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des Innern Graf zu Eulenburg und der Regierungs - Kom-
missar, Geh. Regierungs-Rath Persius.
Den einzigen Gegenstand der Tages8ordnung bildete die Vorberathung des Entwurfs der Kreisordnung für die Pro- vinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien und Sachsen im ganzen Hause.
Die Spezialdiskussion wurde eröffnet und erstreckte sich zu- näcbsi auf den »Ersten Titel: Von den Grundlagen der Kreis- verfassung«. An dieser Debatte betheiligten sich die Abgeordne- ten v. Bonin (Genthin), v. Hennig, Grumbrecht, v. Hoverbeck, Miquel, Graf zu Eulenburg (Deutsch -Crone), v. Kardorff, v. Brauchilsch (Flatow), v. Bethmann-Hollweg, v. Ernsthausen, v. Köller, Soiger.
Der Minister des Junnern , Graf zu Eulenburg , und der Regierungs - Kommissar, Geheime Regierungs - Rath Persius, ergriffen gleichfalls das Wort.
Die §§. 1 und 2 wurden nach der Regierungsvorlage angenommen.
__ Der § 3 wurde mit einigen von den Abgeordneten v. Hen- nig und Genossen und v. Braucbitsh-Elbing gestellten Amen- dements angenommen.
Beim Schluß des Blattes begann die Debatte über §. 4, zu welchem eine Reihe von Petitionen und Amendements ein- gegangen waren.
— Der Chef-Präsident des Appellationsgerichts zu Münster Dr, jur. Rintelen, welcher seit dem November 1848 bis zum April 1849 das Justiz-Ministerium bekleidete, ist am 28. v. M. daselbst verstorben.
Hannover, 1. November. Fn Friedrich der Niederlande reiste ‘heute Nacht, von Potsdam kommend, hier durch.
Mecklenvurg. Neustreliß, 29. Oktober. Die Groß- herzogin-Mutter, welche seit einiger Zeit unpäßlich war, hat wieder der Opern-Vorstellung beigewohnt.
Sachsen. Coburg, 30. Oktober. Die Herzogin traf
heute Nachmittag vom Schloß Hinterriß hier ein und begab sih alsbald nah Schloß Callenberg.
Desterreich-Ungarn. Wien, 2. November. Die aus
Dalmatien hier eingetroffenen Nachrichten lauten günstig; es
ist nach denselben wahrscheinli, daß eine Unterwerfung der Aufständischen ohne weiteres Blutvergießen gelingen werde.
Spanien. Madrid, 1. November. Die Zeitungen konstatiren, daß die Zahl der Anhänger des Herzogs von Genua zunimmt; man glaubt, daß derselbe mehr als 180 Stimmen in den Cortes erhalten und es den Bemühungen Serrano's und Prims gelingen werde, das Einvernehmen der Unionisien mit den Radikalen aufrecht zu halten, Die Mehr- zahl der Zeitungen hält es für wahrscheinlich, daß Serrano bis zur Großjährigkeit des Herzogs von Genua die Regentschaft fortführen wird.
— Der Regent hat die Entlassung des Ministers des Aeußern, Silvela, sowie die des Finanz-Ministers Ardanaz «in- enommen. An deren Stelle ist Martos zum Minister des eußeren, Figuerola zum Finanz-Minister ernannt worden.
__ Türkei. Konstantinopel, 28. Oktober. Bei dem Gala- diner, welches der Sultan am Montag im Palaste Dolma- bagdsche gab, waren zugegen: Se. Königl. Hoheit der Kron- prinz von Preußen, dex Prinz von Hessen, der Herzog von Aosta nebst Gefolge, der italienische Gesandte, der türkische Gesandte in Florenz, Rustem Bey, der türkische Gesandte in Berlin, Aristarchi Bey, der Gesandte des Nord- deutschen Bundes in Konstantinopel, Graf Kaiserling, Legations- rath Uebel, Dr. Busch, erster Dolmetscher, und das übrige Per- sonal der Gesandtschaft. — Gestern Nachmittag verabschiedete sich der Herzog von Aosta vom Sultan, um nach Alexandrien zurückzukehren.
