1871 / 67 p. 6 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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daß derselbe nicht einmal zur vorläufigen Berathung gelange. Der Präsident erklärte darauf den Antrag für abgelehnt. E8 wrourde hierauf der Antrag, daß sämmtlihe von der Delegation in Bordeaux ernannten Präfekten ins Privatleben zurückkehren sollen, eingebracht; Picard erklärte darauf, »man möge der Regierung die Verantwortlichkeit für ihre Handlun- gen, sowie volle Freiheit der Aktion lassen. Die Regierung werde sih bei der Beseßung der Präfektenstellen nur von der Erwägung leiten lassen, inwieweit jeder der gegenwärtigen Prä- fekten für seine Stellung die erforderliche Berehtigung und per- \önliche Tüchtigteit besige.e Ein weiterer Antrag, wonach den Elsäfsern und Lothringern, welche Franzosen bleiben wollen, 100, Hektaren des besten Ackers in Algier überwiesen wer- den sollen, wird an eine Kommiffion zur Prüfung verwiesen. Gegenüber dem Antrage, die Regierungs-Delegation von Bor- deaux in Anklagezustand zu verseßen, forderte Jules Simon die Versammlung auf, von allen Anklagen und Beschuldigun- gen abzustehen, da dadurch nur Verwirrung und Uneinigkeit in das Land geworfen werde.

Die Fragé wegen der Giltigkeits8erklärung der Wahlen von Präfekten zu Deputirten ist noch nicht erledigt. Die nächste Sigzung findet Montag statt.

Wie es heißt, beabfichtigen die Minister und die National- versammlung, sih nach Verlauf von vier oder fünf Tagen nach Versailles zu begeben, da man den Sig der Regierung in eine Stadt verlegen will, in welcher die Exekutivgewalt und die Nationalversammlung nicht unter dem Drucke der Emeute stehen würden.

Neben Versailles wird auch Fontainebleau als für die Uebersiedelung der Nationalversammlung in Aussicht genom- men bezeichnet. »Siècle« und »France« bestätigen lehtere An- gabe; »Gazette de France« fügt hinzu, es hätten fich bereits 450 Deputirte für die Ueberfiedelung nah Fontainebleau aus- gesprochen. Wie die »France« meldet, sollen außerdem Abthei- lungen sämmtlicher Ministerien nach Fontaineblegu verseßt und im Schlosse daselbst untergebracht werden. Die Anu Picard's in Bordeaux soll mit wichtigen Vorgängen in Paris in Zusammenhang stehen, und soll heute ein darauf bezüglicher Ministerrath stattgefunden haben. Die von der: Regierung verfügte Unterdrückung der. Privattelegraphie hat auf das Seine-Departement feine Anwendung.

Pyat und Malon sind gestern Abend nah Paris ab- gereist. Rochefort bleibt vorläusig noch in Bordeaux. Die Deputirten des Elsaß haben eine Kommission von 4 Mitglie- dern ernannt, welche die politishen und kommerziellen Jnter- essen des Elsaß während der Friedensverhandlungen in Brüssel wahrnehmen sollen. Die Mitglieder der Kommission sind: Tachard, Hartmann, Saglio, Boersch. Picard ist heute Mor- gen hier eingetroffen und wird am Abend wieder nah Paris zurückreisen.

5. Márz. (W. T. B.) Gegenüber den hier fursirenzen Gerüchten, daß in verschiedenen Stadtvierteln von Paris eine bedrohliche Aufregung herrsche. erklärt der »Mo- niteur«, daß es, wie verschiedene hier eingetrofsene Depeschen aus Paris von gestern Abend bestätigen, an keinem Punkte der Stadt zu irgend v-lhem Zusammenstoß gekommen sei. Man hege die feste Hoffnung, daß die Aufregung sich alsbald vollständig beschwichtigen werde. Der »Moniteur« warnt das Publikum vor Gerüchten über die Lage der Dinge in Paris, welche ohne irgendwelhe Begründung in Umlauf geseht wür- den. General Aurelles de Malabine, welcher zum Komman- danten der pariser Nationalgarde designirt ist, hat sich Freitag Abend nach Paris begeben. General Bourbaki, welcher sich noch in Besangon befindet, ist jeßt ganz außer Gefahr.

