umß. Das erscbxint uns nicbt als Notbwendigkeit. Wenn die uren Sozialdemokraten ans Ruder kämen, würde eine andere po itisrbe Yolkzei geschaffen werden., Herr Singer sagte neulich: .Der Bxief ift nubt aur ganz legale Wezsx in unsere Hände gekommen." Das heißt mit anderer) Worten: er tft estableu- Zu welchen Mitteln würden ?_e (rst IZÉÜM weinn sxtaas bude! käetäen? Den Attrag der Frei- mntgm onnen w e m anne men, w er ni t
Reichstages gehört. ck zur Kompetenz des
& _Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Zz-retherr Marschall von Bieberstein:
Meine Herren! Der Herr Vorredner bat die Bebanptung auf. gestellt, durch diesen Prozeß sei nur den Sozialdemokraten eine große Freude bereitet worden. Ick) bin gerade der umgekehrten Ansicht, daß durch die Beseitigung der Mißstände den Sozialdemokraten eine Freude verdorben ist. (Sehr richtig!)
Der Grund. warum ich das Wort erbeten babe, ist, dem Herrn Vorredncr einiges zu erwidern bezüglick; der Vorwürfe, die er gegm die PreßThätigkeit “des Auswärtigen Amts gkmacbt bat. Er hat als Bei- spixl angeführt, es könne ja Vorkommsn, daß in der .KÖlnischenZeitung' eine InfOrmaÜrn des Auswärtigen Amts fich unmittelbar vor einsm Artiksl bkfinde, der einen deutschen Staatssekretär oder einen preußischsn Minister ayzreife,_und dann sei es schwer zu unier- scheiden, was offiziös sei und was nicht offiziös sei. Der Fall kann allkrdéngs vorkommen. Ich kann aber nur versichern, daß im Aus. wärtigkn Amt ausschließliä) Information über auswärtige Politik gegeben wird. Wenn ich eine Information nur an solche Blätter geben könnte, die in aßen anderen Dingen stets der Anficht der ngierung smd, ja, dann müßte ich überhaupt die Preßtbätigkeit des AUZwärtigen Amts voÜkommen einstellkn. (Sehr richtig!) Ich könnte nicht einmal méch derjenigen Blätter bedienen, die dem Hkrrn Vorrxdncr nahestehen, am aÜerwenigften aber derjenigen, die beikviels- wkise dxm Herrn Abg. Grafen Limburg-Stkrum oder dem Herrn vsn Ploeß naHesteben. (Sehr richtig! in der' Mitte und links.)
Ich kann nur, um alle Irrtbümer zu Vermeiden, wiederholen, daß ric Preßtbätégkeit des Auswärtigen Amts zum allergeringsten Theils besteht in der Jnspirietung von Artiksln. Es geben Wochen, Monate bin, ohne das; übsrhaupt vom Auswärtigen Amt ein Artikel inspiriert wird. Wenn dies geschilbt, ist Es in dsr Regel die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“, welcbe bknuyt wird. Die Pkcßthätigkeit des Auswäüigkn Amts besteht im wesentlichen darin, daß den Einzelncn Blättern In formationen jhatsäcblicber Natur gegeben werdxn. Es giebt eine ganze Reihe Von Blättern, dir: nach ihrem kaerkreife, nach ihrer Bedeutung, der auswärtigen Politik ein bk-sonderks Augknmerk zuwknden wollen und die bei aller Selbständigkeit in innßren Fragen den Wunsch haben, im dcr aUSwärtkg-Zn Politik Hand in Hand mit der Regierung zu 98367! und kkine Nachrichten zu bringen, die dEr Regikrung unangenehm sind. Das ist an fich Eine! ganz ankrkknnenswerthé Gesinnung. Wénn nun disse Blätter ihre Vertretkr auf das Auswärtige Amt schkcken und um Information über brknnende Fragkn bitten, wrnn sie In- formaxioukn, die sie aas Lem AuÖlande bkkommsn haben, dkm Aus-' wäUig-Zn Amt Vorlrgsn mit der Frage, ob dieselben zutrcffén und fie anstandélvs Veröffsntkicht wxrdkn könncn, so ist es doch für das Aus- wärtége Amt vakommexn unmöglich, Ms: LMT: zurückzuwsisen aus dém Grunde, weis vi€ll€icht cin Attikel übsr innkre Politik in BW F**lätt gsstandkn hat odér in rsn nächsten Tagen stebén könnts, kkr für dis Régisrung nicht angénebm ist.
Was würde dis Folge séin, Mun ich in solchen FäUcn kör- artägcn Blättsrn den Zutritt zum AuSwärtégSn Amt Vsrwshrsn woklte'? Die Blättxr würdsn ::ichf etwa Rcue und Buße thun; fiS würden nach wé- wor üßcr aUSWärtige Politik schreiben, und es würde: ihn?" auch nach wée vor ein rcich€s Makerial zsxr Vkrfügung stebcn; denn dic Jutsu FrcnnBe, die wir auswärks habsn, würdsn fix-H das gköszte “Yexsnügen machsn, riéskn Blättkrn Juformajionén zugeben zu lasen, ganz intereffmxts Jr.,formationsn. Dknn Wer jemaxs etwas mit dsr Prkffs zu thun gcbabj hat, Weiß, daß die falschen Nachricht5n im allgsmcinen interessanfcr smd, “als die wahrsn Nachrichten. (Hsiterkeit) Meira: HEUTE", damit wäre ganz steher dem öfféntlicbe'n Interksse nicht gkdikttt. Das Uxbelliegt auf cinkr ganzandcren Seije; es liégt in der, rsrzeihkn Sie mir cinkn etwas gewöönlicbkn Ausdruck, in der Schnüffklci nach Offiziöse'm, die leider eine Eégcntbüm- lichkeit Deutschlands géwordkn ist und leidxr kkine beréchtigtk. Jm Lluslauks, vielleicht mit Atxsnahme vv" England, benußen dic? Re- giernngsn die Presse in vi?! ausgkdkbntsrem Umfangs, als das bei uns ksr Fall ist, und niemals wsrden Sie in dk's ausländisäzcn Prkffs ein-xn dermaßM crbittertkn Strsit über das Offiziösenthnm findsn als bei/uns. DZ? Dinge sind so weit bLi uns gekommen, das; mancbkn Lsutxm Vollkommen die Fähigkeit abgeht, eincn Artikel sachlich zu prüfen und sachlich zn beurtbeilen. Die Fragx, dic aUes Prädominiert, “ist: weleher ministkrici'éeHintermann könntehintkrdiesem ArTikcl stebsn? Das ist das System von Tausch, ('I hat Schule gemaxht, und ich meine, mit diasc'm Systeme sollten wir sobald wie mögléch gründlich aufräumcn. Die Sachk bat gar keins Grenze mehr, seitdem Das Schlagwort eingeführt ist Von der „osféziöx'kn Demokratie". Wir können es echs Tages erleben, daß sozxar dEr HM: Abg. Nicht?: noch als Offizkosus bezeichnet wird. Ich 1952 hker den Fingsr auf eine Wunde; denn dieses Treibcn, wie es gcg-nwärjig bfi uns im Gange ift, enthält die Gefahr, das; unsere Presse diskrediticrt wird. Schon jxßt kann ?ck) bestätigen, daß die!