Yiehtamtlichez. Deutsches Reich.
Preußén. Berlin, 6. Februar.
Se1ne_ Maxestät der Kaiser und König hörten heute Vormxttag den Vortrag des Chefs des Generalstabes, Generals Grafen bo_n"Schliefsen und arbeiteten sodann mit dem Chef de_s Militarkgbinets, General von Hahnke. Um 12“? Uhr Mittags emp ngen Seine Ma'eflät den „Kaiserlich ruFfi'chen Geheimen. ath tm Miniterium der aus- wartigxn Angelegenheiten_von Martens und um 31/ Uhr Nachmxtfags den Kaiserlich russischen Obersten und lüge!- Adjutanten Nepokottichißky. Von 4 bis 6 Uhr Nachmittags gedachten Senze Majestät der Sißung des Landes-Oekonomte- Kollegiums betziitbghnen und Abends um 7 Uhr einer Ein- ladung des. Minnters für Lan'dwirthschaft, Domänen und Forsten Freiherrn von Hammerstein zum Diner zu entsprechkn.
„ In der am 4. d_ M _unter dem Vorfixz des Vie-Prä- sidenten des Staqts:M1mster1ums, Staatssekretärs des Innern 131". von Boetticher abgehaltenen Plenarsißung des Bun- desraths_ wurde dem Entwurf eines Geseßes, be- treffend die Abänderung von Arbeiterversickzerun kageseßen, fern_er dem Eniwurf _ der Verordnung, etre“ end Be- schrankungen der Einfuhr aus Asien, sowie dem Entwurf der Verordnung, betref-an die Tagegeldcr und Fuhrkosten von _Beamten der erwaltung des Kaiser Wilhelm-Kanalö, 7- die Zustimmung thhkilf. Von einer Nach- wetsun über dl“? den einzelnen Bundesstaaten und - z_um e_r en Mal » den deutschen Schußgebietkn bis Ende 11.3. ub_erwrcsenen Beitäge gn ReichS:Silber=, :Nichel- und Kupfer- mu„nzen wurde Kxnntnytß genommen. Den zuständigen Aus- schuséen wuxden uberwresen: der Entwurf eines Gefeßes für Elsa :Lothrmgen ubex dcn Geschäftsbetrieb der öffentlichen Yoxschußkaffen, -- die Vorlage, betreffend die Abänderung einiger Bestimmqucn der Betriebßordmm für die Haupteisen: bahnen u. s. w.,-,d1eVorlage, betxeffend den cTYluslieferungsvertrag zwxschen dem Re1ch und den Niederlanden - sowie ein An- trag, betreffend die Veseßung einer Rathsßelle bei dem Reichs- gexicht. Außeidezn wuxdß die Wahl eines Mitglieds der Kom- mission fur Arberterstatiftik vorgenommen und über Eingaben Veschluß gefaßt.
Der hiesige Kaiserlich chines1sche Gesandte Shu:Kin : Chen hat s1ch nad!) St. Petersburg begeben, wo er gleichfaYs beglaubigt ist. FU]: die Dabei: seiner Abwesenheit fungiert der Sekretar bei dcr hiesigen inesischen Gesandtschaft
Kinginlhai als interimistischer Ge chäftsträger.
. Der Bevollmächtigte zum Bundesraih, Königlich bayerische Wirkliche abgereist
, Dem Regierungs : Assessor von Rönne ist die inter- imistische Verwaltung des erledigten Landrath-Zamts im Kreise
Geheime Krisgörath Habel ist nach München
Ortelsburg übertragen worden.
annopcr, 5. Februax. Dcr Proyinzial-Landtag nahm in seiner heutigen Sißung zunäch1t den Antrag des _Landraths ])1'. von Bruenneck und Genossen vom 3. Fe- bruar 1897, betreFfend die Abänderung des Gesxßes vom 26. Februar 1877 uber die außerordentliche Wegepflicht in der Provinz Hannover, an. Der Antrag hatte folgenden Wortlaut:
_ .Der Pwvinzial-Landtag rvone beschlixßen: die Königiiche Staats-
Regierung zu Ersuchen, i_m W851? der Gesetzgebung eine Abänderung des Ges? cdbom 26._ Februar 1877, betreffend die außerordentliche Wegkvflt t m dex Provinz Hannober, dabingebsnd herbeizuführen, daß der Eingang dieiks Gyse-YSS folgende Fassung crbäli: „Werken GLMNUÖCWLJL, Landstraßén odkr Provinziai-Chauffeen“.'
Hierauf wurde! die Veratbung des HausbaLLSplans fortgckpßt. Tit. )(111 wurd: angenommsn, ebenso Tit. YF und .)(IT, Tit. )():1 wmde aUSgcscßt. Tit. )()(11 und die folgenden wurdcn ebenfaU-Z bewilligt. Zum Schluß nahm der andtag ohne Debatte nachstehenden Antrag ch Schahrath-Z LichtÖnberg an:
_ , er neunundzwanzigste Hannovcrsche rovinzial-andta at be- ichlosien: zu den Kosten des Baues MXL: Brücko zugrbVer- btndung_ der im Stadtbszirk Harburg und der auf der Jukel Wilhelmsburg bclsgenen Theile der Harburg- Hauiburier Cbauffee cine Beihilfe von 100000 „16, zahlbar in bist abresrateb, zn bewillixien untkr der Bedingung, daß diy. Untkibaltum der Brücke anderweit (obne Betbeiligung der Provinz) subsrqestxlit wird, und unter dsr ferneren Be- d_ingung, daß für die Briicke Brückengeld nur sOWeit zur (Erhebung kommt, wie zur Deckung der Kosicn der Unterhaltung der Brücke notbrVendig ist.“ Der Provinzial- Ausschuß bcantragtx „Der Probinzial-Landtas wolle beschließen, die zuletzt genannt? Bedingung fallen zu laffkn."
Sachfen=Meiuingeu.
'Der Landtag hat einstimmig einen Antrag dcs Nbg. Zeitz iind (Hendssen angenommen, Wklchkr dahin lautet; die Regierupg moge auf den Erlaß einer gesxhlichcn Bestim- mung hinw:rken,_ nach wslchsr die an die NcichHkaffe zu zahlenden Mgtrtkylaxbeitxägc die Ueberwsifungen aus der Reichskaße nicht uberséeigen dürfen.
Oesterreich:Ungarn.
