1849 / 158 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

Ä der Reichsverfassung; b) Wahrung der“ Interessen Deutsch- Daraus ußen, besonders durch kräftige Fortführung des Kriegs in Sqhleswig-Holsteinz c) Betreibung der Wahlen zu dem auf den 15, August einzuberufenden Reichstagez d)- Einberufung der Bevollmächtigten der die Reichsveifassung auertennenden Staaten an den Siy der National-Ver- sammlung. (Einstimmig {m Dreißiger-Ausschuß angenommen.)

Hierzu wurden eine Reihe von DerbesernQis ¿Anträgen gestellt, Schoder schlägt vox, die Sihung auf einige Stul en, etwa bis 3 oder- 4 Uhr, auszuseßen, um sih darüber berathen zu könnenz sein Antrag wurde aber abgelchnt, Die Debatte“ über den Ausschuß - An wird eröffnet, in welcher Sch midt von Löwenberg und Vo gk sprechen. 2 wird zur Abstimmung geschritten, Ein von Uhland gestellter Verbessez rungs - Antrag zu Punkt 1: „1) die az 19ten v. M. - beschlossene Wahl eines Neichsstatthalters wird in einer der nächsten Sizungen vorgenommen ; 2) diese Wabl is ein entschiedener Protest gegen das Fortbestehen de r Centralgewalt“, wird abgeleynt. Ein Antrag von Wigard und Stockinger, dahin lautend: „die Wahl des Reichsstat!halters findet am 20sten dieses Monats statt, Bis zur Einseßung des Reichë- statthalters und der Beeidigung dejselbez aus fünf Personen bestehend, nah den vom schuß beantragten Bestimmungen gewählt“, wird

Stimmen angenommen, Ein Zusaß - Antrag vLon VY Ly g

feits-Gesegz in einer der nächsten Sißungen berathen und beschlossen werden

soll, Der Ausschuß-Antcag Punkt 2 wird angenommen; mit einem Zusay | Umbscheidens, daß die Theilnahme an der Regentschaft mit der Eigen- | Punkt 3a ohne Widerspruch an- genommen ; ebenso Punkt 3b wit einer von Schmidt von Löwenberg bean- | tragten Abänderung, wonach der Sag: ¡befonders- aber mit fkräfti- | ger Führung des Kiieges in Schleswig-Holstein“, weggelassen und

schaft cines Abgeordneten vereinbar sci.

dafür gesczt werden solle: „besonders auch in Absicht auf díë deutsh-däni- sche Angelegenheit.“ Punft 3c. und 3d. ohne Veränderung angenommen

und schließltchb nocch folgender von D ieysch gestellte, von thm zurückgenom- |

mene, aber von Wesendonck wieder aufgenommene Antrag angeuommen: „Das Präsidium der National - Versammlung wird beauftragt , - diese Be- schlüsse als Geseß dem deutschen Volke zu verkündigen.“ Hiérauf stellt Uhland folgenden dringlichen Antrag: Die württembergische Regierung, als die des größten Staates unter denen, welche die Reichsverfassung für rechtskräftig anerkannt haben, wird ersucht, sofort ihre nachdrückliche Vermitte- lung dafür eintreten zu lassen, daß der Ausbruch des Kriegs gegen Baden und die Nheinpfalz abgewendet, und in diesen Ländern wieder cin verfassungsmäßiger Nechts - und Friedenszustand auf versöhnlihem Wege hergestellt werde. Nachdem die Dringlichkeit des Antrags azuerkannt worden war, wurde dere selbe mit 65 gegen 36 Stimmen abgelehn. Simon stellt den Antrag, die öffentliche Sipung auf éine Stunde auszuseßen, diese Zeit zu ciner ver- traulichen Besprechung zu Lerweuden und in einer Stunde in öffentlicher Sitzung die Regentschaft zu wählen. Schmidt will zu diesem Zwecke heute Abend um 5 Uhr eine Sigung anberaumt wissen. Der erste Antrag wird abgelehnt, der leßtere angenommen. Zu Secretairen sind gewählt: Kudlich, Maver von Eßlingen, Boczet aus Böhmen, Nachdem um fünf die Sißzung wieder aufgenommen war, fand die eben mitgetheilte Wahl der provisorischen Negierung stait. .

In der dieser Sipung voraugegangeneu vextraulichen Bespre= hung wurde Staatsrath Römer aufgefordert, die Wabl in die Re- gentschaft anzunehmen , er soll es aber aufs entschiedenste abgelehnt haben. “Wie man hört, is von der Centralgewalt an eine württem- bergische Trappen - Abtheilung der Befehl gekommen, “mit anderen Reichstrupven, man spricht von 20,000 Mann, die Beseßung der Reichsfestung Rastatt zu vollbringen. Dem Vernchmen nach soll erst der Weg der Unterhandlung mit. der jebigen badischen Regie- rung zu gütlicher Erreichuug des Zweckes versucht werden. Bon Wurttembergern sollen vier Bataillone Zufanterie, drei Schwadronen Reiterei und die dritte reitende Batterie, und zwar, wie es heißt, heute noch marschiren. | / O “Gestern Abend zog hier eine Freischaar, von Eßlingen kommend, jedoch mit Ablegung der Waffen, hier durch, Es sind meist Ba- denser, die ins Badische marschiren, i

Ulm, 4. Juni. (A. A. Z.) Die Reichsfestung Ulm if dermalen außerordenili( schwach bescht, insbesondere ist das durch die beste» henden Verträge von anderen deutschen Ländern hierfür zu stellende Kontingent an Fußvolk und Spezialwaffen nicht vorhandèn, wie venn selbst die bayerische Besaßung nicht vollzählig ist, da leßtere na) dem ordentlichen Stande mindestens in 2000 Mann bestehen soll, während gegenwärtig nur etwa die Hälfte davon in den baye- rischen Werken in Neu-Ulm liegt. Die Besaßung der Hauptfestung aber auf württembergischen Gebiete besteht nur in vier nicht voll- zähligen württembergischen Infanterie - Bataillonen, deren eines in

Wiblingen licgt, in einer Schwadron württembergischer Lanciers -

und in etwa 150 Mann österreichischer Artillerie. Eine Ersaß-= mannschaft für die nach Ungarn abgerufene Artillerie-Abtheilung ist hier noch nicht eingetroffen. - Ueberblickt man nun aber den weiten Umfang der Festungswerke Ulms und die außerhalb der Ringmauern gelegenen bedeutenden Forts, welche ihrer Vollendung näher rücken und bereits vertheidigungsfähig sind, so muß Jedermann einleuh- ten, daß zu auch nur einigermaßen genügender Beseßung 'dieser Werke es an Fußvolk und Artillerie-Mannschaft gänzlich fehlt, in- dem hierzu wenigstens 10,000 Mann erforderlich ‘sind.

