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Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 22. Januar.
Seine Majestätder Kaiser und Köni begaben Sich, wie „W. T. B.“ meldet, heute früh 8 U r 20 Mi- nuten mittels Sonde TFF nach Potsdam, um daselbst im
pagniexi des 1. Garixe - Regiments 55. F. vorzunehmen. Das Fruhstuck wolltxn Seme_ Majestät im Kreise des Ofßkzierkorps Yannten Regiments einnehmen, vorher aber die d orativen
dequ?" in der Garnison-Kirche zu Pqtsdam brüchtigen. Der Ru ehr Seiner Majestät nach Berlin wird im Laufe des Heutigen Nachmittags entgegengesehen.
Dem zweiten Bataiüon des Jnfanterie-Regiments
„Herwarth von Bittenfeld (1. Westfälisches) Nr. 13 und-
dem ersten Bataillon des 3. Thüringi chen Infanterie- Regimenis Nr. 711116an am 27. d. ., dem Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers und Königs, neue Fahnen verliehen werden. Die Nagelung_und Weihe der Feldzeichen wird am genannten Tage im Koniglichen Schlosse hierselbst stattfinden. Abordnungen der betreffenden Regimenter sind zu der Feier befohlen.
_ In der am 21. d._ M. unter dem Vorfiß des Vize:Prä- stdenten des Staats-Mmisteriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Boettich_c-r abgkhaltencn Plenmsißung des Bun- desraths wurde die Vorlage, betreffend den Vertrag zwischen dem 912th und der Eckzweiz wegen Errichtung schweizerischer Nebenzzdllamter auf_ adischerxi Gebiet, den zuständigen Ausschussen überwiesen. Die Zustimmung wurde er- theilt de1_1_ Entryurfen des Handelsgeseßbuchs und des zugehorigen Einfuhrungs ekeßes, _ dym Entwurf der Grundbuchordnung, _ _dem escßkntwurf wegen Kündigung - und Umwandlung der merprozeritigen Reichs:An1eihe, _- dem NgchtragSantrag Preußens, betrkffend die Ausführung des Boxsengeseßes, - dem Entwurf von Vorschriften für die Errichtunq und den Betrieb von Anlagen zur Herstsüung von Alkaii:Chr_omaten, -- sowie dem Antrag Hcffens, be- treffend die Erxtchtung eines zweiten Schiedsgerichts für den Bezirk der hessischen land: und forstwirthschaftlicben Berufs- enoffenscbaft. Von der Denkschrift iiber die Ausführung der
nlethegeseße und dsm hierzu vom Rcichstage unter dem 4. Dezember :ck. I. gefaßten Beschluß wurde Kenntni ge: m_)mmen. Außerdem wurde über eine größere Anzah von Eingaben Beschluß gefaßt.
Auf (_Hruny chs Geseßes vom 23. Dezember U. I., be- treffend ine Kundtguyg und Umwandlung der vier- prozenitgen konsolidierten Staats-Anleihe, ist sei- tens der Inhaher derselben von dem Rechte, die Baarzah- lu_n_g der Kaprtglbetxäge u verlangen, innerhalb der gestellten Frist nur m Hohe eines etragss von 210 650 «16 Gebrauch gemacht worden.
DM) K_ommunaL-Landtage der Kurmack, an welchen mznnscben a_n neuen_Sachen ein Antrag des Kammer: herrn von Velthctm-Schonfließ, betreffend Aenderungen in per Verwaltung der L_and=Feuersozietät, eingegangen war, lagen m seiner gestrigen dritten Plenarsißung drei Gutachten des 1. und acht Gutachten _des 11. Ausschusses vor. Den ersteren_ gemäß _wurde 0111 Rekurs gégen eine Entscheidung des _Ntederbaxmmxxr Krcisiagcs ab ewiesen und eine Ent: schähiggng fur ein im Feuerlös dienst efallenes Pferd sowre Linx! _Un'terstußung fiir eine siädtische sßrsiwillige Fsuer- wehr bemilhgt. Ten (Gutachten des 11. Ausschusses entspreehend wurdcn die Rechnungen“ Hes Kommunal:Landtagsfonds für 1895/96 und der Kurznarkischen Hilfskasse für 1895 Mtlastet und von ste_hs 1111texstgßung2gcsuchen milder Stiftungen und Vereine _drei de_rucksrchttgt, der Rest aber mangels Nachweises der Bedurfngkett abgcwwsen, Seiiic nächste Stßung wird der Landtag am Sonnabend halten.
Bani telegraphiycher Meldung an das Obcr-Fkommando der Marine 1st S. M _S. „Gneiscnau“, Kommandant Kapitan ?_ur _See Hofmeier, gcstern in Neapel angekommen und beab ichtigt, am 2. Februar nach (Henna in See zu gehen.
In _der Ersten und Zweiten Beilage zur [)eutigcn Nummer de_s „Retchs- und Staats=Anzeigers“ rmrd die vom Reichs- Etsenbahnamt au_szestellte tabellarische Uebersicht der Be- triebs-C'rgebni se deutscher Eisenbahnen für den Monat Dezemb er v. J. veröFfentlicht, aus welche am Mittwoch an dieser SKU? auszuglich hingewiesen worden ist.
Anhalt.
hre Königliche oheii die Erbgroßherzo in von Me_ lenburg-StrelK ist mit Ihren Hoheiten x11er: .Her- zoginnen Marie und Jutta zur Theilnahme an den Bermählungsfeierlichkeiten vorgestern von Ncuftreliß in Dessau eingetroffen.
Elsaß-Lothringen.
_ Durch Kaiserliche Verordnung vom 18. d. M. ist der LandeSaus_schuß berufen worden, am Donnerstag, den 28. Januar 171 Straßburg znsammenzutretcn.
Oesterreich:Ungaru.
_Der Minister de_s_ Auswärtigen Graf (Hoiuchomski ist heure von semer Neue nach Berlin und Dresden wieder in Wien eingetroffen.
WLßch-UFUUF- bei «mehreren Kom-F.
Die „Wiener Zeitung“.“ veröffatli“ ein xai erli es PYeut vom A). Munz? WF die Einbkruftcthn be.: Landtaike uon Dömen, “knallen Gal en 1: Men m Krakau, Oestemich ob der Éuns, , Steiermarx, Kärnten, Krain, Bukowina, Siblesien, Tirol, Görz und Gradtsca, Istrien und Vorarlberg auf den 26. d. M.
