Kriegs :Minisierium.
Dem Militär-Intendanten O !) | ist die Mlltär-Inlendanten-
ßen: des 7. Annee-Korps übertragen worden
Personal-Veräuderungeu. Königlich Preußisthe Armee.
Offiziere, Portepee-Fäbnricbe xc. Ernennungen, Beförderungen und Verseyungen. Jm Beurlaubten-- stande. Berlin,_19. Januar. Podlecb, mit dem 15. Februar d. I. aus der Schutztruppx für Deuts Ostafrika ausscheidender Yk" Lt. a. D. und Komv. Fuhrer, früher m damaligen Eisenbahn-
egt., in der Armee urzd zwar als Pr. Lt. mit einem Patent vom 14. September 1893 bet der Landw. 2. Aufgebots der Eisenbahn-
Brig. wiederangeftellt. Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven erre. Berlin 26. Januar. v. Prittwiß u. Gaffron, Hauptm. uud Komp. Che
vom Anhalt. Inf. Regt. Nr. 93, scheidet mit dem 2. ebruar d. J. aus dem Heexe aus und wird gleichzeitig in der S uytruppe für Deutsch-Ostafrtka als Hauptm. und Komp. Chef mit seinem Patent, Cramer, Sec. Lt. vom 5. Rhein. Inf. Regt. Nr- 65, scheidet mit dem 2. Februar d. J. aus dem Heere aus und wird gleichzeiti in der Schutztruppe für Déutsch-O!tafrika als Sec. Lt. mit s nem Patent, - angesteUt. Becker, Sec. Lt. vom Füs. NeKt. von Stein- , , ung im Zivil-
dienst der Abschied bewtll. Ka nzler, Pk. Lt. v. Inf. Regt. Nr. 140, mit Yenfion außgescbieden. Graf zu Ranßau U., Sec.Lt. vom Tbüring. u. Regt. Nr. 12, mit Pension der Abschied bewiUigt. Brill v. anstein, Oberst a. D., zule t Oberst-Lt. und Bats. Komman- deur im jeyj en Inf. Regt. von üßow (1. Rhein.) Nr. 25, unter Fortfall der r m bewilltgten Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und unter Ertbeilung der Erlaubnis; zum ferneren Tragen der Uniform
mes (Weßfäl.) Nr. 37, mit Pens. nebst Aussicht auf Anste
des genannten Regis., mit seiner Penfion zur Disp. gestellt. 1111. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps.
Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. 24. Ja- nuar. v. Pfaff, Gen. Lt. und Kommandeur der 27. Div. (2. Königl. WürttembergCZ, in Gensbmigang seines Abschiedßgesuches, unter Ver-
baraktets als Gen. der Inf., v. Greiff, Gen.Major
leibung des
und Kommandeur der 53. Inf. Brig. (3. Königl. Württemberg.), in Genehmigung seines Abschiengesucbes, -- mit Pension zur Disy. gestellt. Gutscher, Oberft-Lt. 5 la Zuiko des 2. Feld-Art. Regis. Nr. 29, Frinz-Regent Luitpold von Ba ern, Vorstand des Art.Depots,
mit en wn und der Erlaubniß zum ragen der bisherigen Uniform der Hbf ted bewilligt.
Kaiserliche Marine.
Offiziere x., Ernennungen, Beförderun en, Ver- feßungen. Berlin, 25. Januar. Graßbof, See adett, unter Ertbeilung des Zeugnisses der Reife zum See-Offizier, zum Unter-Lt. zur See, Wi s ] eltnck, Maschinen-Unter-Jngen., zum Maschinen- Ingen., D ietrich, Ober-Maschinist, zum überzähl. Ma1chinen Unter- Ingm, ])r. Stade, Marine-Asfift. Arzt 2. Kl., zum Marine-Asstst. Arzt 1. Kl., T):". Meuser, Vr. Tourneau, Marine-Unterärzte, zu Maring.Asfift. Aerzten 2. Kl., Frhr. Rais v. Frentz, Unter-Lt. zur See der Res. tm Landw. Bezirk Koblenz, zum t. zur See 1). Ref. der Matrosen-Art., Kr a u s e (Ernst), Hans en, Unter-Lts. 3. See d. Res. im Landw. Bezirk Hamburg bezw. ] Altona, xu Lts. zur See der Nes. desSee-Osfizierkorps,Alm,Humme[, Hannemann,Schlce,Unter- Lts.zur See derRes. im Landw. Bkzirk Exlangen bezw.Wie'sbaden, Oels und ] Altona, zu Lts. zur See der Re]. der Matrosen-Art., Lotz- Weiß, V.ze-Steuermann der Res. im Landw. Bezirk Hamburg, zum Unter-Lt. zur See der Res. des See-Offizierkorys, 1)r. Kerßen- boom, Meyer, thrichs, 1)r. Ufen, Unterarzte der Marine- Reserve im Landw. Bezirk Kiel, zu Assist. Aerzten 2. K!. der Marine- Reserve, Zenneck, Vize-Fkldw. der Res. im Landw. Bezirk Straß- burg i. E., zum See. Lt. der Nef. des 1. See-Bats., » befördert.
Abschiedsbewilligungen. Berlin, 25. Januar. Schuls- Völckcr, Seekadett, zur Res. der Marine entlassen. Baller- stacdt, Stabs-Jngen., mit der gessßlichen Pension nebst Aussicht au Anstellung im Zivildienst und der Erlaubniß zum Tragen der bis erißen Uniform mit dLn vorgeschriebenen Abzeichen, Steinhart, Unter- t. zur See der Scewehr 2. Aufgebots des See-Offizierkorps im Landw. Bézirk 11 Trier, - der Abschied bewilligt.
Marine-Juftizbeamte.
„Durch Allerööcbsxe Bestallung, 25. Januar. ]):uEickp beim, bayßr. Rcchtßprafttkgnt, zum Marine-Audtteur ernannt. Dem 2c. Eichbetm ist du: Zwette Auditeursteüe bei der Marine-Station der Nordsee übkrtragen worden.
Jichtamtliéhes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 30. Januar.
