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verdienter Ba, Ee übrigens auch den anderen Programm-Nummern iht fehlte, zu Theil ward. ps Li bercits vortheilhaft bekannte Pianistin Frl. Emma Rosen- st ock, aus der Schule des Professors Klindworth hervorgegangen, gab estern im Saale der Sing-Akademie in Gemeinschaft mit dem Biolinvirtuosen Hrn. Felix Meyer ein Concert, das zahlrei besucht war. Die Pianistin besißt alle Eigenschaften einer Concert- spielerin ersten Ranges; sie vereinigt vollkommene Beherrschung der technishen Schwierigkeiten mit ungewöhnliher Kraft des Anschlags, die z. B. in den Oktavengängen der Fuge von Mendelsfohn wirksam hervortrat, und wußte die Wiedergabe des Beethoven'shen C-moll- Concertes geistig zu beleben und stets interessant zu halten. In einer Rhapsodie von Saint-Saëns hatte die Künstlerin voch besovdere Gelegenheit, ihr virtuoses Spiel glänzen _zu lassen. Reiter Beifall folgte jedem ihrer Vorträge. Hr. Meyer erntete gleihsalls durch die meisierhafte Ausführung des jeßt so beliebt gewordenen Concerts von Brahms (op. 77) enthu- siastishen Applaus. Die in den beiden Hauptsäßen erforderliche große Virtuosität und Kiaft des Tons, sowie die Zartheit und Wärme des Ausdrucks im Adagio waren in dem Vortragenden vereinigt, der jept entschieden zu den besten Interpreten dieses geistreichen _und poesie- vollen Werks gehört. Einige kürzere Violinstücke von Spohr, Ries und Bohm erfreuten sich gleich günstiger Aufnahme. Unterstüpt wurde das Concert durh die ausgezeichnete Gesangbkünstlerin Fr. Hieber aus München, die zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum erschien. Ihre fehr umfangreihe und wohlgeschulte Sopranfstimme, die bis zum hohen C noch dieselbe Klangschönheit und Kraft bewahrt. kam in einer Arie aus „Ines de Castro“ von Weber, sowie in einigen Liedern von Wagner, Uiszt und Hans Sitt vorzüglich zur Geltung, sodaß die Künstlerin in Folge des lebhaften Beifalls sich no zur Zugabe eincs kleinen Liedes bewegen ließ. 7 Philharmonie. | F
Wee uns mitgetheilt wird, hat Fr. Joachim in ihrem gestern staltgehabten „Populären Lieder-Abend“ wieder cinen außerordent- lien Gifolg gehabt. Das fehr zahlreich erschienene Publikum nohm den Vortrag der Schubert'shen „Müllerlieder“ sowie den des verbin- denden Tertes dur Fr. Teresina Geßner vom „Deutschen Theater* mit den lcbba)testen Beifallsbegeugungen auf.
Concerthaus, E
Das 50jährige Künstier-Jubiläum Anton Nu binstein g wird morgen in würdiger und glänzender Weise gefeiert werden, indem auëscließlid Werke von Anton Rubinstein, als Havuptwerk die Ocean*-Sinfonie, zur Aufführung gelangen.
In dem beute (Freitag) Abend 7} Ubr in der Kirche „ZU 111 beiligen Kreuz* |tattfindenden geistlichen Concert wird Hr. K a rl Oesterling außer Orgelwerken von Bach, Mendelssobn und Thiele eine in Berlin no& mt gehörte neue Tripelfuge für Drgel (A-dur) von Albert Vecker vortragen. (Die Tbemen lief sich Übrigens unser neuer Domcbor: Dirigent bei Gelegenveit von Prof Aug. Haupt stellen.) Auker diesen Kompositionen bietet der Abend Sololieder von Cherubini, J. W. Frank (1681), Tdeodor Krause (Frl. Hedwig Pauli), sowie Chorgesänge von Seb. Bacd, Heinr. Fidelis Müller und Mendelssohn L:gtere wird der im No»ember 1888 gegründete , Verein | für Kirchengesang“ unter Leitung des Hrn. Otto Richter zu O'ebör bringen. Villets sind în den Mutikalienhand! ingen von _Rüble und Hunger, Programme und Texte Abends an den Kzrchtbüren zu
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Für das biesige Diakonissen-Mutterhaus Paul Gerhart? te R Hod i ck= e m M Poygormbi Mh andt é
t findet morgen (Sonnabend, den 30 November) Abends 73 Uhr
Manuigfaltiges.
Gestern fand aus Anlaß des amerikanischenDanksagungs- tages im Kaiserhof ein Fest statt, zu welhem die Amerikaner zahlreiche Einladungen hatten ergehen lassen. An _der Haupttafel saß rechts neben dem Gesandten Phelps der Staatssekretär Graf Bismarck, links der General - Adjutant Fürst Anton Radziwill. Der Gesandte Phelps brachte nach_ Begrüßung der Ver- sammlung einen Trinkspruch auf Se. Majestät den Kaiser aus. Hierauf erhob sich der Staatssekretär des Auswärtigen, Staats-Minister Graf Bismarck, von allen Seiten laut und freudig begrüßt, zu folgender, von ‘der „Nat.-Ztg.“ mitgetheilten, in englisher Sprache gehaltenen Rede: „Jh danke Ihnen von ganzem Herzen für die außerordentlihe Wärme, mit der Sie den Toast auf meinen Allergnädigsten Koiser empfangen haben. Jch bekenne gern, daß dieser stürmische Zuruf mir das Gefühl giebt, daß ich selbst fein ganz Fremder unter der Nation bin, welcher anzugehören Sie Alle mit vollem Recht so stolz sind. Als der Kaiser vor nit langer Zeit den Vorsißenden dieser festlihen Versammlung, Mr. Phelps, in Audienz empfing, sprah er von den freundschastlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen. Diese Beziehungen haben ihren Ursprung nit allein in einer gewissen Blutsverwandtschaft, sondern auch in vielen Vebereinstimmungen des Charakters. Niemals zuvor habe ich so lebendig empfunden, daß diese Beziehungen in der That bestehen, als heute, wo ih mich von einer so großen Zahl Bürger Ihrer großen Un'on so freundlih verstanden sehe. Von dem dringenden Wunsch erfüllt, so herzlih zu danken, wie meine sprachliche Un- beholfenheit es zuläßt, erhebe ich mein Glas und trinke gleiäzeitig auf das Fortbestehen und immer wacksende Wohlergehen der Ver- einigten Staaten. Und da dieser Toast naturgemäß anknüpft an den Namen des ausgezeihne'en Staatsmannes, der Ihr sönes Land hier so würdig vertritt, so trinke ich auf das Wohl des ehreawert"en Hrn, William Walter Phelps.“
Zum Besten der Armenpflege in der Jesusgemeinde ist heute in der Wasserthorstraße Nr. 37a ein Weihnactsverkauf eröffnet worden, der drei Tage hindur bis Abends 10 Uhr geöffnet bleiben wird.
