bisher geschorene Kopfhaar nah russischem und griehischem Brauche ist mit einem Monatsgehalte von 2000 Piastern
“afen. VED: N Pascha
q d . in Rusestans Di neues du C Pästigt,
Eisenbahnen.
Stuttgart, 31. März. Der Sw. M. meldet Folgendes: „Herr Major von Prittwiß in Ulm hat dem ihm gewordenen Auf- utahten über den bisherigen und künftigen württembergi- sden Eisenbahnbau auszuarbeiten, in sehr kurzer Zeit genügt und seine
rbeit bereits übergeben. So viel wir bis jeßt von seinen Ansichten sagen können, sind sie vollkommen für eine direkte Bahn von Sti gart nah Ulm und machen für den ferneren Bau sehr praktische
trag, ein
orshläge.“‘
Berlin-Potsdamer Eisenbahn. In der VVoche vom 4. bis incl. den 7. April c, sind auf der Berlin- Potsdamer Eisenbahn 6351 Personen gefahren.
Im Monat März 1845 fubren auf der Berlin - Potsdamer Eisen- bahn 22,174 Personen und betrug die Einnahme 10,399 Rthlr. 27 Sgr. A und au erlangen.
fo hat dieser sonst bereits beendigte Ver Die Warschauer kaufen sehr wenig; Moldauer und Walachen sind noch nit zahlreih angekommen, und über das Eintreffen der übrigen Käufer aus dem Osten herrsht Ungewißheit, :
3 Pf.
Handels- und Börsen - Nachrichten. Berlin, 8. April. Mit vollen Actien und besonders Berlin-Anhalter
und Stettiner ging es heute besserz dagegen waren die meisten Quittungs- begen flauer als gestern, Das Geschäst im Allgemeinen sehr beschränkt.
Marktpreise vom Getraide.
Berlin, den 7. April 1845.
Zu Lande: Weizen 1 Rihlr. 21 Sgr. 7 Pf., auch 1 Rihlr. 18 Sgr. 7 Pf.z Roggen 1 Rihlr. 7 Sgr. 6 Pf., auh 1 Rihlr, 6 Sgr.z große Gerste 4 Rthlr. 6 Sgr., auch 41 Rihlr. 4 Sgr. 10 Pf.; Hafer 26 Sgr. Pf.3 Linsen 2 Rthlr. 16 Sgr. 1 Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rihlr. 27S ‘n
5 Pf., auch 22 Sgr. 10
22 Sgr. 10 Pf. und 1 Rihlr, 18 Sgr, ; Roggen
1 Rihlr. 6 Sgr. 9 y Î Sonnabend, den 5. April 1845.
Das Schock Stroh 10 Rthlr., auch 8 Rihlr. 41 Rihlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr.
Berlin , 5. April.
seits waren aber au die Anerbietungen sparsam.
Wir \pezifiziren die Preise nah Qualität: für gelb. \{hles. 37 — 44 R rar Vel E poln. 40 — 43 Rthlr., sür weiß. poln. 42— 45 thir.
S Weißer alter \{hle\. Weizen 86pfd., glei
ald wieder, und es wurde
lich auf Lieferung als
82pfd, 29% Rt
aben und zu lassen.
Gerste, gr. Bruch -, zu 28 Rihlr. angetragen , kleine 24 Rihlr. zu
ro April 48þpfd, 175 thlr, zu machèn, auf 48 Rihlr. gehalten, 52 pfd, bei Aufgang des Wassers ‘abzuladen. is mit
notiren. 2 Hafer in loco 18—20 Rihlr, Auf Lieferung
Rihlr. gefordert, 174 Rihlr. geboten ; 50 pfd. 173;—%, 49 Riblr: geschlossen.
Futtererbsen genießen mehrseitig Frage, die aber wegen Mangel an Vorräthen unbefriedigt blieb; sür eine gute Mittelgattung Kocherbsen is
40 Rihlr. bewilligt. -Kocherbsen 38—42 e Jn Oelsaamen ruht das Geschäft, D
handen wären. Der Handel iín' Kleesaamen zeigte si
er.noch mehr vernachlässi 3 teinklee 63—7 Rihlr.
ournal, le Courrier de Con-
i ’ li it d der ein- heimiiden P Dep Ls R O Jan -Itepossen dex For
0 Pf 4 8 Sgr. 5 Pf.,
Der Centner Heu
Jn den verslossenen Tagen is es mit Weizen wiéder still gewörden und mit Ausnahme einzelner Verkäufe von geringer do. do, Bedeutung an das Konsumo nichts von Belang umgegangen.
bei wiéde1hergestellter iffahrt zu verladen, wird steif auf 44 Rthlr. gehalten.
oggen, ohnehin in schwachem Begehr, wurde noch überdies in den
ersten Tagen durch E Anmeldungen gedrückt, erholte sh aber nament-
L heute pro April 82 pfd.
29% Rihlr. bez., auf 29% Rihlr. gehalten, 84pfd. 30; Rihlr. ; pro Mai /Juni
blr, ez. u. Geld, 30 Rthlr. Briefz pro Juni /Juli ‘82 pfd.
31 Rihlr. bez., 314 a 5 Rihlr, Brief; pro Juli allcin 315 Rihlr. bez.
Seb Oft, 82pfd, 31 Rihlr, neuerdings bez., in loco 82/83psd, 295 Rihlr.
zu
e Meinung, ob die Rapps- ba e gelitten habe, wird noch vielfa getheilt, Die Mehrheit in unseren licten Provinzen ist der Ansicht, daß gerechte Besorgnisse noch nicht vor-
träg. Für feinen rothen wird 153—% Rthlr., m. 15- Rihlr., mittel 145 Rihlr. gefordert, aber nicht ugestanden, und 4 Rihlr. weniger durhshnittlich wird nur geboten; wei- t, f. 15—155 Rihlr, fm. 14—144 Rthlr., m. thlr, nominell, Thymothee 11;—12 Rihlr,
Bekanntmachungen.
