1843 / 8 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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ieat feinem Zweifel, daß die Finanzen der griechischen Regierung as sehr ble C sind. Judeß geht aus den von Herrn Guizot gegebenen Erklärungen, denen au Herr Dufaure vollkom- men beipflichtete, so viel hervor, daß über diesen Punkt nichts be- schlossen worden, daß in den In der französischen Regie- rung sih nichts geändert hat, und daß diese, so sehr sie darüber wacht, daß Griechenland eine bessere Finanzwirthschaft einführe, dem- selben doh ihre Unterstüßung und ihren Rath auch ferner nicht ver= sagen wird.“ i i L s

Nach der Quotidienne würde wegen der wichtigen Ereignisse in Spamen den französischen Offizieren kein Urlaub mehr bewilligt werden. Marschall Soult, der sih zu St. Amand ausruhen wollte, hat seine Abreise vertagt; er wird in seinem Ministerium bleiben und die Ereignisse abwarten. Er hat dies im versammelten Ministerrathe erklärt, Dem genannten Blatt zufolge, hätte die Regierung auch Befehl gegeben, Don Carlos und seine Umgebung in Bourges, sto wie alle spanishe Flüchtlinge, jeßt strenger als je zu bewachen. Lord Cowley soll nämlich dem Herrn Guizot in Lord Aberdeen's Namen über die unzulängliche Ueberwachung der spanischen Flücht- linge, die sih auf französischen Boden befinden, Vorstellungen ge- macht haben. i

Ein Befehl des Kriegs-Ministers is an die General-Lieutenants, welche die Armee-Divisionen kommandiren, an die Militair=Jutendan=- ten und Unter=Jntendanten abgesandt worden, um aus jedem der un- ter ihren respektiven Befehlen stehenden Regimentern die Soldaten auszuwählen, welche bestimmt sind, den Cffektiv-Bestand der für Al gerien geforderten 60,000 Mann und 15,896 Pferden zu ergänzen, Jür diese Rekrutirung werden aus jedem Kavallerie-Regiment 2 Mann auf die Eskadron und aus jedem Jufanterie-Regiment 10 Maun auf das Bataillon genommen werden. Jeder für diese Bestimmung ge- wählte Kavallerist wird 2 Pferde mit sich führen.

Grossbritanien und Irland.

London, 1. Juli. Die Unruhen der Rebekkaiten in Wales, welche, wie es jeßt gewiß is, von den Pächtern und Landleuten na= mentlih von Carmarthenshire ausgehen, haben so ernste Gestalt ge- nommen, daß sie wohl eine nähere Untersuchung ihrer Ursachen ver= dienen. Die erste Veranlassung derselben war der harte Druck der mit jedem Jahre sich mehrenden Wege=- und Pflastergelder, und die erste Folge dieses Druckes äußerte sich in thätlichen Angriffen auf die Hebestellen und Schlagbäume, Das Volk fand indeß in Cin Auf regung bald noch andere Lasten, die es abzuschütteln die Gelegenheit wahrnehmen wollte, theils in dem neuen Armengeseb, theils in den Kirchen=Abgaben, da die Walliser fast Alle Dissenters sind, und es richtete deshalb seine Angriffe sowohl auf die Zerstörung der Vereins- Werkhäuser, als offenbarte es auch feindliche Demonstrationen gegen das Cigenthum der Kirche.

Was die erste unmittelbare Veranlassung zu den Unruhen betrifft, so beruht sie auf einem zur Beschwerde wohl geeigneten Grunde. Die Anlegung und Besserung der Straßen liegt in England nach einem Statute Wilhelms 1IV. von 1835, das die alten seit Philipp und Marie erlassenen Wegegeseße zusammenfaßt und modifizirt, den einzelnen von den Wegen durchschuittenen Kirchspielen ob, deren Ge meinden jede einen Aus\seher sür sich wählt, welher nah dem Betrage der Armensteuer eine Wegestener für das Kirchspiel bestimmt und er- hebt, Doch besteht neben diesem System der Wege - Erhaltung noch ein zweites, welches eine Afte Karls U. bestimmte, als für die steigende Zunahme der Bevölkerung und des Reichthums die nach dem ersten Sy= steme eingerichteten Wege nicht mehr ausreichten, Der neue Plan bezog sich auf die Einrichtung von Schlggbäumen guf den neuen Wegen, an welchen ein Wegegeld zur Erhaltung der Straße erhoben wurde; er kam jedoch erst mit dem Jahre 1763 in allgemeinere Anwendung, da das Voik so lange sih gegen die neue Auflage sträubte, Von da ab wurden aber solche Wege mit Schlagbäumen gewöhnlich, so daß England ge- genwärtig mehr als 23,000 Miles derselben besißt. Die Anlegung, jo wie die Verwaltung dieser Schlagbaumwege (turn pike roads) geschieht durch gewisse, mittelst Parlaments-Akte bestellte Verwalter, die aus den Grundeigenthümern, deren Besißungen die Straße durch= schneidet, oder aus den angesehensten Pächtern und Gewerbsleuten der Nachbarschaft gewählt werden. Sie bilden eine Art Behörde und haben die Befugniß, auf ihre Zölle und Einnahmen Geld=-Anlei- hen zur s{nelleren Wegebesserung und neuen Einrichtung derselben zu kontrahiren. Dadurch geschah es denn, daß tie meisten dieser Wege- Verwaltungen so tief in Schulden gerathen sind, daß sie zur Anlage neuer Schlagbäume und neuer Auflagen genöthigt wurden. Nach einem Parlaments=Bericht aus der Session von 1833 betrug die gesammte Schuld dieser Verwaltungen für England und Wales 7,304,803 Pfd. Sterl, während die gesammte Einnahme 1,600,000 Pfd. ausmachte, Jn Wales und besonders in Carmarthenshire, dem Orte der jebigen Unruhen, ist dies Zoll - System für alle Communicationen der Land- leute eine unerträgliche Last geworden; elf Hebestellen z. B. finden sich auf einer Strecke von 19 Miles auf der Hauptstraße und dazu noch sind auf dem Nebenwege neue Schlagbäume eingerichtet worden, so daß ein Landmann, der Dünger auf seinen Acker fährt, zur Zoll= Erlegung wenigstens an zwei Hebestellen genöthigt ist. Das verur- sachte den ersten Aufstand, die unmittelbare Folge der {weren Zölle, die durh eine Vervielfältigung der Communication und das demnäch-= stige Anwachsen der Schuld immer höher steigen. Die Regierung wird am Ende genöthigt sein, die ganze Wege-Ordnung einer Revi sion zu unterwerfen, und da Centralisation das einzige Heilmittel sein durste, als eine Tory-Regierung sehr große Schwierigkeiten finden.

