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örterung darüber, in welchem Umfange die sogenannten reservirten Steuern vom 1. d. M. an fortzuerheben rechtlich gestattet sei , noch nicht zum Ab- schlusse gediehen ist , sich jedoch gegenwärtig bereits so viel überschen läßt, daß die Forterhebung jedenfalls nur in beschränktem Maße zu erachten sein wird. Ew. Hochgeboren ersuche ich, die übrigen Herren Unterzeichner der Eingangs gedachten Eingabe von meinem gegenwärtigen Erlasse gefälligst Mittheilung zu machen. | Cöln, 20. Januar. Jn der Angelegenheit wegen Beseyung des hiesigen erzbischöflichen Stuhls fand, der » A. A. Y- « zufolge, vorgestern wieder eine Sihung des Metropolitan - Kapitels statt, zu welcher sich auch die auKwärtigen Ehren - Domherren eingefunden hatten. — Die neue städtische Anleihe, welche demnächst ausgenom- men werden soll, wird 500,000 Thlr. betragen. H E Schleswig-Holstein. Durch gefällige Mittheilung ist die »Eckernförder Ztg.« im Stande, anzudeuten, daß der vom Angenieur Stieltjes dem EckerKförde-Husumer Kanal-Comitè Über- sandte vorläufige Bericht dahin geht, daß das Resultat seiner Unter- suhungen im Wesentlichen ein schr günstiges gewesen und verspricht derselbe, in nächster Zeit einen vorläufigen s{riftlichen Rapport mit | Karten zu liefern, welcher sih zur Veröffentlichung eigne und event. | in mehreren Sprachen erscheinen könne. — Inzwischen werden in nächster Zeit mehrere genauere Nivellements und Vermessungen auf obengenannter Linie vorgenommen werden, womit der von Stielt]jes empfohlene Ingenieur Petersen aus Husum betraut werden soll. Der »Flensb. Nord. Ztg.« wird aus Ecfernförde mitgetheilt : Wie verlautet , sollen hierselbst am 1. Februar, dem Jahrestage des Einrückens der ersten Preußen in unsere Stadt; Festlichkeiten ver- anstaltet werden. Jn welcher Weise dies geschehen wird , ist noch nicht definitiv abgemacht , jedenfalls wird aber wohl eine kirchliche Feier an dem gedachten Tage stattfinden. — Da gewiß auch die übrigen Orte des Herzogthums Schleswig den “Tag ihrer Befreiung von der Dänenherrschaft nicht ungefeiert vorübergehen lassen werden, so wird es im Monate Februar voraussichtlich manche Festlichkeiten geben , die zu erhöhen und zu möglichst volksthümlichen zu machen gewiß Jeder gerne das Seinige beitragen wird. Auch die jeyt aus dem \{chle8wig - holsteinischen Feldzuge heimgekehrten preußischen und österreichischen Krieger werden ohne Zweifel des 1, Februar 1564 gedenken, wo sie den ersten Fuß auf Schleswigs Boden sezten, den ersten Schuß zu dessen Befreiung thaten. — Sachsen. Weimar, 21. Januar. Die Eröffnung des or- dentlichen Landta gs des Großherzogthums sindet morgen um 12 Uhr
Mittags im Ständesaal des Fürstenhauses in herkfönmanlicher Weise |
statt. (Weim. Ztg.)
