1897 / 28 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 02 Feb 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Kant-Ausgabe.

Dec Hany WB 'A desde ' ft1 er! is tz der ukga , das aus der ei “gen int a en- scbaft Kaut's noch Erreichbare vollständig und La uverlKfigem Ab- druck darzubieten, forderte eine Enquöte an aUen teilen, an denen Zandscbriften Kant's noch erwartet werden konnten. Diese Enquöte nunmehr vollfkändig abgeschlossen und hat zu einer entschiedenen Bereicherun des Bestandes von Aufzeichnun en, Briefen und Vor- lefun Snachs riften Kant's geführt. Für ihn». eibilfe bei dieser Arbeit spre wir den Behörden der Prov nzen Oslo und Westpreußen, den deutschen und ausländischen Bibliothekcn und Archiven unseren Dank aus. Auch die rivatpersonen, welche _noch im Befih von Kant be- treffenden Hand christen waren, haben 7aft außnabmßlos diese für die Außgabe zur Verfü una gefieüt; insbesondere haben wir hierfür den Herren Arnim (Roßtock), Braun (Düsseldorf), Diederichs (MitauZ, Kebrbacb (Charlottenvurg)- Lessing (Berlin), Liepmannsohn (Berlin , Link (Charlottenburg), Meinert (Dessau), Nagel (Elbing), Prieger (Bonn), Rosenthal (München), Schultheiß (Köni fein), Spitta

(Berlin) und Frau Professor Glogau (Frankfurt a. .) zu danken.

Da so eine sebr erhebliche Anzahl von VorlesungSnackpscbriften zusammengekommen ist, hat die von Herrn Heinze geleitete Abtheilung 'der Vorlesungen 1.unmebr eine ausreichende: Grundlage erhalten; be- sonderes Interesse unter diesen Nachschriften darf em Exemplar her Vorlesungen über vkvfiscbe Geographie beanspruchen, welcbe Kant :m Semester 1772/73 dem Herzog Friedrich von Holstein-Beck gehalten bat; diese Nachschrift ist mit vielen eigenhändigkn Randbemerkungen Kant's Versehen.

Herr Adickes bat die Bearbeituna derjenigen Abtheiltzng übe;- nommen, wclche die Aufzeichnungen Kant's auf losen Blattern, m Kompendien und Handexemplaren in einer angemeffenen Ordnung vereinigen und zum Druck bringen wird. Die von ihm begonyene Arbeit ist wesentlich durch die daukenßwertbe Erlaubniß der Kaaser- lich russischen Regierung, die Dorpater Handschrtften auf das bequemste .benuZen zu dürfen, erlkicbtert worden. ' ,

n die Kommission ist Herr Erich Schandl emgetreten.

Humboldt-Stiftung.

Bericht des Vorsißenden „des Kuratoriums Herrn Waldeyer.

Zu der oxtseßung der wisenschaftlickpen Bearkexjung des v'on der Plankton- xpkdition gesammklten Matxrials gewahrten Same Majesiät der Kgiser und König einm Benrag von 10000 „zz aus dem Dispositionswnds.

Es smd folgende Bearbeitungen der Sammlung dex Expedition im Jahre 1896 erscbixnen: Simroth Ackvbalen, Martanne Plehn: "Polykladen und H. Lehmann: Appendtcularien.

Herrn Dr. Plate Wurde zu den Kosten einer Reise nach Chile zur rwrscbung der dortigen Landes- und eerxsfauna eine Nach- tragssumme von 1500 ..“ bewilligt. Die wissenschaftliche Bearbeitung

.der Ergebnisse dieser Reise ift in vollem Gange.

Die Herren Dr. Max Verworn in Jena und Dr. W. Moerickx in Freiburg tm Breisgau haben die wiffenschaftlicben Berichte über tbre mit Unterstützung der Humboldt-Stiftung au6gefübrteq Reisen am Rothen Meere bezw. in den chilenischen Anden der Köntgltchen Aka- demie der Wissenschaften eingereicht, und find dieselben in den Si ungsbericbten des abgelaufenen Jahres zum Abdruck gekommen (S Ück )(1-111 und FDL? S. 1161 und Stück )(1-7_)(1-711 S. 1243). Die werthvollen Samnzlungen des HUI 1)"r.'Moericke find mit Gknebmigung des KurawNums d'er Humbo t-Sttftung Her mineralogischen und geolc isch-paläontologtschen Abtheilung des 111€- figen Museums für Natur nde überwiesen worden.

Aus den Mitteln dls verflossenen Jahres „bewilligte dieAkademie der Wissenschaften dem Herrn Gebeimey RegterungS-Nath Profeffor Dr. Anton Dohrn in Neapel zur Emrtchtung und zum Betrieb einer Zoologischen Station auf Ralum in Neu-Pommern die Summe von 3000 „js: Mit dieser Summe sollte vor'allem Pro- fessor Dr. Dahl, der zum Leiter der Station 'ausersehxn' w_ar, _nntsr- stützt werden. Herr Dr. Dahl bat setne Thattgkett m er- folgrsicber Weiss ins Werk geseßt; (Zr hat beretts „mehrere Skn-

"dungen wertHVollkn zoologischen Materials an das htesige Mussum für Naturkunde gelangen lassen und eine Abhandlung. über_die .Ver- breitung der Thiere auf hoher See“ eingeséndet, welcbe rn Stuck ZKFU der Sißungsberichte der Akademie zum Abdruck gebracht :|.

Die für das Jahr 1897 verfügbare Sumxne beläuft fich auf 10 500 „46 Das Kapital der Stiftung hat fich tm Jahre 1896 nicht verändert.

Sawignv-Stiftung. Bericht des Herrn Brunner.

Das Manuskript für den Ergänzungsband der 11618 121360an Ssrmaujaag 11111761'81138518 130110111Sl1318 Z-Jat Herr Dr. Knod zu ;Straßburg im Elsaß kürzlich an dre Akqdemie eingeschickt. _Doch wünfcht er es vor dem Drucke noch zu rev:diexen_ x_md zu ergänzen. Die noch ausstehende Einleitung Verspricbt er bis 1patestons 15. Sep- Ember d. J. nachzuliefern.

Hr. Prof. Dr. Leßmann in Rostock hat am 23. April 1896 seine 'bandfcbriftlichen Kollationen zu den 11ij fsuäorum der Akademie überreicht, damit diese frei darüber dtspontere. Durch die von ihm veröffentlichten Publikationen: (JonIUSOUäjnSI szuäoruw 1892, Das langobardische Lebnxecbt 1896, bat er die Verpflichtungen, die er der Savigny-Stiftung gegenüber in Sachen der [.jbri ksaäorum ein- gegangen war, in vollem Maße erfullt.

