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_ — Vom obers{lesfischea Eisen- und Zinkmarkt berichtet die „Schl. Ztg.*: Das obershlesishe Eisengeshäft hat im Laufe der leßten acht Tage sein Ausseben nichi verändert. Die Ab- \{chwähung des Bedarfs nah Beendigung der Bauthätigkeit ift niht in dem Umfang eingetreten, als allgemein erwartet wurde, was darin seine Ursache bat, daß die allgemeine sehr fefte Stimmung auf dem Eisenmarkt eine weitere Erhöhung der Preise erwarten läßt, zumal die westlichen Werke neuerdings mit einer Preiserhöhung für Stahl in Stäben und Stabeisen in Flußeisen- qualität vorgegangen find. Roheisen behielt im Ganzen seinen ruhigen Geschäftsgang bei, da die Konsumenten ihren Be- darf an Puddel- und Martineisen für das erste Semester
des nächsten Sahres gedeckt haben und nennenswerthe -
Quantitäten über die festen Vershlüsse binaus von den Hoh- ofenwerken niht mehr abzugeben sind. Für Thbomasroheisen ist die Nalfrage, namentlich vom Auslante ber, eine recht lebhafte, doch macht die Herstellung dieser Qualität Sckwierigkeiten, weil es gegenwärtig an phosvhorhaltigem Schmelzmaterial fehlt. Für Gießereiroheisen liegen in anbetraht des Umstandes, daß die einschlägigen Konsumstätten einen rubigen Verkehr aufzuweisen baben, feine umfangreihen Bestellungen vor. Die Abfuhr von obershlesishzn Brauneisenerzen ift bis zum Frübjahr größten- theils eingeftellt, da die Hochofenwerke ibren Winterbedarf während der trockenen Monate in ausreibendem Maße besdaffen konnten. — In Walzeisen famen neue Verkäufe ab und zu wobl zu stande, do sind sie gegenwärtig wenigstens unbedeutend. Die Großhändler haben ibren Bedarf für die Wintermonate gaedeckt und finden bei ihrem Bestreben, Abschlüfse bis weit in das nähste Jahr hinein zu maden, mit Rücksicht auf die fteigende Tendenz der Preise bei den Werken wenig Entgegenkommen. Die Verladungen nah dem Auétlande, namentli nach Rußland, büßten an Lebhaftigkeit nihts cin; es famen aber auch hbierbei nur Lieferungen auf ältere Vershlüfse in Frage, da nzue Verkäufe von den Werken möglihs| hintangebalten werden. Nennens- werthe Preiserhöhungen waren in Rußland bislang nicht zu erreizn, weil die südrussishen Werke an den früheren Notieruagen immer noch fest balten, die für Oberschlesien nicht nußbringend find. Die Vorräthe an Walzeisen find bei dem andauernd flotten Versand allentbalten ftiark zusammengeshmolzen und werden den Werken bei der Jahreë-Inventur wenig Schwierigkeiten bereiten. Auch in Nöbren streifen und Halbfabrifaten find in der letzten Zeit einige Abschlüsse zu lobnenden Preisen gemaht worden. In Grobblehen zeigte das Geschäft feinen großen Umfang, und auch in Feinblechen iff eine Steigerung der Nach-
frage nihi zu verzeihnen. Die Produkte der Röhrengießereien | find ftar® vernachläifigt, während die Röhrenwalzwerke noch mit !
zer Abwicklung älterer Bestellungen beschäftigt find; neue Aufträge acben- bauptiädhlich für Siecderobre ein, während die Nachfrage für Gasröhren starf in der Abnahme begriffen ift. Die Ma- shinen- und Kesselfabrifken sowie die Gießereien find seit einiger Zeit s{hon mit Bestellungen niht ausreiwend mebr versehen und flagen darüber, daß die Preise für ibre Erzeugnisse mit der allgemeinen Besserung im Eisengeschäft infolge der großen Konkurrenz nicht gleichen Schritt gehalten haben und wenig gewinnbringend sind. Die Umsäße in Stahblfabrikaten haben
fih auf der biéherigen Höbe erbalten. — Auf dem Zinkmarkt j
war das Geschäft obne Belarg. Zwar sind infolge der günstigen Witterung în der leßten Zeit ncch einige umfangreichere Bestellungen für Zinkbl-{e eingelaufen, dcch ift im allgemeinen das dieéjäbrige Geichäft als beendet anzusehen. Die Robzink. Notis- rungen blieben unverändert. Zinkstaub gebt immer nech flo:t ab, während für Zinkweiß nur mäßigec Abjaß vorhanden ist. Blei blieb im Preise unverändert.
Verkehrs-Anstalten.
Bremen, 23. November. (W. T. B.) Norddeutscher Liovd
Der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm Il.“ hat am 21. November | [ler 3 | Heilbronn“ zur Aufführung. Am Montag findet die Grstaufführung
Nachmittags Lizard passiert, Der Poftdamvfer „Halle“ hat am
21. November Nahmittags St. Vincent passiert. Der Postdampfer j
„Mark“ bat am 21. November Nachmittags die Reise von
Soutbamvton nach Corunna fortgeiezt Der Reichs - Posi- | g
dampfer „Oldenburg“ ift am 21. November Nachmittags in Ant -
werpen angefommen. Der Reichs - Postdampfer „Karlérube“ ist !
am 21. November Nachmittaas in Antwerpen augekomnmen. B S
Der Postdampfer „Dresden" ift am 22. November Vermittags auf ter Weser angekommen. j
London, 22. November. (W. T. B.) Ter Union-Dampfer „Pretoria“ is Freitag auf der Auêreise von Madeira abgegangen.