Baden. Aus Baden, 2. Juni, (A. A. Z.) Wir werden no immer überschwemmt mit Schaaren von fremden Zuzüglern. Vielfach sind es - Gestalten, vor deren Anblick einem graut. Man sollte meinen, aller Auswurf der Gesellschaft hätte plößlich ei= nen Abzugskanal gefunden, um an die Gestade ‘unseres s{önen Lan- des gespült zu werden. Der Bürger entsebt si{ch beim Auftauchen dieser unheimlichen- Gäste und denkt mit*Schrecken“ daran, was kom- men könnte, wenn diese Leute einmal auf eigene Rechnung zu wirth- chaften anfangen, und dies wird nicht ausbleiben , sobald Reichs- truppen in Baden einrücken. Aber der Landes-Ausschuß: braucht sie als den Grundstock einer Revolutious-Armee und als wirksamstes Werkzeug des Terroriamus. Das badische Militair ist. und bleibt seit der freiwilligen und unfreiwilligen. Entfernung seiner Offiziere desorganisirt, Die neuen Führer finden keinen Gehorsam und kein Vertrauen, die Soldaten, einmal fouverain gewordeù , treiben, was sie wollin, und um si nicht zu schr vor der Welt zu kempromit- tiren , pflegt man ihnen uathträglich zu befehlen, was sie vorher selbst zu thun oder nicht zu thun bes@losen Rue Marschiren, Exerziren:, - Einguartierung, das Alles. hängt von ihrem Willen ab, und was ihnen nicht :gefällt, dazu. verstehen sie sich" nicht. ---Mit der Mobilmachung des ersten Aufgebots geht. es auch nit nach Wunsch, obschon dabei mit größter Strènge: verfahren wird; : Jn Karlsruhe mußten viele Jünglinge, die ‘den Abzug: verweigerten,?'aus den Betten und Verstecken geholt werden; ‘die ganze Kolonne wurde wie gefangen ius Unkerland gei, Auch in Lahr dieselbe Wei- erung, und fast das ganze Oberland, dèr Schauplaß. des Struve-,

hen Sevtemberputsches, ‘verweigert vie Aufstellung des ersten Auf-- | Jun

gebots. Schon ist Executionsmannschast dorthin abgegangen, um dia Widerstrebenden zu züchtigen und mit Gewalt: fortzuführen... Biele

junge Leute haben sich ins Ausland geflüchtet, um nicht zum Zuzug |

Gegen 12 Uhr

wird eiue Regentschaft, Dreißiger - Aus- ebenfalls abge- | lehnt, und ein Verbesserungs - Antrag von Rühl zu Punkt 4 des Dreißi- | ger- Ausschuß - Antrags, wonach der Saß weggelassen werden soll, „bis zur | Einseßung des Reichs - Statthalters“, wird abgelehut, dagegen wird der | Ausschuß - Antrag Nr. 1 bei namentlicber Abstimmung mit 93 gegen 10 |

foriz Mohl, dahin | lautende „Bis zur Einseßung dés Reichs - Statthalters" wird" von der Na- | tional-Versammlung eine Regentschaft “auf Widerruf gewählt“, “tvird ange- | nommen, Abgelehnt wird ein Zusäas Rühls, wonach cin Verantwortlich- | | fene. Rotte mit gcladenem Gewehr vorgenommen, Betten mit den. Bajonnetten durstochen und andere Exzesse verübt. Jn der Nähe

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gepreßt werden zukönney. Unter diesen Umständen müssen die re- gierenden Hexren via r darauf sohea, daß sie Kohoyten um sich haben, die ihnen mit Leib und Seele verschrieben sind. ‘Dazu dienen nun die Flibustierschaaren, die man aus aller Herren Ländern herbei= zieht, angeblich, um für die deutsche Reichsverfassung zu fehten, in Wahrheit abox, um den- Staat, die bürgerliche Gesellschast, Die Fa-

milie und,.den Geldbeutel so auszugleichen, daß es Higxin keine Un- ; bis zum Förmlithon Landes- und, |

ebenheiten mehr giebt, Von da N fi i j j eihsvexrath ist nur noch ein Séhritt , und daß aud dieser iden geschehen, daß die Hülfe der E en durch eine eigens zu di Zweck nach Paris gesendete Devutation begehrt wird, das sind die offiziellen Blätter der Revolutions - Partei aufrichtig oder frech genug, unverhüllt einzugestehen. Was für ein Geist jeßt unter den badischen Soldaten herrscht, das zeigen einige Vorfälle , welheck kürzlich“ stattgefunden hahen. WMehrexe Dfsi- ziere der rastatter Garnison ‘“haltéèn ihren Absthied genommen und sich alèdaun uach dem zwri Stunden von dort entfernten Baden zurückgezogen. Andere, die sih flühten mußten , gingen ebenfalls dahin, Da fiel es den Seldaten ein, daß diese Offiziere im Grunde kein besseres Loos verdienten, als die Dragoner-Offi= ziere , die man gefangen nach Rastatt gebracht und in die dortigen Blockhäuser geworfen hat, Rasch war ihr Entschluß gefaßt. Sie zogen 3—400 Manu \tark nach Baden, stürmten in die Häuser, in welchen sie jene Offiziere vermutheten, und nahmen diejenigen fest, welche- sie fanden.—,Es waren deren drei, die sie nach Rastatt schleppten. Die Durchsuchung der Häuser wurde durch die betrun=

des ovser Bahnhofs stieß diese zügellose Soldateska auf den daher- rollenden Bahnzug. Diesem wurde Halt geboten, weil man die fliehenden Offiziere darin vermutbhete. Da der Zug niht sogleich anhielt, was ja nicht möglich war, {sv wurde auf- denselben gefeuert. Der Maschinenführer exhielt fünf Schüsse und. fiel {wer verleßt nieder. Doch soll man Hoffnung haben, daß er mit dem Leben davonkomme, Ueber 40 Schüsse fielen auf den Zug. Wunderbarerweise wurde Niemand

| getödtet. -Cinem Reisenden ging eine Kugel dur den Rokragen. |

Ein anderer Vorgang ist uicht minder bezeichnend, Soldaten vom Leib-Jnfanterie-Regiment zogen, begleitet von bürgerlichen Personen, in Freiburg vor den erzbischöflicheu Palast, lärmten und tobten und verlangten von dem ' Erzbischof, einem - wegen \eiuer Humanität hoch- geachteten Greise, 25 Fl. Nur den inständigen Einreden der Haus- bewohner gelang es, .sie von weiteren gewaltthätigen Handlungen abzubringen. Das ganze Laud ist empört über diese Frevel, Das sind einzelne Züge, denen mau viele ähnliche anreihen fönnle, Sie reihen jedoch, wie es scheint, hin, um die Zustände zu charakterisi- ren, in welhen wix jeßt leben, Und was werden wir wohl noch erleben müssen! / :

Karlsruhe, 7. Juni. (O. P. A, Z.) Die provisorische Re- gieruug_ hat folgende Bekanntmachung erlassen: j

Art. 1, Das Land wird von “der hessischen Gränze bis zur Murg einschließlich der Festung und des ‘Amtsbezirks Rastatt in den Kriegszustand erflärt, ‘Ar t. 2, 1) Wer in diesem Bezirke in Beziehung auf die Zahl, die Marschrichtung der operirenden Truppeucorps, die angeblichen Siege des Feindes oder angeblichen Niederlagen unserer Armee falsche Gerüchte gus- streut oder verbreitet, welhe geeignet sind, das Publikum zu beunruhigen, oder die Civil- und Militair - Behörden in Beziehung auf ihre Maß- regeln irrezuführenz 2: einer zuständigen Handlung der Civil - oder Militair. - Behörde sich - wibersegtz 3) gegen die jeht bestehende Regierung oder: ihre Behörden zum Ungehorsam oder Widerseg- lichkeit -gufreiztz 4) die aufgrbotene ‘Mannschaft vom Einrücken abzu- halten oder dic untex den - Wäffen. stehende Manyschgft zum Ungehor-

-fam oder zur Tréulosigkeit zu: verleiten sucht, wird sofort verhastet und so

lange der Kricgszustand dauert, als Kriegsgefangener behandelt. Art. 3.

