Mit Allerhöhster Genehmigung Seiner Majeftäl pes
rofessor . Paul M. Meyer pu ordentlichen Hquarapr essor in
Königs der bis rivatd in der p u e Friedrich Wilhelms-Universität in Berlin
der juristishen Fakultät derselben Universität
der bisherige außerordentliche Professor in der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelme-Universität in Berlin (Geheime Erster Prosektor am Anatomischen Jnstitur, der bisherige außerordentliche Profesor in der mediziunishen Fakultät der Univernität in Bonn wr. Friedrih Heiderich, Abteilungsvorsteher und Erster Profektor am Anatomischen Institut, der bisherige Privatdozent in der : Professor Dr. Eduard Firmenih-Richarß und der bioherige Privaî- dozent in der philosophishen Fakultät der Universität zu
Medizinalrat Dr. Hans Virchow,
philosophishen Fakultät der Universität in Bonn
Göttingen Professor Dr. Hugo Willrich
zu ordentlichen Honorarprofessoren in den angegebenen
Fakultäten ernannt worden.
: Geseß, betreffend Verlängerung der Geltungsdauer (Geseysamml. S. 111). Vom 4. März 1917.
Bir Wilhelm, Preußen 2c.,
verordnen mit Zustimmung der beiden Häuser des Landtags
der Monarchie, was folgt: Einziger Parágraph.
Die Geltungsdauer der Verordnung, betreffend Sicher-
stellung des fommunalen Wahlrehts der Kriegsteilnehmer, vom 7. Juli 1915 (Geseßsamml. S. 111) wird auf das Jahr 1917 erftreckt.
Ut kundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jafiegel.
Gegeben Großes Hauptquartier, den 4. März 1917.
(Siegel) Wilhelm. von Bethmann Hollweg. von Breitenbach. Beseler. Sydow. von Trott zu Solz. Frhr. von Schorlemer. Lentze. von Loebell. Helfferih. von Stein. Graf von Roedern.
Erlaß des Staatsministeriums, betreffend Anwendung des vereinfachten eignungsverfahrens bei der Herstellung einer ein aleisigen Staatseisenbahn von Wormditt nach Schlobitten sowie des zweiten Gleises auf mehreren
Staatseisenbahnstreccken. Vom 2. März 1917.
Auf Grund des §8 1 der Allerhöchslen Verordnuna, be- treffend ein vereinfachtes Enteignungsver fahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegs- gefangenen, vom 11. September 1914 (Geseßsamml, S. 159) in der Fassung der Verordnungen vom 27. März 1915 (Gesep- samml. S. 57) wid G E Ee) B etz S. 141) wird bestimmt, daß das vêrei
E nt-
i “(Geseßsamml. nfachte O fahren nah den Vo! schriften diefer Verordnuna bei der Her- stellung einer eingleisiaen Staatseisenbahn von Wormditt nach Schlobitten sowie des zweiten Gleises auf folgenden Staatsbahn- streckden Anwendung findet:
von Mostenburg über Angerburg noG Goldap und weiter über
Butikuhnen— Blindaullen nah Sjzittlthwen;
von Bartenstein nach Korsh-n einfchliß1ich etner unmittel- baren Glei! veribindung von Kosten an die Bahn Barten- stein Hetlóberg ;
yon Pogegen vach Laugszarzen und
von Ciersk über Schmentau nah Riesenburg.
Zur Ausführung der vorbezeichneten Staatsbahnstrelken ist das Necht zur Entziehung und dauernden Beschränkung des (Grundeigentums verliehen worden:
für die Eisenbahnlinie Wormditt—S@&lobitien dur L ller- höd;sten Erlaß vom 14. Juli 1914 (Geseusamml. S. 151); für die Eistnbahnlinie Rastenburg Angerbu'g dun Aller- ôdften Glaß vom 23. Mat 1898 (Geseßsamml. S. 99); für die Eisenbahnlinie Angerburg— Goldap durch Allerhöchsten Erl«ß vom 17. Apctl 1895 (Geseysaumml. S. 151); für die Eisenbahnlinie Goldap— Bu1tkuhnen— Blindgallen durch Mlerhöchsten Erlaß vom 30, Jult 1912 (Geéseßsamml. S 204); für die Eisenbahnltnte Blindgallen— Siittkehwen durch APer- bhôdhsten Erlaß vom 5 Jui 1913 (Geseßsamml S. 363); für dite Eisenbahnlinie Bartenstein— Korshen durd All'1hö8&fte Konzesfions- und Bestäigurgéurkunde für die Ostpreußische Südbahn-Gesellshast vom 2. Novembir 1863 (Geseßsarmml. S. 717); für die Ciserbahnlinle Pogegen— Lavgsßzargen dutch Allerbö&ften Eilaß vom 6, Junt 1900 (Geseßsamml, S. 151); E für die Etsenbabniinie Czerok— SckEmentau — Riesenburg tur Allerl.öchiten Exläß vom 8. Jult 1916 (Geseßsamml. S. 113).
Berlin, den 2, März 1917. Das Staatsministerium. von Breitenbach. Veseler. Sydow. von Trott zu Solz. Frhr. von Schorlemer. Lengte. oon Loebell, Helfferich. Graf von Roedern.
Nichtamlli@es.
Deutsches Neich.
Preusßen. Berlin, 17. März 1917.
Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Voll- sizuna; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen, nachher hielt der Ausschuß jür Zoll- und Steuerwesen eine Sißung ab.