- fach imAusland die Ansichtberrscht, das; die dsutscbe Preffk nécht selbst nachdenkt, nicht sklbst urthkilt, sondérn daß fie nur das fckr2ibt, was dsr Regikrung genehm ist. I.)?it diky'sr Anffaffxmg babe ich in meinem Amt vielfach zu kämpfen. Ich mein?, es ist in der Presse selbst in diéser Bczicbung Abhilfe zn schaffen. (Veifakk)
„Abg. Dr. Licher („(Z.-Nr.): Wknn destntrum auch der Vor- xrznx" yon 1792 „Verbindung mik PORN, Franzose?" und anderen déntscb- xyznditckxn Elcmentxn wiedsr 9-7an werden soUte, so könncn wir die L*x'skäzxvqrée'n dcr_ Polen dock) nicbt als unbcrkchtégt zurückwsiscn. Dax, n*trmkc1:t1chc-r, vatcrländiscber Gcsmmmg binksr niemandem zurucxsleben, dafür [kab-én wir Proch abgelegt, Aber dix polnische kaolkerung bkfinxet fich in eincr schwierigen, bemitlcikcnswertbsn YZF, besonders sejt er lkßtcn Wknduna der preußischen Politik. Es Lsx Brauch, cian Matton, welche an Sitten und kaob-xbeiten fest- l)a_[t. “acbdxm 'US :hre nationale Selbständégkcit hat zu Grabe tragen my_sskxx, Mitletd zy onen. Wir werden es nismals daran fehl?“ laxyen, solzixer Naxton Gerechtigkeit zu tb€i[ werden zu [offen. Wir wollexz nicht, daß untsr dem Vorwandc des Kampfes gegen den Polomsmus dkr_ “Kulturkampf in den Ostmarken naue Orgien fktski. _Die Aurlojung von Versammlungen wegen des Gcbrauckxs der cylnücbc'n Sprache zsugt nicht von der Ach1ung der Rcchtéigleicb-
hkir kkk polnischen Mitbüraer, In dieser Béziehung möchten wir an die' Worte o:“s Reichskanzlers leiJeZweifcl knüpfen. Bei dicser Traurégen
S taatFMinister
reißen zu lassen" ich hoffe, daß diese base der schärferen Bedank- lung de:.polniszeo- rüe Meder geben wirös Damit Würde den Int „ey _ _ und des am bellen gedient. Im Wm? metqer HolittsFlereYided kannRjeYbsektnälrw, daß er An- _ er mw „mgeu par - em auxer umut unaen steÖ, die keine Befugnisse übetfcbuiten, daß wir baker f?r diesen An- trag nicbt, metz können. Durch den Prozeß ist die Sache für uns erschopft. Wzr freuen uns, daß der Reichskanzler in Aussicht knftellt hat; daß dre Wiederkehr solcher Vorkommnisse, die wir ebenso cbarf wi_e eder Andere verurtbxtlen, verhindert werden solle. Wir haltet! dte etbcmkzlung Fieser Dinge im vollsten Licht der Oeffentlich- keit fur notbwend1?; wtr freuen uns, daß es sich nicht um die Person des Staats ekrexäxs allein, sondern um eine Maßnahme des geschlossenen Staats-Mtytsteriums handelt, deffen Ansehen Dadurch in derx Augen des Volk? unt Anknabme vielleicht der Kreise des Grafen Mtxbach höher gestxegen ist, als es gestiegen wäre durch alle Rath- scblage' der Konservattven. Wir haben kie Thätigkeit der politischen olizet auch am eigenen Leibe Ufabren während des Kulturkampfs. 3. ir freuen uns, „dasz es kamit endgültig ein Ende haben soll. Es liegt mir fern, mtt diesem1Prozeß Leckert-Lükow-von Tausch den ersten Kanzler des Deutschen Netch in, irgend we che Beziehungen zu seßen. Aber wenn mgn vor! anderer Sate jagt, unter dem ersten Kanzler des L_)eutschen Netchs ryurdexx solche Dinge nicht vorgekommen sein, dann sundigt man auf dre Kurzexxs Gedächtniffes und die Gutmütbi keit der Gegner. Wenn der 'Retchskanzler Fürst BiEmarck die gestngen Verbapdlungen lesen wxrd, so wird cr nur unterschrciben können, was dle Vertreter der heutigen ngicrung gesagt babsn,
_Abg. rßihery von H odenberg (b. f. F.): Ich habe einen Hauch deutjchen etftes m dem Verfahren gespürt, .Mlckoes Graf Limburg gls VerleZung der p'xeußtfcben „Traditionen bezkichnkt kat. Gegen- uber man Zn altpreußtycben Tradttionkn können wir uns freuen, einen echt dkutschen Beamtxn vor uns zu haben. Die Sozialdemokraten fchein5n cm thtermann_er zu glauben. Einem Hmn von Tausch geqenyber bedarf es _kemer Hintermänner; es würde auch kein de':- yüantgerFMann so tboeicht gewesen sein, fich einem solchen Indivjduum m dre Hande zu geben, Herx von Tausch ist ein Produkt der ersten 22 Jabrx des Deutschen Reichs, der Wirksamkeit des Welfenfonds. Furs! Bxsmarck hat es ntemals gkleugnet, daß er das Recht nicbt fur fich in Unsprxucb nebuze, um Preußen an die Spitze des Reich zu bringen._ Djs Koxtservattve-n haben aber immer versucht, ihre alten monarchtschcn _legittmet) Prmzipien in Einklang zu bringen mit dem System des Fursten Btsmarcx. Deshalb find die Konservativen aUein rmt'dem Verhalten „der Regxerung nicht einverstanden. Die jeyige Ne terung hat bewzesen, daß fie bestrebt ist, dem Nacht zu seiner Ge ttz'ng zu Verbelse'n. Das hat fich gezeigt in ihrem Verhalten gegeyuber den _Entbull'unxen der „Hamburger Nachrichten“ und auch 111 dteskmfooche. D:? Regierung möae fortfahren, 'das Recht als einzkgx Rtchtxchnur zu bebaltßn nicht blcß in der auswärtigen, sondern auch m der mneren Politik.
