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pen haben Wunder von Tapferkeit und Ausdauer vollführt. Die Bravour sämmtlicher Offiziere war beispiellos. Ueberall - setzten sie sich dem dichtesten Kugelregen aus. Feldmarschall - Lieutenant Gablenz selbst erhielt eine Kugel unter die Magengrube, welche jedoch an dem Messinggebinde der Säbelkuppel sich beinahe platt drücte, Rittmeister Graf Lambert eine Prellkugel in die linke Brust, ohne weiter Schaden zu nehmen. Das 9. Jäger-Bataillon hat durch rasches Vordringen eine größere Abtheilung Husaren aus ciner gefährlichen Position befreit, in welche dieselbe durch ihr ver- wegenes Einstürmen auf die Jnfanterie des Feindes gerathen. Der Kaiser hat das den Annalen der österreichischen Armee ein neues glor- reiches Blatt einfügende Benehmen seiner Truppen bei diesen Ver- folgungsfämpfen anerkannt. Auf einen telegraphischen Bericht des Oberkommandos nah Wien erwiderte der Kaiser bereits durch eine mehr als warme Anerkennung , begleitet von einer sofortigen Avan- cementsliste und Medaillenverleihung.
Die authentische Verlust - Liste von österreichischer Seite is folgende:
Vom Regiment Belgien : An Todten: Ober-Lieutenant Prokesch- Osten und Pfleger, Lieutenant Heidecker und Rehm. An Verwun- deten: Obrist Prinz von Württemberg, Obristlieutenant IAlleschitz, die Hauptleute Endner, Savatovich, Castella, Hochhauser, Hofmann und Froschauer; Oberlieutenant Graf St. Julien und Rathlev, Lieutenant Höpler, Moravez, Bärmann, Schwarz und von Wimpfen, endlich 415 Mann an Todten und Verwundeten.
Vom 9. Jäger-Bataillon: An Todten : Ober-Lieutenant Laiml, Lamote, Lieutenant Herold und 37 Mann. An Verwundeten: Hauptmann Schmigoz, Haradauer, Wendt und Hermani, Ober-Lieu- tenant Urschiÿ und Lieutenant Glüß nebst 120 Mann und 43 Ver- mißten.
v Vom 9. Husaren-Regiment Lichtenstein: An Todten: Wacht- meister Strohmeier , 7 Mann und 16 Pferde, an Verwundeten 12 Mann und 19 Pferde, an Vermißten 13 Mann.
Vom Regiment Hessen: An Todten 8 Mann, an Verwundeten 26 Mann.
Zusammen: 7 Offiziere todt und 21 Offiziere verwundet , 626 Mann todt und verwundet, 56 vermißt. Jm Ganzen 710 Mann und 63 Pferde.
— 9, Februar. Hier hatten die Dänen vor ihrem Ab- zuge sämmtliches Telegraphen - Material auf ein Schiff verpackt. Außerdem lagen im Hafen mehrere Schiffe, die mit Proviant und Fourage , darunter 20,000 Tonnen Hafer, beladen waren. Alle diese Schiffe sollten durch die Dampfschiffe »Geyser«, »Skirner« und einige kleinere Schleppdampfer nach Alsen geführt werden , mußten aber hier zurübleiben, da jene Dampfschiffe durch Truppen-Transporte in Anspruch genommen waren und später des Eises halber nicht mehr in den Hafen gelangen könnten. Die alliir- ten Truppen haben an diesen Vorräthen somit einen guten Fang gemacht.
Hamburg, 10. Februar. Gestern trafen 8 Extrazüge mit Truppen hier ein, am frühen Morgen preußisches Geldtelegraphen- Personal mit Apparaten , dann österreichisches Lazareth- und Fuhr-
wesen, ferner an preußischen Truppen : eine Munitions-Kolonne des |
Reserve-Parks, von der Brandenburger Artillerie-Brigade eine 6pfün- dige und eine 12pfündige Fußbatterie , cin Schlachtvieh-Depot und Abends das Füsilier - Bataillon des 6. Brandenburger Infanterie- Regiments und ein Bataillon des Posenschen Jnfanterie-Regiments Nr. 19. Heute, morgen und übermorgen folgen noch 8 Extrazüge mit Jufanterie und Artillerie. (H. N.) Sachsen. Dresden, 10. Februar. Das heutige » Dresd.
