1866 / 34 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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auf das österreichische Kaiserhaus und auf die Waffenbrüderschast mit der tapferen österreichischen Armee. Neuß. Gera, 6. Februar.

(L. Ztg.) Heute Vormittag

hielt der seit Ende November vertagt gewesene Landtag für Reuß | j. L, wieder seine erste Siÿung, welcher vom Nachmittag bis Abend |

bereits eine zweite folgte. Es gilt jeßt zunächst der Feststellung des Etats für 1866 bis 1868, und hat der seit der Vertagung in Per- manenz gebliebene Finanzauss{huß einen umfassenden Bericht über die Regierungs - Vorlage ausgearbeitet, welcher durch seine Haltung der Regierungs - Vorlage die vollste Anerkennung zollt und nur in an sich unerheblichen Dingen mit seinen Anträgen von derselben abweicht.

Bayern. stätigt die von Augsburger Blättern Majestät der König die Aufhebung der Festungs-Eigenschaft der Stadt Augsburg und die Rückgabe der Baureverse genehmigt hat, und daß wegen der successiven Einlegung der Werke Verhand- lungen zwischen der Militairbehörde und der Stadtgemeinde einge- leitet werden. :

Der Geseygebungs8-Ausschuß fuhr am 3ten d. in der

München, 6. Februar. Die »Bayer. Ztg.« be-

Berathung der Bestimmungen Über den Zeugenbeweis fort. Der |

Vorschlag, bei den Geistlichen zu trennen, was sie in Folge des Beichtgeheimnisses und was sie in Folge der Seelsorge in Erfahrung gebracht hätten, fand nicht die Billigung des Ausschusses.

HesterreiÞ. Wien, 7. Februar. Die Wiener Blätter

bringen folgende telegraphische Landtagsberichte:

Klagenfurt, b. Februar. Der Landedsausschuß wird beauftragt, über Aenderungen der Landesordnung und Landeswahlordnung in der nächsten Session zu berichten und Anträge zu stellen.

Troppau, 6. Februar. Jn Betreff der neuen Territorial-Einthei- lung beschließt der Landtag, auf die Berathung derselben mit dem Vor- behalte einzugehen, daß die darauf basirende neue Organisirung der politi- schen Behörden unter Mitwirkung des Reichsrathes geschehen dürfe ¡ fer- ner, daß die Aenderung der bisherigen Bezirks-Eintheilung den Bedürf- nissen des Landes nicht entspreche und eine Erleichterung der Reichs-

Finanzen durch die Errichtung der politischen Kommissariate, sowie Tren- nung der Justiz von der politischen Verwaltung anzustreben fei.

Graz, 6. Februar. Der Landeshauptmann bringt eine Zuschrift des

Statthalters zur Kenntniß, des Znhalts,

lassen der steiermärkische Landtag geschlossen werde. Pesth, 6. Februar.

erst heute früh nah Wien ab, nachdem gestern in Ofen eine mehrstün-

dige Ministerberathung (die dritte innerhalb drei Tagen) stattgefunden. |

Graf Mensdorff werde noch einige Tage hier verweilen. Agram, b. Februar. der heutigen Landtagssizung gehaltenen Rede, daß man mit Rücksicht auf

die gegenüber dem Gesammt-Kaiserstaate, der croatischen Nation und dem | Lande gegenwärtig bestehenden Verhältnisse die. Auflösung der Militair- | grenze nicht verlangen könne, wohl aber gewisse dem Zeitgeiste entsprechende |

Reformen.

Schweiz. Bern, 5. Februar. (K. Z-)

Jn seiner heutigen

Sihung hat der Bundesrath die Tractanden für die am | 19. d. M. zusammentretende Bundesversammlung festgestellt. Sie bestehen bis jeyt aus zwanzig Nummern, unter denen selbstverständ- lih der bundesräthliche Bericht, betreffend das Resultat der Volks-

abstimmung über die revidirte Bundesverfassung vom 14. Ja- nuar d. J- die erste Stelle einnimmt. Die zunächst wichtigsten Berichte und Botschaften des Bundesrathes find dann die über den Stand der Tessiner Eisenbahnen, die Einführung des metri- schen Maßes und Gewichtes, die Angelegenheit der polnischen Flücht- linge, die Ausschmückung des Bundespalais , die Jnfanterie-Bewasfs- nung, die internationale Münz - Konferenz in Paris und die Nach- trags - Kredite und Kredit - Uebertragungen. Wenn nicht in der Bundesverfassungs-Revisions-Angelegenheit besondere Umstände eín- telenie E P P A blos AAOAALE ist, so wird das dies- ge außerordentliche Beisammensein der eidgenössischen ä i länger als zwei Wochen dauern. j A Ne M

Niederlande. Aus dem Haag, 6. Februar, wird der Tod des Marine - Ministers Huyssen van M mitte gemeldet. Der Verstorbene ‘hatte ein Alter von 50 Jahren erreicht.

