bei welchem die Einheit Deutschlands und das Ansehen, 1) en es sich Überall erfreut, Güter, welche in erster Reibe dem s hause zu danken sind, in erhebende: Weise zum Ausdruck amen. Sodann handelte Redner von dem Kunstunterricht vor der Begründung von Kunst-Akademien. . _ _
Jm griechischen Alterthum erlernte der Kunfijunger seme Kunst in der Regel in der Werkstatt xines Meisters, doch gab es schon izn 4. Jahrhundert v. Chr. auch emen mehr schulmäßFeg Unterricht in der von Eupompos begründeten, von Pampbtlos zur lutbe gebrachten Malerschule zu Sikyon. _ _
Die Natur galt dem Griechen als Hauptlebrmetsterin. Tiefe Kenntnis; des menschlichen Körpers liegt den Werken aus der Zeit des Pbidias. des Skopas u_nd Praxiteles zu Grunde; sie zeugen dqvon, da die Phantasie der Künstler von den _schönsten Naturgxbtlden er üUt war. Ein bedeutendes Studienmaterial lag in _den jo be- liebten gymnastis en Uebungen. Jn drr spateren griechr1chen Kynft hat das anatomis e Wifien und Können noch bxdeutendeFortscbrttte gemacht, doch drängt fich bier und dq das Aufzeigdn der in staunens- wettber Weise überwundenen anatomxscben Schwtmgfetten_etwas vor.
Im früden Mittelalter wurde in den Landern nördlich Voxt den ' Alpen die Kunst großentbeils von Gsistlichen und Mönchgn betrtehen. In den Kirchen- und Klosterschulen wurde die Natur nicht studiert, vielmehr galten ältere christliche Werke als Vorbilder;
Seit dem Emporkommen der Städte und des Burgertbums wird der Kunstunterricht Werkstatiuntemcbt. Bedeutende_ Fortsch_rttte werden in der Wiedergabe der Natur gemacht, aber auch die Sckxwarben der handwerkSmäßigen Erzielung treten hervor. Es fehlt ihr jede tbxoretifcbe Grundlage, was Dürer lebhaft _beklagt. _
In Italien scheint die Kunst und somrt _aucb der Kunstunterricht nie in dem Maße in die Hände der Gxistlnbew und Mönche ubxr- gegangen zu sein, wie in den nördlichen Landery, xsdocb hat auch [net Jahrhunderte hindurch das unmittelbare Studium der Natur gerubt. Erst in der zweiten Hälfte des 13. Jabrbuydertd trete_n auSgejdrocbene Künstlercbaraktere auf. Niccolo Pifano studiert die Antike und die _Natur und wird der Begründer der Renaissance vor der Renaiffanxe. Giotto's Genie bricht der künstlerischen Eigenart. dix Bahn. Same direkten und indirekten Schüler aber gerathcn, aiierdmgs mit rubmxnswertben Außnabmen, in zu große Abhän igkeit vori seiner K_unstpyeise. Dazu trug die lange Lehrzeit bei dcm?c_rlden Meister _fowre dix herrschende Auffaffungb yon der Notbwendigkett, Werke beruhmter Kunstler nach- ua msn, er. _
z hErft im 15. Jahrhundert kommt wiedrr eindingebendes Studium der Natur auf. Albcrti und Lionardo preiken dasselbe und warnen vor dem Nachabmen bereits g(xschaffener Kunstwerke.: _ _ _
Der Unterricht war auch in dsr Renatffaxtcezkrt wejentlich Werkstattunter_ri_t_i_)_t, aber die begxbtkn Schüler wachsen zu besonderen Kün tlerprr ön i eitén empor. _
s«Hatte siocrreixxx in der ersten_ Hälfte des 1:9. Jahrhunderts das Studiumder Antike die Formcmprache der Archliéktur umgewandrit, machte rs sicb auch in der Skulptur und Malerei _scbon damals be- merkbar, so bewied die Antik: auf den lrßieren Gebiete_n doch erst_a_m Ende des 15. und am Anfange des 16. Jahrhunderts ihre Volie itil- ivandelnde Macht. _ _ __ _ __
Bezeichnend für den Kunstunterricht _m der Renamancezett Ui es, daß auch die TIiffensÖaft an demselben tbr gutes Theil bai, wre es denn auch Lionardo in scinrm Malrrbuch fordsrt. _
Die alimähiich so r*ielisitig gewordßnen Anfordexrungrn an _dte Künstlererziedung [affen dis leiztere auf den akademrscben Untkrrichi zustreben. Um 1494 entsteht die Hionärrw richr_x'jr1c:j-Akadrmre in Mailand. In Rom und in Florénz tirtén im 16. Jahrhundert Akademien ins Lében. _ _ _
Die Erste Maler-Akademir, deren Unterricbik-plan wir ke'nnkn, ist die von den Caracci in Bologna gsgen Ende des 16. Jqdrbunderts begründete Kunstschule. Hikr wurde dem Preudo-Jdealismus der Manierisien, der oderffächlicben Nachab_mer_ drs MtchelA1xgelq,der Krikg erklärt und ein gründliches Naturstudtum _sowie das_(Emdrm en in den Geist drr aroßen Meistkr angestrebt. Leider schloJ_ man ich zu sehr an diese Meister an, was der_i Boldgnefeq dxn amen der Eklsktiker eintrug und die Eigenart der italienischen Kunst dss 17. Jahr. hunderts beeinträchtigte. _ _ _ _
Die Geschichte der spateren Akadkmwn, Me 11?._ nach_drm Vor-
ange Frankreichs unter Ludwig FUR m dr'n metiien Landern als Ltaatliche Anstalten ins Leben traten, wurde, _ al_s_ außcxdalb dés Rahmens des Voriragé: [irgend nur kurz gkyiretri. _ S_tk baden mancher Orten Erst dsn Sinn für die Kun_i_i gerxcckx, _ 1:1 LMS Kunst entstehrn lasen. Sie dadrn dis künstlerixche_2rad_itwn aufrrcht er- haltrn, aber alisrdin-gs aiich i_viedkrdoit durcb udkrtrisden-Z Régiemrn- iikrunq dsr Eigknart dcr. Kumi Abbruch grtban. _
Nach den in unserem Jabrdunderi VOMEUOUYZILUSU UmZMal- tiingm baut fich gegenwärtig der akaksrmscbx Unisrricbt wobl uberaii auf dém dründlichen Natursiudium auf; er 1tr€bt danach. de_n wsrden- dcn Künstlsr mit den großkn Lrisiimgsn drr VCrgatigenbétt dkrtrqut zn tnacbrn; dem Schülrr wird a_bcr aiich Gélrandett_§ebr*ien, seine Phantasie zu béidätigsn: zu selbständigem Schansrr [81_T€t _rdn der an den Akademien üblich gdwordknr Atelier-Unterrtcdx batm Lklbngkwablten Meister hinüber. _ _ __ _ _ _
Die Akademie der Künste, i_o ychldß der Redner. ni iich Nets des Segens betvußt, welcher idr, 1owie d-Zn :deng Sutera, dix sie zu pflegsn berufsn ist, daraus erwächst, daß unskr Kaijßrwon L_ikbe zur Kunst erfüllt ist und die dvd? Bedeutung, rrsichs d1r1sr Blutde der Gesixiung für das Wohl drs Vaterlandrs innewohnt, voll zu würdigen Weiß. _
Heute, an dsm Geburtstage rinicrcs Erlaychirn Proiextors,
edenken wir besondkrs lkbdast die1es Kunstfipncs; smd eZdrci) «strie eburtstage, an denen der Kai1€r ithLk aufs rmx? dcr _Skqiptur die Aufgabe stelit, bsdeutende Werke _des Alteridums tm Gerstk ]?an tht zu ergänzen; war es doch an Secyxm Gédurtdtage, daß unyer KIUST die Kunst mit der Darstellung Sem_er ruhmretchn Vorfabrrn imd de_r berdorragendsten Männer ibrkr RLSWkUUZÖZLtt detrauie: sm wadrkéast Kaiserliches Geschenk an die Stadt,_a_n dre Natwn!_ _
Aus vieler Millionsn erzsn steigsn am h_euirgen 47548 wayne Srgx'ndwünscbe für unseren Kaiser empor. Bereinigen wir rms im kaüble der Verehrun und Liebe zu dem Rufe:_ _ _
Seine Majeiztät der Kaiser und Kdnis Wilbrim [l. lebe boch
„Innkre Anschauung und dildiichcs Denken.“ Festvortrag,_ __ __ gehalten am 27. Januar 1897 in der Aula der Königlichen Techmxckpen «Hochschule, von dem _ Rektor, Geheimen Regierungs-Ratk) Professor ])r. Hauck. Hochaeebrte Festversammiun ! _
Jn freudiger Erhebung und lirb_cdu_rc€glubter Hingebung schlag_en, heute, am Geburtsfrst: Seiner Maxestat des_ Kaisers ynd Königs unsere dankbaren Herzen dem in Ehrfurcht geliebten Herrscher jubelnd ent kgen. _
gEr thront nicht in steiler Höd'“ unnahbar unserem Fublen und Denken. (Fr bascht auch nicht nach dam biUerkn Fltitxr ettlcr Volks- gimsi. Aber Er lebt im Herzen Seines Vyl es als die Verkörpkrung des unbeugsamen Pflichtgefübls, das Sem rastlosas Sorgen und Schaffen für das Wohl des geliebten Vaterlandes dese_eli.