Ein nicht geringer Teil der enalishen Handelsflotte, nicht weniger als 63 Prozent, ist in diesem Kriege seiner eigentlichen Bestimmung entzogen worden und wird für die Zwecke von Heer und Flokte verwendet. Die Mannschaften joicher Schiffe, obwohl im Marinedienst sichend, tragen keine Uniformen, sid aber dur besondere Abzeichen ausae- ciu Zun den Abzeichen werden besondere Zeugnisse
Ï
Der Verordnung über Sicherstellung des fommunalen Wahlrechts der Kriegsteilnehmer vom 7. Juli 1915
von Gottes Gnaden König von
4 Be'raczi komm
er vom Heeresdienst
ausgefielli, vermöge deren der befreit bleibt, solange er im M A müssen aber gegeben werden, wenr: der Mann ausscheidet oder wenn sein Schiff nicht länger im Dienft der Marine ist. Solange aber das Schiff zur Verfügung der Admiralität steht, ist die Mannschaft der an Bord von Kriegs- schiffen geltenden Mannszucht unterworfen und die Abzeichen vertreten gewissermaßen die Uniform.
Fn der Anweisung über die Ausgabe und den Gebrauch der Abzeichen, die von einem unsérer U-Boote einem englischen Dampfer abgenommen wurde, findet sich nun, wie „W. T. B.“ mitteilt, folgende Stelle: „Die Abzeichen dürfen nicht ge- tragen werden, wenn das Schiff in neutrale Gewässer oder Häfen gelangt, uñd der Kapitän muß fie dann einsammeln und verwahrt halten, bis das Schiff wieder abfährt.“ Jn Wirk- lichkeit sind Schiff und Mannschaft Bestandteile der Kriegs- marine. In neutralen Häfen aber geben sie sich den Anschein, harmlose Mitglieder der Handelsflotte zu sein, um die Vorteile zu genießen, die Handelsschiffen gegen: iber Kriegsschiffen in Kriegszeiten zukommen. Mit vollem Recht hat Holland dem bewaffneten englischen Handels- dampfer „Princeß Melita“ das Einlaufen in den Nieuwe Materweg verweigert, bis er sein Geschüg mit der Lafette über Bord geworfen hatte, weil bewaffnete Handelsdampfer Kriegs- schiffen gleihzustellen sind. Handelsdampfer unter den Befehlen der englishen Admiralität sind niht minder als Kriegsschiffe anzusehen und das Ablegen der K1iegsdienstabzeihen während eines Aufenthalts in neutralen Gewässern und Häfen mutet an wie das Benehmen von Franktireurs, die bald mit der Büchse auf der Lauer liegen, bald sih als friedliher Bürger ausgeben, die niemand ein Leid aniun können.
Nach §8 2 der Grundsäße für die Beseßung der mittleren, Kanzlei- undUnterbeamtenstellen bei den Kommunalbehörden usw. mit Militäranwärtern und Jn- habern des Anstellungéscheins find die mittleren, Kanzlei- und Unterbeamtenstellen bei Kommunen und Kommunalverbänden, die weniger als 3000 Einwohner haben, für Militäranwärter und Inhaber des Anstellungsscheins nicht vorgesehen.
Infolge des Krieges, insbesondere mit Rücksicht auf seine lange Dauer, wird die Zahl der zur Versorgung der Kriegs- beschädigten zur Verfüguna stehenden Stellen nicht ausreichen. Wie „W. T. B.“ mitteilt, soll daher eine Vermehrung dieser Stellen dadurch erzielt werden, daß die Anfstellungs- grundsäße in Zukunft bei der Beseßung der mittleren, Kanzlei- und Unterbeamtenstellen in sämtlihen Kommunen und Kom- munalverbänden mit mindestens 1000 Einwohnern Anwendung zu finden haben. Die hinzutretenden Stellen der Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern werden in der Hauptsache den Jahabern des Anstellungsscheins für den Unterbeamten- dienst zugute Tommen.
nuar 1917 ab wird ein im herausgegebenes Finanz- das durch die Post, den Buch-
Mit Wirkung vom 1. Ja preußis{en Finanzministerium Ministerial-Blatt erscheinen, das havdel und durch R. von Deckers Verlag, Berlin SW. 19, Jerusalemer Straße 56, zum Preise von jährlih 12 f zu beziehen ist. Es ist dazu bestimmt, in scinem amtlichen Teil die nachgeordneten Behörden und Beamten und, die sonst in
| n DEn, über perjönliche Augelegenheiten, wichiigère allgem nigen sörbie über aron aen und Entscheidungen aus dem gesamlen Geschäftsbereiche der Finanz-, Steuer- und Zollverwaltung „zu unterrihten. Jm nichtamilihen Teile werden neben Mitteilungen, die für die Beamtenschaft und die fonstigen Leser von Wert sind, gelegent- lich auch Tagcesfragen behandelt werden. i
Das Oberkommando in den Marken hat unter dem 16. d. M. (Sekt. O0 Nr. 165241) eine Bekanntmachung er- lassen, in der den Verarbeitern von Tuchen zur Her- stellung von Belkleidungsstücken für Offiziere, Beamte der Heeresverwaliung und solche Unteroffiziere, die ihre Uniformen aus eigenen Mitteln beschaffen müssen, eine bis zum 25. d. M. einzureihende Meldung übe ihren Durchschnittsverbrauh und ihren Bestand an derartigen Tuchen fowie über die dafür gezahlten Er- verbspreise vorgeschrieben wird. Die Bekanntmachung trifft daneben noch nähere Bestimmungen über die Ausgabe von Tuchen der bezeichneten Art dur die Kriegs8- und Reservebekleidungsämter sowie über die Ver- pflihtungen, deren Uebernahme von: den Verarbeitern vor der Ausgabe solcher Tuche in Zukunft gefordert wird. Die Bekanntmachung wird im vollen Wortlaut in den Regierungs-Amtsblättern veröffentlicht. Außerdem find Abdrücke davon beim Oberkommando in den Marken, Kriegs- Nohstoff-Stelle, Berlin W. 10 (Viktoriastraße 25), zu erhalten : ebenda werden auh die Formulare für die von den Ver- arbeitern aus8zufüllenden Melde- und Verpflihtungsscheine aus- gegeben (Dienststunden 8 bis 4). Den Interessenten ist an- zuraten, fih umgehend genaue Kenntnis von den für sie wichtigen Bestimmungen zu verschaffen. i
. 4
Oesterreich-Ungarn.
