1882 / 9 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 11 Jan 1882 18:00:01 GMT) scan diff

[1792] Die

Berlin Berlin, den ò. Januar 1882, anwaltshaft beim Landgericht I. Alter 34 Jahre, Größe 1 m 63 cm, Statur mittel.

rund, Geficht rund, Gesichtsfarbe roth, Sprachc deuts. Besondere Kennzeichen: schielt, und eine große Narbe an der Sticn.

[1818]

vertreten durch den Rechtsanwalt Röhricht daselbît, Tlagt gegen den Kaufmann Julius Ernst Hoffmann aus Liegnitz, jeßt seinem Aufenthalt nach unbekannt, wegen Zahlung von 123 4 35 § mit dem An- La O Een: an den Kläger 23 M. 35 H zu za en und speziell in die Aus- DEO Elalar ¿L Ar 1 é n dts T zahlung der in der Arrestsache Krauthahn ca. Hoff- Siebert, von Salmünster, der ledigen Margaretha Wittwe F egerll Zinsen, eingetragen für die Frau mann durch den Gerichtsvollzieher Shumm hinter-

willigen, auch das Ürtheil für vorläufig vollstrectbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen | h Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Liegnitz auf

„deu 14. März 1882, Vormittags 9: Uhr, Zimmer 15.

diejer. Auszug der Klage bekannt geinacht. Liegniß, den 5, Januar 1882.

terhalten, über welches monatli ein antiquarisher Anzeiger und von eit zu Zeit Fachkataloge erscheinen, haben socben wiederum 2 Lager-

ataloge, Nr. 102 und 103, ausgegeben. Nr. 102 enthält ein

talo b E er- | ohne dabei auf wirksame Lichteffekte zu verzibten. Ferner ist au zeihniß von 914 Schriften über Botanik unter folgenden 6 Rubriken : Î Botanik im Allgemeinen, Zeitschriften, Geschichte und Bibliographie der Botanik, Biograrhien, Systematik und Terminologie; Anatomie und Physiologie der Pflanzen; Pflanzengeographie, Floren, Herbarien ;

Nr. 103 bringt

fossile Pflanzen; Phanerogamen ; Kryptogamen. ein Verzeichniß von 516 Schriften, von denen 270 si auf Württem- berg (theils auf Württemberg im Allgemeinen, seine Geschichte und feine fonstigen Verhältnisse, wie Staatsrecht, Landrecht, Statistik, Unzwesen u. s. w. im Allgemeinen, theils auf einzelne Ortschaften, cinzelne Herzöge, sowie einzelne Creignifse im Besonderen), 235 auf das Großherzogthum Baden (theils auf das Land im All- gemeinen, theils auf einzelne Ortschaften, auf Geschichte, Geographie, Statistik u. 1. w. des Landes), 12 aber auf Hobenzollern beziehen. Unter den aufgeführten Werken befinden si viele interessante und wichtige Schristen. Wir beschränken uns darauf, auf die photo- lithographishe Ausgabe der Originalhandscrift von Ulrih Richendal3 berühmter Chronik des Constanzer Konzils, die von Prof. Sevin in Karlsruhe im verflossenen Jahre beforgt und nur in 40 Exemplaren für Subskribenten hergestellt worden ist, aufmerksam zu machen. Das Werk ist bekanntli von großem Werthe für das Studium der Sitten und Trachten der Zeit und zugleich als Wappenbuch von Wichtigkeit, da es die Wappen aller inländischen und ausländischen Fürsten und Herren, die das Constanzer Konzil besuchten, enthält. i Gewerbe und Handel.

M ° London, 9. Januar. (Allg. Corr.) Den Aus8weisen des bri- tishen Handelsamtes für Dezember sowie für das ganze Jahr 1881 zufolge beträgt der Einfuhwerth- des vergangenen Monats 33 235 260 L£., d. i. cine Zunahme von 18 408 £ im Vergleich mit dem Monat Dezember 1880 und eine Abnahme von 2 104 704 £ gegen Dezember 1879, Der Einfuhrwerth für das ganze Jahr 1879 belief sich auf 395 656 350 £, d. i. 15553 706 £ weniger als in 1880, aber 33 526 609 mehr als in 1879. Der Ausfuhrwerth im Dezember 1881 bezifferte sih auf 20 182 052 L£, was eine Zu- nahme von 1 967 263 £ gegen Dezember 1880, und von 3 594 432 £ gegen 1879 darstellt. Der Gesammtausfuhrwerth des Jahres 1881 betrug 233 938 919 £ oder 10 878473 £ mehr als in 1880 und 42407 161 £ mehr als in 1879. : Havre, 10. Januar. (W. T. B.) Wollauktion. Ange- boten 1853 Ballen, verkauft 867 B. Bei wenig belebtem Geschäft Wollen alter Sur 5 bis 10 Centimes billiger. New-York, 9. Januar. (W. T. B.) Weizenverschif- fungen der leßten Woche von den atlantishen Häfen der Ver- einigten Staaten nah England 62 000, do. nah dem Konti- nent 30 000, do. von Kalifornien und Oregon nah England

85 000 Qrtrs, Verkehrs-Anstalten. New-York, 10. Januar. (W. T. B) Der Dampfer

„Erin“ von der National - Dampfschiffs - Company (C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.

Berlin, 11. Januar 1882.

Die gegenwärtige XIYV. Sonder- Ausstellung in der Nationalgalerie ist dem Andenken Adolf Schrödters, Karl Blechens, August Bromeis* und Marie von Parmentier's gewidmet.