Dcr böhmische Landtag vcrhandelte gestern iiber den Antrag des Abgeordnctcn ])1'. Nuß wcgcn Eröffnung der Debaite i_tber__did lexzte Erklärung der ngicrung, betreffend das Verhaltnis der Deuxschcn und Czkchen. An Stélle des erkrankten Abgeordneten ])1'. Ruß begründcte der Abg. Lippert dyn Antrag; yr besprach die Erklärung der Regierung und fiihrt? aus: die Deniscben seien gexn eibötig, friedliche Ver: haltmsse', herzUstcUen, allein es müffc vorerst der Standpunkt klaxgestxllt werdcn bezüglich des gxschioffencn de'utschcn Sprach- gebxcts. dener hob sodann die Kaisertrcuc und die Loyalität der Dkiitsihen hervor. Dkk Statthaltkr Graf von Conden- hovx eribidcrte, der Weg zum Frieden möge nicht durch Miß- vexsiandniß un“) [)xchgcsteigcrtcs Mißtrauen getrübt werden. DW Negikrungscrkiarung könne nicht so aus-gclegt werden, als dh an der Loyalität des dcutsch-böhmisch-zn Volkes _szwcifelt werde; diese Loyalität sci Über jeden Zweifel er- abe_n. Bezüglich der (Gerüchte iiber eine Sprachenverordnung erklarte der Statthalter, es entsprcche nicht dem Wunsche des
uses, miükürlickze Erfindungen der Blätter zu erörtern. Der
tatthalter erklarte fexner, es_werde nichts unternommen, was in kulturxller oder in nationaler Hinsicht die Deutschen schädigen konne und es werde_ auch weiterhin in solchen ragen n„chts g_eschehen, ohne daß unt den Vertretern beider Nationali- taten Fuhluna gxnommen worden sei. Nachdem no die Abg . Prade und Oplß gesprochen hatten, erklärte der g. Herolgd namens der Czechen, ex fordere Parität in dem gesammten Lande, daruin aber set es keineswegs schwer, einen AUSJleich fertig 'zu brinßen; für zwei Nationen, die mit einander 0 mg nnrthfchaft ich verknüpft, deren Interessen so gleichartig seien, und dt;: a_uf so" glxi r Kulturstu e ständen, sollte es dock) möglichsem,st bezuglich erSpcachxn agezu verständigen. So lange aber_in em ganzen Königreiche beide Sprachen nicht vollkonzmen' gleiche Geltung hätten, könnten die Czcchen kein Zygestandmß machen. Der Frieden könne nur mit dem bohmiscben leke gemacht werden, keine Regierun und fein Statthalier konnten den Frieden machen. Der bg. Graf Buquor ersah aus der Regierung-Zerklärung und dem durch dixselbe hervorgerufenen Eindruck gern das ernste Bestreben, fxtedltche Zustande zu schaffen und aUe Mittel zur Herbei- fiihrung solcher in Betracht zu ziehen. Wie gut die Re- Mrung gethan ' haben würde, ihr Vorgehen mehrere
onate' aufzbschiebezi, bewiesen die gehaltenen Reden; das sei nicht “ xine Atmosphäre , in welcher der AUSJleich zu'ermoglichen sei. Der Außgleick) werde und müsse kommen. Die _Rxde des Abg. Lippert lasse den Eindruck g?- wmnen, daß Wirklich friedliche Neigungen vorhanden seien. V_on dem Augenblick an, wo die Vertreter beider Volks- sjamme das Bestreben zeigen würden, sich verständigen zu mollen,_werde_der Großgrundbefiß fördernd zur SteUe sein. Nach emxr weiteren, Rede des Abg. Vasaty wurde die Ein: seßiing emer_Koxnm1sston zur Berathung über die Regierungs- erflarung einstimmig beschlossen. Diese einstimnnge An- nahme erfolgte, _nachdem der Statthalter Graf von Cdudenhove erklart hatte, der Regierung könne eine ruhige obxsktwe Vxsprechung ihrer Erklärung nur erwünscht sein, nachdeiix die leßtere in der Oeffentlichkeit vielfach eine tendenziose Behandlung erfahren habe. Die Re ierung erwarte insbesondere _ eine Klarfteüung der ?alschen Byhaiiptung, _daß die Erklärung von vorn herein niit einer Partei des Hauses vereinbart worden sei. Die Rc- giexung werde die Zweifel und Bedenken ericdigcn, welche bezuglich des Inhalts der Erklärung laut geworden seien, und werde die Versuche zuxückweisen, die in dcr Oeffentlichkeit viel- fgch gemacht mordensetßn, dem Inhalt der RegierungSerklärung eme den Thaisgchen mcht entsprechende Auslegung zu geben. " Das offizielle Blatt „Osservatore Triestino“ Ukr- offxntltcht ein Schreiben des Statthalters an den Bürger- chtstex von Triest Pixteri, demzufolge das Ministerium dem Nucktrittsgesuch des Burgermeistcrs keine Folge giebt und den- selben auffordext, die Geschäfte im Sinne d;?s städtischen Stqtuts fortzufahren. In Bezug auf dyn DemissionSakt wird darin gesagt, daß, wenn auch der Gemeinderath sich nicht versammeln konne“, die Munizival : Delegation ent- sprcch§nd den' Bestimmun en des städtischen Statuts in Funktio'n bleibe. Dic [tglieder der Munizipaldelegation haben fick), dem „W. TB.“ zufolge, bereit erklärt, ihre amt-
lichen Obliegenheiten weiter aUSzuüben. Infolge dessen wird
auch der Bürgermeister in seinem Amt verbleiben.
Großbritannien und Irland.
' Der Prinz von Wales hat „aus Anlaß des bevorstehenden
Zzibiläizms der Konigin Linkn Aufruf erlaffen, worin Hochstder1_elbe zu Gunsten dsr Hospitäler Londons zur jähr- lichen Bxitrags ahiung von 1 Shilling und darüber auffordert. Man hofft, da jahrlich 100000 bis 150 000 Pfd. Sterk. zu- ammen'kommen wcrdkn. Der Prinz von Wales wird den „oorfiß m der Vexwaltuiig dieses Fonds übernehmen.
