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und Genossen vorgelegten Entwurf eines Gesehes, das Coali- tionsrecht der Arbeitgeber und Arbeiter betrefsend.
3) Erster Bericht der Kommission für das Gemeindewesen über Petitionen,
Berlin, 9. Februar. Se. Majestät der König baben Aller- gnädigst geruht : Dem Direktor der Militair-Reitschule, Oberst-Lieute- nant von Wigtendorff, à la suite des 1. Garde-Dragoncr-Regi- ments, die Erlaubniß zur Anlegung der von des Herzogs von An- halt Hoheit ibm verlichenen Commandeur - Insignien zweiter Klasse vom Hausorden Albrechts des Bären mit Schwertern zu erthcilen.
Nichtamtliches.
Preußen. Berlin, 9. Februar. Seine Majestät der König nahmen heute Vormittag die Vorträge des Kriegsministers und des Militair-Cadinets entgegen. i
— Fhre Majestät \ die Königin
Seiner Majestät dem Könige den Ball beim Grafen Arnim. Se. Königliche Hoheit der Kronprinz nahm im Laufe des gestrigen Vormittags die Meldungen des Generals der Infanterie von Werder, des General - Majors von Seiliß, Com- mandeurs der 20, Jnfanterie- Brigade, des Majors de Rège, Ritt- meisters von König und des Premier - Lieutenants von Koeppern vom 1. Pommerschen Ulanen-Regiment Nr. 4 entgegen und empfing um 23 Uhr eine Deputation des Comités für die industrielle und landwirthschaftliche Ausstellung in Merseburg 1565.
Abends erschien Höchstderselbe auf dem Ball beim Grafen Arnim von Boitenburg.
in der gestrigen Sihung des Ab geordnetenhauses hielt der Kriegsminister von Roon bei Ueberreichung der Geseh- Entwürfe, betreffend die Abänderung und Ergänzung des Gesehes über die Verpflihtung zum Kriegsdienste vom 3. September 1814, und betressend die Versorgung der anerkannten Militair-Jnvaliden, “nach der »N. A. Ztg. «/ folgende Ansprathe : j
Im Allerhöthsten Auftrage überreiche ih dem Hause einen Geseh - Ent- wurf, betreffend die Abänderung und Ergänzung des Gesehes über die Ver- pflichtung zum Kriegödienste vom 3. September 1814. E
Es sind in wenigen Tagen fünf Jahre, daß ich, zum ersten Male diese Räume betretend, dem Hause die gleiche oder wenigstens einc ähnliche Vor- lage machte, wobei mit Recht gesagt werden konnte, daß dem Landtage Der Monarchie noch niemals eine Vorlage von größerer Bedeutung zugegangen sei. Damals konnte man nicht meinen , daß der Geseßentwurf die Bedeu- tung erlangen würde, welche er leider erlangt hat. Das könnte mich ver- anlossen , einige Rücfblike auf die Vergangenheit zu thun; ich glaube aber, daß der gegenwärtige Zeitpunkt dazu nicht der geeignetste M, 4)
Ich verzichte darauf und behalte mir das vor. Da ih inzwischen zu dem vorliegenden Gesezentwurf aus Gründen, die sehr nahe liegen, beson- dere Motive nicht geschrieben habe, so erlauben Sie mir noch einige Bemer- fungen an Stelle der Motive. Es kommt mir dabei aus naheliegenden Gründen sehr wesentli darauf an, nur dasjenige zu sagen, was ih mir über die Materie zu sagen vorgenommen hatte — nicht mehr und nicht weniger — es so zu sagen, wie ich es mir vorgeseßt. Daher möge mir ge- stattet sein, mich bei meinem kurzen Vortrage dieses Papieres zu bedienen (auf ein Schriftstück vor sich hinweisend) und ich habe nichts dawider, wenn etwa fonstatirt werden sollte (Heiterkeit), daß ich ganz oder theilweise meinen Vortrag gelesen. ; :