Abg. Freiherr von Stumm (Rp.): Hsrr Bebel scheint keine Rede _baxten zy können, ohne ,meinen Namen zu nennen. Ich würde dczraus mcht emgeben, w_knn nxcht mein Name in den Prozeß Lecksrt- Luxow durch Herrn Swcker bmeingezogen wäre. der behauptet hat, da „ ich Leckert oder sonst wxn beauftragt habe, Material geaen Stocker zn sauxmeln. Zcb erklare das für eine absolute Lüge, Ich habe weder x_mt errn' Tansch, noch mit Herrn Leckert, noch mit errn von Lubßom nx trgend Welchen Beziehungen gestanden. Das Korncben Wa rhett'tst Foxaendes: Ick habe am 12. April v. J. eme Rede gehalten, tn dye: tcb Vorwürfe geaen Herrn Stöcker richtete. Auf Grund dieser Vorivurfe bat mich Herr Stöcker wegsn wiffentlicher Ve'rlkuuxdung _Verklagt. Bevor ich Berlin Vsrlicß, babe ich einen Matarbkrtxr eme?" bkfceundetc'n Blattks be'auftragt, einige Nummern dteser Zeitung, m denen dtese Dinge behandelt sind, und kinige Nuxnmern Yes ,Vxlk“ „yacb Hauke zu schicken. Das ist alles. Was daruber bmaußgeot, Ut die reine und Pure Erfindung. Ich kaxm qur „meta Bepaucxn darüber ausdrücken. daß gewiffe Drage m HtevOeffkntltcbkettgezogen worden sind. Aber der Prozeß war unwertdelth') und noibwkndia. Auch Fürst BiSmach hätte wohl ohne Vcwexöxmen Tzuscb nicbt bessitigen können; es find doch unt'er „dem Fursten Bismarck auch Prozkffe Vorgekommen. Das aencbtlxckch Yxrfabren war das cinzige Mittel, den aemeinaefäbrlicbsn Mann nnkcbadltcl) zu maYen. Damit ist den Preußischen Traditionen kern _Abhrucb aefÖ-Zben. er Bsbel hat die politische Polizei dahin Verdachitgt_, als wenn dort uberhaupt keine anständigcn Lkute vor- bczndqn waren. Dem mus; mit der aUNgxößten Entcbiedenbkit wrdeerchen werden. In diksem Zweiae de'r Polizei finden dix Bcamten ,cmcn Ebenso Ehrenvvllen Beruf wie ander- wath. Daß dre Agkntxn nicht immer gerade Wege gsh-sn, ist sklbsf- Dkxykandlt'kb. Jm Krtßak geht es nicht immer auf akkadem Wege. Dtx'SoÉta'lYemokxatre tft auch in der Wahl der Mittkl in keiner WEM? g wtnenbaft.
Abg. Y_ebel: (H?heimeZ Aktenstücke mbmcn wxr eösnso bin, wi?
HLN von Htumm und ferne Freunde Geheimnisse Von uns gern bemztzßn wnrden, wenn fie fie erhalten könnten. Wenn die politische PJltzez dqrcb Lampe tms Fallen stellen läßt, dann ist Es begreiflich, daß w:: btnter' solche Schliche zu korxmxn suÖen. Für den gkstk'Üth 5antrag, ybglxtch [V.!!! tbn als pollstandrg verfasungßmäßfq bktracbten, Yonnkn nnr 111ch_t„1t:mm9n, wetl er nicht wxit qknuß geht. Wir sind Gegner der polUtscbcrYPolizei, xmd dkr Réicbstag muß für ihre Be- setttgung sorgsn, kannt „harmloxe Bürgsr nicht m€br Von ihr belästigt werden. „Unter "dem, frpchxn Endruck des PkOZkffks bat auch dre „Post“ Tke foqbrltchkctt der, politisch: Polizei anarkannt, In dxr ganzkn Gsxchxcbtc der polttxschen Polixci ist kein einzigkr cdr- lzcber Mam zu findet?: es bandelie fich immxr um erbärm- lwhe Subjekte; wclche jbre politischen Gegner vernicbtkfén, wklche nut dem Gelbe berumwarfsn, weil fie keine Rechenschaft abzu- lkgenkbartkn. Hsrr ron TMA) bat durcb “(*-Ln Grossa Eulenburg Line Aussobnuna n1tt__?*€m AuEwartigkn Amt angestrebt! Enksvricbt dknn das den alYpreaßtjcben Traditionkn? Das Systkm Tausch ist das Systsm Bt_ßmarck. dsrx dsr Politiskbkn Polizei ihrs Macht g-akben box. (ZUkUs'c'; Stieber.) Was Stieber geleistet batte, wußte Fürst Btharck, und doch hat er ibn 1886 wieder in Dienst-genommkn, und seitdem wüblfe dre woljtéscbk Polizei im lede des Welfenfonds. Haß, gegkxz den Füxsten Bystnarck Lmvfisden wir gérade nicht; eber Zmpfmdkt thn dér Furst B:?marck gegen uns, denn er haßte alle s-ine Éeqner und bat ung ?amtt immer i: oniert. Wer ruft nach An?- nabmcaesZZLnF. Wem ist das allgeme ne Stimmrécbt unan-nenebm? Den Natto'nallkberalen. Diese Widersprücbs gegkn uns beweisen uns, daß wer rettcn, und_ wir wkrdcn Sie überreitsn. Abg. ']N'. ,Frtedber'gz Wenn Herr Bebel dabei geblieben ist, paß dn;- polrttscbe Poltker dem Fürsten Bismarck zuzuscbreiben ist, so_wxdkrspnckyt er Ich fklbst, denn er bat von dor fünfziajäbrigcn G2- thcbte dxx Posizct 92sprochen.n Den Welfenfonds billigen m-ine Urkunde n'cht: fie [md stets fur dis (]SskßliÖe Regelung desselbsn chgetxetkn. ' Ick *ermnere an die gefälschtkn Quittungen des „Vor- wärts , Woxm ehrliche Männe; durch den Leichtfinn einer deaktivn schwer gckxankt smd. Wenn Herr Bebcl gesagt bat, wir schwärmten fur AUÖUQHWSJCÜYS, so W er bis zu einem gewissen Grade recht. Ich halte es mcht fur richttg, eine Partei. wslcbe die gkgenwärtige (Hesellsxbaftßoronung zertrümmern will, für gseicbberecbti t zu halten. Wer nicht auf „dem Boden der Verfassung steht, der at auch auf deren Schuß ketnen Anspruch. Diesen Gedankpn bat Fürst Bismarck oft vertretxn. Wenn He'rr Bebel meint, die Sozialdemokratie würke uns ßbcrrextkn, 10_ derxke [zb: jsde Partei hofft auf ihre eigene Zukunft. Ich oezwxxfle, dax; Sxe eme Zukunft haben, weil Sie einen gefähr- lichen Fetnd haben, dre „Langeweile. Wenn das Volk Ihre Brand- redxn satt hat; kann wtrd es mit der Sozialdemokratie vorbei sein. Bet der; Gebtldeten macht fich dieser Feind schon jeßt in hohem Maße fublbar.
