1847 / 82 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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von bedeutendem Ertrage ausgewählt habe, welche an der Stelle der damals permanent festgeseßten Zuckerzölle vom Unterhause durch qs alljährlih \sich erneuerndes Votum bewilligt werden soll zu dem agr daß dem Hause immer eine genügende finanzielle Kontrolle a R gierung gegenüber verbleibe? Lord John Russell erwiedert. Regierung habe allerdings Anstalt zu treffen gesucht, um e sprechen zu halten, aus den zu dem Behufe ingepor dera I je- Berichten gehe indeß hervor, daß si feine bestimmte i E e nem Zwecke auswählen lasse, ohne daß der Staat ine der litte. Die Regierung müsse daher ihr Bersyeeden, Bewilligung zu jeßt permanenten Abgaben alljährlich zu erneuernder e

; ; darauf aufmerksam zu unterziehen, zurücknehmen, indeß brauche er nur de h E daß in O E o für das Heer und die Flotte, die

vermishten Ausgaben u. s. w. dem Hause noch immer eine vollkom-

ü erbleibe. : E tee Ls a der Oriental and Peninsular Steam

L s Hof - Kontrakte für 14 Dampfschiffe abge- Mavigation Company De schen; spanischen und oaientèlifhen lossen, welhe nah den portugie}!| /

Häfen fahren sollen. Die Regierungs-Beisteuern betragen im Gan-= 240,000 Pfd. a: MUIOEE DE lliederlande.

5 m Haag, 16. März. Die zweite Kammer der Ge- arne vat dees gestrigen Sißung die von der Regierung beantragte Abschaffung des Geseßes, welhes die Erziehung des sie- benten Sohnes auf Kosten des Staates verordnet, mit 26 gegen 2 Stimmen verworfen. Jm Laufe der Debatten sagte unter Anderem Herr von Schooneveld, welcher gegen das Gesebß sprah: „Man ver- gesse nie, daß die kleinen Staaten groß sein müssen dur die Grund- säße, welche ste geltend mahen. Durch die Beobachtung dieser gol- denen Regel is unser Land immer groß, immer geachtet gewesen, und es is für einen fleinen Staat das einzige Mittel, Ehrfurht und Ach- tung einzuflößen. Diesem Bestreben haben wir es zu verdanken, daß unser kleines Land oft zum Schiedsrichter zwischen großen Mächten erforen wurde. Die Redlihketi und Treue des niederländishen Vol= fes in der Erfüllung seiner Verpflichtungen sind allgemein bekannt.“

Vei gien,

Brüssel, 19. März. Die Repräsentanten-Kammer beschäftigt sich jeßt mit einem neuen Milizgeseß, welhes viel Opposition findet, weil man es für ungenügend und unvollständig hält, Der Minister des Junern hat selbst das Amendement dazu gestellt, daß weder Ci- vilbeamte, die bei dem Vollzuge des Geseßes über die Miliz irgend- wie betheiligt sind, noch irgend eine Militair-Person, bei den Gesell- schaften oder Geschäften zur Stellung von Ersaß=-=Personen beim Mi-= litairdienst sih betheiligen dürften, Die ersten 7 Artikel des Geseßz=- Entwurfs sind indeß mit einigen von der Central - Section und von einzelnen Mitgliedern vorgeschlagenen Amendements angenommen, und die Kammer hat gestern die Diskussion der beiden folgenden Artikel begon-

nen. Die Dauer des Milizdienstes is nach Artikel 1 in Friedenszeiten auf 8 Jahre bestimmt; der Eintritt in die Miliz geschieht durhs Loos; 4 Klassen der Miliz bilden die Reserve, und die Mannschaften die=- ser Klassen erhalten Urlaub auf unbestimmte Zeit und können si verheira=- then, wenn sie keine Schulden mehr an die Montirungskasse zn ent- rihten haben, Ausländer, die einem Lande angehören, in welchem die dort lebenden Belgier niht zum Militairdienst genöthigt sind, brauhen nach Artikel 2 in Belgien keine Milizdienste zu leisten. Alle Belgier, verheirathete wie unverheirathete, sind, laut Artikel 3, in dem Jahre, an dessen Anfang sie ihr 19tes Jahr {hon zurück-= gelegt haben, an der Loosung für den Milizdienst theilzunehmen verpflichtet, in Belgien naturalisirte Ausländer erst nah Zurücklegung ihres 26sten Jahresz ganz befreit davon sind sie, wenn sie in ihrem e hon früher ihrer dortigen Militairpflichtigkeit genügt aben.

Die Verwaltungs - Kommission der hiesigen „Alliance“ hat jeßt an alle liberalen Vereine des Königreihs den Entwurf einer Tages- ordnung für den zweiten liberalen Kongreß, der am 28steu d. M. im Rathhause von Brüssel seine Sißungen beginnen wird, mitgetheilt, Unter den Vorbemerkungen heißt es: „Es is übrigens unnöthig, daran zu erinnern, daß diese Tagesordnung nothwendig blos eine provisorische und daß es Sache des Kongresses ist, alle Veränderun- pn damit vorzunehmen, die er für angemessen erahten wird.“

auptzweck des Kongresses soll sein: Völlige Organisation der libe- ralen Partei und Vorbereitungen für Erlangung des Sieges bei den bevorstehenden Wahlen. Auf die Tagesordnung sind folgende Punkte eseßt: „Begründung einer liberalen Rente, mittelst einer im ganzen ande zu eröffnenden freiwilligen Subscription von 50 Centimen für jedes Mitglied des Liberalismus.“ Sodann: „Anwendung des Er- trages dieser Rente zur Unterhaltung und weiteren Entwickelung der Deralen Presse, hauptsählich auf dem platten Lande und in den geen Siühien, Und: „Errichtung eines Central - Comités zur rganisation und Verwendung der beiden eben bezeihneten Mittel.“ alle Zer Biniglihen Verordnung vom 11. März zufolge, fallen Bo eiten der bei den öffentlichen Arbeiten angestellten Staats- men gemahten Erfindungen der Offentlichkeit anheim. Der Beamte, welcher Für eine Ersindung ein Patent , son seine Entla | g_ein Patent verlangt, hat dadurch \sung verwirkt, „Die Beamten“ so lautet die Ver- ordnung, „sind dem Staate die V Ri bg Sep ais è Derwendung ihrer Zeit, die Früchte

ihrer Arbeit, die Resultate i dig. Die Regierung, est n erde Srfohrungen shul-

lih von der Regierung in Betreff der deuts ( ut Î nen Dekrets durchgeseßt. Wenigstens R e

du Commerce mit Bestimmtheit, daß de „oortige Journal gegeben habe, fünftig allen deutschen aaa tene ole Be lehl Belgien auf die Bedingung hin zu gestatten, daß sie sich üb ritt in zahlung der Ueberfahrtsfosten von Antwerpen 1 über Be=

j ; nah Amerifa ent durch einen bereits abgeschlossenen ener wiesen. geschlossenen Vertrag oder anderweitig aus

