1871 / 37 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 17 Jun 1871 18:00:01 GMT) scan diff

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und König um 3 Uhr über die Schloßbrücke, gefolgt von einer glänzenden Suite, zum Lustgarten rxtten. ' ,

In dem für Ihre Majestät Hz»: thserm und" Komgmxr- richteten Pavillon hatten Allerhochstdtesxlbc, Jhyre Jatserlxche und Königliche Hohejt die Kronprmzessm, forme sammtltche hier anwesende fürßlrche Damen Plgß gxnommen. . Sobald Se. Majestät der Katser und Könxg unt "den Prmzen des Königlichen Hauses und _den Fürstlichen (Haften 2c. ausdem Plaße erschienen, wurdc Gewehr auf! genommen uud dte er- oberten französischen Adler, Fahnen und SZaxqurten, dercn Träger vor dem Denkmsl, Front nach dcm Komglrcixen “Schloß, in 3 Gliedern Stellung genommen hatten, auf das Pxédssml desselben niedergelegt., Die Tambours" dss 1.G;1rdc-ng1ments zu Fuß schlugen zum Gebet, alle ubrigen Tambours „und Trompeter nahmen das Signal sofsrt auf. Der Dom-Chor leitete dnrch Gesang die Feier cm. Der Feldprobst der Armee Thielen , welcher seinen Stand auf dem steinernanntcrbax: des Denkmals genommen hatte, sprach sodann folgendes Gebet:

»Lobe den „Herrn, meineSeelc, und Alles; was in mir ist, scikncn heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß mcht, was er Dir Gutes gethan hat!;

Herr Gott Zcbaoth, allmächciger, barmherziger, gnadtgcr Gott! Wir stehen vor Deinem heiligen Anaestcht xncdergebeugt von der unermeßlichen Fülle Deiner Gnadc,_ unt 129: Du uns gesegnet hast und [oben und preisen Demcn hettmezz Namen, daß Du unser Volk so hoch erhöhct hast. Was unsere Vater gehoffc und erstrebt, wonach se in vielen heißen Kampfen Jahr_huyderte (ang gerunÉen, das hat Deine große Barmherzigkeit uns wett ubxr Briten .und erstehen gegeben und damit das Sehnen der Edelstext xm Volke gestillt, ein wieder geeintes, großes, deutsches Vaterland, mrt dem auch die lange getrennten Glieder wieder verbunden sind, hoch geachtet unter den Staaten Europa?, ein Bollwerk des Friedens, ein Hort der Freiheit und des Rechts. Von Dir, :) Herr, ist es geschehen und steht da als ein Wunder vor unsern Augen! Du hast Dein Volk nicht verstoßen und Dein Erbe nicht verlassen! Deß Zeugcksoll auch dies Königliche Standbild sein, das die Liebe und Dankbarkeit des Sohnes, des Kaisers, unseres Königs und Herrn, seinem verklärten Königlichen Vater, Friedrich Wilhelm dem Dritten errichtet hat und das in dieser feierlichen Stunde enthüllt werden sloll, damit die spätesten GesZlechter noch der großen Tbaten gedenken, dieDu, oHerr, durch Ihn, ein auserwähltes Rüüzeug, zur Errettung und Be- glückung Seines und des ganzen deutschen Volkes im Freiheitskampfe uns in Seiner langen, so reich gesegneten Regierung vollbracht haß, auf daß der Segen der Gottesfurcht, der unwandelbaren Treue, des Glaubens und der Liebe, worin der SeligvoUendcte ssinem König- lichen Hause und dem ganzen Volke das edclste Vorbild gejvssen ist, nimmer von uns weiche; damit wir in der Unruhe der Zeit stets unsexe Hoffnung aufDich Lichten undes immer behcrzigen, daß an Deinem Segen Alles gelegen ist. Laß dies Bild des frommen und gerechten Königs eine Mahnung für uns und unsere Kinder Werdcn, fest und unerschütter- lich zu stehen in dem theuren Evangelium Issa Christi, Deincs Sohnes, unsers chm, damit es auch an uns seine Gotteskraft als unsern einigen Trost im Leben und im Sterben, als das einige Fundament der Sicherheit des Throncs und dcr Wohlfahrt des Landes erweise und wir treu bis an den Tod daran halten. Die Treue und der Gehorsam, mit dem unser Volk dcn Königlichen Vater geliebt Hat, erhalte fie dem Königlichen Sohne, unserem theurenHeldcnkaiser, durch den Du in dieser ewig denkwürdigen Z-zit so Großes an uns und unserm ganzen deutschen Vaterlande gethan und dasselbe nach langer verderblicher Spaltung, Wieder geeinigt hast zu einem [)ertlichen deutschen Reiche und sein Recht und seine Ehre, „seine Macht und Größe fest gegründet haft durch eine lange ununterbrochene Reihe glänzender Siege. - . "