Die ersten Säle enthalten die Arbeiten der letztgenannten Künstlerin (geb. 1846 zu Wien, gest. 1879 zu Slorenz), bestehend in zahlreichen Landschafts\tudien, welche eine feinsinnige Beobachtung und ausgeprägt malerische Auffassung bekunden. In zwei großen Oelgemälden, welche Ansichten von Dieppe und feinem Hafen zeigen, wird das Streben nah naturwahrer Luftstimmung fast verhängnißvoll für den Ge- fammteindruck. Außer von der französischen Nordküste hat die Künst- Terin auf ihren zahlreichen Reisen, Veduten und Studien aus der Umgegend von Paris, aus Oberbayern, Tirol und Steyermark, aus Wien und Umgegend und aus Jtalien gesammelt. Ihre Oelstudien und ausgeführten Bilder sind breit ‘und kühn behandelt, während die

sorgfältig studirt, dann aber phantastis idealisirt hat.

Strebens doch eigentli nicht zur Vollendung gelangt und darüber in Verbitterung gestorben, fo bieten uns die nächsten Näume das Bild einer völlig ausgereiften, heiteren, felbstzufriedenen künstlerishen Er- E scheinung von finnigem Gemüth und kernigem Huinor. Schrödter (geboren 1805 zu Schwedt, gestorben 1875 zu Karlsruhe), war es vergönnt, in einem langen Leben alle Schätze seiner viel-

Berchtesgaden, in eigenthümlihem Kontrast zu jenen große, Gewissen- | Kupferstich, der Radirung, der Lithographie und Zeichnung. bethätigt bat. haftigkeit in der Zeichnung und fast ¡aghafte Farbe zur Schau tragen, Die Sammlung wird eröffnet durch das von feinem Schwiegersohn, Direktor A. von Werner gemalte Bildniß Schrödters, und dann folgen in bunter Reihe seine theils föstlih humorittisen, theils naiv poetischen Schöpfungen, die den Beschauer bald in dieselbe bebagliche Stimmung verseßen, die ihnen ihre Entstehung gab. Humorvolle Kom- vositionen in Oel, Aquarelle und Zeichnungen, welche die komischen Eren Don Quijote's, Falstaffs, Till Eulenspiegels und Peter Z chlemibls ¡um Gegenstande haben, wechseln mit innigen Der erste große Oberlichtsaal und die folgenden Räume machen | Illustrationen zu Uhlands Gedichten und Rückerts „Liebesfrühling“. uns mit dem Schaffen eines Landschaftsmalers bekannt, welcher auf } Eine kecke, parodistishe Laune waltet in den historisch und zu einem der Grenze zwishen der romantischen und der modernen Art «geflügelten“ o N gewordenen „betrübten Lohgerbern“ (Aquarell, der Naturbetrahtung steht. Karl Blechen (geb. 1798 zu Kottbus, | im Besiße Sr. Majestät des Kaisers), welche feiner Zeit großes Auf- gest. 1840) wandte si erst ziemlih spät (im Alter von 25 Jahren) | sehen erregten. Viele andere seiner reizenden Einfälle verdanken den der Kunst zu, der zu Liebe er eine sichere Stellung als Kassierer in | verschiedensten Gelegenheitsanläfsen ihre Gntstehung, fo ‘u. a. seine einem Berliner Bankhause verließ, und dieser Umstand hat ihn, da | Verlobungskarte, das Blatt zur Hochzeitsreise seiner Tochter 2c. die nachträgliche Aneignung des Handwerklichen ¡zuviel von seiner | Geradezu \chöpferisch war S{rödter in der Erfindung von Jnitialen, ursprünglichen Kraft und Begabung absorbirte, nie zu rechten Er- flanzen-Ornamenten, Arabesken, Zierleisten und Stickmustern, wie folgen bei der großen Masse seiner Zeitgenossen gelangen laffen. | zahlreiche Aquarell-Blätter von feinster Farbenwirkung und forg- Um so gerechtere"Anerkennung \{uldet ihm daher die Nachwelt , deren | lichster Durchführung darlegen, die noch heute Jllustratoren und Kunst- Ziele er in seiner Kunstbethätigung vorgeahnt hat, ohne jedoch frei- gewerbtreibenden eine Fundgrube viel estaltiger {öner Motive bieten. lih meistens über den Versuch hinauszugelangen. Einen großen Vor- Köstliche Kompositionen sind ferner seine vier Jahreszeiten, nament- zug vor der Art der modernen Landschaftsmaler, denen er an Ge- | lih der Frühlingseinzug, und seine humoristishe Botanik. Des wissenhaftigkeit der Beobachtung nur so viel nacstebt, als die Technik | Künstlers Hauptelement aber war der Wein und feine Verherrlichung. im Allgemeinen inzwischen vorgeschritten ist, bildet scine fein poetische, | Wer kennte nit seine Weinproben und Wirthsftuben , seine phanta- verinnerlihte Auffassung, die ihn von der häufig nur allzuleeren Aeußer- | tischen Personifizirungen der Weingeister in der Flashe und im lichkeit der modernen vortheilhaft unterscheidet. Nur selten artet seine Nöômer, seine Erdbeerbowle, feinen eTriumph des Königs Wein“, Kunft ins Phantastische aus; im Allgemeinen geht ein romantish- | und des „Weines Hofstaat“? In keinem anderen seiner Werke tritt fentimentaler Zug durch dieselbe , der sih auch in einer gewissen | des Meisters Driginalität und sinnige Phantasie so glänzend zu Tage, lihten Zartheit der Farbe und in übersclanken Formen bemerkbar | und fo lange der Wein des Menschen Herz erfreut, wird man macht. Einzelne Blätter und Oelgemälde zeugen von gemüth- | dieser Apotheose ihr Recht lassen müssen.