Das an Abwechselung \o überaus reiche Repertoire der Urania weist auch für Sonnabeud, den 30, November, wieder cine Première auf, und zwar einen populären Vortrag über Bau und Leben der Pflanzen. Der Vortragende, Hr. Dr. Potonié, ist den Besuchern der Urania kein Fremder mehr; in den auf die späteren Nacbmittagstunden verlegten, leiter nod immer niht ganz na) Gebühr gewürdigten kleineren Vorträgen bat er häufiger über die so wohl bekannten und doch ihrer inneren Organisation und ihren Lebensbedingungen nach fo fremden Blüthen und Blumen gesprohen. Sowohl das erwählte Thema wie auch die fesselnde und anregende Vortragsroeise des ge- nannten Herrn läßt einen genußreichen Abend erwarten,
Ueber die Scloßfreibeit, deren Häuser zur Niederlegung be- stimmt sind, schreibt das „Disch. Tagebl.*: Die Schloßfreiheit ent- stand 1672 auf der „Freiheit am Slosse", welche früher dur einen von der Stebbahn nach dem Lustgarten und der Gegend der Kavalier- brücke führenden Graben von Alt-Kölln getrennt war und damals der „Gang am Wasser“ hieß. Als im 17. Jahrhundert an der am Lust- garten belegenen Ecke der Münzthurm mit einer Wasserkunst erbaut worden war, wurde der Name in „Hinter der Wasserkunst* umgetauft. Das Spreeufer wurde an 9 Personen gegeben, welche an der Spree
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aiserbeetes, vor dem Kaiserhause, war eins die Dingstätte der “b Kaiser. In diesem Herbst sind die Halbbögen der alten Frei- treppe daselbst blosgelegt worden, welhe den besten und sichersten Au Glut für das einstige Vorhandensein der ehrwürdigen Dingstätte gebend Die Freitreppe soll wieder hergestellt werden und, wie ehemals, cine halbkreisförmige Einfriedigung erhalten. An den beiden Enden des massiven Halbkreises werden zwei bronzene Löwen, die gegenwärtig in Braunschweig nah Form des dortigen Löwen vor dem Dom: in Guß B Aufstellung finden; der Unterbau für dieselben ist hon
bis auf die Balustrade fertig.
Dresden, 28. November. (Dresd. J.) Während das Dresdner Elbthal bis heute Mittag vollständig \chneefrei geblieben ist, hat es im Laufe der leßten Tage in verschiedenen Theilen der Provinz nicht unerheblich ges{chneit. In der vorvergangenen Naht namentlich ift nicht nur im oberen Erzgebirge und im Lausitzer Gebirge, sondern auch in der \ächsisch-böhmishen Schweiz eine so an- jehnlihe Menge Schnee gefallen, daß dort überall bereits leichte S(litten in Gebrauch genommen werden konnten. Auch in den Niederungen um Riesa hat es gestern früh von 8 Uhr ab etwas ge- \hneit, und in der Umgebung von Bischofswerda - Baußen - Löbau ist seit gestern Mittag winterlihes Wetter mit Schnee und einigen Graden Kälte eingetreten.
Brcmen, 28, November. (W. T. B.) Der der hiesigen Dampfschiffs-Gesellshaft „Neptun“ gehörige Shraubendampfer „Tiger“ (Kapitän Knaut), von Bremen nah Amsterdam bestimmt, ist auf Ameland gestrandet und wahrscheinlih gänzlih verloren. Die Mannschaft ist gerettet.
London, 27. November. (A.C.) Der britishe Dampfer ,Santiag o*° verbrannte auf der Fahrt von New-Yo1k nah Hull auf boher See. Die gesammte Besaßung wurde vom Schiffe „A. I. Fuller“, welches von Liverpool nah New-York segelte, auf der Höbe von Nantudet am 20, November gerettet. Der „Santiago“ war erst im Jahre 1886 gebaut worden und gehörte der Firma T, Wilsons u. Sons in Hull. Als der „Fuller* dem „Santiago“ nahe kam, stand der lehtere seiner ganzen Länge nah hon in Flammen. Die: Mann- {att und die Fahrgäste, 59 Personen, hatten sih in die Boote ge- flüchtet und ließen von dort aus Nothraketen in die Luft steigen, Sie waren die ganze vorhergehende Nacht in den offenen Booten gewesen. Einige Seeleute des „Santiago“ waren durch die Flammen und den Nauh halb blind geworden. Einer ift völlig erblindet.
Bombay, 27. November. (R. B.) Ein Ulan vom 1. Bom- bay Ulanen-Regiment, welches in Deesa liegt, wurde plôöglih vom Wahnsinn erfaßt und ershoß den Obersten des Regiments, Arthur R. Hecvland, und 2 eingeborene Offiziere.
Washington, 26. November. (Times) Die Marine-Lieu- tenants Schrocder und Driggs8 — der Erstere befehligt den Dynamit- kreuzer „Vesuvius“ — die Erfinder einer \chnellfeuernden Kanone, baben ihr Patent an englische Kapitalisten für die Summe von 600 000 Doll. verkauft, nachdem die Regierung der Ver- cinigten Staaten den Ankauf auf Grund des von Sachverständigen abgegebenen Gutachtens abgelehnt hatte. Das neue Gescbüß ist aus starkem Stabl verfertigt, feuert 3 englishe Meilen weit und wiegt nit viel. Es heißt, daß es drei Mal so viel Schüsse in einer ge- gebenen Zeit abfeuern könne, als eine Armstrong-Kanone.