Am Wörterbuch dsr klassischen Rechtswiffenschaft ist_ während des verflossenen Jahres weijer carbeitet worden. Ueber Veranderungen in den Personen der Herausge er, duxcb w'elche die von der Komm1sfi9n und den Herausgebern _erlafßene önentltche Ankündigung__(3eitschrtft der Saviganiiftung 7ür echt§gefchichte 17, 366) modmztert wird, finden zur Zeit Verhandlungen statt.

Bopv-Stiftung. Bericht der vorberatbenden Kommission.

ÄZZum 16. Mai 1896, als dcm Jahrestage der Stif'tunBist von dem zur erfüqung stehenden Jabreöertrage von 1895 un etrage vqn 1350 ck die erste Rate, 900 „45, dem Prqf. Dr. S. Lejmann in Heidelberg in Anerkennung der Vollendung semer Biograpbtcs-Bopp's, und die zweite Rate, 450 .,“, dem Privatdozentext 1)r. B. Ltebicb in Breslau zur Fortsevung seiner Arbeiten über mdtscbe Grammatiker zuerkannt worden.

Der JabreSektrag der Stiftung (43000 .“ preu . Konsols zu 49/0) beläuft fich zur Zeit auf 1720 «44, wird aber dm die Konver- tierung auf 1505 .“ bmabgeben.

Graf Loubat-Stiftung. Bericht des Herrn Virchow.

Die Kommission für die Graf Loubat-Stiftung hat im Laufe des Jahres einige Aenderun en des Statuts beantragt. Dieselben sind von der Kön glichen Akademie _ angenomuxen und durch Ministerial-Reskript vonx „21.. Iul:__ genebmtgt worden. An die Stelle der .nordamertkarztfttscbetx' Studien fiqd „amerikanistisebc' getreten" diefe wenden m ' zwet Gxuppen: , dre präkolumbiscbe Alterthums nde von ganz_Amertka und du“ Gescbubte von Nord-Amerika getbeiit. Es werden funft_i§ 9uch Abhandlungen in spanischer Sprache zugelassen werden. Im u ngen bleibt es bei den alten Bestimmungen. _ _ '

Da der erste Texmm fur die PretSvertbeilung der zweiten Gruppe herangerückt war, so batte die KöniglicheAYadxmte unter dem 28. Juni 1894 ein PreiSausscbreiben erlassen. Die emztge infolge dieses Aus- schreibens :ingegangeue Arbeit: die von Dr. Eduard Selex erläuterten „mexikanischen Bilder-Handschriften Alexander's von Humboldt“, bat

Eduard Gerbard-Stiftuua. dium der Guard Gubard-Stkftung für kla sche imIabre1896,wieiudmoweivot bendenIaskrr-x ni aukgeschriek-eu worden; In der Leibniz-Sihhktxße

des laufende," J res kommt danach, dem Statut entsprechend, das tipendimu nut dem vierfachen Jahresbejrage :“ Ausschreibung. Hermann und Elise ge . Heckmann, Wensrl-Stiftung. Das Kuratorium der Hermann und Elise, Leb. Heckmann, «HJ! - Stiftung ba: aus den im laufenden Ja re verfügbaren e für die Bearbeian eines wissenschaftlicbeu Wörterbuchs der älteren deutschen Rechtssprache Fünftaufend Mark und für eine Aussabe der griechischen Kirchenväter bis zur Zeit Con- stantin's ebntausend Mark . . bewi igt und sieht mit den von der Akademie für dies betden Unternehmungen eingesetzten Kymmis onen z. Zt. über Ver:krä e in Verhandlung, durch welche dre vo ständige Durchführung eider, übe; einse lLängere Reibe vpn Jahren zu erstreckenden Arbeiten geregelt“ wer en o Für die Bearbeitung des Wörterbuchs der deutschen Rechts- sprache, welche bereits vor Jahren in der philosophisch-bisiorifchen Klasse der Akademie axgeregt wurde, bat diese in ihrer Si ung am 5. November 1896 eine Kommission eingesetzt, we che fich auf Grund der zugleich erhaltenen Ermächtigung durcb uwabl vervollständigt hat und aus den Herren yon Amira (Mün en), Brunner, Dümmler, Frenßdorff (Göttingen), Gierke (Berlin?, Rich. Schroeder (Heidelberg) und Weinhold besteht. Diese Kommi fion tagte am 3. und 4. Januar 1897 zu Berlin. Sie berietb den Finanzplan und die Vertbeilun der Arbeit, stellte die Grundsätze für die Anlagen des Wörterbuchs'fe 1, welche in geeigneter Weise ver- öffentlicht werden sollen, und einigte sich über eine Instruktion für die Excerptoren. Die wi enschaftlicbe Leitung des Unternehmens und die & tarbeit hat auf ntrag der Kommission Herr Gebeimkr Hofrath :; essor Dr. Richard Schroeder in Heidelberg übernommen. Die Bestellung eines ständigen Mitarbeitkrs, der zugleich als Sekretär des Leiters und als Archivar fungieren soll, Wurße für später in Aussicht genommen. Endlich ist eine vor- läufige Liste von Gelehrten zusammengestellt worden, die zur Ausbeutung ein elner Quellen für die Zwecke des Wörterbuchs aufge- fordert werden Zollern. Für die Aufgabe, .alle Urkunden, Berichte und Schriften des Ur- christenthums und der werdenden katholischen Kirche bis zur ZeitCon- stantin's zu sammeln und in neuen kritischen Auögaben nacb etnem ein- heitlichen Plan zu veröffentlichen“, „bat die pbilosovbisÖ-biftorisM Klaffe bereits am 12. Februar 1891 ezne Kommisfion, bestehend aus den Herren Disks, von Gebhardt (Letyztg),_Harnack, Loofs (Halle) und Mommsen, eingeseßt, welcbe fich mzwnckpen mit Vorarbeiten für das Unternehmen beschäftigt und Harfxbxr in der vorigen Friedricb's- Si ung berichtet bat. Ueber dre xettdem ausgeführten Arbeiten ist Fo endes mitzutöeilen. , Der erste Halbband der _Werke Hippolyt's (heran? gegeben von Herrn Bonwetscb) ist im Druck fxrttg esteUt, derzweiteHalbband (beraußgegeben von Herrn Achelis) ist un at) bis auf die Prolegomena beendet; der erste Band der Werke des Origenes (herajxsgeaeben von Hrn. Koetscbau), die Schrift (18 mark.)“rjo und das Werk 0. (161811111 Buch 1-17 enthaltend, ist ebenfalls voaendet; doch soll mit der Aus abe bis zur Herstellung des zweiten Bandes gewartet werden, da die x13role omena erst nach Abschluß desselben entworfen werden können. * Hr. oil bat die Untersuchung der für die indirekte Ueberlieferung der Kirchenväter wichtigsten Gruppe von Manuskripten, der Zaara ].)nr- 811613, zu Ende geführt. Seine Arbeit ist im Druck erschienen unter dem Titel: K. Hol], die Zaara kara1161a des Johannes DamaScenus. Leipzig 1896 (392 S.). _err Bonrpetsch hat seine Außgabe des Daniel-Kommentars des Hippolyt mxt einer Abhandlung begleitet, die von ihm veröffentlicht worden ist: R. Bopwetscb, Studien zu den Kommentaren Hippolyt's zum Buche Dame] und Hohen Lisde. Leipzig 1897 (86 S.). Die erste Hälfte des zweiten Bandks der alt- cbristltcben Literaturgeschicbte, die Chronologie enthaltend, von Herrn Harnack, ist erschienen (Leipzig 1897). Herr Klostermann bat eine Voruntersucbun zum Jeremias-Kommentar des Origenes fertigge- steUt, die demnachst gedruckt werden wird. . Die Kollationen für Clemens Alexandrina?» wurden von Herrn Stäblin zu Ende gxfübrt; Kollationen für Origenes und Eusebius in Madrid besorgten dre Herren Sternbach und Wünsch. In Vorbereityng find: Justin (Herr von Gebhardt), die apokxvphen neutkstamentlichen „Schriften (Herren Berendts in Dorpat und Von Dobscbüy m Jena), Clemens Alexandrinus (Herr Stäblin in Nürnberg) , Iulius Africanus (Herr Gelzet), die alttkstamentlicben Kommentare des Origenes (Herr Klostermann in Kikl), die neukestamentlichen Kommentare des- selben (Herr Prouscben in Daxmftadt), die bisxorischen Schrifteg des Eusebius 2FHNW! Schwartz m Gießen und Deikel in He1s1ngfors). Die cricbte über die onnwsnka SOXWZUÄÜS 111350er und das KaiserliÖe Archäologische Institut werden später mitgctbeilt, so- bald die Jabreéfiyungen der leitknken Zentral-Direktionkn stattge- funden haben werden.