[358] Subhastatiöns-Patent.
Das in der Brüthorstraße hierselb} gelegene, Vol. I. No. 607. fol. 624. des Hypothekenbuchs verzeichnete, dem Zimmermeister Friedrich: Wilhelm Wolf gehe ige Grundstück, welches zufolge der nebst dem Hypotheken- schein in der Registratur einzusehenden Taxe auf 9729 Thlr. 11 Ee 6 Pf. abgeschäyt worden, soll
am 24. Oktober c., Vormittags 10 Uhr, subhastirt werden.
Frankfurt a. O., den 22. März 1845,
(L. §.) Königl. preuß, Land- und Stadtgericht,
[357] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 19, März 1845.
Das iín der Pn etger Straße Nr. 81 belegene
Klingebeilshe Grundstück, gerichtlich abgeschäßt zu
42209 Thlr. 25 Sgr., soll
am 4, November 1845, Vormittags 11 Uhr,
an der Gerichtsstelle subhastirt werden. - Taxe und
Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen,
[1362] Bekanntmachung.
Das den Erben des verstorbenen Secretairs und Kal- kulators Schartow gehörige, allhier am Markt Nr. 5 belegene, in unserem Hypothekenbuche von der Stadt Vol, 1I. No. 129, verzeichnete, auf 6534 Thlr. 22 Sgr. abgeshäyte Grundstück nebst Zubehör soll im Wege der nothwendigen Subhastation verkauft werden, und ist hierzu ein Bietungstermin auf s i
den 27. Maí 1845, 9 Uhr, vor dem Stadtgerichtsrath Herrn Steinhausen im Stadt- geri, Lindenstraße Nr. 54, anberaumt. - Der Hypothekenschein, die Taxe und die besonderen Kaufbedingungen sind in unserer Registratur einzusehen. Potsdam, den 28. Oktober 1844, -
Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz.
Bekanntmachun
312 5 ; j Die unserer Kämmerei gehörige, am bie gen Kra-
Fauer Thore belegene, sogenannte Krakauer Mahlmühle von 5 Gängen soll von Trinitatis 1845 ab auf zwölf
510
| llen Noti , blieb ab b E e rio Lk Dia Lt a S
nur preishalten Rihlr, bez.; Jun Oktober /November 115 Rihlr. Rie: in loco und. auf Lieferúng.
}
vergebens geboten. N Das Ÿ
Kälte von 2— 4° R.
Leipzig, 5. April. tutt-
is jeyt etwas diese haben so wen
Leder eingetroffen is , noch nicht begonnen.
11 Rthlr. Br. u. bez., 107 Rihlr. G.z
i/ Zau 117 Rihlr. Br., 11 ust /September fehlen A er /Oftober 115 Réthlr. Br. u. bez. ; r,, 41% Rihlr. G. Leinöl 113 a 5 Móhn öl 135 Rihlr. Hanföl 12% Palmöl 103; Rthlr. Südsecthran 9; Rihlr.
4115 Réthlr. Br. , 11% Rihlr. G.; Au a 4 Rihlr. wäre zu bedingen; Septem
eiter in dieser Woche war meist ausnehmend {chöón, mitunter am Tage auch hübsch warm und erquickend,
noch immer der Winter, denn kaum hat si i stellt sih Frost ein, und besonders erhält sh während der Nacht noch cine
, (Leipz, Allg, Ztg.) e unsere gegenwärtige Jubilate-Messe, in Folge der vorjährigen Ueber- s{wemmungen, des langen und ‘harten Winters und der noch statifindenden Wassersnoth, beginnen leider in Erfüllung zu gehen, Mes sind die Klagen über die deutshe Kundschaft, welche id eitherigen See Geschäftsgang beschwert. Ucber keinen Artikel ist daher rfreulihes zu melden, und selbst Tuche leiden unter der allgemcinen Debosagnit, Es sind nicht viel Käufer dafür gegenwärtig, und g Bedürfnisse, daß, ungeachtet des kaum die Hälfte einer ewöhnlihen Zufuhr betragenden Vorraths, sie doch Verlust bringende Preise Da wegen gehemmter U nes Fein e
Berliner Den 8. April 1845.
6% Neapl. 102. uni 141 ; Zu Br., 11
thlr. G,; aber U
Paris, 3. April. 6% Rente fn cour. 117. 80. ien, 3 Sh er Met. ia 4% 1025. 3% 78. 1eCn e . .
1643. Anl. e 1834 utt
Mail. 1317. Livorn. 1264.
J% Rente 6 Pas. 75 A
98,
0
p E ———
de 1839 1323. Nordb. 192%. Glogn, \ ; Inhalt
ommen.
Bei allcdem aber neckt uns die Sonne abgewendet, so
Für den Verein für nothleidende Deutsche in Pari sind ai Me Pi ge Bn I T Ungenanns,
; fa) : i r, { mit der er A. M.: „Wer schnell giebt, giebt doppelt“, «; SPUI S. wo M im. logo 135 He, 3 pro Zuni: 24 Rihlr, hund ert Thaler zur Weiterbeförderung an ihre Bestimmung Cu der Ursachen des Nothstandes, — P
Berlin, den 8. April 1845.
L s-Angelegenheiten. Provinz Preußen. (40se Sizung. di des Comité für den Chausseebau. — Kirhliche Verbältni e Ecmlandes. — (41ste Sizung.) Wahl der Kommission zur Untersuchung
rovinz Sachsen. (Sipung vom 44, März.) Die Taubstummen - und Blinden - Anstalten. — Provinz Vestphalen. (l6te Sizung.) Jrren - Anstalt zu Marsberg. — (17te
Die Redaction der Allg. Preuß. Ztg, Sipung.) Landarmenhaus zu Beuninghausen.
Die Befürchtung für
eben so’ sehr über ihren
Vorstellung. r diesmal s g
Börse.
2 actes, par en 1 acte,
Pr. Cour.