Theater und Musik,
Konzerte. Im Saal Bechslein ließ sich geftern der Violoncell-Virtuos Erosesor Artbur Krasa aus Prag zum erften Mal bierfelbst hören. eine gut ges{ulte Technik wie seine empfindungsvolle Vortragsweise wirkten in einem Konzert von Davidoff, in Piècen von M. Bruch, Fitenhagen und Anderen vortreflich. Der Konzert- und Opernfänger Bruno Lurgenfstein, der von seinem Auftreten auf der Kroll’schen Bühne her noch in gutem Andenken fteht, unterstüßte das Konzert durch den wohblgaelungenen Vortrag einiger Lieder von Schubert, Schumann, Henschel und Anderen, in welchen seine klangvolle Baß- ftimme und seine \chwungvollze Autdrucksweise trefflich zur Geltung E Beiden Künstlern wurden anerkfennende Beifallsbezeugungen zu thel Die Alkistin Fräulein Jennv Alexander, welche ihre Studien bei Frau Schröder-Chaloupka in Steitin gemacht hat, konzertierte am Donnerêtag gemeinschaftli® mit der bereits ôfter bier gebörten Pianistin Fräalein Marie von Unschuld im Konzertsaùul Potsdamerstraße 9. Beide Künstlerinnen leisteten Lobenswerthes. ie Sängerin bewies im Vortrag ciner Arie aus „Rinaldo“ von Händel und des Liedes „Meine Lieder, meine Sänge“ von Weber eine woblthuende Klangfülle der Stimme, welche sorgfältize Schulung und zuglei Wärme des Ausdrucks erkennen ließ: Vorzüge, die au in Liedern von Beethoven, Brahms unt Anderen zur Geltung kamen. Die Pianistin erfreute durh den secelenvollen Vortrag der H-moll- Sonate von Chopin und mebrerer beliebter Klavierstüdz, unter denen Weber's „Aufforderung zum Tanz“, Schumann's Novelleite in E-äur und eine schwierige Etude von Paganini - Liszt mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden.
Im Deutschen Theater finden in näwster Woche vier Wieder- bolungen des nez cinstudierten bisterishen Trauerspiels „Die Jüdin von Toledo“ von Grillparzer statt, und zwar morgen Abend, am Mittwoch, Freitag und nächstfolgenden Sonntag Abend. Am Montag wird „Der Meisier von Palmyra“ gegeben, Dienêtag und Donnerstag : „Tedeum“, Sonnabend: „Die Mütter“. . Die nächste Nachmittagé- Borstellung fällt des Todten-Sonntags wegen aus. Am nächst: (oEes Senntag Nachmittag kommen „Die Weber* zur Auf- fubrung.
Fm Berliner Theater geht morgen Akead „König Lear" in Scene. Am Montag werden Freytag?'s „Journalisten“ aufgeführt. Am Dienétag, Sonnabend und Sonntag, den 1. Dezember (Nach- mittags) werden „Hasemann's Töchter“ wiederbolt. Auf Mittwoch ist eine Wiedervolung des Lustspiels „Nachrubhm“ angeseßt. Das
i neue Schauspiel „Pan Cezar* wird mit Auguste Pras - Grevenberg
und Otto Sommerstorf în den Hauptrollen am Dovnerétag zum ersten Mal aufgeführt und am Freitag, sowie Sonntag, den 1. Dezember, Abends, wiederbolt.
Im Lessing-Tbeater hat das Gastspiel von Felix Schweig- bofer infolge einer Erfcanfung des Künftlers, der sich eine Gutzündung der Stimmbänder zugezegen bat, eine Vertagung erfahren müfsen. Es wird nunmebr für den nächsten Sonnabend der Schwank „Wettrennen“ von Viktor Léon und H. von Waldberg vorbereitet, der damit feine über-
| haupt erste Aufführung erleben wird. Der weitere Spielplan der
Woche ist folgendermaßen festgeseßt : Morgen Abend gelangt das Schauspiel „Das Bild des Signorelli“ von Richard Jaffé zur Auf-
| fübrun2. Am Montag wird die „Venus von Milo“ in Verbindung
mit dem Schwank „Niote“ gegeben. am Dienstag wird „Gräfin
| Frizi“, Mittwoh „Madame Sans-Gêne“, Donnerstag „Die Venus | von Milo® und „Die Romantischen*, Freitag „Gräfin Frizi“ zur : Aufführung kommen.
Im Schiller-Theater kommt morgen „Daë Käthhen von g
des Kneisel’ihen Preislustspviels „Die Tochter Belial's“ ftatt. Am Dienétag wird diefe Vorftellung, am Mittwcch, Dennerstag und Sonnaktend „Das Käth%hen von Heilbronn“, am Freitag „Der Raub der Sakbinerinnen* wiederßolt. Da die morgige Nachmittags-Vor- stellung des Todtenfestes wegen auéfällt, erhalten die Abonnements- Billets für diefe Vorftellung zur Abendvorstellung Gültigkeit oder
werden gegen eine spätere Abonnements-Vorstellung umgetans{t. Dea C O C TOAE Is Koe Mita 14 Ube cit Ui
Der Spielplan des Neuen Theaters für die kommende lautet: Morgen: „Die neue Zeit“, ‘Montag (13. Abonnements, Vorstellung): „Francillon“, Dienstag: „Der Militärstaat", Mitt- woh: „Seine Gewesene“, Donnerstag: „Die neue Zeit“, Freitag: „Der Militärstaat“, Sonnabend : Erstes Judic-Gastspiel : „La femme à papa“, Sonntag, den 1. Dezember, Nachmittags: Vorstellung des Vereins für Volksunterhaltungen; Einakter-Aufführung, Abends: zweites Judic-Gasftspiel: „Niniche“.
Im Residenz-Theater aelangt morgen Sardou's Sittenbild „Fernande“ zur einmaligen Aufführung.
Im Theater Unter den Linden findet morgen ein Gesammt-Gastspiel ter Mitglieder des Berliner Theaters ftatt. Zur Aufführung gelangt mit Genebmigung der Genofsenshaft dramatischer Autoren das Volksschauspiel „Der Pfarrer von Kirhfeld“ von Ludwig Anjzengruber. — Am Montag geht an dieser Bühne die Strauß’sche Operette „Der Zigeunerbaron“, neu einstudiert, in Scene.
Im Adolph Ernst-Theater wird morgen Abend „Der Fleine Lord“ zum ersten Mal als Abend-Vorstellung in Scené geher. Die Titelrolle spielt Fräulein Käthe Basté als Gast. Das Stück wird au den Spielrlan der nächften Woche auëss{ließlid beberrschen.
Im Zentral-Theater findet morgen Abend ein einmaliges Gastspiel des Ensembles des Deutschen Theaters ftatt. Zur Auffüh- rung gelangt das Schauspiel von Georg Hirschfeld „Die Mütter“.