Seine Majestät de_r Kaiser und König trafen gestern Abend 8 Uhr in Ktcl ein und wurden am Bahnhof von ?hren Königlichen ?oheiten dem Prinzen HeinriY von Preu en und dem Erbgro herzog von Oldenburg und von einer Hoheit dexn Erbprinzcn von Sachsen:Meiningen begrüßt.
eine Maxestät fuhren alsbald unter den brausenden Hurrah- rufen der zahlreich zusammengeftrömten Bevölkerung und den Sglxttschüssen der im Hafen liegenden Schiffe nach dem Kontglichen Schlosse, wo Allcrhöchstdieselben Wohnung nahmen. eute Mittag 12 Uhr fand daselbst die Taufe des am
27. ovember U. I. geborenen Prinzen Sohnes Ihrer König: lrchen Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin Heinrich statt.
Die vereinigten Ausschüsse des BundeSraths für Zul]- und Stcuexzvesen und für Handel und Verkehr, sowie der Ausschuß fur Zoll: und Steuerwesen hielten heute Sißungen.
'Der Bevollmächti te zum BundeSrath, Königlich württem- bcr tsche Kriegs-Miniter, General der Infanterie Freiherr S oft von Schottcnstcin ist hier angekommen.
Laux telegrayhischer Meldung an das Ober-Kommando der Manne b'eanstchtigt S. M. S. „Bussard“, Kommandant KorvettewKapttan thkler, am 1. Februar von Auckland nach Sydney in See zu gehen.
Sachsen. Sejne Majestät der König hat sich heute früh inco nito zur Best _1igung der Gervcih:Ausstellung nach Berlin beggeben und beab rchtigt, Abends nach Dresden zurückzukehren.
Wie das „Dresdner Journal““. erfährt, wird den be- vorßden 22. Mä von den Miniüerien die cbmückuug der tlrchen Mäx?) e angeordnet und von dem Ministerium des Kultus und Ümlithen Unterrichts den Schulen die Ver- anstaltung entspr endet Schulfeiern anheimgegeben werden. Auch. werden durch das Evangelisch - lutherische Landes- .Konstftorium die ihm unterßellten Geißlichen zu entsprechender Berückfi tigung der Bedeutung des Tages in der Predigt des vorherge enden Sonntags (21. März) angewiesen werden.
Geffen-
Geßern fand in Schloß Rumpen?eim die Taufe der am 6. November v. . geborenen Zwillings öhne Seiner Hoheit des
Friedrich Caxl von Hessen statt. Dre rinzen er ielten die Namen Ph11ipp und Wolfgang Mor ß.
Elsaß-Lothringeu.
Dem LandeSausschuß smd bis jetzt an Vorlagen, außer dem (Hexeßentwurf wegen eftstellung des Landeshaus- hglts-Etats fur 1897/98 nebt Anlagen, zugegangen: eme Uebersicht der Aus_gaben und Einnahmen der Landesverwaltung für 1890 96; die allgemeine Rechnung über „den Landeshaushalt für 1892/93 nebst den dazu gehörtgen Spezialrechnungen und den Bemerkungen des Rechnungshofes des Deutschen Reichs; der Entwurf eines Stempelgeseßes und der Entwurf eines Geseßes, betreffend dle Erhebung von Abgaben behufs Deckung der AuSgaben der Handelskammern.
Deuksthe Kolonien.
' Der Kaiserliche Gouverneur 'von Deutsch:Ostafrika, Oberst thbert tft m Dar:es-Salam emgetroffen und hat die (Ge- schafte des Gouvernements übernommen.
Oefterreich-Ungarn.
Der 'Kaiser begab fich heute, am Sterbetage des
Kr'onprt'nzenNudolph, in dte Kapuziner ruft und verweilte etmge Zett am Sarge des Kronprin en. rachtvolle Kränze wurden vor; der Kronprinzessin: ittme, Erzherzogin S_tephame und anderen Mitgliedern des Kaiser- ltchen Hauses, sowie von" dem deutschen Militär-Attaché, Obersten Grafxn von Hulsen-Hacseler im Namen des Deutschen Katsers niedergelegt. „„ _Der „Bydapester Cgrrespondenz“ zufolge finden die dies- ]ahrtgen KatserzM anover in der Gegend von Totis statt. Als Hauptquartier der Manöver-Oberleitung ist das Schloß des Grafen Estxrhazy in Totis in Ausstcht genommen.
Das ungartsche „Amtsblqtt“ veröffentlicht die Ernennung dex: (Grafen Gustav Majlath zum Koad'utor des Btschofd von Siebenbürgen mit dem Re t der Nach- folge_. Dre _Ernennung geschah, dem un arischen StaatSrccht gemaß, allem duxch den Komg, nicht dur die römische Kurie.
Jm ungartschen Unterhause hielt gestern der Minister des Innern vdn Perczel eine längere Rede, worin er er- klärte, daß dre Vorlagen über die Verstaatlichung der Verwaltung bereits fextiggestellt seien und dem Unterhause in der pächsten erbßsesston zur Berathung zugehen würden. Das lettende Prtnzip des Entwurfs set die Einführung des Ernennungssystems, indeß würden die ETcmente der Selbstverwaltung weitgehende Berückfi tigung finden. Mit Gexmgthuung theilte der Minister mit, aß sich die Standes- regtstxr gut bewährt hätten. Bezüglich der Frage des Agrar- sozialtsmus erklärte der Minister, daß die Regierung keine Vor_lagen über AUSnahmeverfügungcn einzubringen beab- fichttge.
Großbritannien und Irland.