Der Minister-Präfident Graf Badeni empfin gestern eine von den Abgg.Dworczak, Kaizl und Paca geführte Zechische Deputation in __Sgchen der Zutheiliöi der *“ ezirke*'E'rpei"uWPokiß*"äb*b'äs neu
eit sei noch nicht so weit gediehen, daß die Mgierung be-
stimmte en ültige Zusagen geben könne. ' Sie werde die AngeleFenhet vor allem vom Gesichtspunkt der Bedürfnisse der rea en Justizvexwaltung aus erwägen.
Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm gestern die Kong_ruavorlagen an. Im Laufe der Debatte erklärte der Unterrtchts:Minifter ])r. Freiherr von Gautsch: Die Lage der SeelscHZéger bedürfe einer Verbefferunß. Der Mehraufwand von zwei illionen beweise, daß die mit er Vorlage bezweckten Ausbesserungen keine scheinbaren seien. Mit Rücksicht auf die Finanzlage des Staates müsse die Regierung die Grenze be- zeichnen, bis wohin ein Entgegenkommen moglich sei. Das Kaus werde fick) durch Annahme der Vorlage den Dank des
lerus crwerben._ „
Der landwxrthschaftlichx Ausschuß des Abgeord- netxnhauses hat eine Resolution angenommen, worin die Regieruxig aufgefordert wird, das gesammte Differenzspiel zu_ h_esemgen und _nur_ emen soliden Terminhandel mit mtrk11cher Waare m die Usancen der Fruchtbörse auf- zunehmen, ferner die Usancegewichte für den wirklichen Terxmnhanhel, entspxechend dem fortschreitenden Durch- schnttthemtchte der horsenmäßigen Getreidegaiiungcn, zu er- höhen und endlich bet _den Verhandlungen über den Abschluß des Zoll- un_dHandel_sbundnis1es mit Ungarn darauf zu dringen, daß auch die ungarische Regierung über diese Fragen ein mit dem österreichischen übereinstimmendes Geseß einbringe, welches den börsenmäßigen andc'l beider Theile der Monarchie in gleichem Rahmen um asse.
Wie mehxere Wiener Blätter übereinstimmend aus Prag melden, hat die dortige Polizei cinen Geheimbund unter deni Namen „Revolutionäres Czechien“ mit einem theils nanonal-radikalerz, Heils international:anarchistischen Programm entdeckt._ Die Mitg ieder des Geheimbundes, zumeist Lehrlinge, hatten stch Dolche, Revolver und Munition angeschafft; sieben» derselben wurden verhaftet und gestanden ihrc Therlnehmcr- schaft zu
Bei der gestern “im ungarischen Unterhause be: gonnen_en Sp_ez_taldsbatt§ iiber das Budget brachte bei dem Titel „Komglicher Hofstaat“ der Abg. von Meszlenyi (Kossuihpartei) eme Resolution ein, worm ein selbständiger ungarischer 7?ofhali dringend gefordert wird. Der Abg. M o 111 a r (Volkspaxtei erklartß e_r werde aus Rücksicht auf die Köni s- tre_ue „seiner Parte: _siir den Titel stimmen. Der AFg. Eotvps (Kossutbpartet) führte aus, es sci nicht nothwendig, daß dte_§8o1ksParteterkläre, durcb Annahme des Titsls dl? Treue zum Kom _zxx bekunden, denn in Ungarn gebe es niemanden, der m t_ omgstrex: sei; die ganze Nation, liebe ihren König. Der _mistcx-PrafidZnt Baron Baufix) erklärte, das; so- nxohl dre ]eßigeReZierung als auch die frühere sich über d1_e Frage des Hof alis _ des Königs wiederholt geäußert Hatten; er habe nicht§3h1nzxizufugew Die Frage wegen der gußeren Hofhaltung_ set erst Y_mgst geregelt worden, über die innere Hofhaltung konxie kein eichstagsbefchluß gefaßt werden. Der Titel wurde mit allen Stimmen gegen die des Abg. Madarasz bewilligt.
Großbritannien und Irland.
Das Oberhaus hat sich gestern bis z11t1128.d.M. vertagt.
__ Jm Unterhause gab gestern der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain die Erklärung ab, daß die Char: tercd Company von Zeit zu Zeit die vom Kriegsamt er- hobeney Fordexungen gezahlt habe, allerdings gebe es auch noch nicht begl1chene Forderungen; ein großer Theil der Kosten de_s Feldzuges im Matabclelande sei von der Gesellschaft un- xmttellxar _getragen worden. Da die beiden Gefangenen in Pratorm, Samson_ und Davis, selbst an die TranSoaal- Regierun?__mc_ht appellieren wollten, fühle cr sich nicht ver- pflichtet", ur ne zu appkllieren; seiner Ansicht nach hätten aber beide fur etwa bxgangßne Fehler bereits sehr schwer gelitten: _Er glaube, es wurde_r1chtig sein, wenn der Präsident Krüger ihren _Fall an Erwggung ziehen wollte. Der Parlaments- Sekretar des Auswärxigen Curzon äußerte, die unglück- lich p_erlauFene Expedition nach Benin sei von Beamten des I_itgerkusten-Protektoixats unternommen worden, deren Pflicht es s_ei, _msm Geißenhcit dazu vorhanden, die verschiedenen Theile i_hrcs Distri ts zu_ besuchen. Die Beamten hätten jedoch im vorliegenden Falle dxe Genehmigung der chierung nicht v_ork)er nachgcsu_cht. Im weiteren fbeilte Curzon mit: Die Re- gierung habe erneNote des türkischen Botschafters vom 22. Dezember erhalten, worin die Aufmerksamkeit auf die in den Artikeln 9, 23 und 42 des Berliner Vertrags fest- geseyte Verpflichtung d_cr VertragSmächte, betreffend die Jestiellmig des bulgarischen Tributs und des Antheils
_Ulgartcns, Montenegros und Serbiens an der turkischen Staatsschuld, gelenkt werde. Die Note habe auch auf den _Anthetl Griechenlands an dcriütkischen StaatZschuld _hmgetmesen. Dl? Regierung habe geantwortet, ne munsche eme gen_aue Erfüllung des Berliner Vertrags, 1__1nd 1ve_nn es crmunscht sein sollte, so sei sie bereit, ub_er diesen Gegcßstand in einen Meinungsaustausch Mit den Verxragsmachteii zu treten. Die cht von den Botschaftern M Konftgntmopel erörterten Reformen seien Reformen d_er nitomanifchcn Verwaltung, aber die Re ie; rungen wunschjen em? strenge Geheimhaltun es Charakters derselben. Bet der sodann fortgeseßten Zdreß- debatte wurde dcr_ Unterantra Dillon's, soforiige Maßregeln _zu tre en_ zur bstellung der Notk) de_r landwxrthscba tlzchen Bevölkerunq in Irland, mrt 189 ngen 125 Stimmen abgelehnt. m Laufe der D_ebatte_ erqurte Atkinson, die Preise für Bodenerzeugniffe seien nicht m dxm Maße gefallen, wie die Antra steller be: hauptctexi; es seien daher keine außerordentlichen aßregeln erfordexlich. _ _ _ Vtelx Mitglieder auf beiden Seiten des Unterhauses smd, mie „W. T. B.“ meldet, über eulkt, man werde die
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_ u errichtende .kreiÉ“ Zericbt m Trautenau. Graf Badeni erk ärte, die Angelegen-"
Sir 3021! Lnblxyek habe erklärt, er Herde einendah'm gehoyden „ ag «zu dem Antrage Chamberlain's embnngen. *
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„W. T. B.“ zufolge,_ der Finanz-Mini er Cock_)e19y seine
éetxe entwdt_trfe über dte Steuerreform vor. D e Entwürfe
e eu e ___ßxzzex ; FTM gßani-„Ucky-hebauten Mundstücke.