Aus Lüttich erfährt man, da am Frei en 9 Faten von Lüttich versammelt babs, A s A dem Appellhofe zu berathen. Herr Forgeur legte eine Protestation des Disziplinar - Rathes vor, wovon nur ein Paragraph Ä Uin Diskussion Anlaß ab, In diesem Paragraphen heißt es, wäre V E bewiesen, daß einzelne Advokaten ihr Honorar zu hoch angeseßt o wäre es eben so ungerecht als unschicklih, den“ ganzen Stand da. für verantwortlich zu machen, gerade als wollte man die Magistratur für die Fehler und Vergehen irgend eines Richters verantwortlich machen. Dieser Paragraph wurde mit Ausnahme zweier Stimmen Birmanen, Die Protestation wird dem Justiz-Minister, dem ersten

räsidenten und dem General - Prokurator zur Mittheilung an den ppellhof jugesandt werden. n Die freiwillige Subscription zum Besten der Nothleidenden nimmt täglih zu. Der Gemeinde-Rath von Lüttich macht bekannt, daß ein Fleischer quis Fleisch zu 70 Centimen das Kilogramm verkaufen werde, Bei Nivelles wurden Drohbriefe an Pächter gerichtet. Ein Pächter wurde unter Brand - Androhung aufgefordert, 6000 Fr. an eine be- a g abge d L d E man die Dey davon in Kennt- am war, gelang es, die Jndividuen zu verhaften als sie das Geld wegnehmen wollten, nr : E

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Italien.

Nom, 10. März. (N. C.) Seine Heiligkeit wird in der auf den 15ten d. M. anberaumten Congregation der Kardinäle und Mon- signors 2c. eine neue Verordnung für die Ordens - Konvente publizi= ren, zufolge deren alle Fratres in den sämmtlichen Klöstern, welche das Votum de vita communi nit abgelegt haben, sofort entweder dasselbe annehmen oder den Konvent verlassen und die darin genosse- nen Vergünstigungen aufgeben müssen, Durch jenes Votum (das blos bei dem Jesuiten- Orden allgemein stattfindet) ist nämlih be- dingt, daß derjenige, der es ablegt, durhaus fein besonderes Geld= Eigenthum besißen darf, indem alle seine speziellen Einnahmen für Messen u. dgl. unmittelbar auf die vom Obern des Klosters verwal=- tete Kasse übergehen, die alsdann für alle und jede Bedürfnisse der Mönche zu sorgen hat. Jn allen Klöstern leben eine Menge Fra- tres, welhe zu jenem Votum sich nicht verpflihtet haben. Diese haben außer der freien Wohnung auch ihre vollständige Kost; nur die Kleidung schaffen sie sich an und können über ihre sonstige Einnahme nach Gutdünken frei verfügen. Die reichen Konvente sollen alsdann den ärmeren das zu ihrer Subsistenz Nö- thige verabfolgen lassen, während über den außerdem bei denselben noch ferner sich ergebenden Uebershuß der Einnahwe weiter verfügt werden wird,

Jn kurzem wird, und zwar vorzugsweise mit Beziehung auf die zahlreihen hier ersheinenden Zeitschriften, ein Censur - Kollegium (Consiglio di Censura) errihtet und mit den erforderlichen erwei- terten Jnstructionen versehen werden. Der treffliche Ventura wird bereits als Mitglied desselben bezeichnet.

Vor einigen Abenden hat Se. Heiligkeit in der Verkleidung ei- nes Abbate in Gesellshast des Mons. Piccolomini eine neu angelegte Abendschule besucht, die Schüler geprüft und ihnen beim Abschied zum Zeichen seiner Zufriedenheit 10 Doppien zur Vertheilung, o wie den Lehrern mehrere Medaillen, hinterlassen.

S panien.

Madrid, 11, März. Jun der gestrigen Sibung des Senats erklärte der Minister des öffentlichen Unterrichts auf eine Jnterpella- tion des Herrn Burgos, daß die Regierung der Theurung der Le- bensmittel in der Hauptstadt ihre ganze Aufmerksamkeit zugewendet habe, und daß Maßregeln ergriffen werden würden, um dem Noth=- stande abzuhelfen. Der Herzog von Veragues zeigte an, daß das Ayuntamiento von Madrid, wo sich die Getraidetheurung besonders fühlbar zu machen angefangen, der Regierung einen Entwurf vorle=- gen werde, wodurch eine Fortdauer des hohen Standes der Lebens- mittelpreise verhütet werden solle.

Die am 5ten d. in Saragossa stattgebabte esparteristishe De- monstration (\. Allg. Preuß. Zt g. Nr. 79) gab in der gestrigen Sißung des Kongresses Anlaß zu einer kurzen Diskussion. Der Mi- nister des Junern, Herr Seijas Lozano, erklärte, daß das Minißerium das System des Widerstandes zugleih mit dem Systeme der Tole- ranz in Anwendung zu bringen Willens sei, da die Lage des Landes ein solches Verfahren erheishe, obschon die Regierung die Ueberzeu= gung hege, daß die Behörden von Saragossa nichts, auch in indirekter Weise, gethan hätten, wodurch die Unruhestister hätten ermuthigt wer- den können, so sei sie doch der Ansicht gewesen, den politishen Chef der Hauptstadt Aragoniens auf seinem Posten nicht belassen zu kön- nen, und es sei deshalb derselbe abgeseßt worden. Es folgte dann eine furze, aber lebhafte Debatte über die Politik der Progressisten, als diese im Besiße der Verwaltung gewesen, und über die der kon=- servativen Partei, in Bezug auf die Aufrechterhaltung der Ordnung. Einige von den konservativen Deputirten warfen den Progressisten Gewaltthätigkeit und unnöthiges Blutvergießen vor, während die fonservative Partei (wie diese Redner behaupteten), obschon entshlos= fen, mit fester Hand den Aufstand zu bewältigen und zu unterdrüden, dabei nur das Geseß zur Richtshnur nehme. Herr San Miguel und mehrere andere progressistishe Deputirte stellten entschieden in Abrede, daß ihre Partei jemals sich eine Verleßung der Geseße habe zu Schulden komnmen lassen, und erklärten sich bereit, sich vor jedem Tribunale, das man wählen möchte, einer Diskussion mit ihren Geg- nern in Betreff ihrer respektiven politischen Afte zu unterziehen. Die Kommer ging hierauf zur Fortseßung der Adreß-Debatte über.

