburg zum Ober-Regierungs-Rath und Abthei: lungs-Dirigenten bei der Regierung in Potsdam zu ernennen.

Se, Königl. Hoheit der Prinz Friedrih Wilhelm, Sohn Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Preußen, ist von Weimar hier wieder eingetroffen.

Den Kaufleuten und Fabrikenbesißern George Wilhelm und Gustav Adolph Rengert in Berlin is unter dem 25, Oktober 1842 ein Einführungs-Patent, /

auf die Anfertigung von Streich-Zündhölzern mit einem als neu und eigenthümlich erachteten Ueberzuge, ohne Jemand in der Benußung bekannter und bereits zur Bereitung von Zündhölzern angewandten Materialien zu behindern, : auf Vier Jahre, von jenem Tage an gerechnet und für den Um: fang der Monarchie ertheilt worden.

O

Ständische AusschüsseL. Geschäfts: Ordnung für die Versammlung der vereinigten ständischen

Aus\chüsse sämmtlicher Provinzen. Genehmigt durch die Allerhöchsie Kabinets-Ordre vom 19. August 1842.

Nachdem Se. Majestät der König zu befehlen geruht haben, daß die ständischen Ausschüsse sämmtlicher Provinzen versammelt werden sollen, beauftragt der Minister des Jnnern die Ober-Prà- sidenten mit der Einberufung der einzelnen Mitglieder unter An- gabe der Zeit und des Orts der Versammlung. Dieselbe wird an dem von Sr. Majestät bestimmten Tage durch den Minister des Jnnern erbffnet, Für den Gang der Berathungen der ver- einigten AusshÜsse gelten folgende Regeln,

F, 1, Der Departements-Chef, zu dessen Ressort der zu be- rathende Gegenstand gehört, leitet als der Königliche Kommissa- rius persönlich die Berathung. Er eröffnet jede Sißung und be- stimmt, wann sie aufgehoben werden soll. În Verhinderungsfäl- len wird derselbe durch einen anderen, von Sr. Majestät zu be- stimmenden Staats-Beamten vertreten...

Derselbe wird bei diesen Geschäften in der Handhabung der formellen Geschäfts- Ordnung durch einen Marschall unterstüßt, welchen Se. Majestät aus den Mitgliedern der Ausschuß - Ver- sammlung ernennen.

F. 2. Des Königs Majestät werden nah dem Antrage des Staats-Ministeriums aus den Mitgliedern der Versammlung einen oder verschiedene Protokollführer für die verschiedenen Gegenstände der Berathungen bestimmen.

F. 3, Alle den Ausschüssen zu machende Mittheilungen gehen vom Staats - Ministerium aus, welches solche durch den Minister des Jnnern, so weit sie das Materielle der zu der Berathung be- stimmten Gegenstände betreffen, dem Departements-Chef, so weit sie das Formelle des Geschäftsganges betreffen, dem Marschall zur weiteren Eröffnung an die Ausschuß - Versammlung zugehen läßt. Eben so gehen die allgemeinen Anfragen, sowohl Seitens des De- ‘partements-Chefs, als des Marschalls, durch den Minister des Jn- nern an das Staats-Ministerium.

F, 4, Sofern der Versammlung der Auss{hüsse mehrere Ge-

|

genstände zur Berathung vorgelegt werden, bestimmt das Staats: | Mizisterium deren Reihefolge. |

Der betreffende Departements - Chef hát nach Maßgabe der | vom Staats : Ministerium ergangenen Mittheilungen und nah | vorgängigem Vernehmen mit dem Marschall die Sißungen anzu- | beraumen. Z ; |

F. 5, Die Mitglieder der Ausschüsse nehmen in der Ver- sammlung ihre Pläße nah Provinzen ein; innerhalb jedes Pro: vinzial-Ausschusses aber nach Ständen. L |

F. 6. Ueber jeden an die Versammlung der Ausschüsse zu | bringenden Gegenstand wird eine Denkschrift ausgearbeitet und vor der Berathung unter die Mitglieder vertheilt, Jn der Denk- schrift müssen die Fragen, welche zur Erörterung fommen sollen, bestimmt angegeben werden. Bezieht sih das zu erfordernde Guk- achten auf einen Geseß-Entwurf, so ist dieser der Denkschrift beizu- fügen. : s F. 7. Die Berathung wird mit einem Vortrage, den der Departements-Chef durch den dazu von ihm ernannten Referenten halten läßt, eröffnet. s

