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678
Nachts auf der Rhede von Teruenza vor Anker lag, wurde er durch | aus Herr des Kaffeehandels, der ihm Mittel verschafft, seine Armee N 6
eine Explosiou aus seinem Bette geschleudert, indem man unter sein | zu erhalten, aber sein Rücken is noh nicht gedeckt, und ein Theil des Weeksel- Cours. Tru M abonnement beträgt
Bett eine Masse Pulver gestreut hatte, das man durch eine Lunte | Gebirges von Hodeidah widersteht ihm noch. Es isst nicht wahr- v W thlr. für & Iahr.
angezündet. Dur einen wunderbaren Zufall aber kam der Capitain ae upp daß er wagt etwas gegen Aden zu unternehmen, bis er ==7 rief, Bas Kthlr. - 2% Iahr
mit leihten Brandwunden davon, da das Pulver \hlecht vertheilt | das ganze Land zwischen Mocha und dem Assir in seiner Gewalt Aa, » «etter ceape +-vèco M pl, A 140; s Kthlr. - L Iahr.
mit leichten Brandwunden bapon, do A tntersudung der Sache be- | hat, und dann wird sl zeigen, ob er wirklih ein Fanatifer is Und | yar .-.-nnnnnnitntnttl 300 Mk | Kurs | 159) sen Theilen der Monarchie
schäftigt, um die Thäter ausfindig zu machen. Die Mannschaft wird | es wagt, Aden anzugreifen, oder ob er, wie Viele glauben, “E E 300 mx | 2 M. 1 Preiserhöhung.
an Bord von Gendarmen bewacht. sch nur des Vorwandes von Aden bedient, um seine eigene | London .…... s eite 1 Let. | 3 Mt. M (ions - Gebühr sür den S : Mat zu gründen. Uebrigens is dies für Aden ziemlich gleichgültig, | Pars..........- L it 300 Fr. 2 Mi. 7; F ciner Seile des Alg.
ch weiz. : denn dics if außer aller Gefahr vor den Arabern, deren Mangel an | Wien 1 O E ea caean eter 150 Fl. 2 Mit. _F Anzcigers 2 Sgr. Kauton Aargau. Der Kleine Rath hat am 28. Mai an | materiellen Mitteln und an Jngenieuren eine Belagerung der Stadt | Augsburg «eere rerrerrr 150 Fl | 2 M. 16 | j
sämmtliche Stände ein drittes Kreisschreiben erlassen und in dem- | ganz undenkbar macht, Alles, was Hossein thun könnte, wäre, den Ene A la ag ea cp eia eQe orene eirr dre 100 Thlr. | 2 Mt. M
selben darauf gedrungen, daß die Tagsaßung den Stand Luzern an- | sich zwishen Aden und dem östlichen Hadramaut gegenwärtig ent- | Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr. r D —= M L
halte, von seiner fortwährenden Jnhibition gegen das freie Ber- | wickelnden Handel zu unterbrechen, unnd au dies wohl nur auf kurze | p, zokfart a. M. südd. W. ........ 100 Fl E e U 4 l 57 4
waltungsrecht Aargau's über die în und bei Sursee liegenden Ver- | Zeit, Nur darin schadet die Macht von Hossein den Besißern von | petersburg.----------------..-- : 100 sRu, | 3 Wo. | ia
mögenstheile des aufgehobenen Klosters Muri abzustehen und dem
tigten Bundes-Beschlusse einmal Folge zu leisten. der Werth des Besißes von Aden is ganz unabhängig von dem des
Nx abien Handels mit Arabien.
; : € Aden, daß er alle Aussicht zerstört, den Kaffeehandel von Mocha im Jahr 1843 gefaßten und in den Jahren 1844 und 1845 bekräf- | nah Aden zu ziehen, wie man eine Zeit lang hoffen konnte. Allein
4% Russ. Hope 89x.
Kahira, 1. Mai. (A. Z) Wir haben hier nur sehr \pär- lihe Nachrichten aus Arabien, und die Verhältnisse dort sind so zer- splittert, daß man aus dem Einzelnen, was man hört, nur wenig auf den Zustand des Ganzen ließen kann. Doch sind seit einem Jahre einige Bewegungen vorgegangen, welche die Lage der Dinge etwas deutlicher sehen lassen. Scherif Pascha, Nachfolger Osman Paschas, als Pascha der beiden heiligen Städte Mefkfa und Medina, ist seit aht oder zehn Monaten in Dschedda angekommen und scheint, zum großen Vortheil der Pforte, ein dem seines Vorgängers ganz entgegengeseßtes Betragen zu befolgen. Er is eben so freigebig, als Osman habsüchtig und hart war, dieser hatte dur seine Erpressungen und seine Treulosigkeit in alttürkishem Styl nach und nah alle Araber-Stämme seines Gouvernements so entfrem- det, daß die Pilger - Karawane in großer Gefahr war, nicht mehr durhkommen zu können, während die Wahabiten des Gebirges Assir im Süden und Osten von Mekka bedeutende Fortschritte auf dem türkischen Gebiet machten und sogar Thaif bedrohten, wie ehemals
Eisen
bayerishen Eisenbahnen.
tig weggetragen.