Das Eco del Comercio und der Clamor publico er- heben lebhafte Beschwerde über die höchst belangreihe Get: aide-Aus= fuhr, die von Santander aus nah Frankreich stattfindet. Ju erste- ren Blatte liest man: „Es wird versichert, daß mehr als 6000 Wa- gen dazu verwandt würden, um das zur Ausfuhr nah Frankreich bestimmte Getraide nah Santander zu bringen. Hinzugefügt wird, daß eine enorine Quantität Getraide in Folge eines Auftrages der französischen Regierung aufgekauft worden und der Herzog von Rianzares bei die= ser Speculation stark betheiligt sei,“ Nach dem Español hat der Minister des Junern die Weisung ertheilt, den politischen Chef von Saragossa zur Verantwortung zu ziehen, weil er die bedauerlichen Unordnungen, die in Saragossa stattgesunden, geduldet habe und nicht energisch eingeschritten sei, um dieselben auf der Stelle zu unter- drüdcken.

Dem Vernehmen nach is ein Oberst nah Portugal abgeschickt worden, um als Parlamentair zwischen den beiden friegführenden Theilen aufzutreten und eine Beilegung des Kampfes zu erwirken,

Die Gaceta meldet, daß der Minister des Jnnern einen höhe= ren Beamten seines Departements nah England, Frankreich, Belgien und der Schweiz zu senden vorhabe, damit derselbe die Gefängnisse und Pönitentiar - Anstalten dieser Länder besuhe, um Materialien zu einer Reform des Gefängnißwesens in Spanien zu sammeln.

Griechenland. i

Atheu, 6. März. (N. C.) Am 3. März Mittags traf im Hafen von Piräeus ein türkishes Dampfboot ein, welches, nachdem es seine Briese an die griehishe Regierung übergeben hatte, sogleich ohne irgend einen Aufenthalt wieder von dannen fuhr, Es brachte ein eigenhändiges Schreiben des Sultans an den König von Grie- enland, daß die freundschaftlihsten und aufrichtigsten Gesinnungen und Versicherungen für den Königlichen Freund und Nachbarn ath- men soll, zugleich aber den Wunsch enthält, daß die Angelegenheit, welche zunächst Veranlassung des Briefwechsels zwischen den beiden Herrschern gewesen, ganz der Entscheidung der beiderseitigen Regie- rungen überlassen bleiben solle. Zu gleicher Zeit empfing die griechi- he Regierung von ihrem Geschäststräger in Konstantinopel die (be- reité in Nr. 72 der Allg, Pr. Ztg. mitgetheilte) Note des Mini- sters des Auswärtigen der Pforte, Ali-Efendi, als weitere Antwort auf die Note, durch welche Kolettis die von der Pforte zugemuthete Ge= nugthuung zurückwies. Ali Efendi bedauert darin bekanntlich , daß die Hoffnungen der Pforte auf alsbaldige Ausgleichung der Angele- genheit fehlgeschlagen, hot aber, baß innerhalb 30 Tagen die grie- hishe S lig Fs dahin entscheiden werde, den Gesandten der Pforte, Herrn Mussurus, wieder freundlich Aa ancdmen r widrigen- falls freilich jede ‘weitere Verbiudung mit Griechenland abgebrochen und der Geschäftsträger der griehischen Regierung in Konstantinopel mit seinen Pässen beehrt werden würde. Der öffentlichen Meinung nah zu urtheilen, isst es der griehishen Regierung kaum möglich,

selb auf diese sehr modifizirten Bedingnisse der Pforte einzugehen, die kaum die Hälfte des hee erlangten enthalten; die öffentliche

Meinung is direkt gegen jede Konzession, da sie die eigene Regierung durch das Benehmen des türkfishen Gesandten beleidigt findet, wofür ihr allerdings durch die Abreise des Gesandten Genugthuung zu Theil ward. , Die Kammern arbeiten am Budget der Äusgäben des Ministe riums der Justiz. Da die Arbeiten der beiden geschgebenden Körper so überaus langsam von statten gehen, so war die Regierung ge= nöthigt, einen dreimonatlihen Kredit von den Kammern zu verlangen, welcher auh bewilligt wurde.

Das Benehmen der Oppositionspresse in Athen gegenüber der Regierung und den durch diese vertretenen Jnteressen des Landes hat unter den Griechen, welche in Konstantinopel wohnen und gewiß die nächste Ursache haben, von einem Bruche zwischen der Pforte und dem griehishen Staate für ihre materiellen Jnteressen zu fürchten, einen solhen Unwillen erregt, daß sie die beiden Hauptblätter der Opposition, die Hoffnung und das Zeitalter, zerrissen und ver- brannten.

Im Hafen der griechishen Jnsel Naxos ereignete sich am 17, Fe- bruar ein großes Unglück, indem sieben mit Oel und anderen Landes= produkten beladene Schiffe dur die Heftigkeit des Sturmes zertrüm- mert wurden.

Der Frühling is bei uns {on mit den Vorboten seiner Pracht eingezogen, und ehe wir uns dessen versehen, wird uns der Sommer überraschen.

Athen, 7. März. Der König i von einer leihten Unpäß- lichkeit befallen worden, welche - ihn vielleiht verhindern dürfte, die auf den 9, März angeseßte Reise nach Patras zum Empfange des Kronprinzen von Bayern anzutreten.

Yandels- und Börsen-Nachrichten.

Berlin, 22. März. Die Börse, welche anfangs anímirt war, blieb sehr geschäftslos, doch schließen die Course höher als am vorigen Posttag, weil bedeutend bessere Reuten-Course von Paris eintrafen,

Berliner Börse. Den 22. März 1847.