__— 1. November. (W.T B.) Der Kaiser von Oesterreich reist heute Abend 8 Uhr nach Athen ab.
_ NMußland und Bolen. St. Petersburg, 31. Oktober. Die Geseßsammlung veröffentlicht eine zwischen Preußen und Rußland abgeschlossene Deklaration vom 8./20. Juli 1867, durch welche die Verträge zu Wien vom 21. April/Z3. Mai 1815, zu Berlin vom 30. Oftober/11. November 1817, zu Warschau vom 12./24. April 1823 und zu Berlin 20. Februar/4. März 1835 rücfsichtlic der Besteuerung der von der Landesgrenze durhscnittenen, im Gebiete beider Staaten belegenen Grund- stücke dahin ergänzt werden, daß mit der Landesgrenze auch das Besteuerungsrccht des betreffenden Staats aufhört, der-
Se. Königliche Hoheit der
Und Felle zur Lederbereitung 199,588 Ctr.
Theil des Guts oder Grundstücks zu besteuern berechtigt is L Deklarationen sind am 13./25. Mai 1869 au8getaust worden.
— Jn Kiew tritt {t dem 13. September die Cholera
heftig auf.
Amerila. Washington, 1. November. (Französisch. atlantisches Kabel.) Nach dem neuesten Ausweis des Schaß- amtes hat sich die Staatsschuld im Monat Oktober um 7: Millionen Dollars vermindert. Der Finanz - Minister Bout: well hat angezeigt , daf er mit dem Ankaufe von Bonds und Verkaufe von Gold in der bisherigen Weise während des Mo- nats November fortfahren werde.
Statistiscve Nachrichten.
: — Aus den Uebersichten des Waaren-Ein- und Aus. ganges im Zollverein für das Jahr 1868 stellen wir nach- folgend die wichtigeren Artikel der Ein- und Ausfuhr im Eigenhandel des Zollvereins zusammen und fügen denselben die entsprechenden Ziffern des Vorjahres nachrichtlich hinzu. Aus dem sih hiernach ergebenden Mehr oder Weniger fönnen indeß Schlußfol[- gerungen nicht wehl gezogen werden, weil das Gebiet des Zollvereins im Jadre 1868 durch den Anschluß von Schleswig-Holstein, Lauen- burg, Mecklenburg, Lübeck und einigen hamburgischen Gebietstheilen ein wesentlich anderes, als im Jahre 1867 gervesen ir _—
Unter den bei der Einfuhr verzoliten oder zollfrei abgefertigten Gegenständen fommen hauptächlih in Beiracht: rohe Baumwolle
2,299,373 Ctr. ( 1867: 1,905,2C0/Ctr.), robes cin- und zweidräthiges Baum- wollengarn 328,168 Ctr. (284,755 Ctr.), Baumwollenwaaren aller Art 271279 Ctr. (16517 Ctr.), Farbehölzer 701,391 Ctr. (723,141 Ctr.) Indigo 37,771 Ctr. (44,775 Ctr.), Salpeter 346,813 Ctr. (356,590 Ctr.) Schwefel 458,130 Ctr. (598,585 Ctr.) Noheiscn und altes Brucheisen 2,650,506 Ctr. (2,338,216 Ctr.) , geshmiedetes Eisen in Stäben 153,739 Ctr. (90,621 Ctr.) Eisenbahnschicnen 92,214 Ctr. (48,328 Ctr.) ganz grobe Eisengußwaaren 143,255 Ctr. (139,037 Ctr.), grobe Eisen- und Stahlwaaren 78,320 Etr. (49,887 Ctr.), Eisenerz 3,231,163 Cx, (3,156,253 Ctr ), lachs, Werg, Hanf und Heede 1,101,637 Cir, (763/649 Ctr.) / ctreide und Hülsenfrüchte 39,681,262 Seffel (38,668,716 Scheff.), Oelsämereien 1,831,793 Ctr. (2,127,899 Ctr.) rohe Häute und Felle zur Lederbereitung 716,364 Ctr. (663,722 Ctr.) Ma- schinen