Ze nah Umständen steht es- den Truppenfommaüdanten zu, solche Kriegs- -

gefangene sofort. vor ein Kriegsgericht zu stellen und kriegsrechtlich abur-

theifen zu lassen, Art, 4. Ueber. bie Zusammensegung des Kriegsgerichts -

und seine Zuständigkeit i der Kriegsminister unter Beistimmung des Cie vilfommissärs ciné Verordnung zu erlassen berechtigt. Art, 5, Eben so hat dér Kriegsminister unter Beistimmung des Civilkömmissärs- das Recht,

fo bald er es für nothwendig erachtet, das Staudrecht zu preklamiren. uüd

dieses sofort in Anwendung zun bringen, Art. 6. Gegen . Jeden, welcher sich mit den Waffen inder Hand den Anordnungen der Civil - und -Milt- tairbehörden widerseßt, is sofort mit Waffengewalt einzuschreiten. -:

Ferner hat die provisorische Regierung an den „Klub des entschiedeneu Fortschritts“ nachstehende Eng gerichtet:

1) Mit Freuden vernehmen -wir den Wunsch der Wehrmännex, iu den Fampf geführt zn werden. Dieser Kampf if seit gestern an der hessischen Gränze wieder cntsponnenz die ganze Neckararmee wird vorrücen und zur Unterstüßung derselben werden daher die becrcitesteu hiesigen Streitkräfte ab- marschiren; ein Theil davon wird nah NRheiubavern zur Unterstüßung der dortigen - Operation gehen. Ucber die Anorvnungen dieser Maßregeln haben wir dem Stadt « Kommandanten Neininger.. die nöthigen Be- fehle gegeben. 2) An die Stelle der Bürger Fickler und Sigel ha- ben wir gestern {on die Bürger Thiebguth und- -Raveaupx - provi-- sorish als Mitglieder unserer Regierung. ernannt. 3) Wo,- es nô- thig war, haben wir bis. jegt von sämmtlichen: Veiwaltungszweigen die unscrer Stadt schädlichen Beamten entfernt; wir: werden in dieser Weise fortfahren. Jm Uebrigen werden bei dem proklgmixten Martialgesey die energishsten Maßregelu getroffen. werden. Der--Befehl.-des Bürgers Heu nisch i von uns aufgehoben, 4) Jn dem Augenblicke, wo - die Volksver- treter hier zusammentreten, halten wir es nicht für ángemessen, einen Wech- sel in den Chefs des Kriegsministeriums vorzunehmen z- dagegen wird das Kriegsministerium augenblicklich mit geeigneten Kräften von uns vervollständigt werden, Es wird guch vo# heute gu die Löhnuug der Volkswehrmänner aus- bezahlt werden, wie es bisher \hou geschehen. ist, Was an Geschügen disp0- nibel ist, soll zur Volkswehr-Artillerie verwendet werden, Die nöthi e Aus- rüstung wird stattfinden, sobald uns Geldmittel. zu Gebote stehen. 5) Die aus- wärtigen Angelegenheiten liegen nicht brach; (i dén wichtigften Orten, von wo- aus für unsere Sache / gewirkt" werdèn kann, haben“ wir Bevollmächtigte, 6) Was.in Herbêèischaffung dex Geldmiitel bis jet möglich-war, is gesche= hen. Ein Geseyß-Eutwurf über cin Zwangsanlcheu- bei den Neichen ist vor bereitet, und. wird der konstituirenden Versammlung vorgelegt wexden, 7) Der General Mieroslaweki wurde. schon vor 14 Tageu zum Ober-Komman- danten dcr badischen und pfälzischen Str-itkräste von uns ernannk, Wir haben ihm zur Hierhereise mit einigen anderen Stabsoffizieren die nöthigen Geldmittel nag Paris * geschickt, . 8) Wegen rer Berhaftung unseres Mitbürgers Fickler haben“ wir sogleich an das württemberger Volk den - energischsten Aufruf erlassew, wir haben ferner den Abgeord- neten MRaveaux nach: Stuttgart - gesandt, um Zur Befreiung. Fid- ler’s alle möglichen. Schritte zu thun, insbesondere der württem=- bergischen Negierung za erklären, daß: wir die Verhaftung Ficklexs für eine Kriegserktärung anjehen und -dangch handeln. werden, 9) Die politische Vereinigung, Badéns mit der Nheinpfalz is augebahut, und die Genehmi- gung wird, von der konstituirenden Versammlutg Mang werden, Zum energischen Einschreiten gegen die Festungen Landau und Germersheim wer- den tir den Ober - Kommandanten “die nöthige Weisung geben. 40) Es ersteht sb von selbs, daß wir in unserer politischen Wirksanikeit- keinen an-

derén Standpunkt haben, äls den des europäischen Völkerkampsesz vor Allem

aber muß. Baden , so wéit seins sthwachen Kräste: reichen , das: Panier der Freiheit unv Eiuheit Deutschlands vorantragen. Dex O. -P. A. Z; wind aus. dem. /„ Laude Baden vom 7; Juni Folgendes -gemeldet: „Iu der Nacht vom s. auf den: 65 do 2 Uhr, kam Struve mit. einer: ‘ansehnlichen Schaar | jyen „: Genossen seiner früheren Bande, ; vom- Untexlaud nach KärkSühe, um die rothe Republik auszurufen. Zwei vou; diz sen S@{harfschüßen sollen es übernommen haben, Brentano zu er-

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schießen, weiler ein entschiedener Gegner der rothen Pläne Stru- ve's is. Die Sache wurde ras bekanût , wenigstens so erzählt ; die karlsruher Bürgerwehr. hüßte Brentano, und“ Struve nebst den beiden Starslüiden wurden verhaftet. Eine ‘andere Erzählung der Sache weiß nichts von dem Ermordungsöplan ‘gegen Brentano, sondern «sagt. nur: Struve habe die rothe, Republik proklgmirt Brentano über sich-.entschieden widerseßt, ünd? \o {ollte “dieser aüf Befehl des Bn verhaftet werden, wgs jedo pur das Einz shrciten dex Bürgerwehr verhindert worden sciz wielmehr sci Slruve selbst verhaftet worden. So viel if Thatsache: Karlsruhe sind auf dem Schloßplaße gestern die Kanonen aufgefahren worden, ge- gen die Stadt gerichtet; dann habe ih die beiden verhafteten Scharfshüßen Struve's selbst gesehen, wie sie in Rastatt in das frühere Gefängniß, das Struve bewohnte, abgeführt wurden. Struve soll in Karlsruhe sitzen.“ ;

Mannheim, 5. Juni. (Schwäb. Merk.) Wie man ver-= nimnit, haben heute in aller Frühe die Operationen gegen Badeñ begonnen. Seit 12 Uhr Mittags börtÿsman in der Gegend von Gernêébacch und Weinheim stark kanoniren. Ein Theil unserer Truppen marschirte ab.