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Rada L Pr. Cour. Aecttenc: {t Pr. Cour. Brief. | Geld. Brief. | Geld. | Gem U R y | | |

St. Schuld-Sch, 35 e} 925 Brl.Potsd.Magdb.| 4 A 4 917 | Prämien-Scheme | | | do. Prior. Oblig. /4| 92% | | d. Seeh. àS5OT.|—| 95% | 95% | do. do. do. |5| 101% | 100% | Kur- u. Neumärk.| | | B.-St.E.Lt.A.u.B.|—| 1085 | 1073 | Schuldrversecbr. 35 92 | [Bonn-Kölncr Esb.| 5 | _— |— | Berliner Stadt- | | | Br.-Schw.-Frb.E.| 4 _— | Obligationen [32 94 do. do. Frior.Obl.| 4 | Westpr. Pfandbr. 32 | 94 |[Cöln-Minden, v.e./| 4 E | 92 | Grossh. Pos. do. 4 | 102% | s|Düss.EIb. Eisenb. —| 106 | do. do. [35] 92% 914 do. do. Prior. Obl. | 4 932 _— | Ostpr. Pfandbr. |35| 97% IMagd.-Ialbst.Eb.| 4 |

Pomm, do. 32 95% | |[Mgd. Lpz. Eisenb.—| |

Kur- u. Neum. do. 3% 96% | do. do. Prior. Obl. | 4 E Sa

Schblesiscbe do. [32 —_ | 967 Niedersch.- Märk. | 4 89% dane do. v. Staat ga-| do. Priorität 4 93 4 rantirt. Lt, B./35| e do. Priorität) 5 | 100% 100% | SPELS | | Nied.-Mrk. Zwgb. 4 | 653 | 645 | Gold al marco. a do. Priorität /4 5| 89% | _ L . L L y Pa *21/ a - ¿ \ g j S f Friadetcledor. 220 e E Ai ï L eH And. Gldm, à 5Th.|— “12 /42 0. rIOr, | 4 A, | E Disconto, 4 C do. Lt.B. —| 96% | 954 | Rhe1n. Eisenb. |—| 87% 00A | L do, Stamm-Prior. /| | | | Actien. (voll eingezahlt) 4 | 90% | 89: | Brl. Anh. Lit. A.|--| 169% do. do. Prior. Obl. 4 98 | H do. do. Prior. Obl, ¿ e E. do.v. Staat garant. 35| E, I | Berlin-Hamb, _—— 1057 [Thüringer .- 14 O L do. Priorität/45| 96% | 96% [IWülb.-B. (C.-0) |4| | 877 |

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 18. März. Niederl. wirkl. Sch. 575. 5% Span. 173,

3% do. 36%. Pass. —- Ausg. —. Zinsl. —, Poln. —. Preuss, Pr. Sch, —. 4% Russ. Hope 88. Antwerpen, 17. März. Zinsl. —. Neue Anl. 173 6.

Frankfurt a. M., 19. März. 5% Met. 108. 1073. Bauk-Actien p, ult. 1893. 91. Bayr. Bank-Actien 66S Br. Hope 87%. Ÿ. Stiegl. 87%. &. Int. 575. L. Poln. 300 Fl. 965. X. do. 500 Fl. 79%. 5.

Hamburg, 20. März. Bank-Actien 1570 Br. Engl. Russ. 106. 105%.

Wien, 19. März. 5% Met. 1085. 4% do. 99%, 3% do. 715. Bank- Actien 1586. 81. Anl. de 1834 153%. de 1839 1197. Nordb. 173%. Gloggn. 1203. Mail. 108.7. Livorn. 93. Pest. 9877. Budw. §05.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 23. März. Jm Opernhause, 37\}te Abonnements-Vor= stellung. Auf Höchstes Begehren: Die Hugenotten, Oper in 5 Abth, mit Ballet, nah Scribe, überseßt von Castelli. Musik von G. Meyer= beer. (Mad. Viardot-Garcia : Valentine. Herr Joseph Tichatschek: Raoul de Nangis.) Anfang 6 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden hohen Opern- haus-Preisen verkauft :

Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet im Parquet 1 Rthblr. 15 Sgr. Ein Billet in den Logen des zweiten Ranges 1 Rthlr, 10 Sgr. Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. Ein Villet im Anphi= theater 10 Sgr. Ein Billet in den Fremdenlogen 3 Rthlr,

Jm Schauspielhause. 43ste französishe Abonnements-Vorstellung. Jarvis, ou: Le Marchand de Londres, drame en 2 actes, par Ch. Lafont. Le code des femmes, ou: Manuel de yvictimes, vaudeville en 1 acte, par Mr. Dumanoir.

Mittwoch, 24. Mäz. Jm Opernhause. 38ste Abonnements- Vorstellung. Auf Höchstes* Begehren, unter Mitwirkung von Mad. Cerrito St. Leon und Herrn St. Leon: Die Willys, oder: Gisela, phantastisches Ballet in 2 Abth., nah St. Georges und Coralli, von Hoguet. Musik von Adam. Vorher: Eben recht! komische Oper in 1 Akt, von C. Blum. Musik von A. Schäffer. Anfang 0 Uhr,

Zu dieser Vorstellung bleiben die dazu bereits gekauften, mit Sonnabend bezeihneten Opernhaus=Billets gültig; auh werden die dazu zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Sonnabend bezeichnet sein.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden hohen Opern= haus-Preisen verkaust :

Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges, im ersten Balkon und zur Tribüne 2 Rthlr. Ein Billet im Parquet 1 Rthlr. 15 Sgr. Ein Billet in den Logen des zweiten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 20 Sgr. Ein Billet im Am phitheater 10 Sgr. Ein Billet in den Fremdenlogen 3 Rthlr.

__ Die Junhaber von reservirten Billets werden ersucht, solche bis Dienstag, den 23sten d. M., Mittags 2 Uhr, im Billet - Verkaufs= Büreau abholen zu lassen, widrigenfalls diese anderweit verkauft wer- den müssen. Auch die Freibillets können nur bis zu dieser Zeit auf- En "Scbauî

“Jm Schauspielhause. 46ste Abonnements - Vorstellung: Die Karlsschüler, Schauspiel in 5 Abth., von H, Laube, ct

Verantwortlicher Redacteur Dr. J, W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober - Hofbuchdruerei. Beilage

371 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Segen

Diensiag den 23 e" März,

Ita l€E

Rußland und Polen. St, Petersburg, Wettrennen auf der Newa, Dampfschifffahrt zwischen Stettin, Riga und St, Petersburg. Die Bevölkerung Finnlands,

G Paris, Das Kapitel von St, Denis, Bevölkerung

aris,

Großbritanien und Jrland. London. des Junern über die Gefängniß-Reform,

Portugal. London, Bank-Operation.

Eisenbahnen. Shreiben aus Braunschweig.

Beförderung kleiner Paketcz die Ueberlandpost.)