Fonds. Brief. | Geld.
Actien.
Pr. Cour. Brief. | Geld. | Gem.
ZE
St. Schuld-Sch. Prämien - Scheine d. Seeh. à S0 T. Kur- u. Neumärk. Sehuldrverscher. |€ Berliner Stadt- Obligationen Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossb. Pos. do.
1005 | 995
f, au 1 Riblr, 944
&W vo\-
Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do.
nderer-
Se |
Gold al marco. Friedtichsd'’or. And.Gldm. à 5 Th. Disconto.
Brl.Potsd.Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lpz. Eisenb. de. do. Prior, Obl. Brl, Anb. Eisenb. do. do. Prior.Obl. Düss.Elb. Eisenb. do. do. Prior.Obl. Rhein. Eisenb. do. do. Prier.Obl. da.v.Staat garant. rl.Frankf. Eisnb. do. do. Prior.Obl. Ob.-Schles. Eienb. do.Lt.B. v.eingez. -St:B.Lt. A. u.B. agd.-Halbst.Eb. Br.-Schw.-Frb.E- do. doe. Prior.Obl. oun-Kölner Esb.
17 halb 7 Uhr. 1841
1832
1075 wos pa 161
124 — 116% | 115% 1315 110
aanaa| [ar oaLe aan aan
1374
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
Brief. | Geld.
Petersburg
Amsterdam, 4. April. 65% Span. 245- . 3% do. 42. Sch. —. Pol. 874. Oesterr. —.
Zis 300 Fr. u T (25 E E E: 150 Fl.
Leipzig 1n Courant im“ TÁ Thl, Fuss. 100 Thlr.
Frankfurt a. M. südd. W.......... 100 Fl. 100 SRbI.
Auswärtige Börsen. Niederl. wirkl. Sch. 64}. Pass. T. 4% Russ. Hope 934. Antwerpen, 3. April. Zins, —. Neue Anl. 243,
140% | — 2 Me. 1405 | — Kurz 150% 150 2 Me, 1495 | 1493 3 Mt, 6 25 | — 2 Mé, 80 | — 3 Me. 104% | 104 2 M 1022 | 1013 2 Me. 995 ‘ 8 Tage —_
2 Mi _—
2 Mit. 56 24 3 Woch. —
Numerirte
6% do. —.
Ausg. —. Zinsl. S. Preuss. Pr.
Allgemeiner Anzeiger.
Jahre anderweit verzeitpachtet werden, und haben wir zur Entgegennahme desfallsiger Gebote einen Termin auf den 24, April d. J., Vormittags 10 Uhr, zu_ Rathhause vor dem Stadtrath Syndikus Spitta angeseyt, zu welhem wir Pachtlustige mit dem Bemer- ken hierdurch einladen, daß die speziellen Verpachtungs- Bedingungen täglich in unserer Registratur einzusehen, auch abschriftlich gegen Zahlung der Kopialien von un-
serem Regístrator Angerstein zu erhalten sind. Mitbietende wollen sich mit einer sofort zu bestellen-
den Caution von 500 Thlr. versehen , und werden be-
sonders Auswärtige darauf aufmerksam gemacht, den
obigen Termin nicht mit dem unter dem 17. Februar c.
bekannt gemachten Termin am 12, April c., die Ver-
erbpahtung der Burgmühle betreffend, zu verwechseln. Brandenburg, den 20. März 1845, -
Ober - Bürgermeister , Bürgermeister und Rath hiesiger Kur- und Haupistadt, 9 diess
[297 b]
Bekanntmachung.
Berlin-Stettiner Eisenbahn. = Sommer- Fahrplan Som 15. April c. ab
täglich. A. Personen- Züge. 9s » Steitin rg, 6 Uh 15» Y 4 ) 15 » Ankunst in Stettin » 410 » 15 » » 8» 221» » » Berlin » 410 » 21 » » 8» W» Vom 1. Mai cr. ab wird noch ein Zwischen - Zug von Angermünde nah Berlin eingelegt, Abfahrt von Angermünde Morg. 5 Uhr — Min, » » Berlin Nahm. 7 » — » Ankunft in Berlin Morg. 7 » 27 » » » Angermünde Abends 9 » 26 » i L Je Arie ügen Q Derfones. a8 der Ih . Wagen u n un - Güter befördert, E N 1 M E
B. Güter - Züge. Abfahrt von Berlin Morg. 9 Uhr — Min, » » Stettin » S4 Ankunft in Stettin Nahm. 2 » 10 » » » Berlin » 2 » :30 »
Mit den Güter - Zügen werden Personen in der Il, und 111, Wagenllasse, Frachtgüter, quipagen und Vieh befördert.
Des Montags und an dem 2en Feiertage und dem darauf folgenden Dienstag fallen die Güter-Züge aus.
C. Extra-Güterzug.
Abfahrt von Angermünde Mittags 12 Uhr 15 Min. Ankunft in Berlin Nahm. 3 » 10 »
Der Extra - Zug wird nur nah Bedürfniß expedirt, Personen werden mit demselben nicht befördert.
Die näheren Bestimmungen ergeben die besonders ausgegebenen speziellen Fahr- pläne. Stettin, den 4, April 1845.
Das Direktorium. Wisltte, Kutscher. Schlutow.
[301 b] j Neisse- Brieger Eisenbahn T Nachdem die Einzah- ¿ E lungen auf die Quit- | M tungsbogen unserer Ei- E j E senbahn mit 20 % seit dem 15. März ai, pr. zinsbar angelegt sind, wollen wir die seitdem
ewonnenen Zin- en à 4 % mit
vierundzwanzig Silbergroschen
per Quíttungsbogen auszahlen. Wir fordern unsere Actionaire auf, diese Zinsen
vom 21. bis 26. April d. J.,
von Morgens 8 bis Mittags 1 Uhr ín der Central-Kasse der Ober - Schlesischen Eisenbahn
e
Mittwoch, 9. April. Jm Schauspielhause. 66ste Abonnem, Vorstellung: Der zerbrochene Krug, Lustspiel in 1 Akt, von H, Kleist. Hierauf: Der Encyklopädist, Posse in 2 Akten, von Frühy
Jn Potsdam: Der ; 3 Abth. Musik von A. Adam. (Dlle. Sophie Löwe: MagdalaMhaf Zu dieser Vorstellung bleiben die zu der für Dienstag ange gewesenen Vorstellung -bereits verkauften Billets gültig.