In der gestrigen Sißung des Unterhaufes machte der Staatssekretär für diy: Kolonien Chambsrlain die Mit- theilung, daß er die Premier: Minister sämmtlich er Kolonien zum Jubiläum der Königin eingeladen habe; dteseldcn sollten als Gäste des Landes behandelt werden. Eine Abthexlung, welche die militärischen Streitkrästs der verschiedenen Kolonien vertxcte, werde gleichfalls an der Feiex theilnehmcn. Er suche auch die Bethxiligung einer Vertretung der Kronkolonicn zz: fiebern; bidher jei von Canada, vom Kap und von Natal eme vorläufige Annahme seiner Einladung eingegangen. Der ParlamentszSekretär des Aeußern Cu r 5 on erklärte: der Genever bixde weder du: einzige Währung noch überhaupt eine Währung im ther-Delta, sondern sei nur einer von mehreren Artikeln. welch; von den Eingeborenen in Tausch gcnommen würden. Die Gcncver- steuer s_e1 auf 2,Schilling per Gallone im Schutzgebiet an der Nigerkusie geftetgcrt worden. Eine Gefahr der prohibitivcn Besteuerung liege darin, daß dann der Handel oft von Nachbarländern aufgenommen werde, unter welchen Frankreich und_Deutfchland nicht 516 Ansichten Englands Über die er: wünjchte Stxigerung der Steuer theilton, und daß der Schmuggel m qroßem Maßstabc gefördert werde. Der Prästdent des HandelSamts Ritchie bemerkte, die neuen Re lements zur Verhinderung von Zusammenstößen an dem Mcexe seien a11en Mächten unterbreitet und von allen mat Aus::ahme Vsnezuslas angenommen worden. Er kenne die gegen das Reglement ejl)obenen Ein- wände, _abcr im Hinblick auf die erschöpfende Erwägung der Frage konne man von der Stellung, welche Großbritannien mit
u'stxmmung anderer Mächte eingenommen habe, nicht ab- weichen. Dcr Parlaments-Sckretär des Krichmts Br'odrick erklärte sodann, die Bill, betreffsnd die mili- tärzschen Bauten, bilde einen nicht unwichtigen Theil des allge- metnen ProZramms der nationalen Vcrthcidigunq. Es seien 5500000 ** fd. durch eine Anleihe zu bescha en, wovon 1 120000 Pfd. für Festungswerke bestimmt seien. Viék westliche Hafen sollten befestigt werden, damit die Flottc sich freier bewegen und du: enqlxsche HandelSmarinc gesichert wcrden könne. Ungefähr 3 Millionen Pfund seien erforderlich für Kasernen und roße Lager, 1 150000 Pfd. für Bauten, um London mtt ertßeidixZungSpoßtionen zu - umgeben, und 500000 Pfd. für Manooerp äße. Für leßtere hoffe die Regierung, 60 englische O_uadratmcilen Landes in der Ebene von Salisbury ankaufen zu konnen. Das Haus nahm sodann die Besprechung des Unter- antrags Maclean zu dem Antragc des Staatssekretärs Chamberlain, betreffend die Wiedereinseßun eines Ausschusses zur Untersuchung des Einfal es nach TranSvaal, wieder auf. Zunächst nahm der Staatssekretär fur die Kolonien Chamberlain das Wort und sagte, dem „W. B. B.“ z'ufolße: Die Regierung önne die tage nicht als Eine offene behandeln.
Er wisse, daß das ganze Haus 1) e in Süd-Afrika herrschende Erregt-
Prinzen und hrer Königltchm „yoheix der Prtn essin_
zu mildern und die mudstbaft Wisdo- dn enallsäat und der
MUMM Rasse zu ötdm wünsche. Die Lage der Angel - beiten in Sßd-Afrika sei noch uubefriedi end. Beunmbi de rückte mercbten ihn, alle Tage. weifelloc sei nerhalb der leht'en Monate ezn Wiederaufleben der unruhigen Stim- mung emgetretén. _ Dxe „Lage sei durch die Ges chung der Rxgierung der Sudafnkamscben Repubik nicht ge ert worden. _ Ewige der darin, vorgesehenen Bestimmungen seien zweifellos der Londoner Konventton zuwider. Wenn man deren Anwendung durch- setzen sollte, so würde eine Lage geschaffen werden, welche auf englischer Seite alle Klugheit, Unpartetlicbkeit und Geduld erfordern würde. Was sodann_dte von den Uitlanders geforderten Reformen betreffe, o babe der Prasident Krüger wieder und wieder versprochen, freundli Vorstellungen der britischen Regierung und in achtungovoller Form gebaltene Erfgeben der Mehrheit der Bevölkerung in wobl- wollende Erwggung zu sieben, Aa “ freundlichen Vdrftellun en und. ebrerbixttgen Ansuchen habe es nicht gefehlt, a bis 1th sei dre Erwiderung seitens der RRierung der Südafrikanis en Republik keme entspreehende gewesen. eformen seien verspr en gnd auch in) Volksraad beschloffen worden, aber fie bedeuteten nur em sebr kleines Sjück Weges zu einer BefriediYung der gerechtfertigten Ansuchen der Mehrheit der Bevölkerun . (_,r habe keinen Grund, von der dem anfidenten Krüger gema ten Mittheilun abzugeben, daß kerne Sieber ert fur Frieden oder gute Beziehungen zwis an den de:- schtedxnen Rassen bestehen könne,so1ange nicht eine Abhilfe derBeschwerden dex Uxtlander's e_rretcht wdrdey sei. Der Präüdent Krüßer babe seinerseits mxt Schwiettgketten zu kampsen; er habe möglicherweise Schwierigkeiten bei seian eigenen Volke zu überwinden. England könne nur wünschen, daß Prasident Krüget's Hand erstarke, um das wiederbokt gegebene feste ersprccbz-n dmchzusüdren. Der Präsident Krüger habe wieder- holt gejagt, ferne Pohttk set die, Wunden zu heilen, zu vergessen und zu vergeben, und zlperfelloß sei dies die Politik der Mehrheit in. Transvaa1,' ongexcb aus beiden Seiten extreme Gruppen vor- handen ]em dürften, welcbe gewillt seien, den Zustand der Unruhe aufrecht zu erhalten. Unter dieskn Umständen v?!