Heidelbérg, 5, Juni. (D. A. Z.) Nach dem heppenheimer Treffen waren die hierher geflüchteten Truppen und Freischaaren wieder nach dem zwei Stunden von biex entfernten Weinheim aus gerücckt, wo das Hauptquartier hinverlegt wurde. aber ‘Alles wicder zurü. i im- heint überfallen, und. die Badenser, die all ihr Geschüß hier gelase sen, räumten eiligst wieder das Fcld, nachdem ihre. Vorposten zum Theil gefangen wordén waren. Sofort find aber alle hier besind= lihe Infanterie, die Artillerie, \o .wle Reiterci und’ Artillerie, von Mannheim wieder nach Der hellshen Gränze abinar= \hirt. Für Heidelberg {eint man im. Fall einer -Niéderlage zu-

O näcst einen Angriff zu besorgen , und’ heute sah man deshalb den dem Schlosse gegenüber liegenden Heiligenberg.: verschanzen und be= seßen. Indessen ist dex Neckar jeßt so seicht, ‘daß man die heidel= berger Brücke zum Uebergange nicht nöthig bgben wird. Auch sind Rastatt und Mannheim wichtigere Punkte, ‘als unsere Universitäts= stadt. . Uebrigens befinden wix uns: seit heute im Kriegszustande, Folgende Proclamation wurde erlassenz- „Hauptquartier Heidelberg, 5. Juni 1849, Im Namen dex: provisorischen Regierung erkläre ich das Vaterland in Gefahr. .§. 4, Das Land Baden. wird in Kriegszustand erklärt und das. Standrccht verkündet. . §. 2, Die Standrechts - Kommission wixd- zusanimengeseßt ‘durch den Kriegs= Kommissar nah Justruction? bes Kriegs-Ministeriums. Der Kriegs- Minister S-i gel, Oberst; Werner, Eivil-Kemmissar des Häupts quartiers. Hier am Orte herrsht augeublickli tiefe Ruhe; die Vorlesungen wurden tröy- des seitherigen Ktiegslärms noch. immex fortgeseßt. E 5 z ;

Aus dem badischen Seekreis, 2. Juni. (S. M.) Die Truppen, die vou. Karlsrube aus hierher beordert waren, sind nicht eingetroffen. Sie . erhielten bei Donaueschingen Gegenbefehl und traten also glèich wieder den Rücckmarsch an. Sie hatten übrigens

in unserer, Gegend nur die Bestimmung, das erste Aufgebot in ihre

Reihen auszunebmen. und dasselbe ins. Unterland zu esfortiren, eine Vorsichtsmaßregel, die vom Landwehr-Kommandanten: in Konstanz, . der seine: Leute zu kennen scheint, sehr klüglich eingeleitet war, Der gestrige Tag brachte den Beleg dafür, Auf - gestern nämlich waren die ersten Aufgebote sämmtlicher Landbezirksorte nach Konstanz einberufen, um “dort “ein “paar Tage zusammen exer= zirt zu werden und darauf ein Lager zu beziehen, um die Mannschaft an den Felddienst zu gewöhnen. Die aufgebotenen Zu-

züge kamen guch ziemlich zahlrei an, aber in wenig erwünscdter

“Stimmung. } ju i -Zuzüglern mehr in Konstanz sichtbar war, und die Stadt darf dar-

Das Ende war, daß ‘bis Abend kein Mann von -allen

über froh sein. Die schönsten Anredeu blieben wirkungslos und ver= klangen an dem einstimmigen Ruf: „Wir wollen nicht gehen z die Aus-= s{üßlinge in Karlêruhe haben uns nichts zu befehlenz wer sind sie

denn? wer hat sle dein eingeseut? wir waren mit unserem Großherzog zufrieden z wir haben zwar immer viel zahlen müssen, seine Ministerien

hätten besser sein können, aber die jezigen sind unterm Spunlen;z jebt

'bestiehlt man uns und plündert uus; wir pfcifen in ihre Freie und

Gleichheit und Brüderlichkeit, mit der sie unsere Kassen berauben und in die Scweiz verschleppen , die konstanzer Füchse wollen ‘uns núr

*vieder in den Unrath führen, wie im vorigen Jahr z sie sollen voran,

wenn sie Muth haben 2c.“ So wurde gelärmt, getobt, gebrüllt ; es war ein Höllenspektakel , nicht zu leugnen, daß ein großer Theil auch betrunken war. Das Alles begab sich auf dem Exerzierplate, wo man einem Offizier, der si, etwas gloyig machte, auch ein Stück mit.Rebstöcken vorexerziren wollte. Daraus. sind sie ohne Kommando auseinandergegangen, und jeßt sind sie wieder zu Hause und schaf- fen auf dem Feld und führen Heu ein. i

Hessen und bei Nhein. Darmstadt, 5, Juni, (O. P, A. Z.) Vorgestern“ noch: herrschte so tiefe Ruhe diesseits des. Neckar, daß mecklenburgische Dragoner bei ciner -Rekognoszirung Nacóts bis auf die Mitte der Drahtbrücke vor Mannheim gehen konnten, ohne von einem Feinde das Geringste zu merken, ohne. nur auf einen Vorposten oder cine Schildwache zu stoßen. Heute dagegen verbreitet sich das Gerücht, daß in Manuheim neue Un- ruhen ausgebrochen , und daß sich die Parteien dort selbst einan- der in die Haare gerathen. Darmstadt, 6. Juni, (Frkf. J.) Der heute Nachmittags 3 Uhr von Frankfurt abgegangene Main-Neckar-Eisenbahnzug, bis Heppenheim bestimmt , brachte die Passagiere nur bis hierher, in- dem der um dieselbé Zeit von Heppenheim nach Frankfurt gehende Bahnzug eine Stuude später. cintraf uud ungünstige Nachrichten von Heppenheim mitgebracht habea muß.e. Man erfuhr au als=, bald, daß die badischen Truppen Weinheim abermals beseyt und sich, in großen Massen mit den Freicorps zwischén Heppenheim und Weinheim gezeigt hätten. Die abermalige Einstellung“ des Perso: nen-Transports zwischen Heppenheim und Frankfurt wurde amtlich in dem hiesigen Bahuhofe angezeigt, Alle hier und in- Frankfurt vorräthigen Waggons wurden zum Militair - Transport bestimmt, indem dâs hier und in der Umgegend einquartierte Militair’, wor= unter auc Bayern und Mecklenburger, heute Nacht s{leunigst nach Heppenheim gebracht werden mußte. Schon heute Nachmittag ius ein Theil des. hier garnisonirenden Großherzeglich hessischen Mili« tairs: dahin: ab; Jm Laufe des: morgenden Tages glanbt man sicher, daß ein állgemecinor: Angriff auf Weinheim 1c. erfolgeu dürfte, Viele franké und- verwundete Militairs kommen fortwährend hier an: und: werden theilweise weiter in das Lazareth nach Offenbach gebracht. -

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Darmstadt, 7. Juni. (Dar mst. Z.): Der gestrige Tag ist, was-di Cen ver badischen: Gränzebetri t, obnealle Creiguisse vorüber=: gegangen, Juz Hauptquartiexr-erfuhx man, vas Weinheim von elwg 4090 Mamnbavischen Militairs. besegt woxden, und daßeiue etwa: gleid;e An=

| zahl regulaixev Truppen und, wahrscheinlich qul, Freischaarew, - in;

tigex- Nähs hexeit, gehalten wurde 7 ein: Angxiff -ist, jedoch: uicht, rg ‘Vorgéstern as bewaffneter Trupp über A Gränze