Eugen d’Albert wird im nächsten IV. Philharmonischen Konzert unter Arthur Nikisch's Leitung am 25. November zum erften Mal das A-dur-Keonzert von Liszt und das „Konzertstück“ von Weber spielen; außerdem ge!angen von rein orheftralen Werken Havdn's G-dur-Symbphonie, Schumann's C-dur-Symphonie und Berlioz’ Ouvertüre zu „Benvenuto Cellini“ zur Ausführung. Die öffentliche Hauptprobe findet morgen, Mittags, stait.
Im Konzerthause wird am Montag die Konzertsängerin Fräulein Hanke die Arie der Agathe aus „Der Freishüß“ von Weber sowie zwei Lieder von Bendel und d’Albert singen. Vas Orchester wird u. a. die Ouvertüren „Anacrecn* von Cherubini, „Richard II1.* von Volkmann, ferner Schwumacher's Suite „Bilder vom Rhein“ und
Raf's Symphonie „Lenore* spielen.
Mannigfaltiges.
Der Magistrat hat in feiner gestrigen Sitzung den Betriebs- Direktor der ftädtishen Kanalisation Goldowskv, defsen dreijährige Wakhlzeit am 1. April n. J. abläuft, auf fernere drei Jahre wieder- gewählt. S
Die Freie photographische Vereinigung veranftaltet am Dienêtag, den 26. November, Abends 74 Ubr, im Königlichen Museum für Völkerkunde ibren 37. Prej-ktions-Abend. Auf der Tagcéordnung itzeben: 1) Herr Dr. P. Eßrenreih: „Reisebilder aus Indien“ ; erfter
| Theil: Bombay und Nordwest-Provinzen von Bengalen: 2) Herr
Hans Schmidt-München : „Studien“.
3 Jubiläum des fünfzigjährigen Bestehens des Zirkus 1z in Berlin wird am 12. Dezember festli}h begangen werden. Programm der Feier gelangt in einigen Tagen zur Auëgabe. im Zoologishen Garten könzertiert morgen die Kapelle
iglihen Eisenbahn-Brigade. Der Eintrittspreis beträgt 50 4.
nzert beginnt um 4 Uhr Nachmittags.
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
Konstantinopel, 23. November. (W. T. B.) Die armenishen Jnsurgenten aus Zeitun und Umgebung plünderten und zerstörten am 13. d. M. in den mohamedanischen Dörfern Kurdler 10 Häuser, Sussikuri 50 Häuser, Keschukere 51 Häuser, Mussali 31 Häujer, ferner in Kerimli 40 Häuser. Zwei weitere Bataillone Jnfanterie sind infolgedessen dorthin abgesandt worden.
(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
Wind. nußung des
Bar. auf 0 Gr.
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red. in Millim. Temperatur in 9 Celfius 0G. = 4° N.
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Breslau... |_ 765 |SO __2wolkenlos | —3 Ile d’Airx . . | 761 |WNW b6\bvededt | 14 Ns [09 1D 1'Regen B
König Lear.
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4) Nats Schnee. *) Nachts Schnee. *) Nachts Niobe. Schnee. 7) Reif. Uebersiht der Witterung.
kommerd, licgt am Niederrhein, an der wesideutshen Grenze autgedehnte Shneefälle verursahend. Am
mung fortdauert. In Deutschland is das Wetter anhaltend kalt, im Westen, wo faft überall Schnee
gefallen ift, trübe, im Often meist beiter, öftlih der | Friedri - Wilhelmstädtishes Theater. Chaufseestraße 25— 26.
baden 4 cm. Fortdauer der falten, windigen Witte- A 1e Ubr: Dic Meile nul Lee Ms E , Anfang 7# Ubr: T%. Philharmo- p, . - uni
Linie Hamburg— Friedrichshafen herrsht Frostwetter. Scbnechöhe zu Wilhelmshaven 8, Münster 5, Wies-
rung wahrscheinli. A Deutshe Seewarte.
Königliche Schauspiele. Sonntag: Opern- baus. 169. Vorftellung Mignon. Oper in | V Mata TL
L E i + per in } Voß. Anfang 7# Uhr. 3 Akten von Le Thomas, Text mit Be- 5
oetbe’den Romans „Wilbelm | Dienttag: Der Militärstaat Meisters Lehrjahre“ von Miel Carré und Jules E “g Barbier, deutich von Ferdinand Gumbert. Ballet | zonnen. von Paul Taglioni. Dirigent: Kapellmeister Sucher. Anfang 7# Ubr.
Schauspielhaus.
Sbiller. Anfang 7 Uhr.
Steinmann. Anfang 7i Ubr. i : Scauspielbaus. 260. Vorftellung. 1S12. Schau- | Divertifsemenut. figen von Otto von der Pfordten.
+5 “R
S . Anfang +— A I è S b.
Berliner Theater. S
Montag: Die Journaliften. Dienstag: Hasemann's Töchter.
z3a O | Lessing-Theater. Sonntag, Abends 7j Ubr: Triest . … … . | 763 |OND 3ibedeckt 2 | Das Vild des Signorelli, 1) Nadts Shnee. 2) Reif. 2) Nachts Schnee. Montag: Die Venus von Milo, — Hizrauf:
Dienstag: Gräfiu Fritzi.
Theater.
259. Vorstellung. Die Räuber.
Adolph Ernsi-Theater.
Montag: Dieselbe Vorstellung.
Direktion: Richard S@bult.
wie gewöhnli. Montag: Eine tolle Nacht.
Neues Theater. Siffbauerdamm 4a./5.| Birkus Renz. Karlstraße. Sonntag, Abends Sonntag: Lekte Sonntags - Aufführung. Die | 7+ Uhr: Große außerordeutliciec Vorstellung. neue Zeit. Trauerspiel in 5 Akten von Richard | 1870/71. Großes militärishes Auéftattungsstük
Der Vorverkauf für das Iudic-Gafisviel bat be- | Hengst. Hierauf: Monftre-Tableau von 70
vom Direktor Fr. Renz. Außerdem besonders her-
Montag (13. Abonnements-Vorstell.): Francillon. | vorzubeben: Mr. James Filiis mit seinem Voll-
blut-Rapphbengst Povero. Edinburgh, oftpreußischer der edelsten Freibeitspferde, dressiert und vorgeführt von Herrn Rob. Rerz. Auftreten des Herrn Ritter
Theater Unter den Linden. Direktion : | von Renrof mi! scinem Schulvferde Sfkobeleff.