_ „Damit schließt die Debatte über den Antrag der Frei- fanmaen. , _ Abg. Rtchter zieht darauf den Antrag, nachdem er seinen
zurück und verlauf fur die Polen die Anerkennun der „ !affungömäßigen G'Leichßeretbti ung, von der der Rei kanzler 17:- prochen „babe. Dae Vetsvt ungen, mit denen die Einverleibtmg der polmseben Lankestbeile erfolgt sei, babe man nicht halten sondern von Schritt zu Schritt beschränkt, und das Slea dn; Neußiscbeu Re erung sei immer deutlich dahin dar ekt worden, daß eine volle sfimxlatwn per Polen an das um erstrebt werd"e. Dadu'rcb nzufse umsehen den Beamten und der deutschen Bevolkeruxq emxrsetts und den Polen eine große Klvft extßeben dadurch mußten dte„Agitationen der Polen von neuem entfacht werden; denn fie mußten tbte Nationalität vettbeidigen, von welcher selbst Stahl gesagt habe, daß fie von Gott gema t sci
Abg..1)r._ Hasse (ul.): „Obglkixb das us für kie Polenpolitif der prey :scben Regierun_ mcbt xustandig ist, so schulden wir doch dem Net kqnzler ank ur feixje gestrigen Auéfübrungen. Wir freuen uns; daß dre preußiscbx Regtetun zu der Flottwäl'scben Politik zuruckgekebrt ift,_ und wunschen, da auch die mütlercn und unteren Verwaltungsbekorden dem Rechnung tragen. Nicht die olm smd dxe Angeanffenen, sondem die _Deutscbcn. Die Polen übcrYwemmen berens Mittel-_und Westdeutjchland und stellen da sonderbare An- forderungen nattonaler Art m_: R? ierung, Venvalfuna, Kirche und S'xh'ule. Jn Press und Veremen md die Polen seit Jahrhunderten toattg, und'fie können sich nicht wunkern, Wenn die Deutschen dggegcu en_dl1ch Front mache_n. Das Deutsche Reich darf nicht in elner Wyse ausarten wre das polyglotte Oksterreicb. Wir wylLen CmUdeutscbnationaler Staat sein. Wenn Herr Lieber [emen pyltttschen Freunden das Zeugnis; angesteUt Y, daß ihre natxonale' Gksinnung über jkdcn Zweifel erba sei, so habe 1ch krm Rxcbt, karan zu zweifeln; ich möchte ihn abkr bitten€ da, wo Deutjcbe „ynd Polen fick) Legenüberfteben, nicht die Parte: dsr Polen zu_ergretsen, und dafür zu sorgen, daß die Ver- jxechselung „von Polnisch u_nd Katholisch endlich aufhört. Jest svieXen dte katholtschens PVYLU dte crste, die deutschen Polen die wein, die Cvangelzsckyen dix dritte, un?) die Deutschen die vierte RoZle. Wenn .er Ltebcr metrxt, unt _etner polenfreundlicben Politik sei den naiwnalkn „Interenen Deutschlands und Preußens am meistkn gedient, so find ww entgegxngeseßter Anschauung. Cine Jahrtausend lange Erfahrung lebrx, daß,_ w'enn wan die Polen nicht s:) zartfüblig be- handelt, man dte verstandtzste und erfolgreichfte Politik treibt.
Um 5 Ukzr wxrd dre weitere Bcrathung bis Montag 1 Uhr vertagt. (Außerdem erste Lesung kleinerer Vorlagen und des Handel?,gescßbuchcs.)
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
28. Sisung vom 6. Februar 1897.
Auf der TageSordnung steht die Foriseßung der Be- rathuyg des Antrages der Abgg. Ning (kauf.) u. Gen., bxtrcfsend die Bekämpfung der Viehseuchen, und der vterzu gestelLten weiteren Anträge des Abg. Lctocha (Zenta) auf Zulassung der Einfuhr russischer Schweine fur das oberschlesische Industricgsbiet, der Abgg. ])]: Hahn und _Ring auf unverzügliche Bildung cinér Speziqlkommisnon von Landwirthen, Veterinärär tén und Baktertologen zur wissenschaftlichen Fsstslellung der In dations: dauer der Maul: und Klauenseuche und des Abg. Graer v on und zzz Hoensbroech (Zentr.) auf Untersagung der Ein: fuhr von frnchcm Fleisch aus den Niederlanden.
Ueber den Beginn der Debatte ist vorgestern berichtet worden.
st _ Minister für Landwirthschaft xc. Freihcrr von Hammer- Un:
Msinc Hsrrkn! Ick babe zunächst um Entschuldigung zu bitten, wénn ich an der Heutigen Vsrhandwng nicht bis zum Schluß theil- zunkbmen ck der Lage bin. Jeb bin von 3 Uhran Verhindert, den Verhandlungkn noch fsrner beizuwohnsn. Jeb bemerke das, Mil ich hier aus der RédnerlistZ sehe, das; noch “24 Redner gemeldet find (Heiterkeit). Die Verhandlungen werdsn daher wahrscheinlich heute ncch nicbt beendigt werden, sodaß ich möglicherweise noch in der Lage bin, mich an einem andercn Tage zur Sache zu äußern, soweit Anlaß dazu Vorliegt.
Meine Herren, ich kabe nicht die Abswht, auf ok!: einzelnen Ausführungcn des Herrn Abg. Gamp einzugehen, Ich greife nur dSL- jenigan l).?raus, die mick) zu Liner Erwiderung nötlxigcn.
Der Abg. Gump hat zunächst gesagt: meine Steüuua zu dsr bikr vxrbandelten Frage sei im Reichstage eine andere gewesen wie hisr. Meine Herren, das muß ich auf das aÜcrentscbiedenste He- strsiken. Jm Reichstage wurden die Verhandlungen im Nahmsn eénc'r aUgemeénkn Verhandlung, ohne daß bestimmte Anträge gefteUt Waren, an- knüpfe'nd an eine Etatépofition, geführt. Ich Haitealso keineVeranXaffung, zu bestimmten Anträgen, wie sie bie'r durch die Anträge Ring und Ge- nosskn gestsUt find, Stkllung zu nehmen. Damit erübrigen stch alle Bemerkungen, die unter Nichtberücks7chtigung kixses Umstandss an mxine Ausführungan Léicr bczéskxungxweise im ZTSZchst-ogé gkfnüvX fink“. Ich [*in 8:7“! hier in die Lass gekomMn, zu den einzexnén P„fiticnen des Anxrach Ring Stellung zu nkbmcn, War aber In der Lage, das im Reichstage zu thun.