Heute früh kam - Die--Hessen hatten in der Nacht Wein-

und holte den Bürgermeister Mün aus Virnheim, wie man sagte, als Repressalie für den von unserem Militair aus Wein-= heim gefänglih «abgeführten Civil-Kommissär Huerter, welcher inzivischen im Hauptquartier zu. Bensheim freigelassen worden war ; Münch wurde_gleitherweise 4n. Mannheim ‘freigegeben. Zun Wein=- heim wurde gestern Postmeister Hübsch arretirt, weil er neulih mit éinigen unserer: Offiziere \gceprochen und Erfrischungen an sie ver- abreicht ; er fand indessen Gelegenheit, zu entfliehen uud fam ‘hiér an, Gegen ‘Abend ‘hatte fi cine Freishaar vor. .das bixkénaucr Thal - gelagert und Boten mah Birkenau gesendet, von wo sie den Revier= “wona Bevnhard umd den Steuer # Einnehmer Bernthäusel ausfliefert haben, widrigenfalls dieselben abholen wollte; die bei- den Beamten entfernten sich aus dem Orte. Heute Morgens ‘gé- gen 7 Uhr ‘wollte man' in Heppenheim Geschüßdonner géhört ha= ben und fombinirté,/ daß eine von Fürth nach ‘dem birkenauer Thal dirigirte*Kölonne Mecklenburger" vielleicht Gelegenheit gefun- den haben vürfte, die leßterwähnten Freischaaren zu bekämpfen.

‘Nachdeni gestern Morgen ‘das ste Bataillon des 1sten Gr. Infanterie = Regiments hiex eingetroffen, . ist Nachmittags das Le Bataillon desselben Regiments in das Hauptquartier dirigirt wor= den. Vorüberpassirt sind ferner des Nachts um 11 Uhr eine Ab- theilung Gr. mecklenburgischer Kavallerie nebst zwei Geschüßen ; unt 12 Uhr ein Bataillon Gr. mecklenburgische Jäger; um 1 Uhr éin Batatllon Gr. mecklenburgische Grenadiere, von Reinheim an- gekommen únd nach Heppenhcim bestimmt.

_ Sobleswig- Holstein. Schleswig, 7. Juni. (H. C.) Heule wurde die 115te Sizung der verfassunggebenden s{leswig- holsteinischen Landeéversamnlung eröffnet : j

__ Der Präsident theilte der Versammlung zunächst einen Bericht über die Sißungen des Büreau's mit, welches unterm 28. April von der Lau- desversammlung de: Auftrag erhalten hatte, dieselbe zu konvoziren, sobald es erforderlich scheine, Die Verhältnisse hätten unterm 43, Mai {bis zum 15., am 21, 24,—25. und 29,—30, Mai zu einer Prüfung jenes Austra- ges von Seiten des Büreau's geführi; Anträge zur Convocation wgre von einzelnen Abgeordneten eingegangen. Erst die Veröffentlichung des Ent- wurfs zu ciner Reichôverfassung von Seiten Preußens mit der Eröffnung, daß die Verfügungen der Centralgewalt nicht mehr als maßgebend zu be- trachten, und daß in dieser Hiüs{t an Bunsen und Prittwiß Verhaltungs- maßregeln abgegeben worden ären, hätte es erforderlich gemacht, ‘die Ver- fammlung zu berafen, dainit iese eutscheiden könne, ob und n welcher Weise eine Aeußerung in Betres der eutstandenen Konflikte, und da Schles- wigs in dem Entipuese nicht erwähnt worden , von ihrer Seite nothwendig fei. Dana erschienen die béiden Mitglicder der Statthalterschaft, welche dem Präsidenten angezeigt hatten , daß sie der Versammlung eine Mittheilung machen wollten, Die Versammlung erhob sich.

.___ Der Graf vou Reventlou verlas nacstehente Mittheilung über die A Stellung der Herzogthümer und “die deutsche Verfassungs- rage. i

¡Bei dem Wiederzusammeuntritte der Landes - Versammlung sicht die Statthalterschaft sich veranlaßt, über zwei Gegenstände von größter Wich- tigkeit, welche mit einander in der innigsten und lebendigsten Wechsclwirkung stehen, ihre Ansicht offen mitzutheilen. Es sind dieses die durch cinen äuße- ten Feind angegriffene staatsrechtliche Stellung Schleswig - Holsteins und die durch innere Konflikte gegenwärtig bedrohte staatlihe Einigung und Neugestaltung Deutschlands, Beide Gegenstände lassen \sich nur in ibrem wecbsel'eitigen Beziehungen gemeinschaftlich übersehen und beurtheilen. Deutschland hat mit Wort und That die {leswig - holsteinishe Sache zu der seinigen gemacht und- die Leitung des Krieges und der Unterhandlungen mit Dänemark übernommen. Wir dagegen betrachten die deutsche Versas- sungsfrage auch als eine schleswig - holsteinische, die uns nicht minder be- rührt, als jeden gnderen deutschen Stamm. Die Statthalterschafi hat iu einem Manifest vom 12ten v. M: offen dargelegt, auf welcher Basis' und auf welchem Wege eine friedliche Beilegurg de Streites mit dem König- reiche Dänemark herbeizuführen sein werde, Das im vorigen Jahre mit Vorbehalt der Revision“ beschlossene Staatsgrundgesch, welches die von jeher als Fundamente des schleswig-holsteinishen Staatsrechts anerkannten Haupt- punkte in zeitgemäßer Entwickelung zur Anerkennung gebracht hat, soll die Basis des Friedens bilden, Das in den alten Unions - Verträgen zwischen Däne- mark und den Herzogthümern begrüntete Verfahren ciner direkten Verhand- lung beiderseitiger Delegirten soll in ciner, den jeßigen- Verhältnissen ent- sprechenden Weise zur Anwendung gebracht werden, zur Schlichtung des Kampfes auf jener Basis. Die Statthalterschaft hält sich davoû überzeugt, daß die s{leswig - holsteinishe Landes- Versammlung mit den in dem Ma- nifest enthaltenen Vorschlägen einverstanden sein werde, Zwar sind Stim- mon im Lande laut geworden, die darauf hingerichtet waren, daß im Frie- den vas Band gelöset werden möge, welches seit Jahrhunderten durch die Person des gemeinsamen Landeöfürsten zwischen den Herzogthümern Schles- wig - Holstein und dem Königreiche Dänemark bestanden hat und auch nach Juhalt des Siáats - Grundgeseßes bis zum Aussterben des Mannsstammes ves dänischen Königshauses unverlezlich besteht, Die Sache der Herzog- thümer aber hat ihre Krafi in ihrem Rechte, und wer die Kraft erhalten wissen will, der hat vor Allem sich zu hüten, daß er von dem Rechte nicht abweiche, Schleswig - Holstein wird si nicht selbs seiner stärksten Stüpe, der Gerechtigkeit seiner Sache, beraubeu, - tvelche allein uns den Beistand Deutschlands erworben hat und fortdauernd erhält.

„Jn nächster Beziehung zu der Stellung der Herzogthümer gegen den äußeren Feind und durch dieselbe bedingt ist die Stellung, welche unser Land in dea? inneren deutschen Konflikte einzunehmen habèn wird.