_ In der Deputtrtenkammer brachte gestern der sozia- listische Deputtrte Rouanet den Antrag auf Enteignung der Kirche „Sacré Coeur“ an dem Montmarére ein und verlan e die Dringlichkeit fiir se next Antrag. Der Iuftiz-Mini er Darlan b_ekämpfte die Dringlichkeit und erklärte, eine Ent- eignung sei _vom geseZlichen und finanziellen Standpunkte aus unmöglich. Die ringlichkeit wurde hierauf mit 332 gegen 196 Stimmen ab elehnt. Bei der weiteren Verathung des Gyseßentxvurfs, betr e_nd die Zuckersteuer, erachtete der Depuitrte Vtßer die Einfuhrung von Prämien als eine noth- wendtge Ma nahme an escchis des Vorgehens anderer Staaten und rieih dcr ' Zuxkerkonferenz mcht theilzunehmen. Der Deputirte Roux bekampfte den Geseßeniwurf und hielt die Erhöhung des Verbrauchs, welche durch Herabseßung des Zuckerpreises erfylgen _würde, für die einzige Lösung der Frage. Redner forderte im Namen der Na nerien in den Häfen die Beibe- haltung der freien Einfuhr es kolonialen und fremden Zuckers. Die Sißung wurde sodann geschlossen.
Rußlanb. __ _AusMitau wird dem „W. T. B.“ gemeldet: Sämmtliche oxtltchen _lu_therischen Kirchenschulen in Kurland seren dem Ministerium für VolkSau klärung unterstellt worden. Das Recht, dte_Grundung solcher S ulen zu genehmigen, owie das Beaufstchn urigSrecht JcZe Zierdurch von den luthe schen Konsijiorien au die Schul e ör en über.
Italien.
Der König empfing gestern, wie „W. T. B.“ aus Rom meld_et, den Ersten Sekretär des dortigen deutschen archäologischen Instituts, Pxofxffox Petersen.
Das Kontgltche Dekret, _durch welches die Session desdParlaments vertagt mird, ist gestern veröffentlicht wor en.
_ Gcgcnüber_den Gerüchten, daß bereits eine Entscheidung uber _den T_ermm zur Einberufung der Wahlkollegien getroffxn sci, theilt die „Opinione“ mit, das; darüber noch nichts x_ststehe, das; aber dem gestern veröffentlichten Dekrete, betreffend te Veriagung her Session des Parlaments, diejenigen, durch m_elche die Session geschloxsen und die Kammxr aufgelöst Mr_d, folgen Würden; die es leßtere werde, wie üblich, etwa drei Wochen vor dem zur Einberufung der Wähler festgeseßten Tage veröffentlicht werden.
_ Der_ Vorsteher der PäpftliYen Pfründenkammer, Kardinal B1 an chi, ist heute früh gestor en.
Schiveiz. ?_Die_ diesjährigen Manöver, an denen die 3. und 5. DWlsWn des 11. Armee-Korps, im Ganzen 25000 Mann, theilnebmeti werden, find von dem BundeSrath auf die Zeit voin 7. bis 17. September festTesFt worden und werden zwischen Solothurn, Burgdorf un lten stattfinden.
Türkei. _ Die Botschafter sind, wie „W. T. B.“ aus .Kon- 1tanttnopel erfährt, gestern wieder zu einer Besprechung zusammengetreten.
_ Vorlaufig warhen für Kanea, Reihymon und Kandia dxet Gendarmerre:Kompagnien mit zum theil auslän- d1schen_ Mannschaften gebildet.
Exne Deputation der serbischen Bevölkerung von Yeßkuh begab sich _vorgestern in Konstantinopel zu dem okumen1schen Patriarchen, um ihn an das am Neujahrs- tage__gegebene Versprechen, er werde die Wünsche der serbischen Beoolkerung binnen sechs Tagen befriedigen, zu erinnern. Der_ Patriarch _erklärte, infolge der bei ihm eingegangenen Bericht? _über die leßien Vorgänge in der Kirche zu Ues_ku11 nichts thun zu köynen, worauf die Deputation die schxtftlicheCrklärung e_inreichte, für die Aufrechterhaltung der Ordnupg m_UeSkiib mcht mehr einstehen zu können. Gestern fand eme_ S1Hu1z_ der Synode statt, die sich mit dieser An- JÄSZZLUHYK bescha tigte. Nach der Sißung reiste die Deputation Wie er a .