V und Börsen-Nachrichten. Berlin, Börsen- und Markt-

Schreiben des Ministers

(Verordnung wegen

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 14. März. Am 28. Februar fand der Eisdecke der Newa vor dem Winterpalast ein trl e in welchem 10 Traber um Preise der Anordner und 9 Traber um Preise von E nig

Das der Kaufmannschaft von Riga gehörende, gekupferte Dampyf= {i} „Düna“, welches in den legten zwei Sidees t Cam Verbindung zwischen Riga, Swinemünde und Lübeck unterhalten hat, wird in diesem Jahre, in Folge der eröffneten Eisenbahn -= Linie von Berlin nah Hamburg, seine Fahrten zwischen Riga und Stettin ma- chen. Der erste Abgangstag von hier ist auf den 8, Mai festgeseßt, und soll alsdann das Dampfschiff regelmäßig einen Sonnabend um den anderen von Stettin und Riga abgehen. Die Verbindung zwischen Riga, Reval und St. Petersburg wird auch in diesem Sommer durch die bairdshen Dampfschiffe „Newa“ und Constantin unterhalten werden; an jedem Mittwoch wird eines derselben von St, Peters= burg und das andere von Riga abgehen. Die erste Fahrt von St. Petersburg nah Riga ist auf den 5, Mai festgeseßt, falls keine Be= hinderung durch Eis zu der Zeit mehr stattfinden sollte. Jn Finnland wurden, nah den neuesten statistischen Nachrichten über diese Provinz, im Jahre 1845 geboren 54,884 und starben 39,259 Jndividuen, so daß also die Volkszahl um 19,625 stieg. Die Gesammtbevölkerung Finnlands betrug im genannten Jahre 1,547,724, beinahe doppelt so viel als 50 Jahre früher. Unter dieser Bevölke- rungszahl gehören 42,565 der griehishen Kirhe an. Wenn kein Krieg, noch Hungersnoth oder Seuchen das Steigen der Einwohner- zahl verhindern, so glaubt man, daß Finnland am Ende dieses Jah- hunderts 3 Millionen Einwohner haben müsse. Der Boden Finn-= lands fann, gehörig bebaut, wenigstens dreimal 3 Millionen Menschen ernähren, und so is noch auf lange keine Uebervölkerung zu fürchten. Die slärkste Bevölkerung hatte im Jahre 1845 das Gouvernement Abo, die geringste das Gouvernement Uleaborg, Jeßt wie früher zeihnet sich das Gouvernement Wasa vor allen an- deren durch die Fruchtbarkeit des weiblihen Geschlechts aus, so daß, während im Gouvernement Abo die Zahl der Ge= borenen sich zu der Einwohnerzahl wie 1:30, im Gouvernement Ryland wie 1 : 32 verhält, im Gouvernement Wasa schon auf 22 Einwohner 4 Geburt kommt. Bei der spartanishen Erziehung der Kinder der Landbewohner dieses Gouvernements war die Sterblich= feit der Kinder unter 10 Jahren dort stärker als irgendwo, nämlich 564 pCt, aller Gestorbenen. Einen Beweis für den Einfluß der Sittlichkeit auf die Verlängerung des Lebens findet man in dem Um- stande, daß die Zahl der alten Frauen in Finnland bei weitem die der alten Männer übersteigt, Bis zum 15ten Lebensjahre halten sich beide Geschlehter der Zahl nah im Gleichgewicht ; mit diesem Alter aber, wo die Leidenschaften sich zu entwickeln anfangen, wird die Ab- nahme des männlihen Geschlechts immer merkliher. Schon jeßt giebt es 11,000 Mädchen von 15 bis 20 Jahren mehr als Jüng- linge desselben Aiters. Vom 40sten Lebensjahre an tritt das Ueber= gewicht der Frauen vor den Männern noch schärfer hervor; Weiber von 40 bis 60 Jahren giebt es 15,000, von 60 bis 75 Jahren 13,466, von 75 bis 90 Jahren ungefähr 4000, d. i. fast doppelt so viel als Männer, von 90 bis 100 Jahren dreimal mehr Weiber als Männer, Allerdings wird diese Ungleichheit in der Lebensdauer zum Theil auch den mannigfaltigen Gefahren und Arbeiten, die das Leben der Männer abkürzen, am meisten aber doch der ungeregelten Lebens= weise der Männer zugeschrieben,

Fran e 0.

Paris, 17. Febr. Der National geht in eine speziellere Entwicke- lung des Geseß-Entwurfs in Betreff des Kapitels von St. Denis ein. „„Was will man“, sagt dies Blatt, „eigentlih gründen oder herstellen ? Das Kapitel zu St. Denis? Nein; denn es hat ja gar nie aufgehört zu sein, und die Mitglieder!, aus denen es besteht , werden vor wie nah vom Budget bezahlt. Der Hauptpunkt is der, daß die Dynastie sih eine intime, ihr besonders zugethane Kirche stiften will; man will sih folglich einen Groß- Almosenier aus einem einfachen Erstwürdner heranbilden, ihm nach und nach den Kardinalshut aufseßen und die oberste Lenkung der Kirhe und der Geistlichkeit übertragen. Das würde dann der eigentlihe Kultus-Minister werden. Aber wo bliebe dann der Grundsaß der Gleichstellung der Kulte, die doh \o feierlich dur die Charte anerkannt ist?“ Der National citirt dann eine Stelle aus der Presse, worin dieselbe offen ausspricht, daß, wenn besagter Entwurf auch alle Folgen nah sih zöge, welche die verschie- denen Parteien ihm unterstellten, dies nur ein Grund mehr sei, um den Gesey-Entwurf so bald als möglih anzunehmen. Man versichert, daß der Erzbischof von Paris in Betreff der vom vorigen Papste erlassenen Bulle, welche das Kapitel von St. Denis seiner Autori- tät entzieht, eine Denkschrift an den päpstlichen Stuhl gerichtet habe.

Nach der lebten Zählung beträgt die Anzahl der Einwohner von Paris 1,053,897 ; nämlih feste Bevölkerung 945,721; ab- und zu- sließende Bevölkerung 88,745; Besaßung 19,701. Die Zahl der Wohnungen beträgt 30,221; nämlih bewohnte 29,525, unbewohnte 341, im Bau begriffene 355.

Großbritanien und Irland.