Von dem tiefen sittlicher: _Ernst, womtt Er Semen Herrschw
beruf auffaßt, zeugt ein Wort, das Er einstzu Sktnen Brandenburgern äu erte: ß „Wer jemals einsam aufboher See, qui der_Scbiffsbrücke fiebend, nur Gottes Sternenhimmei über fich- Einkehr m fich selbst gehalten hat, der wird den Werth einer solchen Fahrt ni_cht_ verkennen. Manchem von Meinen Landsleuten möchte Ich wunjchen, solche Stunden zu erleben, in denen der Mensch sich Rechenschaft ablegen kann über daß, was er erstrebt und was er ?LZÜÜLÜ hat.
Da kann man geheilt werden von Selbiuber1chäßungem und das thut Uns allen noib."
“nikers von grundlegender Bedeutung
Entsprechend diesem Mabuwort pftegen wir an unserer Hoch- cbulx gerade das Geburtbfest unsere] Hohen Herrn "als einen solchen ag zu feiern an dem wir uns frei machen von dem Alltaizs- getriebe der Bauistbäti eit und in gehobener Feäftimmung den B ick auf das gro e Ganze ri ten, um in ernster Selbfiprufun uns Rechen- schaft zu ge über die Beziehungen der persönlichen rbeit zu den
allgemeinen Fragen und Bestrebungen, die uns bewegen. So sei es mir heute vergönnt, über _ein Thema x_u Ihnen zu sprechen, das für das Verständuiß der _?tetsttgxn Tbäxixkett des Tech- l , namlich n er „Innere
Anschauung und bildliches Denkeii“.
Es kann nicht meine Absicht sein, die sich hierauf beziehenden Fragen auch nur einigermaßen erschöpfend zu behandeln. Jeb k_ann
ie nur bitten, mich auf dem Wege von Betrazbtungezt zu_ begleiten, die den Zweck haben, zu weiterem Nachdenken uber die eigenartigen Beziehungen unseres Seelenlebens anzuregen. _ _ _
Freilich hat man bei solchen Versuxhen immer mit der Schwieng- keit zu rechnen, daß jeder sein eigenes liebes _Jch_ zunx Maßstab ntmuzt und überzeugt ist, seine Art zu denken set die richtige und einzig mö li e. _
gAén reinsten und am wenigsten beeiniiußt durcb andere_Etn- wirkungen scheint mir die Betbätigurig des Anschauungßdermo ens beim bildenden Künstler, und spezixll beim _Mqler vor sich zu ge en. Es sei mir daher gestattet, zuerst diesen allem ms Auge zu _fa en und dann erst von dem hierdurch gewonnenen Standpunkt aus dre ormea des Denkens bei anderen BerufSarten zu beleuchten; _
Betrachten wir zunächst die Zeichrnversucbßemes Kmded! Ver- langen wir von einem Kinde, es _solle einen T1sch_ oder ein Haus zeichnen, so werden wir stets Bt_lder erhalten, _dte den Typuswon einfachen geometrischen Aufriffen zeigen. Die Erklarung birrsur diirfte nicht schwer sein: Es fällt dem Kinde garnicht ern, emen im Zimmer stehenden Tisch als Modell zu benrz'sen, um dieses in der' äußeren Erscheinung, wur es sich semem_ Auge darbietet, Linie für Linie abzukopieren. Es zeichnet vielmehr ummxtklbar aus seiner inneren Anschauung beraus_ und géstaltet der_ngemaß das Bild in einer Form, wie fie seinem inneren Bewußtsein Von der wahren Gestalt des Tisches entspricht. _ _
Ganz Aebnlicbes können wir auch dexm K_unstler de_obachten. _
Schiller führt bekanntlich die Kunst_ aus den Spieltrieb zuruck. Das Spiel aber erscheint beim Kinde in seiner remfterz, unbefangeristxn Form. Die Phantasie, durch deren Vermtttiung rm_Sptel wre_ m der Kunst der schöne Schein an Stelle der Wirklichkeit gefeßt wnd, betbätigt sich beim Kinde weit kräfiiger Ils bxim Manne.__Daber wird das Gebabren des spielenden Kindes im kunstlertscben Schaffen stets feinen Wiederscbein finden. _ _ _ _
-- Die wicbti ste Rolle spielt dabei die innere Anrchauung. Nur erstreckt fich dieiie beim Künstler außer auf die_w_abre Form der Od: jekte auch auf die Erscheinungsform. Der Kunitler beobacht€t_dte Natur mit auimerksamem, liebendem Auge und hat sich dadurch e_men Schuß von Erscheinungscindtücken und Erfahrungen geiamtpelt, die er als Crinnerungßdilder in seiner Selle yerwabrt, und die er ]Sde Augenblick wieder zu lebendigen Vorstéiluxigen wacbzrzrusen vermag. Diese Erinnerungsbilder find es in erster Linik, die sem Bewußtsein beein lu ien.
TRL! dat fich bei den Bildern i_niseres Adolf Menzrl, der be- kanntlich stark kurzsichtig ist, was bei ??_mer Farbengedxrzig deutlich zu Tage tritt, schon aufgehalten über die pemitcbe Wiedergade yon Kletnigkeitsn, wie Knöpfen, Schnallen, Orden_Szeichen an drn_Umsormen u. s. w. Man sagte, bei seiner Kurzfichtigieix könne yr dieje yon dem angsnommenen Standpunkt aus garnicht 19 genau jeden, Wie rr sis eichne. _ _ 6 Mir scheini sick) dirs einfach dadrrrcb zu erklaren, daß er die Knöpfe so zeichnet, wie fie in seiner mziéren Anschauung vordandxn find, und diese steht unter dem gemerysamen Einfluß des l_bm_ m Fleisch und Blut übergegangxnen BerrUßtjems v_on der Uderbittlich- keit der ordonnanzmäßigen Kleiderordyung, scxime der Erinnerungs- bilder, die er Von den einzelnen Details m semsm Innern _drrwabrt.