Bei_ einem am Wafferweihfest erfolgten Zusammen- stoß zwrschen Bulgaren und Serben in der Kirche zu Jumanowa wurden 12 Personen theils verwundet, theils ge- todtet. Die Truppen _mußten einschreiten; die Kirche wurde gesperrt. _Nach einer 1__n Belgrad eingetroffenen Meldung smd dem Gericht 111 Ueskub sichs Bulgaren eingeliefert worden, welche die Anstifter des Angriffes gewesen sein sollen.
Griechenland.
Eine Kommission von Offizieren soll fiYézum Ein: kauf von 400 Maulthieren und 800 Pferden nach eapel und Ungarn begeben. Die Manöver der Armee sowie die der Marine werden gleichzeitig im April stattfinden.
Amerika.
Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß Wenceslas Escalante zum Finanz-Minifter ernannt worden sei. Afrika.
Der Sultan Hamud bin Muhammed ist, wie dem
„W. T. B.“ aus Sansibar berichtet wird, erkrankt; sein Zustand sol] lebenschährlich sein. Die „Evening News“ veröffentlichen aus Lagos, welche_s Einzelheiten über die Niedec- nieYelung der Bentn-Expediiion enthält. Die Expe- dition wax danach in friedlichstcr Absicht auf eine Einladurzg des Königs von _Benin hin, welcher ein Palaver m Handelsfragen _bcwalligt hatte, abgegangen. Dic Of 'ziere, nzelche unbexöaftnet waren, Hatten 200 Träger mit Ges en_ken fur den _Konig und anderen (Gegenständen vorauögesckxckt- Zehn _Metlxn vom LandungsPlaß entfernt stießen die O fizrere auf _die Leiche_n der Träger und wurden so ort ebenfa s an- gegriffen. Steben von ihnen wurden getodtet. Boißraßon _und Locke, welche schwer verwundet wurden, entkamen m en Busch i_md wuxdetx von einer Abtheilung gerettet, welche zur Unterstußung 111 einem Boote abgeschickt worden war.
ein Telegramm
Interessen Skid-A rikas durch a en der Unter- suchung gegen die Cxartered Company am ffbesten fördern.
egterung, an der internationalen *
““Z“- *
ersonal- und Mobiliarsteuer sowie die Grund- __
Diet“ Beri _,e*„ über die -ge|rigen
' s ages, Zleztg-Lordneten be den Dritten Beilage.
an da aux: der
erreuhauses und des _ weiten und
fich in der Ersten,
- der' heutigen (159) Sißung des Reichstages, welcher Staatssekretär des Innern, StaatL-Minifter Pr. von B.ox!.t.l.ch_t.x„und.„deu...Minißsr--M»Landw:rihschaft 2c.
eiherr von Hammerstein beiwohnten, wurde die zweite Fnathung des Reichshaushalts-Etats für 1897-98 fort- eseßt und, zwar bei den einmali en Ausgaben des Ikeichamts des * nnern: 35000ckékiür die Erforschung der Maul: und lauen suche,
Abg. 131“. Graf Udo zu tolberg-Werniaerodé (d. kons.): Ick danke dem preußischen LandwirtbsÖafis-Minisier für sein Erscheinen und_ werfe wegen der Wichtigkeit der Frage auf den Antrag Ring tm Abgeordnetenhause und auf die Eingaben des Landwirtbscbaftsratbs bin; der Abg. Frißen ist zu dem Ergebnis; gekommen, daß der Schwerpunkt der Bekämpfung der Sextape an der Grenze liege. Demgegenüber hat der Staatssekretär von Boetticher erklärt, daß die Gefahr der Einschleppung der Seuche aus Dänemark nicht vor- handen fei. Von anderer Seite aber wird behauptet, daß das dänische Vieb aucb mit der Maul- und Klauen- seuche behaftet sei; daß es tubeekulös ist, hat der Staatssekretär von Boetticher selbst zugegeben. Ueber die Quarantäne hat man «Ugemein keine große Meinung, weil sie keinen großen Schuß bietet. In Pommern entstand einmal die Maul- und Klauenseuche ohne daß man den Ursprung erkennen konnte; _ wahrscheirxliäi ist sie von Schafböckcn eingeschleppt worden, dre von etnkr Ausstellung zurückkamen und den Ansteckungssioff in der Wolle mit s1ch brachten. Die östliche Grenze ist gesperrt mit AgSnabme _Ober- sch1esiens, für welches das Kontingent der Einfuhr ermäßigt ifi, wahrend die Staffeliarife die Zufuhr vom Jnlande erleichtern. Der Minister joilte aufdiesem Wege fortfahren. SoUten diese Maßregelxi im Auslande Mtß- siimmun verursachen, soliegt das lediglich an dem vielfachen Wechsel und an der dfifferentiellen Behandlung der Verschiedenen Staaten. England bai die Viebeinfuhr aus Europa gänzlich verboten. Auch im un_s wäre eine baldige generelle Sperrung der Grenzen nothwendig. weil wir ausländisches“ Vieb garnicht gebrauchen. _
Abg. Werner (Reform-P.) hält dafür, daß man manchmal mt anande mit der Absperrung zu streng vorgehe_ und _kaß die Kosten 11 hoch seien. Die Händler, namentlich die jüdischen Handler, räcbten mit dem fremden Vieh die Seuche ins Land und schleppten sie umher. Eine bessere Desinfkktion dkr Eisenbahnwagkn se: dringend nothwendig. _ '
Abg. Gersienberger (Zenir.): Wenn eme vollstandige Sperre dsr Grenze nicht erreickot werden kann, dann muß man a1_1en S_taaien, insbesondere auch Oesterreich gegenüber, die Quaranxanxfnst ver- längern. Ferner soUte man in den Schlachthöfen außlandtsches iind inländiscbes Vieh von einander trennen und den Handlern, speziel] den Hausierern gegepübcr dieselbe Strenge wie den Bauern gegenuber anwenden. _
Hierauf nahm der Minister für Landwirthichaft 2c_. Freiherr von Hammerstein das Wort, dessen Rede bet Échluß des Blattes noch fortdauertc.
