1847 / 250 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

den Juteressen der beiden Gränzstaatet 5 ne Z

ten möchten. der Gesandte, sein erlauchter

welche jedem übrt.

: s gebührt. Se. Majestät der Range dieses Organs ?ogichtigkeit seben, welche Ge O hee benachbarte

e. Majestät auch

einen Beweis der Gg auf bié Wiederaufnahme, un

nicht weniger Werth

t ein gegenseitiges i jangenb p plomatischen Beziehungen, bie ragen zu entscheiden, die geeignet sind,

a uns ren zwei Negierungen zu besestigen. Antwort Sr. Er l stantinopel, 15, Juli 1847. Kaiserl. Maj. dem Sultan den i i chen Ew, Exc. mih mít der Anzeige beehrten, lauchten Souverain beauftragt seien, mir auszu Sr. Maj. gewesen, wahrzunehmen, daß lichen und achtungêvollen Gesinnungen Zweifel gezogen werden fönnen, uud w sei, daß die Bande de

„Herr Prásident !

“e bie ch T "ei Länder, nicht lange auf ihre Mr De, De rig: y Versicherung Bat Sie, Herr Präsident, Herr Mussurus eben so wie jeder andere, den sein erlauchter Herr mit der Mission nah Atben beauftragen würde, versichert sein könne, daß er dort mit aller jener Achtung aufgenommen werden würde, welche jedem Organ eines befreundeten Monarchen und dem Jch häße mich glücklich,

Ew; Exc. sagen zu köunen, daß der Sultan, mein hoher Gebieter, nir den Befehl ertheilt hat, Jhnen die volle endung zu erkennen zu geben, mit haft von Seiten Sr. Maj.

warten lassen möchten. ZU dieser noch hinzu, daß jeder Gesandte,

persönlichen Range diescs Organs selbs gebührt.

/

welcher er dieje neuen Versicherungen der {Freund des Königs von Griechenland em) dauerlichen Vorfall, der unglückli

klaren Beweis liefere, und daß die Verzögerung,

geändert habe. Schritten Ew. richtet von den wahren Beweggründen, deln bestimmten, wie er mußte, in der

welches das Unglück haite, de nicht nöthig, zu sagen, daß die beide Souveraine gegenseitig zollen, zur Benehmen ihrer treuen Diener. darüber, daß einen Augenblick auch nur der sichten seines Repräsentanten Raum gewinnen dieses glücklicherweise aufgebellt ist, zweisle ich

Bedauerns bekannt zu geben.

nah Athen zu begeben.

Bekanntmachungen.

[828] Nothwendiger Verkauf. von Kroechersches Gesammtgericht zu Lohn.

Die dem Müller Johann Joachim Friedrich Nose ge- 4 Windmühle vor dem Dorfe Lohm nebs Wohn- ause im Dorfe Nr. 25, abgeschäßt zufolge der nebst Hypothekenschein und Verkguföbevingungen im (Heschäfts- zimmer des Justitiarii, Land- und Stadtgerichts-Direk- tor Wehrmann zu Havelberg, einzusehenden Taxe auf 6093 Thlr, 18 Sgr. 4 Pf., soll

am 16, März 1848, Vormittags 11 Uhr, in der Gerichtsstube zu Lohm Schul- den halber subhastirt werden,

[876 b] Bekanntmachung, L Die Direction der Niederschlesisch - Märkischen Eisen- bahn-Gesellschast beabsichtigt nachsteheude Betriebs-Ma- terialien, als einen ungefähren Jahresbedarf, nämlich: 6000 Klastern kiefernes Klobenholz, 1200 Ctr, rassinirtes Rüböl 60 ür, rohes noo!, ir. Kuochen- oder auch Baumöl 240 Cir, Palmöl, Ci s 4140 Ctr. idttalg, a Ctr, Put und 7 Ctr, uysäden oder Baumwo n-Abf, c O oflengarn-Abfall, az He Submission von geeigneten Lieferanten Zu dem Ende ersuche ih im A E lustige, die auf die ganzen Quantgn o tg Theil derselben gerichteten Offerten bis zum 4. Ofktob c, an mi gelangen zu lassen, dabei aber zu berück G tigen, daß alle obengenannten Materialien von Va Ves

err e 16 wie jeder andes welchen - Athen betrauen wird, / ger net A ion na eung aufgenommen werden wird,

in. daß er dort mit aller j Monarchen und dem persönlichen lat fen: f eran eines befreundet he Pforte wird in diesem Schritt

/ ¡ehungen legt, eben wie S (

Staaten so vortheilhaften Bezieh leg legt, baß jede audere Vbs ht zu jeder md war. Der Wunsch des Königs, mei ° p seinen Ges erfüllt sein, wenn aus einer bedauerlien Srl” lauchten 1 anes Vertrauen hervorginge, und we verstel- En Î Wege bahnen würde, um alle jene für immer diese Gesinnungen zwl1-