Es ist hierbei eine allgemeine Uebersicht der Sache vorauszu-

schicken, im Einzelnen aber muß der Vortrag sih genau an die in der Denkschrift aufgestellten Fragen halten. Der Departements: Chef fann, insofern er es für angemessen erachtet, außer den Re- ferenten noch andere Beamte des betreffenden Ressorts zuziehen, um, wenn es erforderli is, der Versammlung auf der Stelle | über einzelne, den Gegenstand berührende Punkte Auskunft zu ge: ben. Eben so bleibt demselben Úberlassen, dem Vortrage des Re- | ferenten etwa noch Erläuterungen und weitere Bemerkungen bei: ufügen. : j F. 8. Hiernächst veranlaßt der Marschall, um einem jeden Mitgliede Gelegenheit zu geben, sich úber den Gegenstand zu äußern, durch den Protokollführer den namentlichen Aufruf sämmt- licher Mitglieder nach alphabetischer Ordnung der Namen.

Ein Mitglied darf in diesem Theile der Verhandlung nicht mehr als einmal sprechen, auch sich bei seinem Vortrage nicht von dem Gegenstande der Verhandlung entfernen und ist im entge- engeseßten Falle durch den Marschall auf die Ordnung aufmerk: m zu machen.

Dem Departements-Chef steht frei, so oft er es nöthig fin- det, selbst das Wort zu nehmen, um Ansichten zu berichtigen, oder Aufklärungen zu geben, auch den Referenten, oder einen an- deren der zugezogenen Beamten hierzu zu veranlassen.

g. 9, er spricht, steht auf und sett sich wieder, sobald er seinen Vortrag beendigt hat. Er“ darf seine Rede nur an den De- partements-Chef, nicht aber an denjenigen richten, dessen Ansichten er etwa widerlegen will.

F. 10, Der Departements-Chef hat zu ermessen, in wiefern es nach Beendigung des namentlichen Aufrufs nöthig isk, durch den Referenten in einem Schluß -Vortrage die Haupt - Momente der bisherigen Aeußerungen zusammenstellen zu lassen, und ihm selbs etwa noch nôthig scheinende Bemerkungen hinzuzufügen, wel: chemnächst dann die freie Diskussion eröffnet wird.

F. 11. Für die freie Diskussion gelten folgende Bestim- mungen :

a) Jedes Mitglied kann sprechen, so oft es ihm nöthig scheint. Xine Reihefolge findet hierbei nicht statt ; sonst aber fommen die Vorschriften der §F. 8 und 9 hier ebenfalls in An- wendung.

b) Wenn Mehrere zugleich aufstehen, so bestimmt der Marschall, wer zuerst das Wort erhalten soll.

c) Wer Aeußerungen einmischt, die den in Diskussion begriffenen Punkt nicht betreffen, kann durch den Marschall an die Ordnung erinnert werden.

d) Wer spricht, darf von Niemanden unterbrochen werden als von dem Marschall, wenn dieser ihn oder einen Anderen an die Ordnung zu erinnern nöthig findet, und vom Departe- ments-Chef, sobald dieser das Wort verlangt.

e) Auch während der freien Diskussion steht es nämlich dem Departements-Chef zu, so oft er es für erforderlich hält, das Wort zu nehmen, beziehungsweise dasselbe einem der von ihm zugezogenen Beamten zu ertheilen.

F. 12, Wenn Niemand weiter das Wort verlangt, so erklärt der Marschall nach vorheriger Zustimmung des Departements- Chefs die Diskussion für geschlossen. Der Lebtere ist auch befugt, wenn er die Besprehung des Gegenstandes für erschöpft hält, hierauf aufmerksam zu machen, Wird jedoch der Schließung der Diskussion von wenigstens drei Mitgliedern widersprochen , so ist die Frage: ob die Berathung zum Schlusse reif sey ? zur Abstim- mung zu bringen.