Zum Schluß der Schule: Original! Der
5 Auf:ña Friedri Julius Frissche. Sonntag: Einmaliges Gastspiel - 5 Aufzügen von Friedri von | Zus HYrkrs _ Sonntag im ges vie ette nq. The mar- der Mitglieder des Berliner Theaters : phänomenale BVaguettesprung -__ "n e - 4 wi N &s efi , z E R E Montag: Opernhaus. 170. Vorstellung, Die | von Me Volksshaufpiel in 5 Aufzügen berühmten Hochturnkünstler The Silbons. Die Tochter des Regimeuts. — PBhanutafien im | 205 =U mis Anzengruber. „a Seen? geleBl Don | Franzose Schulreiterin Mlle. Dudley mit ihrem Bremer Rath®keller. Phantaîtishes Tanzbild, Ar1bur Wehrlin. Anfang 74 Übr. z j frei nad Wilbelm Hauff, von Emil Graeb. Musik | Moatag: Zum Besten der Christbesheerung des | irischen Springvferdes La Gazelle. Auftreten von Adolf Steinmann. Dirigent: Musikdirektor | Kindergartens der Hamburger :
Der Vfarrcr | yeitous de Kock-Trio. Auftreten der welt-
Schulpferde Floréal. Hierauf: Vorführen des
Vorstadt: Der Z E SIO S î i 2 der bervorragendsten Reitkünstlerinnen und Reit- Bigennerbarou. — Hierauf: Großes BVallet- | tznstler. Alles Nähere aus Plafaten und Auéë-
tragzzetteln ersihtlid. Montag, Abends 74 Uhr: Extra-Vorftelluug. 1STO/7TL,
Sconntag: Ersie
L Abend-Vrerstell é . Anfang PEZSCCER E E Deutsches Theater. Sonntaz: 7 g rstellung von: Der kleine Lord. Anfang
Anfang 74 Uhr.
Monta2o: Der Meiftier von Palmyra. Dienztag: Tedeum.
Familien-Nachrichteu.
Verlobt: Frl. Ella Guenter mit Hrs. Landschafté- Syndikus und Prem.-Lieut. d. L. Ludwig Grodke
Bentral-Theater. Alte Jafobftraße Nr. 39. | (Fauer—Glogau). : Sonntag, Abends | Verebeliht: Hr. Amtsrichter Juliusberg mi! 72 Ubr: Eiumaliges Enusemble-Gastspiel des | Frl. Clara Berndt (Neustadt in Schles).
Deutschen Theaters. Die Mütter. Schauspiel | Geboren: Ein Sohn: Hrn. Pastor Hinfler in 4 Akten von Georg Hirschfeld.
Preise der Pläye (Namélau). — Hrn. Prem.-Lieut. Grnît von Uehtriy u. Siecinkirh (Oblau). — Hrn. Ritt- meifter Gutzeit (Koblenz). — Eine T ohter: Hrn. Bergwerkés-Direktor Erdmann (Salzbrunn)
Konzert.
E E T 360 E, d’Albert.
Konzerte. Konzert-Haus. Karl Meyder - Konzert. | (Klofter Lindow). — Hr. Graf Bogislav Kleist
Philharmonie. Sonatag, Mittags 12 Uhr: h : : Oeffentliche Hauptprobe zum 1%. Philharmon. | Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagb“
ouzert. Dir. : Arthur Nikish, Sol. :
— Hrn. Dr. Kautsckfe (Görliß). O Gestorben: Hr. Amtagerichts-Ratb Ernsi Thilo (Berlin). — Stiftésdame Bertha voa Braudcbits®
vom Loß (Elfterburg). — Hr. Bürgermeister a. D-
Ein barometrises Minimum, von der Nordsee Refidenz - Theater. Direktion: Siqmünd Es M nene i ves Mass, Gebeimer Finanz - Rath Julius Buck (Wslfels- rente ausgedehnte Shneesäle Fernaude, Stausbei in 4 Alter von Bieroriea | a, -Ber Freishü- von Weber (Frl- Hanke bösen ift der Luftbruck über dem Innern | Sardou, deuts von Mautner. Anfang 7 Uhr. | «Bilder vom Rbein“, Suite von Volkmar ziemli lebbafte füdöftlihe und östliche Luftströ- ne a A Der Radeuuater. | „Neuer Frübling* von Bendel (Frl. Hanke).
von Grabczewski (Berlin-Schweidniß). —
ce von Ray: grund). — Fr. Elisabeth von Prittwig u. Gaffron, (Frl. Hanke). geb. von Wallenberg (Breslau).
„Bilder vom Rhein“, Suite von Volkmann. Licd | ron E
Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin.
Verlag der Expedition (Scholz) în Berlinz Anftalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32 Fünf Beilagen (ziashlieslid Börsen-Beilage).
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.
Vi 280.
Berlin, Souabend, den 23. November
1895.
Personal-Veränderungen. Königlich Preußische Armee.
Offiziere, Portepee-Fähnrihe x. Ernennungen, Beförderungen und Versezungen. Im aktiven Heere. Neues Palais, 19. November. Schaper, Major ¿. D., kom- mandiert zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des I. Armee- Korps, unter Entbindung von der Stellung als Bezirks-Offizier bei dem Landw. Bezirk Königsberg und untgx Belassung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungsamts des I. Armee-Korps, v. Kathen, Major z. D., kommandiert zur Vienstleistung bei dem Bekleidungsamt des TI1. Armee-Korps, unter Entbindung von derStellung als Bezirks-Offizier bei dem Landw. Bezirk Frankfurt a. O. und unter Belassung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungs- amts des IIT. Armee-Korps, Mattbiae, Oberst-Lt. z. D., komman- diert zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des VII. Armee- Korps, unter Entbindung von der Stellung als Kommandeur des Landw. Bezirk3 T Münster und unter Belaffung seiner bisherigen Uniform, zum Mitglied des Bekleidungsamts des VII. Armee-Korps, v. Bogen, Major und Bats. Kommandeur vom Inf. Regt. Graf Bülow von Dennewit (6. Westfäl.) Nr. 55, unter Stellung zur Disposition mit Penfion, zum Kommandeur des Landw. Bezirks T Münster, — ernannt. Graf v. Shwerin, Major aggreg. dem 2. Garde-Regt. z. F., als Bats. Kommandeur in das Inf. Regt. Graf Bülow von Dennewitß (6. Westfäl.) Nr. 55 einrangiert. Schelle, Pr. Lt. vom 6. Pomm. Inf. Regt. Nr. 49, als Insp. Offizier zur Kriegsschule in Met kommandiert. Frhr. Schenck zu Schwein sberg, Sec. Lt. vom Vldenburg. Drag. Regt. Nr. 19, in das 1. Hef. Hus. Regt. Nr. 13, Buchfinck, Sec. Lt. vom Feld- Art. Regt. Nr. 34, in das Magdeb. Drag. Regt. Nr. 6, — verseßt.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Neues Palais, 19. November. Scheele, Major a. D., zulezt Komman- deur des Landwebr-Bezirks Weblau, der Charakter als Oberst-Lt.
verliehen. Königlich Bayerische Armee.