Koletti " Sas i Efendi an Herrn Kolettis. E Es Jch beeilte mich, Sr. 1 Brief vom 2, Juli vorzulegen, durch wel- daß Sie durch Jhren er- drücken, wie empfindlich es die Aufrichtigkeit, seine freundschaft- für die hohe Pforte hätten je in ie aufrihtig der Wunsch Sr. Maj. r Freundschaft und guten Nachbarschaft, so förderlich

d empfangen hat, und sein Verlangen , den be- cerweise sich zwischen beiden Regierungen erhob, beendigt zu schen. Se. Kaiserl, Majestät beauftragt mich zu gleicher Zeit, Sie, Herr Präsident, wiederholt zu versichern, daß er von denselben Gesinnungen und von demselben Wunsche beseelt sei, von welchem der Brief, den Se. Maj. an Se. Maj. den König von Griechenland gerichtet , einen welche in der Behandlung der Frage eingetreten, durchaus nicht die Aufrichtigkeit seiner Gesinnungen Der Sultan, mein hoher Gebieter, glanbt auch in den Exc. den Beweis zu sehen, daß Se. Maj. der König, unter- welche seinen Nepräsentanten zu han- Angelegenheit Karatasso's nicht mehr einen Mangel an Hochachtung von seiner Seite erblicke ein Benchmen, der höchsten Person zu mißfallen. Jch habe - Ächtung und die Freundschaft, welche sich Richtschnur dienen werde für das Eben so is Seine Maj. der Sultan betrübt geringste Argwohn in Betreff der Ab- fonnte., Jm Augenblicke, wo alles durchaus nicht, daß Se. Maj. der König von Griechenland keinen Anstand nehmen wird, einem Diener der hohen Pforte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, der, indem er die Befehle seiner Regierung mit Genauigkeit vollzog, ihm mißfallen konnte. Neberdies is Se. Kaiserliche Majestät überzeugt, daß, um die leisesten Spuren jenes traurigen Mißverständnisses zu verwischen, Ew. Excellenz nicht zaudern wird, mich zu ermächtigen, Herrn Mussurus den Ausdruck Jhres Sobald Ew. Excellerz mich von die- ser Ermächtigung in Kenntniß geseht haben werden, wird der Sultan nicht zögern, seinem Gesandten die nothwendigen Befehle zu ertheilen, um sich Was die Justructionen betrifft, mit Mussurus versehen sein wird, so kann ih niht besser den Sinn derselben angeben, als wenn ich Ew, Excellenz versichere, daß sie als Grundidee die

1770

deren Sie sih, Herr Präsident, bedient habett,

ögern wieder ins Lebeit tre- 1 eigenen Worte habet wetden. deren E haben werden, als aus E bee

. h. e feinen anderen d. d ion Vorfall ein gegenseitiges Vertrauen hervorgehen zu lassen und

i ósung aller jener Fragen vorzubereiten, die geeignet sind, für E M S zivischen den beiden Regierungen zu befestigen. Ali Efendi.“

König Türkei.

Konstautinopel, 18. Aug. (A. Z.) Lord Cowley hat die- ser Tage wegen Syrien eine lange Konferenz mit Ali Efendi ge- habt. Die neue Organisation, welche diese Provinz erhalten sollte, und deren Entwurf eine ausgezeichnete Arbeit des gegenwärtigen Pforteu-Gesandten zu Wien, Schekib Efendi's, ist, hat später von Konstantinopel aus sechs Zusaß- Artikel erhalten, welche die Organisi- rung der Gerichts-Behörden betreffen. Lord Cowley erhebt nun widh= tige Bedeu!en gegen die Zweckmäßigkeit der in den Zusatz-Artikeln enthaltenen Anordnungen, insofern sich diese auf Streitigkeiten bezie- hen, in denen Franken oder Fremde überhaupt betheiligt sind. Die Bestimmungen in deu Zusaß-Artikeln stehen in Widerspruch mit den Bestimmungen des ursprünglichen, von allen europäischen Mächten gut- geheißenen Geseßes, weshalb Lord Cowley die Zurükführung dersel- ben auf die früher vorgeschlagenen und allseitig angenommenen Nor- men verlangt. Die Erwiederung d:s Reis-Efendi lautete dahin, daß die Pforte auf die Ausführung der Zusaß-Artifel nicht leiht verzich- ten könne, daß sie jedo dieselben nicht eher in Wirksamkeit treten lassen werde, bis alle von den Mächten dagegen gehegten Bedeuken vollständig gehoben seien. i

Das hiesige Journal berichtet von einer Niederlage , welche die Rebellen von Albanien in Berat erlitten haben sollen. An 3000 Mann stark drangen sie in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli in diese Stadt ein, die von zwei Bataillonen regulairer Jufanterie und 1000 Mann irregulairen Truppen beseßt war. Die türkishen Trup- pen seßten sich zur Wehre, und die Rebellen wurden mit Verlust von 900 Todten und 60 Gefangenen aus der Stadt wieder in die Ge- birge zurückgetrieben. Auch Dschuleka soll beim Angriff auf einen Couvoi mit Lebensmitteln, der nah Argyrokästro bestimmt war, mit einem Verlust von mehreren Hunderten seiner Leute zurügeschlagen worden sein. Seitdem sollen die Aufrührer die Offensive aufgegeben haben. Das Hauptquartier der türkischen Armee hat Monajtir am 1. August verlassen und die Richtung nah Berat genommen. Nah dem Plan von Darbher Reschid Pascha soll sich das Landheer in zwei Haufen theilen, wovon der eine, unter dem Befehl des Ober- Generals selbst, im Sandschak Berat operiren, der andere aber unter dem Befehl von Jsmail Pascha die Verfolgung und Zerstreuung der Bande Dschuleka's versuchen soll. Diese Operationen sollen abe1 erst beginnen, wenn das Blokade -= Geschwader an Ort und Stelle sein wird, um gleichfalls mitzuwirken. Die türkische Flotte, deren Aus=- laufen seither, wie man versichert, wegen der Differenz mit Griechen- land verzögert wurde, hat nun endlich doch am {15ten d, den Bos- porus verlassen und is nah dem Archipel abgesegel. ,

Die Cholera nähert sich uns mehr und mehr. Sie is nun in Kars und in Bitlis eingedrungen und herrscht auch in Tagaurog.