Der Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg ift aestern morgen in Wien eingetroffen, um Seiner Majestät dem Kaiser seine Aufwartung zu machen und dem Minister des Aeußern Grafen Czernin fowie dem Ministerpräfsidenten Grafen Clam-Martinic einen Gegenbesuch abzustatten.
___— Cine Verordnung der ungarischen Regierung verfügt die Wiedereinfühnung der Sommerzeitrehnung vom 16. April bis 17. September 1917. Die neue Zeit- rechnung beginnt am 16. April, 2 Uhr Morgens, und endet am 17. September um 3 Uhr Morgens.
Großbritannien und Jrlaud. Jm Unterhause - gab. der -- Finanzminisier -Bonar, Law am Ende der Sißung in Beantwortung einer Anfrage betreffs der Nbdavkung des Kaisers von Rußland und der Ernennung des Großfürsten Michael zum Regenten, wie das „Reutersche Bureau“ meldet, folgende Erklärung ab: Von der biuitiser Botsckaft in St. Pete1sbura sei ein Tele- gramm eingelaufen, tas festitelle, doß die frühz1e Meldung ron tér Abdankung des Zaren vnd der Ernernurg des Eroküfen Micha]
¿zum Regenten n*cht ganz a1 ehr etne. Die Abdankung tes
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ienst beschäftigt ist, Die
zum Regenten zufrieden zu geben. General Belajew erklärte jedoch, er könne seinen Soldateneid |
worden, obwohl tas Exefutivkomiice cinen dabingebenden Bes}, efaßt habe. Ferner teilte Bouar Law mit, er habe cin weites
elegramm erhalten, wonach der Aufenthaltsort des Zaren a bekannt sei, ‘ ;
Jm Laufe der Sizung fragte der Unionist Hunt, h di niederländische Regierung fich weigere, einem britischen h ide chiff die Benußung holländisher Häfen in der gewöhnlichen Weise zu gestatten, wenn das Schiff mit einem Geschüß gegen U-Bootsangriffe bewaffnet sei. Lo:d Robert Cecil antwortete bejahend und fügte hinzu, daß die britishe Regierung mit der niederländischen über den Gegenstand verhandle. :
__—— Der Erste Lord der Admiralilät Cars on äußerte is wie „Aftenposten“ meldet, im Aldwynflub über England Lage bezüglih der Zufuhren vön Lebens mittelz auf dem Seewege sehr ernst und sagte: :
Die deutschen U-Boote hätten allein im Februar eine halbe Million Tounen versenkt. Selbst wenn die Deutschen ihr Ver nihtung8werk nit in tem gleichen Maßstabe fortseßen könnten würden weitere Etufuhreins{chräoukungen nôtig werden, Seine Auf fassung der Lage sei keineswegs vessimistish, er wolle nur dem Nolte die Wahrheit sagen, damit es sich feine eigene Metnuug bilden Tönne,
Frankreich. Dem „Journal des Débats“ zufolge hat Frankreid während des Krieges 2,5 Milliarden Gold an die Bank von England gelangen lassen, während Rußland, Jtalien und England ihrerseils zusammen nur den gleichen Betrag überwiesen haben. Das genannte Journal fordert, daß die Verbündeten gleihmäßig den gesamten Goldbestand zusammen werfen und jeder Staat je nah Beteiligung für seine Gold: ausgaben einstehe. Ferner sollten die Vereinigten Staaten von Amerika den Verbündeten neuen Kredit gewähren, und shließlih solle England seinerseits Frankreih einen Kredit er öffnen zur Regelung der Zahlungen für englishe Kohle und andere englishe Erzeugnisse. :
— Die Regierung fordert obiger Quelle zufolge einen Kredit von zwei Millionen für Prämien bei Kaperung oder rechtmäßig festgestelller Zerstörung deutscher U-B oote. i
Rußszland,.