reihem Humor und Begabung für das Genre und die Charafkter- Die Ausstellung beschließt in der leßten langen Galerie eine studie. Die meisten der ausgestellten Skizzen und Studien sind auf | Kollektion landschaftliher Kohlenzeihnungen von August Bromeis des Künstlers Reise über den Gotthard nach Italien, in den Jahren | (geb. 1813 zu Caffel, gest. als Lehrer der dortigen Akademie am 1828Zund 1829, entstanden. Von den wenigen ausgeführten ODel- | 12. Januar 1881). Die sämmtlich aus dem Nachlaß des Künstlers gemälden sind wohl die ebenfalls der Nationalgalerie angehörigen: | stammenden Blätter zeigen, {on äußerlich umfangreich, den großen „Schlucht bei Amalfi“ und „Castel Gandolfo“ die bekanntesten und | lassishen Styl der älteren Landschaftsmalerei, die sich nicht wie die befonders charafkteristisch für feine Art zu sehen und zu \{chafffen. | moderne Nichtung derselben in einem kleinlichen, auf billige malerische Eine Anzahl der besten und aus8geführtesten Oelgemälde befindet \ih Gffekte abzielenden Naturali8mus gefiel, \ondern die schönen Umrisse im Besiße Sr. Majestät des Kaisers; dazu gehören namentlich An- | und Formen der Landschaft betonte und lie stylvoll zu erhabenen und sibten der Villa d'Cste, des Golfs von Spezzia und des Innern des | erhebenden Kunstwerken zu idealisiren wußte. Obgleich einzelne [eider vor zwei Jahren cin Naub der Flammen gewordenen Palmen- | Blätter herrliche Meisterwerke ihrer Art sind, harren sie noch der hauses auf der Pfaueninsel. Eine Gebirgslandschaft mit Vampyr- | kunstliebenden Käufer.

Jagd ist als Konzession an die byperromantischen Neigungen seiner Die interessante Ausftellung ist noch bis zum 20. Januar geöffnet. Zeit zu betrachten; die düstere Landschaft ist \{chauerlich {timmungsvoll, S

die Staffage aber eher komisch als, wie sie Peabsichtigt, fürchterlih.

Daß der Künstler übrigens von dem Schwierigsten, ja Unerreichbaren Morgen Mittag 1 Uhr findet die Beerdigung des verstorbenen fih nicht abschrecken ließ, beweiit ein Gemälde, auf welchem er die | General-Lieutenants von Morozowicz, Chefs der Landesaufnahme, momentanen Wirkungen des Blitzschlages auf ein Gefährt im Hoch- } vom Trauerhause, Herwarthstraße Nr. 2/3 aus nach dem Invaliden- gebirge festzuhalten unternommen hat. Das großartig behandelte | kirhhofe in der Scharnhorststraße mit militärischen Honneurs statt. Gemälde ist jedo leider unvollendet geblieben. Unter den sonstigen | Die Offiziere der Garnison werden dur Deputationen vertreten sein. verschiedenartigen Versuchen auf anderen Gebieten der Kunst befinden | Die Trauerparade kommandirt der General-Majox von Grolman, sich, wie hon angedeutet, einzelne trefflibe Charakter- und Genre- | Commandeur der 3. Garde-Infanterie-Brigade, und besteht dieselbe bilder, unter denen eine Oelstudie: „Jude im Kaftan“, die Oelgemälde: | aus einem Bataillon des Garde-Füsilier-Negiments nebst Fahne, Spiel- «Tarantella“, „Neapolitanische Fischer“, und die Genre - Studien: | leuten und der Regimentsmusik, sowie aus je einer Escadron des Garde- „Gst Est“, „der Schulgang*, bemerkenswerth erscheinen. Die National- | Kürassier- und des 2. Garde-Ulanen-Regiments mit Standarte und Galerie, welche außer den {on angeführten Gemälden auch eine große | Trompetercorps des Garde-Kürassier-Regiments, und aus 6 Geschüßen Anzahl der landschaftlichen und figürlichen Studien Blecbens in ihrem | mit einem Trompetercorps der Artillerie. Zum Tragen des Sarges Besiß hat, zählt darunter ferner eine Tafel mit 18 Entwürfen (in | werden vom 2. Garde-Regiment z. F. und dem Garde-Füsilier-Negiment Wasserfarben) zu Theaterdel'orationen, welche einerseits eine poetische, | je 8 Unteroffiziere im Paradeanzuge mit Trauerflor gestellt. romantisirende Crfindungsgabe und andererseits feinen Sinn für die Der Leichenkondukt nimmt den Weg am Kronprinzen-Ufer ent- verscbiedenen Stylarten der Architektur bekunden, die er offenbar sehr lang über die Alsen-Brüte, Alexander-Ufer, durch die Invaliden- und Scharnhorststraße.

Ein Kommando vom 2. und 3. Garde-Negiment z. F. bildet unter Führung eines Stabsoffiziers vom 2. Garde-Negiment z. F. eine ambulante Chaine.

eine Reibe von sorgfältigen Copien (aus dem Belvedere und der Galerie Liechtenstein in Wien sowie der Galerie Doria in Rom) landscaftlicher und figürliher Art, na Salvator Nosa, Ruysdael, Wouverman, Paul Potter, Scorel, Mengs, Kobell u. A. ausgestellt. Sämmtliche

Bilder und Studien gehören übrigens zum Nachlaß der Künstlerin und sind verkäuflich. s :

War die eben besprochene Künstlerindividualität troß ernstesten

Adolf Stolze scher Stenographenverein. Donnerstag, Abends

8—10 Uhr im Sghloßrestaurant, Swloßfreiheit 8/9: Lese-Abend. Ca. 80 stenographische Zeitungen aller Sprachen und Systeme sowie

Aquarellen, namentlich ein Hof in Mödling und ein Kreuzgang in

seitigen Begabung zu heben, die er denn auch auf den verschiedensten tehnischen Gebieten: in der Malerei in Oel- und Wasserfarben, dem

die neuesten stenographischen Literaturerzeugnisse liegen zur freien Benußung für Anhänger aller Systeme aus.

A Inserate für den Deutschen Neichs- und Kénigl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handel3- register nimmt an: die Königliche Expedition 1 des Deutschen Reihs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 832,

2, Snbhasta

3. Verkäufe L

Steckbriefe nud Untersuchungs : Sacheu- | [1822]

Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen

Wilhelmine, geb. P Tischler Ernst Richard Nobert Poeschmaun,

den Rechtsanwalt

am 26. Juni 1847 in Berlin geboren, welcher | enannten, dem gege flüchtig ist, ist in den Akten J. 11]. C. 851, 80. die Untersuchungshaft wegen intellefktueller Urkunden- fälshung verhängt.