Von wie durchfchlag€nder Bedeutung für den Künstler e_m scharfes Beobachten und das lebendige Fqsthaitqn von treurn Erimxerruxgs- bildern in dsr innersn Anschauung jst, zeigt _fich am gugenfailxgiten bei der Darsteilung von Bewegungen. _ Cs _ ist noch iiichtdiizulange dsr, das; uns die Momentphotograpdik mri Augsnblrcksbilderzt von galoppierenden Pferden überra1chte. Da_ hörte man den_n alig€meirz den Alarmruf, die Künstler bätikn bisher den Piktdegalovv ganzxaisch dargestelii, fie büßen falsch gssedkn. Bald sah man auch_ m 1du!trte_r1§_n Zert- schriften und selbst in Gemälde-Ausftellrmgen _Biidrr von RMV mit jenén unglaublich dsrzwxckten, betrunkxixkn _Bemitrilungeii, wie 11_€_ die KIU? momenipbotogradbischs Lrbrs voricbrred. - (F5 ist mzwrxchxx wieder Ruhe eingstretkn, man ist wisdrr znr alten Darricllangste zurückgekehrt, die Künstlsr _babsn Recht_debaiten. _ _ _
Tritt man dsr Streitfrage näbkr. 10 moxte mcm zrmach_1t_1agen: Der Künstler wird aüsrrings nicht _ iSd? vqn den dsrychredcncn momentanen Béinsteliungrn brarxcben kÖlZnM, iyndrr11_cr wird fich rrntsr dixsen di:“- cdarakteristischite _auéwableii; es _wird aiw _dte künstieriscbe Darsteliung doch wenigxiens mir_e_m€m €mz_t,3_en aus Micr ganzen Serie don Auuendlicksi'ildern üdcröinittmxnkn muUen. _ _
Dies ist aber nicht der Fal]. Urid _das erklart fich fd: d_1e_Be- Wegung jedes Beines ist cine ikkriokéichkl vxndxlarxige. Bet_1€dkr solcben Bewrgung findst. wis beimPendcl 1elbi_t_, errx großtex Aus1chlag start, dei wclcbem Sine Umkehr und dsnzgemaß eiiie _Vombergedsnd?
cmmung eintritt. Diksb'k Moment Ut de_r St_NzlgO, _der Lom «[ugs aufgefaßt werden, und von dem aiio __em_ EZWUUMZÖ' bild entstedrn kann; in jedem adderen Mdment Ut drk (Mchwxndtg- keit zu groß, als daß “das Auge Linen Eindruck _empfangen konnts. Nun 118th aber dsim qalodvierenden Pferde diese _Momxnie _der größtrn Ausschiäxxe für die beider; erdkrdeine uner die derde_n Hintsrdsine nicht Zleicbzsitig ein, wdai: Erne Augenblicksrbotdgraydx: niemals- beide zugleich entbalisn kann. Trrgxxdem _sixd_€s nur dms zwri Momsnie, die fich dym Auge drs Künziixrs ernvragcn und _sick) in seiner inneren Anschauung zu einer!? IMÖNUTchLÜ Ermaerungsdrlde zUsammensern. __ _
Wenden wir uns Wklték zn; Betrachtung drr Hz_;irdengxduzig, Hirt seden wir uns zur_Zeit gewinen_Strömungen gegenuoer,_die mch“ noch austodkn und abflarrn münen, udsr deren We1e_n und Ziel adkr, sofern wir von Ausschreitungen absedkn, doch fem Zirkiskl ob- waitßn kann. _ _ _ _ _
Die unter dsr Vezsichnung .Fk€l[lchlcha[€rél' und ,varqßtomsx ums“ deannte Bkwegung kntstand zuLaÖft aus der Erisnntmß,__day man der Natur durch Liebevolles St_udigm der Luxt- und L_:äpt- ftimmungen im freien Sonnenlicht mel mnmere Reizt? ablZukckyen könne, als sie bisher w.;drgenommen wurden._ Man !eyte 11ch ms Freie unter drn Sonnenschirm, um das“ _kurze_ vaei rer Beieucbtungé- erscheinungkn in einer Sisung direkt 1x) _ die L_emwand e_mzuigngen. So entstanden jene in Licht etguchten_Brldcr um dem ktn1chmeichelw den Zauber des durch die Blatter zitieirzden oldigen Sonnenlichts, mit den übrr alle Formen gebau_chten dufitaen * Öpen, mit dem aber jede Zäch: qegoffxnen schaiisnauszebrmden_NefiexltÉ-t. _
5 enn sich auch manche bis zur Roddeit gesteigerte Ausschreitunsen im Gefol e dieser Richtung zeigten, so 111_doch aixzuerkennxn, daß fir zu einer f«härfuna und Vertiefung des kun_f_ilerikchkn_ Bl1cks_ u_nd zu einer Weséntlicben Verfeinerung der; Naturarisiaffung fuhrte, die m der Landschaftsmalerei ihre schönen Fruchte JZZUUZT bart. _
Zu einer Vervollkommnung de_r Gedczcbtmßkraxt und des_mnk_ren Anschauungsoermögens bat ste_wcmger bctgetragen. Und darm i:?gi ibre Schwache und Einseitigkeit- _ _ _ _ _ _
Wir können nicht leugnen, daß wir die destandtgr LrchtsÖweigerei alimäölicb über bekamen. Es muß v_on Zeit zu 3le _em Gewrtier- sturm durch die Lüfte sausen, um und für dre Schonbnides ruhigen Sonnenlicbts wieder neu emxfängltcb zu machen. Und be: einem solchen nehmen wir auf einma wahr, daß uns_ die Natur im Kamzofe zwischen Licht und Luft viel__ großarttgere_ Reize en_tb_ullt als in der Ruhe. Diese OYndamng blieb der reiltcht- malerei verschloffen. Mitten im oben auxgxre en lemente oder draußen am Gestade _des fiurmngetts ten Mears vor den sich tbürmcndea uud auffcbaumend uberfturxenden Wogen die
StaeleiunterdemS-m ' ,' ' ueustkimaufxupfiauzJ-Ia MW
_ Die hier zur ung auch nicht direkt auf die Md aufg augen werden. Sie d einem zu raschen Wechsel des wogenden ormen- und Farbenspels untWorfen. Sie können vom Künstler nur in der inneren Au. sebauung aufgefaßt. als Erinnerungsbilder lebendig fesi ballen und von bier aus nachträYicb im objektiven Bilde niedergesth en werden.
Diese Art des nftleriscben Schaffens möchte man wohl als Jmpresfioniömus im eigentlichen Sinne des Wortes bezeichnen. Sein unbestritten größter Meister ist zur Zeit Arnold Böcklin. Ibu hat man noch nie unter dem Sonnenschirm malen sehen.
Wohl aber sireift er Tage lang mit dem Rucksack auf dem Rücken durcb Gottes-freie Natur, um dann plö licb_ na Hause zu eilen, sich an die Staffelei zu se?en und die ebemmi e, die er „draußen erspäht und in innerer An chauung treu bewahrt bat, in packender realistischer Wahrheit auf die Leinwand zu zaubern.