In der lchstrigxn Sitzung des Unterhauses crklärtc der Parlgments-Oebretar dcs Acußercn Curzon, daß von dem fxaiizofischbn Und dem, russischxn Konsul an die egyptisck)? Rc- gierung iimlliche Briefe gerichtet nzorden seien, welche an lthere die Anfrage richtctcn, ob 718 eine pckuniäre «Hilfe von Großbritannien Pachgcsxxch: habe oder annehmen werde, und welch? die Ansicht ausdrückten, daß nach dem Wortlaut friiherer Dekrete: ein derartiges G2such vdn der Verwaltung der Staatsschuldenkaffe an alle Mächte hatte gerichtet ivcrden miiffen. Von dieser; BriÉxkn habe keine der beiden Mächte dcr britischcn Regierung it; theilung gemacht. Der Seizdßkanzler Sir Michas? icks Beach beantragt? dibBLWilligung von 798 000 Pfund, urch welch? der Khedtve m den Stand geseßt worden solle, der Yyptischkn Schuldenverwaltung dxn für die Zwecke des lcßten Feldzugks geletsteteuVorschuß zuruckzuzahlen und die Material: kosten des Bahnbaucs von Wadn Haifa nach Abu:Hamed zu bestreiten. Der Schaßkanzler fiihrte, dem „W. T B.“ zii: solgsÉausZ fck ck
i“ie tatä ii en Kostkn dor Expedition beziffsrten ich auf 733 000 Pfd., wqrizi die Kosten für die Wsiterfübrung der Eissnbsahn und d_€r Telearßbbenlmie von Saxas bis Wady Halfa ind dieKosten dcr für die Expedition, abgekauften Kabonsnboote, Wslcbx auch für die Zukunft wcrthvoUe Dianste _leisten würden, inbegriffen scikn. Die beidkn leßtere'n' Punkte nahmen ein Drittkl der Gefammtkosten der Expedition ix) Anspruch. Die Kosten des Feldzuges skien aber auch . m eme_r anxsrcn und wichtigeren Hinsicht gcrinae, wxnn man die erreichten Crgebniffe in Betracht zisbe. Es !kien nur 47 Mann im Gcfscht getödiet worden. 235 Mann etc'n der Cboiera, guderen Krankheitrn über 100 zum Opfsr gefallen. Er glaubs, daf; kcme andere Cxpsdiiion je einen vollständigsten Er- folg gebabt hab?. Die YOU der" Schuldcnkaffe borgsstreckte Summe: vbnkb1k2 500 kund engltjchr Wahrung würde es Egyvten thatsächlich ermoglicht ba en, die „gesammten Kost6n_ der Expkdiiion zu bkstieitcn. Das, Uribeil des gemischten Gerichtshofes babe aber dcr egyptischen Regisrun aufsxlkgt, dkn Vorschuß mit Zinsen zurückzuzahlen, was zu- sawbicn ck an? 528000 Pfund belaiifk. Als das Uitbeil bsi der britischen Regisrung Eingegangen ski, habe die llßxers kéinxn Tax; verloren, um der egyptrschcri Regierung mitzutbcilcn, daß sie EJVPt-sn schadlos halten und beim Parlament die Erftatiung der vor- ge trcckten SUMME beantraqc-n werde. Dis dar:!) da; Urtheii des ge- mischken Gierlch1§bofké1 in ngptm geschaffenk Lage sei von bemerkens- wertber Cigéuart. Tic egpyttscbe Regierung fiébe in finanzicüen An- gklcgcnbetten in de.n_Hauptzugen unxer der Autorität der Großmächte, und diese Automat, wsrde durch die Kommission der Kassen- verwaltung in thtg-Iben'dem Maße aubscübt. Unis: den deri Delsgicrten bei dieser Kommission obliegcpdén Vér- bflichtiixigkn befinde sich auch die, einen gewissen Theil d:s jahrlichen Uebéxscbuffes in Empfang zu ncbmxn imd densslbcn dem Neskxbefonds zu überweisxn, bauptiächlich im Jtherxsse der Obligatione'nbesißer, doch sei die Kommission er- WWE- _von Zen zu Zeit auf Antrag der egyvtifchen Regierung emen &betl des Fonds für außkeordentljckpe Aussaben zu bestimmon. Auf Grund dieser Ermächtigung habe die Mehrheit der Kommijsion
dahin entschieden, daß die Dongola-Expedition unter solchen Avßgabeu
inbegriffen sei. Das mischte GerichtSbos babe bin ein Weil dahin abge xben, da jedes Mitglied der KothMus eu alle übrigen italieder av ellieren und daher das t in den Stand setzen k nne, einen ieren, den die Kommission über eine Großmächten" zn ewiesene Angelegenbxit gefaßt habe. Die Lage scheine beinahe ab urd. Der onds set duxcb die weise Regierung Egypt ,welcbe nach dem Rat Großbritanniens gebandeltbabe, anßesammelt worden und die _egyvjiscbe Regierung habe die Verwendung eines Weils des _ondb fur'die Dyngola-Cxpedition beschlossen. Gr britanniea,wel
ur die Sicherheit Egyptens bsrantwortlicb sei, ba sich dieser 1:- chauung angeschlossen, de_s leichen auch die Mehrheit der Groß.. möchte. Er ner) am e sagen: im n sten Jahre, wenn“ die Frage, der zwei im. emischten Geri tsboke .-vertretenen Mächte _wteder zu “erwägen ein werde, müffe fich ck""éruster- Streit ubxr die Zukunft, die Gewalt und Voümacht des Gerichts- hofes imd uber dte„Frage, ob dem Gerichte gEstattet sein Zolls, eine Autorität zu usurpieren, welche von den Großmächten mit Beda :- einer anderßn Beborde anvertraut worden sei, erheben. Für jeßtba Egybten keine andere Wahl, als den Vorschuß zurückzuzahlen, und Großbritanqien keine andere Wahl, als die Summe Egvvien zu er. Latten. Die Regierung babe_mit der eghptischen Regierung ein Ab: kommen Zeschloffen, wonach, wahrend für den in Egypten ausstehenden Geldvorf uß _Englands 22% Zinsen zu zahlen seien, es den beiden- Regterungendberlassen bleibe, sii) von Zeit zu Z-it darüber zu kintijx, ob die esypnsche R-"gierung im stande sei. das Kapitalmittels dux fubxbarxr upd pgffender Ratenzahlun en zurückzuetftatten. Eine Sicherbetx fur die Ruckzahlung bestehe ni t, und es sei richtig, das; die egyptqche Regiexunq nicht im stande sei, eine technische Sicherheit zu geben. „Aber_wtrkbabei1 das Wort Egyptens, welchem wir dsr- trauen, und wie die Dinge liegen, halten wir Egyvten für occupiert,un3 der Umstand, daß wir zur Leistung dieses Geldvorscbiiffcs durcb kein Verschuldxn oder eine Handlun unsererseits geuötbigt worden sind, wird wghrscbeinltcb un ere Occupation eber verlän- gern, als abkuxzen. Diese Angelegenheit ist seit langem- uber das Gebiet der_ „abstrakten Fragen hinaus, infolge einer'langen Kette von Exeigntssen. Gladstone und seine Amtsgenossen find „tn dix Occupation hmemgetrieben worden, und von enen: Tage gb bis aur dcn_beuttgen ist es Großbritannien, obgleiib egierungen im A"mte gewesen findech führende Mitglieder augenscheinlich das Aufhoien der Occupation wünschten, niemals möglick) gkweseu, in Ehren oder 0an Schaden die Occupation aufzuheben ' Die Haupt- uxsaäze der Verlangerung dcr Oxcupaxion und der Wahrscheinlichkeit einer Viel la::gerxn Occupatioxi, als beim erjtm Eintrit in dieselbe angenommen worden, set, daß Frankreich Großbritannien niemals freie Hand in Egypten gestattsbbabe. (Ladd o_uchre warf bier dazwistben: „Warum sollte Frankretchbnen freteHand _(assen 7“) „Frankreich hat aus freien Stücken a_bgelxbnx, sick) uns anzuschließen, und hat uns die alleinige Verantwort- lichkett fur Egyvtens Sicherheit gelassen. Wir dürfen nun billiger- jpklse, verlanxxn können, freie Hand zu haben. um diese Verantwort- licbkcix zu er allen; aber wir können nicht vxrstehen, wie irgend jemand, der Etyspruch'dagegen erhebt, das; Egyptsn eine halbe Million Pfund von seinem eigenen Ueberschuß Verwenden dürfe für keinen anderen Zweck als dj_e Wixderqexvinnung seiner eigenen Provinz Don ola, sageiai kcznn, daß die *egyptische Regierung fäbiq sei, allein zu ste en.