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dem genen Gehalt anfangen müsse. Das wäre do eine ganz böse Üngerechtigkeit, zumal diese Es ohne Rücksicht auf die [rider vam Tes E, ay N Pn iee Vin auf Pen ehabt, und diese nen um die tersrente gekürzt worden. Das sei eine Unbilligkeit. A Pulver- arbeiter verlangten außerdem mit Recht, in die 111. Lohnklasse verseßt zu werden. Die - Arbeiter in den Artilleriedepots gehörten tn die IV. Lohnklafse, und sie müßt«@ zu den Konferenzen zu- elassen werden, um ihre Wüns zum Auétdruck bringen zu önnen. Die Auswahl der zu den Konferenzen zu delegierenden Arbeiter sollte dem Arbeiteraus\{uß überlassen werden. Dadurch würde die Zufriedenheit unter den Arbeitern vermehrt werden. Das würde noch mehr der Fall sein, wenn die Arbeiter im Ausschusse au eine Sache vorbringen könnten, auch wenn fe nicht zur Tagesordnun gehôre. Wenn das Kriegsministerium \sih diesen Wünschen wohl- wollend gegenüberstelen wollte, dann würde es den Lohn auch g ernten. Die Arbeiter der Königlichen Jnstitute betrachteten ihn, Redner, als ihren natürlichen Vertreter. Darum habe er si zu ihrem Anwalt gemaht, und er könne nur wünschen, daß die Ver- waltung diese Wünsche berücksichtige. :
Abg. Bebel (Soz ) glaubt, daß der Nedner sebr spät zu der Erkenntnis gekommen sei, daß er als der s{lichte Mann aus der Werkstatt berufen sei, sich zum Anwalt der Arbeiter Spandaus zu machen. Der Vorredner sei nicht von der Spandauer Bevölkerung gewählt, und es sei zweifelhaft, ob er wiederkomme. Er, Redner, habe es sih zur Aufgabe gemacht, über die in der Presse ventilierte Neu-
- bewaffnung der Feldartillerie zu \prehen. Die französische Artillerie fei
mit einem neuen Robrrücklaufgeshük ausgerüstet worden, und es bestehe bei uns die Absicht, eine Neubewaffnung einzuführen. Die „Frankfurter Zeitung“ habe berichtet, daß bei der Firma Krupp hon neue Be- stellungen gemaht seien. Die Umänderung der Feldgeschüße sei früher auf 30 Millionen, \päter auf 10 Millionen ges{häßt worden. Die jetzige Artillerie solle den Anforderungen niht mehr genügen. Der General von Loebell sei für eine Neubewaffnung eingetreten, man müsse Frankrei nahkommen. Ihm, Redner, scheine es unzweifel- haft, daß die berühmte Plöglichkeit eine große Rolle spiele. Cs. solle mit aller Schneidigkeit alles aufgeboten werden, damit der Reichstag mit großer Mehrheit die Geshüßfrage im Sinne der Regierung er- ledige. In der Budgetkommission habe der Abg. Müller-Fulda das Verhältnis der Militärverwaltung zur Firma Krupp zur Sprache gebraht und sih tarüber beschwert, daß diese Firma durch die Ver- waltung viel zu sehr berücksihtigt werde. Es seien zu hohe Preise gezahlt worden. Er, Redner, sei der Ueberzeugung, daß das Deutsche Reich von der Firma Krupp über das Ohr gehauen würde. Auf diese Weise könne allerdings die Firma für Wohlfahrts- zwede den wohltätigen Mann spielen. Er begreife sehr wohl den Patriotismus jener Herren, wenn man durch die Zuweisung von Militär- und Marinebewilligungen so un- geveure Profite erziele. Die Ueberteuerungen der Militärlieferungen cien ja nihts Neues. Schon 1896 habe er nachgewiesen, daß auch {on damals der sogenannte Pulverring bestand, und daß ihm u. a. die Waffenfabrik Ludwigshafen angehörte, bei der der jeßige Eisenbahn- minister Budde Direktor war. Bei Krupp sei seit der Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft der frühere Minister von Thielen in den
ufsichtsrat getreten. Alle diese Gesellschaften suhten Perfonen in ibr Direktorium zu erhalten, die mit der Regierung in Verbindung ständen und auf sie Einfluß hätten. Zum Pulverring gehöre ferner dic Firma Krupp. Dieser Ring habe das Monopol und setze die Preise fest. Die Auf- sichtsräte \steckten ungeheure Tantiemen in die Tasche, und die Pro- fite seien so groß, daß man \ich zu einer Verdoppelung des Aktien- fapitals entschlossen habe, ohne aber zu èiner wirklichen Einzahlung des Zuschusses schreiten zu brauen. Die Leute, die solchen fapita- listishen Vereinigungen angehörten, hätten auf die Parlamente cinen großen Einfluß. “Diesem Unwesen müsse ein Ende gemacht werden, auch vom Standpunkte der Heeres- und Marineverwaltung, denn es gingen Unsummen dem Reiche durch jene Vereinigungen ver- loren Bemerkenêwert sei es, daß für alle Neuforderungen, die den fapitalistishen Vereinigungen zu gute kämen, die Presse mit dem üblichen Hurra eintrete. Jahrelang habe das Deutsche Reih das Artilleriematerial zu teuer bezahlt, und es sei zu hoffen, daß die Ver- waltung wieder Wandel s{afe. Vor allem möchte er (Redner) fragen, wie der Kriegsminister zur Frage der Neubewaffnung der Artillerie stehe.
Kriegsminister, General der Jnfanterie von Goßler:
Aus der Rede des Herrn Abg. Bebel ersieht man, daß er den Beratungen der Budgetkommission niht beigewohnt hat; sonst würde ih der größte Teil der Fragen, die er soeben gestellt hat, erübrigen. Die Sache ist in der Kommission sehr eingehend besprohen worden, und war man allgemein darüber einig, daß diese Erörterungen vertraulicher Natur seien und nit in die Zeitungen kommen sollten. Wenn Herr Bebel seine Wissenschaft über diese Sißung der Budgetkommission den Zeitungsberichten entnommen hat, dann ist er eben fals unterrichtet.