NW., Alt-Moabit 11/12, abzuliefern.

Königliche Staats- Beschreibung :

aare blond, Stirn frei, Bart blonder Scchnurr-

Mund gewöhnlih, Zähne vollständig, Kinn

[1797] Subhastation:n, Aufgebote, Bor- E Die Erben der ladungen u. dergl. Ottilia, geb. Siebert,

Oeffentliche Zustellung. 1) Franz Jofeph

6) f 2) Der Mèöbelfabrikant A. Krauthahn ¡u Liegnitz, 3) Ehefran des

Theresia, geb, zu Salmün

vollzie ; m h Hagemann von da nebst aufgelaufenen Zinsen zu | über ein Darlehn

welche verloren gegan

dem auf

Zum Zwecke der öffenilihen Zustellung wird | kunde vorzulegen, widr

C E Donth, Gerichts {reiber des Königlichen Amts zerichts. gez.

Oeffentlicher Anzeiger. 7

. Steckbriefe nund Untersnchungs-Sachen, u. dergl,

4, Verloosung, u. S8. Ww. von öfentlicken Papierznu.

Oeffentliche Zustellung. CGhefrau des Schlossers Carl Borchardt,

bekannten Ehemann,

h LOE ntTage auf Trennung der Che, und ladet act auf den E, des Will Es wird ersucht, denselben zu den Vellagten zur mündlichen Verhandlung des } gestellten Depositenscbeines verbafte in das f Raa ani Hechtsstreits vor die dritte Civilkammer des König- erhaften und in das Untersuchung gefängniß zu lichen Landgerichts zu Essen anf den 28. April 1882, Vormittags 11 Uhxr, | sind, beantragt. mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bestellen. T Zum E offentliwen Zustellung wird dieser rt, Augenbrauen b Nu / Pr 1 u8zug der Klage bekannt gemacht.

, Augenbrauen blond, Augen blau, Nase gewöhn Essen, den 30. Dezember 1881. Gerichtsschreiberei des Königlichen Landgerichts:

Aufgebot. etronella Hinkelbein,

4) Wittwe des Georg Klüdßer, Tkeresia, geb. Kalbert, zu Romsthal,

haben das Aufgebot der am 6. März 1839 von dem

Wirth Adam Kalbert und Ehefrau Ottilia, geb.

von 250 Fl. zu 5 % verzinslich, Band XVI11I. Blatt aber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in

U Z Königlichet tägericht, den 2. März 1882, Vormittags 9 Uhr, “Nes Fu rger vor dem unterzeichneten Gerihte anberaumten Auf- Hs gebotstermine seine Rehte anzumelden und die Ur- [1812]

der Urkunde erfolgen wird, Salmünster, den 7. Januar 1882. t Königliches Amtsgericht.

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expedittionena des „Zuvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasensteiun & Vogler, G. L, Daube & Co., E, Schlotte, Büttuer & Winter, sowie alle übrigen größeren Auuoucen-Bureaux.

9. Tndastrielle Etablissements, Fabriken aud Grosshandel. 6, Verschiedene Bekanntmachungen. „Verpachtungen, Submiagsionen etc.| 7. Literarische Anzeigen. mortisation, Zinszaklnug | 8, Theater-Anzeigen. | In der Börsen- 9, Familien-Nachrichten, | beilage. 21

M: E I En

[1801] Simon, 23 Jahre alt, von Dinsheim 3) Christ- 8 o _Ausgebot, ; manu, Emil, 23 Jalre alt, von Wasselnheim, atras zu Essen, vertreten durch Der Wilhelm Robert, Bauunternehmer in Berg- 4) Jacob, Ludwig, 22 Jahre alt, von Avolsheim, Dr. Wolff, klagt gegen ihren | heim, hat das Aufgebot eines von der Kreis8-Spar- 5) Denier, Ioseph Johann Anton, 22 Jahre alt, nwärtigen Aufenthalte nah un- | und Darlehnskasse zu Bergheim unterm zwei und von Dinsheim, 6) Eckert, Simon, 22 Jahre alt. wegen böslicher Verlassung, | zwanzigsten September eintausend ahthundert und | von Dinsheim, 7) Sthell, Aloys Alphons, 22 Jahre elm Robert aus- alt, von Greßweiler, 8) Lidy, Xaver, 22 Jahre alt, ( „Vepohiken]beines Nummero einhundert vier und fünfzig über Zweitausend fünfhundert Mark,

E R 9) Sud, Dipolyt Ludwig, 22 Jahre : z h) alt, von Molsheim, 1 eyer, Alp B wovon eintausend achthundert Mark {on erhoben L G ) er, AlpLons, 22 Jahre

alt, von Oberhaslach, 11) Heß, Markus Isidor, n h 22 Jahre alt, von Bischofsheim, 12) Stoehr, Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, Georg, 22 Jahre alt, von Grendelbruch, 13) Martin; spätestens in dem „auf Freitag, den cin und Ludwig, 22 Jahre alt, von Mollkirch, 14) Grand- dreißigsten März eintauscud achthuudert zwei adam, Johaun Baptist, 22 Jahre alt, von Ba- und achtzig, Vormittags cilf Uhr, vor dem unter- rembach, 15) Janel, Eugen, 22 Jahre alt, von zeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine Labroque, 16) Colnet, Augustin D9 Jahre alt, feine Nechte anzumelden, und die Urkurde vorzu- | von Scirmeck, mit Beschlag belegt, was mit dem legen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Ur- | Bemerken öffentlih bekannt gemacht wird, daß Ver- kunde erfolgen wird. n / fügungen derselben über das Vermögen der Staats- f MELHYEER, Ln vet pind Januar eintaufend aht- | kasse gegenüber nichtig sind. Zabern, den 7. Ja- jundert zwei und achtzig. 1882. Kaiserli Sanwalts Königlicdes Amttgericbt. nuar 1882. Kaiserliche Staatsanwaltschaft. gez. Wittekov. Für glei{lautende Abschrift. Der Gerichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts. J ann. Heinrich Dilkert, Elisabeth HOPENGCRN