“ Naturlich'sei die Thgtjache, daß der egyptischn Regierun die Ver- wendung thrxs Ubbxrjchuffcs verweigert worden sei, eine wiZtige That- sache, und die' britische Regißrung habe sorgfältig zu erwägen gehabt,. ob fie ein weit-“-rcs Forischiencn in der Politik der legten Jahre gut- heißen sbiie oder ob ihre Politik rückgän ig gemacht werden solle. Die NZZiéJrung babs nienxals berhebit, da sie ein Weiterscbreiten in der glcichxn Richtizng fur !?Otthanig halxe und daß die egvptische Regiexizng ptemals fux gesichert gehalten werden könne, so lange sich eme feindliche chbr mi Nilthal bis hinauf nach Kbartum befinkö. Wynn diese Politik mit Bezug auf (Epyptau für ricbria ebalten wxrbe, so, werde fich England nicht durch Hinderniffe und S wlerig- ki'ttén, wxe_ die Verweigerung des in Rede stehenden Vorscbu es, aus'derseldxn bcraushrmgen laffén. Die Regierung glaube, da shre Politik richii-z ski, und habe Vc'r, dieselbe vo Ötig und _siufemvcise Wthér zu verfolgen, “denn sicherlickj würde Fs _nicht zu, Egyptknd Vortbéil in politischer oder ünanzicller Beztebuya „sem, wenn ihm Mkbk Gebiet zmückgegeben werde. als es ohn? Schmierigkett VWÜlskx! ODU" genügend Vertheidigen könne. Die Rc- gierung habe vor, diese Politik in dcr kommenden Saison vor allem durch den Vorniarsch_nach einbm sebr wichtigen Punkte, nämlich nach Abu Hamed zu vxrsolgen. , Disser folie, !eicbwie der Vormarsch nach Dongola, em egiyvtiscber Vorwürfe?) sein, zunächst nach Abu Hamed, imd danxx Wahrscheinlich weiter. Wie weéx, halte er, nicht fiir richtig zii sagen, aber nach der Meinung er__ Regxkrung PULS. dj_e Hauptaufgabe in der kommenden Gatwik sein: 1) die Stckzcriii'uung dkr Verbindung mit dern bsreits unter der Herxschafi des,.Kdeide stébMdIU sziete und 2) die Er- werbiztig wichtrger stratcgifchcr Punkte, welcha in der Zukunft werth- vql] tkm konnten. Außer dkn 270 000 Pfund, welche für eine leichte Etikiibabn bon Wadi; Haifa nach Abu Hamed gefordert würden, sei Es nicht bc-Jbsichttgt, an dabParlament weitere Forderungsn für Aus- ggben in dieser Angeiegenhetr zu stellen. Die Negikrung glaube, durch die angkgebme Politik und die beantragte Bewiliigung den Wünschen der großen Mehrheit des englischexi Volkes zu entsprechen.
Morley wandte fich hierauf gsgen die Aus ührungen dcs Schaßkaiizlers“, welche von Frankreich und Ru land als eine direktc,außer1tunkluge Heransfoxdcrung bctrachtet werden konnten, und. zu der Frage Anlaß gäben, ob die Absicht Großbritanniens, Egyptcn zu berlaffen, aufrichtig sei. Er (Redner) wisse wohl, daß dgs britische Volk durch die grgen den Wunsch der sich dabei interessicrt glaubenden Mächte auf- recht crhaltenx Veseßunq Egyptens gewinne. Das Er ebniß zeige, daß die Bdrausseßungen der Opposition betre' der Koiien der Expedition und der_ Stimmung Frankreichs gerecht- fertigt gewesen seien. Wie konne Egypten den Vorschuß je zuruckzahlen? Nie zuvorseiGeld gegen eme so geringe Sicherheit vorgeschossen 'tvoxdxn. Warum one die Regierung nicht“ sofort daxm einmilligen, daß Großbritannien die Kosten able? Die chtßrimg habe den denkbar schlechtesten Zeitpunxt für die ExPZdltlot) Zewahlt. Dte gegenwärtige Zcit sei in mehr als einer Hinicht eine Zeit der Sorge. Frankreichs und Rußlands Yrdten gegen dm Yorschuß deute zur Genüge an, dgß deren SUWMYUJ durch die Sprache des Schaßkanzlers mch_)t ,wcrde gxbeUert werden. Der nächste Redner, Sir William Harcourt, tadelte ebenfalls die herausfordernde Sprachedcs Schaßxanzlers gkgen Frankreich und Rußland, in- dem er ste als unheilvoll und gefähiiick] bkzcichnete. Bei den vom Schahkanzler aufgeworfenen Frauen.dürste c-s fich nicht um cmc_ halbe, _sondérn ,um viele Millioncn handeln, falls dix: chlkkUUg sich guf dies? _Frage im Gkistc einer Herausforde- rung der grosen Milijärmächje Europas einla e. Der Parlaments-Sckretär dcs Aeußern Curzon wies hierauf die Behauptung ch Vorredncrs zuriick, daß der Schahkanzlcr eme herausfordcrxidc Spi'qche gkführt habe; Alsdann be- antraqte Knox eme Vermmderung des geforderten Kredits 11311 72000 Pfund Sterliiig. Der Antrag Knox wurde mit 139 Jegen 29 Stimmen verworjen und der für die Dongola: Expe mon geforderte Kredit mit 169 gegen 57 Stimmen an- gcnonmen.
er parlamentarische Ausschuß zur Untersuchung“ des (xznfalles Iamefon's in Transvaal trat gestern Nachmittag zu einer _Sißung zusammen. Jackson wurde. wiederum zum Vorfißenden gewählt. In der nächsten S m] , welche am Dienstag fiatifinden wird, soll über die Ge cha tSordnung berathen werden.
richtet :| d Se to P l l
„ Senat ' e g ern er na r ei). ra eine AnstY: an den Minister des Innern Barthou m Bette meier englislhkn Schiffe, die in riou_l in Quarantäne urü = gx lieu würden, und verlangte, ßdie Quarantäne ver än ert un beschjoffen...werd_e, _hinfort, aus Indien kommende S iffe in franzofischm „Käsen nicht zuÉaffen, wenn fie nicht vollständig reine Patente h tten. "nister des Innern Yarihou erwiderte, es seien alle Maßnahmen getroffen, um fals e Gesundheitöerklärungen mit aller Strenge zu oerl) ndern. Eine gründliche Untersuchung der Reisenden i_md die Desinfektion der .Sa-ndengüter sei nicht nur für Maxseille, sondern für alle franzößschen Häfen abgeordnet. Der Minister stellte es entschieden in Abrede, daß em Pestfall, m Ma eille vorgekommen sei. Ob die Quarantäne für die beiden enqli chen Schi e in Frioul yerlän ert werden solle, werde der Mmistex- rath Leute entscheiden, n er man könne versichert sem, die
Regierung werde nicht zögxrn, schärfere Maßregeln zu ergreifen, _
n olcbe nothwendig eien. wen DLL" Kcmtrcx-Admirals Pottier ist angewiesen worden, so-
bald als möglich mit dem Kreuzer, „Admixal Cbxrzier“ nach Kanea abzugeben. Drei weitere Kriegsschiffe er- hielten ähnliche Befehle.