DUS A wlogiei

Zum Schluß berichtete der Vorsißende über die seit dem leßten Friedrichs-Tage im Januar 1896 in dem Personal- stande der Akademie eingetretenen Aenderungen.

Die Akademie hat durch den Tod verloren die ord entliehen M71- glieder: Heinriä: Von Trcitfcbke 1" 28. April, Ernst Beyrich + 9. Juli, Ernst Curtius +11. Juli und Emil du BoixSF-Reyxnond7c 26. Dezember _ die beiden Leßtgenannten waren langjährige bestandige Sekretare der Königlichen Akademie _; das auswärtige Mitglied der physikalisch- matbematischen Klasse August Kekulé von Stradonis in Bonn + 14. Juli; die korrespondierenden Mitglieder der pbyfikaliscb- mathematischen Klaffe: Adalbert Krux er in Kiel 1," 21. A til, Ludwig Von Seidel in München "1" 13. ugust, Armaxxd-Hivpo vte- Louis Fizeau + 21. September Und Benjamm Apthorp Gould in Cambridge Maff. U. S. A. + 26. Novemher;_ die korrespondierenden Mit lieder der pbilosovbisäp-bittorijcben Klaffe: Giuseppe Fiorelli in om ? 30, Januar, Adolf Merkel in Straszurg i. Els. 1" 30. März, EugSne de Roziére und Vivien de St. artin “f 26. Dezember in Paris.

Neu gewählt wurden z_r_t ordentlichen Mitgliedern der pbyfi- kalisch-matbematischen Klone: J. H_. van't Hoff, s. Z. rofessor der Chemie, Mineralogie und Geologie m Amsterdam 26. ebruar; der pbilosopbisÖ-bistoriscben Klaffe: Reinhold Koser, Pro essor an der Univerfität und Direktor der Königlickoext Staats-Arcbive 12. Juli, und Max Lenz, Profe or an der Universitat 14. Dezember. Zu korre- sv 0 nd ieren d en itgliedetn wurden erwählt in der pbyfikaliscko-matbe- matischen Klasx: Max Noether in Erlangen, Heßnricb Weber in Straßbur 1. is. 13. Februar, Jules-Hknri Pozncaré in Paris, Georg Keumaver in Hamburg 27. Februar, Victor Meyer in Keidelberg 26. März, Wilhelm Konrad Röntge'n in Wurzburg,

arl Wilhelm von Kupffer in München 21. Mar, Ernst Abbe in Jena, Lord Rayleigb in London, William Ramsay in Londoxt, Rudolf Fittig in Straßburg i. Els., , J. Wisltcenus in Leipzig 12. November, und Ernst Ehlers m Göttm en 21. Ja- nuar 1897; in der pbilofopbisch-bistorijcben Klasse: Io 11 Ludwig Leiben; in Kopenhagen, Heinrich Weil m Paris 26. März, und Otto * ibbeck in Leipzig 30. Juli.

Statistik und Volkswirthsehaft.

Arbeiterversicheeung.

Aus Aurich wird escbrieben: Jm Landkreise Emden des Regierungsbezirks macht séch das Bestreben bemerkbar, an Stelle der

Krankenkassen ' Da bu Kreise die Kran *masxpfiicbt durcb M auf die laud- ud forstwirtb Arbeiirr ausgedehnt ift, so isi auch in des! klebmw Lub- gemeinden ' eine ügeude Anzahl von vafitberu UE; Y" Personen vor anden, um lebensfäbiae Kassen

rund der Selbstverwaltung zu errichten. Jo vetfio etwa Viertel re haben die Gemeinden _Pilsum, und nt gemein ame Ortebaukenkaffeu für sammtli gspfl Fl! und verficberun sberecbtigteu Personen eing übrt. ußerd'em ie Errichtung sol er Kaffen von den Gemeindm sum, Manslast und Lo uard beschlossen worden. In anderen Krexsen des Regierungs- bezirks Jud mit derartigen gemeinsamen Ortskrankenkaffen für säumt- licbed VafichMen kleiner Gemeinden bisher gute Erfahrungen gemacht wor en.