Offiziere, Portepee - Fähnriche 2x., Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere. Seine Majestät der Deutshe Kaiser, König von Preúßen haben entsprehend dem im Namen Seiner Majestät des Königs gemachten Vorschlage Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Luitpold, des Königreihs Bayern Verwesfers, mit Allerhöchster Ordre vom 7. November l. I. Folgendes zu bestimmen gerubt: 1) der Königlich bayer. Oberst-Lt. Frhr. v. Imhoff, à la suite des 2. Fuß-Art. Regts., wird von feiner Stellung als Art. Offizier vom Plaß der Festung Ulm entbunden, dagegen 2) der Königlich bayer. Major Straßner, à la suite des 1. Fuß-Art. Regts. E Bothmer, zum Art. Offizier vom Play der Festung Ulm ernannt.
31, Oktober. Straßner, Major und Bats-Kommandeur vom 1. Fuß-Art. Regt. vakant Bothmer, in das Verhältniß à la suite dieses Regts. verseßt.
15. November. Frhr. v. Imhoff, Oberst: Lt., bisher à la suite des 2. Fuß-Art. Regts., zum Kommandeur des 1. Fuß- Art. Regts. vakant Bothmer ; die Majors und Bats. Kommandeure : Binder vom 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilbelm, König von Preußen, v. Brückner im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Koerbler vom 2. Inf. Regt. Kron- vie Ui 46 Zuf. E Großherzog Ferdinand von Toëkfana, — sämmtlih, unter Beförderung zu Oberst-Lts., zu etats- mäßigen Stabsoffizieren; die Majors und Komv. Chefs:
Widemann vom 1. Inf. Regt. König, im 2. Inf. Regt. Kror-
prinz, Weyse vom 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Shwaabe vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, — beide im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, Erhard vom 13, Inf. Regt. Kaiser Franz Ioseph von Oesterreich, im 12. Inf. Negt. Prinz Arnulf, Arbes vom 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, im 17. Inf. Regt. Orff, Nayzinger, Major vom Kriegs-Ministerium, im 1. Fuß-Art. Regt. vakant Bothmer, — zu Bats. Kommandeuren, Trets her, Tonn. im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Riederer, Hauptm., bisher à la suite des 13. Inf. Negts. Kaiser Franz Ioseph von Oesterreich und Vorstand der Arbeiter-Abthbeil., in diesem Regiment; die Premier - Lieutenants.: Huller vom Infanteries Leib-Regiment, im 1. Infanterie-Regiment König, Eisen hofer im 5. Infanterie-Regiment Großherzog Ernst Ludwig von Hessen,
opfner vom 11. Inf. Regt. von der Tann, im 10. Inf. Regt.
inz Ludwig, — sämmtlih unter Beförderung zu Hauptleuten, ‘is enhofer ohne Patent, — zu Komp. Chefs, Bouhler, Pr. Lt., bisher zur Insp. der Fuß-Art. zur Dienstleistung kommandiert, unter Belassung im Verhältniß à la suite des 1. Fuß-Art. Regts. vakant Bothmer, zum Adjutanten bei genannter Insp., Hertinger, Pr. Lt. des 13. Inf. Regts. Kaiser Franz Joïeph von Oesterreich, unter Stellung à la suite dieses Regts., zum Vorstand;der Arbeiter-Abtheil., — ernaunt. Frhr. v. Brück, Sec. Lt. vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum Inf. Leib-Regt. mit einem Patent vom 13. Juni 1892, Kollmann, Sec. Lt. à la suite des 17. Inf. Regts. Orff, in den etatsmäß. Stand dieses Regts.; die Portepee- Fähnrihe: Deuringer vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, Zickwolff vom 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig, zum 8. Inf. Regt. vakant Prandckh, v. Grundherr zu Altenthan u. Weyherhaus vom 4. Inf. Regt. König Wilhelm von Württemberg, zum 1. Train-Bat., — verseßt. Die Majors: Graf Eckbreht v. Dürckheim-Mont- martin, à la suite des 3. Inf. Regts. Prinz Karl von Bayern, Direktor der Kriegsschule, Ritter v. Meyer, Bats. Kommandeur im 17. Juf. Regt. Orff, Banfiel d, Kommandeur des 2. Jäger-Bats., — zu Oberst-Lts. ; die n (Rittmeister) und Kompagnie- (Eskadrons-) Chefs xc.: Nägelsbach im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Heffen, Mahlmeister im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Meyer im 8. Inf. Regt. vakant Prandckh, Sh mezer im 14. Inf. Regt. Herzog Karl Theodor, Oppmann, Zapff im 15. Inf. Regt. König Albert von Sachsen, Syffert im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, Beck, à 1a suite tes 19. Inf. Regts., Lehrer an der Kriegsschule, Seit, à la suite des 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilbelm 1L, König von Preußen, Reitlehrer an der Equitationsanftalt, Frhr. v. Rotenhan im 5. Cbev. Regt. Erzherzog Albrecht von Oesterreih, Frhr. v. Hofenfels, Chef der Gendarmerie - Kompagnie der Haupt- und Residenz- stadt München, — sämmtlich zu überzähl. Majors, — befördert. Die Pr. Lts.: Ritter v. ee im Inf. Leib-Regt., Schmauß im 15. Inf. Regt. König Albert von Sachsen, v. Gilardi im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Tosfana, — sämmtlich zu überzähl. Hauptleuten, Huscher, Sec. Lt. im 1. Fuß- Art. Regt. vakant Bothmer, zum überzähl. Pr. Lt., Uy, Sec. Lt. im 2. Fuß-Art. Regt., zum Pr. Lt.; die Portepee-Fähnriche: v. Pappus u. Trazberg, Frhr. zu Laubenberg u. Rauhenzell im . Schweren Reiter-Regt. Prinz Karl von Bayern, Frhr. v. Po- dewils-Dürniz, Bomhard im 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilbelm Il, König von Preußen, Denk, im 1. Chev. Rgt. Kaiser Nikolausv. Rußland, Frhr. v. Reck, Holländer im 1. Feld-Art, Regt. Prinz-Regent Luitpold, Frhr. v. Stengel im 3. Feld-Art. Regt. Königin-Mutter,
— sämmtli iberzähl. Sec. Ls, Matthieß, Unteroff. im | Herrf j : t is, Dan cue Por ? "My Hauptm., | persönlichen Einfluß zu wenig betont und sih in der Darstellung zu