- Das Herrenhaus trat in der heutigen (6._) Stsung, in welcher der Minister der geistlichen, Uniemchts- und “Medizinal-Angelegenheiieti 1). ])r. Bosse ziJegen war, nach: dem das neu berufene Mit lied Graf von _ ppersdorff in der vorgeschriebenen feierli en orm_auf die Verfassung ver- eidigt worden, in die Generaldisku sion uberden (8 es e ß entw ur f, betreffend das Dienstxinkonimen der Lehrer _und Lehrerinnen an den offentlichen Vol_ksschule_n, em.
Frofeffor Dr. Reinke-Kiel dankt der Regterqng das_ur, daß sie die orlacxe so bald nach dem Falle der vorjährtgen wieder etrzge- bracbt babe. Der vorjäbrige Beschluß des _Herrenbaufes durfe auf keinen Fall wiederholt werden; _dte_ Annahme des Gkskßks sli eine politische Rothwendtgkett. Dre Leister würden sonst auf lange Zeit 9ar_ntcht_s bekommen und ihre Freudigkeit, unsere Jugend in vaterlandtjchem Sinne zu_ erziehen, arg verkümmcrt weiden. Den eigentl_iche_n Vortberi Von einer noch- maligen Ablehnung würde nur die Sozialdemokxatie babeq; Redner beantragt die Veriveisung der Y_orlage an eme_Komm11fi0n von 15 Mitgliedern und hofft, daß dme dieselbe so ge1ia1ten werde, daß six im Hause schließlich eine große_ Mehrheit finxc. L€1cht werde dieAnfgabe der Kommission nicht 1ein, da das Abgeordnetenhaus dis großen Städte den Alterszulagekaffen angesckyioffen habe, deren Rothwendigkkit ibm überhaupt bisher nicht babe Unleucbien kyoliexi. Dis Entscheidxng des Hauses werde für das Volk wre Lux dre 60000 Lehrer ein GradmeFsec sein, wieweit i_as Herrenbizus Sonder- wäyscbe und Sonderintere en zurückzustellen tm stande fei.
(Schluß des Blattes.)
- Im Hause der Abgeordnetzxn gelan_gt_e m der heutigen (2-1) Sißung, welcher der_ Fmanz-Mimfter ])r. Miquel und der Iusiiz=Ministex Schonstedt beiwohnien, der Gefeßentmurf, betreffend dre Regelung der Richter- gehälter, zur ersten Berathung. _ _
Abg. Dr. Lohmann (nl.):_ Der vorltegende Geseßentwurs uniericbeidet sicb von dem vorjäbrtgen Gesetz durch Wealgffung des ominösen Affefforen-Paragravben und Yadurch, daß das Yxknstglters- smsenfyftem nur für die avanciuten Rrchtc_c vorgesehen ni, Whrend 11.1: die Landrichter und Amtérichjer mrt Einschluß_ _der Staats- anwalje ein gemeinsamer Besoldungs-Etat ebildet werden 1011- Der Finanz-Minister hat vor Illu onen gewarnt, €: habe seine Fübibörner vox _der_ Wucht .der Tba_t- sachen zurückziehen müssen. Die Denkkcbrtft lqßt m_cku erkennxn, worm ?“???"es Gswicbt der Thatsachen bestanlx. _Wtr wissen_aber aus den Erklärungen des Justiz-Ministe'rs, day Lm Kaxypf zwischen ihm und dem Finanz-Mini ter stattgefunden bat. Der Wischen ibn_en gxfchloffene Friede trägt den eim KSUCk Kämpfe _in fich. _Ykan halt die Zulage Von 300 ck für auSreicbend uud enthalt sich xsdxr dyrcbschlagenden Bégründung. Z'Neine politischen Freunde haben mobi die Absicht Troß ker Warnung des Finanz-Ministers, _sicb bei dex Vorgeschlczgenen Veamtenbesoidung zu bescheiden. “Wohin soll es uherkxauvt fybren, wenn wir jeßt die Vorla e 611 5100 annehmen, weil dte_Regtetung :nxint, einen Bau gcscha en zu haben, aus dexn man_kemen Stein bxrausnebmen „könne? Wir werdcn uns bemuben, dre Schlxxhter- stellung der R1chter gegenüber den Verwaltyngsbeaniten zu beseitigen. Die historische Entwickelung zeigt nur, iaß_bis 1849 e_m Aniaßzu_dzescr Differenzierung vorlag. Damals war für kl? Uniergertclxte zuckt h_tejelbe Yualifikation erforderlich, wie für die' Obergexicbte und Ye Regierung- 1U_r die das große Staatßexamen :;othw-xndig war. _?chyn dama_1s h_aite man die Ungleichheit aufheben 10Ü811._ Erst 1519 tft m_an m UchÜgé Babuzn eingslenkt. Der Abg.Mique1 exklärie damals m der Budgetkommisfion, daß man nicht die Richter mit aydersn__Beamten- klaffen zu ihren Ungunstkn vergleichen d_ürfe. Ste mußtxn ganz Unabhängig davon ibrer Stellung entwicchcxid _angeme_11en bx- ?yldet werden. Diese Stellung nehmen auch i_vir em. Dre Amt:- Uch_ker müssen so besoldet werdcn, daß sie tn ibxen SWUWZ?" 51?le und Land und Leute kennen lernen. Jin: Ansehen ist bis er MBF gesunken, wird abér finken, wenn man dreien Untergang _1bre3s inebens immer wieder in der Volksvertretung bébauptet. Wie die Dinge beute liegen, müssen die Richter kas Verlangen haben,__m_der n,.iletun angesteüt zu werden, um in größersn Stadterx sur i_brc Rüber be er sorgen u können. Wir wünschen, daf; sammjlicbe N“"hier nach dem ystem der Dienftaltersstufen behandelt Mrdxn, auch die Amtsrichter, Landricbter und StaatYanwalte:_ das 111 eme conäjtjo Zins qua USU. Nach der Vorlage wurde der Rtchter
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muß be werden, daß ein Beamter nach feiner Vet- seßung ein niedtigeres bali beziehen soll, als wenn er in dem ersien Orte geklkeb-g wäre. Der Justix-Mimfter soli nach der .Vosfischen Zeitunq'«wie ck! Löwe für seine Mien gekämpft haben. Den vom inanz-Ministek auszrftellien- sel M die Zukunft können wir a nichtaccept1eren. _ - _
Ab . Freiherr von Eynatten (,Zentr.) batte gewünswx“,da das Dienfta erss fism auch,für-kxik...Amts- UMUndxichm vorgss wäre. Die unabme 'der Referendare und Assefforen allein be ünde diese Differenzierung nicht. Im Herrenbause babe man voraes la en, daß die Re ierungs-Affexioren ein Gehalt erhalten; diefer Bors la_g würde die Zonse uenz aben, daß alle jungen Leute, welche dre juristisihe Laufba n betreten. schon auf der Universität eiue_ mige- meffene staatliche Zulaae erhielten. Redner schloß sich im ubrigen den Ausführungen des Vorredners an.