Nebenberufliche Thätigkeit in Baden.

_ Troß der gewalti en Zunahme, welche die ahl der Erwerbs- tbatigen von 1882 is 1895 auch im Groß zogtbum Baden erfahren hat, wie in Nr. 27 . [. nachgewiesen wurde, ist ein Bedürfniß nach Nebenerwerb wieder in erheblichem Um- fange festgestellt worden. Die Zahl der Erwerbstbätigen und selbständigen berufslofen Personen, die Nebenberuf (Neben- erwerb) betreiben, ist in Baden von 130821 auf 133771 und die Zahl der Nebenberufsfälle, bei denen auch die nebenberufliche Thätigkeit der Dienftboten und Angehörigen obne Hauptberuf zum Ausdruck kommt, gar von 172 568 auf 207025 gestiegen. Hierbei ist für da? weibliche Geschlecht eine ganz erhebliche Zunahme, für das männliche eine geringe Abnahme zu verzeichnen, wie fich aus folgender Ueberstcht ergiebt. Es wurden ermittelt:

Zu- (+) oder Ab- beFm 1882 1895

nahme (_) _absolut % Erwnbsthätige mit Nebenberuf männlichen Geschlechch 117 807 114 292 _ 3515 _ 3,0 weiblichen . . 13 014 19 479 + 6465

* +49,7

überhaupt . . 130 821 133 771 + 2 950 + 2,3 Fälle yon Nebenberuf *

männlichen Geschlecht 129 781 124119 _ 5 662 _ 4,4

weiblichen . . 42 787 82 906 +40 119 +93,8

überhaupt. 172 568 20? 025 +34 457 +20,0

Von der Gesammfzabl der Hauptberuflich Erwerbstbätigen machten diejenigen mil Nebenberuf 1882: 19,4 %, 1895: 15,3% aus, sodaß relativ eine Abnahme der letztxren eingetreten ist, und zwar bei beiden Geschlechtern, bei den mannlichen Erwwbstbätigen von 24,3 auf 19,6 0/9, bei den Weiblichen von 684 auf 6,59%. Für die einzelnen BerufSabtbeilungen ergeben ßch (olgende Zahlen. Von den Erwerbstbätigen :e. jeder BerufSabtbetlung batten Nebenberuf:

mithin betrug die JVon100Erwerb8- Zn- (+) oder A5- !tbätigen :c. batten _nabme (_) ' Nebenberuf abxolut 0/9 1882 1895 52188 +16 611 +46,7 10,7 14,0 55 238 _11385 _17,1 1 32,6 19,2

in Abthei- lung

absolut 1882 1895

35 577 66 623 15 922

1 951

24 321 _ 1 601 _10,1 32,0 19,0

1 104 _ 847 _43,4 22,2 13,1 5 575 3 799 _ 1 776 _31,9 14,9 7,9 5173 7 12] + 1 948 +37,7 12,5 8,6

zusammen 130 821 133 771 + 2950 + 2,3 Z 19,4 15,3

Von der Gesammtzabl der Enverbstbätigen :c. mit Nebenbqu (133 771) am 14. Juni 1895 batten 99 952 oder 74,7 % solchen als Selbständige xc. und waren 80978 oder 60,5 0/0 in 'der Landwirt!)- schaft, und zwar 61527 oder 46,0 0/0 insbesondere als Selbständige in der Landwirtbscbaft nebenerwerbend tbätig. Im Jahre 1882 betrn die Zahl der leßteren 81240 oder 62,1 0/0 von 130 821 nebenberufli ErWerbstbätigen :c., wonach in dkm 13 jährigxn Zeitrqum bedauer- licher Weise ein ganz bedeutender Rückgang diexer wirtb! ftlich und sozial wichtigen Nebenberufsart bezw. -Ste11ung ftattgefun en bat. Etwas anders gestaltet'fichxas Bild, wenn wir die Vertheilung der Nebenberufsfälle auf 131€ einzelnen Abtheilungen, Gruppen und Arten ins Auge fassen. tn _detxen fie außgeübt werden. Von den Nebenberuféfällen entfiexen namltcb:

!* mithin bejrug die Zu- (+) bezw. Abnahme (_) und zwar bei den männl.0/o weiß!.o/o _ 15,8 + 76,3 +29,6 +116,8 +12,5 +291,3 _ 17,9 + 83,3

auf die Haupt- . abéheilungen 1882

8, . . . 126339 13. . . . 24571 (ck. . . . 16160 1). . . . 816

1095 ) absolut 1393481+13009 346101+10039 264431+10283 1021 + 205 ' 133. 4682 5603 + 921 +17,6 + 36,8 zusammen 172568 207025Z+34457 _- 4,4 + 93,8

Beim Weiblichen Geschlecht hat die Zahl der Nebenberufsfälle in jedkr BerufSabtbeilung zugenommen, ,und War meksx sehr bedeutend ; beim männlichen ist für „4 und ]) erne Abnahme, m 13, () und 14 ebenfalls eine Zunahme zu konstatieren, aber'eine wesentltck) geringere als beim weiblichen Geschlecht. Das verschiedene Verhalten dxr beide:: Geschlechter ist _ ähnlich wie beim Zauptberuf _ zum tberl darauf zurückzuführen, daß eine beträchtliche * nzabl d_er neuen'NZbenberufi- fälle, insbesondere die regelmäßige nebenberxtfltckoe Tbättgkett der Fa- milienangebörigen in der Landwirtbschaft, mYHandwerk, uyd Klem- handel, durch die scharfe Prüfung und foeraltige Beruhttgung des ErbebungSmateriaks gewonnen wurde. Da d e Zahl der Nebenberufs- fälle bei den märmlichen Personen immer noch erheblich b?ber ifi als bei den weiblichen, bat gleichwohl die Gesammtzabl der Falle nur um ein Fünftel zugsnommen.