Die Revolution wurde nach Meldungen der „Times“ am Donnerètag voriger Woche mit Straßenkundgebungen ein geleitet, die die Behörden nicht zu unterdrücken vermochten. Am Freitag und Sonnabend kam es zu Straßenkämpfen, die sich am Sonntag wiederholten und einen viel arößeren Umfang annahmen, als an den vorhergehenden Tagen. Das \chöne Wetter hatte die Bevölkerung aus den Häusern gelockt, und die vergeblihen Versuche, die Straßen freizuhalten, scheinen zu den ersten Befehlen geführt zu haben, auf die Menge zu feuern. Am Montag früh wurden alle Brücken über die Newa für den Verkehr geschlossen, und es hieß, aß am Nordufer des Flusses Unruhen ausgebrochen seien. Am Dienstüg war der Straßentampf in vollemGange. VPanzerauto: mobile, die alle in den Händen der Revolutionäre zu sein schienen, wechselten Schüsse mit Maschinenoewehren, die von regierung treuen Truppen bedient wurden. Das Passieren der Straßen wa mit Lebensgefahr verbunden. Die Druckereien streiklen. Es boten sich freiwillig Journalisten und Seßer an, um ein täg liches Nachrichtenblait herauszugeben, das die Bevölkerung
revolutionäre Zeitung" | die Lebenémittelfrage zu beraten, und alle Mitglieder, die das Taurische Palais erreichen konnten, waren beisammen. Es gingen Gerüchte um, daß Protopopow zurückgetreten sei und daß die Bestätigung davon am nächsten Tage nah der Rück- lehr des Kaisers zu erwarten stünde. Am Mortag früh wurde bekannt, daß die Duma auf zwei Monate vertagt werden folle. Drei Garderegimenter und verschiedene Linienregimenter hatten fich den Abgeordneten angeschlossen. Das Arsenal war durch auf
Munition waren unter das Volk verteilt worden. Später hatten die Führer der Duma eine Konferenz mit den Abgeordneten. Die aufsländishen Truppen, deren Zahl auf 30 000 angegeben wird, haiten beschlossen, ein Komitee von zwölf Mit aliedern des fortshrittlihen Bloäs und der Sozialisien zu wählen. Die Aufgabe dieses Komitees sollte hauptsächlich sein, die Fühlung zwischen Volk und Heer herzustellen. Der Präsiden! der Duma Rodzianko telegraphierte an den Kaiser, daß ollgemein eine neue Regierung gefordert werde, daß diese Forderung sofort erfüllt werden müßte und daß die Verantwortung für einen weiteren Aufshub dem Souverän zufallen würde. Abschriften dieses Telegramms wurden an die kommandierenden Generale an der Front ge- sandt. Die aufständishen Soldaten beseßten die Gerichts- gebäude und plünderten das Ministerium des Jnnern und die Bureaus des Stadtfommandanten. Früh Morgens wurden die Gefängnisse genommen und alle Gefangenen freigelassen. Der reafktionäre Präsident der Ersten Kammer wurde auf Be- fehl des Komitees festgenommen, weil er sich weigerte, die Erste Kammer einzuberufen. Nach den leßten Berichten haben fich die sozialistishen Mitglieder des Komitees von diesem los- gesagt, weil ihnen dessen Forderungen zu gemäßigt waren. Als das Dumo-Komitee auf das erste dringende Tele- aramm feine Antwort von dem Zaren erhielt, ermächtigte es Rodzianko, eine leßte Warnung zu telegraphieren. Auch diese blieb unbeantwortet. Darauf beschloß das Haus nah eiaer langen Debatte, in deren Verlauf die Führer der Sozialisten ihre vollständige Zustimmung erklärten und ihren Austritt aus der Bewegung zurückzogen, eine provisorishe Regierung zu bilden. __ Der Ministerrat forderte Rodzianko auf, einer Sißung im Mariapalast beizuwohnen. Hier fand er alle Minister bei- sammen und teilte ihnen mit, die Duma habe in Uebereinstim- mung mit dem Volk beschlossen, eine provisorische Regierung zu bilden, da sie kein anderes Mittel sehe, die Ordnung in der Haupt- stadt wieder herzustellen, das Land vor Anarchie zu bewahren und Ruplanb in die Lage zu versezen, bis zum Siege durch- zuhalten. Die meiflen Minister schienen bereit, fih zu ergeben und sich mit der Ernennung des Großfürsten Michael Der Kriegsminister
niht brehen und er würde den er andere Befehle vom Zaren erhielie. Nach Rodziankos Rückehr in das Taurishe. Palais beschloß die Dumakommission einstimmig, eine provisorishe Regieruvg einzurichten, und befahl, die früheren Minister zu verhaften. ZJngtoischen hatten wehr als hundert Offiziere ibre Dienste der
Kampf forilsezen, bis
Duma angeboten, darunter der Abgeordnete Oberst Eng el-
Zaren und die Ernennung des Regenten seien noch nit autgefüßy
über die Vorfälle auf dem Laufenden halten sollte. Die erste
Die Dumakommis fion “hatte n versammelt, um über
ständische Truppen beseßt und Maschinengewehre, Gewehre und ÿ
hardi von der Garde, der seßt zum Kommandanken von St. Peltersburg_ ernannt wurde. Später kam eine Aboxdnung der Offizlere dez Preobrashensfij - Re- giments, um Der Duma die Unterftüßung der ganzen Preobrashensfij-Garde anzubieten. Somit halten si{h jo gut wie alle Gardeforps und Reseroebataillone der Duma angeschlossen. Sonntag abend begab sich der Minister des Jnnern Protopopow nah der Duma, um sihch zu er- geben, Der General Knorring, der sich weigerte, der Aufforderung der Duüma zu folgen, und sich in seinem Gause mit . dem Revolver verteidigte, wurde erschossen. Später ergab sich das Marineministerium. Der Präsident der Ersten Kammer, der Erzbischof Pitirim und Stürmer sind im Dumagebäude gefangen geseßt. Die gesamte Garnison von St. Petersburg ist zu der provisorischen Negierung über- egangen. Der Poiît-, Telegraphen- und Telephon- verkehr ist unter der Kontrolle der provisorischen Regierung.