Rußland.
Der Verwcscr des Ministeriums des Auswärtigen Graf Murawjew ist, wie die „St. Petersburgethq.“ meldet, nach St. Petersburg urückgekch'xt und hat die Leitung des ihm untersieUten Mini eriums wredxr ubernommen. „ _
Der “Chefredakteur des „Re_ terungsbdten“, Wirklicher Staatsraih, Kammerherr Slut?chewski ist, wre, dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet Wird, zum Mitglied dfs Conseils des Ministers des Innern ernannt worden.
Italien.
Der Papst empfing gestern Abend, wie „W. T. B.“ meld.t, den Prinzen Heinrich von Orléans Und sodann den den Prinzen begleitenden Grafen de la Salle m _Audoiené. Der Prinz Linrich von Orlbans stattete später dcm Kardma - Staatssekretar Rampolla emen Besuch ab.
Portugal.
Wie die „Times“ aus Lissabon meldet, hat das Mi- nisterium seine Entlassung _ gegeben. Der „Konig bat dieselbe angenommen und. Luciano de Castro mit der Bildung eines neuen Kabinets beauftragt, in welchem Barros Gomez das PortefeuiUe dcs Aeußern erhalten soll.
Belgien.
Der Senat beriet!) gestern den von der_ Repräsentanten: kammer angenommenen und von dem Justiz-thster Begerem unterstützten Gesehentwurf über die Anwendung der vlämischenSprachc in amtlichen-Bekanntmachungen. Artikel 1, welchcr besagt, daß " der Wortlaut cines (Heéetzes zugleich auch in vlaimfcber Sprache zur Abiimmung im Parlament vorgelxgt werdeii solls, Winde durch einen Unterantrag _Lexeunc' dahin „ abge: ändert, daß die Geseße wie bisher in fraizzofi1cher Sprache zur Abstimmung gelangen sollen, das; aber"eiiie amt- liche Uebertragung ihres Wortlautes in _das Vlatmfchx zu geschehen habe. Der so abgeänderte Artikel wurde Mit 50 gegkn 47 Stimmen angenommen. Das gayze ©2193 wurde darauf mit 51 gegen 23 Stimmen bei 23 Stimmenthaltungen genehmigt.
“ Türkei.
Der „Agence Havas“ wird aus Athen gcmckdci, dgß in Kanca voller Aufruhr hcrrfche. Nach den lcßt'ext Nachmchtep s öffen die Soldaten in der Gcgerzd dex _WalLe auf die C ritten, Die Mohamedaner häitxn die chr1stltch_en_ Stadtthmle in Brand gesteckt; das Feuer drohe den-erzbtschdflichsn Palast und die griechischsn Schulen zu erreichen, mehrere Perwbkn hätten ßch auf die fremden Kriegsschiffe gerettet. - Nach Enikr weitercn Mpescbe dcr „Vlchcs Havas“ von estcrn Abend seien drei Vxertel xder christlichenStadttbeiie in rund gcst-sckt, _ckristliche Familien, welche sich aus die Kri-I-gsschiffc süchten wollten, von den Türken angegriffen und mshrere Pcrfonen dabei geiödtct worden; die Zahl der Opfer werde auf 300 gcschäßt. Gerüchtweise vcrlaurct, die mohaniedanische stölkcrung habe die zum__Schußc der katholischen Kirche und Schule gelandeten franzöiixchen Seeleute angkgriffst). Die fremden Schiffe beaännen, die kretischen (uchilinge nach Milos zu “ befördern; 750 anuen LM" Kinder seien bereits dort angekommen. Einer späterxzi De- psfche zufolge hätten die Konsuln i_n Kanon nch an Bord der Schiffe bcgkben. Die Konsulate sLiLU mit christlichen Familien angefüUt. Aus Rethymon Wird ge- meldet, daß 3000 Mohamedaner den Palast des Gouverneurs belagerten und Aufhebung des Befehls verlangten, welcher _den türkischen Familien untersnge abzurcisen: 'm Heraklcion scheine Ruhe zu herrschen._ . "
Die Agenzia Stefani“ berichtet aus Kanea VIU getiern_: Infolge einer später als unrichtig erkannten Nachricht, daß eme bswaffnete Bande von Mohamedanern m Akrotcrz 27 Posten der Christen getödtex habe, befahl der Valr am Mittwoch Nachts, gcgen dicje Bande vorzugehen. Es verlautet, daß 20 Soldaten getödtet seien. Vor- gestern sol! ein Scharmüßel bci Kanca stattgefunden und bis zum Abend gedauert haben; an mehreren Punktxn sqh man Yammcn emporscblagen. Mchrcre Konsulz) und Balis, die in der ähe des Dorfes Haleppa waren, konnten 11ch mcht nach Kama be eben. Die christliche Bevölkerung von Annen fluchtcie m die ohnungen der Konsuln und später an Bord der Kxiegsschiffe, der Kampf um Kanea hörte des Nachts auf. D!“. Feuersbrunst dauert fort. “Die Kommgndqntxp der britischen, italieniscbkn und frgnzonschen Kris _s1chiffe nnd an Land gegaiigen und bemühen sich, dem Feu-Zr inhalt zu thun und die Flüchtigen zu sammeln.
Griekhenland.
Im Verlauf der chstriaen Sißung der Deputirien- kammer wurde, nach 6 ner Mcldung deb „W.,T. B.“, Lettcns der Regierung mitgetheilt, daß die Kriegxsch1ffe „Hy ra“, “MMW“ und „Miaulis“ sowie drei Tobpedoboote Befehl erhalten hätten, zum Schuhe der drtechrscben Unter? thauen nacb Kanea abzugeben. Der _Deputirte Rall: erklärte im Namen der Opposition, daß diese Lex Regierung ihre Unterstüßung angedeihen [affen werde. Die Sißung wurde Unter begeisterten Beifallsbczeugungen aus dem Saale und von den Tribünen geschlossen. -
Der Miriifter des Aeußern Skuzcs stattete gxstern den Vertrejern der fremden Mächte Besuche ab, um den-
selben über die Entsendung der Kriegsschiffe nach Kama be- ruhigende Aufklärungen zu geben. Serbien.