New-York, 27. November. (A. C.) Neuere Scäßungen
Sti! 10ND, y E Ta S2 avo è kten und dafü isse Freiheiten E ; ; ; in der Nicola ti-Kirche cin Concert statt. Die Contkertgederin, } eine Sâ!ung anfertigen lassen mußten e geme E t Las geben die Höhe des dur die Feuersbrunst in Lynn angerihteten S Henriette Liebert. sinat in demselben den 13 Vsalm von | etbielten. Zur linleriQeivung von der eGrethel un S a T do | Schadens auf nur etwa 5 Millionen Dollars an. Es sind T da - i » A» I A s L H F Î _ L . d L 0 ce p A (5 r 1 - L ck ÿ Docniß e Ave Maria mit Begleitung der | „an der Schleuse® wurde ibr der Name „Freibeit zwis ¿en der Hun e | massive Häusergevierte, 142 Wohngebäude und 112 Häusergevierte, E af n Saab und Krause's Abendlied, | brücke und der Müble® beigelegt __ Im Zahre 1706 wurde der da- et Ho!z errichtet, eingeäschert worden. Die Miliz patrouillirt noch ant ¿r und die Kammmermusiker Maneke | selbst noch befindli gewesene (F raben _zugescbüttet, wodur) die N Straßen A Verhütung von Plünderung. iets u En!embles tür V oline, Cello und | Strafie verbreitert wurde. Der Name „Schloßfreiheit* stammt erst Y E A AI M ati E Bielicen CönialiCen Seminars | aus späterer Zeit. : on E Ha: On N E | QUS [URTETET DE A Boston, 28. November. (W. T. B.) Heute bra bier (R E R E R A L O e R | Goslar, 27. November (Hann, Cour.) Im Saale des | dem vorwiegend aus Läden und Waarenlagern bestehenden Stadttheile D: e omi tg Sev Nat, beilige | Kaiserbauses wird rüstig weiterges{wafft: es arbeiten die Künstler | eine Feuersbrunst gus, die alsbald einen axpvenen Lllang Meh E S E - Eirlaffarten à 32 und 1 Viofcssor Wislicenus und Maler Weinack an den großen Wand- | und u, A. das Swcub- und Lederlager der Firma M G ba AAQI AUS ener L. ch/TACLe O E Co Rente | getiden Heinrichs 1V. Einzug in die treue Stadt Mainz* und | u. Co., ein Manufaktmwaarenlager und gablreiche an as A nqe-Ms ben. | at « Friedri's 11. Hofbaltung in Palermo*, — Am obersten Ende des “ in Asche legte. Der Schaden wird auf 5 Millionen Dol rp gelOigte Es f bs L enter - Sluzeiaecn | in 3 Akten, nach einem G. de Grabl's{en Concert - Anzeigen. R eri Di D As. A S Theater - SVUZETFEN, | Entwurfe von Richard Genée und I. Frißsche. L. Ï é E 30. Nov. : Morgens § Udr. Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern- | Musik von Louis Roth. In Scene geseßt von Fing - Akademie. Sonnabend, i Rana Ea _m= haus 28. Vorftellung. Oper in | Julius e ag Dirigent: Kapellmeister Feder- | T1. Concert der Klavier-Virtuosin Teresa Carreño. DSEZ SES [9 it I : t von Daponte. | mann. Anfang 7 Uhr. - Anfang 7 übr.
f S S L. ; 7 bc. Sonntag: Der Polengraf. H S, her Bilse) emen. ZZE Wird Wetter. |=D S m1 Mt | R F da ict aut S (früber Bils D: E E f : idaus n 1. M. Concert-Haus, Leipzigerstr. 48 (früher Bilse).
pn_S= D S is Q «an D to 4 ; Ï é iz fz s ü _— « d . S E E E Dr Dito | Refsidenz-Theater. Direttion : Sigmund Lauten- Karl Mevder-Concert. Sonnabend, 30. Nov. : Rubin- E E E E burg. Sonnavend: Zum 36. Male: Schwieger- | stein-Feier. Sinfonie „Ocean“, s C0 R E“ L Devrient. Aufang 7 Ubr. : . ang 1 R E E E Meier a Zang get ap 2 Sonnt2g: Opernkaus. 247. Vorstellung. Der | mama. (Belle - maman.) E L E ——————— Vberdezem 2 Lo 2: Nett S E e RVornmantiiche Oper in 3 Akten | von Victorien Sardou und Raimund Deslandes. Ls ° L E RSRE E r T - ende Dollänuder. Rom Me per in n j V — PATDl Ln L 4 Christian 75S SDO R —: Mee drk Wagner. Deuts von Ernst Schubert. In Scene geseßt von Familien-Nachrichten. K overbazen E: l 4 q Séauvfpieltans. 22 tell e { Siamund Lautenburg. Anfang 7# Uhr. Verlobt: Frl, Luise Seemann mit Hrn. Eduard Stockholm «26 12S - Ae S =idezbele Gaudeamus. Sonntag u. folgde. Tage: Schwicegermama. Döbhner (Hannover—Lethmatbe). — Frl, Elisabeth Paras . | 4 N D ReTa My ck zen rem Otto Viscter. Anfa E Kahlert mit Hrn. Aua. Q Domu S! PeterLourg| ¿2 S ei D Z L S DivoPH nan s j Breslau—Guhrau) — arte Kubitraî m1 ° ns V 1 D ; - i irektion: Emil Thomas, (Breslau—Guhrau!) srl. Moskau ¡ SDO 1 Rege Ï E i | Central-Theater. Direkt ana “F MNegierungs-Math E. Boedeker (Oldenburg). L eau zit : l Sorz26end: Fauft’s Tod. R 9 M. 0 e rn, Negterungs-Ma S er (2 ) : — Deutshes er. Sonnzaë S | Sonnabend: Zum 2, Male: Hiftorischer Possen D ck ; Cork, Queens- : ria Îg: E uo U idm it E N R a wenden Berlin“.) — Frl. Anna St&cer mit Hrn. Kaufmann Friß tos 769 SSOD le Bed. 5 Semrt27: Der Sohn der Wiidniß. abend. (Dritter Crelus des „lawenden Berlin“. Wegener (Berlin). — Frl. Editha von Roenne- R ‘a0 ae nei E Wort22: Die Stüsen der Gesellschaft. | Heiteres aus der Berliner Thbeater-Geschichte mit gener (Berlin). — Frl. ) n Therbourg G M i DT L _—_- E , o M. U 4 î M Ra T G «Ras Ms M Ito C Rk » ch8 beck mi Oerrn Wilhelm Frhrn. von N | 7e NR e T pot : Ahrens con Romeo und Julia : Getang und YRanz in etnem Vorspiel, 3 Akten (fe L u "Q : Helder... 