S eunersag ; 10. April. eu
in 1 Akt, von Treitschke. Musik von Weigl. Hierauf: Robert Bertraud. Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Opernhaus-Billets zu den gew lichen Preisen verkauft. : rtsaale : A r. Bayard. 2) L’ours et le pacha, folie-vaudey par Scribe. 1
Im Konze
Freitag, 11. April. ; [ t Vorstellung: Der schwarze Domino, komische Oper in 3 Abth, 1 Scribe. Musik von Auber.
Herr Hoguet-Vestris, erster Tänzer der großen Oper zu Yu s wird am Schlusse der Vorstellung mit Mad. Brue ein Pas de deux ing 159 Zu ter Vorstellung werden Opernhaus-Billets zu den erh Preisen verkauft. : Billet-Meldungen nimmt Mittwoch, den 9ten d., von 10 bis 11h der Königl, Haus - Polizei - Jnspektor Herr Tack im Opernhause e ie sofort angewiesenen Billets können soglei oder si ens bis Donnerstag, den 10ten d., Mittags 12 Uhr, in Empfang gen men werden, nah welcher Zeit über die derartig reservirten Y anderweit disponirt wird. |
Königsstädtisches Theater.
Mittwoch, 9. April. Zum erstenmale wiederholt: Der W umsegler wider Willen, abenteuerlihe Posse mit Gesang in 48 dern, frei bearbeitet nah dem Französishen des Théaulon Decourcy, von Räder. 1 mehrere! h von n a Beg N Räder, Königl. sächsischer Hof-Schauspitt
urzel, als Gastrolle. ; D Derietas 40, April, Der Weltumsegler wider Willen. (61
Räder : Purzel, als Gastrolle.)
Oeffentliche Aufführungen.
Das Nehrlichshe Gesang-Konservatorium wird am 11. April, Abi von 7 bis 9 Uhr, zum. Besten der Verunglücten in Ost- und Westpre im Saale der Sing-Akademie ein Vokal- und Justrumental-Konzert gi dessen Programm aus folgenden 9 Nummern besteht: 4) B-dur-Messe Haydn, 2) Ave Mariá von Reissiger, 3) o domine von Hammersg 4 — 6) die Ouvertüre ; die ersten f : i sonda, 7—8) zwei Arien aus dem Figaro, und 9) Chöre und S der Schöpfung von Haydn.
Mittwoch, 23. April, Abends 65 Uhr: F i des verewigten Fürsten A. Radziwill. Aufgeführt von der Sing-Al Der Ertrag is den Nothleidenden in Ost- und Westpreußen best
Gigpläye à 1 Réthlr. sind beim Hauswart Herrn Riey zu ha
Verantwortlicher Redacteur Dr. F. W. Zinkeisen. - Gedruckt in der De cker schen Geheimen Ober - Hofbuchdrudet
Landtags - Angelegenheiten,
Provinz Preußen. Danzig, 22. März. (Vierzigste Plenar - Sihung.) Der Landtag genehmigt - die Wahl des Justizraths und Land= (6-Syndikus von Queiß zum Mitgliede des Ausschusses für die
Frrihtung eines Standbildes Sr. Majestät des hochseligen Königs
d ermächtigt den Ausschuß, |ch durch Wahl zu ergänzen, falls wie-
er ein oder mehrere seiner Mitglieder ausscheiden sollten,
9) Der Landtag schreitet zur Wahl der Mitglieder des nah dem erathenen Geseß=- Entwurfe über den Chausseebau zu bildenden Co- 6s, Falls, wie es der ursprüngliche Entwurf besagt, nur 8 Mit- lieder zu der Kommission ernannt werden sollten, werden folgende lhgeorduete erwählt: ‘ ;
Zu Kommissarien: 4. Für den Regierungs - Bezirk Königsberg herr vou Strachowski - Elditten und Herr Sperling aus Königs= 2, Für den Reg. Bez. Gumbinnen Herr von Sauen =- Ju- 43ste AbonnenqMicnfelde und Herr Bork aus Medewald. 3, Für den Reg. Bez. anzig Herr von Platen - Kamlau und Herr Höne aus Danzig. , Für den Reg. Bez. Marienwerder Herr von Auerswald =- Plauthen nd Herr Riebold zu Kanibken.
Zu Stellvertretern: 1. Für den Regierungs - Bezirk Königsberg herr Jachmann - Trutenau und Herr Born a. Krapen. 2, Für jen Reg. Bez+ Gumbinnen Herr von Kannewurf = Baitkowen und herr Schlenther a. Jnsterburg. 3. Für den Reg. Bez. Danzig Herr Îlindow - Podles} und Herr Minkley a. Eichwalde. 4, Für den Reg: Bez, Mdkienwerder Herr von Prondezinsly auf Gohßkau nnd exr Timm zu Blankenwitt.
Für den Fall, daß Se, Majestät 12 Mitglieder zu ernennen ge- ehmigen sollte, werden erwählt :
u Kommissarien: 1. Für den Reg. Bez. Königsberg Herr von trahowski, Herr Sperling und Herr Born. 2, Für den Reg. Bez. dumbinnen Herr von Sauken = Julienfelde, Herr Schlenther und berr Bork, - 3, Für den Reg. Dep Danzig Herr von Platen, Herr jóue und Herr Minkley. 4, Für den Reg. Bez. Marienwerder Herr dit D Pert i ms Hes E it aaa A | h d u Stellvertretern: 1. Für den Reg. Bez. Königsberg Herr Jach- Musik von mehreren Komponisten, aru in, Herr Bittrih und Herr Prziborowski. 2, Für U Reg. Bez. Jumbinnen - Herr Kannewurf, Herr Wächter und Herr Schumann, , Für den Reg. Bez. Danzig Herr Blindow, Herr Schmidt und berr Collins. 4, Für den Reg. Bez. Marienwerder Herr von Prondezinsky, Herr Schelske und Herr Timm. :
3) Ein Schreiben des Herrn Landtags - Kommissarius an den pin Landtags - Marschall vom 15. Juni 1843, betrifft die Ver= ilnisse der Kirchenbauten in Ermland. .