London, 16. März. Der. Minister des Jnnern, Sir George Grey, hat an den Kolonial-Minister Grafen Grey ein Schreiben ge= rihtet, in welhem der Plan, wie die Regierung künftig mit den bis- her zu Deportation verurtheilten Verbrehern zu verfahren gedenkt, Sein dargelegt wird, Folgendes ist der Hauptinhalt dieses

reibens :

Die Deportation von Verbrechern nah Neu-Süd-Wales hörte bereits im Jahre 1840 auf und beschränkte sich seitdem auf die Koloni - diemensland, der Norfolk - Jnsel, Vormnuba und Gibtaltar, "Das Modelle

Gefängniß zu Pentonville ward im Jahre 1842 vollendet, und im Jahre 1843 hörte der Gebrauch auf, Gefangene auf die Hulfs, abgetakelte Schiffe, zu schicken, während ín derselben Zeit das Gefängniß zu Milbank aus einem Strafgefängniß in ein Detentionshaus werwandelt wurde. Alle Gefange- nen wurden hierhergeshick und aus ihnen dann cine Wahl für das Mo- dell - Gefängniß getroffen, das sie nah guter Führung wieder nah Port- Philipp als „Verwiesene““ mit bedingungsweiser Begnadigung entlicß. Die Ücbrigen wurden als überwiescne Verbreher nah Vandiemensland, mit einigen Vorzügen vor den gewöhnlichen Verbrechern, gesbickt. Den Rest erwachsener Gefangenen in Milbank scicke man dircft nah den Straf- Etablissements. Ueber die erwachsenen männlichen Gefangenen is seit Ein- führung dieses Systems nah ihrer Aufnahme in Milbvank auf folgende Weise verfügt worden :

In 1843: 41844: 4845: Pentonville.…… 497 240 283 Buda. cas 330 150 400 L E 100 350 Vandiemensland.. 2420 1888 1629 Norfolk-Junsel .… 199 684 419 Jnvaliden-Hulk. 38 98 148

Die weiblichen Gefangenen sind sämmtlih nach Vandiemensland ge- \chickt. worden; nach welcher Kolonie au die s{hlimmste Gattung Knaben transportirt wurde, wo sie in einer besonderen Siraf-Anstalt auf der Halb- insel Tasman untergebraht wurden. Eine bessere Gattung Knaben ist nach Paikhurst und mitunter auch nach den australischen Kolonieen mit be- dingungsweisen Begnadigungen geschickt worden, Einige sind unter der Bedingung, in die Zufluchts - Anstalt in Hoxton zu treten, begnadigt wor- den, und eine größere Anzahl is neulich in die philanthropishe Anstalt aufgenommen worden, Die aus der T eportirung nah Vandiemensland hervorgehenden Uebelstände haben vor zwei Jahren die Suspension dersel- ben veranlaßt. Spätere Untersuchungen haben die Nothwendigkeit des Auf- hörens der Niederlassung auf der Norfolk - Jnsel ergeben. Das Resultat dieser beiden Maßregeln hat der Regierung eine rasch zunehmende Anzahl von Verbrechern aufgeladen, welche nothwendigerweise untergebracht werden müssen, Die bei der Transportation nah Australien gemachten Erfahrun- gen machen die Aussicht, das frühere System der Deportation nah Van- diemensland wieder einführen zu können, illusorish. Die australishen Ko- loníeen, welche dünn bevölkert sind, und denen es an Arbeitern fehlt, haben dadurch Vorzüge vor dem Mutterlande zur Aufnahme von Gefangenen, welche ihre Strafzeit überstanden haben; die nämlichen Ursachen wirken aber auch darauf hin, jene Kolonie ungeeignet zum Ausfenthait für Ver- brecher zu machen, insofern sie fontrollict oder bestraft werden sollen, Es heißt in dieser Hinsicht in dem Schreiben; „Weit entfernt, Vortheile gegen das Mut- terland als Pläye darzubieten, an wilchen ein genaues Penalsostem in Aus- führung gebracht werden kann, scheinen die Kolonieen vielmehr in dieser Rücksicht an wesentlihen Nachtheilen zu leiden. Ohne der Ausgaben zu gedenken, welche dieses System in jenen entfernten Kolonieen im Vergleich zu denen hier im Lande veranlaßt, is es augenfällig, daß sie in den wichtigsten Punkten weniger Vortheile darbieten, ein wirksames System von Penal - Disziplin in Ausführung zu bringen, als hier im Lande vorhanden sind. Die Re- ierung ist unstreiiig niht im Stande, eine so genaue und wach’ame Jn- Mectian über die praktische Wirkung der zur Behandlung dir Verbrecher angenommenen Pläne zu führen, wie dies hier geschehen fann, auch is we- niger Gelegenheit, in den Koloniecn die Dicnste einer hinreibenden Anzahl ge\cbickter Aufseher zu erhalten.“ Die unmittelbare Konvenienz, die Ver- brecher los zu werden, hat zu Resultaten geführt, die den Verbrechern selbst nachtheilig sind, Die Deportation wird daher aufgegeben werden, Es heißt darüber in dem Schreiben: „Bei genauer Erwägung dieser Frage bin ich außer Stande, Vorkehrungen oder Einrichtungen anzugeben, wodurch die Deportation einer bedeutenden Anzahl Verbrecher nacy einer unserer austra- lischen Kolonieen, um dort als solche nah dem Ausspruche des Urtheils behandelt zu werden, wieder stattfinden kann, ohne daß zugleich jene Uebel- stände wiederkfehrten, welche bisher daraus hervorgegangen sind, und ih bin der Meinung, daß die Deportation männlicher Verbrecher nah Vandie- mensland, wie solche bisher betrieben wurde, gänzlich aufgegeben werden muß.‘ Das im Gefängniß von Pentonville angenommene Svstem hat die Probe der Erfahrung bestanden und kann unter sorgfältiger Ober-Auf- sit auch auf andere Gcfängnisse im Lande ausgedehnt werden, Der vor- geschlagene Plan involvirt „eine beschränkte Periode getrennter Gefangen- schaft, worauf Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten, entwcder auswärts, wie in Bermuda und Gibraltar, oder hier im. Lande und zum Schluß in gewöhnlichen Fällen Verweisung und Verbannung während der übrigen Zeit, die das ursprüngliche Urtheil bestimmt, folgt,“ Es heißt darüber in dem Schreiben: „Es is die Absicht, daß das erste Stadium, der getrenn- ten Haft, in keinem Falle 18 Monate überschreite, und daß der Durch- shnitts-Termin einer solhen Gefangenschaft nicht länger als ein Jahr sei. Es wird vorgeschlagen, daß die Gefangenschaft cutweder im Gefängnisse von Pentonville oder in anderen Gefängnissen des Landes bestanden werde, von welchen die Jnspection ergeben hat, daß sie gehörige Einrichtungen ge- troffen haben, um das S»stem getrennter Haft in Ausführung bringen zu föónnen, Die getrennte Hast wird gegen ihren Schluß allmälig nachgelassen werden, um die Verbrecher zu dem zweiten Stadium der Bestrafunz vorzu- bereiten, Es ist die Absicht, nah dem Ablauf der Periode getrennter Haft die Gefangenen, wie jeßt hon geschicht, nah Milbauk zu schicken, von wo sie, nach der Beschaffenheit ihrer Verbrechen , eniweder nah Bermuda oder Gibrastar, oder nah anderen Pläßen außerhalb England ge|chick werden sollen, welche die Königin im Conseil bestimmen wird, oder sie werden auch zu öffentiihen Urdbeiten in England verwandt, als: zur Anlegung von Nothhäfen oder zu sonstigen Unternehmungen, die unter der Aufsicht eines Regierungs-Departements stehen, Es sollen Vorkehrungen gegen die Uebel- stände getroffen werden, toelchbe aus dem Zusammenlecben der Verbrecher, wie solches nah dem Hulk- System stattfindet, hervorgehen, die Verbrecher sollen einem Kursus getrennter Haft, moralischen und religiösen Unter- rihts und industricller Unterweisung unterworfen werden, Jn diesem zweiten Stadium wird das System des Obersten Reid, ehema- ligen Gouverneurs von Bermuda, befolgt werden, Dem. Schreiben zu- solge, ist dies System im Prinzip, obwohl nicht in allen seincn praktischen Einzelnheiten, doch im Ganzen demjenigen sehr ähnlich, wckches Capitain Maconochie mit so großer Festigkeit vertheidigt hat, Die wichtigsten Grund- züge desselben sind, daß die Verbreher nah Aufgabe arbeiten, und daß von ihrer Arbeit und ihrer Aufführung ein regelmäßiges Register gehalten wird. Hierdurh wird die Arbeit niht mehr durch den bloßen Einfluß der Furcht oder des Zwanges, wie die Sklavenarbeit, bewirkt, sondern Beweg- gründe höherer Art werden geltend gemacht, indem den Jndustriösen und tadellos sih Aufführenden unverzüglihe Vortheile geboten und fünfiig in Aussicht gestellt werden.“‘ Es wird vorgeschlagen, den Gefangenen, wenn sie das zweite Stadium der Strafe bestanden haben und ihre Aufführung ihnen Ansprüche auf Nachsicht verleiht, bedingungsweise zu begnadigen, nachdem sie eine gewisse Zeit Strafarbeit geleistet haben; die Bedingung der Begnadigung ist die nämliche, welche jext den „Verwiescnen““ aus Pentonville auferlegt wird, nämlich, daß sie England verlassen und nicht während der in ihrem ursprünglichen Urtheile bestimmten Zeitfrist zurück- fehren dürfen, Doch soll ein Unterschied stattfinden, anstatt daß nämlich die Gefangenen zusammen fortgeshickt werden, werden sie angehalten wer- den, das Land cinzeln zu verlassenz dabei wird dcr Verdienst des Gefangenen während seiner Gefangenschaften und seiner Be- nußzung zu öffentlichen Arbeiten dazu verwandt werden, die Ko- sten seiner Auswanderung und in gewissen Fällen auch die Aus- wanderungskosten seiner Familie zu bestreiten. Da die Zahl der zur De- portation verurtheilten Frauen verhältnißmäßig geringe ist so beabsichtigt man in diesem Augenblick keine Veränderung in der Art und Weise über dieselben zu verfügen. . Was jugendliche Verbrecher betrift , so wird der Zweck sein, sie vom Pfade des Verbrechens abzuleiten, Das auf sie anzu- wendende System muß daher eher einen reformatorischen als einen strafen- den Charakter haben. Jn der Nähe von London soll eine Strafschule er- richtet werden, in welche Knaben unter einem gewissen Alter geschickt wer- den sollen, Sie werden dort einc religiöse, moralische und industriöse Er-