bg. Krause-Waldenburg (fr. kons.) syrickxt (ich in demselben Sinne aus. Seine Freunde bedauerten, daß 8:- Regteruna sicb dureh den Widerstand des Hauses babe bewegen lassen, den § 8 der vorigen Vorlage (Affefforen - Paragraph) nicht mehr vorzuschlagen. Die Regierung hahe in piesem Punkte nicbt di? erforderliche Fxstiakeit bewieien. Die Anstellung der Affefsoten sei ein Recht der Krone, und obwohl kein Assessor ein Recht auf Ansteklunq habe, so babe sich doch allmählich die Praxis beraUdebildet, daß . aiie Juristen schli€ßlich angestellt worden seien. Diesem der Verfafsunq nicbt enjsprechenden Brauche müsse ein Ende gemacht werken durch eine offene Erklärung vor dem Lande. Hoffentlich gelinge es in der Kommission, die Dienstalterssiufen allgemein dnrchzufüersn. Die Unzufriedenheit ker Beamten werde erst schwinden, Wenn alle leich vorgebildeten Beamten dasselbe Höckostgehalt in derselben Frit erhielten. Eine mechanische Schablone wollten seine Freunde allerdings nicht; diese seien damit ein- verstanden, daß dis Landrätbe ein höheres Gehalt bekommen als die Richter, wsil ihr Amt ihnen eme größere Ver- pflichtung und größere Auögaben auferlege. Wenn aber der Grundfqß befolgt werde, daß unter allen Umständen der höhere Beamte ein höheres Gsbalt beziehen müsse als ein Richter, so müffe sich im Volk der Glaube festsetzen, daß die Staatßregierung und der Lanxtag der Verwaltung eine böhkre Bedeutung beilegen als der Justiz. Das Ansehen des Richterstandes werde berabgedrückt, w_enn be'utzutage 911€ besseren Kräfte der Verwaltung zuströmten. Dikjem Zustand muffe dur? eine angemessene Besoldung der Richter ein Ende gemacht wer en.
Abg. Busch (kons.) bedauert ebenfaüs das Schei127n_ der vor- Zäbrigen Vorlage. Der aUgemeinkn Durchführuns, dcr _Dtenstletch- iufen ständen seine Freunde sympathisch gegerüber. Dis vorjabxtge Erklärung des Justix-Minisiers über die Affefforen g_enüqe prchi. Dem Andrängen zur juristischen CarriL-re könne nyr aui qeseßlzchem Wege begegnet werden. Seine Parteiwünscbe', daß in der Kommxstwn etwas Ersprießlichcs für die Richter geschaffen werdé. _
Abg. Kirsch (Zentn) spricht seine Freude darüber aus, da!; der Affefforenvatagrapb faÜen gelassen ist, und kann_nichtane1.;kennen, daß dieser eine unerläßliche Vorbedingung _für die Duzchfubrung der Dienstaltersstufcn sei. Er béantragt, die Vorlag? einer besonderen Kommission yon 21 Mitg1ieiern zu überweisen._ _ _
Abg. Hansen (fr. ions.) weist darauf hm, daß 1879 die kGZ; er “0 seien , daß auch die _ eme erzi- sprechende Verbesserung ihrer Gehälter Erhalten 113111811, x_o: bald es die Staatsfinanzen erlaubten. Erst jest 161 nian in der Lage, diesks Versprechen zu erfüllen, und nun beklagten sich die Richter, obwohl ihr Einkommen um 10 0_/o_erböl)t wxrde. (Zr aönne den Richtern alles Gute; über eine Zuruckzesung konntccn ne sic!) nicht beklagen.
(Schluß des Blattes.)
- Dem Reichstage ist eine Denkschrift über die E_nt- wickelung der deutschen Schungebtete im Jabr21895/96 sowie über die Verrvendung des Afri afonds zugegangen.
- Jm Herrenhaus: ist von Herrn Von Wovrjcb "olgénder Antrag eingebracht worden: _
Das Herrenhaus wolle beschließen: _ _ _ die Königliche Staatsi'eqierung zu ersuchen), tm_ nachften_ Etat dre Regierungs-Affefforen, soweit irgend möglich, mit Ykrbeneruxg ds_s Gshaltes, die unbesoldeten absr mit Gehalt beziehungst rnit Diäten zu bedenken.
-- Die Akgg. von Czarlinski und Genoswn Habkn zm Hause der Abgeordneten nachstehende Interpkllatwn ?m- ebra t: „ _ _ (; chJn üngster Zeit sind in Westpreußen __in Ltthnken
(3. d. MZ, in Kamin (3. d. M.), in Komorsk (3. d. M.), in Lubiewo (10. d. Di.), in Schwekawwo (17. d. M.) - Vorschrifxs- mäßig angemeldkte Verfammlun en aus dxm Grunde Yfgelost worden, weil die Redner in denéelben sich der polnischen Syracbe
bedientkn. _ _ _ _ „. _
Die Unterzeichnkten richten an die Komgltchk OtaatSregterung
die Anfrage: _ _ _ _ _
1) Sind der Königlichen StaatsregierUY diese Vorfalxe be- kannt, und bejahenden Falls, Welche chrttte bat d1_esc_?lbe zur Verhütung solcher Verleßungen Wriaffungßmaßtger Rechte gethan? Andernfal]? _
2) ist die Könisliche Staatöregieruug "bereit, Anorknungeniu treffen, um der Wiederholung ahnirchcr Borkommmne Vorzubeugen ?
worden Verwaltungsbeamien
Arbeiterbewegung.