Am 1. Juni ereignete s{ch der erste bedeutende Unfall auf den Der Vormittags um 9 Uhr 20 Minuten vom alten augsburger Bahnhof nah Donauwörth abgegangene Eisen- bahnzug wi, als er bei dem neuen Bahnhofe ankam, mit dem Pack- und dem ersten Personenwagen rets von den Schienen ab, rannte sich aber zum größten Glück in dem dort angehäuften Schutt \o fest, daß der ganze Zug aufgehalten wurde.
sahte mehr oder weniger bedeutende Beschädigungen von sechs Per-
bahnen.
Neapl. —.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 2. Juni,
3% do. 38. Pass. —.
Antwerpen, I. Juni Frankfurt a. M,, 3. Juni 1890. §7. Bayr. Bank-Actien 693 6. Hope 88H Be. Stiegl. 875 Br. Ini Peln. 300 Fl. 955 G. Hamburg, 4. Juni. Bank-Actien 1599 Br. BKogl. Russ. 1018 Paris, I. Juni. ; 5% Span. Rente —. W ien, 2. Juni. Actien 1578. Anl. de 1834 1545. Mail. L18. Livoro. 1085.
Niederl, wirkl. Sch. 60. 6% Ls Zinsl, 55. Preuss. Pr. Sch. —, i icher Theil.
, Provinz Preußen. Statistishes,. — Provinz Shle- Hagelwetter. _ i . c che Bundesstaaten. Königreich Hannover. Geburtsfest do. 500 Fl. 805 G. ónigs. —_ Der Brand in Alfeld. — Freie Stadt Bremen, Dampfschiffsahrt zwischen Bremen und New-York. — Schreiben aus nksurt a, M. (Die Bundes - Versammlung z Witterungz Aerndte- ten. : t M Polen. S. Petersburg. Der Erlaß in Betreff der n. — Ordensverleihungen. — Rückkehr des Prinzen Peter von Ol- urg. — Profcisoren der Universität Dorpat. — Warschau, An-
Inhalt.
Ausg. —.
Zins. —. Neue Anl. 20. p 5% Met. 1124. 112. Bank.
5% Rente fin cour. 120. 3% do. fin eo
Pass. —. 5% Met. 1115. 4% do. 1003. 3% 74 do, 1839 122. Nordb. 1855. 61 Pest. 98. Budw. —.
Meteorologische Beobachtungen.
der Kaiscrfamilie und des Prinzen von Preußen, — Erncnuungen. reih. Paris, Hofnachrichten. — Bevorstehender Schluß der
Die oben auf dem Packwa= 1846 E — Bericht üb i Fader's Deira. — V2 G x M Nachmi Abend Nach «j on. ericht über das Blutbad in Abd el Kader's Deira. Ab- gen befindlihen Conducteure wurden herabgeschleudert und ohnmäch- 5. Juni. | 6 he. 2 L 10 Ubr. Bectd pungs-Liste, — Die Verhandlungen über die griechischen Angelegeu- Der Umsturz des ersten Personenwagens verur= - n, — Vermischtes. — Schreiben aus Paris, (Ministcrielle Er-
Luftdruck... 339,03’’’Par./238,70'’’Par.|338/36'"’Par. Quellwärme / ngen über das Schisal der französischen Gefangenen in Abd el
zur Zeit von Saud. Der Großscherif hatte alle Mühe, die ihm zur Erhaltung von Mekka unentbehrlichen Distrikte zu behaupten, und hätte Osman Pascha noch einige Jahre gelebt, so wären ohne Zwei- fel Mekka und Medina wieder in die Hände der Wahabiten gefallen. Seit der Ankunft von Scherif Pascha scheint sich die Lage eciniger- maßen geändert zu haben, er hat die umliegenden arabischen Stämme, namentlich den von Harb, welhen Osman dur einen grausamen Verrath und Mord beleidigt hatte, wieder gewonnen und dadurch die Verbindungen mit Medina und den freien Zug an der Küste zwi=- {hen Akaba -und Yambo wieder gesichert. Jbn al Aua, der Groß-
wurde, blieben die Notirungen doch
Handels - und Börsen- achrichten.
Berlin , 6. Juni. Die Course sind heute des Geldbedürsnisses we- gen aufs neue gewichen, und obschon es am Schluß wieder etwas fester
Berliner Börse. Den 6, Juni 1846.
nen. ußerd j 1d ei änz= , ls a N O A E M AMISA Es Thaupunkt …. .| + 3,3 R. |+ 7/2 R. | + 6,4 R. |Bodenwimn | britanien und Jrlaud. London, Hofnachricht, — Schreiben Dunstsättigung .| 58 pCt. 50 pCct. 62 pCt. | Ansdünsw( Napoleoa’s an Graf St, Aulaire, — Gerücht von einem Ver- Weller «eee beiter. halbbeiter. | balbheiter. | Niederscblul, lungsgesuh der Vereinigten Staaten, — Schiffsbau - Comité. — Wind... ..- NO0. ONO, NO. W'ärmewedy ischtes. ; . Wolkenzug - - —— NO. — —+ 10, Mien. Brüssel, Hofnachrichien. — Versepung Labiau's in An-
niedriger als gestern, Sonntag, 7.
Koßyebue.