überwiegend aus Guß- und Schmiedeeisen 175,236 Ctr. (177,632 Ctr.) Robfkupfer 235,010 Ctr. (171,863 Ctr.), rohes Leinen- garn, Maschinengespinnst 112,297 Ctr. (85,484 Ctr.) gebleichtes, gefärh- tes 2c. Leinengarn 96,744 Ctr. (53,369 Ctr.), graue Packleinwand 90,189 Centner (51,043 Centner), rohe Leinwand 42,864 Centner (41/547 Centner), Bier 136,116 Centner (114,950 Centner), Brannt- ein, Rum 2c. 66,651 Ctr. (65,031 E Wein in Fässern und Flaschen 438,750 Ctr. (427,481 Ctr.), Butter 68,973 Ctr. (96,140 Ctr.), frische Südfrüchte 74,552 Ctr. (70/534 Ctr.), getrocknete dergl. 229,153 Ctr. (209,314 Ctr.) Gewürze 75,166 Ctr. (73,730 Ctr.) Heringe 514,425 Tonnen (434,660 T.), Kaffee 1,699,529 Ctr. (1,539,587 Ctr.), Käse 70,096 Ctr. (56,694 Ctr.), Mühlenfabrikate 2,231,439 Ctr. (1,607,929 Centner), geschälter Reis 867,266 Ctr. (752,581 Ctr.), Salz 1,115,709 Centner (429,135 Ctr.), Rohtabak 792,797 Ctr. (982,702 Ctr.), Cigarren 15/241 Ctr. (13,547 Ctr.) Thee 15,799 Ctr. (14,327 Ctr.) Rohzuer
für Siedereien 207,823 Ctr. (53,514 Ctr.), Leinsl 291,212 Ctr. (228,737
Centner) Palm- und Kokosnußöl 269,690 Ctr. (244,684 Cir.), Talg
299/723 Ctr. (261,345 Ctr.), Rohseide 31,310 Ctr. (32,659 Ctr.)
Seidenwaaren 9423 Ctr. (4887 Ctr.), Halbseidenwaaren 4155 Ctr. 3979 Ctr), Steinkohlen 32,967,209 Ctr. (26,073,248 Ctr ), Harze aller
Art 509,468 Ctr. (440,489 Ctr.), Petroleum 2,052,012 Ctr. (1,667,307
Ctr.) Pferde 41,022 Stück (41,272 St.), Ochsen und Zuchtsticre
67/118 St. (45,065 St.), Kühe 59,648 St, (32,667 St.), Schweine
Criiker), b dUS! Sra Ae ia E e Co IEEO Ctr. (888,035 L / ollengarn 839 Ctr. 1,273 Ctr. ollene
Waaren aller Art 73,795 Ctr. (53,667 Ctr.). d M
Die Ausfuhr aus dem freien Verkehr des ZJollvereiné, die
namentlih den Absaß vereinsländisher Produfte und Industrie - Er-
zeugnisse nah dem Auslande erkennen läßt, umfaßte folgende wich-
tigere Gegenstände: Baumwollengarn aller Art 98,886 Ctr. (1867:
86,883 Ctr.) , Baumwollenwaaren 245,389 Ctr. (185,137 Ctr.) , rohes
Blei in Blöcken _ 2c. 414,267 Ctr. (407,188 Ctr.), cheriscche ¿Fabrikate
158,544 Cir. (107/114 Ctr.)/ Mineralwasser, künstliches und natür-
liches, 141,100 Ctr. (136,700 Ctr.), Roheisen 1,960,386 Ctr. (592,260 Ctr.)
ges{miedetes Stabeisen 209,832 Ctr. (94,408 Citr.), Eisenbahnschienen
9/2/3309 Ctr. (86,021 Ctr.), Stahl 137,204 Ctr. (103,277 Ctr.)
Eisen - und Stahldraht 141,735 Ctr. (112,660 Ctr.), ganz grobe
Eisengußidaaren 256,354 Ctr. (210,889 Ctr. ), Eisen - und
Stahlivaaren 561,739 Ctr. (482,906 Ctr. ), Eisenerz 601,244
Centner (4,157,846 Centner), Flachs, “Werg, Hanf und
Heede 470,031 Ctr. (515/307 Ctr.), Getreide und Hülsenfrüchte
33/004,377 Sceff. (29,604,938 Scheff.), Oelsämereien 2,399,255 Ctr.
(1,156,295 Ctr.) grünes Hohlglas 256,734 Ctr. (180,223 Ctr.), Glas
und Glaswaaren 264,280 Centner (173,022 Centner rohe ge
Ur (112,009 Ctr.), Nußholz
660,340 Schiffslast (472,007 Schiffsl.), feine Holzwaaren 140,230 Ctr.