Herr von Titof i am {ten d. auf dem französischen Paket- boot hier angekommen und sogleich auf dem russishen Dampfboot nach Bujukdere gefahren.

Konstantiuopel, 25. Ang. (Oesterr. Beob.) Die Pforte hat am 21. August an die Repräsentanten der fünf Großmächte eine Note gerichtet, woriu sie, bei dem Ausbleiben der von ihr seitens der griechischen Regierung für die dem Herrn Mussurus zugefügte Beleidigung verlangten Genugthuung ihren Entschluß bekannt macht,

fann ver-

Kon-

Verwirklichung

mit denen Herr

Allgemeine

r Auzeiger.

zu jenen Maßregeln zu \creiten, die sie für nothwendig halte, um ihre Würde und ihre Juteressen ‘zu wahren, und die sie bisher aus

Rücksicht für die Vermittelung des K. Hofes verzögern zu müssen

glaubte. Das Journal de Constantinople vom 21. August enthält hierüber einen ausführlihen Artifel, an dem jedoch zu be- rihtigen ist, daß die Entziehung des Exequaturs sämmtlicher griechi= {en Konsuln und die Rückberufung der türkishen Konsuln aus Grie- chenland bereits angeordnet is, während die zweite der angekündig- ten Maßregeln, nämlich das Verbot der Küstenfahrt für die griechi- sche “— raben erst in Monatsfrist in Vollzug geseßt wer= den joll.

Durch das englishe Dampfboot „Tiger“‘, welches am 20. August von Trapezunt aulangte , sind Nachrichten aus Teheran eingelaufen, die bis zum 1sten d. M. reichen, und u2ch welchen in jener Haupt- stadt eine. höchst bedeutende Militair - Jusurrection ausgebrochen war. Die vor der Stadt gelagerten Truppen verlangten nämlich mit Un- gestüm ihren rüständigen Sold , wodur die Regierung in große Verlegenheit geseßt wurde.

Der Kaiserlich russische außerordentliche Gesandte und bevoll mächtigte Minister Herr von Titoff, welcher so eben von seiner Ur- laubsreise zurückgekehrt is, hatte gestern seine Antritts-Audienz beim Sultan und zugleich der interimistishe außerordentl‘che Gesandte, Herr von Ustinoff, welcher in einigen Wochen diese Hauptstadt ver- läßt, seine Abschieds-Audienz.

Vermischtes.

Stuttgart. (Schwäb. Merk.) Mit den großen Quantitäten von Mais (Welschkorn), welche während der Theurungszeit aus Amerika in die europäischen Staaten gebracht wurden , is häufig in außerordentlicher An- zahl ein fleiner Rüsselkäfer, Calandera (Sitophila ) oryzae, mitgefom- men, welcher anderwärts dem Reis- und Maiskforn durch seine Larve eben fo gro- ßen Schaden briugt, als in Deutschland der einheimische Kornwurm (Calandra granaria) den verschiedenen Getraide-Arten, die bei uns gepflanzt werden. Es möchte schr zu rathen sein, darauf Bedacht zu nehmen, daß diese schlimmen Gäste sich niht zum Verderben der Maispflanzungen in Deutschland ver- breiten und afflimatisiren, zu welchem Ende die lebend angekommenen, wo sie in großer Anzahl sich zeigen, so viel als mögli zusammenzukehren und in siedendes Wasser zu werfen oder auf andere Weise sorgfältig zu vertil- gen sein möchten,

Eiscnbahnen uud Dampfschifffahrt.

Görlit, 1. Septbr. (Bresl. Ztg.) Heute wurde die Säch= sis - Schlesishe Eisenbahn vollständig dem Betriebe übergeben und auch die leßte Strecke der Niederschlesisch-Märkischen vom ¿nterimisti- {hen Bahnhofe bei Hennersdorf bis guf den Bahnhof zu Görliß eröffnet,

Nom, 26. Aug. (N. K.) Seine Heiligkeit hat gestern den Bau zweier Eisenbahnen nah dem am 24sten im Minister-Rathe an- genommenen Plane genehmigt. Die nächste Nummer des Diario soll den im Conseil erstatteten Bericht ausführlich bringen. Die bei- den Lnien, zu welchen für jeßt Konzessionen ertheilt werden, find die von Rom nach der neapolitauishen Gränze bei Ceprano und die große Linie von Rom nach Bologna und bis zur modenesischen Gränze Die konzessionirten Baugesellshaften (eine für jede Linie) haben 92,000 Scndi für die Vorstudien und 1,100,000 Scudi für die Aus= führung des Baues als Caution niederzulegen,

sten Qualität sein und auf die beliebig zu bezei Bahnstationen franco abgeliefert wien, n lare der Bedingungen sind im Central-Büregu guf dem wefgen Bahnhofe entgegenzunehmen, erlin, den 23, August 1847, Der Betriebs - Direktor von Glümer,

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[794] f Aachen-Mastrichter Eisenbahn.

Verdiug der Arbeiten auf Niederländischem

Gebiete,

Wir machen hiermit bekannt, daß die Baubedingun- en nebst den Längenprofilen und Berechnungen der ahnstrecken auf Niederländischem Gebiete, einschließlich der Zweigbahn nah den Steinkohlengruben zu Kirch- rath, bis zum 21, September d, J. in den Büreaus der Gesells f Seri ras Kapuzinerstraße Nr, 1101, irihsbongard Nr. 1304, zur Einsicht

und zu Aachen,

offen liegen, daß RH Reda nNgen an den Tagen

vom 10, bis 21. September von den Beamten der Ge-

ula auch an Ort und Stelle die etwa noch erforder- e Auskunft gegeben werden soll.

je Arbeiten sind în sechs Loose eingetheilt, auf

welhe im Ganzen öder theilweise submissionirt wer- den kann.