Da Fransen van de Putte Anfangs mit der Bildung eines neuen Kabinets niht vom Flecke fommen konnte, so hat er den König bewogen, zu gestatten, sich um den Eintritt des angesehenen Mitgliedes ber Zweiten Kammer, van Bosse, zu bemühen, der die Finanzen übernehmen solle, die er früher {on einmal verwaltet hatte. Nach dieser Wendung hat de Vries sich geneigter gezeigt, das Innere, Geertsema die Justiz zu übernehmen.

Großbritannien und Jrland. London, 6. Februar Im Unterhause: sind gestern im Ganzen 160 Gentlemen Salbe D so daß bis jeßt ungefähr 450 die Ceremonie durchgemacht

Die Führer der Regierungspartei, Earl Russell, als Premi und ministerieller Führer im Hause der Lords, und letiso die [eitenden Mitglieder der Opposition, der Earl of Derby und Mr.

Drei Salven beschlossen die Feier.

gebrachie Nachricht, daß Se.

Z l : daß Se. Majestät mit Aller- höchster Entschließung vom 31. Januar anzuordnen geruhten, daß längstens bis 15. Februar wenn die Geschäfte nicht eine frühere Schließung zu-

Nach dem »Pesther Lloyd« reist Graf Belcredi

Obergespan- Kukuljevic betonte in ciner in

| welches von den Anhängern der beiden Parteien sehr zahlrei N ad, hâng P sehr zahlrei be. Sir Charles Wood, der Staatssecretair für Jndien , hat i Folge seiner durch einen neuen Unfall sehr geshwächten Gesundheit seine Entlassung eingereicht. E Februar. Jm Oberhause beantragte der ; | V. Normanby die Adresse, wobei ibm der Earl Mori es L diïte. Der Herzog v. Rutland will die Vieheinfuhr vollständi verboten haben. Earl G r.anvi lle erklärte, indem er die Regierult gegen mehrseitige Angriffe in Betreff der Viehseuche vertheidigte, daß ein gegen Vieheinfuhr gerichtetes Verbot unmöglich sei. Lord Der b y friti. " sirte einzelne Stellen der Thronrede ; er begreift nicht, wie die Zusammen. | funst der Flotten cine Tendenz des Friedens dokumentiren könne tadelt die Suspendirung Sir John Eyres, Gouverneurs vot Jamaika, bespöttelt den österreichisch-englischen Handelsabfchluß, rügt die in der Viehseuche gezeigte Lässigfeit, erklärt, die Verschwörun der Fenier sei eine Folge früher gezeigter Nachsicht; er kündigte \hließlich an, daß er gegen eine etwaige mangelhafte Reformbill entschieden Opposition machen werde. Earl Russell vertheidigte sih mit faum vernehmbaren Worten gegen einzelne Punkte des Angriffs und sprach die Hoffnung aus, daß er binnen Monatsfrist die. Reformbill einzubringen im Stande sein werde. Die Adresse wurde angenommen.

Frankreich. Paris, 6. Februar. Heute wurde im Senate der Entwurf der Adresse zur Beantwortung der Thronrede ver: lesen. Die Paragraphen über Rom, den September-Vertrag, Algerien, die Lage der Landwirthschaft und die inneren Freiheiten sind Um- schreibungen der Thronrede.

: Der Adreß - Entwurf des gesehgebenden Körpers an den | Kaiser wird nächsten Sonnabend zur Verlesung gelangen. Die Oppo- sition hat bis jeyt drei Amendements zur Adresse im Plane. Das cine betrifft Algerien, das zweite verlangt, daß die Untersuchung wegen der Lage des Ackerbaues eine parlamentarische sei, und das

dritte die Krönung des Gebäudes.