(100,418 Cir.), Hopfen 210,240 Ctr. E Cir.), Maschinen über-
wiegend aus Guß - oder Schmiedecisfen 221,134 Ctr. (141,277 Ctr.)
fertige Kleider und Pußwaaren, künsilite Blumen 2c. 37,727 Ctr.
(9883 Ctr.) Kupferscmiede- und Gelbgicfierwaaren 52,400 Ctr. (31,168
Centner), kurze Waaren 187,649 Ctr. (92,859 Ctr.), graue Paclein-
gestalt, daß jeder Staat nur den in seinen Grenzen belegenen
wand 112,962 Ctr. (127,844 Ctr.), gebleichte 2c. Leinwand 86,2£0 Cir.
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(61,398 Cir.) gedruckte Bücher, Kupferstiche 2c. 84,794 Ctr. (73,063 Centner) Bier 304,308 Ctr. (216,338 Ctr.) Branntwein 678,688 Ctr. (433,417 Ctr.) / Wein 511,796 Ctr. (321,121 Ctr.) Butter 315,414 Centner (79,969 Ctr.) gebrannte oder gemahlene Cichorien 117,533 Ctr. (100,754 Ctr.) Kraftmehl, Nudeln, Stärke 2c. 159,751 Ctr. (119,958 Centner), Mühlenfabrikate 2,117,965 Ctr. (1,333,281 Ctr.), Salz 1,052,246 Ctr. (1/231,071 Ctr.) Syrup 237,425 Ctr. (203,369 Ctr.) Rohtabak 114,350 Ctr. (126,158 Ctr.) Cigarrren 26,353 Ctr. (20,413 Ctr.), Brod- 2c Zuer 73,601 Ctr. (79,368 Ctr.), Robzucker u. arin 156,726 Ctr, (760,092 Étr.), Oel in Fässern aussch1. Baumöl 524,116 Ctr. (174,391 Ctr.) Oelkuchen 580,416 Ctr. (443,727 Ctr), graues Lösch- und Payapier 206,279 Ctr. (164,849 Ctr.), anderes Papier, Papiertapeten, sowie Waaren aus Papier und Pappe 197,051 Ctr. (127,984 Ctr.), Waaren aus Seide oder Halbseide 78,081 Ctr. (36,187 Ctr.), teinkohlen 75,412,026 Ctr. (76,110,203 Ctr.) Petroleum 251,987 Ctr. (154/142 Ctr.), Fliesen-, Mauer- und Dachziegel 2c. 7,010,010 Ctr. (4,342,650 Ctr.), Waaren aus Steingut oder Porzellan 188,977 Ctr. (111,365 Ctr.), Pferde 17,771 Stück (10,568 Stü), Ochsen und Zuchtstiere 116,888 St. (61,134 St.), Kühe 48,682 St. (49,659 St.), Schweine 172,457 St. (89/142 St.) Hammel und Schafe 737,752 St. (739,709 St.), rohe Schafwolle 354,254 Ctr. (240,874 Ctr.) Wollengarn 73,933 Ctr. (80,434 Ctr.), Wollene Waaren 296,379 Ctr. (296,315 Ctr.), Rohzink 791,315 Ctr. (901,845 Ctr.), Zinkbleche 153,673 Ctr.
(117,321 Ctr.). Kunst und Wissenschaft.
Weimar, 29. Oktober. (W. YZ.) Mit dem 1. Januar k. J. wird der Vorort der deutschen Schillerstiftung wieder nach Weimar verlegt. Statutenmäßig wählt in Folge dessen ver Vorstand der hiesigen Zweigstiftung den Präsidenten der Séhillerstiftung für die nächsten 5 Jahre, sowie den Stellvertreter dessclben, ebenso ein zweites Mitglied für den Verwaltungsrath und einen Stellvertreter für dasselbe. Der Vorstand der hiesigen Zweigstiftung hat in einer am vorigen Sonntag stattgehabten Sißung diese Wahlen vorgenommen und sind zum Präsidenten der deutschen Schillerstiftung der Staatanwalt W. Genast, zu scinem Stellvertreter Freiherr v. Loën, zum zweiten Mitglied des Verwoaltungsraths8 Ober-Schulrath Dr. Lauckhard, zu seinem Stell- vertreter Geh. Hofrath Dr. Schöll gewählt worden. Die Wahl des General-Sekretärs8, welche bekanntlih eberfalls auf 5 Jahre er- folgt, wird vom Verwaltungsrath der Scillerstiftung vollzogen.