Er hat zunächst ausgeführt, das jeßige Geshüymaterial wäre mit ciner gewissen Plöplichkeit eingeführt worden, intem er darauf hin- deutete, daß dies auf Entschließungen beruhe, die gewissermaßen un- bedacht gewesen seien. Sein Gedächtnis ist sehr kurz, sonst würde er wissen, dak das neue Geschüß jahrelangen eingehenden Versuchen unter zogen worden ist und daß das damals vorgeschlagene und zur Annahme gelangte Geschüy das Resultat dieser Versuhe war Mit unserem Geschütmaterial sind wir durchaus zufrieden. Glaubt Herr Bebel der Presse mehr als den Erfahrungen, die wir zemaht haben, dann ift ibm eben nit zu helfen. Auch ih habe beute morgen in der Zeitung cinen Bericht über den Vortrag des Herrn von Loebell, den ich
übrigens nicht näher kenne, gelesen. Es ift nur wunderbar daß Herr Bebel dieses bereits beute nachmittag, und zwar so zu sagen als Urkunde bier vorträgzt. Was sind das für Grundlagen, auf denen Herr Bebel cine Auffassung aufbaut? (Zuruf bei den Sojzial- demokraten, Heiterkeit.) Jch kann nur konstatieren, day cin neues Geschüy überhaupt nit in Frage kommt, sondern daß, wie das in der Kommission ausfübrlih erörtert worden ist, ledigli) Ver- suche angestellt werden mit aptlierken Lafetten Näâder auf
die Sache einzugeben, halte ih in der Oeffentlichkeit nicht für richtig Diejenigen Herren, die der Budgetkommission beigewohnt haden, fund ja mit dieser Angelegenheit genau vertraut.
Aus diesem Anlaß hat dann der Herr Abg. Bebel eine Exkursion auf das Gebiet der Waffenlieferungögeschäfte gemacht usd sogar eine Firma des Betruges gezichen, wenn ih den Autdruck rihtig ver- standen habe. Das Wort „Betrug“ ist gefallen. (Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Meines Wissens ist dieses Wort bezoge! worden auf die Firma Krurv. (Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)
Wie der Herr Abg. Bebel tas beweisen will, weiß ih niht. Ich |
kelreite aber entschieden, dah ein Betrug seitens der Firma Krupp je la Frage fommen fönnte. Das halte ih unter allen Umständen für ausgeschlossen. Herr Bebel vergißt ganz die atoven Verdienste dicier Firma um Deutschland und seine Wehrkraft- (Bravo! bei den Nationalliberalen. )
I wende mich nun zu den weiteren Autiühruonugena des Herrn Abg. Bebel. Jh wollie diese Angelegenheit eigenllih erfi bei der Beratung der in der Kommission angenommenen Resolution zur Sprache bringen. Es hat mich überrascht, daß beim ¿4dr Etat vlöylih Zahlen auftanhien, die nur von einem Agenten ciner bestimmten Firma einzelnen Abgeordaeten gegeben sein fönnen
Die Richtigkeit dieser Zahlen ist niht erwiesen, und ih bestreite von meiner Stelle aus, daß die dort genannten Zahlen richtig sind. Wenn solhe Zahlen gegeben werden, dann muß ter Betreffende mit seinem Namen und seiner Person au für sie eintreten ; denn nur dann kann er dafür verantwortlih gemaht werden. (Sehr richtig! rechts.) Hinter dem Rücken der Verwaltung derartige Zahlen zu verbreiten
und mit ihnen zu operieren, das halte ich für eine Unredlichkeit. (Sehr richtig! rechts.) Darauf irgend etwas zu basieren, ist für die Militärverwaltung absolut unmög-
lih; im Gegenteil, ich muß sagen, die größte Zurückhaltung ist da geboten. (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Wie ih aus der Rede des Herrn Abg. Bebel entnommen habe, verdähtigt er uns, der Firma Krupp unbegründeterweise Millionen in die Hand gesteckt zu haben. Wie will er das beweisen? Und wenn es mir auch an ih gleichgültig is, ob Herr Bebel uns anklagt, so will ich do darauf hinweisen, daß die Preisuntershiede in der Hauptsache auf neue Erfindungen bei der Fabrikation zurückzuführen sind. Dieser Umstand hatte eben die wesentlihe Herabseßung der Preise zur Folge, und wurde es hierdurch mögli, die Anschaffungen, trotz des inzwischen eingetretenen höheren Bedarfs, zu bewirken. Wie Herr Bebel da von Betrug sprechen und diese Beschuldigung einer so angesehenen Firma gegenüber zum Ausdruck bringen kann, das überlasse ih seinem Urteil. (Zuruf bei den Sozialdemokraten. Glocke des Präsidenten.)
Jch will mein Urteil darüber vorläufig zurückhalten. Vielleicht hat der Herr Abg. Bebel die Güte, das in der Zeitung zu wieder- holen, damit er die Verantwortung dafür übernehmen kann. (Zuruf bei den Sozialdemokraten. Glocke des Präsidenten.)
Die Idee der freien Konkurrenz, die auch in der Resolution zum Ausdruck kommt, ist ja wundershön. Die Folge derselben ist aber, was der Herr Abg. Bebel soeben erwähnt hat, die Ringbildung. Hat man keine dauernd beschäftigten Lieferanten und weiß der Lieferant niht mit Bestimmtheit, ob er im nächsten Jahre wieder eine Lieferung erhält, dann tritt der Fall ein, daß sih die Firmen untereinander einigen, dann bildet sich ein Ring. Deshalb muß jede Militär- verwaltung Wert auf leistungsfähige Privatfabriken legen, auf Fabriken, die so leistungsfähig sind, daß man sih auf sie auch im Notfalle, im Kriegsfalle verlassen kann. Der Staat selbst kann fich solche Fabriken nicht einrihten, weil er sie nicht dauernd würde beschäftigen und Staatsfabriken natürlich Privatbestellungen nicht übernehmen können. Privatfabriken sind dagegen in der Lage, gleichzeitig auch anderes Material anzufertigen und daher stets leistungê- fähig zu bleiben. Ohne die Firma Krupp hätten wir in unseren großen Kriegen nicht so glänzend bestehen können. Das ift unzweifel- haft. Die Firma Krupp hat uns niemals getäuscht, stets vorzüglich geliefert und allen Anforderungen entsprohen, was man allerdings von anderen Firmen nicht sagen kann.