Bei dieser Art des künstlerischen Schaffens ift aber weiter noch auf einen wichtigen Umstand hinzuweisen, der die Gestaltung des schließlichen objektiven Bildes in bedeutsamer Weise beeinflußt. Er führt uns auf den Begriff der Stimmung. Das schließlich: Bild deckt sich keineSwegs genau mit dem ursprünglichen direkten An- schauungsbild. Sondern es haben sich sowohl beim Uebergang des leßteren in die innere Anschauun , als bei der Uebertragung von da auf die Leinwand nicbt unerbebli e Abweichungen er eben.
Die Empfindung des Künstlers wird durch eine estimmte Natur- erscheinuvg in besonderer Weise angeregt, und ihre Nachbildung soll beim Beschauer dieselbe Gefühlßerregung, dieselbe Stimmung bewor- rufen. Schon beim Auffaffen des Erscheinungsbildes in der inneren Anschauung des Künstlers werden unbewußt die Hauptfaktoren des svezifischen Stimmungßwertbs sich stärker einprägen, während das Neben- sächliche und Gleichgültige zurücktritt oder sich ganz verwischt. Derselbe
„ Vorgang der Hervorhebung des Bedeutungsvollen und der Zurückdrängung
oder Ausscheidung des Nedensächlicben wiederholt sieb dann nochmals, und zwar jest in mehr oder minder bewußter Absicht, bei der Ueber- tragung des inneren Anschauungsbildes auf die Leinivand. _
Auf diese Weise vermag es der Künstler, sein Bild mit seiner Seelenstimmung zu durchg€i1tigen und auf den Vetcbauer die nam- liche Empfindung zu übertragen. So entsteht ein stimmungs- volles Gemälde. - _
Dies ist der Sinn des bekannten Ausspruchs _von Zola: „Em Kunstwerk ist ein Stück Natur, angeschaut und wiedergegeben durch ein Temperament“. _
Es ist höchst intereffant, in den Bildern bedeutender Künstler _ ich nenne als naheliegendes Beispiel: Lenbach - _diesen potenzierten Außdruck des Cbarakteristischen und die Zurückdrangung des Gleich- gültigkn zu deodachtrn. _ _ _ _ _
Habkn wir uns seither stets auf die Abbildung Cines_mWirkl1cb- keit vorhandensn Naturobjxktes beschränkt, so ist der weitere Schritt zur Betrachtung des freien künstlerischen Schaffens nunmehr leicht.
Der Künstler hat in seiner Seele als Niederschlag seines fort- gescßien Naturbeobachiens und seined inneren Geisteslebexis,_ das er damit bcfrucbjet, einen Scheiß von Erinnerungsbildern ausgejpejchert, di? er jederzeit wieder zu lebendiger innerer Anschauung i_vach- rufrn kann. sei es als Ganzes, 1ei _ es in Bruchst_ucken. Er kann Einzelbestandtdeile derselben unt andern verknupfen, wenn nötbig - unter Modifikation der rineiz zu Gunsten der andern, und kann durch solchcs Scheidsn und Verbinden iznter dem bestimmsnden Einfluß seelischer Regungen neue Bilder in seiner innerrn Vorsteklung erzeugen. Disses SeelenverMHJen, das den Künstler befähigt, aus sicb séldst heraus sine Welt zu ge falten, nennen wir Phantasie. Ueberträgt er een solches_von skiner Phantasie gx- schaffenes inneres Anschauungsbild auf die Lsmwand, so haben nnr em Phantasiegemälde. _ _ _ _
Es können Anregungrn der mannigfacbsten Y_ri _sem, welxbe die Auslösung der Erinnerungsbilder und dir wechs€lietttge Verknupfung der ausgelösten VorsteUunZen zu neuen Bildern__m der Phantasie des Künstlers bewirken, _- finnlicbe Eindrücke, Gesuhlsetnfluffe odsr Ge- dankenanregungen. Die Sinneseindrücke sind kaeswxgs auf solche des Glfichtssinns beschränkt. Auch dnrch das beor vermutelte Empfin- dungen können die Auslösung yon bildlichen Vorneilungen deranlaffen urid ein innerss Anschaunngsbild erzeugen, denen Sitwmungßgebali gleicharng und glsichwertdig mit dsr durch den Gedoröemdruck erzerigten Strux- mung ist. In dieser Bezisbung babsn wir ngade aus_ jungsier Zeit interessante Veifpisle zu verzeichnen. CH_genugr, an dre Zeichyungen won Max Klinder zu Brabm's Symphonie, dann aus der vorjadrt en JubiiäumF-Aussteüunz an Dubufe's _,Engelgrußf und Makows 's .Leicbenzug“, oder auH alierjüngster Zett an Melchior Lechter's Bilder zu erinnern. _ _
Erben wir weiter zu dem Fail, daß Gedankxnanregungen die künstlerische Phantasie in Thätigkeit saßen!“ Dre _ Gedanken- malerei mit ihren Allsgorificrungrn _und Symbolißcrungen hat schon ssbr Verschiedene Bsurtbeilunqen gesunddn. Um nder ihre Ye- recdiigung Klarheit zu gxwinnsn, scheiat es mrr nöidtg. die zwei FaUe ausrinandkrzubaitén: 1) ob ein adsiraktxr Gedanke i_srttg voriisgr__und nun nachträglich in das Leibbauökmtüm allegortfcber Pkrsomnia- Tionkn künstlich ein ekleidSi wird, oder (_)d _2) der_Gedgnke bereits in dsr inyeren AnJCHauung durch Konxdmatwn bildlicher Vor- stsliungkn zu stands kam, sodaß dix Entstehung des Gedanken_s_ und seine Verdildlichung einen grmeinyamen Akt der_ haniafietdcxtigkeii bildete. Nur in diessm [Wirren Fall bai das Bt d ald Schopsurzg dsr Phantasie Anspruch auf die Vezrichnunx", Kunstwerk, und nur in dieirm Fall wird CJ auch wirder dis Pdanizfié drs Befchauxrsanrxgen und seinen Eedankeninbalf auf jeden üdrriragen, der es unt empfang- lichem Gémütde auf fich wirkkzi laßi. _ _ _
Wrnn dies an einem Beiipiel erlauterx werden soii, so drangi fich Uns ganz von selbst da:; jünZste angornckye Bild _Semer Majeftat des Kaisers auf: ,Nismand zu iebr, Ntkmand zu Leuze“. Ganz ab- gesedrn davon, daß €rado2 am heutigen Tag: axle unsere Gedanken fich im Blicke auf I n vcrsiwigen, _wüßte ick) uberhaupt kein be- zeichnendkres BCispisl zum Verstandmß der Sache aufzufinden als eben das ,".knannte. _ _ _ _
Den Gedanken, dyn das Gemalde de_rbtldlicbt, bat Seme Maicstät dkreitd ein halbes“ Jahr Vor der Veroffeniltcbung des Bildes in sriner Rrie bei dem Fkstbankett (am 10. Mai 1896) in Frank- furt a. M. auégesvrockxen mit den Worten:_ ,Uzrd _!o hoffe Ick, daß ein jeder von Ihnen auch mit Mir darin uderamsttmmen wrrd, da es unsere Pilicht ist, unser Volk in Waffen bock) zu halten, _zu achtxn und zu ehren, . . . . daß auch wie bisher der deu_tsche Michael, in goldkner Wehr strahlend, Vor dem Tdore des riedexisteazpelé der Welt stehend, dafür sorgen wird, daß niemals _bö e Geister i_m stande sein werdkn, den Frieden unseres Landes ungerackot zu stören.