— Am 24, Oktober, dem Geburtstag des Dichters August von Platen, is das Denkmal, das die Verehrer des Dichters dem- selben über seinem Grabe in Syrakus errichtet hatten; feierlih ent- hüllt worden. Dasselbe besteht aus einem in altgriechis{hem Style von Professor Lange Il. in München entworfenen Postament, das die in cararischem Marmor von Bildhquer Shöpf in Rom überlebens- groß entworfene Büste des Dichters trägt.
Landwirthschaft. j
— Aus Helsingborg, 26. Oftober, wird geschrieben, daß die Kornausfuhr daselbst in unvermindertem Mafß:stabe fortgeseßt wird. Das eine Schiff nach dem anderen verläßt den Hafen mit Ladungen von 2000—5000 Tonnen, größtentheils Hafer. Die Preise sind eiwas gestiegen, indem für die Tonne Hafer 9 à 9. 75 und auch 10 Ndl. hw. bezahlt wird. Weizen wird auch etwas besser als in der vori- gen Woche bezahlt, obgleih der Preis den Landmann noch nicht zu- srieden fstelli. Korn wird zu 12 Rèl[l. die Donne notirt. — Von Mariestad \chreibt man, daß ein dortiger Kaufmann iu der vorigen Woche allein 5200 Tonnen Hafer verschifft hat. j
Warschau. Eine Ausstellung der Erzeugnisse der Land- wirthschaft in den Gouvernements des Königreichs Polen soll im September des Jahres 1870 stattfinden. Das Ausstellungsfomite hat hon die Vorbéreitung8arbeiten in Angriff genommen.
Stockholm, 27. Oktober. Der Bericht über den Ackerbau und die Viehzucht 1867, der dritte Jahrgang, welchen das statistische Central- bureau nach den von den Haushaltungsgesellschaften cingesandten Be- rihten, verschen mit einem Auszuge, herausgegeben hat, is zwar in manchen Stücken immer noch unvollständig, gewährt aber doch in seiner Zusammenstellung cinen Ueberblick über die Landwirthschaft in Schweden. Die Zahl der Landbesißbungen is etwas über 238/500, die der Hufen (Mantal) aber 67,839, also enthäit jede Besizung durchs{nittlich 4 Hufe ; von 229,935 Besißern des Kulturlandes besaßen 57,755 weniger als 4 Tonnenland (à 56,000 Quadratfuß), 146,819 von 4 bis 40 Tonnen- land, 22,664 von 40 bis 200 Tld. und 2697 darüber. Das Areal des Aers wird berechnet zu 4,919,884 Tld., das der natürlichen Wiesen zu 3,923,820 Tld. und das der Wälder 40,689,606 Tld. ; in dem Jahre sind etwa 100,009 Tld. urbar gemacht. Bei der Berechnung des geernteten Ge- treides (gewiß viel zu niedrig) für die Jahre 1865 —67/ erhält man für 1866: 14,212,469 Tonnen (à 6,3 Kubikfuß) oder 1,063,972 mehr als 1865 und 1,961,882 mehr als 1867. : i
Im nördlichen Schweden beginnt der Winter si schon einzustellen, bei Umea war am 24. der Fluß sowie auch die Meeresbucht mit Eis und das Land mit Schnee bedeckt und man hatte cine vortreffliche Shlittenbahn, die sich gegen Süden bis Gefle herab erstreckte.
Gewerbe und Handel. | : — In dem Zeitraum vom 1. bis 15. Oktober wurden in Berlin eingeführt zu Wasser: 68,349 Tonnen Steinkohlen, Braunkohlen und Koks; 7308 Klafter Torf, 7088 Klafter Brennholz. Auf den Eisen- babnen : 144,675 Tonnen Steinkohlen, Braunkohlen und Koks ¡ 36 Klaf- ter Brennhciz. Summa 213,024 Tonnen Steinkohlen, Braunkohlen und Koks, 7308 Klafter Torf, 7124 Klafter Brennholz. Auszeführt zu Wasser: 1062 Tonnen Steinkohlen, Braunkohlen und Koks; auf den Eisenbahnen: 5079 Tonnen Steinkohlen, Braunkoblen und Koks.