Indem die Königliche Regierung dem Hause der Abgeordneten von Neuem einen Geseß-Entwurf vorlegt, um die Militairsrage endlich zu einer definitiven Regelung zu bringen, ist sie sich wohl bewußt, daß sie dies Ziel zu erreichen nur dann sichere Aussicht haben würde, wenn es ihr gelungen wäre, sich diejenige Auffassung anzueignen, welche in diesem Hause bei der parlamentarischen Behandlung dieser Frage bisher maßgebend gewesen ist. Wenngleich dies nux in beschränktem Maße der Fall is, wenngleich vielmehr die Regierung nach den Erfahrungen des verflossenen Icah- res, lebhafter als je von der Zwecfmäßigkeit der thatsächlich erfolgten Neuformation des Heeres und daher auch nothwendigerweise von ihrer Er- haltung überzeugt is, wenngleich endlich die Regierung ihre früher geltend gemachten und ‘aus* Veranlassung Des Rechenschaftsberichts über die Ver- wendung des außerordentlichen Kredits von 1860 sogar vom Landtag ge- theilten Auffassungen über die bisherige Gesehlichkeit der faktisch “ein- getretenen Reform auch heute festzuhalten gedrungen is, so verzichtet sie dennoch auch heute noch wie in den Vorjahren ‘auf die ausschließliche Geltendmachung dieses Standpunkies. Damit glaubt sie den Streit über den hervorgelretenen prinzipiellen Gegensaß über bisher anbefriedigte von der einen, wie von der anderen Seite geltend gemachten Ansprüche und Forde- rungen vertagen zu können. Es fommt hier zuvörderst lediglich auf eint sriedfertige und ruhige Erwägung gewisser Meinungsverschiedenheiten über Zwecmäßigkeitêfragen an j die erstrebte Ausaleihung fontroverser “interpre- tationsfragen kann überhaupt nur auf cinem Wege geschehen, nur “auf dem 5 » 4 (0Y 47 s o 5 Lar y y K: y ‘ Wege geschlicher Vereinbarungen über die korrekte Bedeutung der streitigen Punkte. Dies wird um so mehr geboten sein, als man auf der cinen wie auf der anderen Seite gleich tief durchdrungen sein mag von der Richtigkeit der eigenen Auffassung. - Jn dieser Ansicht ist Königliche Regierung zu dem Schlusse gelangt, der Landesvertretung eine
besuchte gestern mit
ene
| Bestimmungen
| L N A A Ei L Þ "K. tigen Manne obliegenden Pflicht der Vaterland8vertheidigung, Erleichte
solche Vereinbarung über gewisse Punkte wiederholt vorzutra dem laut artifulirten Verlangen des Abgeordnetenhauses zu M und tan Regelung der stattgefundenen Reform zu entf brélies ner geseblity derselben nah diesseitiger Ueberzeugung bisher U sondern lediglich an der verfassungsmäßigen fimnaie para gefehlt hat. Ïn diesem Wunsche dem Abgeordnetenhause egt wat Anlaß zu geben, sich über die von ihm vermißten Fund A \ Armeec-Reform mit der Regierung zu verständigen , und Ma ‘ch A] für die Erledigung weiterer principieller Gegensäße zu bwvi den By dem Vaterlande das beeinträchtigte Gefühl der Einbeit des Ste n Amma neu zu beleben. Jn diesem Wunsche liegt das S L NEY die Vorlage des gegenwärtigen Gesez-Entwurfs. Sein inter A N wird nach den darüber bereits gepflogenen erschöpfenden Etdtteru e Ih weitläufigen Motivirung nicht bedürfen. Er enthält keine aier u jondern nur Modificationen und Ergänzungen der alten "sa Bestimmungen , hervorgerufen durch Rücksichten der technisck A máäßigkeit und des staatlichen Bedürfnisses. Nut O Du Rücksichten bei verschiedenartiger Auslegung des Gesehes M u September 1814 oder bei dem Mangel entsprechender “A 2 über den Kriegsdienst zur See : bertorädtr d sollen durch den vorgelegten Entwurf Modificationen und Ergär uin bisherigen Gesehgebung herbeigeführt werden. Daneben bietet A R wiederholt erhebliche Erleichterungen in der Ableistung der jedem da ph
gen, welche jedoch allein durch die eingetretene Vermehrung der Fried stärke des stehenden Heeres zulässig erscheinen. Jm Uebrigen A e d gierung auf jede weitere Veränderung des allegirten Geseßes für jekt J ichtet, weil sie erachtet, daß die j Spannung des uan d sachlichen Erwägung und der dabei in Betracht Gm b La en Momente nicht günstig sind. Aus diesem Grunde muß aud Vorlegung der in diesem Gesey-Entwurfe verheißenen neuen Landwehr du nung ausgesegzt bleiben, um jo mehr, als eine solche überhau f U geseglicher Feststellung der vorgeschlagenen Veränderungen bet U h dienstverpflichtung ausführbar erschien. Meine Herren! Wie tief be int auch „seit Jahren die Ueberzeugung der Regierung von der Nothwendig und Zweckmäßigkeit der faktisch eingetretenen Armeereform sein nid