Es sind bei dem achten Provinzial-Landtage mehrere Petitionen
gegangen, welche die vielfachen Uebelstände der gegenwärtigen kirh=
hen Verhältnisse des Ermlandes hervorheben. Jn Folge derselben
(e der Landtag darauf angetragen, durh eine gemischte Kommission
(n ständischen Mitgliedern und Staats - Beamten die Bauverpflich=
1g bei den firhlihen Gebäuden im Ermlande feststellen und prüfen
lassen. Man hat Anstand genommen , die beantragte Kommission | bilden, da die zur Sprache gebrachten Verhältnisse sich ganz den
Veseßen gemäß gebildet haben, ein abnormer Zustand aber keineswe-
s in den Petitionen bezeihnet worden ist, Demgemäß bleibt die
jeitere Beschlußnahme über die betreffenden Gegenstände dem Land- age vorbehalten. :
Die Petitionen waren auf folgende vier Punkte gerichtet :
1) Die Bauverpflichtungen sollen gleihmäßig auf den Grundbesiß ohne Rücksicht auf die Konfession des Besißers vertheilt wer= den, damit der Wechsel in den Konfessions - Verhältnissen der Besißer niht nachtheilig auf die Baulichkeiten der katholischen firhlihen Gebäude einwirke.
2) Zur besseren Verwaltung des Kirchen - Vermögens sollen die Vorsteher künftig durch die Gemeinde erwählt werden,
3) Zur zweckmäßigen Ausführung der Bauten soll die Beaufsichti= gung derselben durch einen Königlichen Bau-Beamten erfolgen.
H Zur Erhaltung der evangelischen Kirchen im Ermlande soll bei ihrer Gründung ein Bau-Fonds errichtet werden,
Hierzu wurde in der Versammlung bemerkt :
Die firhlihen Bauten bei den fatholishen Kirchen des Erm- ndes leiden mchr oder weniger an zwei sehr erheblichen Uebelständen. jn sehr vielen Kirhspielen sind die Besißer großer Güter egenwärtig jdedorige der evangelischen Konfessionz da die Bauverpflichtung als \arohiallast nah dem Gesehe eine persönliche ist, so dürfen sie zu en firhlihen Bauten nichts beitragen, die Lasten der katholischen finsassen des Kirchspiels werden dadurch schr vermehrt. Das Pa- \onat steht în den meisten Kirhen dem Bischof und dem Domkapitel 01 Ermlaud zu, wenige Kirchen stehen unter Privat-Patronen, und îne ist Königlichen Patronats. Nah dem im Ermlande geltenden Ÿt trägt der Patron zu kirhlihen Bauten nur nah Verhältniß it Grundstücke bei, welhe er in der Parochie besißt. Da weder t Bischof, noch das Kapitel außer sehr unbedeutenden Grundstüen büter besißen, so müssen zu den firhlichen Bauten in Königlichen fern die Gemeinden alle Kosten tragen, während in den nahege- cgenen Königlichen Dörfern des evangelischen Theils der Provinz Vtlus als Patron Holz, Steine, Ziegel und Kalk hergiebt. Dieses ihverhältniß ist in der leßten Zeit noch greller hervorgetreten. Vor 299 b t Decupation war der Bischof, also gewissermaßen die Kirche, Lan- A: F é ¿ „1er terr; wenn größere kirchliche Bauten ausgesührt werden mußten,
Ferdinand Friedrich, S 4üle "Wide ein förmlicher Erlaß, auch ein Zuschuß, mitunter der ganze pin's, beehrt sich anzuzeigen, daß er am Donk ‘ irag der baaren Kosten, vom Bischof bewilligt. Diese Verhältnisse den 10, April, im Saal des Hotel de Russie ei nun aufgehört, Das Ermland hat nah der Occupation die Konzert veranstalten wird. Billets à 1 Thi gaben an den Staat übernehmen müssen. Die kirchlichen Lasten ín der Schlesingershen Buch- nund M N niht gemindert , sie sind vielmehr bedeutender géworden, theils Ua Dee E E «eut Wh Dote it U Fe Bauten überhaupt kostspieliger geworden sind, theils weil
i Herrn Krigar, a a irhenvermögen allmälig aufgewendet ist. Hätte die preußische haben, y E eêherrshaft bei der Occupation des Ermlandes das Patronat : inge übernommen, so hätte sie nicht umhinkönnen, auch rüd- [289 b] Nt fell, der firchlichen Bauten die neuen Unterthanen den alten gleih- Unser Comtoir ist jeyt: Unter den Linden? aj eit, so [wie es rücksihtlich der Abgaben geshah. Dadurch aber,
: , Nathan & ie em Faudof und dem Domkapitel das Patronat verblieb, sind
v, tholishen Einsassen des Ermlandes so sehr viel ungünstiger ge-
n ( als ihre evangelishen Nachbaren. Diese Lasten werden aber
i fals dener , wo Evangelische größere Güter, welhe früher
Beil} liken oder der Landesherrschaft gehörten, angekauft haben und
Königliche Schauspiele. ostillon von Lonjumeau, komische Ope F)
m Opernhause. 42ste Abonnem
einstudirt: Adrian van Ostade , komische Oper
41) Le démon de la nuit, vaudeville y
Im Opernhause. (Dlle. Sophie Löwe: Angela.)