T Ce ch E Mülb 6 b

ter, 90 rnst, zu Mülhausen wohnend, und deren E emann, [1829] Bekanntmachung. dem genannten Jacob Ernst, ohne bekannten Wohn-

Dur Aus\{lußurtheil vom 6. Januar 1882 i | und Lr abwesend, die Gütertrennung die Hypothekenurkunde vom 10, März 1843 über | ausgesprochen worden. 4 O ; J tar Über Mülhausen i. E., den 9. Januar 1882. Der Landgerichts-Sekretär Stahl.

tionen, Aufgebots, Vorladungen

m

E ————————

Hirs.

p Piat des Adam Kalbert, als: Hinkelbezn,

[1787] Auszug.

Durch Urtheil des Kaiserlichen Landgerichts Mül- hausen vom 3. Januar 1882 ift zwischen Julie e! g Ghefrau des Geschäftsreisenden Jacob

t

er, : 2 Wittwe Franke, Johanne, geb. Starke zu Naum- errichteten Hypothekenurkunde burg a./S., im Hausgrundbuche von Naumburg a./S.

o \ L 1056 Abtheilung 111. Nr. 8 für kraftlos erklärt. Naumburg a./S., den 7. Januar 1882.

gen sei, beantragt. Der Jn-

Nedacteur: Niedel.

Berlin: Verlag der Expcdition (Kessel). Druck: W. Elsner.

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

igenfalls die Kraftloserklärung Durch Beschluß der Strafkammer dcs Kaiser- lichen Landgerichts Zabern vom 31. Dezember 1881 wurde das im Deutschen Reiche. befindliche Vermögen nachgenannter, der Verletzung der Wehr- pflibdt angeklagten Wehrpflichtigen : 1) Klein, Aloys, 23 Jahre alt, von Altdorf, 2) Engel,

Hoefle.

¿ D.

Erste Beilage L L i zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Sklaals-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch, den 11. Januar

1882,

Nichtamilicßes.

Breußen,. Berlin, 11. Januar. Jm weiteren Verlaufe der gestrigen (21.) Sigtung seßte der Neichstag die Berathung der Jnterpellation des Abg. Pr. Frhr. von Hertling, betreffend die weitere Lo der bestehenden Fabrikgeseßgebung, fort. Der Abg. Ebert entwickelte die Stellung der fonservativen Partei zu den vom Jnterpellanten angeregten Fragen. Die Ds Interpellation sei feiner Partei fympathisch, au im Einze ms stimme sie mit den Wünschen des Abg. von Hertling wefentlich überein. Selbst JFndustrieller, halte er die genereile allg rihtung eines Normalarbeitstages, das Verbot der Sonntags- arbeit mit den dur die Betriebsart bedingten Ausnahmen und das Verbot der Frauenarbeit für durWführbar, doch warne er vor zu weitgehender Schablonisirung und möchte den Fabrikinspekioren, deren Kompetenzen entsprehend zu erweitern wären, die Aufgabe zuweisen, auf eine den PONn deen Verhältnissen A Me Negelung der in Betrach