- lange er, daß dre Untersuchung der Angelegenheit fortgesetzt w_erde, welche“ erstkns eine Untersuchung des Ursprungs und der naheren Umstande des Einfalles in Transvaal sein solle, und zweitens eine Unxersucbung der Verwaltung der Chartered Company. Was derz zwextxn Theil betreffe, so denke er nicht, daß eine Meinungsver- schredenbett darüber bestehe, daß es für das Haus wünschenSwertb sei, im Befiße _aUer Thatsachen zu [ein, welche auf die Art und Weise Bezug battxn, m welcher dte Chartered Company bis je t ihre Verpfitcbtungezt „erfüllt babe. Angeficbts det Gröxe und der Schwrerrgkezt dkr Aufgabe der Chartered Com- pany glaube er, die Chartered Company werde sebr- gtzt aus der Sache hervorgkben, und man wsrde finden. daß die Ent- wtckelung des wetxen Gebietes, welche von der britischen Regierung obne große Anspruchs an die Steunzabler nicht hätte unternommen werden konnen, durch die Gesxllschaft im großen Ganzen mit großem Erfolge ux1d großem_Gememfinn durchgeführt worden sei. Der andere Tbetl der Unte'rxuchung erfordere unzweifelhaft roße Sorgfalt und Umficbx. Dex Etnbruch in Trans'oaal stehe in Beziehung mit de_r Unzufrxedcnbett,_tvelche in Jobannekburg geherrscht habe, und texne Untersuchun uber den Ursprung des Einbruchs würde vol]- standig oder gkrc t sxin, wenn fie nicht auf die Frage der Beschwer- den etygebe und ernmge, inwieweit durch dieselben die Möglichkeit des Eznfalls geschaffen m_otdkn sei. Obgleich er zugebe, da die Untetjucbunq unt Sckxwrerigkeiten verknüpft sein werde, fü le er“ fich verpfltch_tct, auf die Ernennung des Untexsucbungs-Aus- schuss-xs za dxmgen. Alierdings sei weder dem Präsidenten Krüger- noch trgend etnem Außenstehenden in dieser Angelegenheit ein Ver- sprechen gkmacbt wordxn. Das Versprechen sei dem Hause ge» macht worden, und die Regierung könne nicht ohne Bloßstemmg ihrer (Ehre fich von dieyem Vérkvrecben zurückziehen, außer wenn fie durcb allgememe Zusttmmung dessen Ledig gesprochen Wexde. Obgleich dem Ausschuß große Verantwortlicbkeiten auferlegt seien, so glaube er doch, daß d“-r Auéschuß fich völlig im stande zeigen wexde, denselben in einer Wexse gerecht zu Werden, daß die in Süd-Afrika bestehenden erregten Gefinnungen nicht gewehrt, sondem gemildert würden. Er sei nicbdganz unberührt yon der Frage. Er könne die Gerüchte nicbt ignorteren, die während der leßten Monate hinsichtlich seiner Aktion und seiner Politik vor dem Einfall in Umlauf gewesen seien, und wenn irgend ein Unparteiikckoer im Hause oder außerhalb desselben vorhanden sei, der glaube, daß er (Chamberlain) um den Einfall im voraus gewußt habe, obschon er jeden möglichen Schritt, ibn zu ver- hindern und aufzxxhaltcn, nachdem er Erfolgt sei, ethan habe, so habe er den meisten Grund, die Untérsucbunß zu wüns en.
Sir W. Harcourt trat_ den von Chamberlain aUSgkspxochenen Anschayungen km und erklärte, es sei vor aÜenx nothig, den freundltchen Vorstellungen Englands hci dem Prästdepten Krüger dadurch Nachdruck u verleihen, daß Groß: britanmcnd dona 6683 durch die Veranétaltung cincr anz ein:. gcbknden Untersuchung außer chjfel gesteUt werde. ie Vor: nahme der Untersuchung mteressxere nicht bloß die Regierung der Südafrxkanisxben Repudlik, sondern die Gesammtheit der h_olLändischen Vevolkerung Sud-Afrikas; es sei wünschenswerth, dresen_ die Berficherupg zu geben; daß Großbritanxtien bestrebt sci, stch bxtden Maßen ge enüb_er_ gerecht und billig zu ver- halten. Dte Untersuchung kZei nothrg, um der Welt. die Ver: stcherung zu „ach, daß es Englayds Wunsch und Entschluß, sci, anderen Nationen gsgenüber m gerechter Weise zu ver- fahren. Nach weiterer Debatte zog Maclean seinen Unter: antrag zurück, upd der Antrag des Staatssekretärs Chamberlain wurde einstimmrg angenommey, worauf ein Untersuchungs- ausschuß von 15 Mttgliedern emgeseßt wurde.
Frankreich.
Der Verwescr ch rusns en Ministertums des Auswär- wärti en Graf Murawjew tajtete gestern Vormittag dem Minißtcr dcs Auswärtigen Ha_notaux einen Besuch ab und verweilte bei dem Minister bis zum Dexeuncr, welches „um 121/2 Uhr stattfand. Zu demselben hatten das diplomatische Korps und die Minister Einladungen erhalten. Währenddes- Dexeuncts brachte, dem „W. T. B.“ zufol e, der thster des Auswärtigen Hanotaux folgenden Toat auf den Grafen Murawxew aus: .
„I.:; bin überzsugt, meine Herren, das; Sic Alls meine Gefühle tbeilen werden in dem Augenblick, wo ick) das Glas erhebe, um den hervorragenden Staatßmann zu be rüßen und zu beglückwünschen, den ein erhabener Wille eben zu dem mt befördert bat, für Welches er durch seine? seltcne Begabung und die roßen Dienste, welche schon seine bisherige Laufbahn audzcichnetemtbx timmt war. Während Ihres kurzenAufsntbalts unter uns, Herr thster, rdesdciZSic gefühlt haben » ich bin dessen ficher, denn das fühlt man »?ka -, daß Sie alle unsere Sympathikn bc'sißen. Ich zwejfls“"'1É?;,„“-daß Sie, meide
men, steh den aufrichtigen Wünschen anschließen, die ich nu
amen cincr bcfrcundeten Regierung und eines befreundeten Volkes zum Auddruck bringe,_ wenn ich die feste Ueberzeugung ausspreäpe, dgß Graf Murawjew in seinem hohen Amte lange und erfolgreich unt- arbeiten wird an dem Ruhm und der Wohlfahrt der Regixrung Seiner Ma esjät des Kaisers Nikolaus U., an den guten inter- nationalen eziehungen, welche zwischen den Mächten bestehen, u,nd an den ßkmeinsamen Bestrebungen der leßteren zu Gunsten des Friedens und er Menschlichkeit.'