Wenn der Herr Abg. Bebel auf den Pulverring gestoßen ist und das gewissermaßen als eine ganz neue Er- {einung hingestellt hat — (Zuruf links, Glocke des Präsidenten.) Jh darf aus dem Zuruf schließen, daß der Herr Abg. Bebel das son im Jahre 1896 gesagt und diese überrashende Entdeckung heute wieder gemacht hat. Sonst begreife ih nicht, daß jeyt die Rede darauf kommen kann. Im übrigen stellen wir das Pulver jeyt bis auf ein einziges Nitroglycerinpulver, das außerhalb, aber niht vom Ringe bezogen wird, allein her. Mit dem Pulverring haben wir also gar nichts zu tun. Wir machen nur bier und da kleinere Bestellungen, um die Fabriken leistungsfähig für die Konkurrenz im Auslande zu erbalten. Auch das ist eingehend in der Kommission besprochen worden.
Ich schließe damit, daß zu den Angriffen, die der Herr Abg. Bebel hier angeführt hat, nicht die geringste Veranlassung vorlag, und daß die Beschuldigungen, die er autgesprohen hat, auf ihn selbst zurüdfallen. (Bravo! rets.)
Abg. Singer (Soz.): Was in der Kommission als vertraulih bezeichnet worden ist, bat der Abg. Bebel nicht berührt, was als nicht vertraulih bezeichnet worden ist, hat er der Presse entnommen, ih muß also ten Vorwurf des Kriegöministers zurückweisen; höchstens trifft diesen selbst ein Vorwurf, daß er vertrauliche Mitteilungen aus der Kommission berührt hat. Mit gewissen Dingen wird ja etne Gebeimniskrämerei getrieben, die gar nicht notwendig ist. Die Fälle, die als vertraulich von Kommifjaren hingestellt wurden, baben wir hier und in der Presse niemals wiedergegeben. Der Kriegsminister scheint den CEEEIengreRNen Eindruck bervor- rufen zu wollen, und dagegen muß ih Einspruch erheben. Der Kriecgs- minister sagte hier, die verbesserte Technik habe zu einer Herabjeyung der Preise bei Krupp beigetragen; în der Kommission führte er das auf die Konkurrenz zurück. Das ist doch ein Widerspruh. Zentrum, Konservative und Nationalliberale haben in der Kommission die- selbe Auffassung zum Ausdruck aebraht wie der Abg. Bebel, daß nämlich die Regierung diejem Ring, diesem Kartell zum Opfer ge- fallen und daß cin weiteres Schröpfen der Kricgsverwaltung vereitelt worden ist. Es fleht dem Kriegsminister {let an, die wirklichen Tatsachea zu verwischen, obwohl er selbst der gleichen Meinung 6 wesen ist wie der Abg. Bebel
Kriegsminister, General der Jnfanterie von Goßler
Es ift sebr leiht, Angriffe zu machen, wenn man das, was gesagt wörden ist, entweder niht versteht oder nicht verstehen will. Der Herr Abg. Singer kann sih doch wohl selbst sagen, daß, wenn seine Partci und er selbst über die vertraulichen Verhandlungen in der Kommission nicht gesprochen haben, auch der Abg. Bebel, der ih dann nur an die Zcitungdöreferate halten konnte, niht in der Lage war, zu wissen, was vorausgegangen war und welhe Schlüsse die Kommission gezogen hatte. Darum, meine ih, aus der Art und Welse, wie der Abg. Bebel die Angelegeaheit hier angebracht bat, fann man \{licßen, daß ihm die Vorgänge niht befannt waren. was eben die Folge davon ift, daß er den Beratungen der Budgetkommission nicht beigewohnt hat Ja, und wena der Aba. Bebel auh den Kopf schüttelt, die Verhandlungen sind vertraulich gewesen. Jedenfalls erklärt sich sein Verhalten daraus, dak er nickt orientiert war, und troydem hat er sh zu diesen An- griffen hinreißen lafsen
Meine Herren, mit dem Herrn Abg. Singer mich weiler aus- einanderzuseyen, ist nicht meine Aufgabe. Für mich war es ent- séeidend, dem Vorwurf des Herrn Abg. Bebel entgegenzutreten, daß eine aroße Firma uns betrogen habe.
Abg. Bebel: Der Kriezöminister gerät offenbar, so oft ih das Wort nebme, in cine nervôse Erregung, sodaß er mich nicht höôrt Der Minister wird nicht behaupten können, dah wir jemals das uns auferlegte Geheimnis gebrochen haben. Ih babe mich autdrücklich auf die aus ter Budgetkommission in die Oeffentlichkeit gedrungenen Berichie und Zahlen berufen. Diese Berichte hat der Minister nicht beûritten, sondern nur geiagt, diese Zahlen seien bei dem sächsüchen Gtat zur Sprache gebracht worden, und zwar durch Vermittelung
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| die Firma liefert ihre Geschüye an
eines Agenten einer anderen Firma. Jene Zahlen waren für mi maßgebend, da sie in der Kommission nicht wein worden sind Mit diesen Zahlen ist auch die Firma Krupp in Verbindung ebracht worden, und darum habe ih die Firma genannt. Der Minister wirft ih ier zum Verteidiger der Firma Krupp auf. Weiß er denn nicht, daß in der Budgetkommission festgeste worden ist, daß in der Budgetkommission bewiesen worden ist, daß die Firma Krupp für Panzerplatten uns bedeutend mehr abgenommen hat als den Argentiniern?2 Die Kommission hat einstimmig_ eine Resolution an, genommen, daß das Reich selbständig eine Rae gründe, und darauf hat Krupp die Panzerplatten um 40 illionen billiger ge- liefert. Danach sollte sih der Kriegsminister hüten, für diese Firma einzutreten. Diese Unternehmer haben es meisterlih verstanden für ihren Geldbeutel zu sorgen und ihren Patriotismus auszuspielen. Ich habe übrigens die Militärverwaltung gar nicht angegriffen, sondern gesagt, s e sih in den Armen eines Polypen befinde und gar nit anders habe handeln fönnen. 1896 habe ih son über den Pulverring 08, \prochen, und ein hervorragendes Mitglied des Hauses versicherte mir später, er habe auf meine Rede bin seine Pulveraktien verkauft, allerdings ohne Not, denn der Ring habe seine Tätigkeit PNSCLENE, Es handelt ih hier gar nicht allein um das Pulver, sondern au um die Spreng; mittel, die au heute die Militärverwaltung zu kaufen genötigt ift. Sie muß die Preise zahlen, die ihr von jener Seite diktiert werden. Interessant war der Ausspruch des Kriegsministers: obne Krupy würden wir 1870/71 nicht gesiegt haben. So begreife ih allerdings die Wärme, mit der er für diese Firma eingetreten ist. Ich glaube nit, daß er der Firma einen illegitimen Gewinn zugewendet hat, Einen Verdacht an seiner persönlihen Chrenhaftigkeit habe ih nit ausgesprochen, dazu liegt kein Grund vor, und ih hoffe, daß der Kriegsminister die persönlihen Verdächtigungen nun auch gegen mi zukünftig unterläßt. Möglich, daß wir ihn einmal miß. verstanden haben, er mißversteht uns regelmäßig. ir lag nur daran, Aufklärung zu schaffen. Ich habe immer gefunden, daß, wenn wir die Herren einmal angreifen, sie gleich in Wolle geraten und viel bösartiger sind als wir Sozialdemokraten. Wir können der Ningbildung nur dadurh entgegenwirken, daß wir die Dinge beim rehten Namen nennen und auch die Personen nennen, Wozu haben wir denn die Immunität? Draußen kann uns die ge, ringste Ungenauigkeit zur Verurteilung ausshlagen. Damit ist der Wahrheit nicht gedient. Sollte der Minister den General von Loebell wirkli nicht kennen? Ich durfte doch nach dessen Mitteilungen an- nehmen, daß die Frage der Neubewaffnung in den höheren Militär, kfreisen ventiliert wird. Der General von Loebell in Lichterfelde hat den Vortrag gehalten, das stelle ih fest.