enden Fragen hinzuwirken. : : E AbT. Stitienberaet erklärte zunächst im Namen seiner politischen Freunde, daß -die Zeitungsnotiz, es have jüngst zu Dresden eine Konferenz der fozialdemokratischen E stattgefunden, auf welcher die Ablehnung der ana Vorlagen des Reichskanzlers beschlossen worden wäre, unriG 9 sei. Sine Partei wolle im Gegentheil diese Vorlagen ab- warten, sie prüfen und ihnen, wenn sie gut I, n, Seine Partei erkläre sich entschieden für ein Verbo der Sonntagsarbeit, niht vom religiösen, jondern O sozialen Standpunkte aus. Der Tag der Nuhe müsse unter allen Umständen strikte inncgehalten werden. Die gégen wärtigen Bestimmungen der Gewerbeordnung jeien in E Hinsiät ungenügend. Wenn die Sonntagsarbeit ein für al e Mal verboten werde, dann könnten solche Fälle nicht L vorkommen, wie sie der Abg. von Hertling gestern E habe. Weiter trete seine Partei für Einführung des Normal- arbeitstages und den Schuß der Frauenarbeit e Abg. Ebert habe bedauert, daß die Fraucnarbeit ü er Jau noch) bestehe: warum schaffe derselbe sie nicht selbft in N Gruben ab? Nichts könne unmoralischer wirken A e die Frauenarbeit in Gruben; hier müsse eine E len- derung geschaffen werden. Es müsse im nteresse der Jn- duslrie sowie der Wehrsähigkeit nicht blos die G sondern auch die Kinderarbeit abgeschafft oder Me deutend beshränkt werden. Denn wenn fich die Frauen u häuslichen Pflichten mehr hingeben könnten, würden E ie Männer mehr verdienen. Ferner würde das gamilienleben, das durch das Fabrikwesen im Allgemeinen und die E und Kinderarbeit im Besonderen leide, L Un, 4 enn acfagt werde, daß die Kinderarbeit von sitt.ihem W er ) sei, indem dadurch die Kinder den Lastern des Müibiggangs entzogen würden, fo frage er, warum gerade nur die B des Arbeiterstandes einen solchen moralischen N )ig hätten? Der Aba. von Herlling wolle wohl die Arbeitszei V Allgemeinen herabmindern, aver zu einem geseßlichen Norma - arbeitstag sür Erwachsene lönne derselbe O Allein die Freiheit der Fabrikanten bürfe B 6- \{hränkte fein, daß ganze Klassen der V E erung in ihren Juteressen bedroht würden. QUrA, ven E arbeitstag richtiger wäre die Bezeichnung Maxima arbei 3 tag welcher in Deutsc:and etwa eine zehnstündige Dauer haven könne, würde au die industrielle Reservearmee, näm- li die sich im Lande herumtreihenden S Arbeit herangezogen weren. Die Behauptung der T partei, die Arbeiter seien scl®st gegen Beschränkung A zeit, fie könnten dasselbe auf dem Koalitionswege r : fals. Denn einmal fhle hierzu den Arbeitern das. E sodann aber lätten sie in Deutschland überhaupt kein Koa L tionsrecht. Es würden ja alle Versammlungen, die sih mi Arbeiterfragen beschästigen, verboten. Während man Ao Berlin Sammlungen untec den Arbeitern, 8 e widersehzt habe, habe gerade der fortschrittli M ha gistrat in Nürnberg im Vervieten au solcher ; am i: lungen Großes geleistet. Eine an den Reichskanz er Me langte Petition der Arbeiter weise darauf hin, daß eine E duktion der Arbeitszeit z. Z. inopportun sei, und das L, e zeichnend für die Wünsche der arbeitenden Klasse im 2 ge: meinen. Mit dem Normalarleitèstag müisse nothwendig au) cin Normalarbeilslohn cingesührt werden. Sollte dies ein Minimallohn sein, so würde er entschieden dafür sein. Jeder Arbeiter müsse sich alsdann anstrengen, diefen Lohn zu vev- dienen, um in Arbeit zu bleiben. Die sozialdemokratischen Wahlen seien allerdings oppositionell ausgefallen, theils wegen des Ausnahmegeseßzes selbst, theils wegen seiner Teras Handhabung desselben; man habe aber andererseits Ae Wahl solcher Abgeordneten, welche die Pläne des A v prüfen wollten, bewiesen, daß man der negativen Politi Zer liberalen Parteien ebenso abgeneigt sei, Man habe O Ar- beitern sogar die Krankenkassen Wg, va Jane man sich üter Opposition do nicht wundern ! Vielfach l die Reformpläne auch nur als Wahlköder betrachtet, man sehe arau 5, wie weit das Mißtrauen gegen die Regierung gestieaen sei. Was seine Partei also verlange, sei: Verbot der Dre arbeit vorläufig wäre seine Partei auc) O a kürzung derselben zufrieden Kinderarbeitstag uns Ea - arbeitstag für Viänner; gegen einen Minima N hätten die Sozialdemokraten nichts einzuwenden. per A t Jndustriellen zu Gunsten der Arbeiter Ypjer menge ra aag as , so sci das der Beweis dasür, daß die Jndustrie gee Page sei die Arbeitszeit kürzen zu lassen. Wenn n E A Lohn beschnitten würde, so müßte derselbe stch bei N ne wendigen Bedürfnissen Abbruch thun, dies sei d Ae beim Fabrikanten der Fall. Seine Partei net arg! e internationale Arbeitershußgeschgebung. Dieselbe As Fen der Schweiz wohl angeregt worden , Jo e aue beim Deutschen Neich keinen Anklang genuwon, N man zu kriegerishen Zweckten die Dienste „der Ma e ge brauche, so könne man dies auch bei el die Eiclüs u Arbeiter thun, Weiter wolle seine Partei die ESinslhrung

von Arbeiterkammern statt des Volkswirthschastsraths. Es gebe .Anwalts- und Gewerbekammern warum nicht auch Arbeiterkammern? Wenn solche aus allgemeinen Wahlen hervorgehen würden, würden sie größeres Vertrauen genießen, als der Volkswirthschaftsrath, in welchem keine Arbeiter säßen. Derselbe habe wohl ein Mitglied, das fich Webermeister nennen lasse, thatsählich aber Fabrikant sei. Den Fabrik- inspektoren müßten größere Befugnisse gegeben werden, es wäre besser, dieselven wären niht Freunde und Berather der Fabrikanten, sondern Polizeiorgane. Jn das M rungsgeseß numüsse die Karenzzeit hereingebracht werden, wei

sonst die Krankenkassen sehr geshädiat würden. Der liberale Entwurf eines Hastpslichtgeseßes streife ziemlih nahe an das Unfallversicherungsgeseß. Er habe den Abg. Lasker in einer Versammlung bezüglich der Karenzzeit interpellirt und der- seibe habe Jeden als Friedensbreher erklärt, der ihm Que Schäbigung der Krankenkassen habe zur Last legen wollen. Wenn si die Liberalen gegen den Vorwurf, das Manchester- thum thue nichts sür die Arbeiter, mit dem Hinweis auf die musierhaste englische Fabrikgeseßgebung vertheidigten, so müsse er erwähnen, daß dieses Gefeß dem englischen Parlament von den Arbeitern abgenöthigt sei. Er Habe mit seinen Ausfüh: rungen nachweisen wollen, daß die Sozialdemokraten L praktis seien, wie die anderen Parteien und daß sie ih n