ünf Chöre und ein Duett aus d}
aust, nach der Comp
hierselbst zu erheben, mit dem Bemerken, daß bi chehene Zinsen - Erhebung auf jeden Quittungsh durch einen Stempel vermerkt werden wird.
Breslau; den 4, April 1845. Die Direction.
[300 b] a Eingetretener Hindernisse wegen kann die (5 lihe Musik-Aufführung in der D o m-sil heute, Mittwoch den 9. April, nicht stattfinden, nunmehrige Tag dieser Musik- Aufführ! wird durch die Zeitungen bekannt gemacht werde,
298 b :
b h E. Prudent beehrt sich ant gen, dass er am Donnerstag, den 17. April, Saal der Sing-Akademie sein S5tes Konzert" stalten wird. Numerirte Billets à 2 Thlr., die 2 ren Sitzplätze à 1 Thlr, sind im Hôtel de Rusal6 der löbi, Schlesingerschen Buch- u. Musikhan 34 Linden, und in der Sing-Akademie zu ha
Beilage zur
511
die Baulast der Vorbesißer von den katholischen Eingepfarrten getrà- gen werden muß. i
Der Landtag kann die Erheblihkeit dieser Mißverhältnisse nicht verkennen, trägt jedoh Bedenken, eine Bitte deshalb an Se. Maje- stät zu rihten, da ein rehtliher Anspruch den Einsassen der König- lihen Dörfer des Ermlandes in dieser Hinsicht nicht zur Seite steht. Eben so wenig kaun der Landtag dem Vorschlage beipflichten, daß auch das Gesinde, die Eigenkäthner, Handwerker u. \. w. Behufs An- sammlung eines Bau-Fonds oder Deckung der Ausfälle zum Personal= Dezem herangezogen würden, indem es bedenklih bleibt, diese bisher von derartiger Abgabe befreite Klasse von Einwohnern in dieser Weise zu A L g j
ie Instruction für die westpreußishe Regierung vom 21. Sey= tember 1773 §. 4 Nr. 12, welche das Fundamental-Geseß der vin ßischen Einrichtungen im Ermlande bildet, verordnet, wie ferner an- geführt wurde, daß die Verwaltung des katholischen Kirchen-Vermögens durch zwei dazu vom Patron zu bestellende Kirchenväter oder Vor- steher mit Zuziehung des Pfarrers geführt, die Rechnung dem Patron vorgelegt und dabei au regulirt werden soll, Das dem Patron auch nah dem Alg, Landrechte zustehende Recht, die Kirchen-Vorsteher zu ernennen, demselben zu entziehen, dazu liegt keine Veranlassung vor, weshalb der Landtag über diesen Punkt hinwegzugehen beschließt ; eben so darüber, daß die Königlichen Baubeamten verpflichtet werden sollen, die Bauten bei Kirchen niht Königlichen Patronats unentgelt= lich zu beaufsihtigen. Es fann dies denselben in keinem Falle zuge- muthet werden. Eben so erscheint es als ein Eingriff in die Rechte der Kirchengemeinden, wollte man dieselben zwingen, Königliche Bau- beamte gegen eine zu zahlende Remuneration zuzuziehen.
Des Königs Majestät endlich haben mit großer Breigebigfeit eine niht unbedeutende Anzahl evangelischer Kirchen im Ermlande beinahe auf ‘alleinige Kosten des Staats erbaut. Auch waltet wohl fein Zweifel ob, daß Fiskus bei vorkommenden Reparaturen im Falle des Unvermögens der Gemeinden mit den erforderlihen Un- terstüßungen zutreten wird, Dagegen erscheint es unbillig, wollte man dem Fiskus die Pflicht auferlegen, bei dem Bau einer evan- gelishen Kirche auch einen Fonds zur Bestreitung der etwanigen Reparaturkosten zu gründen und somit diese Last au für den Fall zu übernehmen, daß die Gemeinden hinreichend vermögend sind, diese Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten, daher is auch diesem An- trage keine weitere Folge zu geben.
H Es wird von einem Antragsteller gewünscht, der Landtag möge dahin wirken, daß die Staats-Beamten, welche einen eximirten Gerichtsstand haben, au zu den Kosten der Unterhaltung kirchlicher Gebäude herangezogen werden dürfen, und daß diejenigen, welche Grundstücke in der Stadt und auf dem Lande besißen, die Kommu- nallasten nur an einem Orte tragen dürfen.
Was den ersten Punkt anbetrifft, so ist die Aufhebung des exi= mirten Gerichtsstandes bereits vielfah in Berathung gezogen. So lange derselbe besteht, können, den geseßlichen Bestimmungen gemäß, diejenigen, welhe niht dem Parochialzwange unterworfen sind, auch nicht zu den Baulasten herangezogen werden. Der Landtag beschließt daher, über diesen Antrag hinwegzugehen.
Rüksichtlih der zweiten Beschwerde kann nicht in Abrede gestellt werden, daß die bemerkten Uebelstände zuweilen vorkommen. Es steht der Kommune frei, zu bestimmen, nah welhem Maßstabe sie die Kommunal - Abgaben erheben will. Wenn nun eine Kommune die Steuer nah dem Einkommen erhebt, so muß jeder Einwohner nach allen seinen Einnahmen herangezogen werden. Besißt Jemand an einem anderen Orte Grundstücke, von welchen die qu. Abgabe nah dem Grundsaße erhoben wird, so muß er au an diesem Orte nah Maßgabe seines dortigen Grundbesißes beitragen. Wollte man hierin eine Aenderung vornehmen, so müßten die Kommunen in dem ihnen Maa Rechte, die Art der Besteuerung zu bestimmen, beschränkt werden.
In der 41sten Plenar-Sißung kamen folgende Gegenstände zur Berathung :
1) Ein Antrag, daß die Chausseegeld=Hebestellen mindestens eine
Meile von den Städten entfernt errihtet werden sollen, wird an die
Chausseebau-Kommission zur weiteren Erörterung überwiesen.