Journal- sagt: Die Forderung, die General Hake in Betreff der holsteinshen Dörfer an den Feldmarschall Wrangel gerichtet hat, erfolgte auf Grund einer von Frankfurt erhaltenen und vom Práâsi- dial-Gesandten Freiherrn v. Kübeck unterzeichneten Weisung.
,_Desterreih, Wien, 10. Februar. Der »Botschafter« sagt: Dänemark habe schon früher und \{ließlich durch bewaffneten Wider- stand die Verträge aufgehoben. Der Londoner Vertrag bestehe nicht mehr. Die beiden deutschen Großmächte seien Dänemark gegenüber Herren ihrer Politik. Der weitere Verlauf des Krieges , die Um- stände , unter denen der Friedens\{luß erfolgt , und die Berücksichti- gung aller Weltverhältnisse werden entscheiden helfen, welchen Ge- brauch sie von dieser Emancipation machen werden.
Großbritannien und Irland. London, 9. Februar. In der gestrigen Unterhaus-Sißung fragte Lord Rob. Cecil,/ wie schon telegraphish erwähnt, den Premier, ob die Regierung Jhrer Maje- stät wegen der in Gegenwart österreichischer und preußischer Truppen in Schleswig vorgekommenen Proklamirung des Prinzen v. Augustenburg Erklärungen von Oesterreih und Preußen verlangt habe oder verlangen werde; ferner ob der edle Lord amtlich Kunde davon habe , daß, nach der Ansicht der preußischen Regierung, das am Donnerstag verlesene Schriftstück jeßt, da der Krieg ausgebrochen ist, ohne weitere Gültigkeit sei? Lord Pal- merston erwiedert: Jhrer Majestät Regierung hat den Regierungen von Oester- reih und Preußen NRg0G gemacht darüber, daß sowohl in Holstein wie in a unter dem s{hühenden Panier österreichischer und preußischer Truppen Schritte geschehen sind, um den Prinzen v. Augustenburg zum Herzog Der beiden Herzogthümer auszurufen ; ein Borgang, der ganz und gar gegen
| trages von 1852 zu erörtern.
| 11 Offiziere.
die Treéue streitet, deren sich Oesterreich und Preußen hätten befleißigen sollen, da sie die bindende Natur des Vertrages von 1852 gelten lassen, dur den sie gezwungen sind, den König von Dänemark als Landesherrn in allen unter der Herrschaft des vorigen Königs vereinigten Staaten anzuerkennen; und indem der Vorgang auch mit ihrer Erklärung, daß sie die Integrität der dänischen Monarchie aufrecht zu halten bereit seien, im Widerspruch steht. Die preußische Regierung nun hat gesagt, daß sie die Vorgänge in Schleswig mißbillige, und daß Befehle von Berlin abgehen würden, um diese Dinge zu berichtigen. Holstein , dessen muß man sich erinnern, ist von Bundestruppen beseßt, von Truppen, die nah dem Befehl des Bundestages handeln, und daher nicht unter der unmittelbaren Autorität der österreichischen und preußischen Regierung stehen. Die preußische Regie- rung hat überdies nicht ihre bestimmte Erklärung abgeleugnet , daß sie am Vertrage von 1852 festhalte und die Jntegrität der dänischen Monarchie zu respektiren bereit sei. Der lehtere Theil der Depesche, welche diese Erklärung enthält, ist an einem anderen Ort (im Oberhause) ausführlich mitgetheilt worden — der Sinn is freilich nicht sehr klar — aber die darin liegende Golgerung ist , daß die österreichishe und preußische Regierung, was auch immer für Fragen entstehen mögen, bereit bleiben werden , diese Fragen im Einvernehmen mit den anderen Unterzeichnern des Ver- Eine Zeit lang wurde in Berlin be- hauptet, daß, wenn der Einmarsch der deutschen Truppen in Schleswig auf Widerstand stoßen, und dieser Widerstand zum Kampf führen sollte, dieser Kampf Krieg sein, und daß der Krieg den Verträgen ein Ende machen würde. Wir haben ‘erwidert, daß dies eine höchst verkehrte Doktrin sein würde, denn sonst hätte eine starke Macht, um sich von einem unbe- quemen mit einem schwachen Staat geschlossenen Vertrage zu befreien, weiter nichts zu thun, als einen unprovozirten und ungerechtfertigten Angriff zu verüben und zu sagen: »der Krieg ist ausgebrochen, und der Krieg macht den Verträgen ein Ende, und wir haben uns daher durch den von uns begangenen unprovozirten und ungerechtfertigten Angriff von den übernommenen Ver- bindlichkeiten frei gemaht.« Dies is eine Doktrin’, welche keine sich selbst oder die Prinzipien von Treu und Glauben achtende Regierung im Ernst vertheidigen könnte. Auf die leßte Frage des edlen Lords genüge zur Ant- wort, daß die preußische Regierung uns seit dem Anfang dieser kriegerischen Maßregeln zu wissen gethan hat, daß sie dem Vertrage von 1852 treu bleibe und die Integrität der dänischen Monarchie aufrecht halte.