„Die: von der deutschen National - Versammlung beschlossene Reichs- Verfassung. ist zu der schon als unmittelbar bevoistehend gedachten allseiti- gen Anerkenuung und Durchführung nicht gelangt. Von den Regierungen der drei mächtigsten Staaten Norddeu!shlands wird ein anderer Weg. zur Einigung Deutschlands in Vorschlag gebracht, Ueber de Mittel, welche zur Durchführung der Neichsverfassung zu ergreifen sind, i zwischen der deutschen Centralgewalt und der National - Versammlung- cin-Widersvruch entstanvên, durh welchen beide Gewaltea in ihrer Existenz gefährdet werden, Das Wak der deutschen Einigung, welches man guf friedlichem Wege sei- ner Lösung entgegenzuführen hoffte, hat durch die einander entgegengeseßten Bestrebungen bereits zu offenem, blutigen Kampfe geführt,

„Die--Herzogthümer haben iu Uebereinstimmung mit der Mehrzahl der kleineren deutschen Staaten die von der National-Versammlung beschlossene NReichsversassüng_ anerkannt uud die Statthalterschaft ‘führt die Regierung des Landés im Namen der Reichsgetvalt; i : „Die nächste Aufgabe der Herzogthümer besteht aber gegenwärtig darin, hw Gränze gegen ten äußeren. Feind zu vertheidigen uud sich selbst vem

eiche zu erhalten. Dadurch wird ibre Stellung in dem inneren Kampfe Deutschlands wesenilich bedingtz alle Parteien wollen die Einheit Deutsch- lands erstrebenz der Zwiespalt besteht uur über die Wahl des Weges, auf welchem diese Einheit zu erreihen , üter die Form , in welcher sie durdzu- führen ift, Die: Herzogthümer haben sich stets den Einheits-- und Freihrits- Bestrebungen“ Deuischlands rückhaltslos angeschlossen. Daaegen scheint die Pflicht gogen. Deutschland und unser Land zu gebieten, daß wir hinsichtlich des Weges, auf, welchem dieses Ziel zu: erveichen is, gegenwärtig nicht eine entschiedene Partei ergreifen, Kann auf einem anderen Wege, als auf dem von der deuischeu National-Versammlung betretenen , eine einhcitliche , den Bedürfulssen: dex Nation entsprechende Verfassung für Deutschland zu Stande fómmen,, so lvexveu: wir dieses nicht dur skarres Verhairen auf jenem Wege erschwerat. dürfen, ' Eben so wenig aber werden wir schon jeßt über den von

den Regierungen her ‘drei horddentshen Königreiche ausgehenden Vorschlag

eine entschéidende Extlärung abgeben können.

„Es mag schwer und unnatülich ersheinen, daß wir in F. agen, welche das tiefste und iñerstèé Leben der ganzen Nation ergreisem, auch nur auf furze Zeit ohne bestimmt ausgesprochene Stellung: zu don Parteien zu klei- ben uns entschließen sollen, Allein wir haben? bereits unsere feste Stellung gegen den äußeren „Feind, desseu Abwehr unsere höchste ine ist, Dieje erfordert die Züsammenhaltung unserer gesammten Krast, Sobald im Ver- aut der dêutschen Entwicelung ein bestimmter Weg zur Einigung des D eridea zur Anerkennung und Ausführung gelangen wird, - werden die : e T9 bemselbén ‘anzuschließen baben, iu f

i Die, inhaltung des anzedeuteten Verfahrens wird uns durch die

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Rücksicht auf das für unsere Sache“ vereinte deutshe Reichsheer zur unäb- wéislichen ‘Pflicht gemacht. Troß der inneren Spaltungen ist bis jeßt die Einheit Deutfchlands nach außen durch ‘das Reichsheer in der wünschens- werthesten Weise dargestellt, Wüktden wir eine bestimmte Parteistellung in

Le Den S ten E LAEREEe A ‘so Fiusie ‘les die Eliléhit V | batterie räumten fürterlich unter ihnen auf. Die Kolonnen wur

Heeres gestört, seine ungeschwächte Erhältung gefährdet werden, tem deut-

schen Vaterlande zu „neuem Nachtheil, uns selbst zur äußersten Gefahr, | Wenn es dagegen gelingt, während der inneren Krisis des Vaterlandes die | deutsche Wehxrkraft gegen den äußeren Feind in vollständiger Cinigkeit bei- |

1 o wird dies uns zunächst zum Nugen gereichen, allen | deutschen Staaten aber zur Máhnunug, daß das gemeinsame Ziel vor allen | Dingen erstrebt werden müsse, ‘mit ‘versöhnlicher Verständigung über díe ein- |

fammen zu halten,

zushlagenden Wege. i Gottorf, den 7, Juni 1849, Die Statthalterschast ‘der Herzogthümer Schlewig-Hölstein.

Nathgen.“

Die Versammlung vernahm sie s{weigend; sie erhob si, als die bei- dent geehrten Männer sich wieder entfernten.

serer Truppen betrachten, fo paßt das nicht; aber in Betreff der Wirren in

dem deutschen Vaterlande paßt das ‘Wort. Wenn eine Grosimacht, die sich | eiue deutsche nennt, Kriegsvöller von Osten her zur Hülfe ruft, weun Män- |

ner von ‘der anderen Seite, die si deutsche Vorkämpfer uenneu, auch

Fremde zu Hülfe rufen wollen, ‘dann fann Einen Txauer erfüllen, Wenn |

wir bei allen von der Vorsehung begünstigten Erfolgen auf das Mißliche

unseres staatlicheu Bestandes einen Blick werfen, so kanu uns Bedauern, |

ja Unwillen ergreifen. Es ist nit zu vermeiten, daß wir mit ciner auf- geregten Stimmung uns hier eingefunden hab-n, tafß sich diese in den Be- rathungen fund geben wird. Doch zweifele ih uit, daß wir deu bered:- nenden Verstand werden vorwalren lassen, ohne. vou der deutschen Ehrlich- feit zu lassen und ohne einen Titel von dem Rechte Schleswig-Holsteins zu vergeben, Unsere Beschlüsse werden xiht von der Erregtheit, ‘ondern von der gewohnten Besonnenheit Zeugniß ablegen. Die Versammlung ird auch diesmal ihre Würde wah-en,“ ; y Picrauf wurden die ausgetrctenen und wieder eingetretcuen, Mitgliedcrx namhaft gemacht, so 1íe die um Urlaub ansuchenten und die am Erschei- ien behinderten Mitglieder. : Aus dem Lager vor Friedericia vom 5, Zuni is heute fol- gende Mittheilung eingegangen: „Vorgestern Abend, also am Zten d, bren einige Erdarbeiten vorgenommen ‘werden. Um dieselben quéführen zu können, mußte man - zuvor , die dänischen Vorposten zurückdrängen. Zu diesem Zwecke war zunächst die Zte Compagnie des Aten Jäger-Corps, welche von dem Lieutenant Hoffmann kom- mandirt wird, bestimmt. Anfangs wurden die Vorposten zierlich weit zurückgetrieben, bald aber erhielten sie Verstärkung und nah- men ihre ursprüngliche Position wieder ein. Bei dieser Gclegen-