Kriegsminister, General der Jnfanterie von Goßler:
Ih bin verpflichtet und halte mih für verpflichtet, gegenüber den Ausführungen der Herren von ter Sozialdemokratie zuzugeben, daß das Vertrauen, vas ih in der Budgetkommission beansprucht habe, von Ihnen niemals getäuscht worden ist. Diese Erklärung bin ih Ihnen {huldig. Andererseits werden Sie aber auch wissen, daß ih mich im Vertrauen hierauf in der Budgetkommission stets so ein- gehend und offen aus\prehe, daß jedermann im stande ist, sowohl meine Ansicht wie die Begründung der Maßnahmen im Detail fennen zu lernen. Auf diese Weise ist es gelungen, in der Budget- kommission bei allen schwierigen Fragen Einverständnis zu erzielen.
Ferner habe ich zu erklären, daß, wenn Herr Bebel seine Immunität als Abgeordneter in der Weise auffaßt und anwendet, wie er es für richtig hält, das scine Sache ist. Da ih aber nicht Abgze- ordneter bin, so fühle ich mich verpflichtet, Behörden und Firmen, mit denen wir in enger Verbindung stehen, gegen derartige Anklagen in Schuß zu nehmen. Der Herr Abg. Bebel wird mir darin ret geben, daß es cine Feigheit meinerseits wäre, wenn ih das nicht tâte.
Die Angabe des Herrn Abg. Bebel, die Firma Krupp habe ein Geschüß für Frankreich seinerzeit bereitgestellt, ift falsch. (Zuruf von den Sozialdemokraten.) Ich habe ihn so verstanden, die Firma Krupp bätte das Geschütz, das in Arbeit gewesen wäre, zurügestellt, um die Lieferung für Deutschland zu erhalten, und dann bâtte dieses G:s{hüy, das vor unserem Geschütz fertiggestellt gewesen wäre, in Frankreich eingeführt werden sollen. Anders sind seine Ausführungen nit zu verstehen. Diese Nachricht ist, wie ih son sagte, vollständig unrichtig.
Abg. Müller - Fulda (Zentr.): Bei diesem Kapitel ift in der Kommission von der Artilleriebewaffnung | überbaupt nicht die Rede gewesen, sondern nur vom Rückgang der Pulverpreise. Krux Kanonenlieferung 2c, das ist nicht berührt worden. Erst beim Etat für Sachsen ist von diesen Dingen gesprochen worden. Dem Kriegs minister gegenüber muß ih sagen, daß die in der Kommission bekanzt gewordenen Zablen nicht bestritten worden find In der Kown- mission bat man die Befürchtung gehegt, daß künftig ein Moncoys eintreten fönnte.
Kricgsminister, General der Jnfanterie von Goßler
J kaun nur konstatieren, daß bei den Beratungen in der Budget fommission mebrere Mitglieder dieser hohen Kommission Zettel
Hand batten, die mit einander übereinstimmende Zahlen enth! ita
Ob diese Zettel getruckt oder geschrieben waren, weiß ih niht. At diesen Zetteln sind die Zahlen zum Vortrag gekommen Jch habe die Zetti nicht erbalten. Wir kannten diese Zahlen diensilih überhaur! : und waren daber ß nit in der La dicie von fremder ©L einzelnen Abacordneten übergebenen Zahlen bezüglich ihres Wers p deurteilen
§ S
Abg. Bebel: Bei weldem Tik s{@ütßfrage, slattgefunden hat, it alcichgültig. Von der Immun® ibt es ferne andere Auffassung, als wie ih sie dier dargelegt dox I babe bezualih ter Reservierung des Geschüyes für Franfird nicht das gesagt, was mich der Kriegsminister sagen läßt. Daß Knut? nit eine patriotische Firma in dem Sinne ift, daß fie nur t Deutschland liefert, ist doch auch dem Herrn Kriegsminister befan?
Freund und Feind, uod in Ci
das deutsche Trupvenukontingent such Kruppschen Geschüycn gn? üder gesehen
Damit schließt die Diskussion
Referent Aba. Graf vonRoon bemerkt, taß diese Angelegr bei den einmaligen Autgaben zur Sprache gebracht worden je: el! bei diesem Tuel
Das Kapitel wird nah dem Antrage der Kommission genomme“:
Darauf vertagt ih das Haus
Séluß 6/z Uhr. Nächste Sihung Mittwoch ! ur (Rechnungzsachen und Fortsehung der Beratung des Mus ciatg.)
el die Diskussion über die Es
en .. -.
.\¿ G60.
Zweite Beilage
Berlin, Mittwoch, den 11. März
zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.
1908.
PreußischerkLandtag. Haus der Abgeordneten.
40. Sißung vom 10. März 1908, 11-Uhr.
Ueber den Beginn der Sißung is in} der gestri Nummer d. Bl. berichtet worden. L gestrigen
Das Haus sett die zweite Beratung des Staats3haus- haltsetats für das Rechnungsjahr 1903 im Etat des Ministeriums der ie Men, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten, und zwar in dem Kapitel der Ausgaben „Ministerium“, fort.