Die versiegelten Submissionen mit der Aufschrift: „Submission auf das ..,. Loos der Aa- chen-Mastrichter Eisenbahn“

sind bis zum 21, September c., Abends 7 Uhr, in ei- nem der vorerwähnten Büreaus abzugeben,

Die Eröffnung derselben geschieht am 22. Septem- ber, Vormittags 10 Uhr, im Büreau zu Mastricht und im Beisein der sich daselbst einfindeuden Submissionaire,

Agchen, 17. August 1847,

Die Dirééctio h

Aachen-Düsseldorfer Fisenbahn-Gesellschaft.

Dritte Einzahlung von 5 Pro Cent.

Unter 3ezugnahme auf’ die Artikel 10 und

11 des unterm 21. Au-

- d gust 1846 bestätigten A Gesellschasts - Statuts werden die Actionaire

} hierdurch aufgefordert, die Dritte Einrahluog von fünf pro Cent oder 10 Thlr. per Actie

spätestens bis zum 10. September

dieses Jahres nach ihrer VVahl bei den Herrea Oeder & Co. in Aachen, N, Wergislosse - - Anhalt & Wagener in Berlin, Wilh. Cleff in Düsseldorf, „Abr. Schaasshausen in Köln P leisten und die in ihren Händen befindlichen mis Qu I Mangan über die srükeren Einzahlungen 15 ito Gia c Kanea deren Zurückgabe die über Partial Bildes, d lhle. per Actie lautenden ncuenr Die VirEd E E Et werden. d baa P gui dlner werden vorlänfig gen ertheilen, welche Jaa i BATn Interims-Quittun- ' demnächst gegen die von uns uoterm 10, September 1847 vollzogenen sörmlichen

Partial-Quittungen unget ausct Aachen, am 26. Juli 1847. A SERYD,

Die Direction. v. Hasenkam

Spezial « Direktor - Säbuidiwg

[818 b]

a Ap | S

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1825] Bekanntmachung, die öffentlihe Versteigerung raffinirter Nickelspeise betreffend.

Auf dem Königlichen Blaufarbenwerke zu Oberschlema bei Schneeberg soll den 18. Oktober 1847, früh 10 Uhr,

eine Quantität raffinirter Nickelspeise in ver- schiedenen Raten, gegen sofort zu leistende Anzah- lung eines Viertheils des Betrages der erstande- nen Quanten und unter den sonstigen, am Tage der Versteigerung zu eröffnenden Bedingungen, bis auf hohe Finanz-Ministerial-Genehmigung der Seiten der Lizl- tanten verbindlichen Gebote, öffentlich versteigert werden, Die Herren Konkurrenten haben entweder in Person oder durch legitimirte Bevollmächtigte im Licitations- Termine zu erscheinen. F Blaufarbenwerk Oberschlema, den 2. September 1847,

Die Königl, Sächs. Administration daselbst, _

Graf von Holyendorff,

“Oberhohndorfer Stein- A fohlen-Actien-Verein.

D | M7 D S (Zeneral-Versammlung

des Oberhohndorfer Steinkohlen-Actien-Vereins is künf-

tiger _ C A 6. Oktober dieses Jahres

anberaumt und twerden die Herren Actionaire ersucht, si an diesem Tage Bormittags zehn Uhr, im Restaurations-Gebäude des Dresdener Bahnhofes zu Leipzig recht zahlreich einzufinden,

Gegenstände der Tagesordnung sind: 1) Erstattung des Geschäftsberichts, 4) Ablegung der Jahresrechnung, did 3) Berathung tegen Erfüllung der Verbindlichkei- ten des Actienvereins gegen die Verkäufer der Kohlengrundstücke und 4) Ergänzung des Ausschusses. N Oberhohndorf bei Zwickau, den 3. Septbr. 1847. Das Direftorium. C, A, Schönherr,

————_-

Citerarische Anzeigen.

Literarische Anzeige der Besserschen Bnchhardlung

[829] (VWV. llertz), Behrenstr, 44, ARCHIVES DU P-'AUVUPERTS M E ET DE ; LA CHARITE.

Recueil destiné à indiquer les moyens de détruire ou d'’a- doucir les misères sociales, à signaler les principaux é¿crits publiés à celte Intention, à faire connaitre les institutions de bienfaisance on de repression, ainsì que les efforts de l'esprit chrétien pour l’améliora- tion physique, morale et religieuse des populations,

SOUS LA DIRECTION de M. AMAND SAINTES. Ta oÚUV VououU 7 APaAIN-

(S. Paul, Rom. XIII,, 10.)

Les Archives du Paupérisme paraitront d’abord tons les deux mo?!s, à dater du Aer novembre pro- chain, par cahier de s pt à huit feuilles, grand in 8., soit 120 fortes pages d’impression. On s’abonne pour PAllemagne et les Etats du Nord :

2 Hambourg, chez Hérold, libraire, Rathhaus-

strasse 9,

à Berlin, chez Hertz, libraire, Bebhrenstr. 44; pour la France et les autres pays:

à Paris, chez Joël Cherbnliez, libraire, place

de l’Oratoire 6,

5 Genèrve, même maison, rue de la Cité. i Le prix de l’abonnement pour une année 0u 6 ca- hbiers, est de 4 thalers de Prnsse; et de 16 francs de France pour les pays non allemands.