22 Mitglieder des Neich3rates, darunter Gutschkow
und Fücst Trubeßkoj, richteten ein Telegramm an den Kaiser, worin sie die Umstände darlegten, die das Volk zur äußersten Perzweiflung getrieben und den Sturz der Regierung zur Folge gehabt hätten. Die Beibehaltung dieser alten Regierung würde einen vollständigen Umsturz von Gesey und Recht, die Nieder sage im Kriege und das Ende der Dynastie bedeuten. Nur ein vollständiger Bruch mit der Vergangenheit, die sofortige Einberufung des Parlaments und die Ernennung von Mi- nistern, die das Vertrauen der Nation genießen und in voller Uebereinstimmung mit der Duma regieren, könne Rettung ringen. : Ueber die Nolle, die die Arbeiterabgeordneten bei der Revolution spielten, meldet der „Times“/-Korrespondent, daß die Beziehungen zwischen dem Exekutivkomitee der Duma, has die ganze Nation vertrete, und der Arbeitervertretung, die ih ausschließlih für Berufsinteressen einsege, aber in einer Krise, wie diese, eine enorme Macht entwickeln könne, zu nicht geringer Besorgnis Anlaß gegeben habe. Die ge- mäßigten Abgeordneten rechneten mit der Möglichkeit eines (onflifts zwischen der provisorischen Regierung und der Arbeiter- vertretung und die Folgen eines solchen Konflifis hätten außer- o1dentlih schwer sein können. Glücklicherweise sei diese Gefahr, wenigstens vorläufig, dank dem Einfluß des Abgeordneten Kerensfi abgewendet worden.
“ Das von der Neichsduma eingesezte Ex ekutivkomitee besteht aus folgenden Personen: dem Vorsißenden der Reichs- duma Nodzianko, dem Führer der sozialdemokratishen Neichs- dumafraktion Tscheidse, dem Führer der Arbeilspartei Kerenskij, dem Kadettenführer Miljukow, dem Ange- hörigen der Oktobristenfraktion Obersten Engelhardt, dem Vize- präsidenten der Reichsduma, Kadetten Konowalow, dem Kosakenoffizier Karaulow, dem ersten Neichsdumasekretär Dimitrijukowo, demzweitenReichsdumasekretär R\chewskij, vem Oltobristenführer Schidlowskij, dem Kadetten Ne- frassow, dem Führer der gemäßigten Oktobristen Fürsten wow und dem Führer der Linksnationalistien Schulgin.
Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen- Agentur“ veröffentlicht das Exekutivkomitee die folgende Liste des neuen nationalen Kabinetts: Fürst Lwow wird Ministerpräsident und Minister des Jnnern, Mil juko1wv Minister des Aeußern, Kerenskij Justizminister, der Vize- prôsident ‘der MReichsduma Uckrafsow Verkehrsminister, Konowalow Minister für. Handel und Jndusirie. der Pro- fessor an der Universität Moskau Manuilow Minister für öffentlichen Unterricht, das Mitglied des Reichsrats und früherer Präsident der dritten Reichsduma sowie Präsident der ver- einigten Aus\hüsse der mobilifierten Jadusirie Gutshkow Kriegs- und interimistisch Marineminister, der Abgeordnete von St. Petersburg Schinagrew Ackerbauminister, der Ab geordnete von Kiew ‘“Teresthenko Finanzminister und der Abgeordnete von Kasan Godnow Staatskontroleur.
Die provisorishe Regierung veröffentlicht folgende Proklamation: |
Mitbürger! Der provisorishe Vollzuosaus\Œuß der Neich!duma hat, unterstützt von der Garni]on und den Einwobnern der Hauptstadt, jezt vollständig den \chädlicen Einfluß der alten Negterung gebrcchin, todaßer jetzt zur festen Organtfation der autführenden Macht |@reiten kann. In diejem Augenblick ernennt der provisorische Ausschuß folgende Minister des ersten nationalen Kabinetts, deren fcübere öffentliche und politishe Tätigkeit ihnen das Vertracen des Lavdes sichert. (Hier folgen die oben gemeldeten amen.) Die neue Re gierung will ihre Politik? auf folgenden Grundsäßen aufbauen:
1) Allgemeine únmittelvare Amnestie für alle Personen, die Verbrechen politisher oder religiöser Natur beçan en haben, darunter auch lexrroristisch?2 Handlungen, Militärrevolten und Verbrechen gegen tie Landwictschafisgeseße.
2) Metnungsfreiheit, Pressefretheit, Vereins- und Versammlungsfretiheit sowie Streikrecht mit Aus- dehnung dieser Rechte auf die Militärpersonea innerhalb der Grenzen, die die militärishea und techntschen Berhältnijie gestatten. 4 ; Abschaffung aller aus sozialen, religiösen und nationalen Gründen begründeten Einschränkungen. 4 Unmittelbare Vornahme von Vorbereitungen zur Einberufung einer koustitutionellen Versammlung, die auf dem allgemeinen Stimmrecht beruhend, eine Regierung etn- rihien und die Verfassung annehmen foll. i Die Polizeitnstitution wird durch eine National- miliz mit gewählten Chefs, die der Leitung der Selbstver- waltung unterstellt sind, erseyt. ; : Die Fommunalwahlen finden auf Grund des allgemeinen Wahlrechts statt. Die Truppen, die an der revolutionären Bewegung teil- genommen haben, sollen nkcht entwaffaet, sondern in St. Peters3- burg versammelt werden. A Abschaffung al!lerEinshränk ungenfürdieSoldaten
insi{tlich der sozialen Rechte, die andere Mitbürger besigev, doch nur unter der Bedingung einer strengen militärischen Disziplin im aktiven Dienst.
Die provisorische Regierung legt Gewicht darauf, hinzuzufügen, daß sie nicht beabsichtigt, den Kriegszustand zu benußen, um die Durch- führung der oben genannten Reformen aufzushtieben.