Italien. Florenz, 5. März. (W. T. B.) »Econo- mista« zufolge stellt der neue Handel8vertrag zwischen Amerika und Jtalien das Prinzip der Unverleßlichkeit des Privateigen- thums zur See zwischen beiden Nationen fest, Der Vertrag soll, wie das genannte Blatt weiter meldet, Jtalien große Vor- theile bieten; die beiden kontrahirenden Theile stehen in Betreff der Handelsbeziehungen zu einander auf dem Fuß der meist begünstigten Nationen.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 26. Februar. Ueber die Thätigkeit der Gewehrfabrik »Hus8qvarna« schreibt die »Jönköpings Tidning« Folgendes: Es werden in diesem

ahre bei Hus8qvarna 10,000 Stück vollständige Gewehre mit

ubehör, 1000 Stück Karabiner für die shwedische Krone und 5050 Stück Remington - Gewehre na amerikanischem Modell für Norwegen , zusammen 14,050 Stück und also drei ver- schiedene Sorten vevfertigt , wodurch die Arbeit so erschwoert wird, daß in derselben ¡da ca. 17,000 Gewehre von einer Sorte fertig gebracht werden könnten. Diese Anzahl soll noch in die- sem Jahre dur Erweiterung der Fabrik auf 30,000 Stück gebracht werden. Es sind Über 50 neue Maschinen im Jn-

lande bestellt, Pläne zur Errichtung größerer Arbeiterwohnun- gen entworfen und 200 Arbeiter mehr angenommen worden.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 4. März. Der Kaiserliche Hofmeister Abaza ist zum Reichscontroleuw ernannt worden.

Neichstagswahlen. (Fortseßung. Siehe Nr. 66 des St. Anz.)

__ Preußen. Reg. Bez. Königsberg. 3. Wahlkr. Stadt Dan- zig: Engere Wahl zwishen Lesse und Dr. Hir\ch.

Reg. Bez. Frankfurt a. O. Stadt Frankfurt a. O.: Präsident Dr. Gim B a

eg. Bez. Potsdam. 2. Wahlkr.: Rehtsanwalc Ra} e. Alice Bez. Breslau. Engere Wahl zwischen Graf Peel und

n è

Reg. Bez. Oppeln. 12. Wahlkr. (Oppeln): Landrath a. D. Dr. A A

eg. Bez. Magdeburg. 8. Wahlkc.: Rimpau, N R Gal e 6 Wabi 8 Le R OFE d eg. Dez. Hannover. 6. Wahlkr.: Prof. Dowe. 10. Wahlfr.: Römer. 13. Wahikr.: Prof. Dr. Birnbaum. )

Hamburg. Dr. Banks, Dr. Wolffsohn, Edgar Roß.

Bremen. A. J. Mosle. :

Neg. Bez. Côln. Wesel: Prof. Dr. Aegidi.

Reg. Bez. Düsseldorf. 12. Wahlbez. (Neuß - Grevenbroich) : Appellationsgerichts - Rath v. Thimus. 4. Wahlkr.: Landgerichts- Assessor Bernards. Dortmund: Dr. Becker. Elberfeld keine absolute Majorität.

Neg. Bez, Wiesbaden. 2. Wahlbez. (Rüdesheim-Wiesbaden): Von den abgegebenen Stimmen fielen auf Tellmann 3711, auf Schenk 2913, und auf Braun 2586, somit wird engere Wahl zwischen Tell- mann und Schenk nöthig sein. 7 agg Na Are a. M. Sonnemann 3000 St., v. Roth\child Bayern. Wahlkreis Jmmenstedt: Völk. Wablkreis Forchheim:

rüherer Minister-Präsident Fürst Hohenlohe. Wahlkreis Kronach: ppellationsrath Stenglein. Wahlkreis Schweinfurth: Regierungs- Präsident Hörmann. Wahlkreis Hof: Professor Meßger und R R Schauß haben jeder annähernd gleiche Stimmenzahl er- alten.