Die vielen Opfer, die gxfallcn, die hctßen Thranen, die geflossen, die Werke der Liebe und Barmherzigkeit, die verrichtet, die inbrünßigcn Gebete, die zu Deinem Throne emp'orgeftiegcn find laß fie durch Deine Gnade eine Frucht dcs Friedens Und der Gere tigkeit bringen für unsern tbeuern Kaiser und Sein Königliches Haus, für das deutsche Vaterland und alle seine Fürsten und Stämme, damit Wir unter dem Scepter unseres theuren Kaisers und Herrn noch lange ein ßiües und geruhigcs Leben führen können in aller Gottseligkcit und Ehrhar- keit, in Frieden und Wohlfahrt.

Tröüc, barmh-rziger Gott, tröße Alle, die Letd tragen und um den Verlust ihrer Lieben trauern, tröste und richte sie auf mit den Erweisungen Deiner Gnade und Güte.

Kröne mit der reichen Fülle Deiner Gnade unsern Kaiser und „Herrn! Segne Ihn, Seine Kaiserliche Gemahlin und Sein ganzes Haus, das segreiche deutsche Krichhcer, das fich um das Vaterland durch seine Treue, Tapferkeit, MannszuM und Hingebung so wohl verdient und der voklßen Anerkennung des Volkes und scincs wärmßen Dankes Würdig gemacht hat, dessen Vertreter dieses Denkmal umstehen, segne es in aUen seinen Führern und Gliedern, segne unser dcutschcs Viklk und Land. chne die Fürsten und freien Städte des Reichs und laß Deine Gnade täglich neu über ißnen Werden. - Erbarme Dick), Tn treuer, gnädi-zer Gott, des tief gcbcuatcn Volkes, das Deine Gerichte in' dicser Zeit so schwer heimgesuoht haben; laß Deinen Frieden über daffelöe kommen und es inne Werden, daß wahre Größe nur in der demüthigen Unterwafung Unter Dein heiliges Wort und “Gebot besteht und Dauer hat, dennDu, o Herr, widerstehest den Hoffärtigen, aber den Demüthigcn gicbst Du Gnade und läßt es den Aufrichtigm gelingen! Wir aber vertrauen nicht auf unsere Gerechtig-

_feit, sondern allein auf Deine Gnade und Erbarumtxg.

sz, Herr Gott Zebaoth, Warst mit unL! Daxnm, „Herr, Nicht uns, mcht uns, sonkcrn Dir allein sei die Ehre! Amen.-

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Diesen Worten folgte das „Vater unsere und der Segen, nach dessen Ertheilung Se.Majestät und demnächst die Truppen das entblößte Haupt wiederum bedeckten.

Hierauf wandte sich der Reichskanzler Fürst von BiZmarck cm Se. Majestät mit der Bitte, den Befehl zur Enthüllung des Dcnknmls zu ertöeilen. Sobald dieser Allerhöchste Befehl ertheilt war, fiel die Hülle des Denkmals.