F. 13, Nach dem Schlusse der Diskussion stellt der Depar- tements-Chef die Fassung der in der Denkschrift enthaltenen Fra- gen definitiv fest und bestimmt die Reihefolge derselben, worauf der Marschall über solche abstimmen läßt. Entwickeln sich indeß aus der Diskussion neue Fragen, welche mit ersteren in wesentli: chem Zusammenhange stehen, so kann der Departements-Chef die Abstimmung darüber in gleicher Weise veranlassen.

F. 14, Bei Fragen, über welche sich eine Meinungs-Verschie- denheit nicht geäußert hat, bedarf es keiner Abstimmung; dagegen ist solche nothwendig, wenn im Fall einer Meinungs-Verschieden- heit Nene sechs Mitglieder die Abstimmung verlangen. Der Marschall hat hierüber, wenn er nicht sofort die Abstimmung ein- treten lassen will, jederzeit die Mitglieder der Versammlung zur Erklärung aufzufordern,

F. 15. Jede Abstimmung erfolgt mittelst namentlichen Auf- rufes aller anwesenden Mitglieder nah der im F. 8 bezeichneten Ordnung, jedoch in der Art, daß von Frage zu Frage um einen Anfangsbuchstaben fortgerückt wird. §16, Ueber die Berathung und deren Ergebnisse is ein voll: ständiges Protofoll aufzunehmen, Dasselbe muß außer dem ge- \chichtlihen Verlaufe der Verhandlung enthalten:

ments-Chef, dem Referenten, oder den sonst zugezogenen Be-

a) eine úbersichtliche Zusammenstellung der verschiedenen - Mei- nungen (ohne daß die Ansichten der einzelnen Mitglieder hin- tereinander aufgeführt werden) und der von dem Departe-

amten zur Aufklärung des Sachverhältnisses und zur Be- richtigung von Mißverständnissen gemachten Aeußerungen. Die Namen der Redenden sind im Protokolle zu vermerken.

b) Die zur Abstimmung gebrachten Fragen und zwar in ihrer wörtlichen Fassung.

c) Die Resultate der Abstimmung in der Art, daß außer dem allgemeinen Resultat auch jederzeit bemerkt wird, wie der Ausschuß einer jeden Provinz in der Majorität gestimmt hat.

F. 17. Das Protokoll wird in der nächsten Sißung verlesen

und von dem Departements-Chef, dem Marschall und einem Mit- gliede aus jedem Provinzial - Ausschusse unterzeichnet. Da die Mitglieder der Versammlung durch die Vollständigkeit des Pro- tofolls die Gewißheit erhalten, daß jede Meinung mit ihren Grün- den darin getreu wiedergegeben wird, so findet die Einreichung von Separat-Votis nicht statf.

F. 18. Das Protofoll vertritt zugleich die Stelle des Gut-

| achtens und wird vom Departements: Chef nebst einer Uebersicht | der Ergebnisse der Verhandlungen und unter Beifügung der na- mentlichen Abstimmungen durch den Minister des Jnnern an das Staats - Ministerium befördert, welches die Verhandlungen hier- nâchst Sr. Majestät dem Könige einreicht.

F. 19, Die Ausfertigung eines Abschiedes für die Versamm-

lung der vereinigten Ausschüsse findet nicht statt. Jhre Schlie- ßung und die Entlassung der Mitglieder erfolgt, nachdem der Be- fehl Sr. Majestät des Königs hierzu ergangen is, dur den Minisker des Junern.

Berlin, den 10, August 1842. Das Staats - Ministerium. Prinz von Preußen.

von Boyen. Mühler. von Rochow. von Nagler. von Ladenberg. Rother. Graf von Alvensleben. Eichhorn. von Thile. von Savigny. von Bülow.

von Bodelschwingh. Graf zu Stolberg. Graf von Arnim.

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Zeitungs -Uachrichten. Ausland.

Frankreich.