ziehung erhalten. Für ältere Knaben wird der jeßige Brauch bedingungs- weiser Begnadigung beibehalten und Erleichterungen für Auswanderungen

werden gestattet werden. „Was andere betrifft“, heißt es in dem Srei- ben, „so würde die beabsichtigte Vereinigung zwishen dem Zu- fluhtshause für Verlassene und der philanthropishen Gesellschaft und die daraus hervorgehende Bildung einer gemeinschaftlichen Anstalt, wo Ge- legenheit zu ländlichen und anderweitigen Arbeiten außer dem Hause i, falls sie zur Ausführung käme, große Vortheile hinsichtlich der Unterbrin- ung einer bedeutenden Anzahl Knaben bei ihrer Entlassung aus dem Ge- finanisse oder a!s der Strafschule darbieten. Dieser Vorschlag is jet un- ter Berathung, doch is eine wesentliche Bedingung seiner Annahme, daß die beabsichtigte Anstalt zu jeder Zeit der Jnspecction der Regierung offen stehen muß.“ Für den Augenblick is der Plan als Versuch zu betrachten, und der Regierung wird die Modification desselben vorbehalten,

Portugal.

London, 16. März. Am 10ten wurde in einer Versammlung der Actionaire der Bank von Portugal beschlossen: 1) daß die Bank allmonatlich für 50 Contos ihrer Noten einziehen- solle, unter der Bedingung, daß die Regierung allmonatlich 32 Contos zur Liquidi=- rung der Schulden der Bank bezahle; 2) daß vom 1. April an alle Zahlungen halb in Papier, halb in baarem Gelde geleistet werden sollen. Ob der Finanz-Minister, Graf Tojal, auf diese Bedingungen eingchen werde, wußte man noch nicht, Man lobt die Thätigkeit des Leßteren sehr. Unter Anderem hat er auf der Münze den Ge- halt der fremden in Umlauf befindlihen Münzsorten im Vergleich zu den einheimishen genau prüfen und das Resultat veröffentlichen lassen, sih der Revision des Zoll - Reglements angenommen und verordnet, daß alle Noten der Bank der größeren Sicherheit halber von der Junta für den Staats-Kredit untersiegelt werden sollen. Jn Betracht, daß der Sold der Beamten schon seit drei Monaten im Rückstande ist, hat der Finanz-Minister die Gehalts-Abgabe von 2 Decimen auf 1 Decime und 5 pCt. reduzirt. Jn Lissabon wollte man wissen, daß am Bord des im Douro verunglückten Dampfschiffes „Tiber“ 230 Personen befindlih gewesen, und baß 30 bis 40 derselben um=- gekommen seien.

Eisenbahnen.