Königreich Sachsen, Dresden: Wigard. 4. Wahlkreis (Dresden-Neustadt): Ober-Staatsanwalt Schwarze hat, soweit das Resultat der Abjtimmung bisher bekannt ist, eine bedeutende Majorität über Liebkne%t. Jm 6. Wahlkreise (Tharandt) hat Ackermann bis jeyt die _ Majorität. Jm 9. Wahlkreise (Freiberg) dürfte vor- aussichtlich Schaffrath die meisten Stimmen erhalten. 13. Wahl- freis: Prof. Dr. Birnbaum. Jm 18. Wahlkreise (Kwicckau- Crimmißshau) fielen , soviel bisher bekannt is, auf Schraps 1756 Stimmen , auf Streit 1582 Stimmen. Jm 21. Wahlkreise (Annaberg-Eibenstock) erhielt bisher Böhme die meisten Stim- men (5725). :

Württemberg. 10. Wahlkreis (Heilbronn, Brackenheim) bis- her gewählt Staatsrath Goepelt. 6. Wahlkreis (Eßlingen, Schorn- dorf, Nürtingen) bisher gewählt N: Emil Keßler.

Baden. Nach vorläufigen Ermittelungen :

I Konftanz: Echard 10,136.

1I. Donaueschingen: Kirsners Wahl scheint gesichert.

IIl. WalbShut: Hepting 6282, v. Stoßingen 4232.

IV. Lörra: Roggenbachs Wahl gesichert.

V. Freiburg: Fauler 9051, Stolz 5495.

VI. Lahr: Kiefer 8295, Roßhirt 6440.

VIL Offenburg: Eckhard 8080, Lender 4451.

V1lII. Baden: Wahl Lindau's scheint sicher.

IX. Pforzheim: Dennig 7092, Meß 1645, Faaß 324, Vogel 308.

X Karlsruhe: Prinz Wilhelm.

XII Heidelberg: Wahl Kiefer's sicher.

XII. Sinsheim: Lamey 9743.

XIV. Tauberbishofsheimn: v. Ketlteler's Wahl sicher.

Im Großherzogthum Hessen. 5 Wahlkreis (Dicburg, Offen- bach) bisher gewählt Dernburg. 6. Wahlkreis (Alzey - Bingen-

Oppenheim) bisher gewählt Mey. 2. Wahlkreis (Friedberg-Vilbel-

Büdingen) bisher gewählt v. Wedekind. 7. Wahlkreis (Heppenheim, Worms, Wimpfen) bisher gewählt Þ»fannebecker.

Mecklenburg-Schwerin. JTm 1. Wahlkr. wurde Reg.-Rath a: D. Dr. Prosch gewählt.

Im 2. Wahl?r. scheint derselbe die Majorität erlangt zu haben.

Im 3. Wablkr. \{chwankt die Wahl zwischen Moriß Wiggers und Vize-Präsident Dr. Drechsler zu Leipzig7 der dritte Kandidat. Geh. Legationsrath v. Wickede hat auch ziemlich. viel Stimmen.

Im 4. Wahlkr. s{chwankt die Wahl zwischen Minister Grafen Bassewiß. und dem Gutsbesißer Pogge-Roggow. :

Im 5. Wahlkr. wird sich eine Majorität für Senator Büfing- Rosto herausstellen; ebenso für den Advokaten Büsing-Schwerin im 6. Wahlkrei*e.

Im 1. und 5. Wablkr. haite auch der Sozial-Demokrat Schuh- macher Hartmann aus Hamburg verhältnißmäßig viel Stimmen. Im Mecklenburg-Strelißschen Wahlkreise scheint die Ma- jorität für Pogge-Blankenhof gegen v: Oerßen-Feldberg zu sein.

Sachsen-Altenburg. Vize-Präsident Dr. Wagner.

Schwarzburg-Sondershausen. Es erhielten bisher Appella- tions-Rath Kan negießer 822, v. Elsner 640 St.