768 NW D bededckt ‘ E A s ns s U Ee L ees Unia (Rönnebeck— Laufkitten) Selt .…..| 757 |\NNO 1wolkic L I, L E A) S E In Tr Ur 8 L Verebeliht: Hr. Kapitän - Lieutenant Georg n |&EK En |__S Taeger vocx Oldenburg, a. G.) Direk Tbomas. Anf è : RE G f fri Hamburg : | 760 (SW ? weltig) è 2 E A O S Müller mit Frl. Elisabeth von Montbart (Us), winemunde | ¿90 |YW D Lee S i Q A — Hr. Eduard Friedhoff mit Frl. Klara Vahlen- Neufabrwaffer 756 |WSW i bededt2) S Berliner Theater, Sonaabend: Zum 1. Male: Adolph Ernft-Theater. Dresdenerstraße 72. sieck (Duisburg). — Hr. Richard Stumpf mit Memel __ |_756 SOD _ 2Mehel) | —1__| SeHlecite Naffe. _ Sonnabend: Zum 101. Male: Flotte Weiber. | Frl, Klara Suter (Elbing). O 2rtS 768 WNW 1\bedeckt 2 Sonntag: Montjoye, der Maun von Eisen. Sesangëvofse in 4 Akten von Leon Treptow. Geboren: Ein Sobn: Hrn. Seminar ehrer Münftèr. 782 SW 2bedekt A Montag: Schlechte Nafse. Coupiets von Gußav Görß. Musik von Franz W. Heinze (Alfeld, Leine). — Hrn. Pfarrer zur arléruße. . 764 till bededt 1 Rotb. Arfang 7è Ubr. i Linden (Dinslaken). — Hrn. Kreis-Scbulinspektor Wi: E 22 DIJ (heiter 1 Sountag: Dieselbe Vorstellung Reimann (Gutistadt, Ostpr.) Hrn. H. von iesbaden . 763 [NW 4 heite ‘ ck Éi eg . j Sountag: ejeio? DortieWung, Y U , O +1 008 München . … | 761 |W 5 bede) —1 Tessing - Theater. Scnnztend: Der Zaun- | —— Boltenslern (Breslau). — Hrn, - Max Que hemnig 762 NW 1Sänee |—2 | gat. Lu'tspiel in 4 Akten en E Dlumentéal.. Yrania, Invalidenstraße 57/62, geöffnet von | (Rittergut Stönefeld). — Hrn. E. A. von Lü M Berlin 759 |NW 3/bedeckt*) 1 Sonntag: Die Ehre. S@ausviel in 2 Aktz=x I he — Sonnabend von 17 Ube D (Wredenhagen). — Hrn. Lieutenant von Cramo Wier . j 760 |[W 3/wolkenlos | —1 | von Veran Ebern. | neue Bhonograph Abends 74 Uhr: Dr. Potonié: (Breslau). — Hrn. Aver, A (Beri: “B ck48 3 Senees) | —2 Montag: Die Ehre | Le GREL ; : — Eine Towbter: Hrn. Rud. Néoir (Berlin). Bezslzz. 758 |W 3 Schnees = —contag! le L . 5 A Q 2 : . ne o er: D . e dr 772 \SOD 4 beiter 2 | Die nächste Aufführung von Oscar Blumenthal's | Van M E MRORDS — Hrn. Paul Keth (Berlin). — Hrn. Gymnasial- Nina 761 ONO Uwolkenlos | 2 | Luftspiei „Der Zaungast“ findet Dienstag, den : ; : [ebrer Dr. Lühr (Röffel). — Hrn. Friedri von Triet a D 2 bedectt 5 [3. Dezember, statt. Circus Renz, Kar!ftraße. Sonnabend, Abends Swenck (Arnsberg). — Hrn. Lieutenant August igt E | 7 ér: Parade-Gala-Borstellung unter perfönliher | v. Arnim (Neubaus i. Weit.) i E E | Walluer-Theater. Sonnaberd : Zum 2. Male: Mitwirkung des Direktors E. Renz und Auftreten | Gestorben: Frl. Sabine Pfeiffer (Friedenau Reif. ©) Nachts Schree. | Nervös. S@{wank in 3 Akten von G. von Moser | der vorzugl. Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. — Hr _Landgerictésekretär Adolf e Diesen reehedte 16 c | und Otto Giradt. Vorher: Zum 4. Male: Der Zum 1. Male: Diamantine. Große phantast. — Frau Dberst ‘Mathilde Arent, A D. ele | Scheidungsgrund. Schmank in 1 Akt nas einer | Auésiattungs-Pantomine mit Ballets, Aufzügen und (Breslau). — vere. Schulrath a. D. Sre der Witterung. | franzößicen Îdee ron Eugen Pana und Carl Pauli. | equeftrisven ECvolutioaen in 4 Bildern und 1 Aro- Wilhelm Loof (Langeafalza). =* Frau Emilie R barometrischen | Anfang 74 Uhr | theose, arrangirt und in Scene geseßt vom Direktor Noelte, geb Habild G — g E rTrelmziung emeS dbarome!t 1 A m N - L E E N Î E E, Ion 26 Rübne Herlin). — 2E einer umfangreichen, | Sonntag und Montag: Nervös. — Der | &. Renz, auSaefühct von ca. 200 Personen. - Zum Zeche, geb. MUner, (Der n) Hr Wilbelm l legale m Nerdofer | Scheidungsgrund. 1. Male: „Tbe gold bird“, cngl. Volltlut, in | mann Karl Hohenstein (Berlin), — Hr. E E A Tis crife füd- | O allen Gangarten der boben Scule geritten von Frl. | Marguardt (Berlin). weber über Gentra!-Eurera leiht: bis frifde füd- : : — pat P fast ápi E Steliiuger) Ze !Sc 28 pécamesclide Wade Das Detber tf Bictrig-Theater, Sornabend: Stanley in Sletitze Hager, — linar (Strutfpeinger). (o p A dafeitft falt and verunderlid, vielizd ranten Sénez- | Afrifa. Zeitgerzälde in 11 Bildern vou Alex. | Fenz. — Zum 1. Male: Großes Hurtle-Renren, | i Redacteur: Dr. H, Klee. ille fiatt. Fat ganz Deutichland hat leïhtez Froft Meeifowski und Rich. Nathanfon. Wufik von 6. | i vos Damm on Herren mit 24 der besten | Ber lin: —————————-———————— Sckmeeßöhe zw Breêlaw 16 em. Le l nelmsbazen F Kea Ballet von G. Severini. Axfang 7j Ubr. E Bollblut-Spricarfecrte — Vorführen der 4 | Verlag der (Grpebition (Solz). hattz geftzrm, Breslau vorgeftzræ magnetis he Stêrung. Sonntag: Dieselbe Berftellung. zngl. Bollblut-Jagèp erde tur Hrn. Franz Renz. | Deuck der Nortbeutschen Buchbruderei unt, Verlags- DentfséGe Sezwarte. s 7 E Senntag: 2 Borftellungen. 4 Uhr Natm (1 Kind | Anftalt, Berlin 8W/,, Wilhelmstraße Nr. 32. Friedri - Wilhelmftädtishes Theater. ¿ei SBachus unt Sambrinus. Großes Auz- | Sechs Beilagen E Sonunatert: Mit nezer, glänzender Ausftattung: | stattungsftück. — Abents 74 Uhr; Diamantine. | S B i Zam 28. Male: Der Polengrafs. Operctiz ————- j (zinsGliéli@ Bôrsca- Beilage).