' Der König Milan ist estern Abend, wie „W. T. B.“ meldet, mit dem Orient- re zuge von Belgrad _nach_Wien abgereist. Der Minister: ä dent Simitsch mird sich am Dienstag behufs Uebergabe seines AbbexufunxJichretbens nach Wien begeben. -- DieLösunJ dcr Ueskuber_ !, chofsfrage ist infolge des Streites zw schen dem Patriarchen und der Synode ms Stocken gerathen.
Parlamentarische Nachrichten.
Der Beri 1 über die _gestrige Siyung des Reichs- tages befindet ich in der Ersten Beilage.
- In der heutigen (169) Si ung des Reichstages, welcher der Reichskanzler Fürst zu,.Zobenlohe, der Sxaats- sekretär des Innern Staats- Mimstcx 191“. von Boetttcher und der Staatssekretär des Auswartigen Amts, „Staaxs- Minister Freiherr v o n M ars ch all beiwobnten, wuxde die zweite Berathung des Reichshaushalts-Etats fur 1897/98 bei dem Etat des Reichskanzlers und, der Reichs- xanzlsei und zwar bei dem „Gehalt desNerehskanzlers“ ortge eßt.
An der Debatte bstheiligten sich bis zum _Schluß des Blattes die Abgg. Rickert (fr. Vgg.) und Liebermann von Sonnenberg(Refor1np.).
- Das Haus der Abgeoxdneterz seßie m _der heutigen (28) Sißung, in welcher der Minister fur Landzmrthschaft 2c. Freiherr von Hammersteixi zugegen war, die Beratbun des Antrages dcr AbggBNing kons.) u. (Gen., betrcsxen die Bekämpfu na der ' iehseu en, ,und der dazu gestellten Antxä edcs Abg.Let"ocha (Zentr.*)(akuqula17ung der Einfuhr russis er Schweine fur das oberschlesische Industriegebixt), der Abgg. „H ab 11 und Rin g (auf unverzügxtcheBildung einer E:?pc'ztal- kommisjion von Landwirtbexi, Veterinararztcn und Bakterioio en ur wissenschaftlichen Feststellung der Inkubationsdauer er
aul: und Klauenseuche) und des «Abg. Grafen von 11in zu Hoensbroeck) Ruf Untersagung der Einfuhr von frtxckxm FL-sisch aus den 5 iederlanden) fort. _ _
Abg. Bachmann (ul.): Cine vierwöchentltcbe Quarantane würde für den westlicken Tbeil Schleswigs eine-r völligcn Absperrung dsr dänischen Viebeinfuhr gleichkommxm, Die Zunabx-ne der Maul- und Klauenseuche stébt in keinem ursachlichen Zusammenhang mtt de_r Einfuhr dänischkn Magervikbs. Ich bitte also, „dem Antrasc', soweit e*r eine vierwbchentliche Quaianiäne Verlangt, keine Foige_zii geben.
Nbg. Gump (fr.kons.): Die Erklärungen des ZNUUÜUS waikn bier im Hause viel wvblwollendrr dem Antrag gegeniibbr"fals die Erklärungen der Regierung im Reickxstxige, wo_ man sich uoc-rbaupt nichl so freundlich zur Landwirtk)scha1t verhalt. Abkr .aiZÖ ddr Staatssckrctär Dr. von Boetticixer bat " anerkannt, daß wir gegkn das Ausland schärfer vorgebßn musien, und dcr_ Land- wirxbscbafts = Minister hat sich hier ans dessen Erklarungcn berufen, aber sbb): bedauerliibcc Weise mckt auf eme Uebkreinsiimmuna mit dem Auswärtigen Ami, das „ist doch sehr inerf- wiirdta. Geießliä) ist die Staats- und Reichsregierunxz berprcbtet, die Viebeinfubr zu verbieten, wenn im Lluslatzde die Sducbe herricht. Die JnkubatioWdabCr ist aberdingbxnw Pokiorfrags, abcr auch der Minister bat zugxgebexi, daß der Ansteckungssioff noch nach mehr als 10 Tagen übertragen werdén kanizx es sind Falle bon mehr als 15 Tagsn nacbgswikscn. WM" der Minister bezwexfklt, ob 4 Wochen genügen wkrden, so habe ichcnichts dagegen, WAW" er die Quarantäne auf 8 Woxbcn ersireck'sn Will. Er sollte also unsers Bkscheidenhsit anerksnnen, wxnn wid nur 4 Wochetz foxdxrn. Dsr Antrag will sowohl für die SSL! wie dre Land- quarantäneanstalten 4 Wochsn féstsxßen, dknii aiif 13121]me Wege das Vicb eingéfübrt wird, ist doch ganz gleixdzultxg. Wenn Osiprsußen seiner Zei! cine vierwöxhtge Quaraigane fn); Skhafk gchabt hätts, wäre es an_'der Erbschleppung „dsr «cache be- n“ „er geblieben. Iii Schlskwig lit UM sii“; dkéi Krkiic die Einfuhr däniicbxu Viech Nöthig zii? YUMUJUNZ, dci Sommertrcxde. xYabcr Kopsnba xn kommt aiich russischx-I VLSH 311 uns. Daß'xteirx- bruch eine Skuchcngefabr für uns btetkt, bgbL ico Fm? geglanbt, denn bsi eiuer Untersuchung der ÖVMZM ijbgii- niffe dur unsérs Abgeorkncten hat sich dx _Vcrdm-bt „bestatigt, daß die Aiipsrrxmg dcr Schweine dort nur aui dsm PJVWT stsht. Die (Einfuhr aus Frankreich ist verdotkn, abcr cs, „find Ausvahwxn
estaiiei, z. B. für die Verproviantierung de's Militärs in MEZ und Biedenbofsn. Wi“: kommt dix Militärbxxwalrunii dazu, ibbkii Proviant aus Frankreich zu beziehen? _ Wir bczahlm doch hier die Stcucrn für das Militär. Die Gansksin'fubr muß schon Jus sanitären Gründenbcrbotenwkrdxn. Für denPidts, zu we']ch€m russijcbe Gänse an kék ernze zn haben sind, bon 1,80-2 7-6; kanii dsr kleine Bauer nicht liefern. Bsi dkm Gänsctxansport wird cms Tbier- quälcrei getriebkn, die an |ck schon verbotexx wcrden MÜ tc'. ErfreulicherWsise haben sich dis Landwirtbschastskqmmcrn für (25 erbot der Gänske'infuhr aitsgcsprochen. Adab di? Kmiimer in gegen da:“; absolute Verbot getvkscn, Weil sie gkwiffc Außnahmxn zugelassen“ baden Wollte. Man kann sich nicht lediglich auf den Standpunkt'des Konsumenten stehen, der billige Prxise bxben will. Soll dsr Visbzüchtc-r alisin dcn Schaden der Skuchen tragen? Der Konsument muß ibn schlikßiicb mit bezahlen, wie derStaat aucb groß: Sumwcn für die Bc- kämpfung der Reblzus herasbßn muß. Obkrschlbsicn bedarf keiner bksdndercn Ausiiahmxé, die Löhne sind dort nicht Lr) ungünstig, daß man