Das ist nicht etwa ein abstrakter Gedanke, de_fien _WortausdrmF nur durch einige- bildliche Redewendynzzen gekcbmuckt _tft. Soydxkü der ganze Gedanke ist als Bild konzipiert. Noch ede ihn der Kritik! in Worte faßte, stand die bildliche Vorstellung lebendig vor _Seme'r inneren Anschauung. Der nachträgliche _Entwurf drr TuschxetÉnuqs bestand lediglich in Einer Umseyung des inneren Anfckyauungsbildes m die reale Wirklichkeix _
Daß unser Kaifer mit einem stark Zniwtckelien_VorfieaungSver- mögsn und mit einem kräftigen und umfanerzdkn Gedachtruß zur _treuen Festbaltung von Erinnerungsbildern degadt ift, wtffen wir. Erinnern wir uns z. B. Seiner bekannten Tuschze1chnupg_,Kamv_f der Pank?!“ schiffe"! Dieselbe gehört zu der Klasi? derjenigen Bilder, die wir vorhin als impresfionistiskb im eigsqtlicben Sinne des_Wr_)rt_e_§ bx“ zeichnet haben. Das Bild konnte nicht exwa als Plam-atx-C-tudte direkt von der Natur abfoviert werdeii, so_ndern stht_ eine Wiedergabe der Erinnerun sbilder von Augenblickßemdrucken vor, die m der inneren Anschauung ? gehalten waren.
(Schirrß in der Zweiten Beilagd),
.DE 23.
(Schluß aus der Ersten Beilage.)
Ein lebendiges inneres Vorstellungsvnmögen gkebt sich in der Re el durch eine anschauliche Sprache zu erkennen. Die Worte, xve kbe Anschauungen zum bezeichnenden Ausdruck bringen, lösen auch in der Vorstellungskraft des Hörers entsprechende Anschauuussbilder aus, wie wir dies ;. B. bei unserem Altmeister Goethe in unüber- troffene: Weii'e bewahrheitet finden. _ Auch bei unserem Kaiser triff! das Merkmal zu. Wie oft haben wir nicht den Gxnuß gehabt, in Seinen GelegenheitSreden Seine Karst des a117chaulichen Schilderns" und die plastische Gestaltungskraft Ssiner Wortezu bxwundern! Er
liebt nicbt dialektische Künste. Seine Rede blendrt nicht. Aber sie“
fesselt. Sie wirkt eindringend und nachhaltig. Denn fie binterlaßt Anschauungen.
_ Von dem gewonnenen Standpunkt aus dürfte nunmehr das Ver- üqndniß für den psbeoloqischen Vorgang, den ich als „Denken in Bildsrn' odcr „bildliches Denken" bezeichnet, nicht mehr schwer fallen.
_ Wir haben im Vorangehenden unsere Brtrarbtungen vorwissend (Ws die Seelenthäiiakeit des Künstlers bezogen. Aber auch bei uns Mdern Menscheg trifft Aednlicbrs zu.
_ Durch die außeren Sinnesrindrücke wkrd€n_in unssrem Bewußt- sein Vorsieliunget] erzeugt, die im (Gedächtnis; sesigebalterx und wohl- geordnet aufgespeichert werden, sodaß jsde nach Bedarf sofort bewor- geboii werden kann; Die Denktbäiigkeit besteht nun darin, daß die ursprünglichen Vorttrliun en in ihre Elemsuie zerlegt, und diese in der manni faltigsten Wsi e mit einander und mii frisch binzuiretendén zu neuen * orstellungéreiden verkkttr-t werden.
Die Vorstellungßelemente find ve-fcbiedrner Natur. Die ur- sdrx'mgiicbfiew sind _die von den Sinneseindrücksn hcrrüdrenden. Von dmen find die Geichmack§-, Gerucbs- und Gefühlsvorsteliungen don untergxordneter Bedeutung; die Gebörßdorsiellungen tr€t€n meist nur für bestimmte Zwecke, wir bei musikalischer aktiVLr oder passiver Thätigkeit in Frrnkiion. Für das Donken im praktischen Leben und für das wiffenjchaitlicbe Denkkn kommen Hauptsächlich die Gesichtsoorst8llunqen oder Bildvorsiellungen in Betracht. - Hierzu geieüen fich dann noch die durch dix Schridung dcr gemeinfamrn Merkmale der ursprünglichen Vorsikliungen kr1tsichknden Begriffs- Vorstellungen und durch weitxre Abstraktion dieser die Wort- Vorstellungen. In der Form don Wortworsteüungen wcrden uammtlicb auch die Früchte der Gedanksnarbeit anderer Individuen unserem Vorsteüungsschaße einvkrleibt. Durch fie haben wir die Mö lichkeit, das eigene Vorstellungsgetrikbe mit dem unserer Mit- men?chen in Beziehung zu seßen. -
Je nachdem nun beim Denken diese dkrscbirdenen Arirn von Vorstellungselemenien xur Verwendung kommsn, können wir zwei Verschiedene Arten drs Denkkns nnterscbeidrn:
] Das bildlickse Denken, wsicbss ansscbließlich mit Bild- dorsie ungen operiert, 2) das abstrakte Dsnken, welches Begriffs- und Wortoorsiellungen verwendet.
Das bildlich e Denken desiebt darin, da?; ganz edénso, wie wir €? oben bei der Phantasietbätigkeit des Künstlsrs beobachtet habsn, dre aus dem Gedächtnis; ausgelösten Vorsteüungdbilder vor unserer innkren Anschauung vorüberzieben. Um eine besondere Benennung für diesen Denkvorgang zu baden, möchie ich das bildliche Denken wohl auch als ,Sinnen“ bezeichnen, in Erinnerung an die Dichter- worte: .Und mit sinnendem Haupi saß der Kaiser da".
Das abstrakte Denkcn ii't dasjenige, was gewöhnlich als logisches Oder spekulatiVes Dknkrn bkzeicbnkt wird.
_ Ich erinnere mich einer dübichen Anékdoie, in w€lcher beide Dénk- formen in scharfen GegensaH zu Einander treten: Ein junger Bauers- mqnn stand am Vorabend seiner Hochzeit an einkn Baum gelehnt Mf dsr Höhe und dlickts in tiefss Sinnerx Versunken auf die Vom Golde der unt_era€bendkn Sonne bestrahlte Yüitr, die skin künftigrs Glück drrgen wills. Da nadie sich der Schaimeiftxr des Dörfcbkuö und ledkt'k ibn an: Sagt mir nur, Was? denke: Ihr eigentlich? - Ick? ich denke garnichts. _- Aber etwas müßt Jbr doch denken! _ Wrnn Ihr so dumm srrd und etwas denken müßt, ich Hab's nicht
nötbi . - - _ Fm aligemeinen komm en nun aber die zwei Arien des Denkrns me oder nur selten gxtrennt zur Anrvendung, sondern fie treten in die manmgfaitigste Wechjelwirkung und Verbindung mit einander. Zwar wird der einzelne je nach Veranlagung und Erziedang die eine bsson- ders bevorzugen; er kann abkr die andere nicht enibehren. Beide sind leich nothwendig, denn fi? ergänzen sich. Jede für fich hat ihre ,Iorzüge und ihre Nachtbeile.