Erste Beilage
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zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.
a FL S86G,
Berlin, Freitag, den 29. November
L1SS9,
Parlameutarishe Nachrichten.
Schlußbericht der gestrigen (25.) Sißung des Reichs tages. Abs{luß der zweiten Berathung des Etats (Aus wärtiges Amt. Südwestafrikanishes Schutz gebiet. Extramehr forderung zur Verstärkung de Schutßtru ppe 166800 M)
Abg. Woermann: Jch habe meine Zahlen der amtlichen
Statistik entnommen, welche in den englishen Kolonien er- scheint. Für die englischen Kolonien in West- Afrika betrug danah die Einfuhr 1 663 000, die Ausfuhr 1 716 000 Pfd. Sterl. Jch habe die Steigerung der Ein- und Ausfuhr nicht als Folge der Kolonialpouitik bezeichnet, sondern nur darauf hingewiesen, wie die englischen Kolonien sih entwickelt haben, wie wir also zufrieden sein könnten, daß wir dort auch Kolonien haben. Wenn der Werth der Ausfuhr von den Kolonien sih reduzirt hat dadurh, daß der Werth des Palneenkernöls um 50 Prozent zurückgegangen ist, so ist selbst bei einem Gleihbleiben der Ausfuhrwerthe eine Steige- rung der Ausfuhr festzustellen. Die großen Zahlen des Um- sjaßes Englands nach feinen Kolonien beweisen, wie viel die Kolonien für das Mutterland werth sind. Jedermann weiß, daß in England große Jndustrien entstanden sind, welhe nur davon leben, daß sie nah großen Kolonialgebieten exporliren konnten. Bei den französishen Kolonien rehnet He:r Barth Algier nicht mit. Daß die Franzosen gern ihre Kolonien los sein möchten, glaube ih nit. Auch die anderen Nationen werden ihre Kolonien nicht preisgeben. Aber das kommt davon, wenn man am Tische und hinter den Büchern sißt ; man muß hinausgehen in die Welt, dann sieht man, daß es nicht bloß auf die Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr an- kommt, sondern. daß es sich um -civilisatorische Aufgaben- handelt. Von jeder Kolonialpolitik sollen wir absehen. Bloße überseeishe Handelsbeziehungen sind heute nicht mehr möglich, wir sind niht mehr so geduldet wie früher. Wie es den Deutschen geht, wenn sie ohne Schuß hinausgehen, haben ja die Vorgänge am Niger bewiesen. Wenn wir für unsere Vertheidigung große Ausgaben machen, dann müssen wir die Ehre unserer Nationalität au in überseeishen Gebieten auf- recht erhalten. Deshalb wüssen wir die geforderten Ausgaben bewilligen, um unsere Landsleute zu s{hüßzen. Die Kolonial- politik soll immer nur einzelnen Firmen Nugen bringen. Das ist grundfalsh. Als Stanley nah Afrika kam, sagte cr: es sind 200 Millionen Neger. Wenn jeder nur 10 m Zeug braucht, fo sind das 2000 Villionen Meter Zeug mit einem Werth von 600 Millionen Mark. Das is} nicht für die ein: zelnen Händler allein ein Vortheil, sondern für ein ganzes Land und seine Judustrie. Jh war auch zuerst stéptis, aber ih habe mich von dem Reichthum Afrikas überzeugt. Die Stimmung in deu Hansestädten ist nicht mehr so, wie Hr. Barth sie geschildert hat. Man lacht heute über die Auffassung, daß einc Kolonialpolitik sofort Erträgnisse abwerfen soll, daß man si ¡cheut, einige 100600 M dajür auszugeben. Was nun speziel den zur Berathung scehenden Titel angeht, fo möchte ih darauf hinweisen, daß das Namaqualand durchaus nicht so öde und unfruchtbar is, wie man es daz1stellt. Von verschiedenen Seiten wird es als ansiedelungsfähig geschildert. Eine Gesellschaft besteht dort, welche über 1200 Stück Vieh dort stehen und welhe schon erheblih: Mengen von Deutsch- land nah dorthin ausgesührt hat. Für das benachbarte Betshuanaland wenden die Engländer große Geldmittel auf ; das würden sie niht thun, wenn sie niht wüßten, wie wichtig es ist, Kolonien zu haben. Ob diese Kolonie über kurz oder lang einen Erfolg haben wird, läßt sich niht voraussagen. Aber heute diese Kolonie aufzugeben, wäre der größte Fehler. Es köunte ja cinmal die Zeit kommen, wo die europäischen Staaten ihren Besiß in Afrika regeln und vielleicht gegenseitig Gebietstheile austaushen. Jch bitte deshalb, die Ausgaben zu bewilligen.