#5 Braunschweig, 18. März. Die kleinen Pakete bis 15 Pfd. gehören vertragsmäßig nicht dem Eisenbahn-, sondern dem Post- Transporte an. Die Art des Anschließens, des Befestigens solcher fleinen Pakete an größere Kolli hatte den Eisenbahn - Verwaltungen längst viele Beschwerlichkeiten bei den Abfertigungen und Verladun- gen bereitet, Künsftighin dürfen nun solche, kleine Pakete den größeren Kollis niht mehr angeheftet, sondern nur mit diesen in eine Em= ballage verpackt werden, Die Herzogliche Eisenbahn-Kommission hat nämlih heute folgende vom 10ten d. M. datirte Bekanntmachung erlassen: „Höherer Verfügung gemäß, sollen fortan kleine, das Ge- wicht von 15 Pfd. nicht erreihende Pakete von dem Transporte auf den Eisenbahnen selbst in dem Falle ausgeschlossen werden, wenn

dieselben einen Theil größerer Päckerei-Sendungen ausmachen. “Indem wir solches zur öffentlihen Kenntniß bringen, bemerken wir zuglei, daß sih diese Bestimmung auf das Gepäck der Reisenden nicht bezieht, daß aber Pakete unter 15 Pfd., welche als Eil- oder Frachtgut zur Beförderung auf der Eisenbahn cingeliefert sein möchten, auf Gefahr und Kosten des Absenders in den Güter - Magazinen, oder den Um- ständen nah, der Post-Verwaltung übergeben werden sollen,

Der sogenannten Ueberlandpost hat man hier eine große Aufmerk= samkeit gewidmet und die Vortheile für sie ermittelt und dargelegt, insofern ihr Cours von Triest über Wien, Dresden, Leipzig, Braun- shweig, Köln nah Ostende ginge. Da indeß einzelne Bahnstrecken auf diesem Course noch niht vollendet sind, so bleibt Zeit zur Ueber= legung der Sache, die allerdings von Wichtigkeit erscheint.

Niederschlesisch -Märkische Eisenbahn. Bei der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn betrugen die Ein- nahmen im Monat Januar 1847; 1) 30,248 Personen, wofür eingenommen

O: C E 32,641 Rthlr. 15 Sgr. 10 Pf.

2) Für Passagier- Gepäck -Uebergewicht

ging Cin. Cet toe b s) t ade e é 1,382 » 153» 0s 3)» 28 Equipagéü - oe oe cr ore eo 009 » 8: » 4) » 804 Ctr. 34 Pfd. Eilfracht .…..….. 914 9 10 » » 5) » 99,090 Crt. 85 Pfd. Frachtgut .….. 49,038 » 18 » 6) » Vieh-Transport «eee ooo 1,570 » 28 » » 7) » Extraordinaria „oco oe oe o eee e R 9%

Summa 87,830 Kthlr. 414 Sg. 2 Ps,

Handels - und Börsen - Nachrichten.

Berlin, 20. März, Unser Actienmarkt blieb die ganze Woche hin- durch in einem gedrückten Zustande und în derselben Unthätigkeit, wie seit- her. Die Course sind deshalb auch langsam gewichen und schließen unter der vorwöchentlihen Notirung wie folgt: Berlin-Anhalter Litt. A. 110 Brf. 1, bez., Litt. B, 99% Brf,, # Gld. Berlin - Stettiner 108 bez, u. Brf. Berlin-Hamburger 1045 % bez, Halle-Thüringer 96% % bez, u, Brf, Ober- schlesische Litt. A. 1045 %, Litt. B. 955% Brf. u. bez. Krakau-Ober- schlesische 83; % bez. Kosel-Oderberg 875 % Brf. Rheinishe Stamm- Actien 865 % Brf, deren Preferenzial-Actien 90 % Brf. Düsseldorf-Elber- felder 106 % Brf. Potsdam-Magdeburger 92 % bez. Niederschlesisch-Mär-

kishe 89% Brf., 885% Gld. Köln - Minden 915 a 5% bez. Aachen- Mastricht 85% % bez, u. Gld. Bergisch - Märkische 855 % bez, Posen-

Stargard 855 % bez. u. Brf. MagdeburgckWittenberge 87 % bez. Friedrich- Wilhelms Nordbahn 725 a §% bez. Jn österreihishen Bahnen kein Um- say, nur Pesther wurden heute a 99 % gehandelt,

Auch unsere Staats-Fonds blieben weichend, Pr, Staatsschuldscheine 93 % bez. u, Geld, Prämienscheine 955 % Br. Pr. Bank-Antheile waxen gefragt und wurden besser als in voriger Woche bezahlt, Prioritäts- Eisenbahn-Actien sind ebenfalls gesunken, Berlin-Hamburger von 975 a 96% %, Niederschk. 5proz. von 1013 a 1005%, Potsdam - Magdeb, 5proz. 1015 % bez. u. Br. a nein Fonds mit wenig Umsay behaupteten sich auf ihrem lebten Standpunkt. s Ÿ

Das Geschäft in Wechseln war nicht ausgedehnt ; die meisten Devisen sind niedriger notirt. Hamb, in k, S, etwas besser, in 2monatl, Briefen unverändert, aber schwer anzubringen. Wien flau. Amsterdam in beiden Sichten zu lassen, Frankfurt a. M. nic-driger und Paris offerirt,

i Ï jeswö j Ge-

Berlin, 20. März. Unsere dieswöchentlichen Landzufuhren von traide betrugen 119 Wispel Weizen, 209 Wispel Roggen, E Tei 92 Wispcl Hafer. Bewilligt wurde: 86./100 Rthir. S Es, die für feine Rthlr. für Roggen, 58/61 Rihlr, für gr. Gerste, 50/. ) E e ino Gerste, 42 /48 Rihlr. für Hafcr, wona eine namhafte S iger g de Werthes der mcisten Sorten sih ergiebt. Der Absay gs e po) von statten, weil Wasserzufuhren, vom Eile noch zurückgehalten, dem Play edarf feine Aushülfe gewähren konnten und derselbe, soweit es ging, sich dort versorgen mußte. Eben so mußte der Verkehr an der Halle auf verwintert stehende oder später zu liefernde Güter beschränkt bleiben. :

Weizen auf Frühjahrs-Lieferung , besonders von s{hwerem Gewicht, war in guter Frage, derselben fonnte aber, wegen Mangel an Abgeber, nicht begegnet werden, überhaupt fam s{chwere Waare bisher höchst selten vor. Der ganze Umsaß betraf eine verwinterte Ladung bunt. 84pfd. poln, a 88 Rthlr. Wir notiren: weiß. 85/87pfd. poln, 92/96 Rthlr., bunt.

84 /86pfd, poln, 88/92 Rithlr., gelb, 84./87pfd, märk, 90 a 95 Rihlr.