| 6e 4h ihre GnthklieG Ï C me haben doch ihre Entschließungen nach den Erfahrungen des legten Fried
an Klarheit, Sicherheit und Festigkeit in dem Maße gewonnen, daß ch1 mit Pislicht und Gewissen ganz unvereinbar, daß es ibr unmöglich erse jet’ in wesentlichen Punkten auf erprobte und wohlbewährte Einrichtun zu verzichten. Jeder Unbefangene wird und muß ihr darin beistimmen 4 die etwaige Befangenheit mißbilligen, welche etwa um eines Partei-Ji esses willen, um eines möglichen Machtwechsels willen eine u Europa gebührend gewürdigte Institution verwerfen wollte. Gassen G mi zum Schluß der gern gehegten Erwartung Worte geben, daß das i ne es empiunoene Bedürfniß nach Verständigung bei Behandlung di Vorlagen in diesem Hause scinen berechtigten Wiederhall finden möge, di das Gefühl für Preußens Macht und Größe in diesem "Hause stets nd tiger sein werde, als der verderbliche Geist der Parteiungen als persónli Sympathien oder Antipathien. i \
Di 5 Rau R j s Die Behandlung, welche das Haus der Vorlage angedeihen las
will, gebe ich Jhnen anheim. :
Ich habe einen zweiten Gesez-Entwurf vorzulegen den Aust von Sr. Majestät. Er bezieht sich auf die Versorgung der anerfanit Militair - Invaliden vom Oberfeuerwerker , Feldwebel und Wachtmeister d wärts, so wie auf die Unterstühung der Wittwen der im Kriege gebli benen Militairpersonen desselben Ranges. Jch glaube nicht nöthig | haben, der Landesvertretung diesen Geseg - Entwurf ausführlich zu 0 pfehlen; ih glaube, daß das Haus ebensowohl als die Regierung ki
davon durchdrungen ist, daß es eines großen Landes nur würdig if, su}
Söhne, welche Gesundheit und haben, im Alter vor Dürftigkeit und Entbehrungen zu s{hüßen. alierdings [hon bisher in einem gewissen Grade geschehen, theils aber wal es die finanziellen Verhältnisse des Landes, theils aber die andere Bedeutul des Geldwerthes, welche bei der Fixirung von Sägen entscheidend wat t heute bei der eingetretenen Entwerthung des Geldes in keiner Meise nil als auêreicend erscheinen. Jh alaube, daß auch die Erweiterung dit (Heseges hinsichtlich der Wittwen und Waisen Derer, die für das Vate:lall in muthiger Pslichterfüllung Gesundheit und Leben darangeseht haben; iht Zustimmung crfahren wird, wenngleih in einem solchen Jnyalidengtl von Benefizien für die Wittwen nicht Erwähnung geschehen war. T f die Behandlung auch dieses Geseyzes lediglich dem Ermessen des Hau! anheim. t : 0
is 23 b Kultus - Ministerium hat angeordnet, daß in diesul S j » pf D c : Ah j Jahre die ersten Kreis-Synoden gehalten werden sollen. Uebit
5 sind die Gemeinde - Kirchenräthe unter Leitung ihrer geisilihW Oberen bereits beschäftigt, die dazu nöthigen, Einleitungen zu tre
Verf Kong sberg, 7. Februar. Jn der gestrigen Stadtverordn(0F Versammlung wurde, der »Ostpr. Ztg.« zufolge, der- Kämmerer V}
Stadt Berlin, Ad, Hagen, von Neuem zum Oberhürgermts® Königsbergs mit 76 unter 85 Stimmen gewählt. / Schneidemühl, 7. Februar, Das funfzigjährige Stistunz® fest des 1. Pommerschen Ulanen-Regiments Nr. 9, dessen Stah ui zwei Schwadronen hier in Garnison steht , fällt auf den 7. M d. J. Die Vorbereitungen zu demselben sind bereits im Gan) Das Regiment sing sein Dascin in der Rheinprovinz an, stand dal in den Provinzen Sachsen , Pommern und hat seine Garnison [o dem Jahre 1853 im diesseitigen Departement.