Die offizielle Mittheilung
Frankfurt a. M., 21. Januar. L über die Bundestagssizung vom 19. Januar lautet: Von der
Königlich sächsischen Regierung- ward die Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben, dem Entwurfe des Gesehes gegen den Nachdruck beizutre-
ten, unter der Voraussezung, daß von dem größten Theile der übri- gen Bundesregierungen ein gleiches Verfahren beliebt werde , und unter Hinweisung auf die in der sächsischen Praxis bewährt gefun- denen Einrichtungen der Sachverständigen - Vereine und dexr Ein- trags8rolle, welche in deu vorliegenden Entwurf noch aufzuneh- men sein dürften. — Die Großherzoglich hessishe Regierung überreichte die Uebersicht über den Stand der im Großherzogthume
bestehenden Eisenbahnen, bezüglich deren BVenuytung für militairische
Zwecke, und stellte den Antrag, die Frage des Beitritts zu den in der Genfer Convention vom 22. August v. J. enthaltenen Grund- säßen über die Pflege der im Kriege Verwundeten in Erwägung zu ziehen und darüber Beschluß zu fassen. Nachdem für Mecklenburg- Streliß und Lippe die Standeslisten der betreffenden Bundeskontin- gente überreitht worden waren, ward ein Antrag über Kompletti- rung des Bundeskanzlei - Personals und ein weiterer Antrag über bauliche Aenderungen in dem Gouvernements - und dem Komman- danturgebäude zu Mainz durch Abstimmung zum Beschluß erhoben. Schließlich ward der Executionsaus\{chuß durch Wahl neu zusammen- geseht. (Fr. Bl)
Württemberg. Stuttgart, 19. Januar. Se. König- liche Majestät hat heute eine Deputation des Comité's für den Bau einer Privateisenbahn von Ulm über Blaubeuren durch das Donau- thal nach den westlichen Landesgrenzen in Audienz empfangen, Die Mitglieder der Deputation überreichten Sr. Majestät eine die An- sichten und Wünsche des Comités darlegende Eingabe.
(St. Anz. f. W.)
Bayern. München, 19. Januar. ‘Der Geseygebungs- Aus\ch{uß der Kammer der Abgeordneten vollendete in seiner heu- tigen Sihung die Berathung Über die Cautionen und trat auch Über das Armenrecht in Diskussion. Bei der Diskussion über die Lehre vom Armenrechte (Entw. Art. 111 f.), wobei den Staatsanwälten gewisse Functionen zugewiesen sind, wurde ausdrücklih vorbehalten, daß durch die Beschlüsse den Berathungen über die Staatsanwalt- haft nit vorgegriffen werden solle. Die Art. 111—117 des Ent- wurfes wurden durchgängig als zweentsprechend befunden und mit einigen kleinen Modificationen angenommen.
racciolo di Bel a; dem Bundespräsidenten seine“ Kreditive überreicht, Wie man jeht vernimmt, wird derselbe die Unterhandlungen über den neuen Handelsvertrag mit dem Königreich Jtalien, welche sein Vorgänger, der verstorbene Chevalier de Jocteau, begonnen hat, nit fortsegen, da derselben auf den Wunsch des Turiner Kabinets von Bern nach Turin verlegt werden solle; die Unterhandlungen über den Ausliefcrungsvertrag und die Verträge zum Schug des literari- hen und künstlerischen Eigentbums sollen dagegen hier in Bern zum Abschluß gebracht werden. (Fr. P. Z-)
Großbritannien und Jrlaud. London, 20, Januar, Dem durch den »Spectator« in Umlauf geseßten Gerüchte wider- sprechend, erklärt die »Morning - Post«, genügenden Grund zu der Versicherung zu haben, daß Jhre Majestät die Königin die Eröff nung des Parlamentes nicht in Person vornehmen werde. Den einstweilen getroffenen Anordnungen gemäß werde der Königliche Hof erst an dem Freitag oder Sonnabend nach Zusammentritt des Parlaments Osborne verlassen, um nach Windsor überzusiedeln. Die polizeigerichtliche Untersuchung gegen Capitain Corbett, den Commandeur des Sea King (jeßigen südstaatlichen Kaperschiffes Shenandoah) wegen Verlegung der Foreign Enlistment Act i} zu Ende gesührt worden und hat das Resultat gehabt, daß der Capitain vor die Assisen verwiesen worden is, Doch is er inzwischen gegen weitere Leistung seiner früher gestellten Bürgschaft auf freien Fuß geseßt worden.