2) Mittelst Allerhöchster Kabinets-Ordre vom 14ten d. M. ha- ben des Königs Majestät zu- genehmigen geruht, daß unter Vorsiß des Ober-Präsidenten der Provinz eine aus Beamten und ständischen De- putirten zusammengeseßte Kommission mit Untersuchung der Ursachen der öfter wiederkehrenden Noth und der zur Vorbeugung derselben geeigneten Mittel beauftragt werde. Nachdem der Landtag durch voll= gültigen Beschluß sich dahin geeinigt hatte, daß die ständischen zu wählenden Mitglieder der Kommission aus verschiedenen Theilen der Provinz zu wählen seien; daß man nah Juhalt der Denkschrift vom 28. Februar c. und der Allerhöchsten Kabinets-Ordre vom 14ten d. M. nicht auf die Mitglieder des Landtages beschränkt sei, und daß, in Betracht, daß es sih hier in keiner Weise um Standes = Jnteressen handelt, die persönlihe Befähigung der Kommissions-Mitglieder allein maßgebend sein dürse, wenn der Zweck erreiht werden solle, man auch die verhältnißmäßige Berücksichtigung der einzelnen Stände nicht in lie ziehen dürfez werden aus den Ständen und der Provinz
ewählt :
9 1, Der Rittergutsbesißer von Lavergne-Peguilhen auf Kunzkeim ; 2. der Rittergutsbesißer von Auerswald auf Plauthenz 3. der Guts= besißer Arnold auf Hochstrießz 4. der Rittergutsbesißer Baron von Sanden auf Tussainenz 5. der Fabrikant G. W. Härtel zu Elbing z 6. der Kaufmann Ludwig Funke zu Königsberg; 7. der Ritterguts= besißer von Hennig auf Dembowalonka ; 8. der Rittergutsbesißer von Platen auf Kamlau; und zu Stellvertretern: 1. der Gutsbesiger Geismer auf Terranowa; 2. der Rittergutsbesißer von Sauken guf Julienfeldez 3. der Rittergutsbesißer Siegfried auf Carben; 4. der Fabrikbesißer Grunau zu Elbing; 5. der Rittergutsbesißer Pfeiffer auf Pomedien; 6. der Rittergutsbesißber Baron von Hoverbeck auf Nickelsdorf; 7. der Rittergutsbesißer Graf zu Dohna - Wesselohofen ; 8, der Gutsbesißer Riebold auf Kanihßken.
Provinz Sachfen.
Merseburg, 14. März. Jn der heutigen 27sten Plenar- Sihung wurde ein ausführlicher Vortrag über die Taubstummen- und Blinden - Anstalten und die zu deren Erhaltung Seitens der Provinz zu bewilligenden Unterstüßungen gehalten.
Nach dem Allerhöchsten Landtags - Abschiede vom 30. Dezember 1843 haben nämlih des Königs Majestät Bedenken getragen, den ehrfurhtsvollen Antrag des 7ten sächsischen Provinzial - Landtags auf Verschmelzung der in der Provinz Sachsen bisher befindlichen vier öffentlichen Taubstummen-Schulen in zwei dergleichen Anstalten sofort zu genehmigen, und anzuordnen geruht: :
daß sogleih beim Beginn des nächsten Provinzial - Landtags eine Kommission aus dessen Mitte erwählt werde, welche in Gemein=- schast mit dazu zu ernennenden Regierungs-Kommissarien wo mög- lih noch während der Dauer der Versammlung die gegenwärtige
.
Allgemeinen Preußischen Zeitung.
_ fenden Anstalten diese
Mittwoch den 9!" April.
Einrichtung der Taubstummen-Sqculen und deren Leistungen an Ort und Stelle prüfe und dabei überall das Verhältniß des Zweds zu den Mitteln unter Berücksichtigung der von den Königl. Behörden hervorgehobenen Momente genau ins Auge fasse, worauf Aller höchstdieselben, nachdem die Stände zuvor das Ergebniß in nähere Prüfung und Berathung gezogen haben würden, ihren weiteren M entge A Ds es Königs Majestät haben ferner in diesem Landtags-Absciede Allerhöchstdero Wohlgefallen darüber zu anae ge boa Dae die Stände sich geneigt gezeigt haben, das Bestehen der für die Provinz so nüßlichen Privat -Blindenanstalt des Kandidaten Krause dur Bewilligung angemessener Zuschüsse von Seiten der Provinz zu sichern, ihnen jedo dabei eröffnet, daß sonach dieser Zweck durch die bei den Taubstummen - Anstalten zu machenden Ersparnisse nicht zu erzielen sein werde.
Eingedenk der Allerhöchsten Anordnung, und noch besonders dazu veranlaßt durh ein Schreiben des Herrn Landtags-Kommissarius, hat der Landtag in einer seiner ersten Plenar - Sißungen s\ich mit dieser Angelegenheit beshäftigt und sich die Frage gestellt :
ob es nothwendig oder do angemessen sei, die sämmtlichen Königl. Taubstummen - Anstalten in der Provinz an Ort und Stelle durch die zu ernennenden Kommissarien besichtigen zu lassen, oder ob es nicht genügen dürfte, diese Besichtigung auf die zunächst gelegene Königl, Taubstummen- Anstalt zu Weißenfels zu beschränken. Der Landtag hat \ih hierauf einstimmig für das Lebtere ent- scheiden zu müssen geglaubt, da sonst die betreffenden Mitglieder der Kommission zu lange den Verhandlungen des Landtags entzogen wer-
den würden und ein richtiges Urtheil iîn der Sache gewiß auch schon
dann abgegeben werden könne, wenn auch nur eine dergleichen Anstalt
“in Augenschein genommen würde, indem die innere Einrichtung beé
allen 4 Anstalten ziemlih gleih sein dürftez er hat es jedo für zweckmäßig gehalten, au die Privat - Taubstummen - Anstalt in der benahbarten Stadt Halle besichtigen zu lassen, um die innere Ein=« rihtung und die Leistungen derselben mit denen der Taubstummen=- Anstalt zu Weißenfels vergleichen zu können.