Dann Hat der Herr Abg. Gamv darauf hingewiksen, daß ich im incbstage angedeutet habe, Oder habe durchblicken lassen, daß zwar dis Auffaffungen dxs Reichsamjs des Innern und der landwirtbscbast- lich€n Verwalkung über die Handhabung 'cer Veterinärpolfzsk im wefcntlickykn die gleichen geweskn, daß aber eine divergente Auffuffung zwischen dkm N8ich§amt des Innern und der landwirthscbaftlicben Vkrwxütung cinerseits und dcm Außwärkkgen Ministerium andererseits Vorgxlégsn babe. (Unruhe rechts.) Ja, meine Herren, wcsbalb soll ich ein Hehl daraus machen, daß das wirdsrbolt der Fall gewesen ist und daß das auch ferner vorkommen kann und wird? (Hört! hört! recht§.) Im übrigen Kyll? ich fest, daß sowohl die landwirtbschaft- liche Verwaltung wie das Reichsamt des Innern und ebknso das AuZwärtkge Amt disse Fragen stets ledigliib von dem Stand- pu::kt aus Bkurtheélten, das; es geboken crscheine, voll und ganz die Jntereffsn des gesammtkn deu1schen Vaterlandes zu wahren. (Hört! [)ört! rechts.) Und, meine Herren, ich würke glauben, daß eine Staatsregierung nicht ihre voüe Pflicht Lbäte, :nn fie bei so wichtigen Maßnahmcn wie der in Frage stehenden nicht auch das Ver- bältniß zum Außlande in Betracht zöge. (Aha! rechts. Sehr richtig! links.) Das ist unter Umständen sogar Pflicht der Staatsregierung, und das wird fie, wie fie es bisher gethan hat, auch fernerbin thun. Uebrigens betone ich, daß solche Verhältnisse selten vorgekommen sind. Dann hat der Herr Abg. Gamp ausgesprochen, ich sei verpflichtet, EinfuhrVetbote zu crlaffen, wenn die gesetzlichen Vorausseßungen vorliegen. Meine Herren, das bab: ich nie bestritten; im Gegentbeil, ich habe bei allkn Verhandlungen ausdtücklicb aus- gesprochen, daß ich wir innerhalb ker geseylichen Schranken
Zweck erfüllt habe, zurück.
LWL kann ich meine polnischen Frkunde nur bitten, sich nicht hm-
Abg. Ur. von Jazdzew'ski (Pole) kymmt auf die Polenfrage
der Verpflichtung, die Gesundung unseres vaterländischen Viebbesfandes zu erhalten, Vrll vaußt sei. Aber, meine Herren, wie die gxseslickoea
Besié-umungeu, wie die Vertragsbeftimmuogeu auszulegen sind, dafür „ck yx: Staatsregierung“ die volle Verantwvrtnug tragen; also ist sie «ck berechtigt, die Verträge und geseßlicben Bestimmungen so au!- zujegen- wie ße glaubt, es verauWorten m können: ste kam) sub nixbt “xbzugzg machen von dm verschiedenartigen Auslegungen, wie fie bier im Hause Hervorgetreten find. Sie muß fich auf ihre eigene Aus- [ezuaa verlassen und wird das auch fernerhin tbun.
Dann hat der Herr Abg. Gump gefragt oder angedeutet, wes- halb man nicht Landquarantänen eingerichtet und steh auf See- quarautänen beschränkt babe. Bekanntlich haben wir z. Zt. einc Lankquarantäne, die Von Hoidding. Der Abg. Gump ba! viklfacb auf meine Erklärungen im Reicbétage Bezug genommen. Wenn cr fie vollständig gelesen hätte, würde er die Mittheilung gkxesen haben, daß es allerdings wohl in Frage kommen könne, gegen “die außerdeuiscben Staaten Lankquarautänen zu errichten, daß das aber auf außerordenilicbe Schwierigkeiten in der Ausführung stoße. Jeb habe dann hinzugefügt, das; wir im Wege polizeilicher An- ordnungen rückfichtlich des von außwärts angehenden Viehs Kontrolen bei den Empfängern rikses Viebs oder in den Stallungen der Händler eintrekcn lassen und durch die sorgfältizsie polizeiliche Ueberwachung im wesentlichen das Ziel jetzt sckxon zu erreichén bestrebt seien, was man durch Qurantäneanstalten erreichen will.
Dann hat der Herr Abg. Gamp darauf hingewiesen, daß wir bkrkchtigt seien, die Gänseeinfubr vollständig zu sperren, weil zweifellos Mäx rke Einfuhr bedenkliche Krankheiten in das Inland importiert wäxen. Das habe ich nicht bcstritien; ich habe neulich schon gesagt, daß zwxif-llos die tbatsachlichen Vorausseßungen für ein absolutes Einfuhrverkot vorliegen. Ich habe aßer auch die Gründe dargelegt, aa? “dcnkn die Staatsregierung glaubt, einstweilen von einer solcken aßfrlujen Sperre absehen zu sonen. Ich habe sogar damals die Bem-Zxkung hinzugefügt, daß das vielleicht „unter den allgemeinen Be- Zrikf falle, das Kind mit dkm Bade aukschüttcn; man müsse erst ma! x-eruckpen, ob man nicht die Gesabten unter Berücksichtigung DZ: i:: Frage siebenden wirtbsckyaftlichen Interessen auf anderem Wege ?cékitigcn könne; ich legte dabei dar, daß in dieser Beziehung die nöthg-cn Vorkehrungen getroffen wetdxn sollen. Ich wies schon in der WrigM Verhandlung auf eine Eingabe von Landwirtben aus dem Ober- lnacb Hin. Meine Herren, beute Morgen ist mir, weil in der Testen Sitzung des Abgeordnetenhauses gesagt wurde, die Landwirthe seien bei diesem Wnnfche nkcht betbeiligt, ein Konvolut von Hunderten von Unterschriften 7121 Lawdwirkben aus dem Oderbxucb zugegangen, die dringend bitten, mj? dsm Verbot der Gänseeinfuhr nicbt vorzugeben. Solche Wünsche smd :qu auch aus anderen Kreisen, namentlich aus den östlichen Tßcilxxx der Monarchie, zur Kenntnis; gebracht. Es ist dann von 53an Gamp die fernere Bemerkung gemacht, es wäre nicht ver- sjäU'T-lchy, daß, nachdem Landwirtßscbaftskammern eingerichtet seien, Daun, wenn sich dieselben im wesentlichen übereinstimmend zu dieser Fmge dahin geäußert hätten, daß ihres Erachtens das Ein?x:ßcherbot gegen “ Gänse erlaffen werden müsse, - daß “cis Régierung trotz einer solchen im wesentlichen überein-
stimmeüden Meinung der Landwirtbscbaftékammern Anstand räkxxnc, diefen Beschlüssen ftattzugeben. Meine Herren, ich weise im allgxmcénen darauf hin, daß die Landwirtbsckpastskammem Interessen- Ueréxijmgen sind. Sie werden nécht Von der StaatSreaierung fordern kénx15n,daß Wünschen, die vielléiÖt die Interessen der Landwirt!)- kcbaft chbtiq beurtbeilen, mit anderen Interessen aber nicht vereinbar sénd, solche Fälle können häufiger vorkommen - daß solchen Wünschen von M SkaatSregierung, weil die Landwirtbschaftskammern solche BkscbWffe gefaßt haben, unbcdingt Folge zu leisten ist. Ick bm zweifx'llos darüber, daß noch häufig Fälle Vorkommen werden, wo di? L-axxdwirtbschastßkammern im Intkreffe dk! Landwirthscbaft Forde- ruxxczcn stellen, denkn im Interesse der Gksammtheit der Monarchie nirbk ftsttzugeben sein wird. Das findet auch bei an?:éren Jntmffen- rßrTrxtungen statt. Dia StaatSre-gisrung wérd aber immer nur das Gekammtintereffe bei dkr Erwägung solcher Anträge und Forderungen rm'xéa'xschnd skin [affen dürfen.