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Statistische Nachrichten. Ueber die Geschäftsergebnisse der Lebensversiherungs-Ge-

\sellshaft zu Leipzig im Jahre 1870 wird uns mitgetheilt : Die ahl der Anmeldungen betzug 3085 zur Versicherung von 3,580,700

hlrn.,, wovon 2351 mit ciner Summe von 2,681,900 Thlrn. An- nahme gefunden haben. Die Gesellshaft hat einen reinen Zu- wachs von 1250 Personen und von 1,541,900 Thlrn. Versicherungskapital erlangt und der Mitgliederbestand ist damit auf 15,673 Personen versihert mit 19,138,400 Thlrn. gestiegen; die Einnahmen haben sich um 63,090 Thir. ver- mebrt und 654,500 Thlr. für rämien, 145,500 Thlr. für Zinsen, zu- sammen aiso 800,000 Thlr. betragen. Die Ausgaben beliefen ich insgesammt auf 510,000 Thlr., so daß dec gesellschaftlihe Vermögens- besiand eine Be um 300,000 Thir. erhalten hat und auf 3 385,000 Thlr. gestiegen ist. e Beim Ausbruch des Krieges hat sih die Gesellschaft mit Rüdsicht auf die bestehende allgemeine Wehrpfliht und nach dem Vorgehen anderer Lebensversicherungs-Anstalten verpflichtet erachtet, die Giltig- keit dec Versicherung auf den Fall des Todes in Folge der Theil- nabme an friegerischen Ereignissen gegen eine angemessene Zusaß- rämie auszudehnen. ï Von dieser Vergünstigung is bis Ende 1870 für 78 Versicherun- gen im Betrage von 109,250 Thlrn. Gebrauch gemacht und dafür an Zusaßprämie 5240 Thlr. bezahlt worden. Dieser Einnahme’ steht eine Ausgabe von 3600 Thlrn. für drei durch Verwundung herbeige- ührte Todesfälle entgegen. |

d Die im Sabee 1869 von der Gesellschaft ins Leben gerufenc, die Gewährung von Kautionsdarlehen betreffende Einrichtung hat eine ausgedehnte Benußung gefunden und fich bis jeßt bewährt. Es sind bis Ende des Jahres 1870 gegen Verpfändung ron Dienstkautionen 280,935 Thlr. ausgeliehen worden und darauf zur allmählichen Tilgung derselben 7350 Thlr. ferner zur Deckung der Verluste 2120 Thlr. an Gewährleisiungsbeiträgen eingezahlt worden. Die lepteren haben einen Ueberschuß von 15 bis 20 pCt. ergeben, welcher zunächst als Sicher- heitsfonds zurüdgestellt und später den DarlehnLempfängern unver- fürzt zurückgewährt wird, mithin zur Verminderung der von den- selben einzuzahlenden Beiträge dient.

Die Mittheilungen aus dem statistischen Bureau des Herzoglichen Staats-Ministeriums zu Gotha über Landes- und Volkskunde, besonders bezüglich. des Herzogthums SHotha, herausgegeben von dem Vorftande des statistischen Bureau's, Regie- rungs-Rath Hef, enthalten im 4. Heft des 11. Theils (Januar 1871): Vergleichende Darstellung der dem Zollverein angehörigen Bevölke- rung oder der Bevölkerung mit ständigem Aufenthalt in den Herzog- thümern Coburg und Gotha vom 3. Dezember 1858, 1861, 1864, 1867. Ausstellung der Ausfuhr aus dem Bezirk des Vereinigten- Staaten-Konsulats Sonneberg nach den Veccinigten Staaten in dea

Winierhalbjahren 1867—1868 und. 1866-—1867. Ueber die Ergebnisse der Wollmärkte zu Gotha im Juni 1866 und 1868. Uebersicht über die in dem Herzogthum Gotha in dem Rechnungsjahre 1865 1866 für die Staatskasse angefallene Grund- inkl. Gebäudesteuer, sowie Einfommen- und Klassensteuer. Die Bevölkerung in den Herzogthü- mern Coburg und Gotha bei der am 3. Dezember 1867 stattgefun- denen Volkszählung nach der Art der Anwesenheit, den Haupt- Alterskiassen und dem Geschlecht, sowie nah dem Familienstand und dem Religionsbekenntniß mit Angabe der mit besonderen Mängeln behafteten Personen. Tabellarische Uebersihten nah der Zählung von 1867 über die Bevölkerung der Herzogthümer nach Maßgabe ibrer Staatsangehörigfeit und ihres Untecihanenverbältnisses; Über den Viehstand. Ueber die Wehrverfassung und die Landesvertheidigungs- Anstalten im Herzogibum Gotha in der Mitte bezw. in der 2. Hälfte zen 17. Jahrhunderts (1642 1700), mit einer tabellarischen Dar- ellung.