Im Ganzen ist 1895 die nebenberufliche Tbätierit der badischen Bevölkerung nicht größer gewesen als 1882, vtelme r noch eine kleine relatiVe Abnahme der Fäae zu verzeichnen; Auénabmen ßnden fich nur in den BerufSabtbetlungen () „und 1) (Handel und “Verkehr sowie persönliche Dienstleistungen u'nd nyechfelnde Lobnmbnt). ' Es ist das auch sehr erklärliä), da _ wre wetter osx!) s(bon aachgewaesen wurde _ die erhebliche Zunahme der hauvtherumcb ErwerbStbßtigen in den Abtheilungcn 13 und () und hier, wtßder vorryiegend bet den Unselbständi en erfolgt ist, die hauptsachlich m Fabrthn, Magazxnen und LadengZchäften mit regelmäßiger bestimmter Arbettsdauer tbatig find und denen im allgemeinen keine Zeit zu Nebenerwerb webt bleibt. Von den am 14. Juni 1895 ausgßübten Nebenberufsfällen kommen .allein 133113 oder nahezu zwer Drittel (64,3 0/4) auf Ackerbau und Viebzuchj, 11 164 auj Waaren- und Produktenbandel, 10 356 auf tas Gast- und Schankwtrtbschakkßgewetbe x_tvd 5184 an Forstwirtbschaft und Jagd. Ueber 1000 Nebenberufsfallx finden noch bei folgenden Berufsatten: Grob- (Haß) SÖ-mede (1121), Steümacber, Wagner, Radmacher (1183), Weberei (1661), Holz- zuricbtung uud -Kouservierungck[Sägemüblen1 (1011),_ Schreinerei :e. (1280), Küblerei (1105), Va ecei (3101), Fleischerei und Wurftlecei (2041 , Näherinnen (1032), Schuhmacherei (2426), H9ch-, Eisenbabn-, Str en- und Wasserbau 2209), Maurer 1885). Zimmerer 1013),

rachthbWerk, Güterbeft tier (1469), ntlicher Dixnft a er Art 3375). Weitere Angaben können der Tabelle auf Sekte 28/31 ent- nommen werden. *

für dm Kreis bestehenden subfidiären gemeinsamen Gemeinde-Kranken-

auf Antrag der Kommifston den Preis erhalten.

g für die einzelnen Gemeinden organisierte

zum Deutschen Reichs-U

M 28.

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

27. Sihung vom 1. Februar 1897.

Ueber den Be inn der Sißung ist gestern berichet worden.

Die Debatte Zber .den Aytrag _der Abgg. ang (kauf.) und Gen., betreffend dte Bekampfupg de_r Vtxhseuchen, wird fortgeseßt. ierzu liegt der berens mttgethetlte Abande- runJSantrag des g. Letocha (ZUM) VW "?ck welchem

die Einfuhr russxscher Schweine ausnahmßwetse mz Interesse

der Versorgung des oberschlestschen Judastuebeztrks zuzu- la en ift.

ff Der Nbg, Graf von und.zu Hoensbroech_(Zenlr._) bk- antragt ferner, dem Antrgg Ring als Nr. La hmzuzufugen: daß die Einfuhr von frtschem Fleisch aus den Nrederlanden untersagt wird. _

Abg. Graf von und zu Hoensbroecb: Daß es ficbjner um eine sehr wichtige rage handelt, ergiebt schon die Stanstik des preußischen und deut chen Viebbestandes, in dem eine koloffale Surpme deutschen Nationalvermögens steckt. Die Verbgndlunaen dks Retcbs- tages haben diese Frage nicht erschöpft und geklart. Die Einzel-Land- tage und Einzel-Regterungen haben die Pflicht, ihren Einfluß im Bundesrat!) geltend zu machen. Wir'soUen auch durch diese Ver- handlungen im Auslande nicht den Schetn erregen, als wollten wir an den bestehenden Verträgen rütteln. Der Minister wendet fich da an eine falsche“Adre e. Meine politischen Freunde wollen die Ver- träge mit deutscher brlichkeit und Treue halten, so lange sie bestehen. Es bat den Anschein, als Werden von der Regierung landwirtb- schaftliche und politische Fragen zu sehr vermischt. Ich bedaure das sehr; diese Verquickung hat uns in den Unsegen der Handelsverträge bineingebracht und wirtbschaftliche den politischen Fragen untergkordnet. Wir müssen mit der Zeit die Autonomie in wirtbscbaftlicben Fragen er- langen. Meine Heimatb, die Rheinprovinz, hat an dem Schuß gegen Ruß- land und Oesterreich ebknfalls em Interesse. Ich stimme hier nicht mit meinem FraktionSgenoffen Letocba überein. Fünf Kreise am Niederrhein haben von per Maul- und Klauenseuche in einem Jahr einen Schaden von zwei Millwnen gehabt. Der Schaden für das Deutsche Reich geht in- die Hunderte von Millionen. Dazu kommen der Schaden durch die ve'rpesteten Schweine und die indirekten Schäden. Daraus ergiebt sich dte Notbwendigkei: einer scharfen und durchgreifenden Abwehr. L_Qte Regterung beruft sk auf die Statistik ; unsere Veterinär- arzte find aber nicht zahlrech genug, um alle Fälle schnell genug konstatieren zu können. Die Viebbändler seven alles daran, um verseuchtes Vieh unbemerkt in dm Handel zu bringen. Es fehlt überhaupt an cxakten Forjchungen über die Merkmale der Ver- seuchung. So lange dtese fehlen, muß man die land- läufigen " Merkmalx zn Ratbe ziehen. - Daß die zehntägige Quarantane unb'edmgt genügt, bat die Staatßregierung nicht nachgewiesen. Ste sollte fich deshalb zu einer strengeren Praxis entschließem jo äubio coubra room, sollte es hier beißen, namlich gegen das Ausland. EJ kann nicht bestritten werden, daß die Maul- und Klauenseuche in Danemark in erheblichem Umfange bestebj. Wir am Rhein verlangen einen Schutz gerade für unsere kleinen Bauern, 85 0/0 des ganzen Viebbestandes befindet sich in ihren Händen. Eine schwere Gefahr droht uns aus Holland durch die Einfuhr frischen Fleisches. An der Grenze werden große Quantikäten Viebs nicht bloß von den Holländxrn, sondem auch von deutschen Händlern geschlachtet und über die Grenze gebracht. Gegen die Verseuchungßgefabr hilft nur eine absolute prrre. Es ist erfreulich, daß der Tuberkulose durch die Jmpfmaßregel „vorgebeugt wird. Ick) möchte aber die Re- gierung bitten, daß sie tn Bezug auf die Maul- und Klausnseuche den Brunnen nicht erst dann zudeckt, wenn das Kind bineingefallen ist. Den Händlern sollte eine längkre Quarantäne auferlegt werden, als fie jeßt geübt wird. Wenn die Viebmärkte gesperrt werden, dann Louie diese Maßregel auf den ganzen Bezirk aUSgedebnt werden, sonst

at sie gar keinen_ Zwsck. Möge doch die Regierung endlich voll und

ganz unseren Wümcben entgegenkommen! Wir Landwirtbe treiben den

Kampf um unsere Jntereffen nicht als Sport. Die Régierung ZUK a11es dararz seßen, daß das Vertrauen dsr landwirtbscbaftlickxen

evölkeruna zu tbr fich wieder hebe. .