chuck hat Herr Gamp daran? bingewiesen, daß durch das Laud- “w'xrtbkäxaftskammkrgeseß d;“n Landwirt!)schxftschaftskammsrn eine Mit- wirkaxg bei dem Marffwesen u. s. w. eingeräumt ski, und bat ssiner Mrwxmdsrung darüber ausgesprochen, daß in dieser Beziehung noch UZÖLH Fkkcheben sei. Ich erwidere, daß die Maßnahmen, die erforderlich six», um diese Mitwirkung der Landwirthschastskammern zur Durch- ?“üerung zu bringen, seit Tänzern Zeit im Gange sind. Es find Üßsr kkeie Frage auch Verhandlungen mit Landwirtbschasts- kammsrn Eingeleitct, die aber noch nicht zum Abschluß gsiangt find. Wenn man solche Einrichtungen treffen will, muß man 712 sox,;fältig erwägen und vorbereiten und so treffen, daß fix auch wixksaeu und unanfechtbar find.
Zum Schluß hat Herr Gump noch bsmerkt, ich hätte dé»: UUÜÖÜJS Behauptuna aafJEsikÜk- daß der [andwjktb“ schafxléche Notbstand im w:!"entlicben ein allgemein verbreiteter sei. “.Ukkink «Herren, diese Bkbanptung halte ich unbedingt gegenwärjig noch aufrecht. Wenn Sie pxüfen, wie in allen Kulturländern die Anbaaflärben in Getrcide zurückgegangen, wie die Verhältniss in 'szkntinicu, in Ameüka, in Rußland u. s. w. liegen, in welch schwie- rigxr Lage dort sich die Landwirtbschaft befindet, Wenn Sie die bei Der Landwirtbscbaftliäxkn Verwaltung xusammenlaufenden Berichte der Sacbv-„rständigen über die Las: dcr Landwirtbschaft aus fast allen K*.üjurländern lesen, so müffsn Sie mit Recht geben, daß ich durchaus das Rthige gesagt hase, Die Ursache der Krisis liegt - und das stimm: mit den Anschauungen des Herrn Abg. Gamp überein - in dym Sknken dmc Getreidepreise im wesentlichen auch anderer land- Mklökcßaftlécher Erzeugnisse UNd dies Sinken der Préise ist doch Zkveifxllos ein allgsmeines in aUcn Ländern. '
Da ich wahrscheinlich keine Gelegenheit mehr habe, bis zum SURF der heutigen Verhandlungen bier anwesend zu sein, darf ich WOHL schon jest die Stellung der Staatsregierung zu dem Antrags, dxr dd: Namen Dr.Habn und Ning trägt, bier präzisieren. Er lautet:
Das Haus der Abgeordneten wolle béschließen:
kik Köncgliche Staatsregierung zu ersuchen, unVerzüglicl; eine
Spezialfommisfion von Landwiriben, Veterinärärztm und Bakterio-
Tach zur wissensckpastlichen Feststellung der Inkubationsdauer der
Maul- und Klauenseuche zu berufen. -
Bei dxm Reichsamt dcs Jnncm sind bereits umfaffknde Maßtabmen angeordnet; es find Fragebogen versandt an viele Laien, Bkbörden, Veterinär: u. s. w., um über den Verlauf, die Ursache, die YUMYUM u. s. w. der Maul- und Klauenseuche näher unterrichtet zu MWM. Daneben sind wissenschaftliche Untersuchungen in vollem
Smise- Ieb-darf darm daran erinnern, daß wir in Preußen Tie
technische Deputation für das Veterinärwesen haben, die sowohl aus den bedeutendßm wiffeuscbaftlicben Autoritäten wie aus einer großm Zahl von Landwirtben ficb zufammenseßt, die berufen iß, alle diese Fragen eingehend auf Grund des Ergebnisse! der wiffenscbafjliehen Forsebungen und unter Berücksichtigung der Interessen der Landwirtbschaft zu prüfen. Die Fragen der Maul- und Klauenseuche, der Ursache, der Verbreitung u. s. w. der Maßnahme zu ihrer Verhütung und Bekämpfung ßnd zur Zeit - das habe ich bereits wiederholt angefübrt - Gegenstand der forgsamften wiffenschaftlicben Untersuchung und werden, sobald wir die wiffenschaftliche Unterlage haben, an die Deputation für das Veterinärwesen verwiesen werden; dort werden dann unter Mitwiran von landwirtb- schaftlichen, im praktischen Leben stehenden Autoriiäten die nothwen- rigen Maßnahmen geprüft werden. Ich nehme auch keinen Anstand, bier die Erklärung abzugeben, daß ick) kein Bedenken tragen würde, sobald erst die nothwendige Unterlagen für eine solche Prüfung vorliegen, die Deputation außerorxentlicberweise zu kerufen und fie für diesen Zweck zu ykrstärken. Meine Herren, wie es aber bei dieser Lage der Dinge zweck- mäßig oder nothwendig erscheinen kann, nun noch eine besondere Kom- misfionzu berufen, das verstebeich nicht. Soll ich dieselben Männer der Wissemcbaft - und ich wüßte keine andcren - in diese Kommisfion
“ berufen, welcbe jest ker Deputation für das Veterinärwesen schon an-
gehören, so liegt kein Grund vor, diese zu einer besonderen Kom- mission zu vereinigen. Soll ich andere Herren berufen, meinerrren, so möchten doch erhebliche Bedenken dagegen geltend zu machen sein. Ick hake schon wiederholt darauf hingewiesen, daß fich unse're der höchsten Instanz zur Verfügung stebknden Veterinär: und sonstigen Forscher eines so unanfechtbaren Rufes erfreuen, daß witklicb kein Grund vor- liegt, Diese bei der Untersuchung auszuschließen und andere damit zu betrauen. Also ick) möchte glauben, daß ein sachlicher Grund für die Annahme dieses Antrags nicht vorliegt, kaß dagsgen sehr wohl Ve- denken gegen ihn geltend gemacht werden können.