2. Pion. Bat., zum Port. Fähnr, — befördert.
unter Enthebung von der Funktion als Adjutant bei der Insp. der Fuß-Art. und unter Belaffung im Verbältniß à la suite des 1. Fuß- Art. Regts. vakant Bothmer, in das Kriegs-Ministerium, Dedcker, 25 Lt. des 2. Fuß-Art. Regts., unter Stellung à la suits dieses
gts. und unter Verleihung eines Patents seiner Charge, zur Insp. der Fuß-Art., — zur Dienstleistung kommandiert. Scheihenzuber, Major und Bats. Kommandeur im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Bausewein, Major und Czef der Gend. Komp. von der Pfalz, Dafer, Major z. D. und Bezirks - Kommandeur in Pafau, Kürschner, Major z. D. und Bezirks-Kommandeur in Dillingen, — als Oberst-Lts,, Edrich, Hauptm. z. D. und Bezirks-Offizier beim Bezirks-Kommando Dillingen, als Major, — arakterisiert. Den Hauptleuten und Kompagnie-Chefs: Weich im 4. Inf. Regt. König Wilbelm von Württemberg, v. Loewenich im 8. Inf. Regt. vakant ar Heidersberger im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig,
orster im 11. Inf. Regt. vcn der Tann, Maisel im 18. Inf. Regt. Prinz Ludwig Ferdinand, Wilhelm im 19. Inf. Ngt., Ertl, Schmuderer, Sturm, Pr. Lts. im 2. Fuß-Art. Regt., — Patente ihrer Charge verliehen.
Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 15. No- vember. Becker, Major a. D., zu den Offizieren z. D. mit der biéherigen Uniform und den bestimmungésmäßigen Abzeichen verseßt.
Im Sanitäts-Korps. Durch Verfügung des General- Stabsarztes der Armee. Dr. Mayer, einjährig-freiwilliger Arzt des 19. Inf. Regts., zum Unterarzt in diesem Regt. ernannt und mit Wahrnehmung einer offenen Assist. Arztftelle beauftragt.
Kaiserliche Marine.
Offiziere x. Grnennungen, Beförderungen, Ver- sezungen x. Neues Palais, 18. November. Gibbardt, Haar, Bantleon, Schulz (Hermann), Kümmel, Ofter- wald, Otto, Maschinen-Unter-Ingenieure, die Anciennetät derselben in vorstehender Reihenfolge festgeseßt.
Im Sanitäts-Korps. Neues Palais, 18. November. Wassferfall, überzähl. Marine-Stabsarzt, mit dem 1. November d. I. in eine ofene Etats\telle eingerückt. Dr. Beisbeim, Dr. Schöningh, Dr. Hansen, Assist. Aerzte 2. Kl. der Marine-Ref. im Landw. Bezirk Leipzig bezw. II[ Berlin bezw. Flenêëburg, Dr. Belde, Assist. Arzt 2. Kl. der Seewehr 1. Aufgebots im Landw. Bezirk IIT Berlin, — zu Assist. Aerzten 1. Kl. der Marine-Ref. be- fördert. Dieselben erhalten Patente von dem Tage, an welchem die Beförderung ibrer Altersgenossen in der Armee ausgesprechen wird. p. Köppen, Marine-Stabsarzt, mit der gefeßlihen Pension und der Ausficht auf Anstellung im Zivildienst der Abschied bewilligt.
Literatur.
Æ Geschichte der Deutschen Kaiserzeit. Von Wilbelm von Giesebrecht. Sechster (Schluß-) Band. Herausgegeben und fortgesezt von B. von Simson. Leipzig, Duncker und Humblot. 1895. Pr. 16 # 40 4. — Mit dem rorliegenden Band erbält das aroße Werk über die Blüthezeit des deutschen Mittelalters seinen Abschluß. Der Begründer des Unternehmens, der vor mehreren Jahren verstorbene Geszichtsforsher von Giefebrecht, hat von dem leßten Band nur noch den geringsten Theil verfassen fönnen; bei weitem das meiste von Text und Anmerkungen hat der Herauëgeber geliefert. Dieser hat ih indessen genau an die Vorarbeiten Giesebrecht's und an das Muster der früheren Bände gehalten, sodaß das ganze Werk einen durchaus einbeitlihen Eindruck macht. — Den Inhalt dieses Buches bilden die leßten Jabre Friedrih Bar- barofia’s (1182—90), eine Zeit großer politischer Projette, weitver- zweigter Verhandlungen und glänzender Erfolge, die aber durch den plôötzlihen Tod des Kaisers wieder in Frage geftellt wurden. Friedrih?s Absicht, sich in Nord-Italien eine große Hausmacht zu verschaffen, war befanntlih durch die Schlacht bei Legnano vereitelt worden ; er batte vor dem Widerstande des Papstes und der Lombarden weichen müfsen. Der Kaiser verstand es aber, seine Gegner zu trennen; im Frieden von Venedig verftändigte er sih mit der Kurie und {loß darauf mit den Lombarden einen Waffenstillstand, während dessen er Heinrich den Löwen, dessen Abfall die Niederlage in Italien verschuldete, demüthigte. Als er hierdurch seine Stellung wieder gekräftigt batte, mußten fich auch die lombardishen Städte zu einem Frieden verstehen, der ihnen zwar manche Freiheiten, aber feine Unabhängigkeit vom Kaiser brachte, vor allem aber das Reichsgut in Italien dem Kaiser ausliéferte. (1183). Friedrich gedachte sih jedoch hiermit nit zu begnügen. Er sah sehr wobl, daß der Frieden in Jtalien niht von langer Dauer sein werde, und daß die deutshe Borberrschaft dort nit ohne eine starke Hausmacht gesichert werden fönne. Er bes{chloß daher, seinen jungen Sohn Heinrich mit der Erbin von Sicilien und Neapel zu vermählen, um auf diefe Weise im Süden der Halbinsel festen Fuß zu fassen und den Papft, der biéher an ten Normannen einen zuverlässigen Bundesgenofsen gehabt batte, mehr in seine