Die ngg. ])1'. Hahn und Rtng bringen noch folgenden Antrag 'em:

Die königliche Staatßregierung zu ersuchen, unwerzü li eine Spezialkommjsfion von,Landwir_tben. Veterinärärzten und gBékterio- logen zur wtffenschafjltchen ?kststeüung der Inkubationsdauer der Maul- und Klauenseuche zu stufen. _

ß . Minister für Landwirtyschaft 2c. Freiherr von Hammer-

SM:

Meine Herren! Ich habe am Freitag am Schluß meiner Rede darauf hingewiesen, daß ich Veranlassung nehmen würde, so treit nöjbig nachträglich auf Bemerkungen einzugeben, welche Herr Abg. Ring in seinem Vortrag gemacht hat. Ich habe den Vortrag des Herrn Abg. Ring nochmals nachgelesen und beschränke mich auf eine einzige Bemerkung, in der ich mit ihm voUständig einverstandon bin, und zwar auf eine Bemerkung, die auch von Herrn Grafen Hoensbroech beute gemacht wvrden ist. Herr Abg. Ring und Herr Graf Hoens- broecb haben übereinstimmend dargelegt, daß es im Interesse einer wirksameren Handhabung der Veterinärpolizei liegt, unsere Veterinäroeganisation zu verstärken. Darin kann ick) den Herren nur vollständig zustimmen; diesen Standpunkt babe ich schon vor zwei Jahren hier im Abgeordnetenhause vertreten. Ich bin bemüht gewesen, jedes Jahr eine Vermehrung der Veterinär- ärzte, namentlich der Kreis-Tbierärzte, herbeizuführen und die Stellung der Departexpents-Tbierärzte zu verbessern. Auch in diesem Jahre finden Sie Zu d'em Etat wieder einen ähnlichen Vorschlag. Aber allein von nur bangen die Dinge nicht ab; der Herr Finanz-Minister hat mit Nückficht auf die Finanzlage des Staates ein wesentliches Wort mitzusprechen, auch ist fraglich, ob immer die geeigneten Kräfte genügend vorhanden sind. Kurz und gut, in der Sache bin ich mit den Herren einverstanden und werde auch künftig dahin streben, daß dt;) Veterinärorganisation erweitert und verbeffert werdk. (Bravo! re ts.)

, Meine Herren, zu meinem Bedauern ist der Graf von Kaniß nicht hier. Ich bin in der Lage, ihm für feine wohlwollenden Bemerkungen über die Thätigkeit der landwirthschaftlichen Ver- waltung auf veterinärem (Gebiet hiermit meinen Dank auszusprechen. Auf seine handelspolitisäyen Ausführungen werde kch_ persönlich nicht eingehen; aber ici) bin in der Lage, fur das gegenwärtige Jahr, rückfichtlick) dessen Hekrr Graf von Kczniv das Material noch nicht besaß, bochinteressanteö statistisches Material durch den Herrn Regierungs-Kommissar Ihnen nachher MUMM?" zu lassen. Sie werden daraus ersehen, daß in ge-

,Zweite' Beilage

Berlin, DienStag, den 2. Februar

wiffer Weise die strengere Handhabung der Veterinärpolizei auf den Import von auSwärts einen wesentlichen Einfluß geübt bat. Aber ich betone nochmals: Zweck dieser Handhabung der Veterinärpolizei darf niemals sein, den inneren Preis zu steigern; (sebr richtig!) daß aber diese Wirkung unter Umständen eintritt, werden Sie aus den Zahlen ersehen, die Ihnen werden mit- getheilt werden.

Auf die Detailvorfchläge und Anträge des Herrn Grafen Hoensbroecb einzugeben, finde ich keine Veranlaffung; zum großen Theil find sie mir bekannt, fie werden zum thek! erwogen, zum tbeil find 85 Maßnahmen sebr interner Natur, die, glaube ich, in diese allgemeine Debatte nicht bineingebören. In Bezug auf einen Punkt kann ich mich wiederum vollständig mit dem Herrn Grafen Hoensbroech, mij Hcrrn 1)r. Oswalt und den an- deren Harten, die hier gesprochen haben, einverstanden erklären. Darüber bin ich nämlich nicht zweifelhaft, daß, wenn das hohe Haus der Abgeordneten sein Interesse für diese hochwicbtige Frage ausspricht, Wünsche an die StaatSregierung richtet auf Beseitigung der allgemeinen landwirtbscbaftlicben Kalamität, die in dieser Frage zweifellos vorlkkgt, darin eine gewiffe Unterstüsung der StaaTSregierung liegt, und fie nimmt fie durchaus _ das habe ich im vorigen Jahre schon aus- gesprochen _ dankbar entgegen. Sie ist dankbar für alle Anregungen, die auf diesem Gebiete gegebcn werden. Nun muß ich nochmals darauf zurückkommen: die Anregungen müssen auch vorsichtig gehalten werden, denn ste können uns sehr wvbl _ und das ist tbatfächlich der Fall gewesen _ erhebliche Un- bequemlichkeiten nach außen bereiten. (Bewegung rechts.) Ich will nur erwähnen, daß beispielsweise die Eingabe, die der Bund der Landwirtbe an den Herrn Reichskanzler richtete, und mir ab- schriftlicb mitbeilte _ Veranlassung zu Demonstrationen seitens ver- schiedener auswärtiger Staaten gegeben hat, des Inhalts, daß die Eingabe unrichtige Mittheilungen enthalte uud verbreite. (Hört! hört!) Ich will nicht Weiter auf die Sache eingeben, ich Hatte die Unrichtigkeiten schon vorher in der „Berliner Correspondenz“ berichtigt, sowohl, soweit fie sich auf die Darstellung der gejeßlichkn Be- stimmungen bezogen, als auch, soweit unrichtige statistische Angaben darin enthaltkn waren. Es liegt in dieser Mittheilung kein offenfives Vorgehen gegen den Bund der Landwirtbe; ich habe nur Thatsachen mittheilen und darauf hinWeiskn woÜen, daß infolge der Verbreitung der Eingabe durch die Oeffentlichkeit die öffentliche Meinung irre geführt ist.