Die Kommission beantragt, im Titel 3 „3000 M, für 1 Generalinspektor der Reformschulen im Nebenamt“ zu streichen und dafür im Titel „RNemunerierung von Hilfs- arbeitern“ hinzufügen: „3000 A zu einer künftig wegfallenden Remuneration für einen sachverjtändigen Beirat bei der Jn- spektion der Reformschulen.“
Á ¡0s Winckler (konf.) erstattet über die Kommissionsberatungen ericht.
Abg. Dr. Irmer (kons.): Wir sind mit der von der Kommission vorgeschlagenen Aenderung einverstanden, um einer Bevorzugung der Reformschulen vorzubeugen; es werden jeßt lebhafte Anstrengungen gemaht, alle Gymnafien in Reformshulen umzuwandeln ; das lehnen wir ab. Der Gedanke wird niht nur von den Lehrern an diesen Anstalten, fondern auch von ihren Schülern eifrig protegiert. Wir betrachten die RNeformschulen als einen Versu und bitten die Regierung, keine neuen derartigen Anstalten zu eröffnen. Mit der Erteilung des grammatischen Unterrichts ist man früher, das mag zu- gegeben werden, vielleicht etwas zu weit gegangen, aber man darf doch jeßt niht ins andere Extrem verfallen; in den alten Sprachen läßt sih ein grammatischer Unterricht niht entbehren. :
Ministerialdirektor Dr. Althoff: Ich halte den Vorschlag der Regierung für zweckentsprecender, glaube aber, daß die Regierung au mit dem Kommissionsvorschlag auskommen wird.
Aba. Dr. Glattfelter (Zentr.): Meine Freunde sind in der Beurteilung der Frage nicht einig; ein Teil stimmt für den Regie rungsvorschlag, ein anderer für den Kommissionsantrag. Den grammatikalischen Unterriht in den alten Sprachen halten wir alle für unerläßli.
Abg. Shmihz-Düsseldorf (Zentr.) spriht sich gegen die Be- willigung des Gehalts für einen Generalinspekior und für den Kom- missionsantrag aus, da die Stelle mit einem Schulmann eines Reform- gymnasiums beseßt würde, der - cinseitig seinen Amtsobliegenheiten nachfommen werde.
Abz. Dr. Dittrich (Zentr.) befürwortet die Ablehnung des
Kommis}ionsantrages und die Bewilligung der Regierungsforderung. _- _Aog, Eblers (fr. Vag.): Ich würde es bedauern, wenn die Forderungen der Staatsregierung abgelehnt würden. Ich kann nur wünschen, daß mein Vorredner in seiner Partei die Oberhand behält. Wenn man nur an einzelnen Orten Reformschulen einrihtet, wird man feine genügenden Erfahrungen machen; der Versu} muß auf breiteren Grundlagen gemacht werden. Es wird sich dann ja zeigen, welche Form die bessere ist, das Reform- - oder das bhumanistische Gymnasium. Ich meine, beide Schulformen werden sich als geeignet erweisen. Es kommt nur darauf an, wie sie geleitet werden. Den Reformschulen muß ein sahverständiger Beirat gegeben werden. Auf diese Persönlichkeit wird es allein ankommen. Im übrigen habe ih die Ansicht, daß keine Schule gefunden werden wird, die ganz ein- wand?rei Ul.
Abg. Kirsch (Zentr ) begründet einen von ihm eingebrachten A n- trag, der dabin gebt, 3000 „K einzustellen „für einen sahverständigen Beirat bei der Inspektion der sich Reformschulen
( nennenden Lehr F «f m “ C # Ÿ Ie Ny Y LA4 7 M 4 P 4 0 anstalten“. In der Begründung polemifiert der Redner
E \ Gei den Auêdruck „Reformschulen“
Abg. Fun ck (fr. Volksp.): . Wir find für den Antrag der Kom misfion
Abga. Dr. Irmer (kons.): Wenn wir den Ausdruck „NReform“ inn nden, so brauchen wir nichts von grundsäßlider Bedeutung zu
shaffen. Alles Mögliche wird jeßt mit dem Namea Reform belegt, è gerate eine sachliche Reform zu schaffen Aba. Metager (nl.) bält den Antrag Kirsch für üderflüssig und erllart nh für den Antrag der Kommission Der Antraa der Kommission wird mit großer Mehrheit mgenommen und das Kapitel „Ministerum“ bew das Kapitel „Evangelischer Oberkirchenrat“ Bei dem Kapitel „Evangelishe Konsistorien“ dankt Aba. Dr. Sattler (nl) Stell verschen Konsistorialdirektors sowie für die Erböhung des Gehalts de A „4 -
( neralsuperintendenten in Stade, Hannover und Hildesdeim, die
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1A T eni e IUlal, CUCento
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nit idrer Gleichstellung mit den Generalsuperintendenten der êlleren Ÿ jen derd war, und bemängelt è die Vereinigung der Konsistorien in Stade und Hannover zu einem K ifistorium mit dem Sth ia Hannover Die Regier zu ras vor n und are mt die Synode gevori Unterfligatssekretar Wewver Iunächst kann id dem Herrn Dr. Sattler bestätigen, dah es die Absicht der Kirchen- _ Staatöregierung is, die Direktorstelle beim Königliche Konsistorium in Hannover baldmöglichst zu deschen. Was d A tcigigung des Konsistoriums Slate mit demie ! Ha t rit, so müssen fich die Herren ver pärti daß das K Ét lentenicna n Daubiami und X té. cinem Superintendenten im Nedenamt desland. Es liegt s der Hand, daß cin í fei Bedôrte d wrih!ig Aufgaben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat L Raltutverwaltung hat den Schwerpunkt de Drt Î a Hannover gelegt auf die Ausgeflaltung der Seneralsuver t taten, und da ist sie allseitigem Versitändnis begegnet und dat im
wesentlichen Zustimmung gefunden. Es ift richtig, daß die Landes- sracde nicht ausdrücklich üder die Aufhebung des Konsistoriums gehört worten ift. Die Sache hat seit ciner langen Reihe von Jadrea ge- \Srrebt Die Auffassung und die Bearteilung der Aufhebung der Dedöôrde seitens des Lanteskonsisioriums war der Kultusverrwaitang defanat. Einen grseylichen Ansprach auf Andörung dat, wie der Ab Vet Satller selbît anerkannt hat, die Lantessyaote nicht. Ihre Be- tagung bâtte cine weitere Verzögerung derbeigefübrt. Wobl aber bat gu Kultots-ertwaltong ten Stnctalausichußh gebôit. Selbitverftäntdlich bat in dern Spnctalam#icheh anch cinc formelle Abstimmung itattgefanden. zut diese hat ergebea, dakdie Ausgcftaltung der Gener alsurerinkententuten id ¿lande cinstimmig macnommen worten if, dak dagrgen ter Syactalaatichuß in seiner Mebrheit sh gegen die Aatdetarg drs Konsistoriums andeesprodhen hal. Wenn der Herr Abg. Dr. Sattler a2 der za Pretefell gegebenen Eeflärang in der Budgetlommitfion ge- saubi hat, folgern m müssen, es wäre die Abstimmung des Synotal-