Im auswärtigen Amte is folgendes offizielle, bereits erwähnte Telegramm von dem Kriegsschauplaße in Neuseeland eingetroffen : Rangiriri, 29, November 1°63. General-Lieutenant Cameron hat am 20. d. M. mit einer Truppe von 1000 Mann nebst drei Ka- nonen, unterstüßt von der Königl. Flotte unter Kommodore Sir William Wiseman, die aufständischen Eingeborenen, welche eine aufs stärkste verschanzte Position am Ufer des Waikato-Flusses bei Rangiriri inne hatten, angegriffen und nach einem heftigen Gefechte aus ihrer Stellung verdrängt, wobei 183 Gefangene, unter ihnen die meisten ibrer Häuptlinge, in seine Hand gefallen sind. Der Kampf begann um fünf Uhr Nachmittags und endete nicht vor sechs Uhr Morgens. Unsere Verluste, einschließlich derjenigen der Königl. Glotte, bestehen in 41 Todten, darunter vier Offiziere, und 91 Verwundeten, darunter Die Namen der Gefallenen und der Verwundeten werden in meiner nächsten Depesche folgen. (Gez.) Colquhoun.
Franfkreich. Paris, 9. Februar. Dem heutigen Bülletin des Observatoriums zufolge ist der Schneefall gestern und vorgestern in Europa ganz allgemein gewesen. Es \{neite in ganz Frankreich, sowie in Wien, Turin, Rom, Bilbao, Brüssel, Berlin 2c.
Griechenland. Athen, 30. Januar. Jn der National- Versammlung kam es in vergangener Woche zu einigen hißigen Wortgefehten. Der Unterrichtsminister , Herr Pezzolis , hatte aus Gründen der Sparsamkeit und, wie er in der Kammer behauptete, wegen Mangels an geeigneten Professoren, zwei Klassen auf allen Gymnasien eingehen lassen. Gegen dieses ministerielle Belieben er- hob sich in der Montagssißung der Abgeordnete der Universität, Advokat Saripolos. Die National-Versammlung beschloß endlich, diese Angelegenheit vorläufig in dem Stadium zu belassen, worin sie sich zur Zeit befindet. Die Kommission, welche zur Untersuchung der Militair-Rebellion in chTripoliza ernannt worden war, hat ihr Gutachten abgestattet und findet kein hinlängliches Motiv , den als Rädelsführer beschuldigten Artillerie-Offizier vor ein Kriegsgericht zu verweisen. Diese Entscheidung hat allgemeine Mißbilligung erfahren, da die Schuld jenes Artillerie-Offiziers gar zu greifbar ist. Der Minister des Aeußern theilte der National-Versammlung mit , er habe recht günstige Nachrichten in Betreff der Jonischen Jnseln erhalten und hoffe binnen Kurzem die glückliche Lösung dieser Angelegenheit dem Hause vorlegen zu können. Der König soll daher auch in nächster Zeit eine Reise nach Korfu beabsichtigen , zu welchem Zwecke bereits eine griechische Fregatte ausgerüstet wird. Graf Sponneck beschäftigt sich Tag und Nacht mit dem trostlosen Zustande der griechischen Finanzen und mit dem Budget, das wahrscheinlih {hon in der nächsten Woche den Abgeordneten vorgelegt wird, zu welchem Zweck der Graf häufige Konferenzen mit dem Ministerpräsidenten Bulgaris hat. Auf Befehl des Königs wird der Eintritt in die Nationalgarde, welche seither sich aus &Freiwilligen rekrutiírte, in Zukunst obligatorisch sein. Jeden Sonntag Nachmittag sollen von 2—5 Uhr die Uehbun- gen stattfinden und alle Läden — mit Ausnahme der Apotheken — geschlossen sein. . Leßtere Maßregel is \chon vergangenen Sonntag in Kraft getreten. Uebermorgen is großer Ball im Palaste, zu welchem über 1000 Personen geladen sind. (Köln. Ztg.)