Graf Murawxew erwiderte hierauf; _ „
„Herr Minister! Auf Befehl Seiner Majestat des Kaisers dm ich in dieses schöne, meinem ganzen Vaterlande so jbeuere Fraukretch gekommen und alücklicb gewesen, Jbre Bekanntschaft zu machen und in persönlich? Beziehungen zu Ihnen zu treten, mein lieber Kollege,
wenn Sie nur gestalten wollen, Sie so zu nennen. Ich erhebe mein
* d inder Uebmeuavn k die »“MFM,I§ckUMY . „'i-M* beiden Über:“ be-
1 „ J:“ der Vergangen t'dle fefiefte Bürgschaft des Friedens eu.“ *
„ Um 5 Uhr Nachmittags begab fich Graf Murawxew zur" Verabschiedung zu dem Präsidenten Faure, bet dem er etwa dreiviertel Stunden verweilte. Abends 9 Uhr trat Graf Murawjew die Reise nach Berlin an. ' __
Die Deputirienkaxnm'er genehmtgxe gestern „oszne Debatte. ein zweites provtsortsches Etat-Zwolftel. Bet er weiteren Berathung der Vorlage über die Zuckersteuex be- kämpfte der Berichteräatter Grau den Antrag des'Depunr'ten Jaurés und sagte: dce ZollkommissHon one dze Agtotage mcht ermuthigen, aber zahlreiche Fabrtkanten seten _mfolge der Konkurrenz Deutschlands und Oesterreichs nicht 111 der Lasge, Zucker zu exportieren. Das vorhanden?, Lager_ belaufc 1ch auf etwa 400000 13. Der Antrag wyrde dle Jutereffen der Landwirthe schädigen. Der Deputtrxe JaurSS hlkli seinen Antrag aufrecht und sprach dl'c Hoffnung . aus, die Kammer werde zeigen, daß fie 'mcht die Agtotage ermuthigen wolle. Der Deputirtc N1_bot erklärtx, der_ Antrag würde die Anwendung des cheßes auf em Jahr vertagen, zum Nachtheil der Landwrrthe. Der, An- trag Iaurézs wurde hierauf mtt 252 gegen 241 Sttmmen abgelehnt. Der erste Artikel der Vorlage, m welchem Ausfuhrprämien von 3,504 Fr. bis 4,50 Fr. je nach der'Art des Zuckers festgéseßt werden, wurde angsnommen. An dtesen
rämien nimmt der seit dem 1. September" erzeugte Zuxker t eil. Der Artikel 2, durch welchen dem franzofischenKolomal:
ucker'ein abgestufter Stcuerlaß zugestanden wird, wurde eben- ?aüs angenommen,
Rußland.
Der „Times“ wird aus Odessa gemeldet, daß dre aus sechs Panzerschi en sowie me reren Kanonenbooten und Torpedoboots: er törern bestehen e Schwarzmeer=FloZte zur'Zeit vor ebastopol stationierc. Die Mannschaften setep vollzähli an Bord und zum aktiven Djenst berett. Dre Panzers iffe und Kanonenboote lägen stets unter Dampf.
Portugal.
Um dem im Lande herrschenden Fuktermangel Abbixfx zu schaffen, hat, wie „W. T. V.“ berichtet, der Handels-thster Campos Henriques in der Deputirtenkammex eme Vorlage, betreffend die Aufhebung der Zdll “ebnhreon auf ausländisches Heu, eingebracht und fur reselbe dte Dringlichkeit verlangt.
Belgien.
n der gestrigen Sißung des Senats bemerkte der Miniter für Ackerbau und offxntliche Arheiten de Bru'yn m Beantwortung einer InterpeUanon, daß dte belg1sche Rxgteryng als eine der Ersten Vorsichts_maßregeln gegen ,die Etn- schleppung der Pest getroffen habe. DLL Schtffe_unter- lä en in Antwerpen einer Quarantäne, und dtc Reisenden mußten fich einer Desinfektion unterziehen. Besondere Vor- ßchtsmaßregeln seien für Lumpen und ähnliche Sachen. ge- troffen worden. Der Gesundheitszustand in Belgten set m jeder Hinficht ein ausgezeichneter.
Türkei.
Gestern fand, wie dem' Wiener „Telegraphen-Korrespon- dcnz-Vureau“ aus Konstantinopel berichtet wird, eine Konferenz der Botschafter statt.
*Der Marschall Fuad Pascha hat, demselben Bureau zufolge, die Uebernahme des Postens des Vali von Beyrutk) abgelehnt. - Tefik Pascha, Leiter der Studien an der Kriegsschule, soll in das Ausland geflüchtet sein.
Amerika.
Aus Canton (Ohio) wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß fich der General Alger zur Uebernahme dcs Portefeuiües des Krieges und der Yräsident der „First National-Bank“ in Chicago Lyman I. age zur Uebernahme dcs Postens dcs Sekretärs des Schaßamtes untkr der Verwaltung Mc. Kinlcy's bereit erklärt hätte.
Der Senat hat gestern mit 46 gegen 4 Stimmen eine Bill, betreffend den internationalen Bimetallismus, angenommen. Durch die BJU wird der Präsident ermächtigt, Vertreter zu jeder etwa ftattnndenden internationalen Konferen zu ernennen, welche den aneck hat, ein festes Verhältni Zwischen (Hold und Silber zu sxchern; die Bill ermächtigt ferner en Prästdenten, eine solche Konferenz nach seinem Belieben einzuberufen.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Berichte über die gestrigenSißungen desNeicbs- _tages und des Hauses der Abgeordneten befinden fich m der Ersten Beilage.
- In der heutigen (165) Sißung des Reichstages, welcher der Staatssekretär des Reichs-Postamts ])r. von Stephan beimohnte, seßte das Haus die zweite Berathung des Reichshaushalts-Etats für 1897/98 fort beim Etat der Nei_chs:Post- und Telegraphen-Verwaltung und zwar bctm Gehalt des Staatssekretärs.
Abg. Bumiller ,(Zentr.) beklagt sich darüber, daß an den ge- botenen fatbolisckpen Feiertagen in Hohenzollern, obwohl sie von allen S_eiten, dyn der Geschäftßwe1t und von den Behörden, gehalten wurden, dre Post_ allein ihre Besteüung nicbt einstelle, tro dem die Postboten an diesen Tagen während des Gottesdienstes kenen Er- wachsenen zu Hause träfen.
Staatsskkretär des Reichs-Postamts Dr, von Stephan: Die Sache befindet fich Fm Stadium der Information, die Postwerwaltxmg kann aber_ nicht allem vorgehen, sondern fie muß sich mit der Eijen- babn- und dxn andern Verwaltungen vereinbaren und zwar an der ZesFtlkc-xsstelle m Preußen. Die Verhandlungen sind noch nicht ab- ge 9 en.
Abg. Dr; Föxsxe_r-Negftettkn (Reformp) weist nochmals darauf hin“, daß du Mtl_ttaranrv_arter durch die Nickotanrechnung ihrer Yrobedienstett „geschadigt wurden; das Landgericht habe fich auf die Seite der ilttäranwarter gestellt.