Dic dasselbe umgebendcn FahNen Und Standartcn wurdc-n

gksenkt, die TrUppen präsentirten und TiLfLU Hurra!)! bis gc- schnltert wurdc,“ dis TKMÖOUTZ schlugen [Md dic MUsik-Chöre spielten »Hsil Dir im Sicgcrkrm1z.« ZUglki-H wurde dieser. cherliche Momcxxt durch 101 Kanoncnschuß, wcche Seitens der ErsaZz-Abthcilung dcs Gardc-Fsld-Artillerie-chiments in dcr Tankkanfiraßc abgegcbcn wurdcn, xmd durch das Gsläntc allcr Glocken der Stadt vcrkk'mdct. * Zum Schluß der Feier intonirten die in der Vorhaüe de:? Museums aufgestellten Mufik- und Trompeter-Chöre den Choral »Nun danket A(le GNM worauf, nachdcm Se. Majestät nach Verabschiedung von don Fürstlichen Damen und der anwesenden Gcncralität inAllerhöchstihr Palais zurückgeritten, alsdann der Abmarsch der Truppen in die Quartiere erfolgte.

Das Denkmal des Königs Friedrich Wilhelm111. im Lustgarten,

Schon König Friedrich Wilhelm 117. hatte die Absicht ge- begx, Seinem in Gott ruhenden Vater ein Reiterftandbild in Berlin zu errichten und beauftragte den Profeffor Rauch mit der weiteren Ausbildung dieses Plans, sowie mit der An- fertigung von Entwürfen. Diese in Gips ausgeführten, aber unvollständig gebliebenen Entwürfe', welche den König Friedrich Wilhclm 111. zu Pferde auf einem mit Figuren reich ausge- schmüchtcn Piedestal darstellen, befinden sich gegenwärtig in dem Rauch-Museum.

Des jexztregiercndenKaisers und Königs Majestät traten im Jahre1858 dem Plane näher und ordneten die Bildung einet Kom- mission an, welche zu Anfang des Jahres 1859 zusammentrat. Dieselbe bestand unter_ dem Vorsiß des Fürsten zu Hohenzollern- Sigmaringen Königliäyer Hoheit, aus dem Staats-Minister a. D. Grafen Arnim-Voyßenburg, den Staats-Minißern von Auers- wald und von Bethmann - Hollweg, dem General- Direktor der Königlichen Museen von Olfcrs, dem Geheimen Ober- Vaurath Stüler, dcm Dirkktor Dr. von Cornelius , dcm

. Geheimen Regierungs = Rath Pinder, den Geheimen Rälhen

Ranke und Daege, und wurde 1862 durch den Staats- Minifter von Mü-Hler als Stellvertreter des Vorsißendeu und durch den Staats-Minister a. D., Freiherrn von Patow , er- weitert. Die Kosten wurden vom Landtage der Monarchie seit 1859 in mehreren Raten bewilligt.

Nach langen Berathungen in der Kommission über den Ort und die Gestaltung des Denkmals wurde der Play im Lustgarten von des Königs Majestät dazu - im Februar 1860 _ bestimmt, und nach einem aufgestellten Programm, in welchem den Künstlern für die Darstellnngen am Piedcftal vollkommen Freiheit gelassen, eine Konkurrenz ausgefckzricbcn, an welcher sich 12 Künstler betheiligtcn. Ihre Skizzen wurden auf der Kunstausstellung im Herbst des Jahres 1860 der öffentlichen Beurtheilung Übergeben.

Auf den Bericht der Kommksswn erging demnächst an den Profeffor AlbertWolff, einer der bedeutendstenSchüler Rauchs, der sich bereits durch Reiterbildwerke hervorgethan hatte, im April 1861 der Auftrag , einen neuen Ent- wurf anzufertigen. Derselbe wurde im Januar 1861 Sr. Majestät vorgelegt und erhielt unter Vorbehalt einiger Abände- rungen die Allerhöchste Genehmigung. Der Künstler begann nun sofort die Aufstellung eines Hülfsmodells in halber Lebensgröße.