Je prie instamment MM. les rédacteurs des Jour- naux ou Revues qui se consacrent en tout ou en partie au mêème sujet» de vouloir bien sraternelle- ment recevoir notre modeste publication en échange de la leur, et de nous les faire paivenir régulière- ment par l’entremise_ de M. Cherbuliez, libraire à Paris et à Genève, ains1 que par la maison Herold ci-dessus indiquée, J'ose adresser la méme prière À ceux de MM. les directeurs des sociétés de bien- faisance, dont les rapports imprimés pourraient con- tenir des faits ou des instructions dout la connais- sance Serail avantageuse au public, ainsì qu'à MM. les auteurs ou éditeurs d’ouvrages qui rentrent plus particulièrement dans notre spécialité.

[893 b] Privat-Unterricht im Italienischen, Behrenstr. No, 11, parterre, Prof, Martini,

Das Abonnement beträgt:

2 Rthlr. für 4 Iahr. 4 Rthlr. - Jahr. 8 Rthlr. - L Iahr.

in allen Theilen dcr Monarchie ohne Preis - Erhöhung.

Fei cinzelnen Uummern wird

der Bogen mit 25 Sgr, bercchnet.

Preußische Z

Allgemein

eitung.

Alle p - An d | und A1 Res eon D ins anf dieses Blatt an, für Berlin die E der Allg. Preuf. Behren-Straße Ür. 57.

Inserfions-Gebühr sür den Raum einer Zeile dcs Allg. Anzeigers 2 Sgr.

Berlin, Donnerstag den 9e September

Amtlicher Theil.

Juland. Provinz Schlesien, Truppen-Uebungen. Ausstellung von Garten-Erzeugnissen. L ;

Deutsche Bundesstaaten. Königreih Bayern. Vermischtes, Großherzogthum Melenburg-Schwerin, Schreiben des Groß- herzogs an den Dr. Holdhcim. Fürstenthum Hohenzollern- Hechingen, Die Fürstin von Hohenzollern-Hechingen 4. Schreiben aus Frankfurt a. M. (Reisen hoher Personen; die Angclegenheiten JFtaliens und der Schweizz die Messe; Vermischtes.) :

Nußland und Polen. St, Petersburg. Armeebericht aus dem Kaukasus. Die Cholera in Tiflis, Regierungs-Maßregeln gegen diese Epidemie und ihr Ausbruch in Astrachan.

Frankreich. Paris, Die italienischen Angelegenheiten, Zahlung Eynard’s, Don Enrique. Untersuchung der Warneryschen Anschul- digungen. Falshmünzerbande, Marseille. Die Vorbereitungen für den Herzog von Aumale in Algier. Schreiben aus Paris. (Er- neuerte Volksaufläufe.)

Großbritanien und Jrland. London. Die Königin in Schott- land, Arbeiter -Ferien, Die Bank und die Fallissements. Die Wahlen, Ungünstiges Gefecht am Cap. Die Times über Por- tugal, Vermischtes.

Belgien. Brüssel. Die Veränderungen im Personal der Bezirks-Kom- missare. Vermischtes,

Schweiz. Kanton Bern, Tagsaßung. Kanton Aargau, Groß- raths-Verhandlungen.

talien. Nom. Vermischtes, Neapel.

Spanien. Minister-Krisis,

Gerichts-Verhandlungen wegen der polnischeu Verschwörung.

Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Krakau. Ankunft der er- sten Lokomotive aus Preußen. Handels- und Börsen-Nachrichten.

Königl, Opernhaus, (Cosi san tutte von Mozart.) Kiel, Versamm- lung der deutschen Laud- und Forstwirthe, e /

Beilage,

Amtlicher Theil.

__ Ihre Königl, Hoheit die Prinzessin Anna is aus Putbus wieder zurück hier eingetroffen.

S B efanntmachung,.

Es sind neuerdings wieder Fälle vorgekommen,- daß mit der Post nah Rußland versandte Päkereien, wegen ihrer mangelhaften Em- ballirung, an den Bestimmungsorten mit beschädigtem Juhalte ange- kommen sind. j

Die Empfänger der Sendungen haben dadurch nicht allein Ver= luste, sondern auch Weiterungen mit der Kaiserlih russischen Zoll- Behörde gehabt.

Das General-Post-Amt sieht si daher veranlaßt, die Bekannt= machung vom 19. April 1839, nah welcher die mit der Post nah Rußland zu versendenden Päkereien auf's sorgsältigste und haltbarste emballirt scin müssen, dem Publikum, welhes Päckereien nah Ruß- land mit der Post versendet, hierdurch mit dem Bemerken zur ge= nauen Beachtung in Erinnerung zu bringen, daß die Kaiserlich russische Post-Verwaltung Beschädigungen von Post -Sendungen, deren Em- ballage auf dem Transporte zerricben, zerrissen oder zerschlagen wird, grundsäßlich nicht vertritt.

Berlin, den 5. September 1847.

General-Post-Amt.

Die Jmmatriculation für das bevorstehende Winter-Seme= er 1847—48 findet bis acht Tage nach dem 15, Oktober, dem vor= chriftsmäßigen Anfango der Vorlesungen, wöchentlih zweimal, Mitt- wohs und Sonnabends um 12 Uhr, im Senatssaal statt.