_Die Vorzüge des bildlickpkn Denkens lie en vor aliem in der Wette und in der Ueberfichtlichkeit drs Vorste ungskreises, den es zu _beberrschen vermag. Ein sogenannter weiter odsr hoher Gedankenflug ist nur dem bildlichen Denken möglich. Das „visionäre“ Denken des Genies, des Erfinders ist im wesentlichen immer ein bildliches, wenn es auch der Mithilfe des czbstrakten Denkens nicht entbehren kann.
bangt dies zuxn tbetl damit zusammen , daß die Bilder- vorsteliungen fich_be1m Denken unmittelbarer zur Auslösung heran- drän en. _ als dies der den Begriffs- und Wortvorstellungen dsr all tft. Ich_erinnere daran, wie z. B. unser Personengedächtniß m der Vkrgegenwarttgung v_on Phyfiognomien ungleich gewandter ist, als m_ der von Namen. Wie oft geschieht es nich!, daß uns ein Name oder em Wort, wie wir sagen, auf der Zunge liegt, daß uns aber ferne Auslösurzg schlechterdings nicht gelingen wil]. Bei der Aus- lZsung Von Bildvorstellungen kommt etwas Aebnliches nicht vor. _ In der Unbegrenztbeit des bildlichen Denkens liegt aber zugleich eine große Gefahr desselben; Es kann dem Denker pasfirren, daß, wie man zu sggen pflegt, die Gedanken mit ihm durchgehen. Das bildliche Denken laßt fi leichter'von GemüthSregungen beeinfluffen, und da- durch wird die bjektivität seiner Urtbeile beeinträchtigt. Am reinsten tnt_t es m Thätigkeit, wenn es vom Willen ganz unabhängig ist, wie €s_tm Traumleben zutrifft. Aber auch in wachem Zustande kann das Smueq in Träumen auSarten. _ Dl? VZrzüge des abstraktén Denkens bestehen dagegen hauptsächlich in der Scharfx und Sicherheit seinkr Schlüsse,_ in der Sachlichkeit und Unbefiechlichkctt seiner maklerischen Thätigkeit; !eine Nachtheile - in der c:;geren Begrenzun feines Urtbeingebiets. Beim abstrakten Denken Liebt es_ mehr einHeitige, verbobrte, pedaniischc Denker. Es kann “nch bei ihm auch leichter als beim bildlichen Denken ergeben, daß dsr Denker ein zur Beurtheilun wesentliches Moment übersieht; und hierdurch findet die VerläßliZkeit seiner Urtheile ihre Begrenzung. Dies trifft namentlitb ?_u, Wenn das abstrakte Denken sich auf sich selbst stellt _und die Fü lun mit dcr Erschkinungswelt auigiebt, wie es z. B. bet den metgpbvsi7chkn Spekulationen der Naturphilosophie _der Fall war. Dann gilt das Wort Goethe's: „Ein Kerl, der spekuliert, tft wie am Thier ans dürrer Heide, von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, und rings umher liegt schöne grüne Weide“.
Aus dem Gesagten dürfte hervorgehen, daß die zwei Denk- iormen sich gegenssitig ergänzen, daß die eine Von der anderen kontroliert werden muß.
_ Fassen wir nun einzelne Berufs- und Gelegenheitstbätigkeiten in dieser Beziebun ins Auge!
Nehmen w r den Schachspieler, sei es, das; er mit verbundenen Oder mit :) enen Augen spielt. Sein Denken wird vorzu?sweise ein bildliches ein. Denn er muß sich die Stellungen der Fguren für alle von ibm gedachten Kombinationen in innerer Anschauunglebendig vergegenwäriigen. Aber er wird, um sich vor Feblschlü cn zuschüßen, seine Ernoägungen beständig durch strenges logisches enkc'n, durch
Zweite Beilage zum Deutschcn Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.
Berlin, Mittivoch, _den 27. Januar
scharfes geßenseitigesMbwägen der verschiedenen Möglichkeiten ""oder Wahrscbem tchkéttén und deren kausalen Zusammenhänge kontrolieren.
Gs_nc_1u die gleiche Bewandtniß hat es, wie mir scheint, mit der Dknktbatlgkeit drs Strate en und des StaatSmannes.
Von den _btl_dendea ünftlern haben wir bereits gesehen, daß fie fast ausschließlich das bildliche Denken üben. Eine Kontrole durch das logische Denken haben fie weniger nötbig, da sie durch den Schaß tbrer kunstlertscben Erfabrxxngen, den man als ästhetisches kaübl be- zetchner; ann,_vor Mrßgrmen binlangiiéy geschüst smd.
Er_nabnltcbes gilt yon den Frauen. Six bedienen sich vor- zugsweise des bildlichen Denkens oder Sinnens, weshalb wir Männer ihnen auch das Epitbewtx ,sinnig“_ beigelegt baden. Vor Feblschlüffen wsrdeq sie durch den ihrem reichen Gemütbsleben entspringenden naiurltchen Takt_ bewahrt. -- Ob hierin die moderve Frauenbewegung mtt ihren auf die Annahme der abstrakten Denkweise gerichteten Be- strehungen eine_._ Aenderung herbeiführen wird, will irh nicht ent- schetden. Ick sur Min Theil bin mit den bkftkbé'ndklt Verbältniffrn zufriedé'n.
Der Philologe als Grammatiker (im Gegensa zum Archäo- logen) _denkt_ vorwiegend abstrakt. Ebenso der T eologe ais Dogmatiker (nn Geqensaß zum Skelsorger). Auch beim Juristen, de_r fich mri der Fkststeliung und _Verknüpfung der Rechtsbegriffe und tmt der Auslegung der Geseßssbeftimmungen befaßt, ist die abstrakte Denkform die maßgebende. Wo fich aber seine Schlußfolgerungen a_uf koZkrcte Verdaiiniffe be;ied€n, wie z. B. bei dcm Jndizienbeweis eiiies_C-chw1trger1chtssaiis. wird er von selbst dazu gxfübri werden, das bildliÖe Denken zur Hilfe zu ziehen. Ich möchte annrdmen, daß gar mancher praktische Jurist, der 1eine Laufbahn als abstrakter Denker begonnen hat, fie als bildlicher Denker brschließi.
Andererseits__ist das Denken des Mediziners, wie überhaupt aiies_naturwi1t_en1chaftliche Denken in seinem Grundzuge ein bildliches, anknüvxend an dis durch die Beobachtung gewonnene An- schauung. EI Erhalt aber erst durch die ergänzende Mitwirkung des abstrakten Denkens die erforderliche Sicherheit des Urtbeils.
In der Mathematik grden bride Denkformen, die Anschauung und die logische Svkknlaiion,_n€ben einander drr, bald in gegenseitiger Unierstüßxmg, bald in bxwuxzter Trennung. Es würde eine Aufgabe tür sicb dildxxx diese _Verdältniffe für die einzelnen waige der mathe- maingch Wimcnsckyaxt und für deren verschiedene Entwicklungspbasen zu 1 ( dern.
Wir kommen e_ndlicb zum Techniker. Das Denken dss Teck)- niksrs dkzisbt sich aus reale Objskie, die sein Geist ersmnt und die Vor seinem innern _Auge in lebendiger Anschaulichkeit sieben. Sein Denkén wird also em vorwikgsnd biidlicbes sein. Er kann aber dabei die beständige K'Ontrole dnrch das abstrakte Denken durchaus nicht Entdebren. Er muß den Zwrck, dem skin Werk dienen soll, scharf und bestimmt umgrsnzkn, muß die äußern Bedingungen, denen xs unisrworsen ist, sich€r Erfassen, ails Möglichkeiten und Zu- säliigkeiten_ im Bau und Betrieb peinlich in Rücksicht ziehsn, die sich vielfach dUrcbkreuienden Wirkungen derselben klar beurtheilen u. s. w. und muß auf Grund dieses vielumfaffenden Materials seine logischen Schlußfolgerungen und spékulativen Kom- binationen anstrllen. Von den mannigfaltigen Einzelheiten diefes Benidorpangs tft ein guineil rein abstrakter Natur. Sie werden aber durch die das ganze Gedankengetriebe beherrschende Anschauung übersichtlich geordnet und zusammengehalten. Unter an zuvor be- trachteten Veispieien möchte diese Denkarbeit dss Technikers am meisten derjenigen des Strategen ähneln. Sie ist durchaus verschiedrn von der frei waltenden Pbantafieibätigkeii des Künstlers.