Ein Volk, einmal im Aufstande begriffen, kehrt nun nicht leicht

zur Ruhe zurü, da es stets neue Ursachen zu Beschwerden findet, die für Lo allein es niht in Aufstand verseßt hätten. Das neue Armenge eß, allerdings noch sehr mangelhaft und namentlich grau= sam, aber immer doch besser als das frühere, welches die Faulheit und das Laster förderte, erregt in vielen Orten Englands die größte Unzufriedenheit; in Wales wurde es mit ein Grund der weiteren A der Operationen der Rebekfaiten. Jn einem längeren Mes ° orrespondenten der Times gus Carmarthenshire heißt es : val ia sol U Ursachen der Unzufriedenheit, groß an sich, und ee fang der Geltendmachung, als die Kriegfuhrung Rebekka's is, fehlte, um alle zu einem gemeinsamen beunrubigenden B / / \ ( ihigenden Bund zu vereluen, Die vornehmste dieser Ursachen ist der Unwille über die Wirk- samkeit des neuen Armengesebes; die Pater und Einwobner der Land- Distrikte beschweren sih, daß sie hoch besteuert werden, um die Ausgaben zur Errichtung großer Vereins-Arbeitshäuser die Gehalte der Vin en zu decken und die Armen ferner Städte zu unterhalten, wozu sie nach ihrer Behauptung nicht verpflichtet werden könnten. Früher, vor Einführun des neuen Armengeseßes, wären die Steuern zur Unterhaltun ih, g Armen viel leichter gewesen.“ g threr eigenen : A Beschwerde is nicht gegründet, und hat ihren Grund nur in dem Haß gegen alles Centralisiren, in dem Widerwillen egen die Reformen und das Paralysiren alter Gerechtsame und privilegirter Corporationen , welche Reformen das neue Armengesey bezweckte Unter dem alten Gesehe steuerten die Walliser jährlidh 288,000 Pfd. (1834) unter dem neuen nur 222,000 Pfd. (1838), aber die alte willkürliche Verwaltung des Armenwesens harmonirte mit ihrem Cor- porationsgeiste mehr als die gegenwärtige streng geregelte von Sej= ten des Staats geleitete Centra Da, Die dritte Piiináeivehene Ursache des Aufstandes endlich is die

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Feindseligkeit gegen die Kirhen-Abgaben, welche das tief gewurzelte, oft fanatishe Gefühl des Dissentismus der Walliser beleidigen, Be-= fanntlih arbeitet Sir R, Peel schon seit 1834 die Kirchen-Verhält= nisse zu reguliren und durch die pg des ältesten Bisthums in Wales und die Kreirung eines neuen Bischofsibes in Manchester dafür, das dortige Uebel abzustellen. Die gegenwärtigen Unruhen werden vielleicht eine Beschleunigung der Arbeiten der Kirchen-Kom- missarien zur Folge haben.

Italien.

Neapel, 22. Juni. Die Abfahrt der brasilish=neapolitanischen Flotte, die heute hätte stattfinden sollen, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, und wird jeßt wohl s{chwerlich vor dem 29sten d., dem Namensfeste Sr. brasilishen Majestät, stattfinden. Der König beab-= sichtigt, bevor er nach Sicilien geht, seinem erlauchten Schwager, dem Großherzog von Toscana, einen Besuch in Livorno abzustatten.

Graf Potozki , kaiserlih russischer Gesandter am hiesigen Hofe, isst nah dem Norden gereist.

Die Witterung is im Allgemeinen den Feldern sehr günstig; das Thermometer steigt zuweilen bis 23 und 25° des Mittags im Schat- ten, dabei sind aber die Nächte gegen Gewohnheit noch immer ziem= lih fühl.

Spanten.

Paris, 2. Juli, Telegraphische Depeschen aus Spanien, Bayonne, 1, Juli. Der Regent is am 25sten zu Albacete ange kommen; die Truppen und die Milizen, die sich gegen ihn pronunzirt hatten, sind nah Las Peñas de San Pedro zurückgewihen. Der Regent hat den Minister des Junern zu sih beschieden, Der Biui- gadier Crma soll von Saragossa aus mit 4 Bataillonen zu ihm stoßen, Herr Lagasti ist zum politischen Chef von Madrid ernannt worden; Zamora hat sich pronunzirt.

Perpignan, 1. Juli. General Ramon Narvaez ist am 27, Juni zu Valencia eingetroffen, Die Junta von Valencia hat die Dienste der Generale Narvaez und Concha und des Brigadiers Pezuela an- genommen. General Narvaez ist von der Junta zum General-Capi= tain von Valencia und Murcia ernannt worden; General Concha fommandirt unter ihm; Brigadier Pezuela is Chef des Stabs und Brigadier Shelly Befehlshaber der Kavallerie. Am 29, Juni schon organisirte Narvaez seine Truppen, um gegen den Negenten, der zu Chinchilla war, loszumarschiren, Mehrere Corps, bestehend aus Linien - Truppen und Milizen, waren nah verschiedenen Richtungen ausgezogen, Die Division Zurbano hält Lerida und die Umgegend beseßt, General Seoane hat sich mit dem General Zurbano vereinigt.

Valencia, 21. Juni. Ein Bataillon des 25sten Regiments von Navarra, welches zum Rekognosziren aus der Stadt rüdckte, ift, mit seinem Obersten an der Spibe, zu Espartero übergegangen.

Madrid, 25. Juni. Die Hauptstadt is ruhig, indeß hat doch die Nachricht, daß die Belagerung von Granada in ¿olge der Deser tion mehrerer Bataillone und Batterieen habe müssen aufgehoben wer- den, große Besorgniß erregt.

Bayonne, 29, Juni, Seit einigen Tagen kommen von den in Navarra und den baskischen Provinzen kantonuirenden Regimentern Deserteure in ziemliher Menge an die Gränze, wo sie theils in das Innere von Frankreich, theils zu der Fremden-Legion nach Algier ge= sandt werden. Viele ziehen das Leßtere vor.