\herif von Mekka, hat sich dadurch im Stand gesehen, \sih seinerseits : ; : etwas freiere Luft gegen die Wahabiten im Süden "von Mekka zu Fonds. |S Pr. Cour. Actien. |& Pr. Cour. Dienstag, 9. Juni. machen, L E N dem Scheich des Assir Brief. | Geld. ‘} Brief. | Geld, | Gew, | Vorstellung: eingenommenen Distrikte noch in dessen Händen ist. z 31! 965 | — 2
Man erinnert sih, daß alle Pläne von Mehmed Ali auf die o N P o 96: Unterwerfung von Arabien an dem Gebirge von Asfir scheiterten, und d.Seeh.à 50 T.|—| — 87% [Mgd. Lpz. Eisenb.|—| — : die gegenwärtige viel {wächere Macht der Türken im Hedschas hat | Kur- u. Neumärk. do. do. Prior.Obl.| 4 | — — haus-Preisen verkauft. ohnehin keine Aussicht sih dieses militairischen Centralpunktes von Schuldverschr.(35| 95% | — |Brl. Anb. abgest.\—| 116 = Arabien zu bemächtigen, so daß die ganze gegenwärtige Sorge der | Berliner Stadt- Too. do. Prior.Obl.|4 | 99% | — La seconde Pforte in der Behauptung der zwei heiligen Städte besteht, welche Obligationen |34| 974 | — [PDüiss.Elb. Eisenb.|—| 1065 | 1063 zur Stellung” des Sultans in der muhamedanishen Welt durchaus | ester. Pfandbr. 34| 954 | — do. do. Prior.Obl./4 | 964 | — See i, Aut Sübih von Ale deus Nb, Vir Seit Dasein, | Stede, Pod doi L) ICNI | ‘e Pia Dab 1 M |— welcher Mocha nah der Entfernung der ägyptischen Truppen einge- T ai A A M A D A Ä ¡ich 2 ia nommen hatte, mehr und mehr aus; sein großer Hebel ist der Plan Son, do, \88l (97% | Boh E E Sountag, 7. Juni. eines heiligen Krieges, den er gegen die Engländer in Aden predigt, | Kur- u.Neum. do.\35| — 97 do. Prior. 4| — — und der ihm zum Vorwand dient, alle Stämme zu unterwerfen, die | Schlesische do. |35| — 971 [. do. Lt. B.\—| — — Montag, 8. Juni. seinem Plan dienen Fönnen. Seit etwa einem Jahr hat er si endli in | do. r.Staats.LtB./35| — 957 [B.-St.E.Lt.A.u.B.|—| 117 | 116 Besi von Sanna gesept, was längst sein Augenmerk gewesen warz er be- Magd.-Halbat.Bb.| 4 | 114% | 1134 nußte bazu eine Uneinigkeit in der Familie des Jmamz es gelang | ¿1a a1 2 U ; — E ihm, den hwachen Sidi Ali zu entseyen und dessen Vetter, Moham- M Ao t Ea A
j ie 5 Friedrichsd’or. |—| 1377| 13//[Bonn-Kölner Esb. 5 [140 —
med Jbn Yahia, auf den Thron zu heben, aber natürlich unter seiner ; _ Jos : — j : And.Gldm.à 5 Th. 125 12 [Niedersch.Mk.v.o.| 4 | 95% eigenen Oberherrshaft. Er hat nah und nah das ganze Gebirge, | Disconto. Os 45 | do. Priorität 4| 96% | 964 wo der Kaffee wähst, unter sih gebraht und is daher jeßt durh- —
—_—_——_————————————————————————— ————————————————————————— L v
Außer den durch den §. 20. oes Gesellschafts - Sta- Bekanntmachungen. tuts bezeichneten Gegenständen werden auf den von [390] Nothwendiger Verkauf. mehreren Gesellschasts-Mitgliedern an das Direktorium
estellten Antrag die Fragen zur Berathung und Bc- chlußnahme gebracht werden:
1) ob die Gesellschaft das Unternehmen aufgeben und sch auflösen wolle, und eventualiter: in welcher Art und Weise dies zu bewerkstelligen sei?
2) ob und welche durh spätere Einzahlungen der aus- geschriebenen Actienbeträge verwirkte Conventional- strafen nicderzuschlagen seien ?
Da nach §. 11. des Gesellschafts - Statuts die ur- sprünglichen Actionaire nah erfolgter Einzahlung von Vierzig Prozent aus der Verhaftung entlassen werden, \o haben nach §. 25. des Gesellschafts-Statuts diejeni- gen Herren Actionaire, welche an der Gcneral-Ver- sammlung Theil nehmen wollen, die auf ihren Namen lautenden oder ihnen gehörig cedirten Quittungsbogen entweder
hier in Breslau in dem Haupt-Büreau der Gesell-
L haft auf dem Oberschlesischen Bahnhofe,
oder in Neisse in dem Spezial-Büreau der Gesellschaft, bei dem Kaufmann Herrn C. Baumgart (Bres- lauer-Straße)
spätestens am 26. Juni d. J., Mittags, zu
produziren, oder sonst auf eine genügende Weise die am
dritten Orte erfolgte Niederlegung nachzuweisen, auch gleichzeitig ein von ihnen unterschriebenes Verzeichniß der Nummern der Quittungsbogen in einem doppelten
Exemplare zu übergeben. Das eine dieser Exemplare
bleibt zurück, das andere wird, mit dem Siegel der Ge-
bahn - Gesellschaft laden | sellschaft und dem Vermerke der Stimmenzahl verschen, wir hierdurch zu der auf | zurücgegeben und dient als Einlaßkarte zu der Ver- den sammlung. :
427. Juni c, | t Das Diretiorium
. er Oberschlesischen - t, Nachmittags en Eisenbahn - Gesellschaf im Gasthofe
zum s{chwarzen Adler
anberaumten diesjährigen
Stadtgericht zu Berlin, den 20. April 1846. Das in der Landsbergerstraße sub No. 1 A belegene, im Hvpothekenbuche Vol. 38. No. 2411, verzeichnete iee ran Grundstück, gerichtlich -abgeschägt zu 15,237 r., \o am 2. Dezember 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden, Taxe und Hy- pothekenschein sind in der Negistratur einzusehen.