__ Spanien. Der Finanzminister legte in der Sitzung des Kongresses vom 5. Februar einen Finanzgesez-Entwurf vor, 10- nah die Periode der Liquidirung der Staatsshuld geschlossen und die in bestimmter Frist nicht nachgewiesenen Kredite für null und | nichtig erkläxt werden sollen. Gleichzeitig legte der Finanzminister einen Gesegentwurf vor, wonach die Gründung einer Deposi- ten-Kasse von 110 Millionen Realen erzielt werden soll, die aus dem Verkauf der Nationalgüter zu bestreiten wäre. Jm Senate | legte Salamanca eine Denkschrift über die Hebung des spanischen Kredits vor. Salamanca räth als unumgängliche Nothwendigkeit ein Abkommen mit den Jnhabern der amortisirbaren Schuld und die Anerkennung der englischen Coupons an.

Nach Berichten aus Madrid is} der Offizier Pedro Espi- nosa, der sich bei dem Aufstandsversuche in Alcala betheiligt hatte, auf Befehl O’Donnell's erschossen worden. i

e talien. Messina, 29. Januar. Petitti hatte vor seiner Entlassung das Militair-Budget für 1866 auf 177,673,380 4 um | 24,774,425 Fr. niedriger als 1865 festgeseßt. Vom 1. Februar ab | wird man noch andere 9 Millionen ersparen, ohne Aufhebung der | Leva, deren Verschiebung bis zum Oktober dem Staate ungefähr 20 Millionen ersparen würde. Nach einer Uebersicht des »Diritto« betrugen die Ausgaben für 1865 im Ganzen 926,956,128 Fr., für 1866 sind sie veranschlagt auf 928,757,175 Fr. 1565 batte man ein Deficit von 225,379,983 r. 1866 wird es 261,115,432 Gr. be- tragen. Heer und Flotte figurirten in dem Voranschlage für 1866 mit 230,214,514 Fr., wovon 78 Millionen auf das Heer und 8 auf die bloße Central-Verwaltung desselben kommen. Die Admini- stration der anderen Meinisterien kostet jährlich 143,095,491 Fr., also die ganze Verwaltung nebst Heer und Flotte 373,310,005 Fr. Es ist bekannt, daß die Regierung die Unter - Präfecturen aufheben, die Cassations- und Apellhôfe, so wie die Circondarial-Tribunale ver- mindern will. Von dem neuen Unterrichts - Minister Bert i hört man bis jeyt noch gar nichts. Natoli’s umfassende Projekte scheinen völlig sistirt zu seiù, und es ist sehr die Frage, ob Berti den Muth haben wird, von den 19 italienischen Universitäten, die dem Staate bedeutende Summen kosten und doch meist nur ein Schattendasein führen , einige aufzuheben, Jn Mailand z. B. besteht eine wissen- \chaftlich-literarische Akademie mit 12 Professoren und mit 24 Stu- denten, von denen jeder dem Staat ungefähr 2500 Fr. jährlich kostet. Ferner würden si die sogenannten proveditorati zur Auf- hebung empfehlen. _ Gast in jeder Provinz besteht ein solches prove- ditorato à 4000 Fr., obwohl der Unterrichts-Minister jährlich noch Spezial - und General -Jnspektoren zur Besichtigung der Schulen in die Provinzen shickt. Man arbeitet fleißig an der geologischen Karte Jtaliens , die von Sicilien wird auf der pariser Ausstellung vollständig vorgelegt werden. Man glaubt aus den sicilischen Schwefelminen einen jährlihen Ertrag von 40 Millionen Fr. er-

E T,

Benjamin Disraeli gaben gestern Abend jeder ein großes Diner,

,

zielen zu fönnen, wenn man das alte Raffinirungs - S ¿ durch ein Drittel des Materials verloren E E wo

Kreisen beendigt sind

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Kußland und Polen. St. Petersburg, 6. Februar. Der Finanzminister hat unter dem 19. Januar folgende Bestimmun-

n erlassen : Die ? ; j industriellen Gesellschaften als Pfand bei Stundung der Branntwwvein- Accise für die ersten 6 Monate des Jahres 1866 anzunehmen sind, wer- den nach dem durchschnittlichen Börsenpreise des vorangegangenen halben ahres berehnet. Bei den Werthpapieren derjenigen Gesellschaften, für rvelche die Regierung eine Zinsgarantic übernommen, wird der Pfand- werth mit höchstens 75 pCt., bei den anderen mit höchstens 50 pCt. des durchschnittlichen Börsenpreises berechnet. i / Ueber die chemalige polnische Szlachta in den wesilichen Gou- vernements is unker dem 31. Januar nachstehende Verordnung er-