Abg. Fischbeck (fr. Volksp.) bezeächnet die Reform des Post- ?eitungstarifes als drtngend nothwendig. Das Interesse der Kon- un_1enten werde durch eine solche Reform nicht verlest. Aber die Wunsche des Reichsta es würden von der Postverwaltung nicht berück-
chtigt, das bewei e die Petition aus Gerresheim um Herab- eßung der Telephongebübren im Nahverkehr. Die Telegrammzensur komme nicht bloß gegenüber den Sozialdemokraten zur Anwendung,
" den ten mue- AnflösUnganfelrw ProdatZe-b'ö e b.eikke Tix!:
ke Rede gewesen sei. , der Befißer einer Villa in Lichterfelde tro langen Anstrengungen nicht die Anlage emer
enixtlenZköFFen. MftäYests d ich
o a un en m u rage er
P 8 sondern nur an den Unfallverleßtén se dsf leiste, e alle Zahlungen für Heilverfahren u. s. w. zu letsten ver- vfiicbtet ei und auch jahrelang demgemäß gehandelt babe liege bloß an dem Sparsamkeitssy" sollten die 20 .,! für die Postanwet g
Geheimer Ober-Postratb S y d o w 5 hat es fich keineswe s zur Gewohnheit Hauses in den Papi " ist“ nicht nur. gevrufx, bat durcb dte Ermaßigung kreise von 50 ]xpa auf 25 43 ihre , die Unfallentscbädtgung betnfft, so verwabrx ich dte Verwaltng auf das entschiedenfte gegen den Vorwurf des Fiskalisxnus. Wenn m_ der leßten Zeit die Zahlungen, die nicht an den Entschadiayngsberechng'ten oder an seinen Stellvertretrr oder RechtSnachfolger zu leisten find, ntcht durch die Post, sondern durch die Berufsgenoffenscbaften geleistet worden find, so geschah das im Einklang mit den Anschauungen des R Verficberungßamts, wie sie in dem neuesten Handbuch niedergelegt find. Nachdem nun das Reichs-VerficherungSamt neuerdings p'rakttsche Be- denken gegen diese Durchfübrung erhoben hat, so werden 11311: dte Sache noch einmal prüfen. Wenn die BerufßgenoffZnscbasten durch1hre Vertrauens- männer für uns die Zahlungen vorweg leisten, so werden fie durch die Post so bald wir möglich erstattet. _ , sozialen Lasten, die uns auferlegt sind, so gut wje moglich zu tragen. Wir haben gerade die Arbeiter, welcbe wemg Zett baden, nicht lange warten lassen.
An der weiteren Debatte betheiligten sxck) noch die Abgg. Liebermann von S'onneyberg und Werner (Reformp.), sowie die Direktoren mx NetchsWostamt Wittko und Fritzsch. Die von der Komm1sston beantragte acketbesteUung an Sonntaaen wurde
angenommen, ebenso der Schluß des Blattes die AUSgabe für das Postarchiv.
- Bei der am 28. d.
K gegen die Redner führt einen Fall an, in der größten, monate- * lepboneiuricbtung hätte eien ,fxrner daraus entstanden, daß i Berufögenosseuscba mehr an Dritte,
' aber das Die Verufßgenoxsenfchaften ie Reichs-Posiverwaltung Wünsche dieses etition aus Gerresheim sondem auch berücksichtigt worden und ernsprechgebübren im Um- rledigunq gefunden.
orb zu werfen; die
Wir haben uns bemüht, die
Sing e :? (Soz.),
Resolution wegen der
. im zweiten badischen Reichstags-Wahlkreise infolge des Ablebens dcs Fürsten Karl Egon zu Fürstenberg vorgenommenen Ersaßwahl zurxx erhielten der Kandidat der nationallibcralen Paxtex, erz in Furtwangen, 8666 Stimmen, der Kandidat der ZentrumSpartci, Bürgermeister Schülxr tn Edrmgen Auf den soziqldemokrattschen Bewerber, Tischler Krohn in Konstanz, entfxelen 1105 Stimmen. _Es hat dkmnach eine Stichwahl zwischen Dr. Merz und Schuler stattzufinden.
- Die Kommission des Hauses der Abgeordneten zur Vorbératbung des Antrages des Abgeordnetxn Vr. Langerbans auf Annahme eines (Hefe entwurfs, betreffend dre Vervflrchtungen emeinden bezüglich der Bauten und , Pfarr- und Küsteraebäuden, hat sich konstituiert und den Abg. Spahn zum Vorfißcnden. den Abg. von Evnern zum Stellverxreter dss Vorsißenden und dt§_Abgg. Bröse, Graf von Bernstorsf uud Gorke zu Schristsubrern
Reichsta ])1'. 11160.
8063 Stimmen.
der bürgerlichen ' Reparaturen von Kirch
Arbeiterbewegung.
Aus Dresden meldet „W. T. B.“: Die Eifenbabnarbcitxr aus Dresden, Pirna, Bodenbacb und anderen Orten beschlossen m von mehr als 1000 Personen besuchten Versammlung am Donnerstag, eine festere Organisation ins Leben zu rufev'i und Tür die Forderung auf Aufbesserung der Löhne und der ArbertSderbaltniffe
Aus Weißenfels wird der .Köln.„Ztg.“ , geschrieben: Schubmacher-Ausstand dauert fort; dte am Donnersta aufgenommenen Verhandlungen zwischen der Ausstandskommif dem Fabrikantenverein. die fünf Stunden dauerten, [ckienen ersol wurden jedoch schließlich nach der unerwarteten Er_klarung der Ar daß fie an ihren ursprünglichen Forderungen _sestbaltxn, Fabrikanten unter Zurücknahme ihrer Zugestandnisse abgebrochen. (Vgl. Nr. 23 d. Bl.) ' , ' '
Zn Helmstedt bei Braunschwetg sol], wre dte Berlmer „Volks- Ztg." mittbeilt, zu Ostern d. I. der zweite Kongreß deutscher Beraarbeiter abgehalten werden.
Aus dem Rubrkoblenrevier wird demselben Blatt ge- scbtieben: der Vorstand des Vereins christlicher Bergarbeiter im Ober-Bergamtsbezirk Dortmund_ werds wahrend der Tagung des Kongxeffes christlicher Bergarbeiter Deutschlands am Februar in Bochum in einer Resolution eine
31. Januar, 1. und 2. . Dre Fordkrung soll dann durch
Lohnerhöhung von 15 0/9 verlangen. " den Vorstand dem Ober-Bergamt und den ZechenWrwaltungen uber- mittelt werden. .