Abhängig- keit zu Erintei. Sein Plan gelang und zwar gerade in einem Moment, da es zu neuen Differenzen mit der Kurie fam. Friedrichs diplomatische Gewandtheit bewährte sih auch hier : er verhinderte die ihm einst so verderblich gewordene Verbindung zwishen Kurie und Lombarden, indem er fich den lombardishen Städten näherte und mit seiner ehemaligen Feindin Mailand cin enges Bündniß einging. Auch einen neuen Aufstand seines großen Gegners in Deutschland, Heinrichs des Löwen, der von England aus unterstüßt wurde, verstand er zu paralysieren : er verband sih mit dem König von Frankrei und {lug die welfisch Gesinnten in Deutschland mit Entschlossenheit nieder. So ftand er in Jtalien und Deutschland als Sieger da, und als nun gar noch Unglücksnahrihten aus dem Heiligen Lande ein- trafen und ‘ein neuer Kreuzzug nothwendig wurde, blieb der Kurie nichts übrig, als die Hand zum Frieden zu bieten, der durchaus günstig für den Kaiser auéfiel. Sogleih ging nun Friedrih an die Vor- bereiturg des Kreuzzuges, um Jerusalem, das Sultan Saladin er- obert batte, der Chriftenbheit wiederzugewinnen. Es war niht Gefühls- politik, die den Kaiser bierzu bewog : es war einfach die Nothwendigkeit, sich an die Spitze der Christenheit zu stellen, welche leßtere einmüthig die Befreiung des Heiligen Grabes; forderte. Der Kaiser hätte auf seine Stellung “als weltlihes Oberhaupt der Christenheit verzihtet, wenn er diese Aufgabe dem König von Frankreih oder England überlassen bâtte. Der Kreuzzug wurde besser und gründlicher vorbereitet als die früheren: Friedrih ließ sich nicht nur von Ungarn und Byzanz sicheren Durchzug garantieren, er {loß auch Bündnisse mit England und Frankreich, um die gesammten zivilisierten Nationen des Abendlandes gegen den Orient in den Kampf zu führen. Es ift bekannt, daß sich die auf diese Heerfahrt geseßten Hoffnungen nicht erfüllten: der plößlihe Tod des Kaisers nahm den Kreuzfabrern ihr natürlihes Oberhaupt, Streitigkeiten unter den Nationen blieben
nit aus, und das Er R war troß der großen aufgewendeten |
Mittel nur gering. — Der Inhalt des Buches ift mit diesem Referat noch nit erschöpft; es bringt noch mancherlei Mittheilungen zur
und Osftgrenze; indessen treten diefe Dinge an Interesse weit binter der großen äußeren Politik des Kaisers Nothbart zurück. Leider baben die Verfasser keinen Verf i chers abshließend zu charafterisieren; überhaupt haben fie seinen
uh gemaht, die imponierende Persönlichkeit des | 1 | Roderich, Peter Rosegger, I. V. von Scheffel, Maximilian Schmidt,
eng an den Wortlaut der Quellen angeshlofsen, deren formelhafte und wenig harafteristische Ausdruck8weise dem modernen Leser, sofern er niht gründliche bistorishe Bildung befißt, oft recht schwer ver- ständlih ift. Die dem Buche beigefügten Anmerkungen und Regifter zu Band 5 und 6 bieten dagegen für wifsenshaftlihe Untersuhungen ein vorzüglihes Hilfsmittel.
ff. Leipziger Studien aus dem Gebiet der Ai Herauëgegeben von K. Lamprecht und E. Marcks. 1. Bd., 4. Heft. „Deutsche Reisende des 16. Jahrhunderts.“ Von Viktor Hanz \ch. Leipzia, Duncker und Humblot. 1895. — Dieses Büchlein giebt eine gute Zusammenstellung von Reisebes{chreibungen der ver- \ciedensten Art aus dem 16. Jabrhundert. Man findet darin Schilde- rungen von Reisen und Eroberungszügen in Süd- und Mittel- Amerika, Erzählungen von Kaufleuten und Vergnügungsreisenden, von Meissionaren und Fors{ungsreisenden. Von bervorragendem Interesse sind die erstgenannten Erzählungen, da sie mit den erften größeren Versuchen einer deutschen Ansiedelung in der Neuen Welt zusammenfallen. Die großen Augsburger Kaufhäuser der Fugger und Welser folgten bier den Spuren der spanischen Conguiftadoren ; sie ließen fi vom Kaiser Karl V., der zuglei König von Spanien war und ihnen große Summen s{uldete, ausgedehnte Privilegien in Amerika geben und suchten das unbekannte Land nun durch Beutezüge ins Innere zu ershließzen. Das Bestreben, Bold zu finden, war das Hauptmotiv zu diesen Expeditionen, die freilich meift in wüste Plünderungszüge aus- arteten und nur selten zu dem gewünschten Resultat führten. Den Theilnehmern an sfolhen Fahrten blieben diese Züge mit ibren Beschwerden und Kämpfen Rems am meisten in Erinnerung, und daher berihten ihre Beschreibungen fast aus\{ließlich hbiervon; über die Einrichtung der neu an- gelegten Kolonien \chweigen sie fast gänzlich. Die Unter- nehmer batten von diefen mit großen Kosten begonnenen Ansiedlungen feinen Nußen ; die Welser, denen Karl V. für ganz Venezuela Han- delsprivilegien ertheilt batte, erlitten durch ungünstige Konjunkturen und eigene Schuld große Verluste, die den Grund zum Zufammen- bruch des Welthauses legten. — Die übrigen Mittheilungen bieten kein besonderes bistorishes Intereffe, find aber wobl lesenswerth, da sie mandhe originelle Schilderung von Land und Leuten sowie manche treffende Beobachtung enthalten.