E 4 Die Personen der ehemaligen polnischen Szlachta, welche bis zum 43. Januar 1866 die Revisionslisten eingereicht haben, sind, wenn fein gesehliches Hinderniß eintritt, nœæch ihrem Wunsche den Bürger- oder Bauergemeinden, oder auch auf vorgeschriebenem Wege der Kaufmann- schaft zuzuschreiben. 2) Diejenigen, welche nicht bis zum 13. Januar 4866 die Revisionslisten eingereicht haben, werden augenblicklih, je nach ihrem Wohnorte, den städtischen Gemeinden oder den Gemeinden der Reichsbauern oder bäuerlichen Grundbesißer zugeschrieben. Die zur leyteren Kategorie gehörigen Personen der ehemaligen polnischen Szlachta dürfen für die nächsten drei Jahre nicht in andere Stände über- treten. 3) Die Zuzählung zu den Gemeinden findet ohne vorherige An- nahmebeschlüsse von Seiten der Gemeinde und ohne Landertheilung statt, wenn beide Theile solches wünschen. Für die Entrichtung der Abgaben sind die Zugeschriebenen persönlich verantwortlich. Diese dürfen in den ersten 3 Jahren nicht an den Wahlen für den Kommunaldienst Theil nehmen und auch nicht zu diesem Dienst gewählt werden 4) Die des- fallsigen Geschäfte liegen den Kameralhöfen ob, nur die Zuzählung zu den Gemeinden der Reichsbauern erfolgt in den Domainenhöfen. 5) Aus den Personen der ehemaligen polnischen Szlachta welche besondere Dôr- fer bewohnen fönnen auch besondere Gemeinden gebildet werden ; diese sind jedoch den nächsten Wolosten zuzutheilen. i i i

Dem »-Dz. Pozn.« geht aus Warschau die Nachricht zu j daß

Graf Berg im Auftrage des Kaisers dem Generalmajor v on Feicht -

ner, Chef des Ingenieurcorps in Warschau, den Befehl ertheilt habe,

die Geschichte des leßten Aufstandes vom strategischen Standpunkte zu schreiben. Mit einer ähnlichen Arbeit hatte nah dem Jahre

1831 Kaiser Nifolaus den General Pradzynsfi betraut. Graf Berg

soll außerdem noch dem Professor an der Warschauer Hochschule

Plebansfi den Auftrag ertheilt haben, den ganzen politisch-historischen

Verlauf der Vorgänge in Polen vom Monarchen-Kongreß in War-

hau im Oftober 1860 und dem Begräbniß der Wittwe des Gene-

rals Sowinsfki an, bis zum Schlusse des Jahres 1864 zu be- schreiben. Alle öffentlichen Behörden haben Anweisung erhalten,

Herrn Plebansfki die zu seiner Arbeit nöthigen Materialien, na»

mentlich die Akten der Untersuchurigs-Komm ne und die Urtheils- rüche der Kriegsgerichte zur Benußung auszuliefern.

y Von der Polnischen Grenze, 6. Februar. (Ostf.-Ztg.)

Der Gouverneur von Witebsk hat den Verwaltungs - Chef von Lit-

thauen, General von Kaufmann, benachrichtigt, daß die Veri-

fications - Kommissionen in den Liefländischen Kreisen j so wie die

Schiedsgerichte in den Kreisen der Weißreußischen Gouvernements

alle Geschäfte bezüglich der an Ort und Stelle zu bewirkenden Fest-

stellung des Grundbesizes und der Leistungen der abzulösenden

Bauern erledigt haben und daß bereits sämmtliche Regulirungs-

aften an die Gouvernements - Kommission abgegeben sind, so daß

im ganzen Gouvernement Witebsk die Regulirungsgeschäfste in den

und der größte Theil déèr Bauern vou 3ten

März d, J. 9b in das Losfaufsverhältniß übergehen wird. Auch

in den übrigen Litthauischen Gouvernements sind die bäuerlichen

Regulirung8geschäfte, soweit sie dur die Verifications-Kommissionen

und Schiedsgerichte in den Kreisen an Ort und Stelle zu erledigen

sind, ihrem “Abschlusse nahe.