Griechenland.

Ancona, 21. Juli. (A. Z.) Die Repräsentanten der drei Schußmächte Griechenlands haben in Folge aus England erhaltener Depeschen erklärt, daß die Londoner Konferenz die von Sr, Majestät dem König Otto angeordneten Reductionen im Ausgaben-Budget, die eine Million Drachmen erreichen mögen, nicht als ausreichend an= sehen könne. Die Gesandten jener Mächte haben nun im Auftrag eben jener Konferenz sich dahin ausgesprochen, daß binnen einer be stimmten, sehr kurz bemessenen Frist, die griehishe Regierung in Bezug auf die Ausgaben ein neues, um 3,600,000 Drachmen er= mäßigtes Budget vorlegen möge. Nach dem Vorschlag, oder eigent- lih nah den Anforderungen der Konferenz kommt auf das Kriegs- Ministerium allein eine Reduction von 2,500,000 Drachmen, guf die Marine von 500,000 Drachmen; hinsichtlih der Staatögüter in The- ben ward eine Ersparniß von 490,000 Drachmen in An-= trag gebracht. Offenbar fann eine Finanz = Operation von solhem Umfange in jener kurzen Periode nicht in Ausführung gebracht werden, ohne daß sih die Regierung der Gefahr aussebt, eine Menge von Juteressen im Lande zu verleßen und eine Masse von Unzufriedenen oder, um es bei dem wahren Namen zu nennen, eine Masse von Unglücklichen zu schaffen, die in der Folge dem Staat bedenklich werden könnten, Welche umfassenden Arbeiten, welche Rück- sichten, welhes genaue und gewissenhafte Abwägen seßt nicht eine Reduction von mehr als vierthalb Millionen voraus bei einem Aus= gabe=Budget, dac, insofern es sich auf den inneren Dienst bezieht, kaum die Summe von 12 Millionen erreiht, Mehrere darüber abge- haltene Minister - Konferenzen gaben kein anderes Resultat als daß man sich immer wieder von der Unmöglichkeit überzeugte, die von der Londoner Konferenz gemachten Vorschläge in einer so kurzen Zeit zu erfüllen, ohne das Land in eine bedenkliche Lage zu verseßen. Die drei Repräsentanten beharrten bei dem, was sie im Namen der Kon- ferenz vorgebracht, so daß der König, dem der Rath zweier deutschen Gesandten zur Seite stand, und der schon bei der Verzichtleistung auf einen Theil der Civilliste gezeigt hatte, welcher großartigen Opfer er fähig ist, sih endlich bestimmt fand, darauf einzugehen. Möge diese heroishe Kur, der man Griechenlands Finanzen unterwerfen zu müssen glaubte, zur Erlangung jenes Gleihgewichts in Geldverhält- nissen dienen, das gegenwärtig wohl wenig europäische Mächte besißen, und das man für Griechenland in so shonungsloser Weise zu realisi= ren versucht, obgleich das griechishe Kabinet viel gethan hat, was eine rüdsihtsvollere Behandlung verdiente.

S erve.

Belgrad, 27. Juni. (Oest. B,) Heut früh um 9 Uhr fand zu Topdschidere in Gegenwart des Muschits Hafiz Pascha, des Kaiserl. russischen Generals, Baron von Lieven, und des Kaiserl. russischen General - Konsuls, Herrn Wastyenko, die neue Wahl des Fürsten von Serbien statt; Alexander Kara Georgiewitsh i wieder zum Fürsten von Serbien gewählt worden,

Ostindien.

Paris, 2. Juli. Telegraphische Depesche aus Malta vom 25. Juni (Marseille 1. Juli). Die Ueberlandpost aus Ostindien ist wegen der Moussonwinde 10 Tage früher als gewöhnlich von Bom= bay nah Suez expedirt worden ; Berichte aus Bombay vom 20, Mai und aus China bis zum 20. März sind mit dem Dampfpaketboot (von Alexandrien) hier eingetroffen. Die Nachrichten aus Bombay sind diesmal nicht interessant (wenigstens niht für den ersten Blick) ; man erhält nur einige Details über die etwas ruhiger gewordene Lage in Scinde, Khysul und Bundelkund, Ju China standen die Angelegenheiten fortwährend günstig. Oberst Malcolm war am 16. März mit dem ratifizirten Traktat angekommen; man besorgte nur, der Tod des Ober - Commissairs Elepu werde eine Verzögerung der Ratification des Kaisers zur Folge haben,

Angckommene Fremde.

British Hotel: Se. Excellenz der General - Lieutenant, außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister am Königl. sardinischen Hofe, Graf von Waldburg-Truchseß, aus Turin. Herr von Häuser nebst Familie aus Schwedt, Freiherr von Lattorf, Kammerherr, nebst Gemahlin aus Klieken. L vis

Hotel de Nussie: J. L. Deinhardstein, Kaiserl. Königl, österreichi- her Wirklicher Regierungsrath, aus Wien, P. von Basilewskji, Kaiserl. russischer Kammerherr und Kollegienrath, aus Petersburg. Graf Wartensleben, Kaiserl. Königl. österreichischer Kämmerer und Major, aus Wien. Jeffreys, Major bei der ostindischen Compagnie, nebst Gemahlin aus Cheltenham. Frau Baronin Schouly von Aschera- den aus Kopenhagen. Stadt - Syndikus Dr, Brandenburg nebst Familie aus Stralsund.

Hotel de Brandebourg. Domainenrath Seip aus Schwerin. Land und Stadtrichter Rhode aus Elbing. Landgerichts - Nath Schröder aus Magdeburg. Negierungs-Nath Müller aus Halle.

König von Portugal, Leibniyß von Pirnicke, Königl, Kammer herr, aus Madron, Major Knissk a aus Posen. j F

Hotel du Nord. J. von Busikeirsli aus Ptowie. Stadtrath Meßzenthin nebst Frau aus Stettin, Fräulein Eder, Schauspielerin, aus München, : f f ¿

Kronprinz. Mad, Schreiber St. George, Königl. hannoversche Schauspielerin, aus Hannover.

Kaiser von Nußland. Freiherr von Nonner, aus Littersdorf. Königl, Ober-Amtmann und Domainen-Rath Nibe s, aus Eilenburg.