Aus ** amburg berichtet das ,Wolfi'scbe Bureau" zum Aus- stand de? Hafenarbeiter: In de_r geZstrigen Versammluxtg des Arbeitgeberverbandes wurde einstimmig beschlossen, auf die von der Versammlung der Ausftändigen_ gefaßte Resolgtion (vgl. Nr. 16 d. Bl.) folgende Antwort zu ertbetlen: ZOer Arheilgeberverband hat von seinen Vertretern den Bericht Uher dre Besprechunß - halten, welcbe € am Sonnabend mit anen gehabt aben. Aus den Be Rechungen ging hervor, daß die Arbeiter aucb beute noch Vertrauen weder zu Um am 18. Dezkxmber vom Senat gemachtes" (Eröffnungen, no_ch zz: hen ihnen_ am Sonn- abend skitens der diesseiti en Vertreter in bundtgster Welse gegxbeqen Erklärungen haben, da ?ofort nacb Wiederaufnahme dér Arbeit eme gründliche Untersuchun und tbunlichste Abstellung der 1?th vor- handenen Mißfiände Ferbeigeführt werden solle. Der Arbeitgeber- verband bat berechtigte offnung, paß auch _ beute_ nocb_ der Senat bereit ist, auf rsuchen beider Paxietxn dre. Leitung der Verhandlungen durch eines oder_ einige seiner _Mit- glieder zu übernehmen, wodurch den Arbeitern volle Garantie der Unparteilichkeit gegeben ist. Die Arbeitgeber haben_ den Arbeitern, obgleich die Schwierigkeiten im Hafen größtentbeilß uberwunderz sind und täglich mehr schwinden, Enigegenkomnxen h_ewtesßn, hauptsachlich um den alten Arbeitern den Wiedereintrttx m die noch offenen Stellen zu ermöglichen; sie hoffen, daß sie m_ der Lage sem werden, auch neben den neu angestexiten Arbeitern eme größerx Zahl alter Arbeiter zu beschäftigen, wenn sie nicht durch die Verlangerung des Strikes zur Heranziehung weiterer neuer Arbeiter gezwungen werden. Da die Arbeiter auf Entlassung der neuen Arbeiter _ bestehen und die Arbeit nicht eher wieder aufnehmen wol1_en, als bis sie durch Ver- handlungen Konzesfionen seitens der Arbettgebex erzwizngeq haben; so besteht im Arbeitgeberverbayde ungetheiltes Enzverstandmß daruber, daß auf dieser Grundlage em Au9gletch nicht moglich ifi.
Aus Gothenbur meldet „W. T. B.“; da_ß gestern dort 150 Seeleute, als sie si nach dem Dampfer „Flora begaben, um nach Hamburg abzureisen, yon einer großen Volkömßnge beschimpft und mit Steinwürfen überfallen wurden. Die Polizei mußte dee
Ruhe wieder herstellen.
SJM“ "
Aus Wei en cls berichten die Blätter über den Ausstand der Sebubfa ri arb_e1ter: Als Antwort auf die nderungen dec Sebubarbeiter haben die Arbeitgeber in ihrer metalversamm- lung vom 19. d. M. _folgenden Beschbluß gefaßt: Sämmtlicben Mitgliedern des Verxms _der Schu - und Schäftefabrikanten von _Weißenfels find die vom Fachverein diktierien Forderungen ibrer Arbeiter zugegan en. Zwicker fordern15-300/9, Stepper 15-25 0/9, Zuschneider 10- 0_/o- Anspu er 10-50 0/9, theils bis 150% mehr.
ie weiteren bauptsacblicbfien orderungen sind: Freiaabe des1. Mai,
neu::ßändige Arbeitszeit, Mindestlohn, unentgeltlicthat-xriaxxiexerung,-* --
Abschffung der Hauswdusixie, neue Fabrikordnung u. s. w. Der Verein der Schub- umd Schaftefabtikantkn beschließt einstimmi „ diese Zorderungen abzulehnen und erst dann die Verhandlungen mt den
ommisfionen aufzunehmen, wenn die Arbeiter bereit find, ibre For- derungen auf ein zulässiges Maß zu stellen.
Aus Leipzig wird dem .Vorwärtß' ielegrapbiext, daß fie For- derungen dkr ausüändigen Holz- und Metallarbeiter der Flemming*schen Pianothe -Mechan1kfabrik in Lenßscb bewilligt worden seien. (Ver [. r, 17 d. B1.)
Jn Belßast i einer Me1dung des „W. T. V." zufolge in der Spinnerei- und Weberei-Jndustrie einAussiand außgebrocben, ker gestern große Ausdehnung gewonnen bat. Es feiern nunmehr 10 000 Arbeiter.
Kunst und Wissenslhast.
Die Köni liche Akademie der Künste und der_Vercin TU"? dfie Ge?chickte Berlins erlaffsn gemeinsam Folgenden u ru :
Seine Majestät_ der Kaiser und König, unser Haber Protektor, haben Allergnädigst genehmigx, das; zur Fe ier des bund ert- jzihrigen Geburtstages dss Hochieliaen Kaisers und Königs Wilhelm des (Großen Ma_jestät die Könileich Akademie der Künste und der Verein für die Geschichte Berlins m März 5. I. in den Räumkn der Königlichen Akademie der Künste, Unter den Linden 38, eine auf skchs Wochen berechnete Ausstellung Von künstlerischen, literarischen und sonstigen Er- innerungen an Hie Person und die Regierungszeit des Ver ewigten Kaisers veranstaltku. Um diese Ausstellung, die das Leben und die Tbaten des Erbabenen Mouarcben dem deutschen Volke Vor Augen führen soll, historisch getreu und dem patriotischen Zwecke angemessen zu gestalten, bitten wir Alle, welche im Befiße solcher Erinnerungen sind, uns dikse für unser Unternehmen gütigst zur Verfügung sieUen zu wollen. Wir bemerken, daß zur Vermeidung jxdkr FeuerSgefabr die Aussteüung nur bei Tags geöffnét sein wird, und daß die uns anvertrauten Schätze bei Tag und Nacht unter steter Aufsicht von Akademiebeamien_sieben werden.
Anmeldungen Von Schriftstücken erbitten wir unter der Adresse des Archiv-Ratbs ])r. Bailleu im Gebeimen Staatsarchiv, Kloster- straße 76; Anmeldungen aller übrigen Gegenstande an den Ersten ständigen Sekreiar der Königlicbsn Akademie der Künste, Professor Dr. Hans Müller, UniNrfitäisstraße 6. Ueber die Einlieferung ergeht hierauf weitere Nachricht.