[391] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 23. April 1846. Das dem Schankfwirth Heinrich Anton Boese gehö- rige, in der Neuen Königsstraße Nr. 44 belegene und im Hypothekenbuche von der Königsstadt Vol. 17. No. 1279 eingetragene Grundstück, gerichtlich abgeschäßt zu 5175 Thlr. 147 Sgr. 6 Pf., soll am 41. Dezember 1846, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden, Taxe und Hy- pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Die dem Aufenthalte nah unbekannte Real-Gläubi- gerin Wittwe Küpcke, Charlotte Friedrike, geborene Geister, wird hierdurch öffentlich vorgeladen.
Eisenbahn.
Die Herren Actionaire der Neisse-Bricger Eisen-
[470 b]
Ne
[471 b] Feuerversicherungs-Bank für Deutschland in Gotha.
Die Ersparniss für das Rechnungsjahr 1845 ist
ordentlichen General-Versamm- durch den Rechnungs-Abschluss nunmehr auf lung 62 Prozent
ein, sestgestellt. Der Unterzeichnete wird jedem Bank-
Wilk.-B. (C.-0.)/4| 90
Luftwärme .…..|+ 10,0" R. |+ 15,8° R. |4+ 12,5? R. | Flusswärne
Tagesmittel: 338,70'’’ Par. -+12,8°R... + 5/6 R... 57 y
Montag, 8. Juni. Vorstellung. Zum erstenmale: Der alte Magister, Schaus Abth., von R. Benedix. oder: Die Fahrt von Berlin nah Potsdam, Lustspiel in 11
Die Hochzeit des Figaro, Oper in 4 Abth, #mFüerwartet,
Musik von Mozart. (Dlle. Heilwig, vom Kaiserl. Hof-Operntht
Wien: Cherubin, als Gastrolle.) Anfang halb 7 Uhr. Zu dieser Vorstellung werden Billets zu den gewöhnlichen
Jm Schauspielhause. 72ste französische Abonnements-Vo répétition E N Í : mique en 3 actes, par MM, Bayard et Léon Haya. Unf, Ov L W ; 2d aa Mini s A AUAON, comédie en 1 acte, par M. Arnould. Opernhaus, (Gastspiel der Dlle, Hellwig.) — Königl, Schauspiel
Königsstädtisches Theater. Büreau isst an diesem Tage nur bis 12 Uhr Mittags geöfsn
Theodor Hell : Die Memoiren des Teufels. (Herr Emil Devrient, Königl. sächsischer Hof - Schauspie k als erste Gastrolle. Dlle, Elise Hehl: Marie, als Gast)
———KI——— Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen,
1's Deiraz die Handels-Zustände z algierishe Nachrichten.)
stand. eden und Norwegen. Stockholm. Vermischtes.
eiz, Kanton Waadt. Verlängerung der Vollmacht des Siaais-
ves in Kirchen - Angelegenheiten.
en. Rom, Befriedigender Zustand der Legationen, — Alte Ka-
Grabungeu. — Vermischtes.
ugal, Lissabon, Der Aufstand in decn Provinzen. — Schreiben ns neue Kabinet; der Aufstand und scine Rückwirkung
Spanien,
ei, Konstantinopel. Handgemenge in der Kirche des heiligen
pbes in Jerusalem, — Schetib Efendi und Emin Pascha aus Syrien
Königliche Schauspicle. Juni. Keine Theater-Vorstellung. U Im Schauspielhause. 402te Abo
Hierauf: Der Verschwiegene widn
Jm Opernhause. 67e Abon
euen preußischen Bank-Verordnungen und ihre Gegner.
—
dels: und Börsen-Nachrichten. Berlin u, Frankfurta, M.
se,
L’Etourneau, vaudeil
3, (Gastspiel des Hern Devrient.)
Kein Schauspiel. (Das Billet -L
Zum erstenmale nah dex Bearlzi Lustspiel # 24
Amtlicher Theil.
- Berlin, den 6. Juni. Seine Majestät der König sind aus der Provinz Sachsen hre Majestät die Königin von Pillniß zurückgekehrt.
Im Sélbstverlage der Expedition.
Gedrudckt in der Decker schen Geheimen Ober-Hofbuchdrudn, Majestät der König haben Allergnädigst geruht :
—— em Kaiserlich österreichishen General der Kavallerie, Orafen
ee is E ——— S
Allgemeiner Auzeiger.
Theilnehmer seiner Agentur den trefsenden Betrag, unter Ueberreichung eines Exemplars des Abschlus- scs und ciner Bekanntmachung des Bankvorstandes, hinsichtlich der 2ö5jährigen Ergebnisse der Bankver- waltung, in den gewöhnlichen Geschästsstunden aus-
zahlen. Berlin, den 5. Juni 1846, C. G. Franz, Alexander-Strafse No, 41. [468 b]
Die Stettiner Strom-Ver- s1cherungs - Gesellschaft
übernimmt Versicherungen gegen Stromgefahr auf VVaaren und Getraide und berechnet dafür billigst gestellte Prämien, denen sie am Jahresschluss nach Massgabe der Höhe einen Rabatt gewährt.