Va Laut einer Bekanntmachung der Negierung zu Erfuri vol 16. Januar c. sind innerhalb ihres Verwaltungsbezirks 17 Sh stellen mit zusammen 505 Thalern jährlich aus Gemeinde: 1 kirchlichen Mitteln höher dotirt worden. Außerdem haben die i! ständigen Behörden pro 1764 aus dem Kirchen- und Schulfon®
Leben im Dienst des Vaterlandes geo Es is di
W für Gratialien jährlich ohne Erinnerung verwilligt j worauf in
E längeren Erörterungen
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Exjesuitenfonds zu: Erfurt 1298 Thlr: 3° Sgr. zum 'An- yon Ländereien zum Behufe der Verbesserung von 9 gering seten fatholischen Schulstellen in armen Gemeinden-des Eichs- : vewilligt. eldes le ata - Holstein. Zur Feier der auf dem Schlosse ¿ttorf stattfindenden Eröffnung der chleswig-holsteinischen Landes- angte Schleswig am 1. d. M. im vollsten Flaggen- die Mittagszeit begaben sich, wie der »Alt. Merfkur« den für die Sitzungen Büreauchefs
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qrselben bestimmten Saal, und als darauf auch die git déit ihnen untergebenen cásidirende Regierungs®ratb / dit Kersammelten : s »Meine Herren. Die K.
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Beamten eingetreten waren, richtete der Herr" Lesser 1, folgende Ansprache an
K. öôsterreichishe und K. preußische oberste Civilbehörde der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Lauenburg et mit- lst Rerordnung vom 12ten v. M. eine sleêwig . holsteinische U ung cingeseht - welche heute ihre Wirksamkeit zu beginnen und ihren Sih in diesem Schlosse Gottorf, der alten Residenz unseres einheimischen Fürsten- hauses zu nehmen hat. Es ist dies eine Thatsache von hoher Bn vie nicht allein uns hier Versammelte y sondern uner ganzes Land aufs Fiese berührt und mit den Gefühlen des Dankes und der Freude iber diese Gestaltung unserer Landesverhältnihe erfüllt. Diese Thatsache {j der Ausdruck davon, daß die hundertjährige innige Verbindung zwischen unserem Schleswig und Holstein, wenn auch wider das Recht auf n qut gelockert, nicht hat aufgehoben werden fönnen und sollen, jond n dem Fuhte gemäß wiederhergestellt worden ist, ein lebensfrischer, kräftiger Da an dessen Früchten nach uns noch die fommenden Geschlechter diejes Landes si erfreuen werden. Unser Vaterland,
geistig nie getrennt, is auch als Gemeinwesen jeßt wieder Eins geworden, und der alte vaterlän- dische Ausspruch: » Up ewig ungedeelt e At Jene Wahrheit und nre Kraft bewährt. Wir, meine Herren Kollegen und ich, “die wir von der obersten Civilbehörde“ mit der Leitung der Geschäfte der neuen UndeSregierung betraut worden sind, halten uns von Ihrer Aller hin- gebenden Unterstühung und eifrigsten Theilnahme bei den nun beginnenden
Arbeiten überzeugt. Es ift unsere Aufgabe bei treuer Wahrung und Be- ohachtung der Rechte und Gesetze unseres Landes, unbeirrt dur) äußere Einflisse, na eigener Ueberzeugung die Juteressen desselben nach allen Richtungen hin gewissenhaft wahrzunchmen, das Wohl unjerer Mitbürger auf den Gebieten des geistigen wie des materiellen Lebens sorgsam zu
fördern. Wenn wir Alle unsere ganze Kraft an die Erfüllung