Túvrkei, Das »Journal de Constantinople« vom 7, Januar
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zeigt im Namen der türkischen Regierung an, daß der Capitain Magnan , der als »General-Capitain der polnischen Seemacht« aus Warschau vom 9. November einen vom 1. Januar 1864 beginnen- den Seekrieg gegen die Schiffe russisher Flagge proklamirt hat, als Seeräuber behandelt werden würde, falls er sich beigehen lassen sollte, in türfischen Gewässern auf russishe Schiffe Jagd zu machen. Nußiand uud Polen. Von der polnischen Grenze, 9. Februar, berichtet die »Osts. Ztg.«: Jm Gouvernement Augustowo hat die russische Regierung dadurch eine nicht geringe Unterstüßung bei ihren Bemühungen zur völligen Berubigung des Landes gewon- nen, daß die ziemlih zahlreiche deutsche und noch zahlreichere jüdische Bevölkerung immer entschiedener und offener auf ihre Seite treten. Die Deutschen wie die Juden aller Klassen drängen sich zur Unter- zeihnung von Loyalitätsadressen, und in den evangelischen Kirchen wie in den jüdischen Synagogen sind in leßterer Zeit wiederholt feierlihe Andachten zur Erflehung des göttlichen Segens für den Kaiser und dessen Bemühungen zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung abgehalten worden. Die rufsischen Civil- und Militairbehörden leben daher im freundlihsten Ver- fehr mit beiden Nationalitäten und das russische Militair fraternisirt mit ihnen. Jn dem deutschen Kolonistendorfe Brona ¡, im Kreise Warschau, wurde vor etwa 14 Tagen der wegen seiner Biederkeit allgemein geachtete bäuerlihe Wirth Stahl, ein Greis von 63 Jah- ren, von einer Bande Hänge- Gendarmen bei nächtlicher Weise mit Gewalt aus seiner Wohnung gerissen und in einem nahen Gehölz erhängt , weil er einige Tage vorher Kosaken freundlich bei ih be- wirthet hatte. Diese Mordthat, bereits die vierte in Brona, hat alle Einwohner dieses Dorfes und der benachbarten deutschen Kolonisten- Dörfer aufs tiefste empört und zahlreiche junge Deutsche haben sich unter Führung der beiden Söhne des ermordeten Stahl zusammen- geshaart, um dem russishen Militair zur Säuberung der Um- gegend von Jnsurgentenbanden alle mögliche Unterstühung zu leisten und an den Mördern blutige Rache zu nehmen. Bereits hat die wohlbewaffnete deutshe Freiwilligen-Schaar in Begleitung eines Kosaken - Kommando's mehrere Expeditionen in die Umgegend unternommen und eine Anzahl von Hängegendarmen theils in offenem Kampfe erschlagen, theils zur Haft gebraht. Daß bei diesen Expeditionen auch die die Jnsurrection unterstühenden polnischen Gutsbesißer niht geshont werden, liegt in der Natur der Verhältnisse. Auch in den Kreisen Kalisch, Lenczyc, Konin, Wlocla- wek und Lipno hat die deutsche Bevölkerung in den zahlreichen Kolonisten - Dörfern, nachdem Hunderte von ihr als Opfer des nationalen oder religiösen Fanatismus der Polen gefallen oder ihrer gesammten Habe beraubt worden sind, sih fest än die russische Re- gierung angeschkossen und zur Vertheidigung ihres Lebens und Eigen- thums, so wie zur Unterstüßung der militairischen Operationen, Waffen von derselben erhalten. Daß die deutsche Bevölkerung ihre ursprüngliche neutrale Haltung aufgegeben und sich entschieden auf die Seite der Russen geschlagen hat, daran ist lediglih der Fanatis- mus der Polen \{chuld. M : Warschau, 7. Februar. Die neulihe Auffindung der gehei- men Kanzlei der National - Regierung auf der Hopfenstraße hat zu einer weiteren sehr wichtigen Entdeckung geführt, nämlich zur Er- mittelung des obersten revolutionairen Polizei-Chefs, eines Beamten