Als dasselbe gegen Ende 1862 so weit vorgeschritten war, daß fich seine künstlerische Konstitution und Wirkung vollstän- dig übersehen ließ und daher die Ausführung des Standbildes selbst gesichert erschien, ordnete der Aslerhöchste Erlaß vom 8. Dezember 1862 die feierliche Grundsteinlegung an. Es wurde hierfür der 17. März 1863 bestimmt, weil an diesem Tage vor 50 Jahren König Friedrich Wilhelm111. den «Aufruf an Mein VOW- erlaffen hatte.

Am Vormittag dieses Tages erfolgte dann auch die Feier der Grundsteinlegung an der dazu gewählten Stelle im Lust- garken.

Dic AUerhöchste Urkunde über die Errichtung des Denk- mals, welche in den Gru11dstcin gelegt „wurde, hat folgenden

Wortlaut: _

Wir TLilhelm, von Gottss Gnaßen König von Preußen IT., thun hierdurch kUUd und fügen zu wissc-n, daß Wir beschlossen haben, Unserm in Gott ruhendeu Herrn Vater, des Königs Friedrich Wil-

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helm 111. Majestät- in Unécxer Haupt- und Refidenzstadt Be7lin cin Reitexstandbild m Erz zu errtchtcn.

Wir führen damit aus, was schon Unseres vielgeliebien Bruders :md Vorßängßrs „m der Krone, des weiland Königs Friedricl) W-Zl. helm 117. Ma1esta_t, Abficht und Wunsch War, Und dankm Gott, daß es uns vexßönnt 1ß, dyn UUVCL'FCHUÖM Vater zu chxcn, der mit Un- serer De_rklaréen Muttsr hcuxe segmnd auf 11115 uud Uns-xr Haus, auf Unstr Land und Volk h-erabhlickt.