Dggegen _bat in andkrer Beziehung das Schaffen dss chbnikers auch wrsder vwl mit dem des _Künstlers gemein. Hat Lr sein Projekt in ]Sikiér inneren Vorstkliung ssrtig gésislit, so bénützt er, um es an Aydere untzutbriien,_nichi wwrgbl das Wort, als die Zeichnung. Die Zeichnung ist daS Verstandigungsmiitel, di? Syrachc des TechnierI. _
_ Bei der UMWFUJJ feines innérén Anschauungsdildes in die odxskirvs Zergbmvng [:x-index er sich nun in einer ganz äbniichrn Lage wre dcr_Kr_1n1tlrr._ Nur dali sich dabei sein Bewußtsein wcniger an das Er1ch_s_tnUU_g§diid, alsdn dis wahrr Gestalt dss Objkkts, in ähn- licher WKM? wre Wik L§_bklm zeichnenden Kinde oder bei Adolf Menzel FMM baden. _ Er bsmztzt daßer für dic Verbildlichung weniJLr die _rntralperwckttrs a[s_dre Darsteliung in Grund: und Aufriß. Allein dies bedingt keincn wryentlichdn Unterschied. Es betrifft nur das äußere Schema der Darsteliung. Für die Verweribung des Schemas zum sitmmungßdoüsyBild. das heißt zum Bild, das zu dem Beschauer nach den Adfichtkn ?_emes Ukbé'béks spricht, smd ganz dieselben Rücksicbten maßgebend, wie sir zuvor für die künstlerische Darstellung besprochen wurden. Gleich _emem Lindach wird auch der Techniker darauf Bedacht tiebmen, sem Objékk möglichst bestimmt und charakteristisch zum bild- lichsn Yusdruck zu brin_gen, indem er das Wesentliche hervorhebt, das Nebexsachltche zurückdrangt. Für den Architekten ist dies wohl selbst- verstandltch. Aber es bezieht sich ebenso gut auch auf den Bau- und Maschinen-Jngenieur. Auch für eine_Maschinenzeichnung gilt das Wort Zola's: sie muß ein realr-I Etwas iein, angesehen und wiedergegsben durch ein Temperament.
Hierzu Yommt aber noch Eines. Kehren wir wieder zurück zu der Denktbäiigkeit des über ein Projekt sinnenden Technikers mit ihren vielfach abstrakten Einzelspekulationen!
_ Es ist im höchsten Grade bemerkenswerib, wie es die Ingenieur- W1ssenschaft Verstanden hat, auch diese abstrakten Elemente dem bild- lichen Denken anzupaffen.
Es handelt sich dabei zunächst um die Methoden des graphischen Rechnens, wie sie z. B. der (Geodät bei seinen Vermessungsarbeiten _ oder der_ Bau-Jngenieur bei seinen Entwürfen zu Erdarbeiten Verwendet. ferner um graphische Tafeln wie die graphischen Eisen- bahnfadrpiäne u. dergl. Vor allem aber kommt das auSgedehnte Gebirt der graphischen Statik in Betracht.
_Dis Objekte der Jngenieurkunst stehen unter der Einwirkung von statischen oder dynamischen Kräften, deren wechselseitiges Spiel und ausschlaggebende Wirkung zu beurtbeilen und zu regeln ist.
Der “_Begriff „Kraft“ ist zunächst ein rein abstrakter, und die Aufgabe falit daher dem abstrakten Denken zu. Aber der Ingenieur verbildlicbt die Kräfte, und zwar nicht blos; die Kräfte an sich, !ondc'rn auch ihre gegenseitigen Beziehun en und Wechselwirkungen. Nicht als ob damit das abstrakte logis ?. Denken umgangen würde. Mein, dieses bleibt in seinem Recht und in seiner Eißenart. Aber es wird der Vorzüae des bildlichen Denkens tbei baftig gemacht, die in der Anschaulichkeit und Uebersi tlichkeit des Denkbildes bestehen. -- Man könnte diese :).) etboden der graphischen Statik in ewiffem Sinne als ein Analogon zu der (Gedankenmalere in der Kunst bezeichmn. Wir erfreuen uns in ihnen einer der wichtigsten Errungenfckzastcn auf dem (Gebiete des wiffenscbaftli-Zen Denkens, von der die Philosophie als Lehre. Vom Denken mit ntereffe Kenntnis; nehmen durfte.
So seher] wir, daß an sich das Denken des Technikers ganz nach denselben (Heieven verläuft wie dasjenige von An ebörigen anderer Berufskla en, da aber bei ihm dem inneren Ans auungdvcrmögcn, in dem | ein bi dliches Dknkcn abspielt, eine weit größere Bedeu- tung zukommt als bei Andern. Ohne eine lebendige Vorstcliungökratt kann niemand ein tüchtiger Techniker sein.
Die Anlage dazu muß angeboren st'tn. Die Schule kann nur die Aufgabe erfüllen, sie- zur Entwicklung zu bringen und auszubilden, und zwar dadurch, daß iic- dcn Schülcr anlr'ite't, die' Augen auf-
“ "1897.
zumachen, das Gesebxne _fchakf auizufaffen und das Aufgefaßte in seinem Innern lebxndtg festzuhalten, und ferner dadrxrcb, das: jedes einz€l_ne Unterrichtssack) in seinem Betriebe darauf géricbtet ist, die Einbildungskraft des Schülers kräftig anzursgén und zu béfruchten. Es kornmt weniger _auf dkn Lehrstoff alZ auf die Lebrmetbode an. Und Hierfür giebt_die Eigenart des Lehrers den Ausschlag. Dieser muß ielbsi ein kräftiges Anschauukigsvermögkn desißen. Er muß es verstehen, in de'); Vorstellungskraft seiner Schülsr innere Anschauungs- bilder wachzuruirn. _
Ist er Philologe, !o _mag er fich von belleni'kcbem Geist beseelen (affen. Dr_e scdönsten und herrlichsten Blütben hat das bildliche Denkrp bei dem gottdegnadrten Volks der Griechen getrieben. Das Gemeinsame in den scbsindar so vrricbiedenartigen Gxistestbätigkeiten eines Homer, eines Pythagoras, eines Pbidias, einss? Arcbiuwxes war eben die innere Vorsiellunqskraii. Durch fie wurd? das Griec'dexxtdum dis Psianzstätre der abendländischen Kultur.
Von unZ_Deutschen iagt man wohl - und wir ssidii [affen uns die Scbm-Jicbelei gern gefallsn - wir skien das Volk drr Drnksr. Wir könnsn aber nicht leugnsn, daß dem Lobe rin üdlkr Bcig€schmack anbaftet. Das Wort ,Denker“ ist dabei aug€11sch6inlich im Sinne
' des abijrakten Denkcns verstanden. Ist das richtig? Zit dEr Dcutscbe
wirklich seiner inneren Natur nach abstrakrrr Denker“.- Jcb glaube cs_ entscbirderz verneinen zu müffén. (Mister wie GOITHS, Fürs? BtSmarck u. 1. w., in denen wir die dkutscbk Art zu denken zu monu- Znßntalcr Vorbildlicbkeit drrdichtet iében, widersprechen dieser Auf- anung.