Meinhardt's Hotel, Der hessische Regierungs-Rath Zurbuch, aus Homburg, L i

Hotel de Sare. Der Königl, dänische Kriegsrath Tengnagel, Mit- glied der Akademie der Künste in Kopenhagen, von Kopenhagen.

Hotel St, Petersburg. Negierungs-Rath S per l ing, aus Magdeburg.

Stadt London, Rittmeister v. No hr nebst Familie, aus Garz.

Rheinischer Hof. Frau Generalin, Baronin von der Lu nd, aus Calbe, Kaiserl. Russischer Rittmeister von Lewiyki, aus St, Peters burg. Major von Kleist, aus Potsdam. Landrath von Zastrow, aus Neu-Stettin. Superintendent N ehmiz nebst Tochter, aus Sagan.

Hotel de l’Europe., Rittmeister von Sch ikfu s, aus Breslau. Gräfin Dynkonska, aus Petersburg.

Hotel de Hambourg. Major von Waltersdorf, aus Schweidniß.

Großfürst Alexander. Dr, med. Schlesinger, aus Stettin.

Jn Privathäusern. Major von Goerbke, aus Beuthen, Jerusale merstr, Nr. 29 bei Doebes. Pr. med. Ellendorf, aus Wiedenbrück, Luisenstr. Nr, 24 bei Dräger. Prediger Bückwar, aus Dissen, Wil-

helmstr, Nr, 51 bei Graese. Prediger Nut, aus Brandshagen, nebst

Familie, Kochstr. Nr. 5 bei Marquardt,

Meteorologische Beobachtungen.

1843, Morgens Nachmittags | Abends Nach einmaliger 6. Julk 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung. zt pa n R N zZ m0

Luftdruck . ... [337,32 Par.|337,60 Par. 337,04 Par. | Quellwärme {9 R.

Luftwärme .

I 15 L. R g 29,9" 14 + T6 R.! Flusswärme 0 R S D, d 29D, 4 | Thaupunkt ... |+ 13,0 ° R, -+

18” R. -+- 13/1 E R.) Bodenwärme 16,0? R.

Dunstsättigung S7 pCt. Di pCt. 79 pCt. |Ausdünstung 0,014 Rh Wetter ...... heiter. heiter. heiter. Niederschlag O. Wind SW SW | SW. Wüärmewechsel 26,0 A Î ; SW. recht Wolkenzug. . - SW. | ——- -+ O1 c

. r "” ) « 0 L Ae Tagesmittel: 337,32" Par... +19,9® R... + 13,0 Ri, . O pCt V

R erlln D O0 se

Den 7. Juli 1943. } ckr, Cour. Y T wi Pr. Cour. Actien “s Pr. E D | Brief. | Geld. A E | Brief. | Geld. | Gem. St. Schuld-Sch. |34| 104 | 1034 IBrI. Pots. Eisenb.| 5 | 1404 Pr. Engl. ObI, 30. 4 | 103 | 102 5 do. do. Prior. Obl. 4 E 103" Präm Sch.d.Seeh.|—| 907; | -- Mgd. Lpz. Eisenb.'—| 1707

Kur- u. Neumärk. | | do. do. Prior. ObL 4 104 10:37

Schuldversebr. 3} 102 Brl. Anh. Eiseub. 1457 144 z Berl. Stadt-Obl. [31 103” do. do. Prior. Obl. 4 1037 Danz. do, in Th.|— 48 _— Düss. Elb. Eisenb. 5 —— 825 Westpr. Pfaudbr. 35 102; 102 do. do. Prior. Obl. 4 94% 94 « Grossh. Pos. do.| 4 —_—_ | 1067 Rhein. Eisenb, | 5 76% |

do, do. 35 101 L | 101 { do. do. Prior. Obl.| 4 95% -—- Ostpr. Pfandbr. 135 R 103%, Brl. Frankf. Eisb.| 5 | 1287 127 K Pomm. do. 3% 1037; | ——— do. do. Prior, Obl. 4 | 104 X 103 L Kur- u, Neum. do.|35 103 | Ober- Seblesische | | Schblesische do. |35 102% | 1015 Eisenbahn. 4| 115

| : | | | _ sBrl.-Stet.E. Lt.A.|—| 120 E 2 132 13! do. do. do. Lt.B.|— | 120 S E 1 2 11 do. do. abge-| N a5 A | 4 J i 12 ttanipolto, P 15: 1 14! isconto. |— « | |

Auswärtige Börsen.

Amsterdam. 3. Juli. Niederl. wirkl, Sch. 53 x 5% do. 997. Kanz-Bill,. —. 5% Span. 17%. 3% do. 26Zz. Pass. —. Ausg. —. ZiusI. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. VOesterr. 1085. 4% Russ. Hope §9 5.

Hambu Tg, 5. Juli. Bank- Actien 1670. Evgl. Russ. 111 E,

London, 1. Juli. Cons. 3% 935. Belg. —. Neve Anl. 1873. Pas sive 45. Ausg. Sch. —. 257% Woll. 52%. 5% 100. 5% Port. —. 3% Engl. Russ, Bras. 715. Chili —. Columb. —. Mex. 28. Peru

Petersbu rg, 30. Juni. Lond. 3 Met. 37 7E Hamb, 345. Paris 402, Poln. 300 FL —. do. 500 Fl =,/ do, 200 Fl. 4/5.

Wien. 2. Juli. Bank-Actien —. Anl. de 1839 111%.

Konigliche Schauspiele.

Sonnabend, 8. Juli, Jm Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt : Der Ruf, Lustspiel in 1 Akt, nah Scribe, von J, von Plöß. Hierauf: Die Frau im Hause, heiteres Familien-Gemälde in 3 Abth., von A. P.

Sonntag, 9. Juli. (Herr Shmetzer: Masaniello, als Gastrolle. Fenela. Dlle. Marx: Elvire.)

Ein Plab in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr, 10 Sgr. 2c.