Summa 6141 Tonnen Steinkohlen, Braunkohlen und Koks. : — Nach dem Jahresberickt der Handelskammer zu Hildesheim für 1868 war die Ernte jener Gegend im verflossenen Jahre, was die Körner betrifft, günstig. Nach den Erdruschtabellen des landwirthschaft-
lichen Kreisvereins für die Aemter Hildesheim und Marienburg ergab der Weizen 11,9 Schffl. Körner und 1575 Pfd. Stroh per Morgen A Durschnittsertrag ist jährlich 9,35 Schffl. und 1575 Psd. Stroh), er Roggen 12,75 Schffl. und 1800 Pfd. (9,18 Schffl. und 2100 Pfd. im Dur{\{ch.), die Gerste 10,3 Schffl. und 1000 Pfd. (11,05 Schffl. und 1285 Bd der Hafer 19,36 Schffl. und 1500 Pfd. (17 Schffl. und 1650 Pfd.) die Erbsen 8,75 Schffl. und 1100 Pfd. (6,8 Schffl. und 1200 Pfd.) und der Raps oder Rübsen 8,5 Schffl. (8,5 Schffl). Auch die Kartoffelernte war recht gut; ebenso die des Kümmels, welcher 9—10 Ctr. pro Morgen, aber {lechter Qualität, ergab. Die Flachsernte is fast gänzlich fehlgeshlagen.
Steinkohlen werden in den Königlichen Bergwerken am Oster- walde, im Amtsbezirke Gronau bei Elze gewonnen. Die bei Hildes- heim vorkommenden Eisensteine werden in der Jlscder Hütte bei Peine verarbeitet. Diese verhüttete in 1868: 219,381,527 Pfund Erze und 91,191,535 Pfd. Koks und gewann hieraus 77,110,900 Pfd. Roh- eisen; sie beschäftigte etwa 500 Arbeiter, davon 180 in den Gruben. Die beiden Eisengicßereien zu Hildesheim und diejenige zu Alfeld fer- tigen gleichzeitig Maschinen, die in den Provinzen Hannover und Westfalen , sowie in Braunschweig Absaß finden. Außerdem sind noch mehrere Fabriken landwirthschaftlicher Maschinen, für Anferti- gung von Küchenheerden und Geldshränken, auch für Wagen vor- handen. Eine Cementfabrik in Henneckenrode, Amt Boenem, pro- duzirt jährlich 1000 Ctr.; Kalkbrennerei und Ziegelei werden lebhaft betrieben; von Glasfabrifen sind 3 im Amtsbezirke Alfeld vorhanden. Die Gasanstalt in Hildesheim produzirte in 1868 16,388,000 Kbf. Gas. __ Von den Zudckerfabriken des Bezirks gewann die zu Nordstemmen im Jahre 1868 20,000 Ctr. Zucer und 6000 Ctr. Melasse, die zu Gr. Lafferde 16,200 Ctr. Quer und 2000 Ctr. Melasse, die zu Peine 8500 Ctr. Zucker und 2700 Melasse. Die günstigen Ergebnisse dieser Aktienunternehmungen haben neuerdings neue derartige Fabriken her» vorgerufen. Die Brennereien fabrizirten 5,060,400 Quart Branntwein, pro Kopf 8,46 Qrt. Die Branntweinsteuer belief sich auf 16 Sgr. pro Kopf. Die Bierproduftion war bisher in Folge der Exklusiv- rechte der Brauergilden gering, nach Beseitigung dieser Rechte hat sie bereits zugenommen: im Jahre 1868 belief sih die Braumalzsteuer im Haupt-Steueramts-Bezirk auf 15,197 Thlr. , 3675 Thlr. mehr als im Jahre 1867.