Wir [egen den Gxundßcin zu des Königs Denkmal heute am 17. Mäxz nn Jahre des HUF „1863, aks an dem TQM, wo Friedrich Wilhcxm vor ,50 Jaöxen Sé11l.VOlk »zum léßten Mischcidendcn K-.1_n1p7_ fü“? sem Dasem und seme Unabhärtzigfcit- in die Waffen rief, Cs ztcxyt fick.) dtcser Tag, um in dem ()*:imgegangencn Heldxn- könig 9961) sem Volk zu chreU, das Von Ibm 11 be:: dem stekwndcn Hser m Lanpwehr und L*anDsturm orgx-nifirt, fich Wie Ein Mann erhob und nut seinem Blute den Wahlspruch befiegelt-, den ihm sein König gegebepx. tht Gott fÜr König Und Vatsrlandk Gott hat Unseres Féöntgxtchen Vaters und Scims Volkes Heldenkampf :Die Sieg [my Frieden gsfrönt. Preußen und mit iHm Deutschländ wurden xrel von schmachvol1sx Abvämgigkxit und auf dem festen Fundanxcnt dic-ser sclbsjerru:*;;»xcx'acn Unabhängigfsit, KLTTQKTU von der 6112171111)th Liebe und dem Bcrtraucn (“Heimes Volkes,- war Friedrich Wilbclm m den Ihm dann noch bcschiedenen langen Jri-zdcnsjahren ein Vthr Seines Landes. Schon in den Zeiten der Wwexsten Bx- drängmß h&ttYEr, „untcrüüßt von der Weisheit Treuer Räthc, die noch gebundenen Kxaftc m der Nation frei zu machen und zum selbftbewußt-cn und selbstständigen Dienst für gemeinsameZwecke Des Batsrlandxs heran- zubilden und zu bsleben chußt. Jsßt warden, nachdem der Bauer::- stand von der „Exbuntcrthänigkcit frri genmcht, durch die Städte- Ordtzung der Burgerstand zyt Selbstbsrjvaltung seines GMteintvcst-ns bcrascn war, und in dem Kriege das Volk in Waffen die allgemeine Wehrpsticht gls seine Ehre anerkannt hatte, die gesakmnte Ydei- ßratxon hes Staates, dic Heeresverfaffung, die Abgaben- und Steuer- Vcrbaltntssc mit dem dem Könige eigenen einfachen und prakkisäch Sinn neu Und Besser gcßaltet. Unter der gemeinsamen großen Gesetz- gebung lernterxfich die Stämme der (113911, der wieder- und der neu eroberten Provtnzcn als leOendige Glisder Eines Reiches und Regi- ments kennen und fühlen, und sahen dock) ihre berechtigten lanöschafb lichm Besonderheiten durch die neu verliehenen provinzialftändisMn Verfassungm gkwahrt und berückfichtigt, der Zeit cntgegenwartsnd, Wo nc-ch _des Königs Abficht auch eine (Hesammt-Verfassung des Staates eme gesegnete Wirklichkeit werdkn könnte. Weise Sparsamkeit smtens des Königs, intelLigcntes Schaffen des Volkes in Ackerbau, Gewerbe und Handel ließen bald die Wunden, die der Krieg dem Wolsstand des Landes geschlagen, vergessen; neue Quellen des Ermerbs und des Absaßes wurd:n eröffnet: der Zollwerein, dcs Königs eigxnßer Gedanke, krönte Seine Bestrebungen für die materielle Wohlfahri Des Volkes unk; war die Freude Und Ehre des Königs, der Sic!) als deutscher Fürst ßolz fühlte und Seines Volkes Bexuf für Deutschland nicht aus dem Auge ließ. Er wußte, daß des Volkes ganzer Beruf nur auf der ;Ernndlage wahrer (Hottesfurcht und Frömmigkeit und umfassender axhier Bildung erfüüt wexden konnte. Friedrich Wilhelm, d'essen Zeit mrt Unruhe, dessen HOffTTUUI in Gott War, gab Gott die Ehre in Seiner Ehrfurcht und Seiner Liebe für die Kirche. Für die evangelische Kirche War Seines Herzens Wunsch Einigkeit und Liebe auf dem Grunde des Wortes Goßes und des Bekenntnisses der "Väter. Die nachkommendcn Geschlechter werden Ihm noch danken für den Grund, den Er zur wahren Union gelegt. Die katholische Kirche Seines Landes fundirte Er fest in ihrem Bestande. Unter Seiner'Regierung Wurde es erstrebt und zum großen Theil erreicht, daß Kemem im Volk die Gele enheit zur nothwendigsten Bildung fehlte; in der Zeit der tiefsten oth des Vaterlandes gründete Er in dcr Uniwersität zu Berlin eine Pflanzstätte deutscher Wissenschafe und in den ersten Jahren des Friedens eine gleiche an der Westlichen Grenze "des gemeinschaftlichen Vaterlandes. Die Kunst verdankt Ihm groß- artige Denkmäler, reiche Sammlungen, treffliche Schulen.

"ck SFZedlrkich Wilhelm regierte ein wehrhaftes, treues und glück- , e o .