Zur Aufnahme i} erforderlich ; i

1) wenn ein Studirender das akademische Studium beginnt, das

Sch ul= oder Prüfungs=-Zeugnißz

2) wenn er bereits von einer anderen Universität kommt, ein voll= ständiges Abgangs=Zeugnißz

3) wenn er die akademischen Studien eine Zeit lang unterbrochen hat, ein Zeugniß über sein Betragen von der Obrigkeit des Orts, wo er sich im leßten Zábre längere Zeit aufgehal=

ten hat, in welchem zugleich zu bemerken i, daß von ihm ei

öffentliche Lehr-Anstalt uicht besucht sei; P baß An Os

4) wenn er der väterlihen oder vormundschaftlihen Gewalt noch

unterworfen ist, ein obrigkeitlih beglaubigtes Zeugniß

der Aeltern oder derer, die jhre Stelle vertreten, daß der Stu-

, dirende von ihnen auf die plesige Universität gesandt sei;

5) T er von auswärts gekommen ist, der Paß oder Reise-

ein.

__ Inländer, welhe das Gymuasfium mit dem Zeugniß der Nicht- reife verlassen haben und die Aufnahme ben d E nach c Us des Prüfungs-Reglements vom 4, Juni 1834 nur bei der philosophi- schen Fakultät in einem besonderen Album und nicht für ein bestimm= tes Berufsfach inskribirt werden; Juläuder, die gar keine Maturitäts- Prüfung bestanden und beim Besuch einer inländischen Univer= sität nur die Absicht haben, sich eine allgemeine Bildung für die höheren Lebenskreise oder cine besondere für ein gewisses Be- rufsfah zu geben, ohne daß sie sich für den eigentlichen gelehrten / Staats- oder Kirchendienst bestimmen, werden mit Genehmigung des Königlichen Regierungs - Bevollmächtigten auf den Grund eines von ihnen beizubringenden Zeugnisses über ihre bisherige sittlihe Führung zwar zur JImmatriculation und zur Juscription bei der philosophischen Fakultät zugelassen; jedoch soll in ihrer Matrikel der bestimmte Zweck ihres Universitäts - Besuchs vermerkt werden, nahdem sie auh noch zuvor ihre Verzichtleistung auf den eigentlihen gelehrten Staats- und Kirchendienst vorher zu Protokoll erklärt haben,

Die unter 1 —5 bezeichneten, in dem durch die Allerhöchste Be= kanntmachung vom 5. Dezember 1835 publizirtén Bundesbeschluß vor- geschriebenen, so wie die von den Nichtreifen beizubringenden Papiere werden bei der Jmmatriculation. abgegeben, bis zu dem Abgange der Studirenden in der Universitäts «Registratur aufbewahrt und ihnen dann zurückgegeben. Nur diejenigen, welhè nah Bewanduiß ihrer Verhältnisse mit den vorgenanuten Erfordernissen versehen sind, kön- nen zur Jnscription zugelassen werden.

Berlin, den 7. September 1847.

Die Jmmatriculations - Kommission. Büch. Lehnert.

Angekommen: Se. Excellenz der General - Lieutenant und fommandirende General des 4sten Armee-Corps , Graf zu Dohna, von Königsberg i. Pr.

Abgereist: Jhre Durchlaucht die Fürstin Clotilde zu Ho- henlohe-Bartenstein, nah Hambütg;

Der Wirkliche Geheime Ober-Regierungs-Rath und Direktor im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten, Dr, von Ladenberg, nach Halle a. S,

Uichtamtlicher Theil.

Inland.

Provinz Schlesien. Am 6. Sept. verließen die breslauer Garnison und die aus Schweidniß und Brieg am 28. August dort eingerückten Füsilier - Bataillone des 10ten und 1lten Jnfanterie=- Regiments die Stadt und zogen dem Manöver- Plaße zu. Die Manöver der 14lten Division werden ¡diesmal in der Gegend von Oels, und zwar von dem interimistischen Divisionair, General-Ma- jor Grafen Pückler, abgehalten.

Die in Breslau vor kurzem gebildete Section für Obstbau und Garten-Kultur hat beschlossen, eine Ausstellung von Garten-Erzeug- nissen aller Art zu veranstalten,

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. (N. K.) Se. Majestät der König hat den ordentlichen Professor an der theologischen Fakultät der münche= ner Universität, De. J. Döllinger, in den Ruhestand verseßt.

Dem Vernehmen nah, wird die außerordentlihe Stände-Ver= fammlung in Abwesenheit Sr. Majestät des Königs durch den Prin- zen Luitpold eröffnet werden,

Der Speyerschen Zeitung zufolge, hat die protestantische Fakultät der Universität zu Erlangen gegen die Errichtung einer neuen Professur für die unirte Kirche protestirt.

Es sollen zwei Schwadronen des in Bamberg garnisonirenden Chevauxlegers-Regiments nah Würzburg, verlegt werden.

1847.

Großberzogthum Meeleuburg - Schwerin. Der Dr. Holdheim hat bei seinem Abgange vom Landes - Rabbinat das nachstehende Entlassungs - Schreiben erhalten : „„\Friedrich Franz 2c. : Wir wollen auf Euer desfallsiges Gesuch aus dem Amte eines Lan- des-Rabbiners, unter rühmlicher Anerkennung der Einsicht, See haftigkeit und des Erfolges Eurer amtlichen Wirksamkeit , hiermittelst zum 1. September 1847 Euch in Gnaden entlassen. Ge ebeu dur

