1897 / 6 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 08 Jan 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Eine Erhöhung des Mindefigebalts ifi hiernach nur in einzelnen, durch das Bedürfniß besonders begründeten Ausnahmefällen und außerdem da vorgesehen, wo durch eine solche eine Zusammenlegung von Besoldungékla en zur Verminderung der Zahl derselben er- möglicht wurde. 9 in ei nkn Fällen eine Herabsetzung des AntanZSgebalts vorgenblagen , rechtferti§t sich-dies eatmder an's sachlichen Gründen _ wie nach bei er einen Beamtenkategorien in Berlin _, theils aus der obigen

_" _ ta_uf Vermixiderung der Zahl der Besoldungsklaffen. In den ! eren Faüen ist die Maßregel übrigens meistens obne matérielle

Bedeutung, weil es sich bier um Stklikn handelt, die' erst durch An?“

rücken aus eine!; geringer dotierten STLÜL erlangt wsrden und in welcheka nach Eisifiibrung des Tisnstaltersznlaaen-Svstems der be- förderte Beamte sem in der Regel schon höheres oder doch gleich babes Gehalt behält. - -

Ebenso wie von der Erböbung dsr Mindestsäße bci dsn auf- sieigénden Gehältern „ist in der Reßel Von einer Yendcrung der bis- herigen Ausrückungsfnsien Abstand genommen. Soweit auSnabms- weiie die Fristen_verkürzt sind, wird es in den einzelnen Fäürn Liner besonderen RsckxtkeriiZung nicbt bedürfkn; die wenizzen Fälle der Ver- län eru_ng erklaren 11ch ibeils aus einer beträchtlichen Erböbunsz der sisaße, Tbeils aus Rücksichtsn dlr Gleichstrklung und Vereinigung mit ähnlichen Bkamjenkategorien.

Das System der Einzélgebälicr bat nicbt durcwag beseitigt werden könnxn,.Aus3er bei den böberen Beamten in Vorstands-

kllungen smd Einzelgebältkr mit Rücksicbt auf die Vsionderbeit kes mts (wie z. B. bei einlerxen Kategorisn bon Kaffenbeamt-n und technischen'Beamten) bsz. für solche Beamte beibehalte'n wordcn, denen Stil in borgkrücktkrsn Jahren die bstreffende Stelle Verliebsn zu wetdenspfiegt.

Einer näheren Erörterung bedarf noch die Frage Wegen Beband- iung der nsbxn d:"n Geiälicxn berscbiédencn Bxamten gewäbrten be- sonderen Zulagen. Sowsit wlcbe Zulagen in Rückücbt aufdie objsktivs Bxdkuiung deß 9:th crnzklnen Béamtenkategorién qewäbxt wkrden, wie z. B. die Nyndantenzuiaaen bei der Polizeiberwaltuna, die Sieliknzulag_kn dsr Oberförstrr, die Stsilenzulagen der bsi den Régie- rungen bescbafiigten Baubegmien uud mgl., sOÜLn fie unverändert

eben bleiben. Eine béwndcre Art dikser Zulagen trägt aber den C rakter von Theuerungszulaßen und wird gewissen Bkamtenkaikqorien in_thlin, Frankfurt a. M. und im Jadegebict biT-ber in Rücksicht auf die in diesen Orten bkrrschknde Tbxuerung tbcils ais Psnfions- fähiges, theils als nichtb€nfionsiäbigss Dienstcinkbmmen untsr dem Namen Zulage, OrtSzulage und Stellenzuiage gewährt. Diese Zulqgen für die Beamten an den 005€ichn€16n Ortk-n beizubcbalsen, _ erschien nicbt gkrecbtfertigt. Dcnn inzwiickykn bat fick) die Lebenshaltung in “einer _ganzen Reihe andsrer Städte, nxmentlicb in den Industrie- bxztrken 10 gcstaltei daß fie dkrjknigsn in Berlin und Frankfurt a. M. hinsichtlich der Pléisé für Wohnung und sonstige chenÉbedürfniffe nicht oder doch nur_ unbsdéuténd nachsteht. Dis Bxibxbaliung dsr Theuerunssxulagkn sür die genannten Orte würde nicht obne B.?- rocktigung !?itMS der Beamten in gléicb oder annähernd gikicb tbeueren anderen Städién dsn Wunécb wackyxufe'n, ebsnfc-Us mit Tbeuerungszulagsn bedacht zu wcrden. Hierbki sine Grenz“.- zu finden, würde aber rnit nicht zu übkrwmdchsn Schwixrigkeiien Verbunden sein. Die S_taatßregierung hat sich dusbalb kniscbioffén und alaubt sicb hierbei in Uebereinstimmung mit dsr m-xbrfacb innsrkéalb der Landesblrtretung gyäußertsn Anschauung zu b:?sindkn, auf eine BL- 1ciiigung dieser Tbsusrungszulagsn BsdaÖt zu nebmsn. Hisrbei soll aber mit allen Riickfickyien auf diei-Inißxn Byamtén 061761ka651 werden, Miche am 1. April f. I. bsre'its etaiSmäi-iig angestkiit warM. Jn- soweit sie sich im BSZUJL vknswnsiäbiger Zulagkn befinden odér doch, soweit die Zulagen nur einem Theil dsr Bkamtkn aus dsr bktkéffMkén Kailgorie gewäbri wurden, die sichere Aussicht auf Erlangung solcher batten, )ollen dteie Y_Eamten die Zulagen während ibrer Amt:?dauer behalten, bezw. fie sratkr erlangßn und außérdem Von dem Vortheil der GebaltSCrböbung yicbt auégxicblbffen wc-rdyn, während fie bei den- jenigen Beamten Mgsaüén, weich? 9111 nach dem 1. April 1897 zur Anstellunz gslangcn werdkn. Nicht vr-“nfionsfäbige Zulagsn sollen dkn am 1. Avril 1897 Yorbandknén Ewrfangbbeckcbtigisn nebkn dem er- böbtkn Gehalt brianen und erst bsi dc-rén AuÖsÖeidcn in Absam; ZL- iiellt werden. 'Im Etat werdsn die 311100611 €ir.stweilen als künftig wxgiallknd bLZEiÖULT,Wlekn. Auidiese Wkise wird aUmäblicb eine Gieichsteiiung der Beami-Zn in 238051, Frankfurt a. M. und im Jadeac-biet mii dsn Übrißcx Beamtkn der Monarchie crrxicbt wsrdxn.

Wi? fick) die Sack)? im Linzeinkn «81141191. ist in dcr Béiiag€132 bki den bétkéffkiidé'n Ctaixtitkin angegkbkn. Hier ist noch Folgendéd zn bemerksn:

Für die Vor iim 1. Apri11897 angeixsüien Rkchnun,2s-Nevi- kyrka, Amissnwalte, Gerickytsscbreiber Ic, sowic? für die? Gerichts- chrkibcrg€bilisn und Aifiité'ntkn bsi kk]? Labd- und Umlsgerrcbien in Vériin, für Wklcb: im Etat ps::fix-usfäbige Lokalzulzzkn bis zu 300 „44, bezw. bop. 150 „44 bi§s300 „44 im Turcbscbnixt 225 M., borgkiebkn sind, „soll das ÖTÖÖLUZL Syiirm dkr Zuiagxßewäbrung béibsbaltkn rrrrdxrx. Dis Zuiazkn wxxden Ljnstkt'kilrn ais kimftig wegfaliénd be- zeichne“: und dsmnäcbii in Absang gxst-Ui, imibiméit Beiiägs bcriügbar wkrdén, welÉe nach den_ bisbxrigxn Vkrlbéilmx ?grundiäH-zn dan nach dem 1. April 1897 anzmteilsndsn Beamien zu L.?willigkn skikk würden.

Für die Burkaubeamxkn :e. d-r T'irsktibn dsr Verwaltung dék direkten Stkusrn 117-d dEr Prkvinzial-Stcu-Ir-Direktion, die techuisckxén Sékrésäké dsr Bauberwxxtung und die Bureaubeamten :c. dsr Ministeriai-, Milixär- und Bau-Kommission, dex“: Kammergerichts, des Konsistoriums, dess Provinzial - SÖUikbUSZiUMS und bérfcbiedknkr Kunftixftitute in Bkriin, w-cicbe renfimxsfäbige Zulagkn bis zu 600 :44 nebén dem jr-Zigen Gébalt von 1800 bis 3600 444 bkzieben, ist in Aussicht gMLUTMM. die Zulage in 7:35 Gehalt einxurkchben vnd d-In bor _dei 1. Arril 1897 angefieUisn Beamten stat: dés künriigkn Höcbitzcbaxts von 4200 .44 ein iolckxss von 4800 544 zu ewäbrkn. Diss rcchtiertigt fich drébakb. Mil die 3451 der

samten bZi béxschisdénen dsr :bigkn Bkbördkn so gering ist, das; bei Beibebaliung drs jxsigm Zuiagäysixm? die Erreichung dss Höchst- bkirages dsr Zulazé bon 600 „44 Und damit sink;€ Einkommyns von 4800 .44 Oftmals nicht möglich sein würde. Mit Rücksicht darauf, daß in dem erbbbtkn Gsbalt die ÖiÖÖlkiZL Lokalzuiage mit mtbalikii ist, wir? im Faüe dsr Vérießnng, inIbefrx-dexe nach éiném Orts außerbalb BerlinÖ- odsr dsr Befördsruxx, ben BeriinchUreau- 2c. Bcamtsn aus der nkuen, nur borübergsbend gsbildkten Gkbaitsklaffe von 1800 57.5“ 4800 „44 dus Bssoidungsdisnstalter für die 11811? Sisi]? in der Wei]? iestgkskßt wsrdsn, x.“. Osirissiben nicbt das wirklich be- jbgcne, sondérn UUr dasjsnige ©6521: zu Grands gklsgt wird, Weichs de'r Ykamie bsi glkichkm Tiknstaltsr bézikbkn würde, w-erm er Ust nacb dsm _1. Avril 1897 angsst:[[t wäre.

Ebknxo ibii-x-n die Backgubcamisn "OLT Lotisrievzrwaltanz (isst 2400 biS 42€0 „44 Gebalx), die Baikaubéawtsn dsr Müx-z-Z, Lin Formerxibucbbaltkr dsr Pbrxkilanmanufaftur, die VZkWälTuugébWMiu-n der Geologisckkn Landesaustalt ?C- (jkßt 2100 bis 420) „44 Eskalt), di? Bursaubezmién I';- dés Staiistiécben Bureaus, dcs Korps- fiabeé der Landgemdarwexix, ker Unibkxfität, dsr Kunstmnseen Z:. in Beriix: (jkßt 1800 bis 4200 .44), insoweit sis bor TLM 1. Avril 1897 angestellt smd, Sin Höchsigrkair von 4800 „44 krrsichen. Künftig sbüexi jxdbcb alis dic-fx Beamieii das für die Bureaubyamtsn dcr Provinzialbsbördén in Auésnbt gknrmmens Gébalt von 1800 bis 4200 „44 bezixbkn, was 11525 der diknsiiichen Stellung dxr Bramten gcrccbtskrji t kr1cheini.

Tie uiagku für Vsamte in Franiiurt a. M. und im Jade ebiet fixd durchwrg nicbt pensionxiäbig; dieixibkn kommen in Wexxf; , so- bxkd die am 1. April 1897 borbandxnen Empfangsbkrkchiigtm aus-

ide".

Die Lofalzulagcn dsr Polizki-Präfidc'ujkn in Berlin und Frank- furt a. M. sind als Rkpräiémationskbstxn anzufeben und sollen als soiche beibebalte'n werden.

__ , Die bei dcr Anfiedeiungé-Kommisficn zablbaren nickxt pensions- iabigen Funktionszulagen werden alkichfalls nur den am 1. Avri11897 vorbandencn Sielleninbabern belaffkn und bei eintretendem Personen- nzcchsei in Weafall _Zebracht. Drm Spézialkaffenrendantkn soll alsdann kme nicbt pknfionsiabige Stellenzulage bon 300 „44 gewährt werden.

dem unten folgenden Dail'kgxmgew

Im einzelnen ist über die neuen Besoldun ic": h 1 [ ein- zelner Beamtenkategorien Folgendes zu bemerken? ve insekt üb Nachweisung ZH,? QZEi-izelgebälter. r

Es schie_n dringend nothwendig, aiich _für die Regiemngs-Präfi- denten Ranasentau-mskosten im Durch1chmjt von 2000 „44, in Ab- stufungen von 1000, W und 3000 .44 in Au§stcht zu nehmen. Daneben ist für die 31 Regierungs - räsidenten, welcbe bisher 11400-44 Gehalt bezogen, eme. _ae GebalWeröbung auf 12000 «44 vorgeschlagxn. -Dasselbe Gehalt sollen aucbdie egierungs- Frasidkntm iu Straliuud, OLnabrück, Aurich .und Sigmaringen er-

alten, wxlcbe bisber nur 9300 „44 bezogsn, weil die geringere Aus- dehnung diescr Bezirke nicht als auSrSiCbender Grund der ungleich- maßigen Behandlung angkseben werden kann, und weil außerdem durch

' die Gleichstrllung cin öftc'cec Wechsel in der Veseßung dieser Stellen

dermikden wird. _ Nachw8i1ung 131, ZNAUZfsteigende Gehälter.

r. . Das Gehalt der Ober-Präfidial-Rätbe von 7500 „44 erscheint nach der Bedeutung der Steüyng u_nzureichend und ist desbälb bor- geschlagen, dieser) Beamten em aufsteigendes Eebalt Von 7500 bis 00 „44 zu aexvabren, was dußerdem den Vortheil bieten wird, daß vortragends ?_Katbe aizs den Ministerien in die wichtigen SteUungen dsr Ober-Prasidia_l-Ratbe versest werden können.

Diés'eiben Saße sind auch mir die Räibe bei dem Ober - Landes- kulturgericbt in Aussicht genommen. Deren bisherige Béioldung von 6000 bis 7800 „44 erscheint der Bedeutung des Obcr - Landeskultur- gxricbts als obersten Gerichtshofs der Monarchie in Agrarsacben nicbt cmsprécbsnd. N 6

r. .

Von den PolizCi-Präsidentea bszw. Polizei-Direktoren beziehen bisbér 6, nämlich diéjenigen in Köni sberg, Danzig, Breslau, Magde- burg, Hannover und Köln das Ge alt von jk 6000 „44, während die 7 YolizLi-Direktoren in Cbarlottenburg, Potsdam, Stettin, Posen, Camel, Wiesbaden iznd Aachen je 5400 „44 erbaltsn. Die Verschie- dsnbeit der Gebaljssaye erscheint nach den gegenwärtigen Verbält- niffen dsr betrsffendsn Städte nicht mebr gerechtfcrtigi, und es ist deshalb die Gleicbstéllung der genannten Beamten untcr Feftseßung eines aufsteigenden Gebalts von 6000 bis 8000 „44 vorgesében.

_Nr. 2, 9, 23 (Richter).

ie Nbibwendigkeit, die Gebälter der richterlichen Beamten auf- zubeffern, ist in der Landesbertretung wiederholt zur Sprache gebracht und von der Staatsregierung aucb anerkannt. Eine wirksame Auf- béffxrung fbi] für die Land- und Amtsrichter nunmsbr durch Erhöhung des Mindeitgsbalts von 2400 „44 auf 3000 „44 stattfinden, während die Steigerung des Hözbstgebalts um dieselbe Summs nicht angemessen, die Exböbimg deSielben von 6000 „44 auf 6300 „44 vielmehr aus- rkicbend ericbeint. DN] Siaatéanwalten bei den Ober-Landesgerichten und dxn Landgerichten 100 das Gehalt dsr genannten Richter zu tb-xil werken; Vkire Kategorien sol]e_n nach einem einzubringknden GésLJ- entwurf eine BekoldUNgsgemeinxckpaft für die ganzé Monarchie bildsn.

Für die Senats - Präsidenten béi den Ober-Landesgerickyten, die Obst - SiaatSanwalle und die Landgérichs - Präsidenten, die Ober- Lamdekgexichts - Rätbe, die Lankgsrichts - Diréktoren und die Crstsn Staatéanwalte bei den LandgEricbtkn, ausschließlich Landgericht 1 in Berlin, sol]_das Dienstalterkstufensystem Eingeführt werden.

Die Ausbefferuag für.);ie Ober-LandesgkrickptL-Nätbe und die ibnkn glxicbstebxndin Bkamten ist in dsr Wiise beabfichtigt, daß fie statt dLs jsßigsn Gehalts von 4800 bis_6600 „44 ein solchks von 5400 bis 7200 „44 Libalten sbUen, während für die RegikrungS-Rätbs (Nr. 12), die in früheren Jabrsn in ihr Amt gelangen, das bisbsrige Mindest- gébalt Von 4200 .34 beibebaitkn Werdén soll. Für dis Senats: Prä- sidenten bei dkn_ Ober-Landesgericbten, die Obér- Staatsanwalts, die LandgeriÖts-Prafidenten 2c. ist diesélbe Erböbung Wik für di? bor- iragsndkn Räibe der Ministerien _ und dkr ibnen gieicbstcbendsn Beamten Von 7500 bis 9900 „44 aux 7500 bis 11000 „44 in Aukficbt

genommen. Nr. 14 (ck, 35, 72, 76 und 92.

Eine? Wesentliche Umgestaltung sou die Dienstéinnabme dsr Pcb- fkffbren an den Universtiäten, der Akadsmie in Münster und dym ];FCSUW ÜGZÜUUUU in Braunsberq erfahren. YUerdings ist es nach eingbkndkr Erwä-zung nicht als ratbsam erachtet, für diese Profkfforsn dis stvlkung nacb Diknstalterssiufen zu regsln. Vieimébr empfikblt Ls sicb, bier _ gleichwie namentlich auch bei dcn Tkckpnischen Hochschulen _ das l-iL-berige System beizubebaltén, daß die Möglichkkit Ywäbrt wird, unberechtigte Verschiedknbciikn in der Bémeffung des

-is:ist€ixikbmmens der Proscfforsn zu rermeiden und deniklban auch 0an dis Zufälligkeit _der Berufung :c. Lin angemcffenés Ein- kommen zu_s1chcrn. Diries Ziel wird b:“i der borgefcbla enen Erhöhung des Turch7chnittssa§€s der Bssolduna der ordentli Sn Profeffoxkn in Bériin auf 6500 „44 (je"ßt 6000 .“), an den Übrigkn Uniberfixätkn, der Akademik in Münster und déU'T-FCSUW 110513115111 in Braunsberg auf 5500 „44 (jk t 5100, 4800 und 4000 34), ferner des Durchschnittsiaßxs der Best) dung der außérordkntlichen Proféfforen auf di? Hälfte der gsnannten Betrag:? in Verbindung wi! dér in Auéficbt genrmmenex, am Schluffe dEr anliegenden Uebersicht unter Nr. 92 näber bezeichnkten Aenderung dsr KJ geltenden Bestimmang erreicbx werben können, nach wslche“c_die orlesungs-Honorare der Pronnoren an der] UniVZTsltätkn ausicblisßlich den Professoren zu- fiießkn. Dis Vbrßsikbene Asnderung wird zugleich dazu beitragen, die Einrichtung dsr VorlesungZ-anbrare, deren Beibkbaltung im Jntereffe sUZiC-rkr Unibersttäten krwümch ist, gegkn begründete CinWEridungén zu

usxn. * Jm ApiÉluß an die Rxgexung der B-Zioldung der Universitäts- Yrbfenorkn sbllén dix Profenbren an der Technisckzen ocbscbule in

barlbttenbixrg, ebenw wie die 8 Lebrkr an der Bera- kademie und dsr Gsclc'giicbkn Landesanstzlt in Brrlin, deren Gehälter obne zu- trkffenbx Grüride binxer drnen der erstgedachkn Prbiefforen erbeblixb zurückgkblieben sind, und die Profkfforen an dkr LandwirtbsÖafilicben Hbch'ch01€_ in Bexiin künftig Lin Dürckoszbnittsgkbalt von 6500 „44, die Prbisiwren an den Technifckzen Hoch1chulen in Hannover und AQÖLU ein solches VOK 5500 „44 erhalten.

Nr. 12 (Landés-GeologM), 19 und 30.

Das bisberi eGebIlt der LandeS-Gcolbskn an der Berg-Akademie Und dsc (538915 iéckxsn Laudeé-Anstait Vor! 4200 bis 4800 „44 (Nr. 12) erscheint mit ücksicbt auf die Wichtigkkit der Aufgaben, welche dem Lankés-Gsolossn obliegen, und auf ihre Thätigkeit (115 Dozenten un- zureich€nd. Es- erscbien notwandig, sie dem Bcamtkn aus der Kateaorie dsr Résierungs-Räibe mit dern Gkbait von 4200 bis 7200 „44 gleich- zusteUcn, xiiural obne diese Aufbesserung die kainnung geeignLZec tüchtigér Krä te gefährdet wsrden würde.

Tie borgiscvlaskns Aufbesserung für die strer dcr Tbierärzt- lichén Hocbicbulcn in Bkrlin und HMOker (Nr. 30) bon durch- schnittlich 3450 .44, böÉstenI 5100 „44, auf dUrchschnittlich 4000 „44, böchstcnx 6000.44, enisrricht der gesikigert-kn Bede'uiung drr thier- ärztiicb-n Wiiienfckxaft.

In den Eebäiikrn gleichzisteüt find kik Prcföfforen an der Land- wirtbscbaitiicben Akademie in Poppelsdorf, die Bojenten an den

(:ck-Akademien in Eberswalde und Münden und an der Berg-

kademix in Kiauétbal, “Für welche kkr Saß bon je 3800 „44 bis 6600 „44 in Auxficht gsnommen ist (Nr. 19). Nr. 8, 10, 15, 25 und 424,

Das Sbsism “dec Bsioldungen für die Direktorkn und die wiffen- scbaitlicixn strer an den bökkren UnierriÖtSansialien ist untkr An- [kbnung an den Allerböcbst gknebmigten Normai-Etat von 1892 ge- orknck. Bei Bexaibung resselbsn wurde zum Ausdruck gkbracbt, daß die damaliße Bsioidunzsfsstfeßung kkine abschließende sein solls, daß biclmebr bci einer aUgemeinen Gebaltézaufbeffkrung auch eine weitere Erhohung der Gkbästék dsr bezLi-“Öncten Direktorsn und LSbkkk zu er- folgen babxn WSWS. Dem entsprechend find j-Zt die génannten Beamtkn in umfassender und ausreichender Weiie berücksichtigt.

Für die Lehrer ist das (5585611 im Mindsfi aße von 2100 „44 auf 2700 „44, im Höchstsaße von 4500-44 auf 5100.44 unter Beibkbaitung des Systems der festen Zulagen erböbt, wonach für die Hälfte der Lehrer an dkn Voüauftaiten und für ein Viertel dsr Lehrer an den

Richtvollaniialtm fefte Zulagen von je 900 .“ gewäbrt werden. Ds, wissenschaftlichen Lehrer an den höheren Unterrichwanßalten könne; also bis zu einem Gehalte von 6000 „44 aufrktckeu und werden Land- und AmtSricbtern nur um 300 „44 im Durchschuitt natbsjeben,

Eine_ wirksame Aufbesserung haben am!) die Leiier und Lehrer an den Semmarien iind Praparanden-Anfialtéii'ekfabrxn, worüber auf die b'etreffrnden Positionen der Naidweijung verwieseuyixd.

_ , Nr. 20 (Landrätbe).

Die Unziilanglicbkeit des jevigen Gsbalts der Landrätbe (3600169 4800 .“) isi langst anerkannt. Die vorgeschlagene Aufbefferimg altf3600 ' bis 6600 „44 eutdpricßt der durch die neuere Gesetzgebung “ck Bedeutung des Amts. Auch ist bei der Gehaltsbemeü'una der nd.

rätbe zu berücksichtigen gewesen, daß dieselben sicb gewiß'en Reprä-

sentationßaZßgabeq nicht entziehen können. Die Gleichellua du Oberarxitmanncr in dkn Hohenzollernscben Landestbeilen, welche Fisher dgs gerxyge Gehalt bon 3000 bis 3900 .44 bezie'ben, mit den Land. ratben tit vqrgkxchlagen, weii dsr geringere Umfang der Oberamts- bezirke als em binkflcbéödkk Grund der verschiedene'i Schaltsfestsesung nicht mkbr zutrkffsnd ers_cheii“=t.

Dem „entsprechend xbilen auch bis Obsramtssekretäre den Kreis. sekretaren im Gehalt gleichgestellt wsrden. (Vergl. Nr. 60.)

Nr. 26.

Die vor ciniger Zkit neu geschaffkne Stellung der Vorstände der ,

Rechnungsburecxux bei 'der Staatseisenbabx-V:-rwaltung ist so wichtig und bai sich die Einrichtung als _so wertbvoÜ erwiesen, daß eine wesentliche Erböbung_ dés Gibalts iin Höchstbeirage von 4800 „44 auf 6000 „44 angezeigt erscheint. N 28

r. ., .

. Die Geiärxpiß-Direkwren und die Strafanstalts-Direktoreu sind im Gebair „giktcbsestelit (3600 bis 6000 „44), und ist bei dieser Gelegexibeit die Fraße wegen des Gefangenen-Ueberverdienstck nach den in der Beilage 132 bei Kap. 75 des Etats der Jurxizverwaltuug gegebenen Erlauterungen andkrweit geregelt.

_ , QßNr. 33 und 85.

Wskwobl die Oberförster zwischenzeitlich eine Gebaltéerböbung erfabren baben,_ so hat doch eine wkitere Aufbefferung von 2400 bis 4500 „44 aus 2400 019 5700-44 in AuSficht genommen werden müssen, Bei der Abmeffnng der 11211811 Säße waren die den Oberförßern zu- stebendxn Emblumente mit in Betracht zu ziehen.

* Die Ncmerißrstkr find zwar in) Eiat der Forstverwaltung unter Kap. 2tT1t'. 3 mit dén Förstern zujammm aufgeführt, sie haben aber nicht Wie die [exteren die Eigknscbaft als Unterbcamte, sondkrn sind stets als Subalternfbkamie angesehen. Es ist deshalb zulässig, sie an der jeßtgen allgemeinrn Gkbaltsausbéfferung tbeilnkbmen zu lassen.

Nr. 36.

Die Gleicbitkliung der sä_mmilichm Regierungs - rästdenten im Eebalte ]aßt_es begründet kricbeinen, daß auch die endanteu der- jezngxn-7 Regierungs-Hauptkaßen, welche ein geringeres Erhalt als die ubrigen bigcn, unt diesen gleich behandsit wsrdcn.

' Nr. 58 5.

Di? Ersknbgbnsiations - Vorfikbsr ]. Kloß? mit einem Gehalte von 1831 2100 bis 3200 „44 sollen, um den biklfacb eäußkrten be- gründsten Wunschen nasbzukomMLU, eine erhebliche AUHbefferung er- fabren, indsm für dixseibkn dér "Saß von 2400 bis 4200 .; in Aussicht JLUOMMM iit. N 80

r. .

Für die Lokomotivfübrkr wird eine erneut? Aufbxüernng durch Erhöhung _des Höckpstsaßes von 2000 „44 auf 2200 „44 mit einem Mehrbedarf mm 1096000 .44 in Vorschlag gibracbt.

Beiden Häusern dss Landiags sind die Nachrichten bon derVerwaltun g dsrpreußischenStaats-Vergwerke, -Hütten und -Sa1in€n während des Etatsjabres1895/96 zugegangßn. Danach ist in dsr ssit mxbrérkn Jahren ungünstigen Lage des staatlichen Vsrgwerks- ur_1_d Hüttknbetriebes irn Bericbtkjabre eine er- freuliche Wendung zum Vs11€rn cingetretkn. Die Nachfrage auf dem Bergwerksrroduktemnazkte, insbeibndere auf dem Steinkohlenmarkte war lebhaft, die Preise zogen an. kasémäß gkstaitete sich das wirtbschaftiickxe Essammixrgkbpiß des staailichen Birgwerks-, Hütten- und Salinenbeiriebss rccbt befriedigend.

Für Rkchxiung dxs Staatks siandsn im Beirikbe:

A r t d e r W e rk ? 189596 1894/95 1893/94

. Berawerke. 1) Steinkohlenbergwkrkc 2) Vraunkoblenbergwsrkc . 3) Eisénkrzbngwsrke. . . . 4) BlLi-, Zinf-, Kupfer- und Silbererzbergwerke 5) Saizbkrgwerke.

Summe 1 .

. Hütten. 1) Eisenbüéiten . . _. . . 2) Blei-, Silber- Und xonfiige Hürm: . . . . . . Summe 11 .

Salinen ._ . . Stsmgewmnungkn

Hauptstimme .

Von den im Vorjabre betriébenen Verngken ist das der Berg- inspektion Weilburg unterstellte Eiseznerzbergwerk Eiienfegen in Fort- fall gekommen. Unter den aufgezabltcn Werken befinden fich eiu Erzbsrgwetk und zwei Mxtallbütten (am Unterbarz), welch? mit Braunschweig gemsinscbaftlicb bktrieben werden, sowie ein Stein- kobienbergwsrk (bei Obernkirchen), welcbés im gemeinschaftlichen Be- fiße Preußens Und dLZ_Fürsien von SÖaumburg-Lippe steht In dem Ertrage dcr Kaikitsingewinnung bei Rüdersdorf ist die Stadt Berlin zu einem Sechstel betbeiligt.

Die Förderung der _Sixinkoblkn-, Braunkohlene, Erz- und Salz- bergwerke des Staates ist im Bsricbisjabre Éegen das Vorjahr der Menge und rem Werthe nacb gestiegkn. s kamen nämlich auf sämmtlichen staatlichen B(rgwerken zur Fördkrung: im Jabre 1895/96: 12 595 877 t im Wertbe Von 102 977 409 „44 bei 53 662 Arbeitern. im Jahre 1894/95: 11937896 1; im Weribe Von 96 766 501 „44 bei 51755 Arbeitern. Hieraus berechnet sich eine Zunahme der Pro- duktionßmenge von 657 981 b oder 5,51 vom Hundert und des Pra! duktionéwettbes von 6210 908 „44 oder 6,42 bom Handért.

Tie Steinkohlenbergwerke des Staates förderten im Iabre 1895/96: 11737375 t. im Werthe von 91350630 ..“ bei 46996 Arbeitern, im Jahre 1894/95: 11070302 t. im Werthe von 85 874 492 „44 bei 45 001 Arbeitérn. Die Steinkohlenförderung also um 667 073 e oder 6,03 vom Hundert, ihr Werib um 5 47613834 oder 6,38 vom Hundert gestiegen. Die Jabrksleistung eines Arbeiters berechnkt si auf 250 r. Der Durchschnittswertb einer Tonne Stein- koblen ergie t fich zu 7,78 24 oder 0,02 „44 mehr als im Vorjahre, aber 0,06 „44 weniger als in 1893/94; 0,65 „46 weniger als in 1892/93 und 1,09 „44 wenißer als in 1891/92.

Auf den staatlichen Braunkohlenbkrgwerken kamen zur Förderung: im Ja5re1895/96: 3751981; im Wertbe von 118157334 bei 702 Arbsitern, im Jahre 1894/95: 380 466 d im Werthe von 1169 785 .“ bei 699 Arbeitern.

Die Braunkohlenförderung bat also der Menge nach um 1,38 vom Hundert abgenommen, dem Werthe nach aber um 1,01 vom Huthert zugenommen. Die Belegschaft hat sich um 3 Mann ver- me r .

ßaatlicben Eisenerzbergwerke förderten: im Iabre WPF: 74 631 t. im Werthe von 558 408 „44 bei 694 Arbeitern im Jabre 1894/95: 95; 828 b im Werthe von 731513 „44 [:e-i beitern. “8 Jer Menqe und dem Werthe nach ist somit ein Rückgang von 2212 bezw. 2366 vom Hundert eingetreten.

Auf den “fünf übri en Erzbergwerken des Staates betrug die Förderung an Bled, ink-, Kupfer- und Silbererzen, Schwefel- kjes und Vitriolerzen: im Jahre 1895/96: 85 547 b im Werthe von 6051981 „44 bei 4321 Arbeitern, im Jahre 1894/95: 83 950 b im Wertbc von 5497 0,19 „44 bei 4313 Arbeitern.

Die Förderung hat also der Menge nach sine Zunahme bon 1,9 vom Hundert, deni Werthe nach eine solche von 10,1 vom Hundert erfahrén. Beschäftigt wurden 8 Arbeiter mehr als im Vorjahm,

Auf den staatlichen S_alzbkrgwerken wurden gewonnen: im Jahre 1895/96: an Stettimlj 77 321 b im Weril) von 354 218 „44 bei 99 Arbeiiern, an Kalisalzen u. s. w. 245 805 b im Werthe von 3480 599 „44 bei 850 Arbeijern, zusznnmcn 323126 5 im Wkrtbe von 3834 817 „44 bei 949 Arbeitern, im Jahre 1894/95 307 350 b im Werthe von 3 493 692 „44 bei 994 Arbeitern.

Die Förderung ist also der Menge nach um 5,13 vom Hundert, dem ertbe nach um 9,76 vom andert gsstiechn. Die Zahl der Arbeiter hat sich um 4,53 born undcrt vermindert. Dcr Durch- schnittsw-crtb einer Tonne Steinsalz bat 4,58 „44 oder 0,56 e44 weniger als im Vorjahre, deZenige einer Tonne Kalisalze 14,16 „44 oder 0,46 „44 mehr als im oxjabre betragen.

Die in den bßrgfiskaltfcben Steinbruchbetrieben gewonnenen Steine und Erden _ batxen einen chsammiwertb von 1522 833 „46, gegen 1584 348 .44 im Vorjahre. Der Rückzang im Werthe derPro- duktion berechnet sich zu 3,88 dom Hundert. Beschäftigt wurden bei diesi'anewinnungen 962 Arbeiter oder 32 weniger als im Vorjahre.

Die sechs staatlichen Salinen stellten 117 508 b Siedesalz im Weribe von 3 055193 „44 dar, egen 118 900 b im Werthe von 3091543544 im Vorjahre. Die rzeugung hat also derMenge nach um 1,17 vom Hundert, dem Werthe nach um 1,18 Vom Hundert ab- genommen. Die Zahl der Salinenarbeiter betrug 801 oder 1 weniger als im Voxjabre. ' _ ,

Der Werth der Produktion- dsr sammtltcken Hütten des Siaatck.1 betrug: im Jahre 1895/96: 15 709 388 „44 bei 3517 Ar- beitern, im Jahre 1894/95: 14 830 999 944 bei 3458 Arbeitern.

Der Mebrwertb der Produktion berechnet fick) formt zu 5,92 vom Hundert. An Eisen- und Stablwaaren wurden auf fünf Eisen- bütten 21768 t; im Wertbe'von 3553298 „44 bergesteUt, gegen 24 500 4 zum Werthe bon 3 880 237 „44 im Vorjahre. Die Pro- duktionSmenge ift hiernach um 11 15 vom Hundert, ihr Werth um 8,43 vom Hundert zurückgegangen. Böschäfiigt wurdkn 1651 Arbeiter oder 85 mehr als im Vorjahre. Aus den fi-xben Mbtallbütten des Sraates wurden mit 1866 Arbeitern dxirgkstäli: 82,07 kx; Gold, 48 404,88 kg Silber und 46 454 b Blei, Kupfer, Schwefeliäure u. s. w. zum Oksammtwertbe von 12156090 „44 Gegen das Vorjahr hat die roduktion an Silber um 4450 ](J oder 10,12 Vom Hundert, an [ei, Kupfer u. s. w. um 26 b oder 0,06 vom andert zu- enommcn. Der Gesammiwertb der Erzeugnisse der etallbütten

at fich Dm 1205 328 „44 oder 11,07 Vom Hundert gsgen das Vor- 'ahr erhö t.

! Dcr Gesammtwertb der Erzeugnisse der ftaatlichen Vergnderke, Hütten und Salinen einichließlich der unter der Verwaltung der Bergbkbörden stehenden Stcingcwinnungen hat im Etatsjabre 1895/96 123 264 823 „44 betragen und dem Werth der vor- jäbrigen Produktion um 6991432 „44 odkr 6,01 vom Hundsrt über- troffen. Beschäftigt wurdxn in sämmtlicb-Jn BsTriebkn im JUbres- durchschnitt 58 942 Arbeiter. Dir Staatswerksbexrich erzielten im Ganzen einen rkchnungsmäßigen Ueberschuß von 19440106 „44 Dieser Ueberschuß überirifft den vorjäbrigcn um 4415 191 „44 und den Vor- cmichlag des Staatshaushalts-Etats um 5336 309 „44

Statistik und Volkswirthsrhaft.

Die Arbeitsverhältniffe in der Kleider- und Wäsche-Konfektiou,

Unter dem Titel .Zufammensteüung der Ergebnisse der Erniitte- lungen über die Arbeitsverbältniffe in dex „Kleider- und. Wasche- Konfkktion, bearbeitet im Kaiserlichen Statcsitschen Amt“ ,ist soeben die neueste „Drucksache der Kommission für Arbetterstatistik“ (Cr- bebangen Nr. F) erschienen? aus deren Inhalt insNaxbstebendem einiges mitgetheilt werden so . Ganz besonders muß in diesem Faux betont werden, daß eine kurze Bksprechung dieser Veröffentltäiyna, wre fie bier nur möglich ist, [edi [ich als Hinweis anf das unmtttelbare, Eingehende Studium des Wer 5 selbst aufßefaßt Warden kann. zumql für alle diejenigen, welche in dicser recht „ompliziertxn und durch die öffcntliohe Diskussion nicht immer in klarendem Sinne'beernfiußten Frage sich ein eigenes Urtbeil bilden wollen. BemÜt set dabei aus- drücklich, daß auch die wich1igsten Matsrialien Für die je 1 veröffent- lichte Zusammenstellung bereits in der ersien Halit? dcs abres 1896 &Drucksacbcn der Kommission für Arbeitcrstaftfttk, Verbandlgngcn

r. 10 und 11 mit Nachtrag') erschienen sind „und ihr Héranzieben beim Studium der hier zu beiprechendxn ArbUt, als von ganz be- sondkrem Jnicreffe, nur dringend empfohlen werden kann.

Wie das Kaiserliche Staiistifcbe Amt in der Vorbemerkung sagt, liefetic'n nämlich für den Vorliegenden Bericht, „betreffend die Er- ebniffe der von der Kommission für ?lrbciterstatx'sttk Veranstalikten

rbebungen über die Arbeitsberbältniffe in der Kleider- und Wasche- Konfektion“, das Material:

1) die vor der Kommission vom 14. bis 17., 20. und 21., 28. bis 30, April und am 2. Juli 1896 erfolgten mündlicbqen 'Ver- nehmungen bon Auskunftspersonen über die Verhaltnisse in der Kleider- und Wäschekonfektion (Drucksachen sc., Verhandlungen Nr. 10 und 11 mit Nachtrag).

„Dieselben erstreckten sich auf inSgesammt 122 Personen, von denen 53 der erren- und Knabexnkonfektion', 36 der Damenkonfekt on und 33 der Wasébekonfektion an- gehörten, und zwar 22 als Konfekxtonare (Kaufleute oder Fabrikanten), 26 als Zwischenmetster, 4 6116 erischen- meisterinnen, 16 als Arbeiter und 54 als Arbeiterinnen. Von diesen Auskunftspersonen waren die cms der ;Hcrretz- und Knabenkonfektion Vernommenen in B erlin, Stettin", Lu b ckck,

erford, Gadderbaum bei Biklefeld, Nurnberg, fchaffenburg und Stuttgart, die aus der Damen- konfektion Vernommenen in Be klin, B reslau 117.0 Erfurt, die aus der Wäschekonfeftion Vernomuiiéneri m B e_rvltn, BreSlau, Bielefeld, Gadderbaum bsi Blélsfkld, „Koln, München, Aue und Niederxxfannensticl bei Aue, (111€ zusammen

_ in 13 Konfektionßzentrkn, ansafsig." '

_, T*) wurden bearbeitet die Berichte der zustandtgen Be- borden über die Verhältnisse _ namentlich die gesundbéitlichén und sittlichen _ in der Kleider- und Wäschekonfekiton der genqnntxn 13 Orte. Dieselben wurden erstattet an Grund 061) (wobl 111616 im Abril 1896 vorgenommenen) Besickptigung boxt 800 bis 900 Werk“ statten und" über 4000 Wohnungen (inkl. Arbeitsraumen) von „„Haus- geMrbetreibenden." ,

3) wurden benutzt die von dem Berliner Einigungsamt don Ende Februar bis Anfang April und d€m Stetttnxr Ge- werbegericht Vom 4. bis 11. April 1896 criolgtßn xnundltcben

ernzbmungen von Auskunftxpersbnen über die Verhaltnisse inder dortigen Hsrren- und Knabenkoniektion, sowie die Akten des Berliner Gewerbeaericbts, betreffend Lobustreitigkeit-cn in der Konfektionsbranche, vom 1. Januar bis 1. April 1896. .

Gebt aus dieser Quellenangabe einerseits bZrVOk, daß die vor- liegende Zusammensicüung nur das so begrenzte Material 'zu be- arbeiten batte _ anderweitige Quellen sind Lifichtllch iiur 'm den Anmerkungen benuvt _ und deshalb auch nur die Verhaltnisse der ['US-Wust?" Orte bszW- Bezirke dabei in Betracht kommen konnten,

*) Berlin, Carl Heymann's Verlag.

.bebungen wesentlich nur um die

so ergiebt sich andererseits, wie hier bereits betont sein möge, aus dem Wortlaut des Berichts selbst Seite 4), daß es ck bei den Er- !) d lt bt s eit si i G ßlei1f73r- k:m't: MWT; ekkxifektion Ee- ane a,.ow em roen"r en aenaa an en Kleinbändler fabriziert“. V

Das ganze Material ist von folgenden G tspunkten aus in 10 entsprechend bezeichneten Abschnitten bearbei et worden: 1) die Arten und die örtliche Vertheilung der Konfektionsindustrie' 2) die

Betriebsformen der „Konfektionsindustrie; 3 Arbeit und rbeiter; 5), Saison; 6) ArbettSVertrag und Art der ntlobnung; 7) Arbeits- zeit; 8) Arbeitsverdienst; 9) GesundheitsverbältniffeZ; 10) sittliche Zu- stande. Als .Anbang' endlich find angefügt Mittheilungen über die Rege-lung der Konfektionsarbcit in der Schweiz, Oesterreich, England, Frankreich i_ind „ken Vereinigtkn Staaten bow-Amerifa. ““

Was die Arten und die örtliche Vertheilung der Konfektionsiuduftrie anbelangt, so find zu unterscheiden:

s.. die Kkeiderkonfektion, umfassend:

1) die Herren: und Knabenkonf-ektion einschließlich der Sommer- und Arbeiterkonfektion, 2) die Damenkbnfektion;

.die Wäsxbekonkation, umfassend:

1) die Waxckxéfabnkation (gestärkte Wäsche, 5. b. Manscketten, Kragxrx. Oberbkmden u. dergl.),

2) die Wascbekonfektion im engeren Sinne (ungestärkte Wäsche, _d. 5. Damen- und Kinderwäsche, Nachtbemden u. dergl.).

Oértlicb sind unterscbikden wordea: cin „norddeutsches', ein „süd- deutsches“ und ein .,nxestdeutscbes ProduktionLgebiet.“ ,

Jm norddeutichen ProduktionSgebiet kam Berlin für sämmtliche Konfektionßarten, und zwar durchweg (die Oberbemdexi- einiäize der Wäschefabrii'ation etwa ausgenommen) als Hauptsiß in Betracht; aber nicht nur als Hauptsis für Norddeutschland, sondern für Dcuisckdland überhaupt. Jn Stettin war nur die Herren- und Knabenkonfektion zu bsrückficbtigen, in Breslau _ wenn man dieses auch zum norddeutscbén Gebikt rechnet _ die Damenkonfektion und die Wäscbckonfektioxi im engeren Sinne (ungestärkie Wäsche).

Jm süddeut1chen Produktionßgebikt Waren _ neben dem nur beiläufig erwähnten Frankfurt a. M. _ Aschaffenbuxg, Nürnberg und Stuttgart nur mit ihrer Herrenkleiderkonfkktwn zÉ'erückfichtigen, für München nur die Wäschekonfektion im engeren

mm'.

Jm wsstdeutschn Produktionsgebiet kam neben 'der Bielefsldkr Wäschefabrikation als Besonderheit namentlich die Arbeiter- und Sommerkonfektion, d. i. die Herstellung von ArbeitSanzüaen iowie Jagd, Touristkn-, Turn-, Tropen- und sogenannten waffkrdtcbten Kleidungsstückkn, in den Kreisen Minden, Herford, Lübbscke, Bielefeld Stadt und Land in Betracht. M.-Gladbach und Barmen- Elberfeld ist bier uur nebenher als in dir Branche bisonders bkdeutxxnd erwähnt. In Köln ivar wie _in München nur die Wäschekonfektton im engsten Sinne zu berücksicbiigen.

Auch der Absaß der Konfektionsgrtikel ist in diesem Ab- schnitt kurz &handklt. Danach qkbeitet, was dsn Inlandsmarkt ari- be'langt, Berlin für ganz Deutschland. Der Nordosten wird mri billigen Sachkn vorwiegend von Breslau, auch von Stettin versorgt. Bikikfi'ld liefert seine Hemdeneinsäße für ganz Dxutschiand, Stutt- gart skin? nie-ist bkffkk? _chrenkonfektion wenigßr fur Sudderitschland als nach Sachsen, der LÜU11B,_ Berlin und, Schlc-swig-Holsteiri. Cx- portiert wird die Hirten- und Knabenkonfektion tm Ganzen wenig, von allen Zentren geben Sachc'n nach der Schweiz; L_lrbettcrkonfektion nail) Hoüand, (England, Skandinavien. DSU auswartige Hauptmarkt fiir die Damenkonfektion ist (England; auch Nbrd-Amerika, namentlich Canada, ist noch Abnehmer; dann die Schwetz, Hoüand, Belgien und Skandinavien. Nach Obsterrsich und Rußland hat der Export fast ganz aufgehört. Die Wäscbeindustrie hat noch eme bedeutende Ausfuhr, au߀r den vorgenannten Ländern, unier dexien Holiand der Haupt- abnehmer ist, vor allem nach Mittel- und Sud-Amerika und auch nach Ka land. .

pAlx; Betriebsformeu der Konfektionsindustrze nennt der Bericht: „Fabrik, Werkstatt und Hausinduitr-ie“. Zu ,be- merken ist hier, daß unter den ,Werkstatten“ auch baussZZWer-ltche vorhanden sind, d. b. Zwischenmeisterbetriebe, die in Wsritatteri fiir Konfektionsgeschäftk arbeiten. Unter „Hausindustxie' ift 1)in mttbtn, im Unterschiede vom Werkstattbetrisbe, wobl hauptsachlich die tm Bericht wiederholt als „Héimbetrieb“ bezeichnete'Arbeir der „allem ,oder nur mit Angehörigen in dkr Wohnung arbeitenden .HeimarbUiek" _“oer- standcn. Es ist dies als Abweichung von der mehrfach Vom Reichs: verficherungsamt angenommenen Begrenzungkdks Begriffs „Hktm- arbeiter“ _ Wonach diese kLine Hausgeivérbetretbenden sind _ besonders zu bkachten. TFMs k?imér Definition dicser Bkgrtffe ist im Bericht elbt überall a ge 8 en. ' , s s(**Zigenilichsr Fabrikbetrieb scheini nach dem Bkklcht 'm der ganzen Kleidcrkonfsition so gut Wie garnicht borzukommen, init Aus- nahme der Arbeiterkonfektion, in der wir ausgxsvrochegeFabrikbßtriebe näher kennen lernen. Werkstätisn, die vom Kovfcktionar selbst fiir, dir: Ausführung spezicUer Arbsitmt gehalten wcrden mid gewerbcpolxzetlich als Fabriken gelttzn, kommen in dcr Dawktzkorifcktion vdr, aber immer nur vkreinieli. In der Wäscbeindustrie weist die sog. Waschefabrtkatio'n für die Hauptarbeiten den Fabrikbetricb als Voxbkrrschend auf, die Wäschekonfektibn dagkgen kennt ihn nur ganz bereinzeit. ' _

So ist die Konfektion mit Ausnahme der Fabrikation gestarktcr Wäsche im aligemeinen noch als Domßne dc-s Werksiatt- und'des Heimbetriebs ( Werkstatt- und Hausindustrte) im eben bezeichneten Sinne 1: betra ten. ,

z Disch Werkstätten werden im BMW aiich als „.Werk- stätten der Zwischenmeister“ bezeichnet. Der Begriff “Zw,1sch,9"' meister“ ist s0x1ach, wie der ericbt selbst sagt, „mcht'aux diejenigem außgWerbetrsibenden eingkschrankt wvxdem' Welche die ihnen, vorn Konfkktionär übsrtcagene Arbeit ihrersetls 1918ka anz oder lbkileS an andere Hausgcwerbetreibendk (Heimarbeiter) weitergeben, sondern_auch auf solche ausgedehnt, welche die ihnen _vom Kbnfekitonar uber- tragencn Aufträge in ihren eigenen Werkstatten rnit Hilfe 'frémdkr Lobnarbeiter ausführen. Zwisckxenmeister, ivslche,Hem1c_1rbetter b.c- scbäftigen, find am stärksten vertreten in Berlin, nachstdcm in Stettin und Breslau, weniger in Erfurt; fit: sind nicht ersicht- lich im Regierungsbkzirk Minden und m Aue,_fchemen ganz unbe- kannt zu sein im süddeutschen Produktionßgebtet.“ Aber auch in Berlin ist das Dazwischentrcten von Zwtschenmeisiern zwischen Konfektionär und Heimarbsitcr nicht 'in a'Üen Konfektionsbranchsn leich und in keiner ausschließlich üblich, vilemcbr werdexn in allen rauchen, und in einzelnen in erheblichem [Ym'sangey auch die einzelnsn Heimarbeitkr dirskt vom Konfektionär beschaftigt. In Stettiii Ver- geben unter 88 Zwischenmeistsrn (WErkstaitmhabern)„nur 31 auch Arbeit an Heimarbeiterinnkr- weitcr. Zn Breslau [Öcmt die Werkstatt- arbsit in der IZJamskanf-zkzion l?x??,uberrscbcn; die bbs; deraKboirxmxssiTL vernommknen wi enn1ci.er k äitigsn weniger eim r et rr nn als Wkrkstattarbeiterinnen. In der Wä_schek0rzfektton bsstebt bixr _das Zwischenmeisteribum nur für Détailgeschafte,_k1e Grossisten beschafttgen die Heimarbeiter direkt. In Erfurt bkschqftigten_nach den) Bi'rzcht des GewerbZ-Jnspckwrs 212 Zwiscbkntpeistcr im April gar keine Heim- arbeiterinncn, in der Saison nur wenige. ' - Was die Größe der Werkstattbetriebe anbelangt, so sind in den süddeutschen Werkstätten selten mehr als 3 Gehilfen vorhanden, im Msideutschen Produktionsgebict (Arbeiten und Sommcrkonfsktion) etwa im Durchschnitt 5 Arbeitsrinnen. Aehnlich steht es in der Wäschekonfeftion und in der norddeutschen Harrsit- und Knabk'n- konfektion. Dagcacn findcn sich in der Datzienkbnfe'xtion noch erheblich größcrc Wcrkstatibktriebe von Zwischenmeistern, die dann zum tbetl polizeilich als Fabrikbstrikb behandelt werden. , "

Beachtenswert!) ist, daß die Zwischßnmeister in der Regkl fur mehrere Konfektionkzgesäpäite zu arbeiten pflegeti. Nur in dsr Damenkonfektion, Wohl auch in der Arbeiter- undC-ommerkonfektibn, scheint diks in geringerem Umfange dsr Fall zu sein. , ' _

„Eine bksondere Verbindun von Wcrkstatt- und Heimbetrtcb _ sagt der Bericht _ „,ist das itnebmen von Arbeit aus der Werkstatt zur Fertigstellung in der Wohnung. Dasselbe ist in er- heblicher Weise ersichtlich in Berlin mit Ausnahme der Paletot- und

Rockbranäpe; e_s isi ferner häufig in Stettin und Vxeslau. JnE arbeitet unZefabr i der Werkftattarbeiterinnen wahrend der Saison noch 2 bis Stunden zu Hause. Auch in Bielefeld und Aue kommt diese Art von ximarbeit wohl vor.“ _ * In dem bschnitt „Arbeit und Arbeiter“ unterscheidet der Bericht zunächst: * f ,1) die Erfindung des neuen Modells, d. [). die„Scbaffung neuer Formen im ersten Sjück';

„2) die Vervielfältigung derselben zu Mustern, die zum Auf- suchen der Bestellungen mit auf die Reise genommen (Reisemuster) oder in den Salons der Geschäfte aufgestellt werden (Salonmufter)“;

,3) die eigentliche Konfektionsarbeit, die Herstellung der sogenannten Lieferwaare für die Detaillistcn“.

„Wir müffsn es uns hier versagsn, auf die Modell- und Muster- arbeit näher einzugeben, obgleich in lkßterer mehrfache Beschwerden ihre Begründung finden sollen. In der eigentlichen Konfektions- arbeit nennt der Bericht zunächst als eine der bornebmsten und befi- bezablten Arbeiten das .Zuschneiden“, zume'ist noch Handarbeit, tro Verschiedensr Verwendung findender Zuschneidemaschinen. :Diese Thel - arbeit bildst vielfach die Hauptberricbtung, die im Gsschaft des Kon- fektionärs selbst an dem Stück ausgeführt wird, zum tbeil ist aber auch 18 dem wischenmeister _ z. B. in der Damenkonfkktion faft aanz _ überla en. Dann wird das „Einrichten' „genannt, d. b. das Zusammenstellen der zu einem Stück nötbigen Theile, S_toff, Futter,

uthaten, ferner das „Ausgeben“ dkr eingerichteten Siucke an den Arbeitex odcr Zwischenmeistér.