Abschlagszahlungen vorläufig wohl gufieden geben N, troßdem aber an ihren Geundsäßgen unverrückt festhalten E Abg. Stöcker erklärte, die Forderung des Vorr-dners, eine internationale Arbeitergeseßgebung herbeizuführen, begegne in den konservativen Reihen der allergrößten Sympathie. Er glaube in der That, daß die Zeit der Handelsverträge vorbei sei, und daß es viel nöthiger und nüßlicher sein werde, diese Verhältnisse international zu gestalten, wie es ein tüchtiger elfäs- sisher Jndustrieller, Legrand aus dem Steinthal, son vor 40 Jahren vorausschauend gefordert habe. Derselbe habe ge- fordert: Jnternationale Geseße über die industrielle Arbeit, fanktionirt durh das Siegel des Christenthums und der Fa- milie. Der Vorredner stelle ein System Bismark N System Richter als ziemlich gleichwerthig für seine L N Dem müsse er widersprechen. Ein System des fast vd gen Sich-gehen-lassens auf dem gewerblichen Gebiete könne man mit einem System nicht gleichstellen, welches dem Arbeiter in seiner Vedrängniß Anspruch auf die Staatsfürsorge Fu schreibe, welches die christlihe Staatsidee adoptire. L erstere Anschauung habe der Abg. Richter gestern „iel er vertreten. Der Abg. Richter wundere sih über die A des Kanzlers auf die Autorität des Kaisers ; er (Redner) ja e das sür ganz natürlih. Wenn der Kaijer |l ), O Jahrzehnt falsher Gesezgebung an die Spiße sozialer teform stelle, so sei es ganz begreiflih, daß derselbe als E gerade dieser Reform dem Volke vor Augen gestellt e Der Kaiser habe dies betont, und man fönne dem U AA in keiner Weise daraus einen Vorwurf machen. e Berufung auf Stein-Hardenberg möchte er einmal ausdrÜ D protestiren. Es gebe gar nichts Entgegengeseßteres als Steinsche und RNichtershe Gedanken. Der Freiherr von Stein sei ein Mann der ständischen Vertretung, nicht des Pa Le gewesen ; derselbe habe den Staat als „keine O QE liche oder industrielle Anstalt“ erklärt, sondern nach seiner An- sicht habe der Staat den Zweck religiöser, moralisdfr, getger und körperliher Entwicklung seiner Angehörigen. Das sei e was ganz anderes, als was man au} der linken Seite dieses Hauses wolle. Auf dem gewerblichen Leben habe der Fre1herr von A allerdings Hardenberg nachgegeben, indeß leise opponirend vei der Niederreißung der Zünste. Das Bannrecht möge ret

worden scin, aber gewiß niht von Stein das korpora ive Element, für welches derselbe im Gegentheil höchst B eingetreten sei. Meisterehre und Zugendzuht habe E: das gewerbliche Leben und ebenso in die Agrarverhä tnisse hineinarbeiten wollen und habe sich der Neuerungssuht Ge denbergs energish widerseßt. Derselbe habe die Pen 0 gen dieser Sucht vorausgesehen, die Bauern würden zu Tagel )nern werden und statt der bisherigen Hörigkeit eine viel L Eere entstehen. Auch die liberale Geseßmacherei habe man damals chon gekannt und Stein habe von ihr behauptet, i Bürger zu Pfuschern und aus dem Staat ein Aggrega von Gesindel, Juden, neuen Reichen Und phantastiscen Gelehrten mache. Das seien Steinsche deen, na Jdeen, die auch seine Partei vertrete. Daß diese ben bei einem Wechsel der Politik nicht sofort DULOOrATgEN, seze scine Partci nicht in Erstaunen, und auch ore Reichskanzler hätte sich das entsprechende Srgeoms R Wahl nicht so zur Entmuthigung dienen lassen jollen, denn durch die Verdunkelung des sozialen Reformprojekts 2E Regierung während des Wahikampf.s sei dieser große „Ger danke nicht zur G.ltung gekommen, und der Abg. Grillen- berger habe ja zugegeben, daß in weiten Arbeiterkreisen u die ‘Reform gegen den ZFndividualismus entschieden wen sei. Nach einigen wenigen Zahren würden die Arbeiter {on viel besser wissen, wo ihr Vortheil liege. Wenn sich der ny Richter über die Entschlossenheit des Neichskanzlers Wu e, sein Programm weiterzu verfolgen, so finde er es in Segen eh ungemein werthvoll. Wenn diese Aera der Reform dur ) e oppositionelle Haltung, der Linken einfach zu Nichts r e dann werde dies eine furchtbare Kritik der D LETO der Linken sein. Wenn man das gewerblihe Elen

noch einige Jahre dauern lasse, werde zuleßt ein Umschwung kommen, und die Fortschrittspartei werde vershwinden, wie Spreu vor dem Winde, Die Linke wolle die MOGRTETTIern n durch obligatorishe Genossenschastsversiherung erseßen. i Er verkenne nit, daß auf der linken Seite auf dem Gebiete f

freien Genossenschaftswesens viel gethan sei und. er habe s die Arbeiten Schulze’s und Hirschs volles Verständniß. Aber we e Fülle sozialen Elends habe nicht der Zusammenbruch Me weise von Vorschußgenossenschaften ost in die weitesten Î reise getragen! Wo sei da eine Spur von Sicherheit ? Bas e geradezu die Unsicherheit des Arbeiterlebens. Die n : gezeichnete englische Fabrikgeseßgebung sei kein Produkt der