Heute legen Wir, in Gemeinschaft mit der Königin, Unserer Gc- mahli-n, umgeben von Unsern Brüdern und Schwkftern und Unserem reich gesegneten Königlichen Hause, umgeben von den aus dem ganzen Lande zur Feier Seines Gedächtnisses [)erbcigeeiltcn_„ Rittern; des Eisernen Kreuzes und anderen Waffengefährten des He.det1königs, die von Ihm geführt, mit Ihm die heißen Schlachten, zur Befreiung des Vaterlandes geschlagen, umgeben von den Räthen Unserer Krone, von den Vertretern Unseres Volkes und Heeres, in tiefem Dank für die große Vergangenheit und im festm Wollen und in gewisser freu- diger Zuversicht .für die Zukunft Unseres Vaterlandes den erßen Stein zu dem Standbild des edlen Königs, Welches, gerichtet gegen “das Schloß Seiner Ahnen, dereinst umgeben von den Bildsäulen Seiner treuesten Diener, in'Unserer Haupt- und Residenzstadt auf alle Zeiten daßehen soll als ein Denkmal Unserer Liebe und Ver- ehrung; dem Volke gcxveiht zur Erinnerung und zur Mahnung, wie Gott Großes gethan durch Unseres in Ibm ruhenden Vaters Majestät und wie das Haus der Hohenzollern feststehen wnd zu Seinem Volk, Sein Volk zu Ihm. _

Gegenwärtige Urkunde hmben Wir in zwn glexchlautendsn Aus- ferjigungcn mit Unserer Allerhöcbsi eigenhändtgcn Namensunte'rsäyrift Vollzogen und mit Unserem größeren Könéglichcn 'Jnsiegel versehen lassen und befehlen Wir, die eine “in den Grun'dßxm dss Denkmals niederzuleacn, die andere in Unserem Stäatsarchtv-x aufobcwxahrcn.

Gegeben in Unserer Haapt- und Rcfidcnzsmdt Berlin am siebenzehnten März des Jahres Eintausend achthundcrt

Drei und c i . WI 9 Wilhelm. (x„ S.)

Der fernere Theil des Jahres 1863 wurde durch Abschluß von K911trak1971, Hure!) technische Prüfung und Feststcliung dcr Kpstennbexschlangfm Anspruch genommen, während der Künstler skins Arbeit fortfahrte. Zugleich gewann der A(lsrhöchstcn Bc- fchls zqfolge aufgeftcklte Plan, das Königsdenknml mit den Sxamdbxlch der "berühmten zeitgenössischen Generals UND Staatsmanxxcr: Bluchcr, Stein, Hardenberg, Wilh. von HUM- boldt, 6511611611611, „York, Bülow, Scharnhorst und TaUMzien 31]: „umgeben, etnx Fcstcre Gsstalt. Jm Dszembcr 1864 war die chxtcrstatuc bercxxv der Vollendung nahe und das Hülfsmodeü zum Postamch: xm Werden begriffen. Nachdem Sc. Majestät _dcr Komg 1866 tm Februar die Modslje im Wolff'scben Atelier m, Augchchmx) gcnonxwkn, thrde im Mai dxffelbc'n 0(ahkes :xnt „Hsm, Kunstler uber die letsführunq dss Deermals cmschxxeßhch dex K0|c11_ des Materials, “dcs Gusses und der, Ctselxrnng cm YCÖLL'LMWMMM dcfimtiv abgeschlossen. Die Rxxtxrstatu§_ stand m Folge dessen schon am 22. Mai 1866 in (Hips gegoyen da, gelangte aber srsx im Oktober zum Erzguß Nach Lq'uchymnm'cr. Im Dezember 1868 war ihre Ciselirung dcm_ großtxn Theile _nacH voUcndet und der Künstler nahm die KrchtltkaYsch dThctle Zr) hArbcidt.ßE:1dlich war 1870 Alles so vet ur , 0,611 ung ge [L M, a die Ueber ü run de 6