Abg. Dr. Barth: An tropischen Plantagen bin ich vielleicht viel stärker beiheiligt, als der Abg. Woermann, und zwar an einer sehr großen Tabackplantage auf Sumatra. Wir haben dieses Unternehmen mit eigenen Mitteln, ohne irgend einen Zuschuß, in Bewegung geseßt. Mir würde es lächerlih vorkommen, dies als eine große nationale That zu feiern. Wenn wir ein gutes Geschäft machen, freuen wir uns, und es kommt das auch dem nationalen Vermögen zu Gute; machen wir ein s{chlechtes Geschäft, drücken wir ein Auge zu und sagen uns: Das nächste Mal nicht wieder! Gerade meine eigenen Erfahrungen haben in mir die Ueberzeugung gebildet, daß es allerdings darauf ankommt, erst genau zuzusehen, ehe man eine Sache in die Hand nimmt. Wollen wir jene natio- nale Kolonialpolitik treiben, die sehr viel Geld kostet und kosten wird, und uns allerlei Verwickelungen mit fremden Staaten bereitet, oder jene emsige Arbeit, die darauf ausgeht, wirklih etwas zu schaffen, die gründliche Untersuchungen an- stellt, ob etwas in einer Kolonie zu holen, namentlich audh, ob die nöthigen Arbeiter dort vorhanden sind? Letzterer Punkt speziell ist in Afrika am wenigsten klargestellt. Hr. Woermann hat übrigens Alles, was ih behauptet habe, bestätigt. Seine Zahl-n über Lagos vom Jahre 1884 erkenne ih an; aber seit 1884 ist eben ein beständiger Rückgang eingetreten. Der Ge- danke Woermann's, daß Waaren nach den entferntesten Ländern u bringen oder von dort zu holen von größerer Bedeutung ki, als der Verkehr nah den europäishen Nachbarstaaten, ist grundfalsh. Es ist irrig und irreleitend, als ob die Be- deutung des ganzen deutschen Handels und der Jndustrie davon abhänge, daß wir irgendwo in der fernen Welt ein Absaßgebiet haben. Gerade Frankreich und Portugal zeigen das Gegentheil auf das Schlagendste, und die Geschichte von ne lehrt, daß Holland dur nichts mehr seine Position im Weltmarkt geshwächt hat, als durch seine enge Verknüpfung mit Java. Die kolonialpolitishe Methode Hollands in Java hat au die {limmsten moralishen Schäden O Aru len, und der Umstand müßte in der Bilanz do ebenfalls eine Nolle spielen, Jch bin überzeugt, wenn wir es über uns ge- winnen könnten, mit einem Ruck uns wieder los zu lösen von
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uma ein verständiges und rationelles Vorgehen eines groß:n olfes.
Die laufenden Ausgaben werden fast einstimmig, die ein- maligen Ausgaben gegen die Stimmen der Freisinnigen, (ION oran und des größeren Theiles des Centrums ewilligt.
Bei Tit. 115 „Schugzgebiet der Neu-Guineg- Compagnie 52 500,6“ bemerkt der Aba. Dr. Bamber ger: Kleinlihkeit unserer Anschauungen, die Geldfrage zu prüfen, da, wo große Aufgaben auf dem Spicle stehen, könnte man uns vorwerfen, wenn wir an unserem eigenen Beutel etwas sparen wollten. Großartige Ausgaben auf Kosten der Steuer- zahler zu machen, ist keine Kunst. Wir vertreten die Steuer- zahler, die shwer klagen, und deshalb haben wir die Pflicht, genau zu rechnen. Man hat uns immer den Vorwurf ge- macht, daß wir nur kommerzielle Anschauungen und kei: natio- nales Gefühl dafür hätten, daß Ackerbau und Industrie ge- hüßt werden müßte; es fehlt jeßt nur noch, daß Sie hinzu- seßen, wir hätten au kein Jnteresse für den Handel. Wenn der Abg. von Kardorff an die Sachkunde und polilishe Be- währtheit des Reichskanzlers appellirte, so macht das Argument auf mich keinen Eindruck. Jh war stets ein Anhänger der Po- litik des Reichskanzlers und bin es bis auf diesen Tag. Aber ih habe feine gleihe Anschauung von der wirthschaftlichen wie von der politischen Klugheit des Reichskanzlers. Von dem Augenblick, wo der Reichskanzler mit seincn wirthschaftlichen Anschauungen in die Politik eingegriffen, haben \ih unsere Wege getrennt. Die Sorge für die Neu-Guinea-Compagnie joll nun auch den Königlichen Kaufleuten abgenommen und auch diese Kolonie soll verstaatliht werden. Es spekuliren doch niht auh auf dieses Land Holländer und Engländer? Nach-
hältnisse von “Neu-Guinea zur Zufriedenheit geordnet sind, greift Niemand den Besitz dieser Kolonie an, sie kann in Frieden existiren. Warum soll das ursprüngliche Kolonialprogramm au ihr gegenüber aufgegeben werden? Beide Gründe, die für die Verstaatlihung geitend gemacht werden, sind niht durhshlagend. Die Gesellschaft soll sich erstens mehr ihrer wirthschaftlihen Aufgabe widmen tônnen und zweitens und hauptlsählih foll der Ver- waltung größere Autorität verliehen werden. Jh habe aus der Geschichte Neu-Guineas nicht ersehen können, wo der Autorität der Compagnie in bedenkliher Weise entgegen- getreten worden wäre. Wer ist denn bis jet in Neu-Guinea? Von den Eingeborenen is doch nicht zu erwarten, daß \ie unterscheiden zwischen der Autorität des von dem Deutschen Reich und des von der Compagnie eingeseßten Landes-Hauptmanns. Das sind ja vollständig Wilde, die auf der tiefsten Stufe der Kultur stehen; es sind noch Menschenfresser. Oder sollte etwa die Autorität der Gesellschaft zu gering sein gegenüber den Europäern? Von nennenswertheit Ansäßen eines Anbaues auf Neu-Guinea habe ih noch nichts gehört. Jch kann! nicht annehmen, daß überhaupt eine Einwanderung stattgefunden hat; es kann wohl auch von einer deutchen Einwanderung in dem tropischen Klima nicht die Rede sein. Wem gegen- über foll also überhaupt Autorität nothwendig sein? Es giebt nur einen greifbaren Grund für die Ver- staatlihung. Solange die Sache gut geht und Nutzen giebt, soll dies den Unternehmern zu Gute kommen; fängt aber die Sache an schief zu gehen, machen si Bedenklichkeiten erkennbar, dann soll das Reih eintreten. Die Gesell- schaft hat allerdings gegenwärtig noch eine Million Vorrath, das bedeutet aber se;r wenig; wenn die Mittel autgegangen sind, so wird das Reich in Anspru genommen werden. Heute freilih heißt es: das Geld für die Verwaltung dur das Reich giebt ja die Compagnie, warum soll das Reich sie niht übernehmen? Es ist in der That die leßte Compagnie, die nah französischer Art verstaatliht wird.