Der Vorstand der Berliner Bäcker-Jnnung wendet sich in cgen die von den sozialdemokratikcben Bäcker- geseaen zusammengeste ten statistischen Erhebungen über die Arbeits- verbältniffe und bemerkt schließlich, daß in den von den Arbeitern guf den 2. Februar berufenen vier Versammlungen die Innung offizrell nicht vertreten sein werde.
einer Veröffentlichung
(Vgl. Nr. 25 d. Öl,) ' Aus Budapest wird der .Frkf. Ztg.“ telegravbtert, daß der
Arbeiter-Ausstand , ungarischen Staatsbahn zu Anina beendet set" der WM Bstrisb
werde in aUen Werken wieder aufgenommen. (Vg
Bergwerken Oksterreicbisch-
1“. Nr. 18 v. Bl.)
Theater und Musik.
Deutsches Theater.
„John Gabriel Borkman“, Henrik Ibsen“? neues vieraktiges Schauspiel, ging gestem zum ersten Mal in Scene. Der äußere Erfolg war um!) dem zweiten Akte am stärksten, sodaß der Dircktor des Theatets, 1)r. Brabm, im Namen des adwessndcn Dankekworte
beiden le ten Akten anzen aber
ck
auch einige Ziscblautc. Aufführung dLS Wsrkcs cmungxn von statten, dic sonst an dieser Stätte bei Prkntidrkn Jbsen'scber W-xke üblich find. Man folgert daraus mit Unrecht eine aermgere Wirkung des Schaufptels Anficht nach war der Eindruck, den geradediese Schöpfung des nordischensDixhters hervorricf, e_in tiefercr als sonst, weil sie klar und eindrmgltch, obne Mystictsmus un-
Ernste erfüllter Inhalt stimmte die Zuschauer mehr zur Nachdenk- lichkeit, als zu demonstrativen Aeußerungen ihrer Tbeilnabme. Es n dem knappen Rabmxn eines kurzen Berichts der Be- der Verfa er nennt es ein ortes ein Trauer-
Großen und ohne die stürmischen Begleiter
auf das Publikum." Unserer
ist unmögli deutung des erkes gerecht zu werde
Schauspiel, es ist aber im wahren
spiel, die Tragödie eim nedenmszén, eines phantaßeu, der
an nem Wahn zu Grunde ebf. Der Traum von Macht und Glanz "Rei thums bat John abriel Borkman in seiner Jugend erfa ,
„des Go schlummernde Geister" bat er heraufbeschworen und w d fie nimmer wieder los. buen opfert er auch das MDM", das ihn liebt, indem er ihr zu unsten eines Anderen enjsagt, der ihm zur Stelle eines Bankdirektors verhelfen soll, als welcher er seine ms Unbegrenztk schweifenden Pläne verwirkliäpen zu können bofft. Leider rechnet er in seinem Traumleben nicht mit der Wirklichkeit; die Bank bricht durch seine Schuld zusammen und John Gabriel Botkman wandert ins Gefängniß. Nach Vetbü ungd seiner Snafe lebt er ein Einsiedler- leben in dem oberen Stockwchk
ibn geliebt, ihm und seiner Gattin - ihrer Schwester _ zur Ver- fügung stellte: in den Augen seiner Frau und der Welt ein todter Mann, in seiner eigenen Zuverficht aber Einer, dem der Traum doch noch in Erfüllung gehen soll. Hier erst hebt das Drama
es Hauses, Welches das Weib, das
Die nur in seelischen Vorgänaen bestehende Handlung
an. spielt cb eigentlich nur unter diesen Dxeien ab: _ dem unverbe erliéen Phantasien„skiner ihm an etrauten, ibn Wegen reiner Schuld baffenden Gattin und dem Wei e, das er seinem Wahn o fette, deren Liebeslebcn er tödtete, das aber trotz allem noch an ihm bangt. Die beiden Frauen streitkn um den Befi seincs Sohnes Erhard Borkman, von dem fie beide auf ihre Art bo cn, daß er die Familie wieder zu (Ehren brinizen werde, welcher indeffendon binnen stürmt, um ein Leben für NÖ Ju _
swb nun des alten Borkman Schickjal. Der un kwiffe Dran , daß er nach j.:brelangem Warten nun etwas thun un": 6, um die acht zu erlangen, die er erträumt, treibt ihn in die Winternacht hinaus, wo der Tod ibn ereilt. Versöbnt reichen fich über seinem Leichnam die beiden Schwestern, deren Leben er vernichtetk, ,wie zWei Schatten über einem Todtkn“, die Hände. Das ist, nur dürftig angedeutet, der Inhalt dc-s ergreifenden Schau Niels.
eben, und fie einsamxurückläßt. Schnell voÜziebt
Die Aufführung traf im anan die rechte Stimmung und war
auch in den Einzelheiten vorzüalicb. Herr Niffen spielte die Titelroüe in äuße1st_charakteristischer Maske und brachje das Phantastische, Märchenhafte im Wesen Borkman's vortrefflich zur Geltung. Die beiden erwähnten Frauenrollen waren in den Händen der Frau don Pöllniß und des Fräulein Lehmann. Erster? spielte die Ganin mit der unbkugsamen Strenge des Außdrucks,die die Rolle crbeischt; leßtere, obzwar äußerlich etwas zu jung für deren derbärmw Schwestkr, und innerlich nicht immer von jener „erhabenen Seelengröße, die diesem Charakter innewohnt, mit Warmem. rührenden Gefühl. Den Erhard Borkman gab Herr Rittncr recht natürlich ohne besondere Cbaraktc'ristik. In der RoUe eines Kanzleiscbreibers, des einzigen Freundes Borkmand, eines Mgnnes, dsr sicb zum Dichtkr berufen glaubte, niemals aber aus der MUSU des Lebsns beraußkam und sich zu dem einsamen Phantasien hingezogen fühlt, schuf Herr Reinhardt eine scharf umrissene Gestalt. Zn kleinercn Aufgaben be- währtem sich die Damen Sandow Und Staglé.