Zu dieser Oper bleiben die bereits gekauften, mit Donnerstag bezeichneten Opernhaus-Billets gültig, auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets mit Donnerstag bezeichnet sein. 5

Jn Charlottenburg: Strauß und Lanner. Hierauf, auf Be- gehren: Vor hundert Jahren. O / Die Billets für die Vorstellungen des Königlichen Schauspiels zu Charlottenburg sind bis zum Tage der Vorstellung, Mittags 1 Uhr, im Billet-Verkaufs-Büreau des Schauspielhauses zu Berlin und Abends im Schloß - Theater zu Charlottenburg an der Kasse zu folgenden

reisen zu haben: | L

7 (Ein Billet zur Fremden-Loge 1 Rthlr. Ein Billet zu den Logen des ersten Ranges 20 Sgr. Ein Billet zu ener Parquet-Loge 20 Sgr. Ein Parquet - Billet 20 Sgr. Ein Billet zum Orchester 20 Sgr. Ein Billet zu den Logen des zweiten Ranges 15 Sgr. Ein Billet zu den Logen des dritten Ranges 10 Sgr, Ein Billet zu der mitt- leren Abtheilung des dritten Ranges 10 Sgr, Ein Parterre - Billet 15 Sgr. Ein Billet zur Gallerie 5 Sgr,

Montag, 40. Juli. Im Schauspielhause. Mademoiselle de Belle-Jsle

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Decker schen Geheimen Ober-Hofbuchdruerei., Beilage

Jm Opernhause: Die Stumme von Portici, &rl, Ch. von Hagn:

Auf Begehren :

Beilage

JulanD.

Breslau, 1. Juli. (Bresl. Z.) Nah der am 25. Mai d. J. abgehaltenen General= Versammlung hat das Direktorium des \cchlesisheu Provinzial - Vereins für Besserung der Strafgefangenen den ersten Bericht über sein cinjähriges Wirken publizirt, Die Brochüre enthält außer cinem Vorworte des Direktoriums: den Bortrag des Herrn Präsidenten Hundrich in der General - Versamm lung, ferner den vom General =Secretair des Direktoriums, Herru Professor Dre. Abegg hier, erstatteten Bericht, eine Uebersicht der von dem Vereine unmittelbar bewirkten Unterstüßungen entlassener Sträf linge und der zu diesem Zwecke bezahlten und zugesicherten Beträge, den Entwurf zu den Statuten eines Lokal-Vereins für Besserung der Strafgefangenen, den Personal - Etat (das Verzeichniß der Geschenk geber, Mitglieder und Theilnehmer des Provinzial - Vereins, }o wie der bis jeßt bestehenden Lokal-Vereine, endlich das Protokoll über die (General-Versammlung. Wir empfehlen die Broschüre (Breslau, in Kommission bei Ferd. Hirt, Preis 5 Sgr.) der allgemeinsten Beach tung auf das angelegentlichste; reihhaltig au den schäbßbarsten Noti zen, Ausführungen und Betrachtungen, welhe mit dem wärmsten Cifer für die edlen Zwecke, deren Verwirklichung sich der Verein ge widmet hat, abgefaßt sind, ohne einseitig und leichthin irgend eine der entgegenstehenden Schwierigkeiten zu verlenneu, wird sie den Juteres seuten des Vereins ein klares Bild der Sachlage gewähren, ihre Sympathicen befestigen und erkräftigen, und dem Vereine in jedem aufmerksamen Leser einen neuen Freund und Anhäuger zuführen.

Auslaud. Deutsche Bundesstaaten. Ju, Vie

Großherzogthum Hessen. Mainz, 30,

Mainzer Zeitung enthält eine Bekguntmachung der Großherzogl. hessischen Handels-Kammer, die wörtlich also lautet : „Bezüglich guf lufnüpfungen vou Handels - Verhältuissen mit China wurde vou ho hem Ministerium der unterzeichneten Stelle eine Mittheilung gemacht, welche auf ihrem Sekretariate zur Ciusicht offen liegt.“ Man kuüpst daran die freudige Hoffnung, daß die Erzeugnisse unserer Fabrikguten sich eine neue Absabquelle eröffuen könnten.

Offenbach, 3. Juli. (F. J.) Vei der gegenwärtigen Epoche der hohen Getreidepreise regt sich der schon so oft und von vielen Seiten geäußerte Wunsch für Anlegung von Gemeinde Magazinen, Vie Errichtung derselben könnte uoch mit der diecjährigen Aerudte stattsinden und zwar auf eine ganz einfache Weise, Ein jedes Tudi viduum nämlich, welches Getraide zieht, hat seiner Gemeinde ein auf den Bedarf derselben für ein gauzes Mißjahr berechnetes Luantum ezrucht zu liefern, Dafür erhält der Ablieferer aus dem hierzu be stimmten Fonds den Werth nah dem zur Zeit der Aerndte, wv die “lblieferung stattfinden muß, effefktiven Marktpreis, Bei der kommen den Aerndte wird der alte Vorrath vou der Gemeinde wieder ver {auft und das Magazin wieder mit der neuen Aerndte augesüllt, Auf diese Weise kann keine Gemeinde in Hungersnoth gerathen. Cine Gemeinde, die das erforderliche Kapital zur Auszahlung des abgelio ferten Gelraides uicht besitt, föunte sich solches gegen einen billigen Zinsfuß leihen, was feiner Schwierigkeit unterworfen i, da der oder die Darleiher durch den Vorratl hinläuglih gededckt sind.

Holít ein. Riel, 3, Julie, Die günstigen Aussichten für das Unternehmen einer die Elbe und Ostsee verbindenden Etsenbabn mehren sich fortwährend, Während man diese Eisenbahu bisher im übrigen Oeutschland unbeachtet liegen ließ, ja ganz iu der Nähe dicselbe zuu Theil mit ungüustigen Augen ausah, hat sie in neuester Zeit durch das nunmehr gesicherte Zustandekommen der Berlin Hamburger und der hannöverschen Bahnen eine allgemeinere fommerzielle Bedeutung gewonnen. Hamburg und Altona sind nur in politischer Hinsicht ge trennt, bilden aber gemeinsam die für den deutschen Handel so wich tige Elbhandelsstadt, Erfreulich is es zu sehen, wie die beiderseiti gen erleuchteten Regierungen selbst die Sache aus diesem Gesichts punkte betrachten und dafür sorgen, daß man uicht bei Erwartungen stehen bleibe und die Erleichterung des Verkehrs sich zur That ge stalte. Es besteht nämlich die grade uicht empfehlenswerthe Einrich tung, daß die Waaren, welhe von Altona aus dur ch Hamburg passiren, einen Transitzoll entrichten müssen, Hiesige Blätter theilen m1 die für die Eiseubahn-Actionaire und das handelude Publikum sehr erfreuliche Nachricht mit, daß dem Vernehmen nah auf dem Wege der Unterhandlung zwischen unserer und der hamburgischen Regierung festgeseßt sei, daß für den Waarentransport vom Altonaer Bahnhof nach dem der Berlin-Hamburger Eisenbahu in Hamburg Freiheit vom hamburgishen Transitzolle stattfinden solle, Diese Nachricht is um #o wichtiger, da die Altona - Kieler Bahn ihrer geographischen Lage nah mehr, als irgend cine andere deutsche Bahu auf einen verhältuißmäßig bedeutenden Waarenverkehr hingewiesen ist, Ohue guf die in solhen Verhältuissen befanntlih sehr wichtigen Eveutualitäten einzugehen, wollen wir zum Belege des Gesagten eine auf offiziellen Nachweisungen beruhende Spezialübersiht des jeßt vorhandenen Chaufsscee- Verkehrs geben :