— Gruhot’s Beiträge zur Erläuterung des deut- ichen Rechts, in besonderer Beziehung auf das preußische Recht, mit Eins{luß des Handels- und Wechselrebts, herauëgegeben von dem Reichsgerichts-Rath Dr. Rassow und dem Wirklichen Geheimen Ober- Justiz-Rath Dr. Küntzel unter redaktioneller Mitwirkung des Ober-Landesgerihts-Präsidenten Dr. Eccius. Verlag von Franz Vablen, Berlin. — Im sechsten Heft des XXXIX. Jabrgangs wird zunäcst ein auch im Separatabdruck (Preis 80 4) erihienener Vor- trag wiedergegeben, den der Leipziger Profefsor Dr. Rudolph Sohm am 15. Juni d. I. in der Juristishen Gesellshaft zu Berlin über den „Entwurf eines Bürgerlichen Geseßbuhs für das Deutsche Reih in zweiter Lesung“ gehalten hat. Sodann erörtert Amtsgerihts-Rath Rotbenterg-Stargard i. P. die Frage: „Darf der Erwerber eines Grund- sttüdcks der auf § 41 E. E. G. gestüßten versönlihen Klage des Hypo- thefengläubigers Einreden aus dem Kaufvertrage entgegenseßen ?* Einen Beitrag zur Lehre von der Vertretung der Gewerktschaft liefert Dr. Rie!enfeld-Breslau in einer Abhandlung mit dem Titel „Der Gruben- Kollektiv-Vorstand“. Zwei weitere Aufsäße von Gerichts- Affsessor Dr. Hubrich-Königsberg i. Pr. und Landrichter Dr. Delius- Kottbus handeln von der „Tragweite des preußishen Ausführung8- gesezes zur deutshen Gebührenordnung für Rechtéanwalte vom 2. Februar 1880°* und von der „Kostenfestseßung auf Grund eines Schiedsspruchs (§8 851 ff. Z.-P.-O.)“. An diese shließen sich Mit- theilungen des Wirklichen Geheimen Ober-Justiz-Raths Dr. Küngel über Beschlüsse, die von der Kommission für die zweite Lesung des Entwurfs eines Bürgerlichen Geseßbuchs bei der Revision der zweiten Lesung gefaßt worden find, eine Darstellung bemerkenswerther Rechts- fälle aus der Praxis des Reichsgerichts und literarishe Anzeigen mit einigen mebr oder weniger eingehenden Rezenfionen an. Beigegeben ist diesem Heft ein 304 Seiten umfassender Band Entscheidungen des Neich#gerichts aus jüngster Zeit — 94 an der Zahl, sämmtlich mit auéführliher Angabe des Thatbestandes wie der Urtheilsgründe.
— Von Grotefend’'s bekannten Werken: „Preußisch- deutshe Geseß-Sammlung 1806—1895* und „Die Erlas]e zur Ausführung und Erläuterung der Gesetze des preußishen Staats und des Deutshen Reihs 1809— 1895*, wele in dritter, neu bearbeiteter Auflage bei L. Shwann zu Düsseldorf erscheinen, liegen jeßt die ersten 14 bezw. 11 Lieferungen vor. Damit reicht die „Gesez-Sammlung“ bis zum Iabre 1871; die 14. Lieferung derselben bringt u. a. bereits das Wahlgeseß für den deutschen Reichstag, das Unterstüßungéwohnsißgesez, das Geseß über das Urbeberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalishen Kom- positionen und dramatishen Werken, die Verfafsungsverträge und Militärfonventionen zwishen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten sowie den Anfang der neuen Reichsverfassung. Die dieses Werk ergänzende Sammlung der Erlafse zur Ausführung und Erläuterung der Reichs- und Landesgeseße ist mit der 11. Liefe- rung bis zum Jahre 1883 gediehen.
— Vierteljahrsschrift für Staats- und Volkswirth- haft, für Literatur und Geshihte der Staatswissen- schaften aller Länder, herausgegeben von Dr. Kuno Franken- tein. Leipzig, Verlag von C. L. Hirschfeld. — Im dritten Heft des 1Y. Bandes veröffentliht Regierungs-Rath Kurt von Rohrfcheidt in Merseburg den Schluß seiner interessanten, durchweg auf urkund- lichem Material fußenden Abhandlung über den in den Anfang dieses Jahrhunderts fallenden erften Ausbau des Systems der Gewerbe- frerbeit in Preußen, Professor Dr. K. Rieker in Leipzig einen sehr beahtenswerthen Pag D Begriff und: Methode des allgemeinen Staatsrehts, und Dr. M. Block, membre de l’Institut de France, Paris, „zwei französishe Budgets, 1845 und 1895“. Hieran {ließen sich Kritiken und Referate über neue deutshe f\taatswissenshaftliche Werke, sowie über die einshlägige russishe und italienische Literatur, und den Sthluß bildet eine reihhaltige, 46 Seiten umfassende Bibliographie.
— Friedrich Rückert's Werke. Neue Lieferungs-Ausgabe. Herausgegeben von Ludwig Laistner. Erscheint vollständig in 20 Lieferungen zu 40 4, alle 14 Tage eine Lieferung. Stuttgart, F. G. Cotta’she Buchhandlung Nachfolger. — Durch die Veranstal- tung dieser handlichen, billigen und gut ausgestatteten Ausgabe, deren erste Lieferung vorliegt, wird die Cotta’]he Buchhandlung allen Freunden des Dichters gewiß Freude bereiten. Die Ausgabe enthält vor allem die drei Hauptwerke, welhe Nückert's Ruhm für alle Zeiten begründeten : den „Liebesfrühling“, die „Weisheit des Brahmanen“ und die „Makamen des Hariri*, sodann die „Geharnishten Sonette“ und alle diejenigen „vermischten Gedichte“, denen bleibender Werth zuerkannt werden fann. Die in die Sammlung aufgenommenen Üebertragungen orientalisher Dichtungen dürften den Subskribenten niht minder willkommen sein. Die Ausgabe {ließt fich in ihrer
„nid HOPTt : f | | guten Ausstattung den Cotta’shen Klaffiker-Oftavausgaben an. Territorialgeshihte in Deutschland, über die Kämpfe an der Nord- | S l e Samml | heiterer Gedihte. Mit zahlreihen Originalbeiträgen von Rudolf
— Shheffel-Gedenkbuh. Eine Sammlung ernster und
Baumbach, Victor Blüthgen, Felix Dahn, Georg Ebers, Martin Greif, Robert Hamerling, Thomas Koschat, St. Milow, Albert
Konrad Telmann, E. von Wildenbruch, Karl Zettel 2c. nebst mehréren
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