Der Admiralität is der Bericht des Contre - Admirals Elliot, datirt aus Montevideo vom 15. Dezember, Über den Untergang des britischen Kriegs8\chiffes »Bombay« zugegangen. Eine eingehendere Darstellung verspricht der Contre - Admiral mit nächster Post. Der »Bombay« lag am 14, Dezember etwa 13 Meilen von Montevideo bei der Flores-Jnsel vor Anker, als kurz nah 54 Uhr Nachmittags Feuerlärm geschlagen wurde. Die Flammen waren im Hintertheil des Schiffes ausgebrochen. Obwohl in größter Eile und bester Ordnung Wasser zum Löschen herbeigeschafft wurde, scheint die Feuersbrunst mit unbezähmbarer Heftigkeit und Schnelligkeit um sich ge- griffen zu haben, woher der Admiral den Schluß zieht, daß siein unmittel- barer Nähe des Spirituosenraumes entstanden sei, die Branntwein- sässer gesprengt und deren Inhalt angezündet habe. Ju Zeit einer Viertelstunde sah die Mannschaft sich genöthigt, die Boote ins Wasser zu lassen; die Kranken wurden zuerst in dieselben gebracht und der Rest der Bemannung folgte, so weit der Raum es erlaubte. Um ein Viertel nach vier Uhr stürzte der Hauptmast, Seile und Anker- taue brannten durch , die Anker fielen nieder, als noch eine große Zahl von Offizieren und Leuten an Bord waren oder sih an Schiffs- balken anklammerten ; und viele von ihnen müssen in jenem Augen- blie umgekommen sein. Um 8 Uhr 25 Min. explodirte das Ma- gazin und' das Schiff sank in aht Faden Tiefe, Von den Offizie- ren ist nur einer, der Assistenzchirurg Smallborn, unter den Ver- lorenen; die Zahl der vermißten Leute belief sih auf 93, doch ließ sih noch keine korrekte Liste geben.
Frankreich. Paris, 20. Januar. Der Kaiser hat nach- träglicb jeßt der Wittwe des Grafen Rossi, des gewesenen fran- zösischen Pairs und Gesandten in Rom, der [847 ermordet wurde, als er päpstliher Minister war, eine Pension von 6000 Fr. verliehen.
Die Untersuchung über die Bäckerei in Paris ist noch nicht be- endigt und die Frage, ob die Brodtaxe hergestellt werden soll, wo sie aufgehoben ward, noch unentschieden. Haußmann ist bekanntlich für „die, TaLe.
In Tulle. war am verwichenen Montage ein Auflauf, da cinige Landleute das Octroi von Schlachtvieh nicht zahlen wollten. Die Haltung des Volkes ward so drohend, daß der Staat3-Pro- furator mit cinem Stein verwundet ward. Jett gaben die Truppen Feuer, ein Bauer wurde getödtet, mehrere wurden verhaftet und #0 die Ordnung hergestellt,
— 21. Januar. Heute hat der Kaiser im Ministerrathe das Dekret zur Einberufung des Senats und des gesehgebenden Körpers auf den 15. Februar unterzeichnet. Die Vorarbeiten des Staats- rathes zur Lösung der Decentralisationsfrage haben zu einem Geseh- entwurfe geführt, der auf Achtung des Rechtes des Jndividuums, aus Hebung des Departemental- und Kommunallebens und auf Verein- fachung aller Formalitäten in derVerwaltung beruhen und ein großes8Pro- gramm der inneren Politik aufstellen wird. Zu diesem Zwecke 1wird ein Gesetzentwurf über die General- und Munizipalräthe vorgelegt werden der den Departements und Gemeinden die Unabhängigkeit ihrer Be- {chlüsse in allen ihren besonderen Angelegenheiten ertheilt. Ein ande- res Gesey beantragt die Aufhebung des Privilegiums der Máätkler, um den Handelsgeschäften ihre natürliche Freiheit zu geben. Das Ge- sey zur Umgestaltung des Regimes der anonymen Gesellschaften wird diesen gestatten, sih frei und ohne vorherige Erlaubniß vom Staats- rathe zu konstituiren ; die Prinzipien der Gesellschaften mit beschränkter Verantwortlichkeit werden gemildert und eine neue Form der Affo- ciation, die Cooperations-Gesellschaften , welche für die Arbeiterklasse so ersprießlih werden können, werden gesehlihe Anerkennung finden.