af Hasics nicht zam Amsdrwe gebt chi worden, nicht zutreNemd, fo wicder- dele id, was in der Budgetkommission zum Auttrak gebracht ifi, tak tet Syaedalansichah in seiner Mebrdeit seine Stimme gegen die des Keorfisloriams adgegeden hai Ader dete
tebuag
seßen Sie sich nur einmal in die Lage einer solchen fkirhlihen Ver- tretung: wie außerordentlich {wer ist es für fie ihre Stimme für die - Aufhebung einer seit vielen Jahren bestehenden kirh- lichen Behörde abzugeben. Das ist A erorgent h \{wer. In der Budgetkommi}(l ist zum Ausdruck gebracht worden, daß der Ausshuß den wichtigsten Teil der Reform, die Hebung M//der Stellung der Generalsuperintendenten unter Bermind rung ihrer Zahl befürwortet, dagegen \sich zwar gegen die Aufhebung des Konsistoriums ausgesprochen, aber die Gründe für ‘diese Maßnahme doch nicht verkannt hat. Das ist auch in der protokollari- hen Erklärung meines Herrn Mitkommissars zum Ausdruck gebracht worden. Was nun die Befürchtung des Herrn Abg. Dr. Sattler be- trifft, als könnte durch die Aufhebung des Konsistoriums die Selbst- ständigkeit der evangelisch-lutherishen Kirche in Hannover angetastet werden, so kann ich ihn nah dieser Richtung hin vollständig beruhigen. G8 ist nicht die Absicht der Kirhen- und Staatsregierung, in die Selbständigkeit dér evangelish-lutherishen Kirhe in Hannover in irgend einer Weise einzugreifen. darf nach dieser Nichtung hin Bezug nehmen auf die \ die Mitteilung der Allerhöchsten Erlasse an das Landeskonsistorium begleitet hat: „wie er sich mit dem Landeskonsistorium in Hannover in dem Wunsche eins wisse, daß die Neuregelung in den vereinigten Konsistorialbezirken Hannover und Stade der evangelisch- [utherishen Kirche in der Provinz Hannover zum Segen gereichen und dazu dienen möchte, die Verfassungsgrundlage dieser Landeskirche aus- zubauen und zu vertiefen, in erster Linie die Selbstverwaltung der Gemeinden und die Wirksamkeit der Kirhenkommissarien sowie die einheitlihe Entwickelung der dortigen landesfirchlichen Verhältnisse zu fördern und in den gehobenen Aemtern der Generalsuperintendenten fraftvolle und fruchtbare Mittelpunkte des kirchlichen Lebens ihrer Bezirke zu schaffen." Jch glaube, wenn ih diese Worte vezlese, wird auch der Herr Abg. Dr. Sattler ih nah der Richtung hin beruhigen, als sei ein Eingriff in die Selbständigkeit der evangelisch - lutherischen Kirche der Provinz Hannover in irgend einer Weise beabsichtigt. Was nun das „shnelle und mit rauher Pand erfolgende Eingreifen“ betrifft, so darf ih wieder hervorheben, daß die Sache seit langer Zeit geplant war und daß es im Interesse akler Beteiligten lag, daß die Organisation nunmehr möglichs\t bald zum Abschluß gebracht wurde. Härten gegen- über den Beamten dürften kaum vorliegen. Der Direktor des Konsistoriums welcher in den Rubestand tritt, ist in Stade wohnen geblieben, ebenso der Generalsuperintendent. Auch die beiden neben- amtlihen Mitglieder haben ihren Wohnsiß niht gewechselt. Es handelt si ‘also lediglich um die Verseßung von zwei Sekretären, zwei Kanzlisten und einem Zivilsupernumerar; soweit da gewisse Un- billigkeiten vorgekommen sind, ist die Kultusverwaltung mit Beihilfen eingetreten. _ Abg. Dr. Sattler hofft, daß durch diese Erklärung die Be- fürhtungen in seiner Heimatsprovinz beseitigt würden, bestreitet aber, daß über die Aenderung allseitige Zufriedenheit herrsche.
Unterstaatssekretär Wever: Die Darstellung in dem Protokoll der Budgelkommission entspriht im wesentlihen der Berithteritattung, die uns seitens des Landeskonsistoriums zu teilgeworden ist. Die Kultus- verwaltung hat die Organisation im wesentlichen als eine einheitliche betrachtet, die Organisation, welche darin besteht, daß die General- superintendenten unter Verminderung hcer Zahl mit erweiteKen Be- fugnissen ausgestattet und daß das Konsistorium in Stade mit dem- jenigen in Hannover vereinigt werden sollte. Gegenüber dieser Or- ganisation in ihrem wesentlichsten Teile hat sich der Synodalauss{uß freundlih gestellt. Das hat îin dem Protokoll zum Ausdruck gebracht werden follen. Wenn Mißverständnisse bei dem Herrn Abg. Sattler eingetreten sind, so wäre es ein Leichtes gewesen, darüber noch weiter Aufschlüsse und Erklärungen zu geben
Auf eine wiederholte Anfrage des Abg. Dr. Sat L fl 1Tt dec T
t vou 400 000 M wu der Nemunerierung der Superintendenten für bie j
besondere Mübewaltung welde aus ter Erfülluag dex ibuca che liegenden Aufgaben erwählt. bereitgeitelt werden möge. Vou den Koasisiorica der neuen Provinzen M ein Betrag vou 122 000 A für den fragliden Zwet! dei mir beantragt worden Es handelt sid allo, wie die Herren aus diesen Summen entnehmen tweerten. um ganz cthedblicde Beträge, am fo bedeutende Semmnen, daß id mir selber dabe sagen müßen, daf leiter die gegenwärtige Finanz- lage deé Staats es nnméglié matt. tem bephglichen Wänkhen gerecht u werden. Die Angelegenheit witd indessen diesseits mit aller Sorgfalt weiter verteolgt werden.