Schweden und Norwegen, Stockholm, 3. Februar. Oas Bedenken des Oekonomie- Ausschusses y daß es den Frauen ge- stattet sei, sich um Anstellungen zu bewerben und in den weltlichen Fakultäten Examina's ablegen zu dürfen, ist heute in allen vier Ständen zur Vérhandlung gekommen und schr lebhaft diskutirt worden. Bis jeyt is diese Angelegenheit indessen nur im Priester- und Bauernstande zur Entscheidung gekommen. Dieser leytgenannte Stand hat \sich dafür, der Priesterstand dagegen exklärt und die Vor- lage des Ausschusses, so wie den einschränkenden Vorschlag des Pro- fessors Ribbings abgelehnt , daß Frauen beim Post- und Telegraphen» Verkehr angestellt werden fönnten.

Dänemark. Kopenhagen 5. Februar. (H. N.) Un- mittelbar nach Verlesung der Thronrede schritten die Things des Reichsraths zu ihrer Konstituirung. Im Landsthing fiel die Prâsi- dentenwahl auf „den Etatsrath Bregendahl. Zu Vicepräsidenten wurden gewählt: J. A. Hansen und Etatsrath Fenger. Es wurde dann eine finanzielle Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben der Finanzperiode 1866 68 vertheilt. Jn derselben sind Einnah- men und Ausgaben für 1866—67 zu 23,529,023 Rthlr. 17 Sh. für 1867 68 zu 19,007,436 Rihlr. 40 Sh. berechnet. Die Unterbilanz in den Einnahmen isst als gedeckt angegeben

Preise, zu welchen die Actien und Obligationen der verschiedenen |

durch die speziellen Einnahmen des Königreichs und dur die Restancen s\{uldiger Summen aus den Herzogthümern, zusammen 4,551,618 Thlr. 91 S. im ersten, und 4,228,878 Thlr. & Sch. im zweiten Jahre. Unter den Ausgaben sind angeführt Pensionen und Warkegeld zufolge spezieller Geseye (s{leswigsche Beamte), 350,000 Thlr. im ersten Jahre und 210,000 LUhlr. im zweiten. Eine Balance ist somit hergestellt. Die 4 Millio- nen Thaler Kreditbeweise sind durch Geseye zu verlängern. Unter Nr. §8 find angeführt als Einnahmen «Refusionen von den Herzog- thümern gemäß dem Friedenstraftat vom 230. Oktbr. 1864, Art. X., XV., XVI.« im ersten Jahre 1,748,748 Thlr., im zweiten 1,738,238 Thlr. Unter den Ausgaben steht als Verzinsung und Abbezahlung der Staatsschuld im ersten Jabre 11,486,300 Thlr. , im zweiten 7,167,000 Thlr. Die Zoll-Einnahmen 2c. sind für beide Jahre zu 6,776,000 Tblr. angegeben, da sie jedo im beständigen Steigen begriffen sind, ist fürs nächste Jahr wahrscheinlich eine höhere Ein- nahme zu erwarten. Zu Nr. & der Einnahmen bemerkte der Finanz- Minister, daß die Uebernahme der Pensionslasten für die Herzog- thümer noch nicht definitiv entschieden sei, da die Commissaire das Abkommen zwar unterschrieben hätten, allein die Ratification der deutshen Großmächte noch nicht erfolgt sei. Der Finanz - Minister legte endlich ein Geseh, betreffend Pensionen aus Anlaß des Thronwechsels, vor und bemerkte, daß die internationale Kom- mission die Verpflichtung für die Herzogthümer, ihren Antheil daran zu tragen, anerfannt habe.

Im Landsthing wurde zum Präsidenten der Fabrikbesizer M. P. Bruun und zu Vice-Präsidenten Konferenz-Rath Madvig und Professor H. ‘N. Clausen gewählt. Dann legte der Finanz- minister ein Ausgabebewilligungs-Gesey für die Finanzperiode vom 1. April 1866 bis 31. März 1868, das Finanzministerium betref- fend, vor.