Bern, 20. Januar. Heute Vormittag hat der
Schweiz. der Eidzenossenschaft, Marquis Ca-
neue italienische Gesandte bei
| Ferner is ein Geseh - Entwurf über die provisorische Freiheit gegen
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Caution im Werke, wodur in einer besonderen Gestalt die s{chüten- den Bürgschaften der englischen Geseygebung in Frankreich cingeführt werden sollen. Das Geseh, wodurch die Leibeshaft abgeschafft wird, soll gleichfalls noch in der bevorstehenden Session zur Berathung fommen, eben so das Geseß über den Zinsfuß und das über das literarishe Eigenthuin.
Italien. Die -Stampa« zählt die Namen der Deputirten auf, welche sich für die Diskussion des Berichtes der Untersuhungs- Kommission der September-Ereignisse eingezeihnet haben ; es sind die Herren Crispi, De Boni, Buoncompagni, Boggio, De Sanctis Francesco, Tecchio, Ferraris, Brofferio, La Porta, Conti, Massei, Bargoni, Cadolini, Mordini und Alfieri Carlos. Diese Redner ge- hören sämmtlih Parteien an, die dem früheren Ministerium nicht günstig gesinnt sind, mit Ausnghme Buoncompagni's, welcher be- fanntlih der Präsident dieser Untersuhungs-Kommission ist.
Die lebenslängliche Pension, welche das Abgeordnetenhaus am 17. Januar den Jnhabern des Ehrenzeichens bewilligt hat, welches der Gemeinderath von Palermo den Tausend von Marsala verlieh, beträgt 1000 Lire für jeden Dekorirten. L
Griechenland. Athen, 14. Januar. Bei dem gestrigen Neujahrsfeste brachte der österreichische Gesandte im Namen des diploma- tischen Corps die Glückwünsche dar. — Maurocordatos, ehemaliger Minister des Aeußern,“ wurde zum Präfekten in Corfu, Marinos in Zante ernannt. — Der wegen einer aufrührerischen Leichenrede verhaftete Militairarzt Glarafkis wurde freigesprochen. Oberst Skalza8s, Kommandant des zur Verfolgung der Räuber in Attica bestimmten Truppencorps, is gestern abgegangen.
Durch Königliche Verordnung sind die Räuber in zwei Kategorieen ein- getheilt, nach welchen sich die Preise bestimmen, die auf ihre Habhaftwer- dung oder auf ihre Tödtung geseht sind. Für dic in der ersten Klasse bezahlt die Regierung für den Kopf, todt oder lebendig, 3000 Drach- men, für die erfolgreiche Anzeige ihres Aufenthaltsorts 2000 Dr. ; für die zweite Kategorie werden 2000 Dr. und für den Schlupf- winkel 1000 Dr. ausgesprochen. Jn der Nähe Athens is abermals ein Menschenraub verübt worden. Ein Bürger Athens, der von dem benachbarten Markopulo®s, einem großen Flecken, drei Stunden von Athen, nah Hause zurückkehrte, wurde zwischen Penteli und Hym- mettus von Räubern gefangen genommen und in die Berge entführt. Das Bürgermeisteramt jenes Fleckens erhielt hierauf einen Brief mit der Unterschrift des Anführers der Räuber, Kitos8, der meldet, daß er es sei, welcher den athenischen Bürger Bagianelis entführt habe und für denselben 30,000 Drachinen Lösegeld verlange. Dies ist derselbe Kitzos, von welchem die Behörden schon in Kenntniß ge- seßt worden waren, daß seine Bande aus dem türkischen Gebiete hercinbrechen werde; wirklih durhzog sie alle Provinzen bis nach Athen, ohne von den zahlreichen auf Räuberverfolgung ausgesandten Truppen-Abtheilungen geschen worden zu sein.
Türkei. Konstantinopel, 14. Januar. Die telegraphische Verbindung zwischen Bagdad und dem Golf über Persien, so wie die türkische Linie nah BVassora is, der neuesten Levantepost zufolge vollendet. — Die Reducirung der türkischen Armee is be- {lossen.