Endlich, meine Herren,erfülle ich gern einen Wunsch des Herrn Abg. Ring, der durch den Herrn Regierungs-Kommiffar zu meiner Kenntniß gebracht ist, und der sich auf eine Aeußerung bezieht, die ich bei der vorigen Verhandlung über diesen Gegenstand gemacht habe. Sie lautet folgendermaßen:
Sonst liegt die Gefahr Vor, daß Uebertreibungkn, wie fie hier heute vorgebracht, die fich auf, ich möchte wirklich glauben, nicht ganz lautereQuellen stüßen, zum Anlaß für DarstelTungen genommen
werden u. s. w. Nun Hat fich Herr Ring "durch diese Worte „nich! ganzlautere Quellen“ gekränkt gefühlt. Ich glaube nicht, daß Herr Ring einen Anlaß dazu hat, rve'nn cr richtig prüft, wie die Aeußerung gemeint ist. Ich habe objektiv gksagt, daß die QueUe, insofem fie sich auf den Visbhändler in Schlcswn bezöge, keine lautere Queüe sei, und habe das näher dargelegt, habe aber nicht bxbauptet, daß wissentlich - und darin würde aUerdings eine Kränkung für Herrn Ring liegen daß Hsrr Nbg. Ring doloser Weise odkr wissentlich diese unlautere Quelle ge- braucht bat. Objektkv muß ich meire Bemerkung aufrechterhalten. In subjektiveerziebung, insofern als darin eineKränkung des HerrnRing er- blickt werden könnte, babe ich die Aeußerung nicht verstanden wissen wollen, bcstreite auch, dqß bei richtiger Auslegung meiner Worte eine kränkende Aeußerung gegen Herrn Abg. Ring darin zu finden ist. Ich habe gern diesen Wunsch des Herrn Ring crfülLt, weil mir bei diesen Verhandlungen es überaU fern gelegen hat, eine aggressivs SteUung zu irgend Jemand einzunehmen. Ich habe nur die Sache Vor Augen gkbabt und Habe meine Anficbten durchaus objektiv zu bcgründen den guten Wiüen gehabt. Eine aggresfiVe Steüungnabme liegt mir überal] fcrn. Ich glaube, daß mit dieser Erklärung der Herr Abg. Ring fick) wohl wird béfrichgt erklären können. (Bravo! rechts.)
Abg, Jürgenssn _(nl.) hält densAntrag Ring für zu „weit asbsnd: dic Verbälinine in Schle§wtg seien nicht so" schlxmm. Der Antrag Hahn ski nach der Erklarung des Mtnistexs ubcrflussxg. Abg.!)r. M arte n 6 (ml.) meint, daß'bki (mer Abstimmung der größere Theil der schleöwia-bolsteinisckxen lcxndlickoen Bc!)öl„kerung„fich für die Verlängérung ker Quarantäne guf vier WoWn erklaren Wurde. Es ssi nachgewiesen, daß wir aus Danemarx die Seuche bekommen. Die Jnknbationödauer fei längkr, als man bisher angenommen babe, dksbald gsnüge eine Quarantane von zehn Tagen mcht; Jedenfags müsse man, so lange man Übc'k die Länge der Jrjkubattonsrxaqu m Zweifel sei, bis zur äußsrsten Vorficht geben. Nach Yer Erklarung des Ministers sei der_Antrag Hahn alleydings übe1flusfig; aber er wünsche doch di“: sorgfaltigste wissenschaftliche Untersuchung. Durch die Seuche ssikn unserer Landwntbscbaft enorme Werthe verloren gegangen; er stimme für den Antrag Ring, ' .
Abg. Groiß (ul.) erkennt an, daß es eme natxonale Forderung s(i. der Landwirtbscéyaft Schuß anFZHeiben zu lassen, dsr" Antrag Ring Verlangt? aber zu vi 1. :e Yer" Staatssekretar von BOLtticbkr mitgetheilt habe, [3qu die dantjcbe Regikrung sofort beim erstkn Séuchenfal] die entxprechendeg Vorsichtsmaßnaby1€n ge- troffen. Schlcswig-Holste_in könne das dapische Magetvikh nxcbt en't- bebren; dis schlcßwigchol1t€inische Landwrrjbxckyaftskammu habe die Freiheit der däniscbcn Einfuhr gkfordert. Dre, Tendknz des Anjxags Ring laufe auf eine Prsissteigerung hinaus, "die Gceuzsperre wurds eine für die industrielle Bevölkerung unertraglich'e Stetgcrung" dcr Preise herbeifübrt'n. Wenn wir die dänische Vthbemfuhr ausschloés'en, würde Dänemark Retorfionömaßregcln auf mdustrleklem _ Ge_1e!e ergreifen. Er stimme deshalb, gegen den Antrqg Rang. Wir hatten keine Veranlassung, die Position unserer Regierung dem “Auslande gegenüber zu erfchweren. Redner sucht_schl1eßlkch nachzuwexfen, daß der Gcsundheitöznstand dcs Viebes in Danemark fick) nicht nur nicht verschlechtert, sondern Verbeßsrt babe. . „ ' _
Abg. von Ploe (kons.): Dv: Erklarungen dcs Mmrsters sind für unsere Wün che nicht sehr entgegenk0m1xjend; er hat höchstens die Sperrung der Grenze gegen die xusfijchen „Schwelm: für möglich gehalten. Die Erkläryngen dei? thstsrs bter babcn wir nur als eine Abschwächung semc'r Erklarungen in) Reichstage auffaffen können. Wir werden jmmer und imme): wtedsr auf pte kleinen Mittel Verwiesen. Die Zxffcrn desxAksg. ng'und dser Em-
aké des Bundes dkr Landwirthe über die &uberkulose' m Danemark Hollen falsch gewesen sein, sie find aber aus den amtlichen Bertcbten Eine
Preissteigerung ist znit diesem Antrag absolut nicht beabsichtigt; ste_igen aber einmal dle Preise, so kann man das
entnommen,
den Bauern wobl gonnen. Nach den Erklärungen der Regierung beim Antrag Kunitz hätte man writcre Vorlagen zum Schuß der Landwirtbschaft erwartet, die ReFTerung' vxrsagt aber und geht viel zu langsam vor. Nachdem die ' entabtlitat dxs Gxtreidebaues m Deutschland überall vernichtet ist, _müssen wir „dre Viehzucht, um so mehr schüsen. Von einer Intenfitat des Landjvtrtbschaftsbetrtebes ist bei uns nicht mrbr die Rede, im Gegentbeil, dieeL-andwirtlx'e müffen Viel) verkaufen, um baares Geld zu erhalten._ Die Inten tat unserer Landwirthschaft geht also zurück. Ein Doxnanenpäckyter at in zwölf Jahren in einem kleinen, sparsamen Betriebe ].1000 «xk: zu esest.