Lessing-Tbeater. Marcel Pré-vost's Schauspiel.,L-SZ Osmj-Ujgrgsz“,
das in Berlin bereits unter dem Titel .Halb-Tugend“ aufgeführt worden ist, kam gestern Abend dor vollbeseßtemHax-se zur Darstellung. Die Vorsteüung muß zu den weniger interessanten und den wsniger gelungsnen der franzöfischen Geseüschaft gezählt werden. Dem deutschen Gsfühl steht. dgs Thkma ,Halb-Tugend“ zu fern: edle Seelen mit [xtchtferti ('r Lebanweise erjcbeinen uns umvabr, und damit fällt d e ehrliche und tiefere Antbkilnahme der Zuschauer. In der Darsteüung gruppierte sicb akles um Fräulein Marcelle Jossel, welcbe die Row: dcr Maud spielte. Mit sicherer Selbstdeberrsclpung in Ton und Geberde verband ße den
Ausdruck skélischkr Errcguna; aber eins große schauspieleriscbe
Leistung war auch dicsk Maud nickt. _Das kecke Schwesterchen Jacqueline wurde von einem Fräulem HkUer geschickt und
nicht obn€ Grazie wiedergegeben. Jm übrichn trat kein Darstékler durch besondcrcs Können hervor, da die Harken Antoine und Dumézny nur unbedeutende Rollen spielten. Das Niveau der Darstelxung erhob fich also wenig über das Mittelmaß, wenn auch der [Lichte Plauderton der Gesellschaftsscencn_ stets gut getroffen wurde. Die tragischen Schlußscenen wurden ab*:r, bewnders von Herrn Marsay (Maxime). mit einem gstragcnkn, hohlilinaendkn_Patbos gesprochen, durcb welchss der Eindruck der Unnatur nc'cb [verstarkt wurde.
Konzerte.
Der 31. Januar 1797 War der Tap, cm dém der gotjbegnadete Wiener Tondicbter Franz Schubert der Welt Jeschenkt wurde; um die bundertjäbrkge Wiederkehr des Tagks zu feiLrn, fü rte die K ö n i glich e Kapelle an ibrsm gestrigen sechsten Symphonie-Abend nur Werke dieses, in seinem kurzen Leben _ es währte nur 31 Jahre -- so außerordentlich und vielkettig produktiven Komponistkn auf. Die Ouvertüre zu .Rosamunds“ leitkte' die Feier ein nebst dem zweijen Entreakte désselben Zaubersptels. desen reizvolles Thema demjenigen in den 13-611r-Variationen für Klavier ähnlich ausaesponnen ist. Hikk wie in der darauf folgende'n_Z-äar-Symphonie war alles zierlich und finnig außgefübrt; nur mit ssinen Str1chen zc'icbnend, liéß err Kachmsister Felix Weingartnar die Anmutb und Lieblich- keit als Hauptmoment berdoxiretknj, auch bei den lebhaftesten Forte- Stellen das starke Auftragkn vermerdend. In der S-äur-Sympbonie mit ihren großartiJer und schärfsr angeprägten Zügen Wurde auch dem tesercn geisttgen Inhalt volle Rechnung getragen. JEDES einzelne Mitglikd dsr 'Kapkkle führte seinen Part künstlerisch durch.- Die zu [Licher Zcittn der Philharmonie von dem baysrischkn und säÖs't chen Kamm'crsanger HLTM Eugen Gura Veranstaltete Schubert-Feicr war mrt einer Löwe-Feiex, zum Gedächtniß diefes (am 30. November 1796 zu Löbcjün bk'i HaueZC- borenkn) Schöpf8rs der deutschen Ballade, Verbunden. Die Kolosjxl- büsten der beiden Tondickyter ethode?" fich a_uf hoben Pdstamenten Vor dem Konzertvodium. Dex berühmte Sanger hatte für den Abend außer dem ,Wanderer' mstst wenigex bekannte Gesänge von Schubert ausgewählt. Sie gaben ihm mit ihrem Verschiedenen Stimmungs-
ebalt Gelkgenbeit, [eine noch _immer erstqunljcb frischen und
?chöncn natürlichen Mittél wie setnc unverglejchlrchs Gesangskunst glänzend zu entfaltén. Neben der düstercn „Gruppe aus dem Tartaruß' und dem troßigen, dramatischen „Prometheus', eénem skb]: intereffanfen nachgelasscncn Werk, war es namentlich das Lied „Auf dem See“ (nacb Go_etbe), Welches eine große, "nachhaltige Wirkung erzeugte. Von LöweLchen Balladen bot der Sanger außer dc'm ,Erlkönia' , dem „SchaßgräberY , den drsi Balladen dom varenfürsten und der „Mohrenfürstm (nach Freiliratb), die Ychlichte und doch tief erarexfende Komposition des U [and'seben jedes „Der Wirtbin Töchterlein", www zum Schluß die stets besonders effektvollen Balladen vom Prinzen _(Fugcn und Fridcricuz Rax. Dkk endlose Beifall seitens des dichtbsxesten «Hauses veranlaßte den Künstler zu meloxcren Zugaben. Die ge chickte und diskrete Klavierbkgleitung des Herrn Eduard Behm verdisnt noch besondere Ansrkennung. .
Das Schlußkonzert dxs . BöbmisÖcn St_rercbquarxetts ', am Disastag, brachte den voÜen Beweis, daß die Horten Hoffmann, Suk, Nedbal und Wihan langsam aber desto Ücberer die Guyst das Berliner Publikums erobert haben. Der Saal Bechstein erwies fich dem großen Andrange gegenüber als zu klein. Dee an- gskündigte Mitwirkung der Frau Rogcr-Miclos unterblieb, und dadurch hatte auch das U5-6nr-Trio von Schubert seinem 13411011- Quarte'tt weiYen müssen. Es bot durch seine lebendige Wiedergabe, e enso wie Beethoden's Gänr-Quartett einen erfrischenden musikaliscbkn Genuß. Mit der leyten Nummer, dem G-moU-Quartett don Grieg, das in seiner abgeklarten Schönheit stets eigen anmu'tbet, gaben die in der Raichs-Hauptstadt „Hm wiedcr gehörten (Gäste ihrem Cyclus einen würdigen AbjcblußÖ- dem zum Besten der Amerikanischen Kirche in der ilbelm- straße gxgebenen Konzert bot der Saal der bilbarmonle einen interessanten Ueberblick über die große Anga [ der in Berlin sich aufbaltenden Amerikaner._ Dem edlen Zweck batten die .Herren Professoren Joachxm und Barth ihre Kunst
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