Nun hat Herr GrafHoensbroecb zwei Bemerkungen gemacht, die mich zu einer Erwiderung nötbigen. Er hat gesagt, der Standpunkt der Landwirtbschaft decke fich nicht mit demjenigen des Vundeßraths, der Reich- und StaatSregierung. Meine Herren, insofern kann ich" dem Herrn Recht geben: rückficbtlich der Mittel, welche zur Be- seitigung der Notblage der Landwirtbschaft von einem Theil der Landwirtbschaft, nicht von allen Landwirthen, gefordert werden, be- steht eine gewiffe divergente Ansicht zwischen großen Theilen der Vertreter der Landwirtbschaft und zwischen dem BundeSratb _ ich erinnere an? die Margarinegeseßgebung _, aucb mit der StaatSregierung _ ich erinnere an den Antrag Kaniß, auch an die Art und Weise der Behandlung der Währungsfrage _, auch mit der Reichsregierung. Aber, meine Herren, in der AÜgemein- beit, wie der Herr Graf diese Aeußerung gemacht hat, muß ich ihr auf das entschiedenste widersprechen; bei jkder Gelegenheit ist zweifellos festgestellt, daß sowohl die Reichs- regierung, wie der Bundesratk), wie die preußisÉe Staatsregierung, auch alle übrigen déutschen Regierungen anerkennen, daß von allen produktiven Gewerben augenblicklich die Landwirtbschaft sich in der schwierigsten Lage befindet, und daß zweifellos die Notb- Wendigkeit vorliegt, auf Mittel und Wege Bedacht zu nehmen, der Landwirtbscbaft in dieser schwierigen Lage zu helfen. Aber ich glaube dock) auch darauf hinweisen zu sollen, daß in den verschiedensten Richtungen _ wie das ja auch ausdrücklich verschiedene Herren bier anerkannt haben _ sehon Hilfe geleistet wird. Wesentliche Maßnahmen auf dem Gebiete der Gefes- gebung und Verwaltung befinden sich im Stadium der Erwägung, sowohl beim Reich wie bei den Einzelstaaten.

Meine Herren, ist denn für die schwierige Lage der Landwirthschaft die Reichs- und die Verwaltung der Einzelstaaten allein verantwortlich zu machen? (Rufe rechts: Gewiß!)

Nein, meine Herren, das ist nicht der “Fall; denn die schwierige Lage der Landwirtbschaft besteht nicht allein in Deutschland. Geben Sie alle übrigen Kulturländer durch. In allen deutschen und fast in allen außerdeutschen Ländern besteht die fast gleiche landwirthschaftlicbe Krisis. Ueber die Mittel zur Abhilfe läßt fich streiten. Ich will noch einen Schritt Weiter gehen. Ich habe niemals ein Hehl daraus gemacht, daß ich ein Gegner der Handelsverträge gewesen bin. (Bravo! rechts.) Ich habe das ja,dei jeder Gelegenheit auSgesprochen, ja, ich habe sogar, ehe ich die Ehre batte, preußischer Minister zu werden, sowohl den Abschluß der Verträge bekämpft, wie gegen deren materiellen Inhalt Bedenken erhoben. (Schr richtig!) Aber, meine Herren, ich babe auch wiederholt auSgefübrt, daß die Ursache der landwirtbschaftlichen Krifis nicht allein im Abschluß diescr Verträge zu suchen sei. Sehen Sie fich Frankreich an, Wo das protektionistische System bis zum Extrem durcbgcfüört wird,dorts1nd die Verhältniss auch nicht viel günstiger, als bei uns.

Nun hat der Herr GrafHot'nsbrocch cine fernere chorkuug gc- macht dahin gehend, es sei fehlerhaft, wie das gcschkbe, wirtbscbaftlicbc und politische Fragen mit einander zu verbinden. Soweit dicse Krijik fich auf die Vergangenheit bczke'bt, könnte" ich ihr vicllcicbt in etwas anderer Art zustimmen. Es ist das iudcfsen, wie ich nuodt'ücklitb betonen muß, mein persönlicher Standpunkt. Mir crscbriut bedenklich, beim Abschluß der Handclövmträgc sich in wirtbsxbaftlixbcr Beziehung so zu binden, wie das geschoben ist. (Sehr richtink radio.) Aber Wenn in der Acuszcrung drs (Hran'n Hocnöbromb ('in “Rotivurj

gegen die gegenwärtige Staatsregierung ausgesprochen sckn so!!, so

nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

_ 1897.

entbehrt derselbe der tbatsächlicben Begründung. Jeb glaube nicht, daß sich die gegenwärtige StaatSregierung augen- blicklich in der Lage befindet, oder seit, Abschluß der Handelsverträge befunden hat, diesen Vorwurf zu verdienen. Jedenfalls hat der Herr Graf Hoensbroecb den Beweis für solchen Vorwurf nicbt angetreten.

Ick habe schon gesagt, daß ich auf die Spezialitäten im Vortrag des Herrn Grafen Hoensbroecb einzugeben nicht gewillt sei; ich glaube auch kaum, daß dafür ein genügender Anlaß vorliegt. Dagegen halte ich mich für verpflichtet, schon jetzt Stellung zu dem Antrag zu nehmen, der den Namen des Herrn Grafen Hoenébroech trägt, nämlich: die Staatsregierung zu ersuchen, die Einfuhr von frischem Fleisch aus den Niederlanden zu untersagen. Meine Herren, das ist ohne weiteres nicht möglich. Ohne eine Unterlage, einen „Grund für diese Maßnahme zu Haben, kann man den Antrag nicht stattgeben. Außerdem würde das auch darauf binauskommen, worauf ich schon am Freitag Hinwies und was auch in Preußen schon zur Sprache gebracht wurde, daß es verkehrt sei, eine divergente Behandlung der aquärtigen Staaten eintreten zu lassen. WoÜten wir der Bewegung in dieser Beziehung folgen, so müßten wir auch alle auswärtigen Staaten, soweit dieselben Ver- bältniffe vorliegen, gleich behandeln. Ich verweise wieder auf eine Mittheilung, die ich wiederholt schon machte. Seit längerer Zeit schWeben Verhandlungen, die Fleischschau im Innern Deutschland so zu organifieren, daß im wesentlichen aUes Fleisch, welches in den freien Verkehr übergeht, mit Rücksicht auf veterinäre und sanitäre Gefahren einer Untersuchung unterworfen werde. (Bewegung.) Zum großen Theil ge- schieht das schon. Ich erinnere an die Trichinenschau, ferner daran, daß in Preußen annähernd 400 öffentliche Schlachthäuser bestebkn, in denen eine obligatorische Fleiscbschau nach sanijären und veterinären Rücksicbten stattfindet. Daneben giebt es bereits große Gebiete in Deutschland, wv alles in den freien Verkehr übergehende Fleisch nach diesen Richtungen untersucht wird, und diese Gebiete dehnen fich auf Anregung der Staatsregierung immer mehr aus. Sobald die Fleischscbau im Jnlande zur Durchführung gelangt ist, sind wir befugt, dieselben Maßnahmen gegen das von auswärjs eingehende Fleich zu ergreifen, mag es her- kommen, von wo es will. Die StaaFSrc-gierung ist gewillt, dann diese Maßnahme zu treffen. Und der Zeitpunkt der Durchführung steht nach meiner persönlichen Auffassung ziemlich nahe bevor.