der Kanzlei des Statthalters selbst , polnischer Nationalität. Der junge Mann hatte lange unter dem jetzigen Civil - Gouverneur von Warschau, General Roznow, gearbeitet und war als sehr brauchbar in die Büreaus des Statthalters befördert worden. Hier nun stan- den ihm die verschiedensten Anordnungen, Dokumente und Nachwci- sungen in erster Hand zu Diensten, die er auch weidlich für die revolutionaire Partei auszubeuten verstand. Weitere Ge- ständnisse soll er aber bis jet verweigert haben. — Jn cinem vom 19. vor. Mts. datirten »Dekret« der National - Re- gierung werden Alle, welche Contributionen gezahlt , oder sonst welche Verluste dur die Russen oder Aufständischen erlitten haben, angewiesen, ihre sämmtlichen Forderunzen bei der »National-Liquíi- dations-Kommission« einzureichen, welche für ihre Befriedigung »aus den Mitteln des Staats« Sorge tragen werde! — Die Gewalt- thätigkeiten in der Provinz, welche eine Zeit lang nachgelassen zu haben schienen, mehren sich wieder auf erschreckende Weisé. Der Aufstand \cheint mehr und mehr ins Stadium des Banditenwesens eingetreten zu sein, und dieser Zustand kann noch lange dauern, denn die Truppen können unmöglich jeder kleinen Bande von 6—10 Mann in ihre Schlupfwinkel nachspüren. —- Gefechte sind seit Kurzem wieder in großer Zahl vorgefallen, wenn auch nur mit den jet sehr zusammen- geschmolzenen Resten der verschiedenen Banden von 40—100 Mann stark, die bald diesem bald jenem neuen oder alten Anführer folgen. So beim Dorfe Kulaki unter dem verwundeten Anführer Myszycki j bei Kasmierz (Gub. Lublin) mit einer Reiterbande, 20 Pferde stark, bei Lubartow mit einer solhen von 40 Pferden unter Leniewski, die bis auf 2 Mann niedergehauen wurden. Mit 100 Mann unter Mareski bei Krasnostaw (60 Jusurgenten und Maresfki wurden ge- fangen); mit der Jagminschen 50 Mann starken Bande bei Krosnik (28 Todte); bei Rozenty unweit Sieradz init den Resten der M: lawsfischen Bande (der Anführer wurde gefangen); und im Prusi-
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ner Walde bei Czenstohau mit einer Bande von 50-Mann, von denen nur 20 entfamen. — Außer der Jhnen unter dem 1. d. M. gemeldeten Arretirung des revolutionären Polizeichefs von Wars, chau, welcher ein Be- amter imBureau desStatthalters selbst war, sowie der am 5.d. angeführten Gestnehmung des Boguslawski habe ich Ihnen noch eine dritte solche wichtige Festnchmung zu melden, nämlîch eines Beamten der Di- rection der Land- und Wasser-Communication, Joh. Lawczewicz. Bei diesem wurden eine Menge der neuesten Dekrete der National- Regierung gefunden, deren Verzeichniß eine ganze Seite einnimmt. Bei dem Essigfabrikanten Heinr, Eckert wurden auf der Elektoral- straße in seinem Hause 10 Höllenmaschinen, 12 große vergiftete Dolche, 1 Orsinische Bombe und viele fertige Ladungen, revolutio- naire Papiere, Pulver und Montirungen eingemauert gefunden. Eckert ist verhaftet, das Haus soll konfiszirt werden. — Wie es heißt, soll der frühere Stadtpräsident Graf Sigismund Wielopolski zum Abtheilungs-Direktor in der Regierungs-Kommission des Geistlichen und Unterrichts ernannt worden sein. (Ost. Ztg.)
Dánemark. Kopenhagen, 6. Februar. Die heutige »Berl. Tid.« enthält folgende Proclamation des Königs an das Heer:
Soldaten! Nicht allein durch Tapferkeit auf dem Kampfplahtze, sondern auch dadurch, daß er mit Geduld den Mangel an Rasttagen, Kälte und allerhand Entbehrungen und Anstrengungen trägt, legt ein Soldat die
| Treue gegen seinen König und seine Liebe ‘zum Vaterlande an den Tag.