Zum Abs: hluss von Versicherungen genannter Ge- sellschast, deren Liberalität bei Regulirung von Schä- den längst anerkannt ist, empfehlen sich die unter- zeichneten Agenten,
Berlin, im Juni 1846. Wendt &€ Köhne,
———
[473 b] i Die Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums
unter den Juden wird am 9ten d. M.,, Nachm. 3 Uhr, in der Louisenstadt-Kirche ihr kirhliches Jahresfest mit Gesang, Gebet und Predigt begehen, und es werden zur Theilnahme an demselben Alle, welche am Wohle Fsraels Antheil nehmen, hierdurch ergebenst cingeladen. Berlin, den 3, Juni 1846. Das Comité der Gesellshaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden,
Citerarishe Anzeigen.
Schriften von Philipp Mar- heineke,
welche îm Verlage von
Dunker und Humblot
[493]
ug E E Tiquelmont, und dem Kaiserlich russischen General-Adjutanten, tral der Jufauterie, von Berg, den Schwarzen Adler -Orden Mtrleihen ;
E T f WS
Allgemeine
Preußische Zeitung.
Berlin, Montag den Z3® Juni
Den seitherigen Kammergerichts- Assessor Karl Johann Herrmann Hirsch bei der Polizei - Direction zu Posen zum Po- lizei - Rathe ; so wie
Den Assessor Peter son bei der Jutendantur des 2ten und den Assessor Arends bei der Jutendantur des Sten Armee - Corps zu Militair - Jutendantur - Räthen zu ernennen.
Se. Königl, Hoheit der Prinz Karl is, aus der Provinz Sachsen kommend, wieder hier eingetrosfen.
Die Juteressenteu der Geseß- Sammlung werden benachrichtigt, daß das zusammengetragene Sachregister für die Jahre 1841 bis 1845 einschließlih die Presse verlassen hat und an die Post-Anstalten verseudet wird. Diejenigen, welche die Geseß-Sammlung für das volle Jahr 1845 ununterbrochen gehalten und bezahlt, haben auf die unentgeltlihe Verabreichuug Anspruch.
Berlin, den 8. Juni 1846.
Gesechsammlungs=-Debits-Comtoir,
Uichtamtlicher Theil.
Inland.
__ Provinz Preußen. Nach der neucsten Zählung beträgt die Einwohnerzahl Königsbergs 72,196 Seelen, exkl. der im stehen- den Hecre dienenden NMilitairpersonen; mit diesen 77,084 Seelen. Gegen die leßte im Jahre 1843 angestellte Zählung stellt sich eine Verminderung von 240 Seelen heraus, welche den äußerst ungünsti- gen Sterblichkeits-Verhältuissen des vorigen Jahres zuzuschreiben is. In den Gefängnissen und dem Arbeitshause Königsbergs befinden si zur Zeit 371 Personen, und zwar sind in dem Jnquisitoriatêgefäng- nisse 120 Personen, in den städtishen Gefänguissen, dem blauen und ncuen Thurm 84 Personen, in der Königl. Schüßerci 35 Personen inhastirt; das Arbeitshaus enthält 132 Judividuen, Jun städtischen Krankenhause sind 190, in der Entbindungs-Anstalt 24 Personen,
Provinz Schlesien. Am 22. Mai entlud sich in dem namslauer Kreise ein furhtbares Hagelwetter, das namentlich sehr vielen kleinen Grundbesißern die Aerndte vernichtete, Die Schlossen waren wie Taubeneier groß und zershlugen au eine Menge Fenster,
Deutsche Bundesstaaten.
Königreich Hannover. Die Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät“ des Königs (5. Juni) wurde am Vorabend durch einen von dem Offizier-Corps der Garnison Hannovers auf dem Friederiken- Plate veranstalteten großen Zapfenstreich eingeleitet welchem ein brillantes Feuerwerk auf dem Waterloo-Plahe sih anshleß, während der Namenszug Sr. Majestät und die Embleme des Georgs=- und des Guelphen-Ordens in Brillant-Feuer glänzten ; von der vielfarbig beleuhteten Waterloo-Säule stiegen Raketen-Bouquets in die Höhe. Der König sah diesem Schauspiele aus dem Greenhouse des Residenz- Schlosses zu. Das Fest {loß am Geburtstage selbst Abends mit großer Cour, Ball und Souper im Königlichen Residenz-Sdhlosse, wo= zu über 600 Personen eingeladen waren. — Der Brand in Alfeld (\. gestrige Allg. Pr. Zt g.) hat im Ganzen 104 Häuser ohne die
Alle Pssl-Anslalten des In- und
Auslandes nehmen estellung
auf dieses Blatt an, für Berlin
die Expedition der Allg. Preuß, eitung:
Friedrichsstrafße Ur. 72.
—— —_—
1846.
Hinter- und Neben-Gebäude eingeäschert, und die Noth der Abgebrann- ist schr groß.