Rußland und Polen. Warschau, 19. Januar. Die Verordnungen des Constituirenden Comités im Königreich Polen
sind in ciner offiziellen Sammlung in polnischer Sprache im Druck |
erschienen. Fortschungen zu dem vorliegenden Bande sollen, der "Schl, Z.« zufolge, in einzelnen Heften erscheinen.
Nmerika. New-York, 7. Januar. Der Senat zu Washingtôn hat eine Resolution angenommen , welcher zufolge die Frage zu erörtern sein würde, ob es nicht zweckmäßig wäre , die in Savannah erbeutete Baumwolle zu verkaufen und den Ertrag unter | die Truppen Sherman's zu vertheilen. Der Finanz - Minister Fef- senden ist vom Staate Maine für die Senatorenwürde ausersehen ; das Portefeuille der Finanzen wird daher vielleicht demnächst erledigt sein. Jm Laufe des Monats Dezember wurden Gold - Bouds im Betrage von 74,000,000 Dollars verkauft. Der Süd-General Hood hat 1500 dem Unionsheere angehörige Gefangene mit sich über den Tennessee - Fluß genommen. Zwischen dem 18. und 28. Dezember jaben in Tennessee keine Gefechte stattgefunden.
__— 11. Januar. Zum Nachfolger Butler's ist Ord ernannt. Die Wiederaufnahme der Expedition gegen Wilmington steht bevor. Der Unions - General Jerry wird über Newbern gegen Wilmington | (ooperiren. General Thomas steht mit 5000 Mann zu Eastport im Staate Mississippi und beabsichtigt einen Zug gegen Mobile.
__Der slüdstaatliche General Lygon zieht sich * (nachdem er bei M'Minville eine Compagnie nordstaatlicher Kavallerie gefangen ge- nommen und die Eisenbahn unterhalb Tullahoma durchschnitten)
hätten die Besahungen sich aus allen südlih von Springfield bis zu Fort Smith in Arkansas gélegenen Posten zurückgezogen. — Jullsburg, im Territorium Colorado, i von cinem Uebéetfalle der Jndiäner heimgesuht rvorden. — Eine Depesche aus Washington spricht von cinem Gerücht, daß Lee zum Oberbeféyls- haber aller konföderirten Armeen ernannt wotden sei und sófort beschlossen habe, Beauregard die Vertheidigung Richmonds zu überlässen, um selbs die konföderirten Truppen in Slid-Carolina zu sammeln und Sherman's Marsh nach Norden zu vereiteln. Lee | sehe die Operationen Sherman's für viel wichtiger an, als alles, vas Grant in den ersten vier Monaten nur irgend ausführen könne. O Angábe , daß Mr. Blair mit einer Friedensmission nach Richmond gegangen sei oder gebe, wiederholt sich, wird aber halb- amtlich dementirt. — Der Senat hat ein Gesch angenommen dem- zufolge die Weiber und Kinder farbiger Soldaten per se frei sind
Die Convention von Missouri hat beschlossen die Constitution des Staates wieder herzustellen. — Die Paßvorschriften werden an der a Grenze strikt durchgeführt; es erheben sich viele Klagen
agegen.
__ Ueber die Blokade der südstaatlihen Küste äußert sich
ein fonföderirtes Blatt, »Richmond Dispatch«, folgendermaßen : »Der
angeblichen Wachsamkeit der Yankee-Flotte zum Troß steigert sich die
Zahl der in unsern Häfen einlaufenden Blokadebrecher, statt sih zu
vermindern, während auch die durch den Kongreß dem Handel auf-
erlegten Beschränkungen, welche für die Dauer des Krieges den Tm-
port aller nicht zur Vertheidigung des Landes nothwendigen Artikel
verbieten — Weine, Spirituosen, Juwelen, Cigarren, feinere Baum-
520,000 Pfd.
| aus Hongkong vom (l.