Alg. Sali oui.) hetanert, tai den fungen Theel de Studiam ertibreert werte dard dez NenrAilt, der Dervorgorufen warde
dur die Einfübruag in cine mehr eder minder negative eter
wenigstens liberale Theologie gegenüber den Anforderungen, die die Kirche an diejenigen mit Recht stellen müsse, die n Diente des geist- lichen Amts fungieren sollen. Es entsteht, so führte der Redner aus, ein Zwiespalt zwischen ihrer Ueberzeugung und dem, was sie als Diener der Kirche vertreten müssen. Was Herr Funk als Religion vorgetragen hat, ist nichts anderes als der abgestandene jeihte NRationalismus, den die evangelische Kirhe schon fo und so oft bekämpft und stets siegreich über- wunden hat. Ich wünsche, daß die Staatsregierung die Konsequenzen aus meinen Ausführungen zieht und sih fragt, ob die evangelischen jungen Theologen auch die genügende Anzahl positiver Professoren Der I auf den Lehrstühlen finden. In seinen weiteren Aus- führungen fordert der Redner eine Erhöhung des Normalgrundgehalts der Geistlichen. Die bisherige Erhöhung von 1800 auf 2000 4 reihe bei weitem niht aus. Er gehöre nicht zu denen, die eine Gleichstellung aller akademisch gebildeten Beamten herbeizuführen suchen; aber die Kluft zwischen den Geistlichen und z. B. den Ober- lehrern sei doh zu groß; sie müsse einigermaßen ausgeglicen werden.
Worte, mit denen mein Herr L Er tro trete der Mißstand in den Pensionsverhältnissen hervor.
Er hätte die Sache auch niht erwähnt, wenn {fich nit ei
Mama Ae Ne rens a hätte. IAY N Ce E __ Ministerialdirektor Dr.. off (auf der Tribüne s{chwer ver-
ständlich) äußert sich über die theologischen Fakultäten, die r weier
mit liberalen Professoren beseßt seien als în den 80er Jahren. Zur
Besoldungsfrage meint der Redner, daß sie abgeschlossen sei.
tä Abg. C ae De E Ca \cchließt sfich den Aus- ührungen de g. Dr. Lotichius an; auch er bittet um Erhö
der Funktionszulage der Superintendenten. Os
Abg. D. Hackenberg (nl.): Der Andrang zum theologische Studium ift niht so groß wie der in den aicdidlia S eultano8 lea äußere Lage der Geistlichen entspriht niht den gegenwärtigen Lebens- verhältnissen, troßdem wünsche ih nicht, daß die evangelischen Geist- lihen immer nur ihre Stellung mit der anderer Beamten nah Gehalt und äußeren Verhältnissen vergleihen. Die Gehaltserhöhungen, die das [ette Pfarrerbesoldungêëgeseß den Geistlichen gebraht hat, sind zu begrüßen. Die theologischen Fakultäten, die auf \treng- firhlihem Standpunkte stehen, sind, wie die Statistik nachweist, stärker zurückgegangen als die anderen, freieren Fafultäten. Wenn es aber wahr ist, daß der Zudrang zum Studium der evangelischen Theologie zurückgeht, so beweist dies, daß die Jugend niht genug persön- lihen Glauben hat, um in der Zeit, in der die Gegensäße stark aufeinander stoßen, den geistlihen Beruf zu wählen. ch müßte das bedauern. Es bewiese, daß sih die Jugend keinem inneren Kampf hingeben wollte, weil sie glaubt, daß dieser sie untüchtig machen würde für den Beruf. Diejenigen, die den Zweiflern etwas bieten wollen, müssen wissen, was Zweifel ist. Hier it nicht die rehte Stelle so über Glauben und Unglauben mit ein paar Worten binwegzugehen. Ueber Fragen, die gewaltig durch Jahrhunderte gehen, fommt man mit den paar Schlagworten vom Glauben und Unglauben nit hinweg. Der Glaube is ein innerer Besiy des Menschen, der von feiner Wissenschaft auch nur im leisesten gestüßt und gestärkt wird, darum aber au von keiner Wissenschaft irgendwie berührt, untergraben und über den Haufen geworfen wird. Glauben und Wissen sind zwei vollständig „einander aus\{ließende Gebiete, und darum Jeúnt der christlihe Glaube feine Wissenschaft, keine Wissenschaft, die ihn fördert, und keine Wissenschaft, die ihn untergräbt. Die Wissenschaft korrigiert \sich selbst, darum stehen wir auf oden der vollständigen Freiheit der Wissenschaft, weil schaft die Freiheit dam gebraucht, \sich selb| zu fkorrigieren und fortzuschreiten. Glaube und Unglaube sind in der Tat große Gegensäge. Aber diejenigen, die sih auf dem Boden des Glaubens zusammenfinden wollten, würden sehr bald auseinander- gehen, wenn sie fih gegenseitig sagen wollten, was sie unter Glauben
die Wissen-
moritohon Nor hon acts . aro tf R : vers be L et den geistlichen Deruf ergreift, muß einen inneren KniOor bor goif Los 4a ; - Beru? da aben, der muß das Besitz ein ciaen Minister der geistlihen 2c. Angelegenheiten Dr. Studt: ‘air Mrt, ) ree Ny SE5 C JER LYeN MRELY L Ds : : Christentum von Andbeginn an in deutsher Sprade „Glaube“ Dns e on ! d 4 11 h P p T _— Ÿ c S E —y eo G P E o au ges Meine Herren t alaube, der Herr Abg Dr. Sattler wird | nannt hat « Belt; bf é Ge g S l i i S j e Herr Abg. Dr. Sattler wird | nannt hat : ein Besiytum, das nch schon zu Jesu Zeiten vielfa in mit mir in der Auffaftung üdercinstimmen, daß auch im vorliegenden | der such gläubig nennenden Gemcinde niht vorfand, das aber Jesus Falle der Grundjsahÿ: juis praesumitur bonus, nisí probetur | bei den viel verschrienen Heiden gefunden ha nalus Play greifen muß. Wenn wirklih die Erklärung meines Herrn | , Abg. Schall (kons.): Wenn ih mit meinem Vorredner in einer Kommissars vielleicht