dieser Aufgabe sehen, wenn Jeder an seinem Theile mit redlichem Wollen si derselben hingiebt, dann werdcn wir unseren neu vereinigten Vaterlande nüßen und nicht weniger auf die Anerkennung der uns vorgeseßten hohen | obersten Civilbehörde, als auf das Vertrauen und die, Achtung unserer Mit- bürger rechnen dürfen. Gott der Allmächtige wolle die Thätigkeit der heute Î in Wirksamkeit tretenden \{le8wig-holsteinischen Landesßregierung mit seinem } Segen begleiten, ohne den kein menschliches Beginnen gedeiht, und unjere N Landessache zu einem baldigen guten Ende fühtensa- A Y Somit war die \hleswig - holsteinsche Landesregterung eröffnet. Ÿ Dieselbe hat nach erfolgter Einrichtung ihrer Büreaux ihre Thätigkeit N jeht bereits begonnen. y Sicherem Vernehmen nach I Dol N Obergerichts, Geh. Konferenz - Rath von sein Ï suchen mit Pension in den Ruhestand verseht, und der Etatsrath N Henrici, welcher bekanntlich der Herzoglichen Landesregtierung in Ÿ Kiel als Präsident vorstand, von der obersten Civilbehörde zum Dis- I retor des holsteinischen Obergerichts ernannt worden. : | Württemberg. Stuttga rt, 7. Februar. Ju der heuti- Î gen Sizung wurde von der Kammer der A bgeordneten in die Ï Berathung der Etats eingegangen" und zuerst jährliche 897/590 Gl. Ï für die Civilliste, 56,439 Fl. 15 Kr. für Renten, O10 15h Kr. Ï für Entschädigungen , 15,000 Fl. für Quiescenzgehalte 105,000 Fl die des Geheimenraths eingegangen wurde, der zu Anlaß gab, bei welcher sich die langjährige der Kammer gegen diese hohe Behörde und ihr Wunsch, ersezt zu sehen j dadurch an Qulagen an die Mitglie- sion
ae
Direktor des holsteinischen Schira h, auf sein An-
Verathung des Etats
Ÿ Abneigung Y dieselbe beseitigt und durch eine andere Ÿ den Tag legte, daß man feine besonderen l : Ÿ der dieses Kollegiums verwilligen wollte. Nach längerer Disku] N wurde dem Präsidenten des Geheimen Ratbs ein Gehalt von 9000 Fl, den zwei Räthen 1. Klasse von 4500 Fl, den zwei Räthen | 11, Klasse von 5700 Fl. denen 11]. Klasse von 3100 Fl. und dem | Kanzlei-Direktor eine Aufbesserung von 100 Fl. verrilligt. | Hesterreichz. Wüen/ 7. Februar. Einer Mittheilung ‘der | »Viener Ztg. « zufolge gehen die Ansichten der slavischen Föderalisten | Ungarns dahin , daß der Reichsrath aus einem einzigen Repräsen- Ÿ tantenhause bestehe, welches“ nach den darin vertretenen Staatskom- plexen und nicht nah der Kopfzahl abstimme. Die slavischen FFöde- ralisten wollen also in den Reich8rath Vertreter \chicken aber nur dann, wenn vorher das Februarpatent im obigen Sinne reformirt und das autoñome Geschgebungsrecht des ungarischen Landtags hinsichtlich der Verwaltung, der Religion, des Unterrichts, der Justiz, Industrie, Com- munication und der direkten Steuer garantirt wird. Die Födera- listenpartei will nur in Bezug auf diese Verwaltung8zweige ein verantwortliches Ministerium , dessen Siy übrigens nicht Pesth, sondern Wien wäre. Sie «wünscht dem Verhältniß, in welchem Siebenbürgen und das dreieinige Königreich zu Ungarn standen, eine Föderationsform zu geben, #0 daß die Landtage von Hermann» stadt und Agram zur legislativen Erledigung gewisser gemeinschaftlicher
Angelegenheiten Kommissionen nah Pesth \cicken sollen, welche als coordinirte Faktoren des ungarischen Landtags ihre Voten selbststän- dig und mit dem Bedeuten abgeben, daß die solchergestalt gebrachten Gesehe für Siebenbürgen und das dreieinige Königreich: erst nah: dér Publizirung der Provinzial-Landtage von Hermannstadt und: Agram in Gültigkeit treten. Ferner verlangt diese Partei zwar nicht die Errichtung cines besonderen slavischen Verwaltungsterritoriums) aber slavishen Comitaten eine \lavish-nationale Ver- deshalb wünscht sie die Autonomie der Comitate aufrecht“ er-
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sie verlangt in den waltung und {on durch Selbstbestimmungsöreht und freie Versammlungen halten.