Auf dem Gebiete der Textil-Jndusirie is die Haasemannsche Spin- nerei in Hildesheim hervorzuheben, welche jährli circa 30,000 Bündel Garn und Zwirn produzirt und über 100 Arbeiter beschäftigt. An Handgar- nen wurden im Fürstenthum Hildesheim im J. 18638 30,000 Bund flach- sene und 10,000 Bund hanfene Garne im Werthe von 86,666 Thlr. umgeseßt. Der Alfelder Leggebezirk exportirte 6000 Bund. Jn früheren Jahren, vor der Konkurrenz des Maschinengarns, gelangten im Für- stenthum Hildesheim jährlich 120—150,000 Bund Garn in den Han- del. Jm - Jahre 1868 wurden zur Leinenfabrifation daselbst 13,315 Bündel (à 60,000 Yards) Maschinengarn (47,257 Thlr.) neben 31,920 Bund Handgarn (79,298 Thlr.) verbraucht. Eine mechanische Weberei in Hilde8heim fabrizirte im Jahre 1868 9200 Ellen Tuch und 160,000 Ellen Fries. Auf den 3 Leggen im Handelskammerbezirk wurden im Jahre 1868 26,482 Stück oder 1,974,190 Ellen leinene Gewebe im Werthe von 150,787 Thlr. geleggt, 2799 Stück = 258,440 Ellen im Werthe von 32,808 Thlr. weniger als im Jahre 1867. Auf decn öffent- lichen und Privatbleichen wurden im Jahre 1868 380,030 Ellen ge- bleicht, 1280 Ellen weniger als in 1867.
Unter den »verschiedenen Gewerben« macht der Bericht noch auf- merksam auf das ziemlich bedeutende Geschäft in fertigen Möbeln, welches in Hildesheim betrieben wird, auf die Papierfabrik in Alfeld mit 4—5000 Ctr. Produftion und die dazu gehörige Holzschleiferei zu Gronau, welche täglih ca. 60 Kbf. Fichtenholz verbraucht.
n der Stadt Hildesheim waren Ende 1868 32 Feuer-Versicherungs- gesell\haften thätig. Es waren daselbs für Mobilien ca. 6,652,000 Thlr. und für JTmmobilien ca. 6,221,550 Thlr. versichert , gegen 5,989,270 Thlr. und 5,861,510 Thlr. Ende 1867. Jn Peine waren Ende 1868 1,187,771 Tblr. für Mobilien und 1,321,111 Thlr. für Jmmobilien bei 26 Gesellshaften gegen Feuer versichert. 5
In der Sparkasse zu Hildesheim find die Einlagen von Ende 1867 bis dahin 1868 von 835,986 auf 923,269 Thlr. gestiegen. Außer- dem bestehen im Handelskammerbezirk noch 8 andere Sparkassen.
— Die » Zeitschrift für Kapital und Rente4, herausgege- ben vom Frhrn. von Daneelmann (Stuttgart, Wilhelm Nißschfe), enthält im 1. Hefte des 6. Bandes einen Auffag über die Aftien und Obligationen der deutsch - österreichishen Dampfschiffahrtsgesellschaften. Einleitung. Der österreichische Lloyd. _ Die Erste K. K. privilegirte Donau - Dampfscifsfahrtsgesellschaft. Der norddeutsche Lloyd. Die Hamburg - Amerikanische Paetfahrt - Aftiengesellscaft. Preußische Damvpsschiffahrts-Aftiengesellschaftcen. Diverse Dampfschiffahrts-Aftien- geselishaften. Ferner unter Miscellen: Die gegenwärtige Lage des
tealkredits und der landschaftlihe Kreditverein der Provinz Sachsen. Die Lodzer Fabrifeisenbahn. Die neuen Linien der Aktiengesellschaft der bayerischen Ostbadnen. Aus dem vierten Geschäftsbericht der Leip- ziger Hypothekenbank. E :
London, 27. Oftiober. Den Ausweisen des Handels- amtes über die Aus- und Einfuhr fremder Länder zufolge importirte Frankrei während des ersten Halbjahres 1869 nur für 540,000 Pfd. St. Weizen , anstatt 9,200,000 Pfd. St. in dem ents- sprewenden Zeitraume von 1868. Der Baumwollimport repräsentirte cinen Werth von 6,350,000 Pfd. St. gegen 6,640,000 Pfd. St. in den ersten sechs Monaten von 1868, und 5,600,000 in 1867. Auf der an- deren Seite zeigt die Ausfuhr 3,250,000 Pfd. St. für Wein gegen 2,400,000 Pfd. St. in 1868 und 2,160,000 Pfd. St. in 1867. Der Zuwachs des Exports in leßterem Artikel kommt haupt\ächlich auf Deutschland.
— Die Steinkohlenlager, welche bei dem Kirhdorfe Mu- | rajewna (Kreis Dankow, Gouv. Rjasan) entdeckt worden, find von
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