Paris, 22. Okt. Der Moniteur zeigt heute mehrere schon früher besprochene Ernennungen in folgender Weise an: „Der Marschall Herzog von Reggio ist an die Stelle des ver- storbenen Marschalls, Herzogs von Conegliano, zum Gouverneur des Hotels der Jnvaliden, der Marschall Graf Gérard an die Stelle des Marschalls Herzogs von Reggio zum Großkanzler der Ehren-Legion und der General-Lieutenant FJacqueminot an die Stelle des Grafen Gérard zum Ober-Befehlshaber der National: Garden des Seine - Departements ernannt worden. Während der vier Jahre, wo der Marschall Gérard an der Spiße der National: Garde des Seine-Departements skand, hat er dem Ver- trauen des Königs auf eine edle Weise entsprochen und den Dien- sten, die seinen Namen seit langer Zeit zu einem der ruhmvollsten Frankreichs gemacht hatten, neue Dienste hinzugefügt. Der Kö- nig hat dem Marschall, in der Sorge fúr seine Gesundheit und für seine Ruhe, neuerdings die Großkanzlei der Ehren-Legion úber- tragen, wohl wissend, daß, wenn schwierige Umstände einträten, der König und Frankreih immer auf die Hingebung des Mar- schalls Gérard würden rechnen können.“

Nicht ohne Mühe, bemerkt ein hiesiges Journal, habe man die Einwilligung des Marschalls Soult zur Ernennung des Mar- schalls Reggio erlangt, da der Conseils - Präsident sich bekanntlich selbst jenen Posten für den Fall seines Ausscheidens aus dem Ka- binette vorbehalten wollte. Auch die Ernennung des Generals Jacqueminot soll vielfach hin und her überlegt worden seyn, ob- gleich derselbe in großer Gunst bei Hofe und bei der doctrinairen Partei des Kabinets stehe. Man erinnert sich, daß er bei den leßten allgemeinen Wahlen fask der einzige von allen ministeriellen Kandidaten war, der sich offen und ohne irgend einen Vorbehalt fúr die Politik des Herrn Guizot erklärte. Da aber die Er- nennung zum Ober-Befehlshaber der Pariser National - Garde die Zusammenberufung des ersten Wahl - Kollegiums der Hauptstadt, dessen Deputirter der General Jacqueminot ist, nothwendig macht, so fürchtete man, daß die Opposition bei dieser Gelegenheit den Sieg davontragen könne. Die Ernennung soll daher erst voll: zogen worden seyn, nachdem man die ziemlich gewisse Ueberzeugung von der Wiedererwählung des Herrn Jacqueminot erlangt hat.

Das Journal des Débats sagt: „Wir für unsere Rech- nung und auf unsere Kosken und Gefahren glauben gegen die Art protestiren zu müssen, wie gewisse Journale das Schreiben des Lord Aberdeen an die Lords der Admiralität aufgenommen und beurtheilt haben. Wären wir auch im Kriege mit England, wäre die Englische Nation eine Nation von Verräthern und ihre Re- gierung eine Piraten- Regierung, #0 wäre dies kein Grund, um, wenn einer solchen Nation und einer solchen Regierung ein Aft der Gerechtigkeit entschlúpfte, denselben zu entstellen und Beleidi- gungen daran zu knüpfen. Lord Aberdeen erkennt offen an, daß bei der Ausführung der Mittel zur Unterdrückung des Sklavenhandels Mißbräuche stattgefunden haben ; er bezeichnet dieselben den Lords der Admiralität, und fordert sie auf, der Wiederholung solcher Miß- brâuche durch bestimmtere und dem Völkerrechte angemessenere Jn- structionen vorzubeugen. Jenes Schreiben, wir sagen es, wenn wir uns auch eine Lawine von Verläumdungen und Schmähun-

en dadurch zuziehen sollten, is in einem Tone der Mäßigung und (ufrichtigkeit abgefaßt, der dem Britischen Minister zur Ehre ge- reicht. Ês zeugt von wahrer Würde, wenn man sein Unrecht ein- gesteht, und Maßregeln ergreift, um dasselbe wieder gut zu machen, und dies ist die Gelegenheit, welche gewisse Journale ergreifen, um

Tod und Haß gegen die Engländer und ihre Regierung herauf zu beschwören! Welchen Ruf will man uns denn in der Welt

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