besonders biliigxs Schweinéflc-Ucb _ans „Kußiand berein- lafffn müßte. Zudsm find di? Schiveinéflciycbpreife in Obmscblkfii-n auch obne die (Einfuhr schon nikdriger als in ÜUÖLWU Provinze-n. Där Abg. Ring hat durchaus kein Unrscbt gäban, wenn cc si-ibst ein(n Thieiarzt zur Untersucbung in das Ausland cntsandie. Schon früher habcn Abgeordnete sklbst die Verbäliniffk in Sikinbruch uiitersucht und festgestellt, daß dix offizic-[len Angabm über die SLUÖM- freiheit falsch warcn. Wynn man sich da ('kst bei dig au1t1ichkn Stellen meldct, eifc'ibrt man nicht dre? Wabrhcit. DiaSiaffcltarife wäien nur eine zwkckcntsprc'äßende Maßrcsiei, wenn sich in Ober- schlefix'n die Préise noch eiböben sc-Uién. Dix Laiidwixtbsckxaftékammcrn soütkn ihrerseits Thicrärzte zur Uchrwachung der Schlachibäuscr und Viebmärfie austeilen; das wäre noch zwickmaßigcc als dix? Bsauificbti- gung der Vörsk. Zu eim-r Sperrung dsr chnzx auch gcgkn Oester- reich ist die Regierung nicht nur bbrechtigi, so::dkrn auch der- Pfiichtet; für Schafe besteht das Einiuhkbérbot berSits zu Re'chf. Allerdings haben wir dieSeuche bei _uns nicht nur durch dis Einiubr; aber daß disse dabei mitwirkt, beweijcn die Provinzen, die keine Ein- fuhr haben und fast gänzlich scuchsnfrei sind.. _Jch bin gcgkn den Antrag Hwknsbrokcb, denn wsnn man die Einfuhr _bon Schiachtvwh wegen der unerhörten Verhältniss an der boÜandisächi Grenze verbisiet, muß man auch die' Einfuhr frrfchcn Fleinfckpc's verhindern. Das Inland behandelt man bei uns dispariiatisch gcgcnübcr dem Ausland. Das Verbot der Einfnbr von Schweinkfleifch aus Amerika in den achtziger Jahren hat die' Régierung iiicht für unge- seßlich gehalten, und seitdem sind die Gcsxße nicht geandert worden. Zu Erleichterungen für den Grcnzverkebr, wre siejest in sehr umfassen- der Weise bestehen, ist keine Veranlaffung, der Grenzveikehr muß anders geregelt werden. Unser Landwirtb muß große Lastsn für die Sanie-
Königdberg ist nur
rung seines Viehs traten und cm findet es hart, wenn alle seine Miihe vergeblich iii, weil die suchen vom Ausland herein-
gekaffen werden. Daß der Rotbsiand der Landwirtbscbaft eiu inter- nationaler ift, bcftreite ich dem Minifter. Man muß die roduktions- kosten vergleichen, und die Landwirtbschaft keines Landes at so mW Lasten für Aimenpflege, Schulen, Unfallvetsicberuna, Altersversi runß :e. wie bei uns. Wir müssen nationale Politik treiben, wie wir sie is _1879 getrieben haben. , _ ,
Hierauf mmmt der Minister für Landwxrthschaft 2c. Yeiherr von Hammexstein das Wort, desen Rede am ontag im Wortlaut wredergegeben werden wurd.
Arbeiterbewegung.
Aus Hamburg wird dem .Wolff'scben Bureau“ zum Aus- ftande der Hafenarbeiter berichtet: Die Anmustsrxmg der See- leute deckt eßt täglich das vorhandkne Bedürfniß. Kurzlicb wurde das ganze „lusstandkcomitb angemustert. Der Ausstand der Seeleute wird also wohl nur deshalb nicht .osfizieÜ' für beendet erklärt, weil kein Comité vorhanden ist. Die Fiktion eines Ausüandes im Hafen wird in den Versammlungen dsr Arbeitsunwilligen von den Fübrem noch immsr aufrecht erba'lten; troydem „mehren sich auch in den Kreisen der Arbeiter die Anzetcbcn, daß fie wieder arbeiten woÜen. Gleichwvbl wurde ii) der gestrigen Vkrsarximlung der Schauer- leuje die Behauptung aufgestellt, daß kkine Vcrandsrung i_n der Lage des Ausstanch eingetreten sei, und daß nur Wenige Aukstandige wie- der zur Arbeit zurückkehrtßn. V:“n eincm dener Wurde die That- sache mitgetheilt, das; hinter dem Rücken der Allgemeinheit einzslne Ausständige_ Vérsammlungen abhielten, um über eine gesonderte Wiederaufnahme der Arbeit zu bcratben. Der Redner tadeltr: dieses Vorgehen in scharfsn Wortsn. Auch wurde b-Zkannt, daß die früher im Siauereibetriebc von Sirauß u. Co. beschäftigten Lcute beschlossen bättsn, sich bei ihrkm früheren Arbeitgeber am Mcntag wieder zur Arbsit zu meld-Zn. Auch die früher im Stimmi- bstrixbe be:?“cbäftiqt gewsssnxn Arbeiter fcüe'n dkabsiibiigen, heute Abend eine Vérfammlunq abzuhalten, in welcher darüber berathen werden soll. ob man dix Arbeit wisder aufnebmsn wolle.
Aus Weißéufels wird der Berlin?)“ .Volkö-Ztg.“ zum Aus-
stande der Arbeiter der Schubfabrtken gyfchrieben: Der An?- stand in den Fabrikxn der Schuhinduftrie nimmt langsam ab. Tä = lich m:“brt sich di? Zahl dsr Arbkitendcn und dsr Fabriken, wel den Betrieb wieder aufn€bmkn. Gesterxi arbeiteten bereits, wieder 1128 Persoxicu, unter denkn sich aÜerdmgs zahlreiche Neulinge ke- findcn, (Vgl. Nr. 30 d. Bl? ' . In Barmen und Cas el babkn, cincr Mtttbe;lung des „Vor- wäxts“ zufolge, die Tischler beschloffcn, in eius Lobnbewegung ein- zutrete'n. In VCLMTLU wird Verlangt: neunstündige Arbeit8z_eit unter Bsibcbaitung des j-xxizt üblichen Wochknldbnx; und 10 0/0 Aufkcblag bei Stunden- und zIZc-cordciibe'it, 25 0/0 Ausschlag für Ukberstunden, Sonntags- und FciertagSarbsiien u. s. w. Jn Caffkl wird u. a. gk- focdsrt: Neunstundentag, Miximallohn bon 18 «16, Abjchaffung dsr Accordarbeik. _
Hier in Bsrlin iii nacb demselbcn Blait dcr Außstand der Mechaniker und Ubrmacher bei dsr Gxsellschasx „Fabrprexs-Anzeign' beigelkzt worden. (Vgl. Nr. 2?- „d. Bl.) _ ,
In brich Haben, wie der Berner „Band“ meldet, die Kamin- feJer-ge ilfen bsschloffcn, in den Ausstand zu treten.