SO Regierung, Schwerin, den 31. Juli 1847. edri

ranz.“

Fürstenthum Hohenzollern- Hechingen. (A. Z.) Auf der Durchreise von Baden in die Residenz Hechingen begriffen, starb am 41. September in Freudenstadt in Württemberg die regierende Frau Fürstin von Hohenzollern-Hechingen, geb. Prinzessin von Leuch- tenberg Königl. Hoheit, in den Armen ihres durchlauchtigsten Gemahls, fromm und gottergeben, wie die hohe Frau gelebt hat. Die An- näherung ihrer leßten Stunde fühlend, trat die erhabene: Frau von Baden aus ihre leßte Reise zur Rückkehr in die irdische Heimath schnsuchtsvoll anz aber sie sollte sie niht mehr erreichen, sondern sie ging in die ewige ein, ‘in welcher sie schon längst heimisch war. Wer die edle Fürstin kannte, als Gattin, als die verehrte und geliebte Mutter ihrer Unterthgnen, welche jedem Leiden ihr Mitleid schenkte, jeder Noth Erleichterung zu schaffen wußte, der wird die Thränen gerecht finden, welhe jeßt um sie fließen. Wenige Augenblicke nah= dem die Frau Fürstin verschieden war, kam Jhre Durchlaucht die Frau Gräfin Theodolinde von Württemberg, Schwester der Verewigten, hier an, welhe, durch Estaffektte von dem drohenden Unglück unterrichtet, augenblicklich hierher geeilt war, aber in das Auge der innig und \chwesterlich Geliebten niht mehr hatte bliden können.

XX ir a. M., 6. Sept. Se. Königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen hat sich vorgestern von hier nah Böhmen auf einige Wochen begeben und stattet dem Herzogl. sachsen-meiningen- hen Hofe auf der Sommer-Residenz Altenstein einen Besuch ab. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Oldenburg ist geßern nebst Gefolge, auf einer größeren Reise begriffen, hier eingetrofssen. Se. Hoheit der Herzog von Nassau wird heute in Bicberih aus Schott- land zurüdckerwartet.

Die seit Anfang dieses Monats eingetretene unfreundlichere Wit= terung wird, wie män hört, den Aufenthalt der auf dem nahen Schlo}se Rumpenheim vereinigten hohen Personen etwas abkürzen, die-nahen Taunusbäder sehen nun auch ihre Saison rascher zu Ende gehen,“ doch weilten in dem nahen Soden noch mehrere Mitglieder unseres diplomatischen Corps, unter Anderen au der Königl. preu- ßische Bundestags-Gesandte, Herr Graf von Dönhoff.

__ Wie man vermuthet, wird die Bundes - Versammlung in der nächsten Woche ihre Session schließen, und es verlassen dann mehrere der Herren Bundestags-Gesandten unsere Stadt.

Die neuesten aus Wien hier eingetroffenen Mittheilungen geben die sichere Hoffnung, daß durch die bereits begonnenen diplomatischen Verhandlungen die Aufregung in Jtalien gedämpft werde, ohne daß dadurch der ruhigen Reform=Entwickelung der verschiedenen Staaten Einhalt geschehen solle. Es galt nur, die Revolution, die einen all- gemeinen Umsturzplan verfolgt, zu bannen. Auch in der Schweiz hofft man, daß es nicht zwischen der Tagsaßung und dem Sonder= bund zum Aeußersten komme.

Unsere Herbstmesse kann als beendigt betrachtet werden, denn der Kleinhandel zählt niht und namentlich bei so ungünstiger Witte= rung, Der Großhandel lieferte shlechte Resultate, wie dies nicht anders sein konnte. Es zeigte sd wenig Kauflust und noch weniger baares Geld. Jn Mode- und Luxuë-Artifeln wurde noch das meiste gethan. Der heute begonnene, Lederhandel dürfte einen guten Ver= lauf nehmenz der Markt ist gerade nicht überführt, und die Preise sind bei lebhafter Kauflust ziemlih annehmbar.

Die Fruchtpreise ziehen wieder an, und wahrscheinli steigt die Brodtaxe in diejer Woche wieder, Die Kartoffeln sind in unserer E lehr ge Gai

on unserer Börse läßt sih wenig sagen z das Geschäft ‘ist sehr still, das baare Geld knapp. 0A i La.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 2. Sept. Der Kawkas enthält folgen- des Schreiben aus dem Daghestan, welhes einige nähere Details über die gegenwärtige Lage der Truppen im Kaukasus, so wie über den Gang der Cholera, liefert :

Königliches Opernhaus. „Cosìi fan tulte“ von Mozart. (Den 7. September.) |

___ Schon seit gergumer Zeit ward unserer kritischen Feder kein Anlaß, sich über ein musikalisches Ereigniß der Königlichen Bühne zu ergehen. Seit Wiedereröffnung der Oper herrschte cin Zustand der Dürre im Repertoir, der den wahren Kunstfreund mit Betrübniß erfüllen mußte. Von deutschen Opern wurde, außer dem stets als Lückenbüßer benußten „Freishüß“, nur „Catharina Cornaro“’ gegeben, das übrige Repertoir füllten theils zur Genüge gehörte ita - lienisch e Opern: „Negimentstochter“, „Nachtwandlerin““, theils französi- \ch e Erzeugnisse ¿ „Krondiamanten““, „Sirene““. Leptere gehören aber bekänntlich zu jenen modernen dramatisch-musikalischen Zwittergestaltungen aus der Fabrik der Herren Seribe und Auber, die, weder Lustspiel noh Oper, den Haupt- Hebel in der Handlung und im Dialog suchen. Die Musik bildet bei ih- nen einen sehr unwesentlichen, untergeordneten Theil. Das ganze musika- lische Jnteresse v sich um eine einzige Glanzpartie, welcher die anderen Miittren Ce piel- als Sing-Rollen ) zur Folie dienen, so daß diese Werke bei ihrem auch übrigens unbedeutenden musikalischen Gchalie nur ein sehr flüchtiges musikalisches Juteresse zu erregen geeignet sind. Dennoch würden wir gegen ihre Wieder-Aufführung um so weniger etwas einzuwen- den haben, als dadurch den Anforderungen cines großen Theiles des Publi- fums begegnet wird, wenn nur das höhere Kunst-Jnteresse ihretwegen nicht verabsäumt und z. B. gleichzeitig die Wiedererweckung ciner Anzabl von lang vermißten guten und klassischen Werken, wie: Wasserträger““ Oberon“ „Stumme von Portici“/ u. #, w., bewerkstelligt worden wäre, deren Auffüh- rung, obglei allgemein ersehnt, man noch immer vergebens entgegensieht Doch, hoffen wir von der Zukunft, was die Vergangenheit niht gewährt hat, Möchte uns für große Dürre bald ein ret éa Regen echter