Es war nur wenigen von Euch gegönnt, im Kampfe gegen einen übeilege- nen Feind zu beweisen, daß Jhr seit Fridericia und Idstedt nicht entartet seid, alle habt Jhr dagegen reiche Gelegenheit gehabt, glänzende Beweise von Genügsamkeit und Standhaftigkeit zu zeben, vereint mit freudigem Muth unter langwierigen und großen Beschwerlichkeiten.
Soldaten ! Empfangt dafür Eures Königs Dank. Das Danewerk ist aufgegeben. Jn der Gewalt des Geindes sind die Kanonen, welche seinen Hochmuth zähmen sollten. Das Land liegt offen vor dem Feinde. Tief fühle Jch mit Euch, was wir dadurch verloren haben. Aber, meine Freunde! Ich habe nur diese eine Armee zur Vertheidigung des Landes, und Eure im Kriege erfahrenen Führer haben gemeint, ih würde nicht länger Be- siger einer Armee sein, wenn Jhr Euch nicht jeßt zurückzöget. Deshalb faßten sie den Entschluß, den Rückzug anzuordnen.
Soldaten! Jch stehe verlassen da in der Welt mit meinem Volke. Bis heute hat keine Macht erklärt, mit Thaten uns beizustehen. Jch ver- traue auf Euch und meine Flotte. Jhr seid bereit; Euer Blut hinzugeben ; wir sind aber Wenige gegen Viele, deshalb muß es theuer bezahlt werden. Möge der allmächtige Gott geben, daß die Stunde der Rache bald schlagen möge für alle die Gewaltthat und das Unrecht, das Mir und Meinem Volke zugefügt wird.
Sonderburg, den 6. Februar 1864.
Christian R. | D. G. Monrad.
Die Centralkasse in Flensburg ist heute Naht nah Sonder- burg verlegt.
Die »Berl. Tid.« schreibt: General de Meza und sein Stabs- Chef Oberst Kaufmann sind nah Kopenhagen berufen, um dem Kriegs-Ministerium ihre Gründe wegen Räumung der Danewerke auseinanderzusezgen und ihm auh mitzutheilen, weshalb der von ihnen gefaßte Entshluß nicht gleich am Donnerstag Abend, sondern erst am Freitag Abend dem Kriegs-Ministerium von ihnen zuge- gangen sei, als der Rückzug schon begonnen und nicht mehr aufzu- halten war. General Lüttichau is inzwischen zum Oberkomman- direnden und Major Stjernholm zu seinem Stabschef ernannt wor- den. Am Freitag Abend erhielten der König und Monrad eben- falls erst Kunde von der Räumung der Danewerke. Der König und Monrad hatten bei ihrer am Mittwoch erfolgten Abreise von Gottorp die größtmöglichste Veranlassung , zu glauben, daß das Oberkommando es zum Schlagen kommen lasse. Der Beschluß, die Danewerke zu- räumen ¡, ist darauf im Kriegsrathe mit 10 gegen 1 Stimme erfolgt.
Man liest in demselben . Blatte : Am Sonnabend Abend sammelte sih eine größere Menge Tumultuanten um 6 Uhr in der Amalienstraße und machte ihrem Mißmuth durch Pfeifen und Zischen Luft. Die Polizei sah sih genöthigt, von ibren Waffen Gebrauch zu machen, 14 Poslizisten wurden dabei verwundet, auch eine nicht unbedeutende Masse der Tumultuanten trug Verleßungen davon. Einige 20 von ihnen wurden arretirt. Bis beute Abend 10; Uhr fiel keine ernste Ruhestörung vor.
Telegraphische Depeschen aus dem Wolffschen Telegraphen-Büreau.
Kiel, Mittwoch, 10. Februar, Abends. Ein mit Pulver be- ladenes dänisches Fahrzeug is gestern bei Holtenau von den in Kiel liegenden Preußen angehalten worden. Jn Cappeln haben die Preußen den dänischen Controleur Ras8mussen und den zweiten Sohn Blauenfeldt's als Spione festgenommen. Jn Garding; Tönning, Husum haben sih die dänischen Beamten geflüchtet.
Rendsburg, Mittwoch, 10. Februar, 6 Uhr Abends. Heute Mittag is wieder die erste Lokomotive von Flensburg bier eingetrof- fen. Ein großer Transport österreichischer Requisiten ist angekommen-