Die Stexrbeliste von Paris während der leßten 13 Belage- rungswochen weist folgende Zahlen auf: Vom 13. bis 19. November 1870 2064 Todte, vom 20. bis 26. November 1926 Todte, vom 27. November bis 3. Dezember 2023 Todtc, vom 4. bis 10, Dezem- ber 2635 Todte, vom 11. bis 17. Dezember 2728 Todte, vom 18. bis 24, Dezember 2728 Todte, vom 25. bis 31. Dezember 3280 Todte, vom 1. bis 6. Januar 1871 3680 Todte, vom 7. bis 13. Januar 3982 Todte, vom 14. bis 20. Januar 4465 Todte, vom 21. bis 27. Ja- nuar 4376 Todte, vom 28. Januar bis 3. ¡rebruar 4671 Todte, vom 4, bis 10. Februar 4451 Todte. Die Durchschnittszahl in gewöhn- lichen Zeiten für Paris ist 1100—1200 Sterbefälle in der Woche.

Landwirthschaft.

Im Regierungsbezirk Danzig hat si die im Herbste v. J. ehegte Besorgniß, daß die Saaten bei dem sta:ken Schneefall ohne Frost durch Fäulniß vernichtet werden fkfönnter, als nicht begründet erpviesen, bereits im Dezembex starker Schneefall mit heftigem Frost eintrat. Es steht daher zu hoffen, daß die gut in den Winter gekommenen Saaten denselben auch gut überdauern werden. Die trefflihe Schlittenbahn hat den Absaß der landwirthschaftlichen Pro- dukte wesentlih erleichtert. Die günstige Futterernte gestattet die aus- reichende Durchfütterung des Viehsiandes, und der genügende Preis für Schlachtvieh, namentlich für Schweine, gewährt insbesondere den bäuerlihen Landwoirthen gute Einnahmen. Jm Regierungsbezirk YVosen sind die Saaten durch eine starke Schneedecke gegen die

\chädlichen Einflüsse des Winters ges{Übt gewesen.

Verkehrs - Anstalten.

Kopenhagen, 5. März. (W. T. B.) Wie hierher gemeldet wird, ist bei Gothenburg das Wasser beinahe eisfrei. Mit der Durch- sägung des Einlaufs bei Gothenburg wird morgen begonnen werden. Nach dem Srande- des Eises dürfte die Dampfschiffahrt in etwa acht Tagen wieder eröffnet werden.

Heffentlicher Anzeiger.

Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen. :

Steckbrief. Der unten näher signalisirte geistesfzanfe Straf- gefangene, Tagearbeiter Matthes Kraus, ist seit 15. August v. J. beurlaubt und soll so s{leunig als nur möglich wieder zur Haft ge- bracht werden. Alle Militär- und Civilbedörden, sowie die Gens- d’armerie, werden dienstergebenst esucht, auf den 2c. Krau y zu vigi- liren, im Betretungsfalle zu arretiren und per Transport »gefesselt« hierher abliefern zu lassen. Cottbus, den 4. März 1871. Die Königl. Inspektion des Centralgefängnisses. Signalement: Bornanutie Matthes, Zuname Krauß, Stand Tagearbeiter, Geburts- und Wohnort Rohne, Religion evangelisch, Alter 38 Jahr, Größe 5 Fuß, Haare blond, Stirn bedeckt, Augenbrauen blond, Augen blaugrau, Nase und Mund gewöhnlich, Zähne defekt, Bart rasirt, Kinn oval, Gesicht rund, Gesichtsfarve gesund, Statur mittel, besondere Kenn- zeichen fehlen. Bekleidung bei seiner Beurlaubung: 1 graue Zeug- müße, 1 alter schwarzer Tuchrocf, 1 alte s{hwarze Sammetweste, 1 alte blaustreifige Zeughose, 1 altes weißleines H: mde, 1 alte weißparchne Unterhose, 2 Paar graue Zeughosen, 1 graubuntes Halstuh, 1 roth- buntes Taschentuch, 1 Paar Lederschuhe, 1 Paar blauwollene Soden, '1 altes Stück Kamm.