Nach Berlin tm Juni ftatthaben konnte. f h g ff [ben

, Durch AllerhöYchsYe Kabinets-Ordre vom 25. Mai 1870 be- stnpmte SL., Majesmt „dex König, daf; dis Enthüllung des Retqustqndbtldes des Königs Friedrich Wilhelm 111. am hun- dexeahmgen Geburtstage Allerhöchftdeffclbcn, am 3. August 18/0, stattfinden solle. 'Es wurde eine besondere Festkommisfion emgcseHU dle erfordexltchen Anordnungen zu treffen. Bereits lagen dre ausgeferttgtcn Einladungsfchreiben zur Unter- fchrift Vor, doch jm Augenblicke, als dieselben an dre aus aUen Kreisky des Preußischen Volkes und Hexres E111gcladenen w wre an die Kampfgenoffen des Be- fremngßkrtsgcs abgehen sollten, zuckte plößlich wieder von Wxsten her Per Vl1ßftmh1 ,des Krieges gegen den Rhein hin. WLederum er1ch0l1 der Komgliche Aufruf zu den Waffen an dqs Vaterlank), und Katt zu einer Erinnerungs- und Frikdens- feier nach Berlin wurden die fkftgeschmücktcn Gäste in und mit dem Volke M Waffen als Grenzwacht an den Rhein entboten.

Nachdem mit Gottestülfe und nach schwerem Kam e rmevoll 'der „Steg crfochten, führen die gegenwärtigpxß Fexitagx dle ()ct'den großen Epochen von 1813-15 und von 1870-71 Vercungt vor: an die Gegenwart schließt fich das Er- 1nnerung6sdenknml der Vergangenhsit, und vor dem Schloss Seiner Vater schaußdie Statue König Friedrich Wilhelms 111. sefgnend herab, auf dre Heldensöhne der Gegenwart, welcbe, ge- fuhrt von Sxmem erhabenen Sohne, fich nahten, um Seinem Andenkep xmtten unter Seinem Volke eine Stätte lebendiger und blelbender Erinnerung zu gründen.

Das Kolosal-Monumcnt stellt die Neitergestalt des Monarchen mtt Feßerhut, Generalsunfform und wehen- dem Feldmantel „hekletdet auf ruhig schreitendem Pferde, die Rechte „segnend ,aber, das Land ausstreckend, dar. Die Fxgux :|, dem KZniql1chen Schloffx zygekehrt. Die Statue des Kömgs 111,19 Fuß hoch, das, ]eßtge provisorisckye Piedestal 13 Fuß, während das später dieses erséßende eine Höhe von 21 Fuß erxeigyen' Wird. D„as Gewicht der Statue beträgt 190 (Ltr., dle ubrtgcn Ausfuhrungen in Bronze belaufen sich auf 420 Ctr„ so daß das Ganze die Summe von 610 Ctrn. Der gesammte Bau ruht auf einem sechs Stgfen haltexzdxn Podium von 3 Fuß Höhe. Die Statue tft m der Grafitcb von Etnfiedelschen Gießerei zu Lauchhammer von Lach gegossen und von J. Rudholzncr cjselirt. Bis zum Jahref18/Z ,soll nach.,Befebl Sr. Majcftöit dss Königs auch das reiche Ptedestal vollig fertiggestellt sein.

Das Denkmal wird in allen seinen Theilen aus Bronze bestehen. Die vordere, dcm Königlickycn Schloffe zugewendet;- Serte des Sockels, trägt in erhabener Schrift die einfache Widmung; »])611] [(€)]ij D'r1961'1011 117111161111 111. 1ch6an 1717111161111 1870.» Die auf derselben Seite ange- hrachtZMusc derkGesch1chte_, deren Oberkörper vöUig enthüllt ist, sttxßt sich nnt ÖM1 emen Knie auf den Panzer cincr Tyophäengruppe und mit dem linken Arm an die Wandfläche“, Während ihre Rechte mit dem Griffel iu ch die Worte; 7314110611011 W7j11101n1 (10111 (;6r801116ue eingräbt, REMZ Über dem Panzer erblickt man die Inschrxft: »LSjpst, kurj§«-, sammt französischcm Helm und Schwert, während zur Linken am Boden ein gcfiürztcr gallischer Adler ncbcn der Inschrift: »130110. 1111jxr1100cc ruht.

, Atzf der östlichen Langseite - dcm Dome gegenüber » wxrd dtc großartige Erhebtmg des preußischen Volkes im Jahre