Freie Stadt Bremen. Die Bremer Zeitung bemerkt zu der neulichen Mittheilung in Betreff der Dampfschifffahrt von New-York nah Bremen (s. Nr. 155 der Allg. Pr. Ztg.): „Die Angabe der new - yorker deutschen Schnellpost, daß der Senat in Washington bereits die Geldbewilligung für die Dampfschifflinie zwi= chen New - York und Bremen genehmigt habe, findet si. nirgends bestätigt und scheint auf einer Verwechselung des Senats mit dem Repräsentautenhause zu beruhen.“
XX Frankfurt a. M., 4. Juni, Wie gewöhnlich haben
auch dicsmal die Sißungen der Bundes-Versammlung durch die Pfingst-
Feiertage eine kurze Unterbrehung erlitten und es wird die erste
Sißung wieder nah dem Frohnleihnams-Feste stattfinden. Ob bis
dahin der Präsidial-Gesandte, Herr Graf von Münch-Bellinghausen,
von Wien zurück sein werde, ist noch unbekannt, allein doch bestimmt,
daß der Herr Staats-Minister in Kürze Wien, wo die Dringlichkeit
seiner Anwesenheit niht mehr vorhanden sein dürfte, verläßt. Der
Königl. däuische Bundestags - Gesandte, Freiherr von Pechlin, wird
nun auch alebald von Kopenhagen zurüdck, der Bundestags =- Gesandte
der freien Städte, der Herr Bürgermeister Dr. Smidt, von Bremen
hier eingetroffen sein. Wie gewöhnlich versah der diesseitige Bun=
deôtaga-Gesandte, Herr Shöff 2c. Dr. von Meyer des Leßteren Stelle. Wie man vernimmt, so kehren in Kürze auch die bevollmächtigten Minister Frankreichs und Belgiens, die Herren Marquis von Chasse= loup - Laubat und Graf de Briey von Paris und Brüssel hierher zurü, und es wird noch in diesem Monat das diplomatische Corps unserer Stadt ganz vollständig versammelt sein. : :
Seit vielen Jahren erinnert man sih an den Pfingst-Feiertagen feiner so heißen Witterung, wie wir diesmal hatten. Es fand auch eine außerordentlihe Ausflug-Wanderung statt, und Frankfuri fse!erte vorgestern das belebteste aller Wäldchensfeste. Viele Fremde waren hier eingetroffen, und es fängt nun auch in den Taunusbädern an, etwas lebhafter zu werden. Verhältnißmäßig ist bis jept noch Soden am besuchtesten, und es scheint do, als werde in diesem Sommer die prekäre Zeit nachtheilig auf den Badebesuch influiren. Man flagt über die Stille der Geschäfte und giebt der allgemeinen Theuerung huld. Es sind allerdings die besten Aerndte-Aussichten vorhanden, allein noch is die Aerndte nicht eingethan, und, auf die Hofssnuung möglicher Wechselsälle hin, \cheint die wucheri\sche Speculation in Ge= traide die Vorräthe zurückzuhalten. Die Getraide- und mit ihnen die Brodpreise gehen höher, die Fleischpreise stehen auch alle sehr hoh, wie niht weniger alle Marktpreise, und man kann mit einem Worte sagen, es herrscht Theuerung. Wird davon der Bemittelte unangenehm berührt, so trifft sie den Armen gewiß noch weit härter, und er hat Mühe, sich durchzubringen. Ein wahres Glü is es aber, daß die Aussichten auf die Kartoffel-Aerndte gut und die Ge- rüchte von der bereits eingetretenen Fäulniß ungegründet sind.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 31. Mai. Die (in Nr. 153 dieser Zei- tung. erwähnte) von der russischen Regierung an die im Kaiserreiche wohnenden Juden erlassene Bekanntmachung lautet vollständig : „Se, Majestät der Kaiser haben in seiner hohen Fürsorge für die Wohlfahrt der in seinen Staaten angesessenen jüdischen Bevölkerung ein
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Königliches Opernhaus. Hohzeit des. Figaro. (Dlle, Hellwig: Cherubin.)
(Den 6. Juni.)
s freut uns, die Aufsührung dieses Mozart schen Meisterwerkes am abend als eine im Ganzen recht gelungene bezeichnen zu können, cs beiressend, müssen wir uns indessen sogleich und unumwunden ge- e Beschung dcs Basil durh Herrn Schneider erklären. Eine Oper durchweg so feiner musitg'ischer Charafteristif, wie „Die Hochzeit des 0, beansprucht selbst für die Aussührung der kleinsten, schein- nwesentlihen Singparticen stimmbegabte Sänger. Uebertric- omif vermag hier niht für den Stimmmangel cines Nicht-
s zu entshädigenz im Gegentheil, die musifalische W'rkung unter solchen Umständen stets beeinträchtigt, der Genuß am verse geshmälert werden. Warum tritt Herr Schneider den nicht au Herrn Mantius ab, der sich, wir sind sest davon über- beeilen würde, den unsterblichen Meister durch Uebernahme der zwar 1, aber, besonders in dcu Ensembles, zum musikalischen Erfolge so lich beitragenden Rolle zu ehren, Wir erlauben uns noch eine an- Frage: Warum wendet man ?att des theilwese ziemlich ungenießbaren saden Dialogs nicht die von Mozart ursprünglich zur Oper kom- ten Rezitative an, wie es beim „Don Juan“ bereits mit so vielem ke gichehen is, Da doch dic musikalische Wirkung ciner Oper þ imer zuerst und vorzugsweise in Anschlag kommt, so möchte auch Punkt, insofern er zur Erhöhung der ersteren sicher beiträgt, in reif- rägung zu nehmen sein. e, Hellwig entsprach als Cherubin unseren Erwartungen. Jhre t Erscheinung war angenchm, ihre Darstellung lebcudig und anmuthig. nusifalishen Theil der Partie, für welche ihre Stimme und Gesangs- n dene führte sie ebenfalls wirksam durch. Namentlich trug sie n B-dur:
ershienen und daselbst, so wie in allen Buchhi zu haben sind:
Geschichte der deutschen Reformati: Zweite verb. und verm. Aufl. 8. 1831—)
Entwurf der praftishen Theologie, 15 Thlr. :
Das Gebet des Herrn in dreizehn Predj geh. 1840, 1% Thlr.