Der Vkrkin
Die Königliche Akademié der Künste: für die G8schichte Berlins: Reuter,
H. Ende, , Präsident. EebéiMkr Arcbio-Ratb, 1. VOtfiZNldék.
Land- und Forstwirthschaft.
Aus Cassel wird berichtet: Die La_ndwirthschaft§_kammer bai mit Unterstüßung des Ministers für LandwirtbsÖaft xc. zwei Gekreiretrockner - in Cassel und Fulda _ aufgesteüt, welche im ufriedenstellend gearbeijkt haben, jedoch soll die Fabrik Derbkfferungen aufgefordert _wsrden. - Getreide- find bisher in Caffel (Po)tscheune) und Waldau (Kreis (Cassel, JagdzeugbauS) eingericbxet. Jbre Benußung könnte noch beffer sein, d_och laßt s1ch schon jetzt eine günstige Wirkung auf die Preisbildung bemerken. Die Kammer be- absichtigt, Line größereAnzaHl Von klsin er en Lagerbäusern (Böden) in dem Regierungsb-zirk und ein grzößeres auf eisenbabnfiskalxschxm Bodén in Caffé! selbst anzulegkn. Nahe der Bahn scheint eine wrckyttge Vorbedingung. Den Betrieb der bisheriFU Lagerhäuser [Site? der Verbandsanwalt der Raiffeisen-Kaffen des ezirks. Die Darlebns- kaissnvézrkinx nehm?" in erfreultchem Maße zu.
Zu dEr großsn landwirtbschaftlichen Ausfisllung. welche von der Deutschen Landwirthfcbafts-Geseuschaft in dezi Ta en Vom 17. bis 21. Juni 5. J in Hamburg vkransialtet w1rd,_ nd bereiis 157 Dauerwaaren für Ausfuhr und Schiffsbedarf eingeliefert und am 14. d. M. mit dem Lloyd-Dampfer „Barbaroffa'_ auf die Prüfungsreise nach Australien geschickt worden. Auch von Gerathen und Viel) find schon zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, so z. B“. von etwa 300 Pferden und 800 Rmdxrrx; von diesen beiden Tbiergattungen sieben große,_ einheitlich zu- sammen esteüte Vertretungen der Hauptzuéptgebrete m Aussich_t. Die ferdeabtßeilung, welche bei aÜen, auch den stadtt- schen Besuchern der Ausstellungen ein besonders lebhaftxH Jntereffe zu finden pflegt, wird die berühmten Zuchten de_r waxmbiuttgen Schläge Ospreußyns, Hannov-er, Oldenburgs und IT,)ylsteéms m _cnzgxmeffener Vertretung zeigsn, besonders in Wagem, ett: und Militarvfxrden. Daneben werden aus Rheinland, Proyinz Sachsen u. s; w. starkere, sogknanntk kaliblütige Kreuzungsvferdk (surscbwere1andw1rthfchaftliche Arbeitkn und für Krachtfubrleistungen) einen anregenden Verglei Ermöglichen, der dur Zugvrüfungen unterstüßt Werden soll und dur Vorführuna von Militarpfsrdén und Remontkn noch an Leben g::winnen düxits.
aUgemeinen
nock) zu häuser
Ernte-Ergebnisse der wichtigsten Körnerfrücbte in Oesterreich-Ungaru im Jabre1896. Nach dem 1. Heft der österreichischen_ ,Stattsitschen_Monats- schrift“ pro 1897 ergab im Jahre 1896 m T_en tm R81chSratb vertretenenKönigreichkn undLändern ite Erniem Miüionen
Mster- entner: Fon Weizen . . 11,4 gegen 10,9 im Jahre 1895 . 18,7 . 16,5 , . .
. Rog en . . . (HerLie . . . . 12,3 , 13,4 „ „ , fer ....15,9 , 18,3, , „ ais....4,5.4,8, , „__
Zur richtigen Beurtheilung dieses gkgenüber_ dem zehnjährigen Durchschnitt fast durchweg zurückftebenden Exgebmffes d__er Zexealien- ernte ist zu bemerken, daß im Jahre 1896 die Kulturßache fur diese fünf Früchte im Ganzen um 0,5 9/0 (das 1st 29 429 113) gegen 1895 geringer War; und zwar ist Line Vermmderung der Ankau- fläche gegen 1895 bei Weizen (0,5 9/0), Gerste ( 1.3 0/0),_ Hafxr (0,16 0/0) und Mais (0,6 0/9) eingetretxn; dagegen tft _dlé Anbaufläcbe von Roggen um 1,3 0/0 großer gewesep ais tm Jahre 1895. Die Weizen- und Yoggxnexnte 1fi_ jowobl im Ganzen, als bezüglich der Hektar-Extrage re_tch[1chkr als 16:18 des Jahres 1895 außgefallen, dagegen sind _dlS Hektoltter-Gewicbte geringer. Bei Gerste und Mais ist sowohl dre Gesammterqte, als de_r Ertrag per Hektar -erinqer als im Jahre 1895; dt? Hektoliter-Gewtcbte sind nabkzu gleicß. Der Hafer ist in jeder sztehung gegen 1895 zurucka geblieben. Die Erhöhung des durchschntxtltchcn Ernte-Ergebniffes der Brotfrücbte gegen 1895 findet dann _tbre Erklärung, daß die quantitativen Erträge in einzeiyen Landern_ bock) waren, so bei Weizen und Roggcn in Nieder- Oxsierretch, _Krain, Süp- Tirol, Ost-(Galizien und in dcr Bukow:na._ In Roggen allem zeigen überdies Ober-Oefikrreickz, Salzburg Bohmen _und West-JHa- lizien erheblichen Vorsprung, wahrend dieselbe? Layder m den Extra en der Sommerfrüchte (Gerste und ufer) zUruckblxeben. Diesem - deutend erscheinenden Mengendurcb chnitt_e steht aber _fast durchgehends ein ungünstiger Durchschnitt der Qualitat entgegen, indem durch Aus- wachsen und infolae dessen darch geringes Gewicht der Körner der MarktWertb dieser Früchte herabgedrückt wird.