Eine Amsterdamer Presseagentur meldet, daß ih der Kaiser im Hauptquartier befindet. Die Kaiserin und der Großfürst -Thronfolger Alexei sind in Kraßnoje-Sselo. Leßterer ist nah einer Meldung des „Schwedischen Tele- araphenbureaus“ zum Kaiser ausgerufen worden. Der Großfürst Michael werde bis zur Mündigkeitserklärung des Kaisers die Re auge führen. Entgegen dieser Meldung und den Miiteilungen onax Laws im enalischen Unterhause verbreitet das „Reutersche Bureau“ ein Petersburger Tele gramm vom 16. März, wonach der Kaiser zugunsten des Großfürsten Michael abgedankt und seinen Tron- reten entsagt habe. Das Oberkommando über die Armeen im Felde habe der Kaiser dem Großfürsten Nikolaus übertragen.
Ftalien.
Die Depulierienkammer erörterte gestern die Inter- pellationen über die Wirtschaftspolitiï der Kegte- rung. Wie die „Agenzia Stefani“ meldel, gab der Minifter des Ueußern Sonnin o folgende Erklärung ab:
Um joglei der Erwariung der Kommer zu entsprechcn, deren Aufmerksamkeit in diesem Augenblick besonders auf die großen Ereig- nisse in Nußland gerichtet sein muß, beeile ih wid, zu erklären, daß nad den aus allen Q «ellen bither eingelaufenen Nachrißten die ganze Bewegung, die sich in den lezten “Tagen in Petereburg und Moskau entwickelt hat, im Hiunbplick auf den Krieg nicht auf eta Nazhlassen, sondern auf ete immer fiärktere Forisegung der militärishen Operationen geridtet ist, Die Neaierung bat gestern dur die Presse die bisher gemeldeten Einzelheiten mit geteilt. Jh kann dem heute nichts hinzufügen, ucch könnte ih auf irgendeire Frage über diefen Gegenstand antwotten. Wir kônnen und dürfen uns nicht unter irgendwelher Form in die Fragen ein- mischen, die sich auf die innere Verfassung des verbündeten Neis bezichen, noch) ia die Streitigkeiten setner nationalen Parteten. Ich bitte die Kammer, gerade. im Interesse der großen Ziele, dite thr be- sonders am Herzen liegen, si jeder mittelbaren oder unmittelbaren Kundgebung sorgfäliig zu enthalten, die sich nit in dem einfachen "nd beißen Wunsche zusammenfafsen läßt, daß da3 große verbündete Neich, dem heute eine fo groze Misfion für den Triumph der Ge- richtigkelt und der Zioiltsatien der Welt zufällt, baid seinen völligen inneren Frieden wiederfinde in der cinmütigen Absicht, mit allen nationalen Kräften den gemeinsamen Feind an ter Grenze zu \chlagen.
Die Ereignisse folgen fiH [Hell in diesen Kriegézelten. Der biyte!lisitae, von Deutschland und seinen Verbündeten im ver- gangenen Dezembec gemahte Friedensvorshlag ist egenstand der Pzüfung der Kammer während ihrer leßten Sißung3- periode gewesen. Dann kam die Note Wilsons vom 18. Dezember, die, sicherlih erfüllt von cinem tohen Getühl ter Menschenliebe, jede der beiden friegführerden Gruppea aufforderte, die Bedingunaen z1 formulierea, unter denen sie Frieden geschlossen hätt n. Die Mittelmäcbte antwortetea sofort auf die amerikanishe Veiitcilung. ohne iudessen eixe Bedingung zu nennen, und tudem sie nur auf ihrem ersten Vorich{lag einer Zz1sammenkunft der Kriegführenden be- standen, auf der man darüber beraten sollte. Die verbündeten Regierungen brahten am 30. Deumber vwch Bermitiluog der intecessierien neutralen Regierungen ibre gemelnjame Äntwort auf den Vorschlag der Mittelmähte vom 12. Dezember zur Kenntnis, der allein darauf abzielte, in der öffentlichen Meinung unserer im Kriege befind- lihen Länder Zwietracht hervorzurufen und die der neutralen zu ver- wicren, während er versuchte, den öffewilihen Geist in Deutschland und bet seinen Verbündeten zu stärken. Am 12. Januar antworteten Deutschland und Oesterreich, Ungarn dur Vermittlung der neutralen Regterungen auf unsere gemeinsame Mitteilung durch eine Note, deren springender Punkt imnier das Fehlen jeder genauen Angabe der Friedenébedingungen ist. Denn von den Behauptunaen braucht man gar nicht zu sprechen, welche die geshihilich gewordene Ta! sache des von den Mittelmähhien 1914 willkürlih unternommenen Angriffes ent- stellen sollen. - Dann. kam die wiht'ge Botschaft Wilsors vom 92. Fanuar an den amerikanischGen Senat, in der der Präsident ieine Gedaifen über die zukünftigen trternationalen Re- gelungen zum Schuße der Meenschhei gegen neues Krlegs- unglüd auseinanda:segte, Der Präsident erkannte an, daß man dies alles nicht einmal tetlroetse erreichen kann, wenn die Fricdens- bedingungen, die dem gegenwärtiaen Kamvf ein Ende machen, nicht den edlen Forderungen der Billigkeit, der Ztvilisation und der Acßtung vor den Nationalttäten und dea fleinen Staaten Genüge leisten, Forderungen, die übcige: 8 sch-n in der Antwoit der Verbündeten auf die ersie Nete fkizziert wzren. Aber Wilson exklärt nicht, wie man all das erreichen könne. Was seine Hypaothese ein-3 Friedens ohne Sieg anbetrifft, so wäre sie gleichbedeutend mit der Verleugnung der Ursprünge dieses Kri-ges w d mit einex Verkenoung der vou Jtalien und seinen Verbündeten vzikündeten Ziele, und hier ijt es am Plaße, wieder einmal zu befiäfitgen, daß Italien kin Ziel der Borherr- saft oder der Unterd: üfung verfolgt, fonbern daß es durh die Tapferkeit seiner Kinder für die Befreiung seiner fremdem Joche unter oorfenen Landsleute kämpft sowie für die G-oterung feiner von der Natur ge¡ieichneten Grenzen, für die rechtmäßige Sicherheit seiner Küsten im Adrtatishen Meer und sür die Wahrung setner Lebens- interessen tim PVêittelmeer.