Schweiz. Fremden-Büreau's , C. Ducommun, wegen
Bern, 6. Februar. Jn Geuf ist der Chef des der Bruder des Staatskanzlers E. Ducommun;, auf diesem Büreau zu Tage gekommener großartiger Unterscbleife , man spricht von 200,000 Fr. , verhaftet worden. Vorgestern kam in Genf auch die vom Staatsan1wwalte Turettini gegen die Sypielhölle im Hause J. Fazy's erhobene An- flage vor dem correctionellen Gerichte zur Verhandlung. Der Spiel- halter Carrel Nachfolger von Bias, wurde zu 24 Stunden Gefäng- niß und 400 Fr. Geldbuße, Dr. Vaucher, Präsident des Cercle des Etrangers, zu 300 Fr. und der Secretair. des Clubs, Namens Mer- cier , ebenfalls zu 300 Fr. Geldbuße verurtheilt. Die Spielgeräth- schaften wurden fkonfiszirt. (Köln. Ztg.) Brüssel, 7. Februar. Das Abgeordneten - haus hat in heutiger Sihung nach kurzer Debatte einstimmig den Geseyentwurf genehmigt, welcher in Erb - und: Schenkungs-Ange- legenheiten die internationale Gegenseitigkeit abschafft und die Frem- den auf deim fraglichen Gebiete den belgischen Landeskfindern gleich- stellt. Der Minister des Auswärtigen hat im Laufe der Verhand- [lungen die zuversichtliche Hoffnung ausgesprochen, die englische Ge- seygebung, welche feinem Fremden das Besigrecht auf englische Grundstücke gestattet, werde baldigst in diesem Punkte geändert wer- den. Es if die Rede von einem bedeutenden Anlehen (man spricht von 30 Miliionen) für Erweiterung des Volksunterrichts. (Köln. Ztg.)
London, 7. Februar.
Belgien.
Großbritauuien und Jrland,. Die Führer der beiden großen Parteien im Ober-- und im Untev- hause — Earl Granville und Lord Palmerston, Earl von Derby und Herr Disracli — gaben gestern die üblichen, der Er- ¿ffnung des Parlaments vorhergehenden Diners.
General M’ Clellan hat sih nur furze Zeit in Liverpool auf- gehalten. Jeßt verweilt er in London, mit der Absicht, in nicht ferner Zukunft Paris und Rom mit seinem Besuche zu veehren.
*FSrautreih. Paris, 7. Februar. An der Spiye des Abend- »Moniteurs« erklärt die Regierung; wie bercits telegraphisch erwähnt wurde: »Alle von den Blättern Betreffs einer Abtretung der Pro- vinzen von Sonora, Chihuahua u. #. w. von der mexikanischen Re- gierung an Frankreich in Umlauf gesehten Gerüchte sind durhaus unbegründet. «
Der Deputirte Belmontet hat dem Kaiser seinen neuesten Band Gedichte: »Poësie des larmes« , überreicht.
Turin, 8. Februar. Die Giunta der hiesigen Munizipalität is wegen leichten Unmwohlseins des Königs noch nicht abgereist. Mehrere Munizipalitäten Piemonis haben eine Adresse an den König votirt.
Die » Turiner Zeitung« erklärt das Gerücht für / grundlo® daß dic Gesandten der fremden Mächte wegen der Vorfälle vom 30. Januar Beschwerde erhoben hätten. Man hofft, den König zu
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taten.
bewegen, daß er vor der definitiven Uebersiedelung nah Florenz noch | inmal nah Turin komme. Dic Abreise des Königs wurde am Abend beschlossen und {hon am anderen Morgen ausgeführt: Die Adjutanten des Königs erhielten erst um Mitternacht Befehl, sich reisefertig zu machen. Der König arbeitete mit Lamarmora bis pät in die Nacht ¡j auch Rattazzi war noch bei ihm. Mit Tages- anbruch bestieg er den Wagen, der ihn nach Moncaliert brachte, wo er den Königlichen Zug erwarteke und mit Lamarmora und seinem militairischen Hause nach Florenz abreiste. Als er den Waggon bes stieg, waren alle Minister auf dem Bahnhofe. Turin ist jeßt faktisch und rehtlich uur noch eine Provinzialstadt und General Cialdini,/ der bekanntlich Oberbefehlshaber des ersten Armee-Corps geworden, wird bald die erste Person in der Stadt sein.
Schweden und Norwegel- Christiania, 28. Januar. Dém Vernehmen nach wird der König die seit längerer Zeit beab- sihtigte Reise nah Norwegen nähstens antreten. Die Abreise von Stockholm soll am 7. Februar stattfinden, und wird der König fich hicx bis zum 18: odér 19. Februar ‘aufhalten; um dann nah Sto-
holm zurückzukehren.
Dánemark. Kopenhagen, 4. Februar. Das Befinden des Prinzen Hans von Glüdcksburg war gestern etwas besser, jedoch waren die Kräfte noch sehr deprimirt.