Einfuhr, Ausfuhr und Transit vou Kiel... sfuhr kleiner Häfen in der Nachbar |

90,560,000 Pfd. Ein = it, An

E 3,345,000 Nendsburger Transit und Rendsburg selber. 6,400,00) Biehtransport per Neumünster... 6,000,000

Stationsverkehr und aus den Gränz -Zollrechnungen 14,151,000

00,150,000 Pfd. Also reichlich 600,000 Ctr, welhe aus mehreren naheliegeuden Grün den nur als Minimum anzusehen sind. Die Route über Elmshorn, welche die fruchtbarsten Gegenden Holsteins berührt, wird uicht blos auf den Waarenverkehr, souderu auch auf die Personen-Frequeuz eine höchst günstige Wirkung äußern, weshalb der in dieser Beziehung in der General-Versammlung am 17. Mai vom Ausschusse gestellte An- trag auh mit einer Majorität vou 601 gegen 24 Stimmen ange nommen wurde,

Frankreicch.

Deputirteu- Kammer. Sihung vom 30, Juni, Heute stand das eigeue Budget der Kammer auf der Tagesorduung, Der für 1844 verlangte Kredit von 725,000 Fr., wovon 100,000 Fr. für den Präsidenten und die Quáästoren und 217,379 Fr. für die übrigen im Dienst der Kammer angestellten Personen, wurde ohne Verkürzung ‘ewilligt, Herr Lacrosse schlug vor, die mit der Abfassung der Kammer=-Verhandlungen beschäftigten Judividuen als Beamte zu firi- renz Der Berichterstatter, Herr Croissant, wiederseßte sich aber diesem Vorschlage, „Es sind jeßt“, sagte er, „acht Personen permanent

49 zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

für diescs Geschäft angestellt, und während der Session werden vier hinzugefügt. Diese Leßteren werden augemessen besoldet, deun sie er halten während der Zeit ihrer Beschäftigung monatlih 150 Fr. uud am Schluß der Session noch cin monatliches Salar darüber, Sie aber auch für diese Zeit, wo die Kammer nicht versammelt ist, beizu behalten, wäre unnöthig.“ Das Amendement wurde darauf verwor fen und das übrige Budget ohue weitere Diskussion angenommen, Eben so erhielt das hierauf an die Reihe kommeude Budget für die Ehren-Legion ohne Erörterungen die Genehmigung der Kammer. Nachdem hiermit die an das Ausgabe-Budget angehäugten \pe= ziellen Dienst-Forderungen bewilligt waren, schritt die Kammer zur Ab stimmung des ganzen Budgets, im Belauf vou 1,339,208,172 Fr., und es wurde dasselbe mit 197 gegen 70 Stimmen genehmigt, Man ging nun zur Berathung eines Vorschlages der Herren Mauguin, von Lasalle uud Tesuicres über, welcher zum Zweck hatte, Branutwein und Weinspriet, wenn derselbe nicht mebr als Getränk zu brauchen ist, von den je6t darauf lasteuden Steuern zu befreien, Herr Deslongrais widerseßte sich dieser Maßregel. Die Wein bauer meinte er, seien nie zu befriedigenz ihr Kulturzweig sei so gus gedehnt uud so einträglih als möglich, aber dessenungeachtel ilagten sie fortwährend über Hiutauseßung und Eutwerthung ihres Eigen thums, Der Minister des Junern dagegen sprach für den An trag. Spiriluöse Erzeuguisse, die niht mehr als Getränk gebraucht

werden föunten, selen doch immei noch zum Breunen verwendbar,

aber wein sie so hoch belastet wären, wie als Getränk, so würde man sie nicht zu jenem Zweck benußen fönnen ; die Staats-Eiunahme würde also durch die beautragte Maßregel nichts verlieren. Dei auf deu Vorschlag begründete Geseh-Entwurf wurde deuu auch unver andert mit 195 gegen 35 Stimmen vou dey Kammer augenomment.

_n der Siplng von 1, Uh genehmigte die Kammer mehrere Geseß-Entwürfe nah furzen Diskussionen ; zuvörderst mit 221 gegei! l Stimmen den Entwurf, durch welchen dem Finanz Müuister ein Kredit von 527,241 Fr. zur Erfüllung der Verbindlichkeiten Frank reichs m Bezug auf die Garantirung der griechis{chen Anleihe be villigt wirdz damn mit 189 gegeu 43 Stimmen einen außerordent lichen Kredit von 15,000 Fr. für den Unterrichts Minister zur Heraus gabe wisseuschaftliher Werkez ferner mit 214 gegen 19 Stimmen cinen außerordentlichen Kredit von 360,000 Fr, für den Minister des “nnern zum Bau eines Central Zuchthauses in Beaulieu, endlich mit [52 gegen 54 Stimmen cinen Kredit vou 200,000 Fr. für denselben Minister zur Bestreitung der diesjährigen Juli-Feierlichkeiten.