Amerika. nuar, Morgens. und auf General Sheridan's Befehl nach

»Reuter's Office« meldet: New-York, 27. Ja- General Crawford is in New-Orleans verhaftet

Fort Jacson gebracht worden.

Nach Briefen aus Brownsville vom 7. v. Mis. besteht die Schaar, welche Bagdad eingenommen, hauptsächlich aus Abenteurern, Schreibern und Müssiggängern. Der Plan zum Angriff war ohne jede Kenntniß entworfen und ausgeführt. Staats - Secretair Seward war am 17ten in Havannah angekommen.

Telegraphische Depeschen aus dem Wolff "schen Telegraphen - Büreau. Rotterdam, 8. Februar. Das chilenishe Kaperschiff »Jnde- pendencia« befindet sch noch in dem in der Westerschelde belegenen Hafen Ternenzen und wird daselbst von einer holländischen Fregatte

überwacht.

Landtags- Angelegenheiten. _— Der Entwurf eines Gesehes, betreffend » die Ermäßigung und Aufhebung des Gérichtskosten -Zuschlages«, lautet : Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2c., verordnen für alie Landestheile, in welchen das Gesey über den Ansaß und die Er- hebung der Gerichtskosten vom 10. Mai 1851 (Gesez-Sammlung S. 622)

Geltung hat, mit Qustimmung beider Häuser des Landtages Unserer Monarchie, was folgt: §Ÿ. 1. Der Zuschlag von sechs Silbergroschen, welcher nach dem Tarif zu dem Geseße vom 10. Mai 1851 (Geseh - Sammlung S. 622) Vorbemerkungen Nr. Ul. von jedem vollen Thaler eines zu erhebenden Gerichtskosten-Betrages in Ansaß fommt, wird für Akte der nicht streitigen Gerichtsbarkeit und für Requisitionssachen vom 1. Juli 1866 ab zum halben Betrage, vom 1. Juli 1867 ab überhaupt nicht mehr er- hoben. Jn gleicher Weise fällt derselbe für Afte der sireitigen Gerichtsbar- feit und Für Untersuchungssachen vom 4. Juli 1868 ab zur Hälfte, vom 4. Juli 1869 ab ganz sort. §2: Die Bestimmung des §. 1 kommt in jedem der genannten Jahre bei den nach dem 30. Juni zur Festseyung ge- langenden Kosten-Liquidationen zur Anwendung. :

Bei der Vertheilung auf Z Jahre zur Durchführung der -Maßregel exachtete es die Regierung für angemessen und billig, denjenigen Interessen- ten durch den Wegfall des Zuschlages zuerst eine Erleichterung zu verschaffen, welche, wie in Hypothekensachen , bei Nachlaß-Regulirungen Vormundschaf- ten, Kuratelen und anderen Fällen einer Vermögensverwaltung zur Siche- rung oder Fesistellung ihrer Rechte die Mitwirkung der Gerichte meist un- freiwillig in Anspruch zu nehmen haben und denen dadurch Kosten entstehen. Auf gleiche Linie mit diesen Geschäften sind die Requisitionssachen geseht. Der Zuschlag für das halbe Jahr vom 1. April bis 1. Oktober 185 hat einen Ertrag von 410,803 Thir. 24 Sgr. ergeben, wovon, 175,339 Thlr. 20 Sgr. auf die Akte nit streitiger Gerichtsbarkeit und die Requisitions- sachen, 235,464 Thlr. 4 Sgr. auf die Handlungen der streitigen Gerichts- barkeit ‘und ‘die Untersuchungssachen gekommen sind. Mit Rüfsicht darauf, daß in das dritte Quartal, welches jener Berechnung mit zu Grunde lag, die Ferien fallen, darf angenommen werden, daß der jährliche Gesammt- betrag des Zuschlags sich damals auf etwa 900,000 Thlr. belief, «eine Summe , welche ‘bei den inzwischen gestiègenen Einnahmen der Justiz- Ver- waltung jeyt noch etwas höher zu veranschlagen sein dürfte.

Der Entwurf eines Gesehes, betreffend die » Ausgabe von Talens zu den Rentenbriefen und zu den Shuldver chreibungen der Paderbornschen und der Eichsfeldschen Tilgungskasse fautet mit Hinweglassung der Eingangsformel: