1897 / 7 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 09 Jan 1897 18:00:01 GMT) scan diff

MM! Stryß, der Königlichen Schauspieler Herren Keßler, O_etyet, la , mager, rtmann. tis und Winter und des Sanger- undes des Berlmer ebrer-Ver ns unter Leijung des Herrn Pro- elix Schmidt. Die Mufikbegleitung hat der Königliche Korrevet Herr Fritsch übernommen. Preise der Pläse: Fremden- loge 15 .“, 1. Rang und Mittel- Parquet 10 .“, Seiten-Parquet 6 .li, Seiten-Balkon 4 .“, Stebplaß 2 .“ .

Der Spielplan des O_eutschen Theaters bnngt am morgigen Sonnkag Abend ,Die verjunkene Glocke", NachmitlaZsa ;Hamlet'; Montag die erste Wiederholung von Henrik Ibsen's S uspiel .Die Wildente“; Dienstag und och ,Die versunkene Glocke"; Donnerstag ,Die Wildente“; 1Freitag ,Die versunkene Glocke; Sonnabend „Uorjturj'; nächstfo enden Sonntag Abend .Die ver- sunkene Glocke", Nachmittags . ie Weber“: Montag, den 18., „Julius Caesar". .

Das Berliner Theater thbtsfür die kommende Woche fol- genden Spielplan aus: „Kaiser Hemrtcb' gelan t am Montag, Don- nerötag und nächsten Sonntag Abend, ,Renai anxe' morgen und am Dienstag zur Aufführung. .Der. SEM?" wtrd am Mittwoch und Sonnabend wiederholt. Am Freitag ge 1 als 18. Abonnements- Vorftellung ,Die Jungfrau von Orleans“ unt Tereskna Geßner in der Titelrolle neu einstudiert in Scene. NachmittaXdorfteÜyngen finden morgen („König Heinrich"), axn Sonnabend (. scbknbrodel') und am nächsten Sonnta (.Die offizielle Fray“) statt.

Der neue Wochem vielvlan des „Lessing-Tbeaters wird von Felix Pbüivpi's dreiakti em Schausvtel „Wer war's?" beherrscht, das mor en, am Dienstag, ittwocb, Donnerstag Sonnabend und am nächéten Sonntag zur Aufführung gelangx. Äm Montagyird „Madame Sans-GSne" und am Freitag „Dr_e goldene Eva“ wieder- bolt. Als Nachmittagö-Vorsteüuua zu ermaßigten Preisen gxlangt morgen „Die Ehre" mit Max Loewenfxld als Gast und am nachsten Sonnjag .Die goldene Eva" zur Auffubmng. __

Jm Schiller-Tbeater kdmmt in der morgen stattmzdenden NaÖmittags-Voxstellung .Der Mager von Ktrchfeld' x_ux Aufsubruyg, in der Abenddorsteüung wird das Sbakespearx'sche Lustwtel „.Was tbr wollt“ gegkben. Wiederholungen des Augm'jchen Lustsptels .Der Sebikrling“ und von Sbakespeare's „Komödie der Jrryngen' finden am Momag, Donnerstag und Soynabend statt. An) Dienstag geht „Der Pfarrer von Kirchf-ld_“,_M1ttwoch und Freitag .Der Millionenbauer' in Scene. - Jm Burgersaale des Raibbauses findet morgen auf vielseitiges Vérlangen eine Wiederholung des „Carl Loewe-Abknds' statt. , . ' .

Der Spielplan des Neuen Toeqters „wtrd aucb m der nachsien

Woche ausschließlich von Sardou's Komödie „Majxelle' debxxrsebt. Als Nachmittaas-Vorftellung gebt morgen ,Bockyprunax'_ xn Sckne, während am 17. Januar in einer Matinée Paul 21. Krrstem's neues Werk „Junge Ehe" zum ersten Male zur Aufführung gelangt. ' . Im Theater des Westens wird morgen Nachmxtjag Ludwtg Fulda's Lustspiel ,Die wilde Iaad' mtt_ Nyjcba Buße m dex werb- lichen HauptroUe gegeben. Am Abend, WOZ? am Montag, Drsnétag, MiUw-xch, Donnerstag und Freitag finden Wrederbolungen von Moser-S Schwank „Dcr Militärstaat' statt. Am Soynabend, den 16. d, M., gebt Ncstroy'o .TaliSman' zum ersten Mal m Scene.

fessors

Im Tbalia-Tbeater finden bis zum Ditxstaa noch Auffü- rungen von . erbä ' uad „Goldene Herzen“ Katt. Für Dienstag, den 12., ist endgültig die Premiöre des Vaudevilles „Frau Lieutwant“ angesetzt.

Zentral-Tbeate_e findet WU! die leßte Sonntags- Vo [lun der osse „Cute wilde Sathe' Katt. In den näcb en gen w rd, mit wesentlitk neuen Einlagen einßudkert und vielfach sceuiscb neu eingerichtet - die Ausstaitungspoffe

„Eine “tolle Nacht' für den Resi der Saison auf das "Repertoire ge-'

setzt werden, weil die Dekorationsstücke des erftgenannten Stücks nach Köln gesandt werden, um für das bevorstehende Gastspiel des Zentral- Tbeater-Ensembles daselbß der dortigen Bühne angepa t zu, werden. Während des im Märj stattfindenden auswärtigen aftsptels des hiesigen Ensembles in mehreren deutschen Städten dürften bret die .Schlierfoer' unter Leitun von Conrad Dreher gastieren, doch smd endgültige Bestimmungen ierüber noch nicht getroffen.

JnMüacben ist, dem ,W.T V.“ zufol e, der-Hof-KaYeUmelfier "xs? Yrofeffor an der Akademie der Tonkuu Otto Hie er heute 5 or en.

Manuigfaltiges.

Das Königliche Jolizei-Präsidium bat nunmehr im Einvernehmen mät der önigltcben Ministerial-Vaukommission die landespolizeilicbe Genehmiguu zur Erbauung der Potsdamer- uxbdil?“ Viktoria-Brü e sowie zum Abbruch der alten Brücke : e .

Aus Anlaß der Feier des 400. _Heburtstages Melanchthon'j, am 16. Februar, soll in ikder der ftaxtncben höheren Schulen sowie in den sechs Mädchxnscbulen cine Büste Melanchthon? aufgestellt werden. Der Magtstrat hat daher in seiner geftrigen Sißung beschlossen, bei der Stadtverordneten-Versammlung die Genehmigung der hindurch entstehenden Koften in Höhe von 1200 :“ zu beantragen. - Dre von der städtischen Baudeputation für das Rechnunas1abr 1897/98 in Vorschlag 5ebrachlen Reu- und Umpftasterungen von Straßen, welche mit einem Kostenaufwand: von 2929000 .“ veranschlagt find, hat der Ma istrat genehmigt. __Der wtedcrbolte Antrag der Stadtverordneten- Ver?ammlung auf Bexytlltgung einer Summe von 4000 .“ zu ReZse- tivendien für naturwrffeyschqstlicbe Lehrer dsr höheren ftädtischen ebranstalten, damit fie der Einrichtungen der Bergwerke, Eikenbütten, Hochöfenbetr'xebe durch eigene Anschauung kennxn lernen und die ge- machten Erfahrungen bei ihrem naturwiffenschastlichen Untérricht bumsen können, wurde abgelehnt.

In der Abtheilung Berlin der „Deutschen Kolonial- gesellscbaft' witd am Drenstag, den 12. Januar, Or. Fur. Effet, aelcber Vor kurzem von der Westküste Afrikas beimgekebrt ift, swrechen. Das Thema lautet: „Unsere westafrikaniscben Kolonien und ihr Poriugiefifcber Nachbar“. Der Vortrag Wild im großen Saale 14 des Architrktenbauses, Wilbßlmsiraße 92/93, vor Damen und Hsrren, gehalten; auch Gäste find willkommen.

unter -Mitwirkuug bnvmagender Autoren und Kükftle: ( Ros er, Ludwiß Fulda“, Emil Marriot, W. von Po Father: von teka. any Vra-tvogel, Olio Ernst, Felix mer, Ivsef Kaim) zum Besten seiner ante: "„Mass“: vemnftal ck der Bill auf nunmehr eröffnet. C karten für den erstq Abend DonnnsFag, ten 14. Jamar, Preise von 3 .“ für enen numerierten und 1,50 .“ für einen unnumerintm Pla; verkaufen die Buchhandlungen von Amelaug.- (jest Potsdamer. straße 126), Speyer u. Peters (Unter den Linden 43) und Trautmin (Leipzigetstraße 8). Außerdem werden auch ckan Karten für de- gamen Vortxags-Cvclus zu den ermäßigten Preisen von 12 =ck für einen numerierten und 7 „si abt. Diese Karten haben außer der PreiSermäßiguug noch den orzug, dak; fie ihren Befisem auch an den Abenden, an denen eka besonders große: Andxang zu erwarten ist, den Zutritt fiebern.

Das Beresina-Panorama wird noch für kurze Zeit in Berlm bleiben. Das Eintrittheld beträgtworgen, Sonntag, 50 „_1.

Bremen, 8. Jamm. „Voesmann'ö Télegravbiscbes Bureau" mädet aus Baltimore: Der amerikanische Schooner „Maud Seward“ und der deutsche Dampfer ,Aacben' kamen aufdem kluße atapßco mit einander in Kollision. Der Schoorckr a

Für die'Voriräae, die der Verein „Berliner prxvfskx'

nk, w brend der Dampfer „Aa ea" seine Reie u Bremen eschädigt svrtseste, ck ! ach ....

London, 8. Januar. Auf Ersuchen des Staatssekretärs Für Indien, Lord George Hamilton, genehmigte beau der Lord-Mavor die Errichtung eines Hilfsfonds zur Bckämpfung dec Huuge:Snotb in Indien..

Liverpool, 9. Januar. Jm Königlichen Theater brach beute früh Feu_ er aus, weches bekeutenden Schadm anricbjete. Zweibundert Psrxonen find durch den Brand brrülos geworden.

Bombay, 9. Januar; Nach der „Times of India“ bat fick; seit dem Ausbruch der Pest und der dadurch hervorgerufenen Aus- wanderun der Bewohner die Blvölkerung Bombay; um die Hälfte vermmdert. Die Sterblichkeit beträ t nach demselben Blatts 200 vrt; Tausend und Woche; in dem Einge oreuen-Viertel bt das (Hesckpäft zum großen Theil still, und die Anzahl der g:!" [offenen Laden übersteigt die der offenen. -- Das .Neuter'sche Bureau“ melde: aus Bombay, das; heute fn'xb ein Zusammenstoß zwischku einem Fost- und einm: Pkafsagterzuge auf der Baroda-Eisenbabnlinie

attgefuaden habe, der dem 5 Personen getörtet und 24 schwer v::- leßt wurden.

(Fortseßung des Nichtamtlichcn in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

für einen unnmneriertm Play veraus-

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m 9. Januar. orqcns.

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Skatäoncn. Wind. Wctter.

Bar. auf 0Gr. Temperatur in " Celsius

5 0 C. =: 49 R.

u. d. Mcchsp. red. in Milltm.

"oedeckt Zedeckt ' wolkenlos bedeckt deeckt Ze'deckt Nebel bedeckt

Belmullet. . Aberdeen . . Cbristiansund Kopsnkyagen . Stockdolm . Haparanda . Sf.Pctcr§dg. Moskau . . . Coeruoenß- town . . . CbcrbomZ . 750 ' ldcr. . . 758 “Ulf . . . . 76-4 ,Hamburg . . 763 Swinemündk 769 wolkig Ncufakérwaffsr 775 Dunst Memcl . . . 774 “ZZYLÜ ?onlkenlos 6xRegen stilleedeckt Zzbkdeckt 5;bedeck1 2,wo[kia 4:bedeck11) Z'Schnee 2xbedeckt 4§wolkig st€11§wolkia 5.bedeckt

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Brkssan. . . ; 768 HOSI Jie d'Aix . . Z 752 Nizza . . . . * 760 TKM . . . . 764

** Nxchts Schnee. Uebersicht der Wittcrung.

Dke Wetterlage bat fix!) sxit gestern wxnig ver- ändert. Unter der Wschjelmrkuna dss Hochdruck: ediets im Nordosten und dsr Dcvrcsfion vqrm anal dausrt über Mittsl-Eurora die östxxcbe Luftströmung fort, welcbe an der westdeutschen Küste stark anflritt. In Dkutschlandxist das Wetter andamrnd kalt, im Nordwestkn, wo Schnee gefallen ist, trübe, im Süden und Osten trockcn und steUen- weise beiter. Neufabrwaffer meldet 12, Memel17, Königsberg 19 Grad unter Null. In Frankreich dagegen herrscht ungewöhnlécb mi_lde Wittérung.

Deut1che Secwarte.

Theater.

Kömgltrhe §chausp1r1e. Sonntag: Opern- baus. 9.Vorste11ung. Das Heimchen am Herd. Oper in 3 Abtheilungen ( ei nach Dickenö' gleich- namkßex Erzählung) von M. Willner. Musik von rl Goldmark. In Scene geseßt vom Ober- Regkffeur Tkslaff. Dekorative Einrichtung vom Ober- anektor Brandt. Dirigent: Kapellmxister V1".MUck. Anfang 7-1, Uhr.

Schausmelbaus. 10. Vorstkllung. Der _Ver- schweudex. Original-Zaubermärcben in 3 Auszügen von Ferdinand_ Raimund. Musik von Konradéx'. Krkußer. In Scxne geseßt Vom Qber-Regiffeur Max Grube. Dekorattveßinricbtuna vom Ober-Jnspekwr Bcaydt. Mufikaltsche Direktion: Musikdirektor Stemmann. Anfang ““ Uhr.

Neues, Oyern-Tdeatxr (Kroll). Graf Effex. Trauersptel m 5 Anm": en von Heinrich Laube. In Scxne gese t_ vom O er-Re iffeur Max Grube. - Preise der laßt: Fremden- oge 4 .“ Mittel- Parquet und el-Valkon 3 „ik Seiten-Parquet

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2 „ii Seiten-Balkon 1 .“ 50 „5, Stebvlaß_75 „3. Aufakld wird nicht erhoben. Der Billethferkau findet von 9-10 Uhr und 12-11 Uhr im Kömglxcbxn _ u- spielbaufe am Abendkaffenscbalter ftatx. Bxuets find auch im Jnvalidsndank, Unter dem Linden 241, zu haben. Die Billets tragen die Nummer 221. Pte permanent reservierten_ Pläße kouzmen kn Fortfall, Fears]? haben Dienstplaße kerne Gultigkett. Anfang

2 r.

Montag: Opérnbaus. 10. Vorstellung. Dße Meistersinger von Nürnberg. Große Oper m 3 Akt-n von RZchard WaZner. 'In Scene gchßt Vom Ober-Regineur Teßlos. Dirtgxnt:KapeÜme1ftxr 1)r. Muck. LWaltber von__S1olzmx1: Herr mel Gößé, Königichkr Kammertanger, als Gast.) An- fana 62 Uhr.

Schauspielhaus. 11. Vorstellung. Sonder-Abonne- mentg. 2. Vorétcllung. Die K_aroliugcx. Traue!- svixl in 5 Aufzügen von Ern1t_Von Wildsnbruch. Jn Scsne gesetzt Vom Ober-RéginWr Mäx Gruben Anfang 7x Uhr.

Dienstag: Opernhaus. 11. VorstzU-xnz. Miguotz. Oper in 3 Akten von Anzbrokse Thomas. Text mxt Banußung des Goctbe'xcbeq Romang „Wilhelm Meister's Lehrjahre" von Michel Carré und Jules Barbier, deuxsäo yon Fxrdinand (Humbert. Ballet von Paul Taglioni. Anfang 7k Uhr.

Schattépisldaws. 12. Vorstcüung Donna Diana. Luétfpicl in 3 Aufzügkn, nach dem Svanisxben des Don Augustin Morew, von Carl August West.

Apfang 7x Uhr.

Opernhaus. Mittwoch: Benveumx Celliux. Donnerstaß: _Marqaxethe. (Faust: «Hcrr Emtl ©6752, als Gast.) Frenag: Bajazzi. Phantafieu im Bremer Rathskellcr. Sonnabend: Das 7Ht1'1ikxoxcheu am Herd. Sonntag: Nieuzi. Anfang

r.

Schau§piekhau6 Mitkwocb: Die Ionrualifieu. Donne'rSLag: Zum 1. Male: Genoveva. Frei- tag: Ter Versthweuder. Sonnabmd: Genoveva. Sonntax: Tie ermanussthlacht-

Nk'nEIKönigli es Opern-Tbeatcr (Kroll). Sonn- tag: Doctor Klaus.

Auf Aklcrböchstcn Bcfcdl findet am Mittwoch, dm 17. Fsbruar er. in_ dcn Räumsn ch Königlichen Opsrnbaniks cin SukkcriptionI-Ball statt. Gcsncye mn Ballkartcn werdsn bis _;um_2 Februar xntaegen- genommyn. Diésslbét1111ÜUCU 1chriktlich 98112111, die genans Bezeichnung (Name', Stand, Wohnung) de'r- jcnigcn Parsvnsn enthaltsn, für 1v21ch2 Ball- kartcn gewünscht werdcn. Torpélmeldungcn (Zeich- nung in dyn Subscriptions-Listen und besondere Gefache) smd unte'r aUcn Umständen zu vermeiden. Meldungen_ um ZuschauerrBiU€ts zum 111. und 117. Rgng xmd bereits so zahlreich kinaeaangen, daß davon nur ein kleiner Theil wird berückficbtigt werdcn können. Wsitcre Meldungen um Zuschauer-Billejs werdcn deshalb nicht mehr cntgegengsnommxn. Dicjenigcn Bew-xrber, welche bis Sonnabend, dén 13. Februar, nicht im Befir, der gewünschten Ball- karten find, können annehmen, daß ihre Gesuche niébt Vcrückfichtiqnng finden konnten. Alle den Sub- scriptivt1s-Bal]_bctrcffénden Schreibkn one_ man unter der Adxcmc: Gkneral-Jntendantur der König- 1ichcn Schau1 ix_lc, Franzöfischcstraßc 36, cinreiäxcn und mit dcrK 1111 rift: „Wallau ele enbeit' vkrsclxen. Exner besondere 5 eantwortung fFol cr Gesuche kann bet der umfangreichen Arbcit unter keinen Umständen stattfinden.

Gcncral-Jntcndantur 'der Königlichcn Schauspikle.

Dentsthes Theater. Sonntag, Nachmittags 21 Uhr: Homiet. - Abends 71 Uhr: Die ver-

sunkene Glocke. Zum ersien Male wiederboTt: Die

Dienötag: Die versunkene Glocke.

BTÜUU' Theater. Sonntag, Nachmitxags 21 Uhr: König Heinrich. ** Abends 7k Uhr: Renaissance.

Montag: Kaiser Heinrich.

Dtenstag: Renaissance.

selfiug-Theater. Sonntag, Nacbmiltags 3 Uhr (volkßtbümliche Prxise): Die Ehre. - Abends U Uhr: Wer war's?

Myntag: Madame Sans-Géne. (Jenny Groß.)

Dtknstag: Wer war's?

Reßdenz-Thcater. Direktion: Sigmund Lauxen- burg. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Der Stellvertreter. (1.6 Komprnk.) Schwank in 3 Akten ron W. Bußnach und G. Duval. Deutsch Von Max Schönau. - Abends 711153: Die Frauenjäger. (1.6 Ojnäou.) Schwank m 3 Akten Von Georges Fevdeau, übkrseßt und für die deutscke Bühne deardeitst yon Benno Jacobson.

Mchag und folger-de Tage: Die Frauenjäger.

SÖiffdauerdc-mm *!*/5. Direktion: Sigmund Laufenburg. Sqnntqg; Marcelle. Komödie in 4 Akten von Vtctorten Sardou. Für die dkulscbe Bühne bearbeitet von Paul Lindau. Jn Scene gefcht von Sigmund Laufenburg. Anfang 7411512

Sonntag, Nachmittagsö Uhr: Zu halben Pre'iskn: BotksprüuZe. Schwank in ZAkten von Perfch- ber er und . Kraus.

' ontag und folgende Tage: Marceke.

Ickil1er-Thetter. S onUtßgRaebmiitags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. - Abends 8 Uhr: Was ihr wollt.

Montag, Abends 8 Ubr: Der Sthierling. -- Die Komödie der Irrungen.

Theater dcs Weßens. Kantüraße 12. (Babu- bof Zoologischer Garten.) Sonntag, Nachmittaßs 3 Uhr: Bei halben Preisen: _Die wilde Jagd. - Abends 71 Uhr: Der Militarftaat.

Montag: Der Militärftaat.

Dimétag: Der Militärftaat. Anfang 7? Uhr.

Renk; Theater.

Theater Unter denkmdm. Bebrensn. 55/57. Dinktion: Iulius inssxbe. Sonniag, Ncchmi11ag§ ZUbr' Bei bis zur Hälfte ermäßigte'n Preiwn: Dic Ziedenmms. Komische Overette xa 3 Akjen von

. Haffner und Rich. Genée. Munk von Johann Strauß. - Abends 71 Uhr: Dex Schmetterling. Operette in 3 Akten (mit theilwkiser Benußung einer fremden Grundidee) 13911 A. M. Willner und Bernd. Buchbinden Musik von Carl Wkinberger.

Montag: Der Schmetterling.

Thalm-Theater (vorm. Adolph Ernft-Tbeater). Dreödenerstraße 72/73. Direktion: W. Husmann. Sonntag: Golden“: Herzen. Schwank in 4 Akten van C. Karlweis. - Darauf: Das WetterbäuSebeu. (1176815118! or no.) Musika- listbu Genrebild von Adrian Roß. Deuts von Hermann Hirschel. Musik von Bertram Luard elby. Anfang ?ck Übr-

Montag: Keine Vorstellung.

Dienstag: Zum ersten Vkalc: Frau Lieutenant. Vaudeville in 3 Akten. Musik von Gustav Séxpette uud Victor Roger.

Zentral Cheater. Au: Jakobstraße 30- Oirektkoa: RichardSchuls. Sonntag: Etuil Tbmua; a. G. Leßte Sonntags-Auffübrung von: Eine wilde Sache. Große Ausstattungsvoffe mit St- sang und Tanz in 6 Bildern von W. Manufiäd: und Julius Freund. Muß! von Julius Einödsbofer. Amang 7k Uhr.

Montag: Eine wilde Sache.

In Vorbereitung: Eine tolle Nacht.

Konzerte.

Konzerthaus. Karl Meydec-Kmett.

Sonntag, Avfang 6 Ubr: Gesekscbaftö-Abeud.

Montag, Anfang 7 Uhr: Shthouie-Konzert. unter freundlicher Mitwirkung der änaerin äulxin Willxveiluszkiue Mayer. Shmpbonie „Jm aide“ von a .

Bhüharmome. Sonntag, Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe zum 71. Philharmo- nischen Konzert.

Montag, Anfang “kk Ubr: sl. Pbilharmouxsckxxs Konzert. Dirigent: Arthur Nikisth. Selm: Pablo de Sarasatc.

Baal Jkchak1w Sonntag, Anfang 11er 111. (geistliches) Konzert von Weida Ruu- fcheid (Éésang).

Zirkus Kenz. Karlstraße. (Jubiläums- Saisou 1896/97.) Sonntag: Zwei Vor- stellungen. Nachmittags 4 Uhr: Au! viexseitiges Verlangen: Auffühxuvg des großen militärischen AusstZnungsstückes: 1870/71. _- Abends “('? Ubr: Kolonaler Erfolg! Lustige Blatter! Pletse der Pläße zur Nachmittags-Votsteüun : Lozcnsiß 3 &

arquet- und Tribünenfi 2-4, __alkou 1cki504

wsiter Play 1 ,x, alerie (Stebplav) 50 „_!-

Üußerdem bat jedkr Bcsucbkx das Rcht, auf das von ibm gelöste Billet 1K1_nd unt_er 10 Jabrkß frei einzufübren. Jedes wetten Kmd zahlt_gu7 Balkon, zwsitem md_kt1nem Play die Halste- Abends gewöhniiche Pwse.

Montag, Abends 71 Uhr: ExtrOBOtßelluna- Lustige Blätter! Faunlteu-Nachrtchteu. Verlobt: "Hildeaard Gräfin zu Dohna mit ra- Oberfk-Lieut.a.D. Hermann Grafen von Rei 7x» bzcb (Eichberg b. Bunzlau). -- Frl. Agnes Sew mit Hrn. Obkrlebrer PaulKanzow (Wreäßen i. M.- Brandenbura a. H.). - Frl. Anna Schumachl7 mit Hrn. Rittergutsbefißer und Sec-Lieut. d.R- W. Bust!) (SxUtin-Liffau). - Frl. GertrJ-ld Zöllner mit Hrn. Fabrikbeßßer Otto Schuur!

(Berlin-Tiefenfurt). .

Verehelicbt: Hr. Pfarrer Sugeßmund mit Fll-

Käthe Schulz (Groß-Mirkowitz b. Stemvucbowcj. Geboren: Ein Sohn: Hrn. Astronomen

O. Lohse (Potsdam). - Eine Tochter: Hrn-

Kramer (Mensen). . Gestorben: Hrn. Rudolf von Scheltba Tochkk

Senta (Z el). -- Verw. Fr. General-Lient-

Luitgard * ronin von Toll, geb. von Lange:

(Niederlößniß b. Dresden). ,-

Verantwortlicher Redakteur: Siemeuroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berli

Druck der Norddeutstben Vu druckerei nd Anstalt Berlin M., W' elmftraße Nr. 32. !

Acht Bsilagen (ebsöliÉUÖ Börsex-Beilage).

„212€

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

18. Si3ung vom 8. Januar 1897,

Auf der TageSordnung steht zunächst die Entgegen- nahme von Vorlagen der Königlichen Staats: regierung. *

Finaaninifier ])r. Miquel:

Dem bohkn Hause babe ich die Edre auf Grund Aüerböchstcr Ermächtigung zur Beschlußfassung zu untsrbreüen:

die aügemeine Rechnung zum Staatshaushalt des Jahres 1893/94, dd: Ueösrücbt von den Einnahmen und AuZJaben des Jakres 1895/96, - und enL-lich den Geseßentwurf, betrlffxnd die Feststkllung dks StaatIhaus- daltk-Etats für das Jahr 1897/98.

Meine verehrten Herrkn! Seit vier JaLten warcn wir in der Notbwendigkeit, Staatshaushaltspläne dem hohen Hause zur Biscbluß- faffung zu untcxbreiten, welche nur durch Anleihen zur Balanzisrnng gebracht xr?iden konnten. Wär babcn di? Befriedigurg, dieLmal einen in Einnabme und Auxgade balanzierknden Etat vvrlegen zu könnkn. Dic Gesammt-Einnabmen des Etats belaufkn fich zum ersten Mal auf 2046 031385 „16 Di“: Gssammt-Ausgabön find Veranschlagt im Orkinarium auf 1955 855 029 .“, die einmaligén Aussaben auf 90176 356 .“ Die Eénnabmcn im vorigen Etat find um nicht wenigsr als 119 660 078 „45, die AuÖgabsn aber auch um 105 374 466 „46 ge- fkiegsn. Auf das Ordinarium eutéaUM von lkytsrsn 95 094 688 .“ und auf das Extraordinarium mebr gegkn das Voxjakr 10279 778 .“

Mkine Herren, man darf sich aber durch diese gewaltigen Zablkn nickt täufckpxn laffen. Vergleich:?n Sie käRit den Jönkn glxicbfalls voxgxlegten Netw-Etat, xo werden Sie findén, daß der [MM natur- gemäß 2:1 5121 geringerxm Maße gestikgen ist und nur etwa F 163 Brutw-Ctats beträgt. Dix Nsltoeinnakymkn der Betrixdxverwal- trmgsn, adzü-glich der SÖUÜMFins-Jn und der T:!gungsbeträgk. kc- tragcn ia disfcm sebr günstigen Etat 91a“; 281 Millionkn. Die ge- waw'gx Steégsrung ker Brutxoxinnabmen und Anxgaben lieZt fast ausschlikßlick) 'm dkn Vstricbéverwaltungen. Tie staaxlieben V:!réebsverxraxtungeu smd im Ocdinarium mit ckmm Mebrüberschuß gegsu da:“; Voxjaßr ron 54589 423 .“ vkrauschlazt. Zu diefen Mehrübsrsckyüffen trägt aÜcin die Eisenbahnvnwaltung 43419001.“ bci. Jdre Einnahmen sind um 88928 314 ..ck und Zbre AuSgabcn um 45509313 .“ bößer véranx'cblagt.

Meine Herren, bei der Schäßung 1er Eix'eubabneinnadmen find w'rr dcn bixlzxrigen Grundsätzen trén géklieken, und zwar um so mehr. als wér jetzt auf einsm so erbsblich hoben Betrag der Einnahmxn angkkommen ßnd, daß die Wabrfckpeinlicbkeit, daß sie nicht in dem Maße fortdauernd swb fteisxrn, möglichkrweäse ein Nachlassen der *Eisknbabnen näher fast likgt, als ein in dem bisherigen Verbäktniß noch weüergebendes Staigém der Einnadmen. Wir haben durch- gängig dic Eisenbahneinnaßmén um 60/0 5552: veranschlagt aks dia Jsx-Einnabme des Jahres 1895/96, welches ja auch schon in «565- [Mm Maße zu den günstigen Jabrxn zu rechnen ist.

Das Extraordinarium ist möglichst reichhaltig ausßcstaltexx cs beträgt jxyt 4,4 9/0 der gssammten Staatsausgaben, ist also erhcblicb 565€“: als W in den llßten Jabrkn. Di:“ Eisenbahnverwalknng partiziyiert daran mit 48108000 .“, das heißt un: 7416000 .“ Hödcr als im laufenden Jahr.", wo das Extracrdinarium aucb be- kann11ich schon boch bemeffen war.

Ick) habe schon im vorigen Jahrs aasxiuändsrgesest, daß die ge- sante! Verhältniss unfkres Staatsbauébalts es ratbsam erstbeinén lassen, in günstigsn Jahren mit hohen V?- tricHLÜkerscküffen das Extraordénarium möglichst hoch zu ge- ßalten. Man errcicbt daduxck.) verschiedene Vortheile: einmal ist Es ganz naturgemäß, da?; man, wenn die Mittel reichlich zufließen, bisher nicht befri-édigte, zurückgeseßtc Befürfniffe in rkich- [Wm Maße defrikdigt, um so me!;r, als im großen Ganzen das Extraordinarium den Ckarakfsr dcr Landesmcliorajion trägt auf den vers-biedmcn Vetwaltunzsgekieten. Sodann abér verhindert man so, daß für einzelne Jahre in dem Etat allzugroßk, racb unseren bis- ber'lgen Erfahrungen wahrscheinlich Vorübergehende Usbkrfcbüssc er- scheinerx, und wehrt dadurch dsn Druck auf eine dxuernde Stei- gerung der Auégaben gegenüber diesen schwanksndcn und un- ücberen Einmbmen einigermaßsn ak. Man legt 621le da. durch Reserven zur Vcrwendung in folgenden Jahren cm, Zudem ja so hohe Extraordinarien in einem Jahre nicht verwendet werdcn können, man deckt daher die ungünstigen Jakre, wo man nicht in derLage ist, in dem Extraordinarium so hohe Beträge erscheinen _zu saßen, a;:s ken Ueberfchüssxn der günstigen Jahre. So charakterifiert Ick diese ganze Finanzmetbode als ein Mittel zu ähnlichem Ziel, zu welcbkm in vollkommenersr Wkife noch dcr Ausgleichsfonds, dxr Ihnen vorgeschlagen ist, dienen scll.

Man hat - jedoch nur bis auf eine gewiffc Grenz? mit Recht - gesagt: man kann bei richtiger Behandlung der Finanzen in diesem Sinne den Ausgleicbéfonds vicllcicbt atbkdrcn. Meine Herrkn, nun scheitert a'c-er bi€weilcn die nach diesen Grundsäßen richtige chcffung des Extraordinariums an dem Mangel am Vorhandensein genügender, zur Beschlußfassung des Hauses reifer Bauprcjekte. Das liegt auch in 17-91: Naxur der Sache. Man hat dabn hier von vornherein eine Erenzs, weil der Landtag ja "- und man kann in dieser Beziehung nur s:.gsn: mit vollem Necht- darauf besteht, nicht, wie irüber, bloßs Ueberschläge zu bekommkn, sondern wohl im Detail auégearbc'ilcte Prrjekts. Ich würde geneigt Mscn sein, das Extraordinarium noch rcichlicher in déescm Etat Mugestaltm aus den eben angzgekknsnGründen, wenn dzdurcb nicht “ck bis Bilanz des Etats in Frage gestellt wäre. Denn, meine

tn - wir werden spätkr darauf kommen -, dieser Etat “th! eine gewaltige Steigkrung ker Außgaben, keines- Bess bloß der Aussaken im Extraordinarium odcr sonfi

zum Deutschen Reichsan “7. '

Erste Beilage

Berlin, Sonnabend, den 9. Januar

. vorübergehender Natur, d&„prwßiscbe Staat wird durch diesen Etat dauernd mit sehr erheblichen Mebraußgaben belastet» Di-Zse Aus- gaben, beispielSweise 19 569000 .“ für Beamtenaufbefferungen, 5312000 .16 in kaäßbeit des Schulgesesxs, welche, wenn das Schulgeses auf Basis der Beschlüsse der Schulkommisfion zu stande kommt, noch um 4 Miüionen weitersteigxn, für welche der Etat zur Z:“it noch keine Mittel bat, -- diese Außgaben hat der Etat zu trazen, während Crsparungen aus der Konvkrtierung diesem Etat nur noch in beschränktem Maße, nämlich, wenn ich die Kosten ab- ziebe, insgesammt mit 4217 000 .“, zu gut:? kommen. Lkßteres liegt daran, daß ja nach dem von Ihnen genehmigten Geseß die vierpro- zentigen Zinsen der konverjierten Konscls noch bis zum 1. kaodkx bezahlt werQLn soUen, und sodann, Weil ein erbeblicbér Theil dxr Zinsen erst am 1. Juli 1898 fäÜig wird, daher in diesem Etat noch keine Ersparungen bringt. Außerdem find mit der Koxvettietunz doch auch erhebliche Kcstcn varbunden; allein die Stempelkostcn, die wir an das R€ich zu zahlen baden, betragen nach einer Entscheidung des Reichsgerichts 600000 .“: Es ist also eine Million in Aussabe dafür gefTeUt. Man kann ja die Kosten nécht Jenau bxrechnkn, aber viel weniger wixd es ja nicht werden.

Meéne Hsrren, ich habe es schon früher auszksprocben: man kann einkn prxußisckßén Etat in seiner Isoliértbeit nicht richtig béurtbeilen, man muß ihn immer vergleicbkn mit dkm abgksciyloffsnen Rechnungs- jahr und, sOkViit möglich ist, mit dsr Finanzg-Zbabrung des laufen- den Jabrks.

Der Finolabschluß pro 1895/96 ist bereits durch di? Motive des Gcseßks, ketreffxnd die Schuldentilgung, angmxin békannt JkaOkdkn. Ich kann dabkr nur bestätigen, was in diessn Motévx-n gssagt ist, wcrde aber das Cinzklne do:!) roch näbsr mit- jbkilen. Bekanntlich war dixssr Etat mit eincm Deüzkt von ru:“.d 34 Milüonen Veranschlagt. Diese eranscblagusz war aber bis auf eine gewisse Grenzs nur ein:- vapixrsnk, wsil dawn «quzieksn waren die Béträge, welche sich aus dem sVätxk IZZésÖLOFeUen Ryichs- Etat ergaHsn, d. h., es warsn Msbrmatrikulxrbxitrézk DM 10 893 852 .“ und MebrüberMisun-gkn Von 2780 620 96 in Bstra-ÖT zu ziédén. Dadurch rkduzikrte fich das Tsßzit auf 20 625 528 „je; Das nun also das wirkliche veransebla-gte Dcfizit. Statt dsffsn bat swb KUK aber ein wirklichsr Ucbkrscbuß von 60193 839 .“ ekgxber, sodaß gxgsn rkn Etat in Wabrbeit eine erbéfferUng singktrktcn ist in der R€chnung Von 80 819 367 «ji Meine Hkrrxn, man hat fich darüber gewundkrt und Vorwürfe daran gkknüpft, daß eine so große Differenz gegen den Etat in der Rechnung fich ergeben könnte. Als wenn nicht in den Vorjabren es ganz ähnlich gkt'yesen wäre! Wir haben Jahre gehabt, wo wir uns geirrt haben in Beziehung auf die Ergebnisse zum Nachtbeil des Etats; wir haben eine Reihe anderer Jahre gehabt, wo im Gegentbeil die Rechnungs- ergebniffe wLit günstiger waren.

Die Finanzverwaltuug kann hierauf üöerbaupt nicht viel ein- wirken, und alle an meine Adreffe in dieser Beziehung gerichteten Vorwürfe sind von vornherein hinfällig. Die Finanzverwaltung wird fich böten, dix: wxn dén Rcffort-Ministern ihr vorgelegten Schäßungen der Einnabrm'n zu korrigiercn, gar in die Höhe zu schrauben. Das ist nicht geschehen und kann nach meinkr Meinung nicht Oder nur untrr ganz bcsorxd-eren Umständen geschkben. Die FinanzverwaTTUNg muß fich sagen, daß der Rsffort-Minister viel eher in dsr Lage ist, seine BetriebSergedniffe richtig zu Fchä§en, namenklich zu der Zeit, wo dsr Etat aufgésteUt wird, als bis Finanzvkrwaltung. Wer auch die Rcfiort-Minister könncn kki der Art unskrcr Bettixdévsrwal- tungen eixe nahezu zutré-ffends Schäxxung nicht immer mach2n. Man muß nach [“eftimmten Grundsäsen, wie wér das bei der Eisenbahn- verwaltung thun, nach den Ergebnissen der Vorjahre, nach der Ent- wickelung L*CS Verkehrs Handeln. Andre bestimmt:? Anbaltépunktk giebx's reicht. Der außcro;dentliche Aufschwung des Verkékrs - das werden mir alle Harten zugeben, welche im Vnkxbrsleben ftebxn - ist so plößlich und in einm: fo grvßen Umfange eingetreten, das; das wohl selbst dikje'nigen, dis mitten in der Produktion tbätig sind, nicht haben vvraußfeben könnsn.

Meine Herren, wcnn man fich nun aber mal irren sol] und gewissermaßen irren muß (große Heiterkeit), so wird es doch immer besser sein, daß man stcb irrt zu Gunsten dcr Einnahmen, als zu Gunstsn d2r Auxgaben, und ich glaube, wir können uns im Ganzen über diese Jrrtbümer nur freuen und können sehr befriédigt sein, daß unfsrc Finanzlage so ist, wie fie fich beute darstellt.

Meine Herren, daher find denn auch gegen diese Veranlagung bier im Hause keine Einw-xndungen gemacht worden; wenn die Fénanz- verwaltung oder die Resorts verantwortlich wären, so wäre das bobs Haus ebenso vcrantwortlich zu machen. Es ist wohl hier und da eine Stimme laut geworden, daß die Einnahmen wabrschsinlicb zu niedrig angeseßt seéen. Aber man ifi darüber binweggegangext, Wkil man sick) sagte: das schadet ja nicht; wenn fich nachher ergiébt, daß die Einnahmen größer smd, so werden wir das nicht unangenehm empfinden.

Ju dcr Reicbsvkch-ltung ist die Sache übrigens genau so geWesen. Die HMM, die bei der Feststellung des Ems der Reichs- verwaltung betbeiligt find, werdén mir auch nicht befireit-xn, daß die Zosleinnabmen viel 5652: gewesen smd, als fie im Etat veranschlagt waren und erwartet werden konnten. Ick halte es also nicht für nötbég, béeran irgxnd eine Entschuldigung zu knüpfen, ich will nur dem Hause sagen, daß derartige Fehlveransäolagungkn, wenn ich so sagen soll, die mit der Wirklichkeit nicht stimmen, nach der Natur unseres Etats vöIig unvckmcidlich sind. Das wird mehr oder weniger immer vorkommen, das xine Mal stärker, das andere Mal wcnigcr siaxk.

Meine: H:“rrcn, man hat nun aker an die Tbatsackc, dax"; wir nach 5 Jahren zum ersten Male wieder einen Ueberschuß erblicksn, doch allzu ausgiebäzs Schlußfolgerungen geknüpft. Glücklicherweise liegen die Jahre, mkine Herren, wo wir auch groß:" Ueberscbüff-e battkn und dann plötzlich ins Defizit gcrietbcn, noch so nahe, daß ße noch in der Erinnerung der Mitglieder dieses hoben Hauses sein werden. Ich

riger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1897".

erinnere mich, daß, als ich zum ersten Male einen Etat bier vorzu- legen die Ehre bajtx und die Rechnung abschloß mit einem Ueber- schuß von über 100 Millionen Mark und daran ganz extravagante Bemerkungen geknüpft wurden, ich damals sagte: dieser 11st- schuß ist wesentlich ein rechnung§mäßigeß aber kein wirth- scbaftlicher. So weit gebe ich bkutc nicht; denn wir haben eine Reihe von Maßregeln getrcffen, welcbe gegen Rückschläge, wie sie damals statrfanden in dem Anfang der 903r Jahre, uns doch mehr - durchaus nicht ganz, absr mehr -- ficbcrn als früber. Dazu rechne ich, daß wir um eine Reihe von fich€ren, dauernden Einnahmen unsern Etat, unsern Vermögensstand verbéffert haben. Dazu rechne ich, daß wir auch in den kargcn Jabrkn die EiscnbaanEtwaltv-mg ganz anders ausgestatxet haben als korbkr, daß wir Außgaben, welche früher Turck) Anleihen gedeckt wurdkn , jeßt auI dem Etat bkzablen. ch brauche das Einzslne nicht aufzuzählen, es gebt aber in viele Miklionen. Dabin muß man endlich rschn9n die dauernden Er- sparungen, welche in dcr Vsrwaltung der Betriebe, namentlich der Eisenbahnverwaltung, eingetreten find nnd Welch uns auc!) wwbl doch im wesentlichen erhalten bleiben, wenn die Einnahmen fich mal plötzlich erheblich wieder vermindern. Jchglaubea1so, :I find eine inbe Von Maßnahmen getroffen, wélcbe doch in dieser Bezisbung Vorsorge treffen und uns wohl davvr kkwahrén, daß wir so gewaltige Rückschläge wieder erleben, wie wir fie erlebt haben, *- unter einer Vorausseyung, meine Herrkn, unter der Vorausskßung, daß nicht das Deutsche Reich plötzlich mit starken Matrikularumlagen uns beglückt und wir dadurch in unseren eigenen Finanzbérechnungsn nach allen Richtungen gestört wxrdka.

Meine Herrkn, der Finalabschluß zeigt, daß sämmjlick? Ueberschuß- vktwaltungen bedeutende Mebrübersäpüffs ergcben haben, mit aUeiniger AUZnabme der Domänknverwaltung, (hört! hört!) welche einen Minksrüber7chuß von einer halben Million hat. Die Forst- v-xrwakttmg bat übkr eine Milléon im Jahre 1895/96 mebr gebracht. Der Erlöé aus DomänengsfäQ-In u. s. w. ist um drei Millionen Zezen den Etat gkftiegkn. Die direkten Ste'uexn haben ein Manko ::.-1 8 596 0.70 .“ infolge dsr Anrechnung dcr Zinsen des Betriebs- frnds der Esmeral-Sxaatskaffs Von 100 Millionen aufdie Ergänzungs- stcuer. Dis indirekten STAMM Haben eine Msbreinnabxxxe von 2270000 „46; ich nenne nur die Hauptzablen. Das Seebandlungs- Jxstitut hat Einen Ueberfcbuß Von 414 000 .“, die Bergwerksvxrwaltung einen solcbcn von 6348 000 „ck und die Eisenbahn-Verwalfung einen Mebrüberscbuß von 52 658 000 .“, sodaß die -Ueberfchußvexrvaltungen mit einem Mkbr gegen den Etat Von 61947000 «FQ im abgelaufenen Ctatsiabr abgeschloffsn baden. Die Dotationen und die allgemein: Finanzwerwaltung haben einen Minderbedarf von 2698000 «ii “- auf das einzelne gebe ich nicht ein *, und die Zuschuß. Verwaltungen, also die eigentlichen Staatsverwaltungen, haben einen Minderzuschußbedarf von 902 000 „M Darunter stscken nun natürlich auch eine ganze Reihe von MebrauSJaben; aber die MinderauSgaben und die Mehreinnahmen, die eigenen Einnahmen dieser Verwaltungen - darauf lege ich großks Gcwicht, daß auch die: eigenen Einnahmen dieser Zroßen Staafsverwaltungen richtig behande'lt werden - haben sich in M Weise Vermsbrt, daß schliéßlich ein Minderbedarf Von 902000 „jz. berau§komm12

„keine Harrxn, was 171.171 das laufende Jahr bktrifft, so glaube ich sagen zu dürfen, untcr aUem Vorbedalt, - denn es können in don dior nicht adzcsÖlrsxsnsn Monate'n doch noch erhebliche Ver- ändxrungen ciwtr-ctkn, wie ::.:msntlick; schon im November die Ein- nahmen der Eissnbaksnkv :*rkxbkich abgrnommen haben - daß das laufende Jaksr mimkestxns ckxnso günstig abschließen wird wie das abgchcbnete Jab: 1895 96, daß namentlich auch die Eisenbahn- verwaltung iu diessr BezZedung wjeder sebr erbebliche Mebrüberschüffe dringen dürftx. Aber 55 ist jéöt auch nicht bloß die Eisenbatherwaltung; aus derForstrarwallung kann man méndestens 6 MiUiMcn Mkbrüberschüffe gsgen den Etat 01111me611, aus den direktxn Steuern reichlich LF Mil- lionen, den indirekten Steuern aber 7Mi11ionen, aus den Bergwerken über 8 Miuioncn. Sie sehen also, daß auch die übrigen Betriebs- verwaltungen ia diessr Zsit kes industriküen Aufschwungs ihren Theil bkitragen. Der Antbkil am Ertrage dcr Zölle und der Tabacksteuer wird, wenn Vkränderun-zen nicht eintreten, etwa 25 Millionen mebr betragen, während die Reichsstempklabgaben im Rückgang sind und wir jetzt etwa den Rückgang auf 1,2 Millionen schätzen.

Ich wii] weiter auf die Einzekheijkn nicht eingehen, ich muß leider noch vieles erläutern und klarstellen im neuen Etat. Wir schäßen, wie gesagt, sch1ießlich dsn Vermutblicbén Uebersebuß des laufendsn Jaöres auf übkr 80 MiUionxn Mark.

Was nun den Etat für 1897/98 betrifft, so bringen die sämmt- lichen einzelnen Einnahmezweége mehr USÖercbüsse troß des Steigens dxr Außgabkn, im Ordinarium um 49 Millionen und im Extraordinarium um 7-8 Millionen. Ich habe schon gksagt, daß dix Domänenverwalfung im Voxjabr davon aussenommxn war, und auch jest ist wieder ein Minkerüberschuß don 271000 .46 im Ordinarium und eine Mehr- ausgabe im Extraordinarium von 125000 „kö Veranschlagt. Die Forstverwaltung dagegen schließt mit einem Mebrüberscbuß ab; die Einnahmen don Holz find um 11“ Millionen böber an- genommen, die Mehrausgaben etwa um eine halbe Miüion. Das Extraordinarium beträgt 1850 000 „js, 60000 .“: mehr als im Vorjahre. Unter den Mehrausgaben bxfinden sich allein an Kommunal- lasten 254 0(0 .“ Sie finden Hier dsn Vorschlag der Genehmigung von 17 neuen Oberförstereien behufs Tbeilung allzugroßer Bezirke und von 18 neuen Försterstsüen. (Bravo.) Das wird ja demnächst näher motiviert werden.

Meine Herren, ch direkten Steuern find um 31 Millionen böbet veranschlagt, und zwar bis Einkommensteuer um 3 Millionen. Wir haben dabsi dée ;ünsjige Entwickelung von Handel, Gewerbe und Industrie in Betraäyt gczogc-n, sowie die Ergebnisse des laufenden Jadrss. An Gebühren soUen mehr aufkommen nach dem Etat 239 500 x( Dankbar! s'md in dieser Verwaltung die Auögaben um 202000 .“ vermindert, was immer eine Seltsnbkit ist bei der heutigen Entwkcklung unseres Verwaltungswesens.