Paris, 1. Juli. Der Presse zufolge, wäre ua Briefen aus Bo1 deaux daselbst eine Jutrigue im Gange, um in baskischen Provinzen eine karlistische Bewegung hervorzurufen. „Mau hat“, sagt das genannte Blatt, „vertrauten und häusigen Verkehr zwischen gewissen karlistischen Generalen zu Bordeaux und einigen bekannten Agenten Espartero?s bemerkt, an deren Spibe ber Bruder eines Esparteristischen Generals steht, Die Namen aller Betheiligten sind uns genaunt worden, so wie auch ein Spauisch-Amerifauishes Haus, welches die Fonds hei geben foll und bereits Vorschüsse gemacht hat. Dies Gerücht läßt sich nicht auders verstehen, als daß Espartero durch eine farlistishe Be wegung in den baskischen Provinzen die Liberglen niederzuhalten und am Ende eine Verbindung zwischen einem Sohne des Don Carlos und Honna Jsabella herbeizuführen gedächte, cine solche Wendung käme jo unerwartet, daß man wohl Austand uchmen muß, jene Nachricht für glaubwürdig zu halten.

Das Linienschiff Mareugo ist, mit 500 Mann an Bord, von Brest abgesegelt, mit der Bestimmung, alle Häfen au der spanischen Küste zu besuchen und au Puukteu, wo die frauzösis{chen Konsuln es für nöthig erachten, halt zu machen.

S Der hiesige brasilianische Gesaudte, Nitter Araujo Nibeira, hat 1h nach Brest begeben, um daselbst den Prinzen und die Prinzessin vou Joinville zu erwarten.

Graf von Lehon, ehemaliger belgisher Gesandter in Paris, ift hier eingetroffen, um auf eine an ihn ergangene gerichtliche Auffor derung in den Angelegenheiten seines Bruders, des Ex-Notars, Zeug niß abzulegen.

Grossbritanten und Irland.

London, 30, Juni, Vorgestern fand in Exeter Hall eiue öjjentliche Versammlung von freien Presbgterianern Schottlands ftatt, wie sich jeßt die Nou-Jntrusions-Partei nennt, welhe von der beste henden Kirche sih losgesagt, um Maßregeln zu berathen, wie die freie Kirche in Schottlaud gesichert und verbreitet werden könne. Der Marquis von Breadalbane präsidirte der Versammlung und eröffnete sie mit einer langen Rede über die Bedeutung der lebten Trennung „des größten Ereignisses in der presbyterianischen Kirche Schottlands scit der Reformation.“ Wichtiger indeß für den Zweck der Versamm lung waren die langen Reden der vou Edinburg abgeordneten Geist lichen, des Herrn Grey und des Pr. Cunningham, die jedo dem parkeilosen Zuschauer uur ein trauriges Bild von dem Zustande der dortigen Kirche geben. Alle die gefährlichen Elemente des alten Streites der Kirche gegen die Staatsgewalt, all der zelotische Eifer aus den Zeiten Cromwell's und die damit verbundene Jutoleranz sind von neuem ins Leben gerufen. Herr Grey insinuirte auf nachdrücliche Weise, daß das Berlangen des Schottischen Volkcs dahin gehe, eine National Kirche zu haben, die den Willen und den Glauben des Volkes reprä Jeutire, fern von jedem Sektengeist sei und die verschiedenen Klassen der Gesellschaft vercinend, die Kräftigung der sozialen Verhältnisse bilde, aber er übersah, daß die Ausprüche der Nou Jutrusions-Partei, der er angehört, quf den ausschließlichen Besiß der religiösen Wahr= heit, so wie ihre ans diesen Ansprüchen folgende Teudenz, nicht allein die Autorität des Staats, sondern auch die Ansichten der Majorität der Viener der bestehenden Kirche als unchristlih und antichristlich zu botrahten, gerade den Selktengeist fördere und der Bil dung einer National = Kirche entgegeustehe. Die bestehenden Ge seße geben den Kirchen - Patronen das Recht zur Einführung neuer Geistlihen; die Majorität der Glieder der Kirche erkennt dies Recht anz die Minorität derselben sagt sich von der Kirche les, weil sie jenes Recht mit der Bibel uicht in Einklang bringt und läßt nun ihren eifrigen Vertreter, Dr. Cunningham, erklären, daß „sie allein das wahre Christenthum habe“, daß „Alle, welhe ihrem Beispiele nicht folgten, ihre Grundsäße in die Tasche gesteckt hätten und an ihren Pfründen festzuhalten entschlossen wären!“ Der Redner eut- wickelte daun gus den Schriften berühmter Bischöfe das Prinziv von der ewigen Herrschast der Kirche Christi und das Sündhafte einer Bevormundung des Volks bei der Wabl seiner Geistlichen; er fam so auf die kürzlich eingebrachte Bill Lord Aberdeen's, zur Schlichtung des schottishen Kirchenstreits, zu sprechen, die bekanntlih eine Ver- mittelung der beiden Parteien dadurch sucht, daß sie zwar das Recht des Patrons, cinen Geistlichen Eu tens aufreterbält; aber die Bestätiguug desselben von dem Presbyterium abhängig macht. Diese Bill erfuhr den heftigsten Widerstand von Seiten der größten Rechtsgelehrten Englands, den Lords Campbell und Brougham, weil

sie der Kirche gesebwidrige Rehte cinräumen, und ob

chon jie dennoch j

Sonnabend den S" Juli

des Oberhauses ruht, ist doch Niemand nuit derselbeu zufrieden, am allerwenigsten die Non = Jutrusionisten oder sogenannteu freien Pres- byterianer. Dr. Cunnigham erflärt dafür deu Grund, Lord Aber= deen sähe das Volk als Werkzeuge und Sklaven der Presbyterien an, sie dagegen, die freien Presbgterianer, sähen es als Menschen und als freie Menschen an, die nicht wie Kinder zu behandelu, son= dern die ein Urtheil für sich selbst mit eigener Verantwortlichkeit zu fällen berechtigt jind; eine Beschränkung dieses Rechts durch die Presby= terieu widerspreche den Grundsäßen der Kirhe. Mau sieht, daß ein gut Theil demokratisher Elemente bei diesen Separatisten thätig ist, und man fann sich das Vorherrschen dieser Elemeute leiht er= flären, wenn man auf den Aft der General Versammlung von 1834 zurückgeht, der eiuer großen Anzahl neuer uudotirter und von den Gaben des Volis abhängiger Geistlichen dieselben Rechte und Privilegien quoad sacra einräunite, welche die im Besib der alten Pfründen sich befindenden Priester hatten, und in dem größten Theil der jebigen freien Presbyterianer jene Klasse der quoad sacra Geist- lichen erfenut. Ueber den Plan zur Festigung und Verbreitung der freien Kirche ließ sich Vr, Cunniugham noch weitläuftig aus. Es se! nöthig, daß Kirchen für 700 Congregatiouen errichtet, eine “Anstalt zur Bildung der Geistliheu gegründet, und für eine theolo- gische Bibliothef gesorgt würde. Die Versammlung endete mit einem Oankes-Botum für ihren Präsidenten, nachdem mehrere Resolutionen allgemeinen Juhalts, darunter die cines wesleyauischen Predigers, der seine Sympathie mit der freien Kirche ausdrücte, angenommen wareu