Die eigentliche .Hersteüung der Konfektionßivaare', die nun folgt, zeigt eine weitgehende Arbeitstbeilung, wie der Bericbt-sagt, so- wohl bezüglich der „Art der Artikel“ wie auch bezüglich .der einzelnen Arbeiten im Stück selbst“. _ Wir finden schon besondkre KonfektionSgefcbäfte für einzelne Artikelgryppxn inne'rbalb der Verschiedenen Branchen; noch weit mehr greift di:)? Tbeilung Play in Bezug auf die Werkstätten bezw. Zirikchenmeisier und voUends be- züglich dsr Arbeiter selbst. „Analog dieser Sixeziaiificrung der Bx- triebe' _ sagt der Béricbt _ „ift die Arbeiterichait gruppiert. Dre vielseitige bandwerkSmäsxige Durchbildung weicht einer einseitigen Ein- übung auf gewisse Stücke; Rock:, Hosen-, Westenschneider erden gesucht, und die Zwischenmeister ziehen die einseitigen Konfektions- arbeiter sogar theilweise den viklseitig ausgebildetkn „gklerntetk „Gesellen des Maßgeschäfts vor. Trotzdem finden, begünstigt vornehmlich diirxb die Technik der Nähmaschine, bäufige Uebergänge bon smc: Spezialttai in die andere statt. Herrenfcbneider geben in die_Damen!chneideret über, Damenschneiderinnen zu den Westkn- und Ybsknarbcitermnen u. s. f. Ami) füll-cn, wenn die Saison für die Spezialitat vorüber ist, di? Zwiscbsnmeister und Arbsiter die Lücke in ihrem Hauptsache durch Usbernabm2 scheinbar ganz fern liegender Arbeiten mit anderen Spszialitäten aus.“ , '

Noch ,komplizierter' ist, wie der Bkkicht bemerkt, dtL Arbeits- tbeilung am einzelnen Stück, wenn auch nicht zii vergeßlen'ist „daß die Fertigstküung des Stücks in einer Hand für einzelne _ rtike , besonders bessere, aucb beute noch überwiegt'._ In der geringeren Herren- und Knabenkonfskiion, in der Damenmantelkonfektwn sowie in der Wäscheindustrie hat sich bezüglich dcr ,Hauptarbcit', d. b. der Näberei (einschlie lich der Knopflocharbkit und „des Annäbens der Knöpfe) eine „se r scharfc Arbeitstbeilung entrvtckeli 'die in „erster Linie dahin gkbt, daß besondsre Arbeiten die MasÖinennäberei und besondere Arbeiten die Handnäbérci Übernommen haben“.

Als Spszialarbeiten in der Wäschefabrikation sind zu erwähnen das Stempeln, in gewissem Sinne: auch das Vorrichten, sowie das Kleben, Waschen und Starken, Von allgcmeinerer Bedeutung" dagegen ist das Bügeln und Plätten. Bezüglich all dieser Details mussen wir hier auf den Bsricbt selbst verweisen, und es sei nnr noch hervorgehoben, daß eine viel bsiyrochene und viel beklagt; Arbeit in, dem .Abliefern' an das Geschäft besteht, verbunden visliach mti einem ganz außer- ordentlicben Zeitaufwand, zum tbeil auch mit erheblichen baaren Aus- lagen, wenigstens für die Zwiscbknmeister. '

Was das nach dieser Arbeitstheilun sich gruppierends Arbeiter- perfonal anbelangt, so bemerkt der * e*ricbt, daß sich, wo die Kon- fektionsarbeit Noch in einem Zusammenbau e mit der alten band- werkSmäßigen Schneiderei sicbt, die Eintbei ung tn „Meister“, „Ge- sellen" und .Lebrlinge“ theilweise noch ungestört erbaltexi uiid „auch die Bezeichnung „gelernte Schneider" hier noch eme ziemlich bestimmtk, anerkannte Bedeutung hat“. Auch „beyBsgriff „Schnei- derin“, als die berufsmäßiqk, gélernte Verfcrtigerrq ganzer Frauen- kleidkr, sei in der Konfektion wohl noch gebräuchlich. Im großen Ganzen hat sich aber gerade bierin eine schr erhebliche anwandlung boÜzbgen, namentlich, wo die Frauenarbeit und mrt ibr dre erwen- dung ,ung-Zlernter“ Kräfte vorherrschend geworden ist, und dies ist eben in initestcm Maße escbebcn.

Ukbkk das GeschleZt und den Familienstand der Arbeiter sagt der Bericht wörtlich Folgcndks: „„5m gro en Ganzen kann maon die tbatsäcblicben Vrrbaltnisse etwa dahin zu ammsnfassen, daß die ledigen Männer in der Wérkstatt, die Verheiraibetexi Manner im Heimbetrieb, dis ledigen Arbsiterinnen in bkiden Betrieben, die ver- beirajbkten im Heimbetriebe arbeiten, und daß „insbesondere in der Rock- und Paletotbrancbe au5schließlich mannliche Arbeiter, in der Jacketbranche mebr männliche als weibliche Arbeiter, tn der Hosen- und Wsstenbranche sowie in der-Arbeiter- und S_omtxierkonfektion überwiegend und in der Damenkonfextibn und der Waschcmduftrie fast aussxblie lieb Weibliche Arbeiter beschaftigt werden.“,

Be timmte Zahlen zu geben, ist de_r Berickpt _außsr stande. Jedenfalls scheint, soweit die beiläußg erryabnten Schaxzimgen einen Schluß zulassen, der Antbeil der Manner 'm der KonfektionSarbeiter- schaft fast verschwindend zu sein im Vergleich mit dem der auf weit über 100 000 zu schäyknden Arbeitsrinnet]. ,

Das Kaiserliche Statistische Amt nimmt hierbei Gelegenheit, in einer Anmsrkung darauf hinzuweisen, daß nach der'Vexuszäblung vom 14. Juni 1895 als in der Konfektion tbätig nx: Ganzen 55 844 Personen, nämlich 3225 männliche und 2753 Weibliche Selb- ständigb, die hier nicht in Betracht komme_n, dann aber 1647 männ- liche und 8936 bausgewerbeirsibende Seibstandtgk, fc'rner 3064 männ- liche und 24 352 weibliche Konfektionsarbeiter 2c._ gezäbxt worden sind, wäbrknd außerdem noch allein 169 263 Schn_eidermnen im Hauptberuf, 10 964 im Nebenbsruf, ferner 289263 Naberinncn in] Hauptberiif, 16 483 im Nebenberuf, 118515 Wäscherinnen und Platterinnen im 'auptberuf, 11274 im Nebenberuf Vorbandkn waren. „Von den Yngxbörigen dikser drei Berufs-arten“ _ sagt der Bericht _ „arbeitet eine große Zahl entweder ausschließlick) oder cinen Theil des „Jabres für die Konfektion, ohne daß es aus den Angaben der Hauslisten zu erkennen war.“

Noch ist bier mitzutbeilen, daß nach der dym Bericht einverleibten Angabe des Kaiserlicbkn Statistischen Amts der Anibeil der Insalsen von Strafanstalten und Gefängnissen „an chr Konfekt ons- arbcit ein verhältnißmäfiig sebr bescheiden€r 311 [6117 scheint. „Es lie en darüber nur vor die Zablen aus dcn dem Kontgltcb preußischen i- nisterium des Innern untkrstsüten Anstalten. Im Jahre 1894/95 arbciteten bon 21100 männlickysn und 3073 weiblichen Insassen der- selben in der Schneiderei und Näbcrei mir 94 Manner und 322 Weiber.

In dem Abschnitt „Konfektion in Verbindung mit audex- weitiger Beschäftigung“ erwähnt der Bericht zunachst kurz die „innige' Verbindung der Konfektion und Ma arbeit. Es isi wobl zu erwarten, daß diese Frage in spciteren Bearbeitungen des Materials noch weiter behandelt werden durfte, zumal da sie die wichtigen Beziehungen der Konfektions-Jndustrie zum Handwerk be- rührt, mit denen die vorliegenden Erhebungen sich nicht zu beschäftigen

attkn. b Dagegen gkbt der Bericht näbcr ein auf die Perbindun dcr Konfektion mit der Landwirtbscbczit, Wie diese si als charakteristiscbe Erscheinung sowohl im suddeutschen wie im wofi- deutscben ProduktionsJebict im Laufe des leßien Menichenaiters ber- auSgebildet hat. Sie fmdst sich nach den Mgterialten diescr Vcr- bindung zur Zsit ersichtlich nur in der Hsrrenklciderkonfckiion und der Arbeitcr- und Somme'konfektion. Was Süddeutsch1and anbelangt, so arbeiten etwa 2000 Arbeiter, die zugleich landwirtbscbastlicb tbätig

sind, in Unterfranken für Aschaffenburger Konfektionsfirmm,