_ Nahdem nun die aus der Mitte des Landtags erwählte Kom=- mission und der vorbereitende Aus\huß über die erfolgte Besichtigung der Königl. Taubstummen - Anstalt zu Weißenfels und der Privat- Taubstummen-Anstalt zu Halle und die dabei gemachten Wahrnehmun- gen und gewonnenen Ueberzeugungen in einem ausführlichen Gutah- ten Bericht erstattet und verschiedene Vorschläge gemacht hatten, zog die heutige Plenar-Versammlung die Angelegenheit der Taubstummen-= Anstalten, so wie der von dem Kandidaten Krause begründeten Privat- Bliudenanstalt zu Halle, welche die Kommissarien ebenfalls mit besichtigt haben, nochmals in sorgfältige Erwägung und Berathung, wovon das Resultat Folgendes war :
Bekanntlich sind die mit den Seminarien verbundenen 4 Königl.
Taubstummen-Anstalten hauptsächlich zu dem Zweck errichtet worden,
um die Seminaristen zu Taubstummenlehrern auszubilden, damit sie
demnächst, wenn sie als Volksschullehrer angestellt sind, den Unter=- nR der vorhandenen Taubstummen in den Kommunen übernehmen önnen.
Die Bildung dér Seminaristen zum Taubstummen - Unterricht fann aber, eben so wie die Bildung der Lehrer für niedere und höhere Schulen im Allgemeinen, nah dem Erachten des Landtags N t den einzelnen Provinzen, sondern nur dem ganzen Staate ob- iegen.
Ueberdies scheint der gedachte beabsichtigte Zweck entweder gar niht oder doch nicht in dem gehofften Umfange erreiht worden zu sein, da die Lehrer, wenn sie niht in fortwährender Uebung blei=- ben, die shwierige Taubstummen-Unterrihts-Methode leiht wieder verlernen und vergessen, die meisten Lehrer aber schon so sehr be- schäftigt sind, daß sie niht so viel Zeit und Muße übrig haben, um die in ihrem Orte befindlichen Taubstummen besonders zu unter- rihten, was bekfanntlih sehr viel Mühe und Zeitaufwand erfordert, und da sehr viele Volkschullehrer in Privat - Seminarien, mit wel- chen feine Taubstummen-Anstalten verbunden sind, gebildet werden.
Jedenfalls werden die Taubstummen in den Anstalten in weni- gen Monaten weiter gebraht werden, als in ihrer Heimat dur den Unterricht der Schullehrer in eben so viel Jahren.
&ür den Unterricht, dle Pflege und Erziehung der Taubstum- men zu sorgen, is allerdings zunächst Sache der Angehörigen, Kommunen und resp. Kreise; indessen können sie einen zweckmäßi- gen Unterricht und Ausbildung nur in besonders dazu eingerich- teten Anstalten erhalten und nur in solhen so weit gebraht wer- den, daß sie sih demnächst ihren Lebensunterhalt ganz oder doch theilweise selbst zu erwerben im Stande sind und den Dominien und Gemeinden nicht mehr oder weniger zur Last fallen.
Es is daher dringend nothwendig und wünschenswerth , daß sür die armen unglüdcklihen Taubstummen und Blinden dergleichen Anstalten vorhanden sind, da ihr ohnedies sehr hartes und trauri- ges Schidsal nur durch die Aufnahme in dieselben etwas erleichtert und verbessert werden fann.
Wenn aber nicht hinreichende Privat-Anstalten vorhanden sind, so ist es nah fernerer Ansicht des Landtags ebenfalls niht Pflicht der Provinzen, sondern des ganzen Staats, dergleichen Anstalten zu errihten und zu erhalten, und steht diesem nur die Befugniß zu sich von den Angehörigen, Kommunen und resp. Kreisen für die Aufnahme einzelner Zöglinge verhältnißmäßige Pensionen zahlen
u lassen.
, DiE Verbindung der Taubstummen-Anstalten mit den Seminarien scheint übrigens der Versammlung ganz angemessen, weil dann die im Sqhulfach erfahrenen Seminar-Direktoren die Leitung und die Aufsicht über den Taubstummen-Unterricht führen und aus der Zahl der Se- minaristen die Neben- und Hülfslehrer gegen verhältnißmäßig geringe Besoldungen und Remunerationen herangezogen werden können, dié Taubstummenlehrer bei dem Verkehr mit dem Seminar nicht so ein- seitig werden, als es der Fall sein würde, wenn die Taubstummen- Anstalten ganz allein daständen, und endlich, weil ohne größeren Kosten- Aufwand diejenigen Seminaristen, welche sich dem Taubstummen-Lehr=« fah ganz widmen wollen, sich dazu schon auf dem Seminar vorberei- ten und ausbilden können. A
Auch versicheru die betreffenden ständishen Kommissarien, daß sie die Leistungen der Taubstummen-Anstalt zu Weißenfels ganz befriedi- geo) Aen hätten und ihre Erwartungen wirklich, übertroffen wor- den sind.
In .den mit den Seminarien verbundenen 4 Königl. Taubstummen- Anstalten und in der Privat-Taubstummen- Anstalt ‘zu Halle sind durh- \hnittlih bisher 110 bis 120 Taubstumme üntétgeradé gewesen und befinden si jeßt nur 109 Taubstumme darin. ‘Es is aber nicht be* fannt geworden, daß Anträge wegen Aufnahme von Taubstummen in den gedachten Anstalten zurückgewiesen worden wären, und darf daher wohl angenommen werden, daß sich die Zahl der in den Taubstummen- Anstalten aufzunehmenden Taubstummen nur auf c. 110 bis 120 be- laufe und das Bedürfniß vollständig befriedigt werde, wenn die betref-
ahl aufnehmen können.