Belem

(Sestern is zum erstenmale die Eisenbahn des Vesdre Ein Convoi ging um 11 Uhr [5 Minuten von der Station des Guillemens ab und lief um halb l Uhr in die von Verviers ein. Eine Viertelstunde später trat der Convoi seine Rückfahrt an und traf gegen 2 Uhr wieder auf der Station von Lüttich ein. Es unterliegt nun keinem Zweifel mehr, daß die Eisenbahn von Lüttich bis Verviers am 17, Juli für die Circulation wird eröffnet werden fönnen.

Lüttich, 30. Juni. Thales befahren worden.

Schweden und Uorwegen.

Stockholm, 25. Juni. Der gestrige Tag (das St. Johan- nisfest) wurde überaus feierlih begangen. Um 12 Uhr wurde von don Batterieen auf Skeppsholm und von den auf dem Strome aufernden Kriegsschiffen Salut gegeben. Um 3 Uhr wurde dem Kö- nige die goldene Medaille überreiht, welche die Armee in Veranlas- sung des 25jährigen Jubiläums hat prägen lassen, und zwar durch cine Deputation, bestehend aus allen hier anwesenden Generalen, Admiralen, den Corps - Chefs, einem Offizier jeden Grades, einem Korporal und Gemeinen jedes Regiments. Der Kronprinz, von seinen vier Söhnen umgeben, führte die Deputation an und hielt eine An- rede, welche der König beantwortete (siehe Nr, 4 d. Ztg.). Die Medaille zeigt auf der einen Seite das mit der corona castrensÌs geschmückte Brustbild des Königs mit der Umschrift: Carolus XIV. Johannes. D. G. Rex Suecc. Norv. Goth. Vand. Pater castro- rum; auf der anderen, den König in römischer Kriegertracht, von Mars mit einem Lagerkranz und von Neptun mit einem corona navalis gefrönt. Die Umschrift lautet: Et virtus belli el sapientia pacis; in der Abschneidung: Exercitus Suec. terra marique d. V. Febr. MDCCCXLII Su der Umgebung des Lagers hatte sich Nachmittags wohl die halbe Einwohnerzahl der Haupkstadt eingefun- den, Um 6 Uhr stellten die Truppen si in drei Linien auf. Der König kam zu Pferde, gefolgt von einem glänzenden Generalstabe, dem Corps diplomalique und den hier anweseuden fremden Offizie=- ren. Nach der Juspection defílirten die Truppen, den Kronprinzen und die Prinzen Karl und Gustav an ihrer Spiße. Nach der Pa- rade gab der Rrouprinz ein glänzendes Bankett für 600 Personen. Der König, welcher beinahe 4 Stunden zu Pferde blieb, zeigte, un- geachtet seines hohen Alters, dieselbe Kraft und erhabene Würde, welche die Armee schon von früheren Zeiten so sehr bewunderte. Der Kronprinz mit der Prinzessin Eugenia sollen diesen Sommer einen längeren Aufenthalt in Deutschland beabsichtigen, Der Kron- prinz würde dan in ein Bad gehen und die Damen in München verweilen, wo die Herzogin von Braganza und Prinz Max von Leucdh- teuberg mittlerweile eintreffen werden. Í

Der Zustand der Reichsbank war am 1. Januar d. J, wie folgt: In Baarschaften (Silber und j

g L

Golt) Rihir. Beo. 11185944 2 Sorderlldelt. L. A » 31,906,105. 33. 5. Rthlr. Bco. 42,092,046. 36. 1.

gegen

3,029 155. 9/2

ck( h Rthlr, Bco, ; Depolittole. ») 5,029,371, 28. 6, E G 21,985,794. 4. 8, Küpital-Uebersdäisle- 2. » 8,447,725. 44. 9.

: Rthlr. Bco. 12,692,046. 36. 1. Die unsicheren Forderungen der Bark in dieser Summe nicht gerechnet, belaufen sie sich auf Rthlr. Bco. 10,458,696. 26, 8,

Dänemark.

&Wopenhagenu, 1. Juli. (Alt. Merk.) Die erste sichtbare Folge der Upsala - Reise i die Bildung eines \kandinavischen Vereins, der den Zweck hat, den sozialen und literarischen Verkebr unter den sfandinavisthen Völkern zu fördern. Als Zweck desselben werden im Faedrel angegeben: Fürsorge für Verbreitung \{hwedi- scher und norwegisher Bücher und Journale in Dänemark und däni- scher in den Brüder-Reichen, Unterstüßung wissenschaftlicher Unterneb- mungen, welche die Literatur aller drei Völker umfassen oder von Ein- fluß auf die Entwickelung aller drei werden können: selbstständige Unternehmungen der Art, namentlich Herausgabe von Swrif- ten, welhe die eigenthümlichen Verhältnisse der \fkandinavischen Lande aufklären, Fürsorge für einen festlichen Empfang von solhen Besuchen aus den Brüder=-Reichen, durch welche deren Völker als revräsentirt angesehen werden fönnen; Unterstüßung und weitere Entwickelung des mehr privaten Verkehrs und der Gastfreundschaft, Veranstaltung von Reisen von bier nah den anderen Reichen bei be- deutungêvollen Veranlassungen oder um gemeinschaftlihe Unterneb- mungen einzuleiten, welche zum Zweck haben, die weselseitige Stim- mung zu bestärken. Das vorgedachte Blatt theilt die vorläufig an- genommenen Statuten des Vereins mit und berichtet, daß derselbe Mitte d. M. eine neue General-Versammlung halten werde, ín welcher die Beamten desselben gewählt werden sollen.

Acgppten.

Alexandrien, 6. Juni. (A. Z.) Auf Befehl des Vice-Königs ist so eben der russische Zoll-Tarif bekannt gemacht worden, Setne die : E sishen Untertbanen, im Vergleiche zu anderen, gan E10 O