Zur Vertheidigung der evangelis gegen die päpstliche. Predigten im Wini! in der Dreisaltigkeits-Kirche zu Berlin geh 1839, % Thlr.
Predigten, der häuslichen Frömmi widmet, 2 Bde. gr. 8. 1826. geh,
Ueber I. A. Möhler’s Symbolik, stellung der dogmatischen Gegensätze liken und Protestanten nach ihren Ö Bekenntnissschriften. Eine Rezension. # 2 Thlr.
Beleuchtung des Athanasius von 3, Eine Rezension. gr. 8. 1838, geh. M
Predigt, am Tage nah dem Begrät# L Herrn Dr. Schleiermacher in der Dreijaltigil gehalten, Zweite Auslage. gr. 8. g K; — Predigt am hundertjähcigen Fi Dreifaltigkeits-Kirche zu Berlin den 1, Ea gehalten. gr. 8. 41839. geh, % Thlr. -
digt am 19. Juli 1840, dem Tage d
/ Gedächtnisses Sr. Majestät des hochs{ Friedrich Wilhelm's 111., in der Dreifalli? zu Berlin gehalten. gr. 4. 1840. ge — Ueber díe Ansprüche, welche d Leben auf unsere Fürsorge und Aufmerk chen fann. Eine Predigt, am 17. Juli 1
Dreifaltigkeits-Kirche gehalten. 8. 4831, gé
„Jhr, die ihr Triebe
des Herzens kennt“ 2c. atsprechend , wenngleich ohne ticfere Empfindung, vor. Frau von mann repräsentinte die Gräfin mit edlem Anstand. Ein Vorwurf, vir ihr überhaupt zu machen haben, trifft sie auch diesmal. Jm Ueber- von Gefühl läßt sich nämlich die treffliche Künstlerin öfters zum Ver- 4a der Tempi verleiten und schadet dadurch sowohl sich selbst als dem lrageaden Musikfstüke. Ein Beispiel licferie ihre Aric in Es-dur:
| „Heilge Quelle reiner Triebe“ 2c.
Virkung durch ein eiwas beschleunigteres Tempo jedenfalls gewonnen Die Leistungen der Herren Krause, Zschieshe, Bötticher und doR Tuczek in dieser Oper sind bekannt. Wir berichten \chließlich [ noh, daß das Duett zu Anfang des dritten Aktes :
„So lang’ hab’ ih geshmachtet““ 2c. 2c,
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4721 s l Sa nte (Arm- und Muskel tär!"
ín allen Schweren fortwährend vorräthig et F. Schönau, Handschuhm,, Friedrich l NB. Die von mir gekauften Hanteln i zeit gegen shwerere umgetauscht und in gebracht.
dessen Dacapo verlangt ward, Das Orchester unter Tauberi's Leitung | zeihncte sich aus, 2
Königliches Schauspielhaus.
Torquato- Tasso. (Tasso: Herr Emil Devorient als leßte Gastrolle.)
(Den 5. Juni.)
Schon béi Besprehung der neulichen Aufführung der „Jphigenie““ haben wir der Wendung in der künstlerischen Auschauung Göthe's und der neuen rhythmischen Behandlung sciner älteren Stoffe gedacht. Wie mit der Iphigenie versuhr er auch mit dem in Prosa lange vollendeten Tasso, der unter dem Cinflusse des antiken , plastischen Elements seine frühere Unbe- stimmiheit verlor und den klassischen Geist des Südens in sih aufnahm. Ju der Dichtung selbs tritt uns wicder der gauze innere Göthe und seine Welt entgegen, seine großen Anstrebungen und bitteren Täuschungen, seine Resignation und scine Verschmelzung mit den Ergebnissen llarer Anschauung des wirklichen Lebens, übertragen auf das verzogene Kind launischer Schwäche, den hochsliegenden liebenêwürdigen Schwärmer, der über- all an die engen Schranken der Realität anstößt, denen er sich nicht enthebcn kann. Die eigene Erfahrung jenes streitenden Dua- lismus, dessen Gegensäge der Dichter unter manchen Seclenkämpfen in sih versöhnt, ließ ihn das Wesen und die Berechtigung beider Scitecn genau erfennen, und mit unnachahmlicher Feinheit und Kenntniß des menschlichen Herzens und Geistes is das zarte Gebilde des herrlichen Dramas gewo- ben, von welchem kein Faden anders laufen dürfte, ohne die poetische Wahrheit und Schönheit des Ganzen zu veileßen. Wie nicht der Tasso der Geschichte, niht der Minister von Ferrara den wahren legten Stoff der Gegensäge geben, wie der Dichter dem eigenen Leben den Zwiespalt der fämpfenden Poesie und Wirklichkeit entnommen , wie Göthe den Tasso und Antonio zu Einem Wesen in sih ausgeglichen, so ist auch die dra- matische Umgebung nur eine Mirage, sie ist das schönste Monument für den Hof eincs Karl August, án dessen Namen sich in enger geistiger Ver- wandtschaft die cdelsten Erscheinungen deutscher Dichtung knüpfen.