Mangtzesterweisheit, sondern sie sei derselben in schweren Kämpfen

gerungen worden. Die Befürchtungen, sie werde den Auf- une Industrie verhindern, hätten sich nicht realisirt. Es komme in diesen Fragen doch zuleßt auf den Menschen selber an, auf den inneren Kern der Persönlichkeit. Gerade für die lebhaste Betonung des persönlichen Elements danke er dem Abg. von Hertling besonders. Die von diesem angeregten Punkte ständen in engem Zusammenhang mit einander. Das Verbot derSonntagsarbeit und die Sonntagsruhe, die seinePartei aus religiösen Gesichtspunkten für das deutsche Volk erstrebe,ließen sich auf dem Wege der Koalitionsfreiheit nicht erreihen. Auch entspräche dieser Weg niht der Würde des Christenthums. Eine internationale Regelung dieser Frage würde die augen- blicklihen Nachtheile, die eine dadur entstehende Verminde- rung des Arbeitsverdienstes etwa habe, wieder ausgleichen. Für die möglichste Einschränkung der Frauenarbcit spreche die Pflicht der Reinerhaltung des Familienlebens. Mindestens verlange er für die verheiratheten Frauen ein Verbot der Arbeit in den Fabriken. Die Frage des Normalarbeitstages, der auch im Jnteresse des Arbeitgebers liege, möhte er inner- halb der fkorporativen Genossenschaften gelöst wissen. Ein Zweong zur Einführung cines Normalarbeitslohnes sei damit nicht gegeben, Die Deutschen, im Centrum Europas wohnend, seien den sozialen Kämpfen am meisten ausgeseßt. Die Auf- gabe aller Deutschen sei es daher au, im Sinne des Christenthums diese Fragen zuerst zur Lösung zu bringen. : Der Abg. Dr. Lasker bemerkte, der Vorredner Yabe damit Kaiserlich zu sein und wie ein Konservativer zu sprechen ge- glaubt, wenn derselbe gesagt habe, man solle es loben und nicht tadeln, wenn der Kaiser nach zehnjähriger verfehlier Geseßgebung sih an die Spige der Umkehr stelle, Der Bor- redner erweise damit dem Kaiser wenig Ehre, denn die getadelten Geseße beständen noch und seien vom Kaiser janktionirt. Sodann habe der Vorredner die Stein-Harden- bergsche Geseßgebung als für seine Partei vorbildlih in An- \spruch genommen. Nun wisse jeder gebildete Mensch, daß Stein zwei Perioden gehabt habe, eine reformatorische und eine unfruhtbare reaktionäre Periode, in welcher derselbe gegen seine eigene Schöpfung Opposition gemacht habe. Aus dieser Periode habe der Abg. Stöcker sehr geschickt die ganze Stein-Hardenbergsche Geseßzgebung charakterisirt. Man habe ja auch jeßt in Deutschland einen Staatsmann, dessen Leben in zwei Abschnitte zerfalle, in eine produktive, liberale Periode, dies sei ja die Zeit gewesen, wo die Abgg. Stöcker und Genossen den Reichskanzler angegriffen hätten als einen Liberalen, und in die Periode, wo der- selbe das getadelt habe, was er früher gethan habe. Könne man da etwa die ganze Thätigkeit des Kanzlers nah dieser leßien Periode charakterisiren? Oder glaube man, daß, wenn man von dem großen Heros Stein sprehe, man an jene Periode denke, in welcher derselbe in der verbittertsten Kritik gegen die wieder aufgerichteten Zustände Preußens fich ausgesprochen habe? Derselbe sei ja damals auch gar nicht mehr im Amte gewesen und habe zur Opposition der damaligen Zeit gehört. Die Vorgänger des Abg. Stöcker hätten jene große Srhebungs- gesezgebung auf das BVitterste bekämpft, während Vorgänger seiner (des Redners) Partei sie unterstüßt hätten, wie auch er stets das Wohl der Massen zu heben bestrebt sei. Es scheine ihm darum, daß der Rückblick auf die geschichtliche Vergangenheit, wenn die Geschichte in Wahrheit verstanden werde und man nicht nur Anekdoten aufzähle, um sie als Geschichte darzustellen, dafür spreche, daß die liberale Ben mit denen in Zusammenhang sei, die von jeher den E - {ritt begünstigt hätten nah Maßgabe ihrer R s e seine Partei sih also Bewegungen entgegenstellen, die G eiches zum Ziele hätten, so würden die Liberalen die entarteten Kinder ihrer Vorgänger sein. Dies falle seiner Partei aber niht zur Last, wenn sie Vorschlägen Widerstand leiste, die sih mit großen Namen und {önem Tenor einführten, denn seine Partei erkenne, daß dieselben prafktish undurhführbar seien. Könne es ein unbefangeneres Zeugniß geben für, die produktive Thätigkeit der Opposition gegen das Ee, rungsgeseß, als es gestern der Reichskanzler felbst abgeleg habe? Bei der Berathung dieses Gefeßes im vorigen Jahre habe er (Redner) es ausgesprochen, daß die Regierung in die äußerste Verlegenheit kommen würde, wenn das Gesez in einer Form angenommen werden sollte, dem die Regierung hätte beitreten müssen. Sie würde „dann ein Auskunftsmittel nur darin gehabt haben L ohne eine Anzahl andrer Gesege gar nicht hätte ins Leben treten können. Hätte aber das Geseß unglüclicherweise andere neue Geseße niht zur Vorausseßung gehabt, so würde man namenloses Unglück über Deutschland gebraht yoven, DE Neichskanzler habe ja jeßt selbst zugegeben, daß er über un Inhalt jenes Geseßes schlecht belehrt gewesen sei. Wenn : ie Liberalen also damals so loyale ; RégierungEmuner gewesen wären, wie die Konservativen heute, un auf jenen Gesezesvorshlag hineingefallen wären, 1 würde dem Reichstage der Kanzler den_ Vorwurf, ge macht haben, daß ein solher Jrrthum für Einen Dez tie sei, daß es aber den Vertretern der Nation übel, ansen, fe: sche zu sanktioniren, die nicht ausführbar feien. e O ver Klugheit des Reichskanzlers fei er ganz Ner FuNe en paB derselbe bei irgend einem Punkte Widerstand Een, O eas Gesetz niht annehmen würde, weil derselbe diesen on B B einen kolossalen Fehler gehalten habe. Hierdurch a B as erklärlich, daß die kleine Differenz, wer e L ci Be Arbeiterversiherung zahlen solle, für den NENDAN p g habe, die Beschlüsse des Reichstags vom Bundesrathe ab ehnen zu lassen. Denn materiell wäre dieser Einwand hinfällig ge- wesen, da die meisten Vertreter der Jndustrie im NOMES, chastsrathe und sogar der Abg. C de Tonn Hause Fr Ansicht gewesen seien, die ganze eitragspfliht könne die Jndu- strie tragen und würde si eine Ehre daraus machen, es zu En, Dennoch habe der Reichskanzler niht auf diese sachverständige Stimme gehört: es sei dem Kanzler eine sehr günstige Ge- legenheit gewesen, sich der Verlegenheit seines eigenen irr- thümlihen Vorschlags zu entziehen. Seit dem 9a N 1878 habe die liberale Partei mehr Positives ge eiste als die konservative und auch die aus ihrer Juitiative