Im 31. Fanuar veröffentlichte Deuis&land zusammen mit Oesterre!ch-ÜUngarn die Eutlärung der Blockade“ gegen Groß- britannien, Frankrei und Stalien Jose. 1 östlihen Mittelmeer. Diese sfogenannte Blockade 1st gesezwidrig in Hinsicht auf die vom Völkerreck&t fest- aesezten Megeln, die als notwendige Bedingung fkordery, daß sie var allem effekftiy sei, außerdem durch das gewählte Werkzeug, nämli Unterseekxieg bis aufs äußerste, Der Bes(luß der Mittelmäcte ist ein neuer Beweis ter Barbaret ihrer Methoden, aber die Ber- bündeten sind entschlcfen, diesec neuen Drehung entgegenzutreten ; auf der Londoner Marinekonferenz hat man {ie votausgesehen und Bor- tehrungen tagegen getroffen. Der Un terfeebootkrieg wird neue Verbrechen gegenüber un|chuldizen Opfern bewirken, aber nidht sein Ziel erreichen, den Hanvbel der Verbündeten zum Stillstand zu bringen. Vas Nöltferrecht hat bisber unter bestimmten ÜUimnsiänden ein Recht ter Aus- bringung gestattet, aber niemals die blinde Bernichtung von Menschen- leben und Gizentum. Die Neuheit der Untersebootwaffe kann eine weitherzigere Bestimmung der Bedingungen rechtfertigen, die für eine effeftive Blekade zur See notwendig sind, sle kann aber feine2we(s ein Recht oder cine Rechtfertigung abgeben, ohne Nücksicht auf Abaanctort oder Besiimmungso:t zu verni{ten und zu morden, gleickviel, ob es ih um Neuttale oder Kriegführende, Bewaffaete oter Nicht- bewaffnete handelt und ohne Unterschied des Geshlehts und Alters. Dies àlles führt uns wteder in die grausamsten Zeiten des wilden und piähistoris{en Menschen zurück. Die Taisache, dcß ein Staat sich éin solches Recht anmaßt, willkürlich alle hon von ihm selbst ge- vehmigten und proklamterten Gesehe und Regeln zu verlegen, dreht dic Menschheit mit einem S@lage um mehrere Jahrhunderte auf dem Wege der Ziilisation zutückzuwerfen, indem sie jeden moralif@en Glauben gefäh: det und für die Zukunst die praktishe Lösung des Problems der Garantien für tas Völkerreht und der Befesttgung der Grundlagen jeglihen moralishen Forts{rüts urgeßeuer er» \shwert. Nicht nur die verbündeten, sondern fogar die neutralen Staaten weidn in thren berechtigten Interessen durch die Ent» {eidung der Mittelmächte bedroht, und die große Republik von Nordamerila, die besonders auch darch die moralische Weite der Ankündigung geretzt wurde, konnte diese Herausforderung nicht dulden.
Am 3, Februar erklärte der Präsident Wilf on die dipiomalti@en Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Neihe für abgebrohen. Spanien, Brasilien und die anderen neutralen Staaten brahten ebenfalls ihre Protefle gegen diesen neuen Anschlag auf das V3lrerreht vor. Ende des verflossenen Monats verkündete Präsident Wiljon, indem er vor dem Kongreß die Unmöglichkeit «hervorhob, die Rechte der Neutralen durch diplomatishe PVetittel gegen die ungeseßlihen Verleßungen durch Deutschland zu shügen, die bewaffnete Neutralität der Vereinigten Staaten und forde:te neben den Vollmachten die Ermächligung zur Bewaffnung der Handele schlie und die Kredite für die militärisben Ausgaben. Inzwischen rief die Nachricht von dem Vörgehen Deulsckh- lands in Mexiko zu dem Zwrecke, Carranza zum Gintiitt in è en Krieg zu bewegen, etnen tiefen Etndruck in der öffentlichen Metnuug der Vereinigten Staaten hervor. Auf den gleichzeitig unternommenen vergeblichen Versu), Fapan gegen die Vereinigten Staaten in Bee wegung zu sepen, antwortete alsbald etne amtliche Veilgutbarung der Regierung von Tokio, die (hre vollkommene U’bereinstimmung mit den vabüideten Mächtea und die herzlihe Freundschaft füx die noidameuilani|Ge Me publik bekräfüigte. Nachdem die Megierung der Nereintgten Staaten am 12. März die Bewaffnung der Sch\ff? b*\hlcssen haite, matte sie cutlich bekännt, daß an Berd
aller dur die Sverrgebtete fahrenden amerikanishen Kauffabrteischiffe eine bewaffnete Wache zum Schuge ticser Schiffe und des Lebevs der Personen an Bord ausgestellt werdca. würde. Außerdem erkennt lie deu Handelaschisfen der Kriegfühßrerven das Recht bder Bewaffnung zu,
Nicderlagude.