nit aan klar ausgefallen sein sollte müßits | LIETEI S n 4inschaft mich befände, fo würde mich das außerordentlih s H L (Mi 41644 QUUCOHL U in Ci » 1 treuen Aren Vi tmmer au Ble@dter i 29% 59% E E ‘ 1 mi ih auf die NaDsficht dieses boden Hauses renen. Gerade îin dieter I daf n Fhenfsa A ‘bio doi Qlecht j BURimerer Ich wünsche, : f ' Da! ner rade îin d | daß ein Theologe durch die Zweifel bindurhacht, er wird dadur nur Zeit sind die Herren geshäftlih auf das äußersle in Anspruch ge- | erstarken. Aber das können nur starke Charaktere. Die akademischen nm d wenn au die Kontrolle, welchbe über derari (&e, | Lebrer sollen auf dicie Wege die Leuchte scin, die den jungen Theologen y Lal ait E Koks mos Vi sd pen ao Rb di flärunae idi wird, selbi rit lih cine sebr sorglált Ì fa; | Ee L S E E nene DeeRLeR "ay egen die augen» i L att y DLidil DerTIMente ubIcitbntiae SBINCcnI@al dc b einmal eine ( Ot ¡clidhfeit rfommen, wegen | Das Kapitel wird b ligt G g F a V A A F L L 74% ha  deren ih nit anstehen würd flih um freandliche Nachsicht | g, û L i (d K d, « D J Ä Rh, Ch. brs 4 d j ti In rig la 1 die Erklär die von mir | "v zj Kap : f, e D Cer VETLOITES p ' mein A Iod k k, | «A Wincckler (kon!.), dak în der Kommiffion eine Erböbung i mei p 5 - F at 7 acacdcen tet n.2 H Ka, Î d T tian amar % Le .. P 7 # Ï D : ¿ d, die be- | der Dotation angeregt, aber mit Nüdfidht auf die Finanzlage ab» teiligat reite î Ha r daruber . bigen ette dan es der i gaciconi worden et j _— A L S | Ri dom Tit Biatum Quim“ : t Kirchen- und StaatsEregierung adsolut fernliecgt, in die Scidbitändigkeit | Bei dem Titel „Bistum Kulm“ bemängelt j Ÿ L | L. De vom FTaudzuowaki ale) cinen f i der bannoverick Landes! ct it en Ehr arif wu ül J s. | i „Al Ae L ey ns i& do 4 (Pole) ‘Ed Érlak vom 18 De- 2 BED A h Z I zember 1 re den Gemeinden Scdrvicrigkeite im L glaude au, daß Í der An feit dem Herrn Adgcortdn eten | mg K-:d-r s ufe ta G is R rovin Dele Ge Lé om norination Vakalttrunt) tes rine aanountoil m. L A j A p A A. LODANI POICA fue nicht den geringsten Andaltsvunkt cine gegenteilige Meinung ge- | eine der Mön! Kitrde do seit 2 Jabren werde fie infolge der L n & “5a wai ä Y D - G dd 4 e Du qs ee bee e es De a P chen td x | h wohl voraussehen, daß, wenn | Vtdentgrichges t mehr benuyt. Früher habe fie einer Kon- A L Z z Tig gn I t a e D pw è «lee L +4 - L * D - «é, dem boben Hause bier ad e Besblutfafiung anempfeoblen | p } gedie - 2 SEOen dâtt wetl die Regierung ent» L lis m G ep R an E s j et) iunca. _. - Cngteaai ¿ce der clic worden wäre, Sie doeh den S punkt der Königlichen Staats- | Gin R fommissar aibt die Berecbtiauna der Be ana m t m ‘ qus da D * m d 2 # g “ # L ® D S F ü W& ® so ä L 4 # egierung Ihr eitar Mehrheit gebilligt haben | sSwerden des ducrs zum Teil zu. Die Bestimmung vom 13. De- rrütden | zember 1858 sei dur@ Gutachten der Bauverwaltung veranlaßt : L i L Li “ma ege f e run fommitia -- S4. t D Auf cine Anregung des Ada. Lr. tiSius ul) der cine Er: 1 (eds L A Ds Wte k as CENEECTS aus Dic Be böbuna der Funltionsmlaze fär die Surcrintendenten befürwortet, be- | 5 : bezugli® der GSostrner Kongregatica. Jn Sachen der Vers E E L - In L CTIMICNDCHICA DCTUTTTCTHICE, Ce f nègareSbcteealtunz finnc ce net 20! Tas "ch errcticn ® GCL j L D s E A -_ L t d « h | Abg. Dr. von Jazdzew ski verlangt dauernde Oeffnang der Kirche Minister der geistlichen elegenheiten Dr. Studt: | in Gostvn 4 i Meine Herren! Ish würdla Ad j noi Pion. 1 Ein Negierungskommissar bemerkt, dah die erste Eat- n Tei n utt U Lem anda Hc r ber Ï s L s Wels d è H Geeanid vet fta Weide nd die L die L | sbeidung über die, Größe der Kirche den Gemeinden allerdings zustehe, nirchenral, voil die Dedcutung und è Tätigkeit, welche die Herren | im übrigen sei jedoch die Seelenzahl maßgebend Superintendenten in der Ansübuag tes und in de Titel Q L . s # L Let e L #R in DCT Ein- Der 4A mird derwvilligt weirfuog auf die beteiligten Eciitlicen oad G inden bereetie ç g : f die l li d meinden beweisen. Die ba. Frelberx vou Eynatten (Zentr) spricht d für die lon- E T L - S + La A _-. s V 7 4 t ¿ ¿enannte Bebôrte bat bei mie den Antrag geliellt, dah cin Betrag | lessionellen Fricobôte aus. Die maßgebenden Kretse beider Konfessionen
ktten id dafür ausgesprochen, den früheren Zuiiand wieder tellen und deu Gemeinden das Rocht zu geben, lkonfesfionelle bôte anzulegen. Die Gegner hätten überbaupt feine Religion. sei traurig, wie Tag für Tag dic ide ie uad die
Wit blätter das Hrilizfte, was die chrittlichen Nemfessiowen bátten .=
Scheauy gen. llm fo cher muhten fuh diejerigen zus denen die Neligien und die Keonfefsica noch cin Begriff sei.
Minißer der geilillichen, Unterrichts: und Medizinale angelegenbeiten De Studi:
Meize Herren! Dex vos tem Herrn Verretner am Schlusse terer Atébcamgen griteTiers Aceterorg, dab tie Kéwigliche Staats. teglerang die in Frage flehende Materie sorgfältig uad clageherd prüfen möge, beburefte es nichi. Jh habe bereits am Sonnabend ament der Königlichen Staaiteegierung als Besälußh des Staatsminifietiums hier ju verkünden gehabt, dah die Waig-
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