Steckbrief. Der unten näher dezeihnete Kanonier Skrzi- delsfi von der reitenden Ersaß - Batterie Niedershlesishen Feld- Urtillerie-Regiments Nr. 5 hat fich, einem Ersaßtransport angehörend, am 22. Dezember v. J. in Meh. von demselben entfernt und sind seit- dem alle Recherchen erfolglos gewesen. Da der Verdaht der Desertion vorliegt, werden alle Militär- und Civilbehörden ergebenst. ersucht, auf den 2c. Sfkrzidelsfi zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzu- nehmen und der nächsten Kommandantur abzuliefern. Signale- ment: Johann Sfrzidelski aus Groß-Dombrowka , Kreis Beuthen, Grubenarbeiter, fätholisch, spricht polnisch und deuts, 5! 51 groß, Statur \{lank, Haare blond, Gesicht rund. Bekleidet war derselbe mit Reithosen, Waffenrock, Kommißstiefeln mit Sporen; Mügze, Binde und Mantel, sämmtliche Stücke mit dem Stempel des Niederschlesischen Feld - Artillerie - Regiments Nr. 5. Sagan, den 5. März 1871. Kommando der reitenden Ersay - Batterie Nieder- chlesishen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 5.

Stecbrief. Alle Justiz- und Polizeibehörden werden ersucht, die Ca rbieiae Elisabeth Mentel, 23 Jahre alt, aus Wellerode, Kreis Cassel, zur Verbüßung einer wider dieselbe wegen Körperver- leßung mit tödtlihem Erfolg erkannten 6monatlichen Gefängnißstrafe, im Betretungsfalle festzunehmen und \{leuniagst Nachricht hierher ge-

langen zu lassen. Cassel, den 18. Februar 1871. N N Der Staatsanwalt,

Handels-Negister.

Handels-Regisier des Königl. Stadtgerichts zu Berlin. Die Gesellschafter der hierselbst untet der Firma: i Ed. Manteuffel & Co. am 1. Dezember 1870 begründeten Handelsgesellschaft (Geschäftslokal: Oranienstr. 131) sind die Kaufleute : ; 1) Eduard Manteuffel, 2) Theodor Hirsch, beide zu Berlin. E ist unter 3102 in das Gesellschaftsregister heute eingetragen worden.

Die in unser Firmenregister unter Nr. 1103 eingetragene Firma: i Buggenhagen & Co. ist erlos{en und. im Firmenregister heute gels\{cht worden ; ebenso sind die für diese Firma crtheilten Prokuren: a) für Frau Simundt, Laura, geb. Polla, b) die Kollektiv-Profuren für Rudolph Herker, Aron Rosenberg und Carl Emil Aug. Bernhardt, erloschen und resp. sub Nr. 264, 933 und 1427 des Prokurenregisters gelö\cht worden. Berlin, den 2. März 1871. i Königliches Stadtgericht. Abtheilung für Civilsachen.

ame U Ö N E S D -——--

In unserm Gesellschaftsregister ist ad Nr. 7 bei der Firma C. Wilh. Kayscr: et Co. heute eingetragen, daß der bisherige Mit- gesellshafter Berthold Schaeffer, Berlin, Lindenstraße Nr. 19, aus der Handelsgesellschaft heute ausgeschieden ist. ' Charlottenburg, den 1. März 1871. ; Königliche Kreisgerichts-Deputation.

Dex Kaufmann und Besißer der Maschinen-Bau-Anstalt, Eisen- gießerei und Wagenfabrik Vulkan zu Königsberg Moriß Meyer eben- daselbst, hat für dieses unter der Firma: Gebrüder Meyer beirie- bene Fabrikgeschäft dem technischen Direktor Georg Simony zu Königsberg Prokura ertheilt, dagegen die dem Buchhalter Carl Lud- wig Feyerabend ertheilte Prokura zurückgenommen.

eshalb ist zufolge Verfügung vom 1. März d. J. an demselben Tage die alte Prokura unter Nr. 185 im Prokurenregister gelöscht, und die neue Prokura unter Nr. 312 eingetragen worden. |

Königsberg, den 2. März 1871: j

öniglihes Kommerz- und Admiralitäts-Kollegium.

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