. heit entspann sich ein sehr lebhaftes Tirailleurfeuer, ‘das bald sebr

heftig wurde, da unsererseits immer mehr Truppen vorgiugeu, um unseren Zweck zu errcihen. Da aber fast den ganzen Tag bombar- dirt worden war, so mochten die Dänen glauben, daß ein Haupt= Unternehmen im Werke sei, und schickten nah und nad so viele Truppen ins Feuer, daß man ihnen eine förmliche Schlacht hâtte liefern müssen, um sie weit genug zurückzudrängen. Die Arbeiten konnten demnach nur in sehr geringem UÜm- fange vorgenommen werden, und wir hatten deu Verlust von gegen 30 Verwundeten zu bcklagen, ohne daß eiwas Reelles erreicht wor- den wäre, Gestern wurden nur einzelne Schüsse gewechselt, die beiderseits wenig Wirkung gehabt zu haben scheinen. Heute Mor- gen um 10 Uhr wurde aber das Bombardement aus allen Batte- rieen eröffnet und bis gegeu Mittag lebhaft, darnach bis 4 Uhr nur langsam fortgeseßt. Verluste haben wix fast gar keine, nur is einem Infanteristen dur ein abgesprengres Bombêustück ter Arm ies Salt worden. Dahingegen gelang es dex von dem Fähnrich Kühl kommandirten Mörserbatterie, eine- von den-84pfündigen Bom- benkanonen, - welche von der {ten Bastion herab das Laud weithin dränend übersehen, zu -demontiren. Die 168pfündige Bombe traf die Kanone mit dem Anschlage, fiel in den Erdboden und krepirte, so daß Kanone und Mannschaft iu die Höhe geschleudert wurden. Das Geschüß if total zerstört. Die Mörserbatterie i überhaupt der Festung sehr hart gewesen, indem selbst nach dänifc.en Verich- ten 46 Häuser abgebrannt sind und eine ähnliche Anzabl demolirt ist, Jet schweigt das Feuer von allen Seiten!

Ueber die (bereits erwähnte) Expedition des Dampfschiffes „„Bonin““ erfährt man nvch folgende Details: Der „Bouin“““ ver- ließ am 3ken d, M,, Morgens 4 Uhr, Kiel und passirte. cine halbe Stunde später Holtenau. Bald darauf, etwa: 12 Meilen außer- halb Bülck, ward in nord-nord-östlicher Richtung das feindliche Li= nienschiff nebst einer Fregatte und cinem Dampfschiff erblickt. Diese Schiffe wurden alarmirt und fingen an, nachzuseßen; indessen der „Bonin“ steuerte ruhig. seinen Cours nach Eaernförde, wo derselbe um 10 Uhr Vormittags Anker warf. Am folgenden Tage, Mor- gens 25 Uhr, wurden wieder die Anker gelichtet und der eckernför- der Hafen. verlassen, Bald erblickte man in geringer Entfernung das Dampfschiff „Hecla““ und ungefähr 12 Meilen weiter nordivärts eine Fregatte, so wie in östlicher Richtung das Linienschiff. Die Battezricen wurden schlagfertig gemacht und es ward auf das feind- liche Dampfschiff losgesteuert, welches indessen seinerseits dem kieler Hafen zusteuerte, um dem „Bonin““ den Paß abzuschnciden, Junzwi- hen war zur Unterstüßung des leßteren das Dampfschi „, L6wo ‘“. mit den Kanonenböten ungefähr 14 Meile außerhalb Bülcks erschie- nen und es wurde das feindliche Dampfschiff, als es in Sclufiweite gelangte, angegrisfen. Der „Bonin eilte näher zu kcumen, uud es begann ein gegenseitiges lebhaftes Feuern. Als indesscu dic Kanonenboot - Flotille immer vordrang, entfernte sih bald darauf der „Hecla“; der „Bonin““ uahm zur Verfolgung die Kanonenböte ins Schlepptau, vermochte aber nicht, das bedeutend \{neller lau- fende feindliche Dampfschiff zu_ erreichen, das \ich- mun in der Nähe des Linienschiffes, etwa 5 Meilen éstlich von Bül, postirte. Da cine frische Brise sih erhob, war an einén weiteren Angriff nicht zu denken, und der „Bonin“ kehrte mit den übrigen Fahrzeugen in den kieler Hafen zurü. .

Rinkenis, 6. Juni. (Alt. Merk.) Unsere unfreiwillige Waffenruhe hat heute eine unfreiwillige Unterbre@ung erlitten. Die diesseitigen Pioniere bei Düppel beschäftigten sich seit einigen Tagen damit, gegen den dänischen Brückenkopf Laufgräben zu er- öffnen. Die Dänen wollten ihre Unzufriedenheit damit zu érfennen geben und feuèrten erst mit Kleingewebrfeuer auf die Vorposten und: Pioniere, daun mit Kanonen nach einer dev Schanzen auf der düppeler Höhes» Der Zufall wollte, daß. er erste Schuß den zur Observation auf der Schanze angestellten: Schiffer Petersen traf und denselben tödtete, Unsere Artilleristen geriethen darüber in

Eifer, und obgleich sie Drdre hatten, si alles Schießens zu ent-=

halten, bis sie dur drei Kanonenschüsse der Dänen dazu provozirt

würden, so entspann sid; doch: alsbald cine: Kanonade auf dev gan- zer Linie, welche von beiden Seiten noch immer schr lebhaft untex - alten wird; bis jeßt, Nachmittags 2 Uhr, sínd 40 Verwundete, größtentheils Braunschweiger und Nassauer ü Hospital zu Gra- venstein fene, auch von mehreren. Todten. ist die Rede. Ein starker au eigender. Rauch südlich von Düppel läßt vermuthen, daß ein großes Ge A in Brand geschossen ist. |

“ends 9 Uhr. Ers sett einer halben Stunde \chweigt die

| Kanonade, Mehrere Höfe müssen abgebrannt sein, da an drei ver- | schiedenen Stellen- stärke. -Brandsäulen béobahtet werden könnten.

Am Naéehmittage - debouchirten die Dänen -in Bataillonskolonnen aus dem Brüdenkopf, aber die 84pfündigen Kartätschen der Kronwerks-

den aufgerollt und warfen sich in großer Eile und Unordnung zu- rück in den Bxrückenkopf. Die aht mitengagirten Kanonenböte muß ten aus dem Bereich unserer Kancnen, zum Theil stark beschädiat, weichen. Auch das jeßt als dänische Kaserne dienende ‘alte Schloß in Sonderburg, in welchem sich die Familienbegräbnisse des herzog=- lichen Hauses Augustenburg- befinden, erhielt eine Menge Kugeln.

Von der Königsau, 7. Zuni. (Börs. H.) Ein englischés

| Dampf if, die „Hckate““ » Tie Die ; i M Reventlou, Besekter, Harbou, Jacobsen. Jensen, Boisen, | pfscbiff, die „Hekate““, hatte si dieser Tage unseren Schüsscn

gegen die dänischen Schiffe in den Weg gelegt und erhielt bei der

| Gelegenheit einen sharfen Schuß mitten -durch decn Rumpf, wodurch | si veranlaßt sah, etwas seitwärts aus dem Bereich unserer Dan nahm der Präsident das Wort: „Die Verhältnisse, unter | Kanonen zu gehen. Die dänischen Sthiffe ihrerscits suchen, “nach- welchen wir diese Sipung eröffnen, sind nicht erfreulich. Jch ‘denke nicht

an nsere Zustände zunächst, denn wenn wir die Erfolge der Waffen un- !

dem wir ihnen die freie Fabrt von und nah Fúhnen direkt ver= sverrt haben, auf Umwegen, die von uns nicht crreihbar sind, zum Ziele zu gelangen, wenn ihnen dadurch auch die Verbindung mit Fübnen sehr erschwert wird. Das Bombardement von Fricdericia hat, mit periodischen: Unterbrehungen, seinen ungestörten Fortgang, obne erheblicte Verlirste unsererseits.