Kunstgenüsse entschädigen! Möchten der heutigen Aufführung von „Cosìi san tutte“ viele ähnliche Meisterwerke folgen!

Der Ausführung genannter Oper durch unser hiesiges, nunmehr-wieder voll- zähliges Personal gebührt übrigens alles Lob. Mozart*s Genius be- lebte sichtlih alle Mitwirkende, so daß ein treffliches Ensemble erzielt wurde und man \ich dem Genusse des lebensvollen Kunstwerkes, voller charakteri- stischer Feinheit und Laune, ungestört hingeben konnte. Sowohl die Damen Tuczek und Brexend orf als Zsabella und Rosaura (wie das Schwe- sternpaar von dem neuen Bearbeiter des Süjets getauft is), als auch die Herren Mantius, Bötticher und Z\chieshe als Don Fernando, Don Alvar und Don Onofrio zeichneten sich durch eht künstlerische Ausführung ihrer Rollen aus. Eben ‘so war Dlle. Marx als Dolores ganz an ihrem Playe. Sie trat namentlich in ihren Verkleibungen als Doktor und Notar mit vielem Humor auf und löste ihre Aufgabe überhaupt, auch was die Ausführung des musikalischen Theils derselben betrifft, in durchaus befriedi- gender Weise, 2.

Kiel, 6. Sept. (Alt, Merk) Die heute beginnende 41te Ver- sammlung der deutschen Land - und Forstwirthe wird allem Anscheine nah die besuchteste von allen werden. Schon vor Ankunft des gestrigen Nach« mittagszuges belief sich die Zahl der eingeschriebenen Theilnehmer auf mehr als 1000, und der sehr start beseyte Zug brachte deren sicher noch mehrere hunderte, die aber zum Theil, da nur ein einziges Aufnahmebüreau einge- richtet war, bis spät in den Abend hinein auf ihre Erlösung aus ersticken- dem Gedränge und auf ihre Zulassung zu den hon am gestrigen Abend begonnenen Freuden der Versammlung harren mußten. Man Eu daß die Zahl der Theilnehmer wohl auf 2000, wenn nicht darüber steigen verde. Die Stadt trägt hier und da ein festliches Gepräge, Fahnen

flattern von manchem Giebel, und Guirlanden müden manche Hausfronte, so. wie auch ein erhöhtes Getreibe M den n ßen auf etwas mehr * als Gewöhnliches schließen ‘läßt. Die freu- dige Theilnahme der ganzen Bevölferung, wie sie sich namentlih bei den größeren Liederfesten auch in unserem Norden an den Tag legt, fehlt , darf aber auch eigentlich nicht erwartet werden, da die Freude nicht der Zwed, sondern nur die gelegentliche,- gern gebotene und gern empfangene Zugabe der auf einen - ernsten Zweck s Versammlung ist, er ‘erhöhten Zahl der Theilnehmer entsprechen die wirklich großartigen Vorbereitungen, bei denen keine Kosten gespart snd, Den Mitgliedern der Verfammlung wird bei ihrem Eintritt eine Festgabe gereicht, welche {hon allein in gar keinem Verhältnisse zu dem geringen Eintrittsgelde (10 Mrk. Crt.) steht, und welche dem Fremden eine genauere Kunde unseres Landes und seiner landwirthschaftlichen Eigenthümlichkeiten zu geben bestimmt ist, . Die große Versammlungshalle , wenngleich sie, halb versteckt unter |\den Bäumen des Schloßgartens, in ihrem Aeußeren ihre ephe- mere Bestimmung nicht verleugnet, gewährt in ihrem Jnuern, das 3000 Personen aufzunehmen im Stande i, auf das geshmackvollste mit den land - und forstwirthschaftlihen Produkten und Geräthen unseres Laudes, so wie mit den Wappenfahnen unserer Lande, Distrikte und Städte, verziert und auf das glänzendste erleuchtet, einen wahrhaft imposanten Anblik, Der estrige Abend drtamuélta in ihr die Angekommenen zum erstenmale, und m buntesten Gedränge denn auch das schöne Geschlecht war zahlreich - und glänzend vertreten begrüßten ih hier Freunde aus allen Gegenden Deutschlands , sich in ihrer zwanglosen, heiteren Stimmung durch die Lei stungen eines wackeren Musik-Corps noch gehoben fühlend. Auf heute Vor- mittag 10 Uhr is die erste allgemeine Sigung angeseyt, und mit ihr begin- nen dann die ernsteren Arbeiten, um mit Ausnahme des zu den Exkursionen bestimmten Donnerstags die ganze Woche turch fortgeseßt zu werden,