Eines all_e'rdinas ist_ zuzugehen: zu Anfang diese:"; Jabrdundkrts hat die dialekrtjcbe Pbilokopbie Pegel?) eine Bewegung bsrvorderufen, dt€_das Denken ganz in die abstrakte Richtung [exiftc und bis übst die Mitte des Jahrhunderts hinaus das deuisckye Geistesledkn in dsrselben gefangen hieli. Aus diessr Zeit stammt jenes zrveifklbafte Lob. Aber der deui1che Griff bat die damalige Ausschreitung längst Üb?!- wunden und ist zu fich selbst zurückgekehrt. Wsnn slä) aucb Nachwehen derirlben da und dort noch gxltend machen mögrn, und wenn jene Vertrrung aucb namentlich auf die Schule einen verhäng- ntßvolleri; zum tbeil héuté nocb wahrnehmbaren Einfiuß ausgeübt bat, so Ut der gesunde dsutsche Sinn doch trotz diessr Widrrstände in' das rccbte Fahrwasser wieder Eingelenkt.
Vol] frkudiger Zuder1ichi blicksn wir auf unsern in (&Qrfurckpt Fxliebtxn Kaiser, in dem sich die Eigenart drs deutschkn W-zséns Ver- orper .
Wir haben gesehen, wis bsi Ihm jkn? auf ixme'rk Anscharang gs- gründete GeisieSrichtung in außgrdräater Waise zum Ausdruck gelangt. Sie macht fich in Seinem ganzen Wesen gelterd. Sie äußsrt sich in Seiner innigen Lieb? zur Natur, an deren Neizkn Cr Sich in der stillen Waldeinsamkeii, in dsr majestätischön Größe des Hochlandes, in der unendlich virlgestaltigen Formen- und Farbenwklt des Meeres erlabt und erfrischt. Sie äußert sich ebenso in («ckck liebendrn Fürsorgr für die Kunst, wie in dem [kbbaften JUtersffe und dcm tief Cindringendkn Verständnis; für aÜe Fragen der Technik, das gcrads wir Lcdrer an dsr Technifch9n Hoch- schule schon so oft zu bewundem Gelegenheit hatten, und fiir dsffen Beibäiigung in der mächtigen Förderung der Bestrebungen ddr Vater- landisckxen Industrie wir Ibm so beißen Dank wissen-
Nicht minder gelangt jene GristkSricbtung zum Ausdruck in dem ßebkren, klaren Blick, womit der Kaiser die _ vrrwickelten wiribschaft- lichen Vsrhältnisse überschaut und mit unabläsfigem Müden Sich der gewalti en Aufgabe unterzieht, in dem kairre der fich bekämpfenden Intere en einen gerrchten AUSgleich zu finden.
Zu dirser Eigenart des Fühlens und Denkens gesellt fich bei Ihm die Herrschereigenschafi Einer eisernen Energie, esineéi festen, undeugkamen Wiliens, der kkine Unterordnung kennt als die untc'r das Wohl des Vaterlandes.
So steht unser Kaiser vor uns: eine geschloffené PersönliÖkeit, zu dsr wir in Ehrfurcht aufbiicken, der wir uns aber doch wieder so nahe fühlen, indem wir wahrnehmen, wie Sein Denken und Emvfinden mit dem unsrigen gleich gerichtet und leich gestimmt ist. Wir der- stehen Ihn und Sein Wollen und ho en zu Ihm in fester freudiger Zuderfichi.
Lassen Sie uns unserem geliebten Herrscher in dieser fsierlicben Stunde unsers Huldigung darbringen, indem wir Ihm das Grlöbniß erneuern, fest und treu zu Ihm zu stehen und m Vertrauxnsfreudiger Hingebung an Seine Führung unter Anspannung «11er unjercr Kräfte mit Ibm zu arbeitkn für das Wohl des tbeurrn Vaterlandes!
Er aber, der Allmäcbti e Gott, woÜe Ihn in Seinen gnädi en Schuß nehmen und Ibm an in Seinem neuen Lebensjahr die sri che Kraft und den freudigen Muth erhalten! Gottes reichster Segen walte in Gnaden über Kaiser Wilhelm und Sxinem erhabenen HauS!
Geben wir unseren Gefühlen gemeinsamen Ausdruck, indrm wir aus vollem Herzen rufen: _ _
Seine Majestät, unter Alleranädigster Kdiser und König, unser in Ehrfurcht geliebter »Yerr, [rde hoch!
Die Gäbrungsgewerde und die Stärkefabrikaiion in ihrer Entwickelung und in idren Beziehungen zur Land - wirtbschaft.
Festrede Von ProfeJor V1". M. Delbrück, _ Vorsteher drs Instituts für Gä rungßgewerbe und Stärkesadriiation.
Hochansebnlickye Versammlung! Lieb? Kommilitonen!
Die mit der Landwirtdscbaft in Beziehung stehenden tccbniscben Gewerbe -- die Brandrei, die Brennerei mit der Preßbefcfadrikation. die Stärke- und endlich _die Nübcnzuckerindustrie - nehmen das öffentliche Interesse in Linkin ungewöhnlichen Maße in Aniprucb, weil sie neben ihrem tkchnisch-wiffenschaf1[ichen Gehalt, ibrcr drrdor- ragenden wirtbscbaftlichen, sprziell landwirtdsckpaftliOsn Bkdcutunzx eincn der Grundpfeiler der finanziéilen Grbabrung drs Drutfcbc'n Reichs bilden. An der Gesammtsinnabms des Röickos don Etwas übcr einer Milliarde sind die Zölle und Verbraucbssikuern mit 635 Millionen M*ark betbeiligt, und von diesen fallen “223 Millionkn auf die Sicuern, welche aus dem Zucker, dem Bier. und dem Branntwein gcnommen werden. Einschließlich des aus dem inländischen Taback Erzielten Be- trages von 11Millionen Mark, sind die mit der Landwirtdscbaft in Beziehung ste_bcndcn Gewerbe mit fast 40 0/9 an drn Einnadmrn aus Zöücn und Verbraucbssteusrn betbciligt.
Es mag dabingcstcllt bléibkli. ob alle' acnannt-cn Gewerbr sicb kur Besteuerung eignen, “ die' Stärkeindustric mit ihm: Nebrnzwrigsn der Stärkezucker- und szrrinfabrikation ist steuerfrei be'laffcsi _ in jedem alle war und ist bei Erwägungen über die Stcuerform und Ste'ucr öbe das Wohl und Webs nicht nur dcr Industriezweige" Mbit, untrr be'utigen Verhältnissen vizlmebr in_ noch crbödtkm Maß? dasjenige dcr dic' Rohstoffe liefernden Laiidwirtbikbaft zu crwägen.
Wir" sebr die' Landwirtbxcbast durch die' Ve'tbäitniffe Unserer Gciverbc in Mitleidenjrbafi _grzsgen wird, mag daraus crmeffm werdcn, daß die“ von dieien auiP'nommem'n Robsrücbtr jährlich öinkn Werth Von 630 Mili'tonen Mark rcpräsrntimn gegenüber einem Gesammtwertb der 1andwirtdsch1fliichen Produktion in Broiirüchten von 1400 Millionrn. _
Es kann dabei“ als eim" bobs Unigai'r bczcichnct werdcn. das Wohlergehen dcr !ogcummteu „landwirtdicbaftiirbrn *)ksbcngewcrbe' nach allen Richtungen bin zu Meir". Einige von tbxicn. dt.“ Jack:?- und dir Vmuindustrir dach ird längst z:: ieid'käudigcr: Groß;-
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