Abg. Dr. Hammacher: Es handelt sih hier niht um eine Belastung des Reichs und der Steuerzahler, da die Ge- sellschaft die Kosten der staatlichen Verwaltung erstattet. Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft wären nicht berechtigt. Die Betheiligten haben sich verpflichtet, außer den eingezahlten und bereits verwendeten vier Millionen un- eingeschränkt zu den Kosten des Unternehmens beizutragen, und können fih dieser Verpflihtung, mit ihrem sonstigen Ver- mögen einzutreten, nur entziehen, indem sie ihren Antheil an der Compagnie preisgeben. Auf dieser Grundlage sind 11/4 Millionen neuerdings erhoben und stehen uns zur Ver- fügung. Fast sämmtliche Theilnehmer haben dieje Nach- zahlung geleistet, und auch weiter nothwendig werdende Ein- zahlungen werden von der Gesellschaft aufgebracht werden. Die Ges-llshaft hat ein ernstes Programm und bereits eine so intensive Thätigkeit entwidelt, wie feine Kolonialgesellschaft in Deutschland und im Auslande. Die bei der Gesellschaft engagirten wirthschaftlich starken Personen bieten auch dem Reichsfiskus genügende Garantie. Warum hat denn der Abg. Bamberger bei dec Ausgabe für die Marschallsinseln nicht dasselbe Bedenken geltend gemacht? Die Befürchtung weiterer Anforderungen an den Reichsfiskus ist unbegründet. Es liegt der Neu-Guinea-Compagnie ob nicht bloß die Besoldung des Hauptmanns, sondern auch die der richterlihen und polizei- lihen Beamten. Von diesen Ausgaben ist hier aber gar keine Rede. Die Neu-Guinea-Compagnie hat auch seither Aufgaben auf sih genommen, die bei den übrigen Schußgebieten von den betreffenden Kolonialgesellshaften niht übernommen werden; sie hat auf eigene Kosten drei Dampsschiffe angeschafft, um den Verkehr mit Europa und Southampton zu ermöglichen, hat Feldmesser angestellt, um die Eigenthumsgrenzen sicher zu stellen u. . w. Alles dies dient dazu, Vertrauen zu er- weden, daß das Verhältniß aus dem Vertrag ein gesichertes ist. Für Privatgesellshasten entstehen große Schwierigkeiten, geeignete Oie für die Verwaltungs\stellen zu finden; sie müsen dafülr auch größere Geldaufwendungen machen. Haupt: sählich aber soll die Autorität dieser Beamten gehoben werden. Der Abg. Richter meinte neulih, daß die Firma Hernsheim 16 000 #4 Steuern an die Gesell Salt zu zahlen
der gesammten Kolonialpolitik, so würden gerade diejenigen Völker, die vom Welthandel etwas verstehen, sagen: das ist
dem durch das Abkommen mit England die staatlichen Ver-
Dein, Freiheitsstrafen zu entscheiden haben, werden nizmals mit demjenigen Anspru§ auf Anerkennung ihres Gerechtigkeits- nuns, ihrer Objektivität ihre Pflicht erfüllen fonnen, wenn
1“ von Privaten angestellt find, als wenn das R::ch #2 etin- jet. Die Einwendungen des Abg. Bamberger gegen die vorgeshlagenen Bewilligungen find unbegründet, weil fis materiell niht zutreffen, und weil fie eine Verbeerung der
" Nettslage für die in dem Sugzgebiet wohnende: Bertonen verhindern. Fh empfehle Jhnen deshalb, die Vofition anzu- nehmen. : Abg. Richter: Der Vorredner hat sein Beîrerder zus- gedrüdct, daß wir nit denselben Widerspru in Bozua a die Marschallsinseln ausgesprochen haben. Das analoge V hältniß soll zur Zeit nicht erst geshaffen werde on es besteht. Wir haben keinen Widerspruch seiner Zeit erho! weil damals noch keineswegs érsihtlih war, daß das ursprüng- lite Programm des Reichskanzlers, die Verwaltung der Kolonialangelegenheiten dur die Kolonialgesellshaften selbi so grund\äglih verlassen werden sollte, als es jeßt der Fal ist. Die Verhältnisse auf den Marschallsinseln sind im Uebrigen fo klein und einfa im Verglei mit dem, was =icr in Betracht kommt, daß es fkleinlih ershienen wäre, d grundsäßliche Behandlung der Frage dort anzuknüpfen. D Potenz der Neu-Guinea-Compagnie ist von uns nit ange- zweifelt worden. Es ist aber bekannt, daß das eigentliche Geschäft der betheiligten Firmen absolut nihts mit dem G-- schäfte der Neu-:Guinea-Compagnie zu thun hat ; mit der über- seeishen Aus- und Einfuhr sind fie niht verbunden, Aus allgemeinem kolonialpolitishen Jnterese haben fie gewisse be- shräukte Aufwendungen für die Neuguinea-Compagnie gemacht. Die Firmen sind zu unbeschränkten Nachzahlungen vervflichtet,
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Wenn die Aussichten der Gesellschaft ‘sih nicht bessero, kann nua die Verführung, das bisher Eingezahlte im Stih zu lassen, um von weiteren Einzahlungen befreit zu sein, sehr