durch Tennessee zurück, um zu Hood oder Forrest zu stoßen. — Aus Springfield, Missouri, meldet man, aus Befehl des Generals Canby
woll-, Flach8-, Wollen- oder Seidenwaaren u. a. m. — das Einfuhr-Ge- {äft nit benachtheiligt haben. Jn einer Mittheilung an denKongreß giebt Präsident Davis die Zahl der vom 1. November bis zum 6. De- E H nur zwei Häfen eingelaufenen Schiffe auf 43 an ¡; von den ausgelaufenen waren nur sehr wenige in die Gewalt des Blo- kadegeschwaders gefallen. Nur 1272 der seit dem 1. Juli verschifsten 11,796 Ballen Baumwolle, nicht ganz 11 Prozent, sind als ver- loren anzusehen. Der Bericht des Finanz-Sccretairs weist nach, daß in Wilmington und in Charleston seit dem 26. Ofto« ber 1864 8,632,000 Pfd. Fleisch , 1,507,000 Pfd. Blei , 1,933,000 Pfund Salpeter / 546,000 Paar Schuhe, 316,000 Paar Leintücher, Q _Kaffec, 69,000 Feuergewehre, 97 Pak Revol- ver, 2639 Pak Medizin, 43 Kanonen und cine Unimäasse anderer Artikel an Land gebracht worden find, Außerdem ist die Einfuhr in Galveston und durch Mexiko über den Rio Grande sehr bedeutend. Die seit dem 1. März v. J. auf Rechuung der Re- gierung exportirte Baumwolle beläuft sich ihrem Werthe na auf 5,296,000 Dol. baar; davon fommen 1,500,000 Doll. auf die Zeit vom 1. Juli bis 1. Dezember. Es is für die Yankees eine absolute Unmöglichkeit, eine effektive Blokade vor Wilmington aufrecht zu halten. Bläst der Wind von der Landfeite, so drängt er das Geschwader zurü, bläst er nach dem Lande zu, so müssen die Blokadeschiffe sich in eine respektvolle Entfernung von der Küste zurückziehen, um sich der an das felsige Geftade anprallenden wilden See aus dem Wege zu machen. zür einen guten Lootsen is es niht schwer, ein Schiff direkt auf die hohe See oder in den Hafen hincin zu leiten ; fein Blokadeschiff aber kann während der stürmischen Monate von Oktober bis April in Sicherheit an der nordkarolinishen Küste vor Anker liegen. Mögen daher die Yankees ihre Wachsamkeit auf's Acußerste anspannen, so wird es ihnen doch nicht gelingen, uns die Zufuhr von der Seeseite her abzuschneiden. « i
Ufien. Der »Monitecur« enthält einen ausführlichen Brief us L Dezember über die neuesten Vorgänge in China. Danach hat am 27. Oktober auf dem großen Exerzierfelde von Peking ein großes internationales Scheibenschießen stattgefunden. Mehrere ‘der Minister des himmlishen Reiches wohnten demselben bli. Die chinesische Armee war durch einige Compagnieen näch europäischem Systeme einexerzirter Mandschus vertreten ; und einér derselben , Aamens Komengo, erhielt einen der ausgefeßten sünf.--Preise. Dé --qzunge--Keifer Het-eine besondere Kom- mission eingeseßt, welche alle auf die Noth und das Elend der Bevölkerung bezüglichen Eingaben der Vice - Könige und Gouverneure der einzelnen Provinzen genau zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten hat. Der Aufstand lebt, obgleich vollständig niedergeworfen, an vielen Punkten noch fort. So haben die Rebellen am nördlichen Ufer des Yang-Tse-Kiang sich der Stadt Lu-Tscheu bemächtigt. Auch in Hang-Keu waren die chinesischen Be- hörden in folher Beforgniß vor einem Ueberfall der in der Nähe zahlreih hausenden Räuber, daß sie von dem englischen Admiral den Schuß eines Kanonenboots sich erbaten und auch erhielten. — In Kiang - Si haben die Kaiserlihen dagegen einen entscheidenden Sieg über die Rebellen davongetragen. Das Treffen fand bei Kuang - Sing statt. Ein Vetter des legten Taiping - Königs soll in demselben getödtet, der »König-Admirale«, Neffe des berühmten Tschong-Wang, gefangen worden sein. Jn Bezug auf Tschong-Wang felbst, der zu Nanking »in zehn Tausend Stücke geschnitten« wurde, erfährt man, daß er