Aus St. Petersburg Mkidét „W, T. B.“: Alsiin dcr ersien Hälfte des Januar den bereiis ausständigen Arbeitern dreier biCfiJLk Fabrikcn sich auch die Arbéiier sechs großkr Spinnereien in und um St. Petersburg aiischlsffen und bcbördlich fxstgestelit wnrdk, daß dcr «Ügemcine Ausstand aller Fabrikarbeiter vöilig geplant und borbsreitet War, bkeilte man sich von zuständiger Seite, dem Ausbruch dLSsllßLn durch An- schläge? in den Fabriksn vorzubeugen, [aut wclchxn dcxi Arbeijcrn amtlich mitgstbeilt wurde, da ein Geseßentwurf übsr dle quelung dc'r Arbsitszeit sofoxt an dkn ““Teicbsratl) gslmmrn und voraussichtlich schon im Avril in Krchi trcisn werds. anwischen_ fkyten die meisten Jrößcreri Spi-nxxrcéicn freiwillig u::icr giééchzkitxgär Entsprechcbder Lohnerhöhung die Arbeitszöit aus 10Z Stunden fest. FÜr den Augknblick haben fick) die Arbeiter mit dieser Beilegung dcr Stxeitfragcn cin- Nrstaudeii eiflärt und die Arbsit allkrorjs Wifdkk aufgenommén, haben ,jedoch zugleich dis Erwartunz ausgksprbchsn, daß bis zum April di: Lndgültige Régiluxxg dcr Arbkitszsit siatfgßfiinden haben wsrde. Der Finanz-Ministkr hat nun einen dieöbsziixiiichn (Heséßentwurf fkksig- gcsteilt, Wklchkr dcm RCichSrath in dsn nachstkn Tagen zugeben wixd._
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Kunst und Wissenschaft.
Die Katakomben dss Domks zu Magdeburg.
Uiitc'r Leitung dcs Baura1bs Angxlrotb haben auf private Kosten zu (Ende borigkn Jahres im Chor dss Maxidcburgkr Domes Nach- forschungen siaxjgsfundcn, m;; fxstzusieüén, ob, wie ua;!) alten Nach- richten zu bermutch, dort nb „eine dem altsn Dome zuzu- scbrsibsnde Krypta Vorhan:€n sci. Hierbéi w::rke zunächst das Grab WI 1367 bestatistcn Erzbischdi-I Dietrich aufzzkdcckt. Der Zuganß wurd: nach borbandenxn Urkunden kaiQLqut. Nach Rufname zwsisr mit Ringkn bkrsebenen Steinplatten obne Inschrift oder sonstig-J Bezeichnung fand man cin anschcincnd unbsrührtes, aus Stsinplalten bestedendss Grab, in dem dsr ini Skklktt wvblc-rhaliané Lcichnam eincs Bischofs im Orxiat lag, Dis LciÖc war mii cinerm jetzt roibbraxinm seidenen (Gaivonde angsthan. dic Füße warkii mit sPiHlk1_SchnÜk!chU1)M bekleidkt. Der Bcstattct-x trug eine Mitra aus Gdlcbwcaf, und an sonstigeix Beigaben fanden fiel) ('in siibörner, mit Patina übeidkcki-xr K:“l-„h, zwei GeWandsckplikszcn mit radactigcm Muster und dem Lamme Goités sowic Rbstc Links goiddurchwirkten, vieücicbi dkm Pallium aitgkbörigen B*Ikédks. Anf dcr Brust dsr L€iche lag ('in Bleit-äfekchm, Welches den Namcn Tkrkodc'xicus Arckoiepiscopub mit Sicherheit c't- ksnnen [icß Dikskr Kirch-anürsi, der sich in icinkm T-stamcnt als Verwandtér deb Hauptttianns Nicolaus xm“. Bißmakck, dss Bkgründars dicses Geschl€chi§, bezsichnet, ist_ für die Gsscbicbte dks Ekzßifss als aus;;Lzeichxet-Zr ngsnx und für die W Domss deshalb Von bsjondcrem Interesse, weil u:“:tkr ithim Jabra 1363 der Dom mit großem karängc gcrveiht wnrde. achdem die Bcigabcn abg-xzcicbuet bkzw. Pbotdgrapbikrt und dann wieder in daI Grab (;clkgt worden waren, Wurde dasselbe unter Zuziebuwg d;r bci der Eiöffnung zugcgcn gs- wcksen€n Domgeistlickskett Wildi?! geichiossen.
Die wci'crsn Nachsrnbungkn, die, untsr dem Haxibtaitcir be- innknd, skb nach dym (Grabe KaisLU Otto's]. zu erstreckten, er- Lolgten größtcnthcils unti-"rirdisch durcb Minicrgange, welch-x in einer Tiefe bbn ckwa 3,70 m untci: dem Fußboden dEr Vierung vor- gstriebcn wurden. Sie habit! abxr mir infbw'eii zu einem Ergebnis; gcführt, als untkr dsm Grabe Oito's noch mit Gußgewölbkn über- dcckxc Gänge borgkfuxidkn rvuxd-cn. wäbrknd die Gewölbe zwischkn dcn vielfach noch sx'stgxstéütkn roben Seitenmau-xm mEtstens zum tbeilwbbl erst hkk dsr Wiecsrbdrsicllunq des Domes in den zroanziger Jahren dicses Jahrhundkxts zerstbxt wurden.
Die ' ungepflasicrte Sabxc dicker katakombcnartigen, seit- [ich viklfach aiiSZenisckytkn“ mit Schutx veriüllten Gänge, welche die Rßste mxnscblich-xr, von Mannern, Fraucn und Kindern heriührknder Skelette in großer Anzahl, aber bis auf eine Bérnstkinpcrle obne jéde Beigabe entbiklten, war übcxaU da, wo fie mit den tieicrgcbénden, um 1208 begonnenen, durchgehcndsn Chor-Fundamenten zusammknstikßen, zerstört, _sodaß sie wohl einer vor dem ngimi des j: igcn Domes entttandenen Anlage angehören. Vcrmutblick) sind dete Katakomben_die_ResFe eincr altén Bkgräbnißanlage, die mit dkm siübcrcn Mortßkloitkr in- Verbindung stand. Die Kirche des leYkeken, Welche n'a: von 937 bis 967 als solche bestanden hat, ist wabrkchcinlicb späterhm in den crsten Dom welcher 1207 abbranntc,“mngewandclt worden; '
NCM!) einem über die unterirdischen Gänge fich btnztsbenden Estrich
zu schließen, der sich etwa 1,0 m unter dem Fußboden der Vierung