groß sein. Es kann eine Gesellshaft aus fehr potenten Ver- jonen bestehen und doch allmählih die Lust verliere, das Unternehmen weiter zu führen. Das sehen wir an der süd- westafrikanischen Kolonie; diese hatte Ende des Jahres über- haupt nur noch 60000 { übrig; ih habe nit gehört, daß sie weitere Aktien ausgeben will; wenn die 60000 au aufgebraucht find, wird \sih die Gesellschaft einfah in Wohl- gefallen auflösen, obglei die Mitglieder privatim sehr potent sind. Das kann auch bei der Neu-Guinea-Compagnie eintreten. Einnahmen hat sie überhaupt niht gehabt. Das Defizit hat man immer dem Werth der Besißzung zugeschrieben, man hat fingirt, daß jeder Zuschuß zu ciner gleichen Erhöhung der Besißzung führt; je größer das Defizit, um so höher der Werth des Besißthums! Die Gesellschaft hat aller- dings für die wissenschaftlihe Erforschung des Kaiser Wilhelms- Landes große Summen aufgewendet: aber im Uebrigen ist sie ein Muster von bureaukratischer Verwaltung, wie sie niht schlimmer gedaht werden kann. Sie hat eine Fülle von Ge- seßen, Verordnungen und Reglements, zahlreicher als die Stadt Berlin. Die ganze Justizgeseßgebung ist bis in Einzel- heiten ausgeführt worden, es sind Verordnungen über Standezanmtswesen, eine Grundbuchordnung, eine Steuergesetz- gebung, ein Einkommen-, ein Gewerbesteuergesez u. #. w. er- lassen. Neu-Guinea ijt das einzige Gebiet, auf welchem der Reichskanzler sogar die Arbeitershußgescßgebu:ig eingeführt. Sogar der sozialdemokratishe Normal-Arbeitêtag ist dort ein- geführt worden. Der cinzige Fehler dieser Geseßgebung ist, daß keine Menschen da sind, auf die \ie angewendet werden kann. Die Eingeborenen haben keine Ahnung von diesen Gesetzen, sie finden also praktisch nur Anwendung auf die Beamten der Neu-Guinea-Compagnie. Unter den 16000 Steuern habe ich alles Das verstanden, was alle Private und Gesellschaften an die Neu-Guinea-Compagnie zahlen, die nicht Organe dieser Compagnie selbst sind, nicht bloß die Gewerbe- neuer, sondern auch die Einkommensteuer, welche die Angestell- ten der fremden Gesellschaften bezahlen. Das find bekanntlich nicht bloß deutsche, sondern auch einige englishe Faktoreien. Wird die Verwaltung besonderen Beamten unabhängig von der Neu-Guinea: Compagnie übertragen, so wird die bureau- kratishe Behandlung der Sache noch vergrößert. Die Neu- Guinea:-Compagnie kommt in eine sehr verzwickte Lage, sie soll niht eine reine Privatgesellshaft werden , sondern noch gewisse Verwaltungsrehte behalten; sie behält das Monopol, den alleinigen Anspruch auf das Land. Soviel die Gesellschaft wissenschaftlih geleistet haben mag, so hat sie doch wirthschaftlih keine Aussicht für die Zukunft, denn ihr Gebiet ist viel zu entlegen von einem Standpunkt der Kultur, die nächste Hafenstadt ist aht Tage weit entfernt, in welcher Zeit man von hier nach Nord-Amerika kommen kann. Die Arbeiterfrage macht die größten Schwierigkeiten. Ein un- parteiishes Urtheil darüber fällt Hugo Zöller, der Korrespon- dent der „Kölnischen Zeitung“, cines sehr kolonial-enthusiasli- schen Blattes. Er steht aber niht im Dienste der Neu- Guinea-Compagnie. Wir erfahren deshalb so {wer etwas über die Schußgebiete, weil die, welche da sind, aus persön- lichem Jnteresse die Angelegenheiten immer s{chöner erscheinen lassen, als sie sind, Wie Krause entdeckt hat, daß das Togo- gebiet nur ein Schlupfwinkel für den Sklavenhandel und den Schmuggel ist — was mir gestern von keiner Seite widerlegt ist —, so hat Hugo Zöller einen ungünstigen Eindruck von der Neu-Guinea-Compagnie empfangen. Er berichtet, von Handel könne wohl im Bismarck-Archipel, aber nicht im Kaiser Wilhelms-Land die Rede E Die Schwarzen dort hätten sih bisher niht zu angestrengter, dauernder Arbeit bereit L lassen. Das Vordringen in Neu-Guinea hemmten die ergbesteigungen, die Undurchdringlichkeit der Urwälder, die Schwierigkeit der Verprovianlirung und die Heimtücke der ihre REUE die meuchlings aus dem Dickicht auf die Weißen ihre Pfeile schießen. Nehmen wir für dieses Gebiet erst eine unscheinbare Ausgabe in den Etat auf, werden \ich alsbald weitere Forderungen daran knüpfen. Hat man doch [hon von einer Reichsunterstüßung für eine Dampferlinie zwishen dem Kaiser Wilhelms-Land und der australishen Station Cooktown
abe; sie e thatsählih nur 400 4 auf Grund ihres zewerbebetriebs. Beamte, welche über G periiainisse, Konflikte polizeiliher und administrativer Art, über Mein und
gesprochen! Später wird es heißen: Das Reich kann die Sache nun niht mehr im Stih lassen. Weil wir davon keine
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oder müssen ihren Antheil an der Compagnie fahren lasen.