Jn Anknüpfung hieran tbekle ich mit, daß für einen Theil der holländischen Grenze im Regierungsbezirk Düffeldorf bereits die Ein- fuhr von Schweinefleisch untersagt ist, und zwar, weil der Staats- regierung die thatsäcblichen Unterlagen vorlagen, nach denen sie zu solchem Verbot befugt war. Wir find, solveit zulässig, durch- aus gewillt, die weitgehendsten Schuxzmaßregeln zu treffen. Sie können aber nach meinen oben gemachten Ausführungen und Darlegungen nicht erwartén, daß die Staatsregierung einem aÜgemein gehaltenen Anfrage stattzugeben in der Lage ist. Wenn Sie zugebkn, daß die Staatsregierung, wie Herr Graf Hoensbroech, und auch Herr 1)1'. OLwalt unter dem Beifall auf der rechten Seite des Hauses betont haben, daß fich die StaatSregierung selbstverftändlicb innerhalb der Grenzen der abgeschlossenen Verträge und der Geseßgebung zu halten habe, so müssen Sie auch der Verantwortlichen Staatsregierung die kaugniß einräumen, ihrerseits zu prüfen und zu entscheiden, ob fie fich inner- Halb diefer Grenzen hält. Ich bitte, dem gestellten Antrags Ihre Zustimmung zu versagen.

Zu dem weiteren Antrags der Herren Ring und 1)» Hahn behalte ich mir die Stellungnahme vor, bis derselbe näher begründst ist.

Zu dem Antrag des Abg. Letocha babe ich dis Bemkrkvng zu machen, daß er nach meiner Auffassung bedeutungslos ist. Die StaatSregierung bat durch meinen Mund bereits erklärt, daß ste erst dann gewillt ist, die Schweinezufubr aus Rußland ganz zu sperren, wenn sie die Ulberzcugung gewonnen bat, daß alkgemeine wirthschaftliche Nachtbeile für die oberschlcßscbe Industrie- bevölkerung nicht eintreten werden. Ick babe inkcffen nichts dagkgen, wenn Sie diesen Antrag anm'bmen, aber nothwendig kalte ich den- sclben nicht.

Meine Herren, wollen Sie“, lediglich in der Abfickyt die Regierung zu stärken, wie das ausgeführt ist, dm Antrag Ring ohm" wciXercs annehmen, so habe ich bkrcits die Bsdcnken, die dagegen frrecbm, dargelkgt. Fassen Sie dcn Antrag aber lediglich als die' Akfickt am", wie es namentlich von Herrn Dr. Oswalt ausgcfübkt wyrdcn ist. die Regierung durch dessen Annahme“ bci dcr Ergrcéfung "olcbcr 212.15- nahmen, zu denen sie befugt ist, zu untcrstüxmn s.“ kann mé-ck mit diesem Ziel cinVorstandcn (*tkläre'n.

Zum Schlusse noch einige chkxknnscn, welcbe“ snd an*" Die Ge“- flügclcbolcra im Wsstcn und im Angmcinkn beziebkn. “Fm BIM?“ sind aÜc'rdings einige“ wrnigk, abcr blkoWUZCVKUc Fäüc :*."7. I?.;- schlcppnng vorgekotnnwn. Dic Jnschauungrn dcr landwit119ch4§11xchm Vertretungen und re'r .Hcrrcn Regikrunss-Yräßkkxxch IUZ dxm TMENU baboicb bereits am Freitag dargclch. Ick“ kabc 5612-81! 777-2749 .I.-(591. daß die' Anfichtcn aud" kk" b:“jbcüégtm KMM 555: d:? völlig? Bcseitigung drr ru§"f'1'*chcn und drr ÖFM-HHKÖU Einfuhr au:“sinankcrgcbcn. Omsk MWM :*": :::-.:: :*:7. dringlicher Anna,! Von Landwinbcn .:::s BM OBKBWÖ M- ,:c'gange'n. (Zurnf WMH": Hänklcx.) « ")?-m„ *.*-«'s: :).:xdkxwt'xm. die' n1itEntschicdrnbcit v.*1'1.1:*.,:c::. «*.*-3"; dw" ckck VKURIZWFW rx? (Frwämmgcn im Landw.“.k übks dix GZ:;“o- .::-..“ E*Ééxszzn-W: amd ibn“ *Fntcjcffc'n i'cn':ck*.*:.*1*t7'._:t !PÄIÖM. 2331 :???? :: dx: 13*:*7§;:.cku* dargclcßj, das: sw .111 Tr:“ EMM: MWM GSN.“ 2:1:*1§'7§':'!ck ???*ZY'I'“ ("[Next scikn. um durch die PTÖÜUUN 21:2“ UOMUUÖQWZx-IW: M's. duktc b:“sfcr zn 1*.“.11*UJ*.*§17. *th -T**,-»;::*ché.*,77 *EUR-rk **,. lange eine“ .*.nöxxcdxbrxt? ch§1.5;-_;-.-z;:*.d: 9.13 DM:“ÖZU) ;.“mn wrimröfncn "35611 zu:“ ::T'J'TxSZD-“k. :7-.:;:?»K'--1§ck*ÜU»'1 W.? 771.26 mwmcjxmmrn "*.", ZW.": “61551- EU: 2757!»-

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