___ HDldenburg. Oldenburg, 7. Juni. (Wes. Ztg.) Die âlteste Tochter unseres Großherzogs, die Königin von Grie enland, ist heute, uach aht Jahren, wieder einmal zum Besucve auf einige Zeit bei uns eingezogen. Der Weg von der Osteruburg nah dem Schlosse war mit: Fahnen, Blumen, Kränzen, Guirlanden und Ehren=- bogen geschmückt. Tausende waren der von jeher verehrten Fürstin eutgegengezogon ; die Bürgerwehr, das Freiwilligen-Corps und das Schüten - Corps mit seiner glänzenden Uniform hatten auf dem äußercn Damm ein Spalier gebildet, und hinter dem Schlosse hatte si ein Theil der Gewerke mit ihren Fahnen aufgestellk. Am Weichbilde der Stadt wurde die Königin von dem Erbgroßherzoge und dem Offizier = Corps eingeholt, von weiß gekleideren Mädchen bewillkominnet und ihr cin Blumenstrauß überreicht, den sie der Ge= berin mit einem Kuß lohnte. An der Stadtgränze begrüßte der Magistrat und Stadtratb den hohen Gast und begleitete denselben unter Hurrahruf der Menge nah dem Scllosse. Nachdem die sämmtliche Bürgerwehr sich hier aufgestellt, zcigte sich die Königin grüßend auf dem Altau des Schlosses, die Musik spielte die Me=- lodie des von der letutverstorbenen Großberzogin kemponirien Veolks= liedes: „Heil dir, o Oldenburg“, worauf sich die Mcnge verlor. Heute Abend wird die Königin von einem Sänger-Chor durch eine Serenade begrüßt werden.

Näbsten Sonnabend wird die Großherzegliche Familie ilre Sommecr-Residenz Rastede beziehen.

Brauns®hweig. Braunschweig, 5. Juni. (R.=-Z.) Ju der Sihung der Waunschweigischen Abgeordnet-n vem 4. Juni stand auf der Tagesordnung die Berathung über den Antrag des Abgeordneten Lucius: die Versammlung wolle die Bceidigung der bewaffneten Macht des Herzogthums auf die Reichsverfassung bci der Landeéregicrung beantragen. Der Kommissions - Lericht gcht von der jeßigen Lage der Verfassungëfrage ausz er legt dar, daß die Verfassung bislang nicht durchgeführt sei, daß insbesondere die verfassungsmäßige Organisalion Deutschlands, die Konstituirung der Staatsgewalten noch fehlen, daß nicht alle Ländir, mindestens dcch deren Regierungen , die den deutschen Staatsverbaud bilden scllen und müssen, über dic Anerkennung der Reichsverfassung im Ein- versändnisse sind. So M aber die öffenilihen Giwalten, in

denen die Verfassung Deutschlands V Sue thren- Ausdruck finden solle, niht existiren, sv lange die Träger und Juhaber dies fer Gewalten nicht vorhanden seien, denen gegenuber das Gelükde der Treue und des Gehorsams gegen die Geseté abgelegt werden solle, erschiene die Beeidigung auf die Verfassung als ein Eiv in den Wind geleiste. Wollte man den Eid aber auf Durchfuhrung der Verfassung oder auf Abwehr aller von außen gegen die Ver= fassung gerichteten Angriffe stellen, so sei der erstere weder zeitge-- máß, noch ohne das Vorangehen der Centralgewalt rechtlich begrun= det, der leßtere aber überflüssig. Demnach giebt die Kommission anheim, zu beschließen, L den Autrag, wenigstens fur jet nicht O sei. Die Minorität der Kommission empfich't den Antrag von Lucius mit einer Erweiterung dahin zur Annahme: bei der Staats-Regierung die Beeidigung aller Staats - Angehörigen auf die deutshe Reichsverfassung in Antrag zu bringen. Auf den Fall indeß, daß dieser Antrag nicht angenommen - werden Lite

'sclagen sie: folgende motivirte Tagesordnung .vor+ „Die Versamms

lung beschließt, in Erwägung 1) daß cin Eid auf die Reichsver=

fassung vor Konstituirung der verfassungsmäßigen Gewalten nicht zwcckmäßig erscheint, 2) daß sie in die Einwohner des Herzegthums

das Vertrauen seßen darf, daß sie auch ohne Beeidigung auf die Verfassung allen ihren Pflichten gegen dieselbe genügen, da sie dieselte mit Gut und Blut sc{üßen und durchführen werden, über den Antrag des Abgeordn. Lucius zur Tagesordnung úberzugehen.““ Nach einer langen Debatte wird der Haupt=-Antrag der Minoritát

dem sich auc Lucius anschließt, gegen 8 Stimmen abgelehnt. Eben jo die motivirte Tagesordnung der Minorität gegen 16 Stimmen. Angenommen dagegen wird gegen 8 Stimmen der Antrag der Kommission, welcher nit einem Zusaße von Trieps nunmcehr o lautet: „Die Versammlung beschließt, daß auf den Antrag, wenig= stens ur jeßt, nicht einzugehen sei, mit der Erklärung: 1) daß cin Eid auf die Reichéverfassung vor wirklicter Konstituirung der verfassungsmäßigen Gewalten unthunlich erscktint; 2) daß in die sämmtlichen Einwohner des Herzogthums das Vertrauen ‘efiht wer= den darf, diesclben werden ihre Pflichten gegen das engere, wie gegen das gemeinsame deutsche Vaterland stets treu erfullen und zur Herbeiführung einer wahrhaften Einigung Deutschlands kein Ovfer sceuen.““ s Ó

__ Hamburg. Hamburg, 8. Juni. Das gestrige Blatt ver den hiesigen inneren Angelegenheiten vorzugsweise gewidmeien gemein nüußigen Nachrichten enthält, mit der Namensunterschrift von sc{shundert der angesehensten hiesigen Bürger aller Stände, Gewerbe und Bekenutnisse versehen, na{stéßende merkwürdige Erktlärung ge- gen den von der aus allgemeinen Stimmrecht hervorgegangenen konstituirendeu Bersammlung hervorgebrachten Verfassungs-Entwurf sur unjere Stadt uud: Gebiet. Auf morgen is} bereits der Druck een ähnlichen Liste von Unterzeichnern angekündigt. __ Nachdem die Mehrheit der konstituirenden Versammlung solche Grundzüge der künftigen hamburgischen Verfassung vorläufig ange- nommen hat, welche uns, den unterzei{ueten hamburgischen Bür- gern, mit Hamburgs Wohl vollkommen unvereinbar erscheinen, er- ahten wir es für Gewissenspflicht, unsere Mitbürger aufzufordern, mit uns öffentlich zu erklären: ; daß die Verfassung Hamburgs, um, neben dem völlig berechtigten Freiheitäsiun unscrer- Zeit, auch den unabweislichen Bedúrfnissen ues FAEES zu A d mindestens die nah- stehenden Garantieen ahren mu Zul His | g. l. Wer an der ia der Bürgerschaft (geseßgébende