Vorgestern nahmittag wurde im Haag eine Versammlung von Interessenten der Schiffahrt nah Amerika abgehalten, der der Chef des Marinestabs beiwohnte. Das Verbot, nach Amerika auszufahren, bleibt, wie „W. T. B.“ meldet, vorläufig bestehen.
- Das M inisterium des Aeußern teilt mit, daß vom 1. April an alle Schiffe innerhalb eines Umkreises von zehn Meilen vom Leuchtturm von Udstre fahren tfönnen, ohne der Gefahr, oyne Warnung versenkt zu werden, ausgeseßt zu sein.
Norwegen.
Durch früheren Storthingsbeshluß hatte die Regierung die Ermächtigung zur Aufnahme einer Staatsanleihe von 129 Millionen Kronen erhalten. Da hiervon nur noch 20 Millionen unverbraucht sind, wurde, wie „W. T. B.“ meldet, im heutigen Staatsrat vorgeschlagen, dem Storthing die Aufnahme einer Staat3anlcihe von weiteren 89 Millionen Kronen vorzuschlagen.
Türkei.
Der Senat genehmigte vorgestern das mit der Bagdad- bahngesellschast abgeschlossene Abkommen über den Bau der Taurus- und Amanusstrecke der Bagdadbahn.
— Im Verlaufe der Erörterungen des Budgets des Bautenministeriums nahm die Kammer einen Antrag des Abgeordneten von Diabekir an, wonach die Regierung er- mächtigt wird, einen Zusatkredit von 1 Million Pfund für den Bau einer Zweiglinie der Bagdadbahn von RNas-Ul -Ain nach Diabekir aufzunehmen. Der Finanz- minister erklärte sich mit diesem Antrag einverstanden, fügte jedo hinzu, er betrahte den Antrag für die Kriegsdauer als undurchführbak; da das Kriegsministerium anderen Zweiglinien den Vorzug gegeben have.
Bulgarien.
Die Negierung hat in der Sobranje das mit der Be- trieb8gesellshaft der orientalischen Eisenbahnen abgeschlossene Abkommen über die Ablösung des Betriebsrehts der Eisen- bahnlinie Mustapha Pasha——Dedeagatsch eingebracht. Die Ablösung erfolgt gegen eine Gesamtsumnie von 25 Millionen Francs.
Kriegsnahrichten,
Berlin, 16. März, Abends. (W. T. V.) Jm Westen und Osten nur vereinzelt lebhastere Gesechi8- tätigkeit. E
Jm Westen war das Artilleriefeuer in Flandern nahe der See und stellenweise zwischen der belgish-französischen Grenze und Arras lebhafter. Hier drangen deutsche Erkundungs- truppen bis in die ersten Häuser von Arras vor. Sie stellten schwere Beschädigungen der feindlichen Stellungen durch deutsches Artilleriefeuer fest und kehrten ohne eigene Verluste mit Ge- fangenen in die deutschzen Linien zurück. Nördlich der Somme war das Artilleriefeuer im allgemeinen s{chwächer als in den ver- gangenen Tagen und verstärkte sih erst gegen Abend an einigen Stellen. Vorfühlende. englische Patrouillen sowie der Angriffs- versuh zweier englisher Kompagnien in der Gegend von Grevillers wurden unter s{hweren Verlusten abgewiesen. Weitere \{hwere Verluste erlitten die Engländer bei dem im verwüsteten und vershlammten Gelände schwierigen Versuche, Truppen- förper über das deutscherseits geräumte Gebiet nahzuziehen. Das sHwere Artilleriefeuer und die Vorfeldkämpfe zwischen NAvre und Oise dauern an. Auf den vorderen deutschen Stellungen lag Minenfeuer. a
Die verlufireihen vergeblihen Versuche der Franzosen in Mazedonien nehmen ihren Fortgang. Anscheinend ist den Franzosen dié Frühjahrsoffensive auf dem Balkan von der Entente übertragen: anders läßt sich das rücfsichtälose Opfern von Menschen nicht erklären.
Großes Hauptquartier, 17. März. (W. T. B.) Westlicher Kriegs3sschauplaß#§.
Zwischen dem Kanal von La Bassée und der Ancre lebhafte Feuertätigkeit; an mehreren Stellen sind englishe Er- kundungstrupps zurücfgewiesen worden. :
Zwischen Sailly und dem St. Pierre-Vaast-Walde haben enalische, zwishen Beuvraignes und Lafsigny fran- zösische Abteilungen in, Gräben, die von uns plangemäß auf- gegeben waren, fich festgesetzt.
An der Aisne-Front Vorfeldunternehmungen, die uns 35 Gefangene einbrahten.
In der Champagne zeitweilig starkes Artilleriefeuer; der Vorstoß einer französischen Kompagnie westlih von Tahure scheiterte.
Zwischen Maas und Mosel holten unsere Stoßirupps an vier verschiedenen Punkten Gefangene aus den feindlichen Linien; bei einem gelungenen Handstreih nahe Moncel an der Lothringer Grenze wurden 20 Franzosen gefangen genommen.
Unsere Flieger brachten durch Luftangriff 4 Fessel- ballons der Gegner brennend zum Absiurz.
Oesilicher Kriegsschauplay. Keine besonderen Ereignisse. i Mazedonishe Front. Nördlich von Monastir sind neue Kämpfe im Gange.
Oestlich des Dojran-Sees hat ein englishes Bataillon den vor unserer Sicherungslinie liegenden Bahnhof Poroi
besetzt. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff.
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Qeosterreichisch-ungarischer Bericht. Wien, 16. März (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Oeftlicher Kriegsschauplay. Nichts zu melden.