Unser geschäßter Gast kounte sich keine würdigere Aufgabe stellen, als die Darstellung des Tasso. Jn der That hatte auch seine Leistung viele ausgezeichnete Momente, namentlich da, wo der Dichter refleftirt, in den Expectorationen sciner Zustände; wo aber diese vor unseren Augen entste- hen, wo Tasso selbsithätig in den Konflift der Verhältnisse eingreift, da fonnte uns Herr Devorient nicht genügen, er überließ sih wieder der frü- her angedeuteten übergroßen Dehnung und süßlichen Weiche und stellte den ohnehin so zart angelegten Charakter in eine überfließende Sentimentalität, Das rasche, lebendige Feuer loderte selten auf, und die ganze Auffassung gewann mehr Breite als Tiefe. j
Herr Fran z findet sh immer besser in den Antonio, Es ist merk-
* den beiden zuleyt Genannten meisterhaft vorgetragen und in Folge
den worden is, da doch sein Wesen aus dem inneren Gange der Dichtung klar genug hervortritt, Man hat den ausschließlichen, trockenen und glatten Mann der Staatspraxis , den Fürstendiener, den neidischen Jnutriguanten aus ihm machen wollen, während er doch nur den ruhigen Verstand vor- stellt und als der scharfsihtige Kenner des Menschen, des Lebens und sei- ner Bedingungen, der Mann des Maßes und der Ordnung uns entgegen- trit, Ju dieser bestimmten Richtung seiner Anschauung und seines Wol- lens gelten ihm auch die Künste zunächst nur, „sofern sie nüßen“, wäh- rend sein begeistertes Lob Ariost’s uns wohl schen läßt, wie weit er selbst Beurthciler is, wie weit er den Bereich der „Nüglichkeit“’ ausdehnen mag. Seine anfängliche Bitterkeit gegen Tasso is gänzlich frei vom Neide auf das Talent des Dichters, nur meint er, der erfahrene Mann voll Selbstgefühl, den Kranz auf einem Haupte zu schen, dem er die volle Be- rechtigung nicht zuerfennt, und hier reißt ihn der Vorwurf zur \honungs- losen Härte hin. Der Fürst läßt ihn sein Unrecht schen, und der hellblif- fende Antonio findet sich shnell in sh zurück, kommt zu völlig freier An- shauung der Verhältnisse, die seine Gereiztheit in thätige Theilnahme kch- ren muß, nimmt nun seine wahre Stellung zum Dichter, wird zu dessen wohlwollendem Gönner und Schüger, der endlich dem in seiner krankhaf- ten, lcidenschaftlichen Verblendung sich Verlierenden die rettende und ver|\öh- nende Stügc is. Merkwürdig ist, daß scibst die rein wissenschaftliche Kritik so Vieles aus dem Antonio herausgelesen hat, was ihm nicht angehört, und in ihm oft (wie unter den Neueren noch Lewiy) den bloßen Weltmann, den Höfling im schlimmsten Sinne gefunden, dem großartige oder gar edle Momente abg-hen sollen! — Was die Darstellung betrifft, so haben wir, seit diese Rolle- Scydclmann's in die Hände des Herru Franz übergegan- gen is, sie noch nicht so treffflih von ihm geschen, Er läßt immer mehr dem richtigen Maße, der bejonnenen Ruhe und Verstandesherrschaft ihre Geltung z.fommen, und kann dies selbs in seinen erregtcsten Momenten, in der Anklage Tasso's bei seinem Fürsten, noch leidcnschastsloser geschehen, so dürfen wir doch das Ganze seinex Leistung nur mit Anerkennung und Dauk aufnehmen. e j
Die Prinzessin, die leidenschaftslose, duftige, weiße Nose, ist neben der Jphigenie die herrlichste Leistung der Mad. Crelinger; die Künstlerin scheint, wie das zart hingehauchte Wesen der Leonore selbst, für diese Rollc mit der Anmuth ewiger Jugend geschmüdckt und war auch heute wieder hin- reißend. Neben ihr steht in anerkannter Trefflichkeit die Gräfin Leo- nore der Mad. Werner. y
Wir brauchen kaum zu sagen, daß von dem zahlreich versammelten Publikum am Schlusse des Drama's „Alle“, mit vorzugsweiser Betonung âber Mad. Crelinger und der Gas, gerufen wurden, welchem Leßteren auch cin Kranz zuflog, der ihm wahrscheinlicy weniger die Stirne zu ver- sengen droht, als Tasso der Dichterlorbeer. Herr Devrient wurde auch schon nach dem vierten Akte gerufen, Derselbe will nun an der Königs- städtischen Bühne sein Gastsp el fortsepen; wir wünschen ihm, daß er sich ein geeignetes Repertoire dort schaffen könne. 14,
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würdig, wenn auch erklärlich, daß dieser Charakter so vielsältig mißverstan-
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