Wie ro md da erst die Verluste in rößeren Betrieben? ollen wir EM:? 1"immer und immer wieder Frankes Fleisch essen? Der
Minister bat Unbcquemlicbkeiten gehabt, weil sich das Ausland über unserm Antrag beschwtrt hat. Aber das Hemd fitzt uns doch näher als der Rock; wir müssen doch erst für unsere beimische Land- wirtbschaft soraen, ebe wir auf das Ausland R_ückficht nehmen. ES handelt |ck hier nicht nur u-m die oftelbtsche Landwirtbfchaft, sondern um die aesammte 'm Deutschland. Dänemark hat ck gegen uns 1878 hermetisch abgeschlossen._ also wozu auf änemark R:??ckficbt nehmen. Wenn die Rinder schon ein- mal mit Tuberkulin geimpft sind, rea ieren su: auf eine zweite Tuberkulinprobe nicht mehr; die Händler rauchen also pas Vieh nur vor der Einfuhr schon einmal zu impfen. Gegen Amenka hat man “ die Quarantäne für PFexde von 6 Wochen . auf 8 Ta_ge berabge“e_ßt, weil Hamburg es ro woÜte; denn dies hat uberhaupt éezne Quarantäne für Pferde, und der ganze amerikanische ferdeexport gtng deshalb nach Hamburg. Auch Rußland hat man 111 ezug auf Pferde neuerdings Konzessionen gemaeht. Unsere Landwirtbe wollen gern "noch schärfere Veterinärmaßregeln über sicb ergehen lassen,_ aber fie muffen auch die Sicherheit haben, daß sie asgsn die Synchenemschlxppung yozn Ausland akschüßt find. Der Minister Freiherr von Hammerste-tzt und der Schaysekrktär Graf Posakowsky bakcn fick) erfreulichex Wem gegen die Handelsverträge außgcsprochen; hoffentlich geht dte Ein- bkitlichkeit der ngisrung nach dikskr Rickztnng noch ijtkk. Fürst Bismarck hat einmal gesagt: es fkbls uns an nationalem Egoismus; ich glaube auch, wir könntén ctwas mehr davon qebraucben.
„ Abg. Gotbein (fr. Bag,): Der Ministex Freibscr von Hammer- stein hat nur gesagt, daß er früher gkgcn die Handels-vsrträch gxwesen sei. Auch Graf Posadowßky hat sich nick)? als prxnzwieller ngner der Handelswerträge gszeigk. Herrn Sxeg tyuß lch sagen, daß ich nicht allein diE Landwirjhe als sacbverstänpig hmgestellt babe, welche mir Material mitgstbeilt hab:"n. Herr Sieg hat uns ferner Vorgeworfen, es käme uns nicht auf das Wohlergehen des Landes, sonrern auf Wahlstimmmr und Mandate an. Das beißt also, wir seien nicht ebrliche Leute. Das ist ein Angriff auf unsere Ehre, daß mir der Parlamentarische Llusdruck fehlt dkr diese UntersteUnng würdigt. (Rufe rechts: Agrarische Begehriicbkeij!) Aber aus dem Munde kes Zenn Sika nnd der Heran rechts, welche diesen Angriff durch ihren wischcnruf zu dkm ibrigkn machkn, berührt uns das rzicbt. Wie Verträgt fick) die Aeußerung des Abg. Gamv Über die Preise dsr (Gänse mit dsr Behauptung, daß der Antrag nicht die Tendenz einer Preisstcigerung habe? Wenn das Vieh auf e*inc zweite Tuberkulinprobe mch mehr rea- giert, dann ist das der beste Beweis gegen den Antrag, dann ist dieser ubetflüssia. Wir könncn bicr die technischen Maßregeln doch nich prüfxn; Der Prozentsaß der zu Schaden gékommenen Gänse" ist bei prcußixckyen Transporten nach einer mir von einkm großen Master aus dem Oderbruch gewordenen Mittheiluna noch höher als bei russschen Transportxn. Die Verkürzung der Quarantäne gegen die ameri- kanisch_en Pferde liege gerade im Jntersffe der Lankwirtbsckpast, welcbe die Pferde gebrauche. Redner bittet um eine Auskunft darüber, wie die Untersuchung dkr Schwäne in Schlkfien und Posen ?ebandbabt werde, worüber kürzlich ein ministeriellcr Erlaß ergangen se .
' RegierungsRatk)_ Küster erwidert, daß dcr Erlaß, nux eine Ver- emfachung der Unterjucbung hexbeigcfübrt habe; es set rte besondere zweite Untersuchung an der Ikegierungsbezixksgrenze aufgehoben, sodaß die Untersuchung an der Landeßgrenze für die ganz; Provinz gelte.
Abg. Engelbrecht (fr. kons.) spricht fich fur_dchn Antrag Rin aus- und schildert die Verbältyiffe in Schleswig-Holstem. Man mü e zwischen dem Vieh aus dem jeuchcnfreien Jüxland und pkm Voz! den dänischen Inseln unterscheidkn. Noch garntcht bingewtescn'set auf die Einfuhr frischen Fleisches aus Dänemark, zu deren Erlercbterun die dänische Regierung jüngst ein neues Gesxy ernlaffen hahe; Die e Einfuhr, welche eine große Gefahr für uns set, musse sorgfaltig über- rvasht werden.“ * .
Abg. Or.Virchow (fr.Vp.): Bei allen ansteckendsn Kranxbmten an einen Baciüus zu denkkn, entspricht nicht der wiffekkschaftl1chen Ex- kknntnisz. Cs giebt eine große Menge anstecksnder Krankheiten, dle keincn Vaciüns babkn. DLT Bacillus der Maul- und „Klauenseuche ist ebensow-“nig schorx gefundkn, wie der Vactüus der Rmderpeft, den Herr Koch jetzt in Kimberley sucht, aber noch nicht gefunden hat. Wie lange bat man nicht nach dem Bacillus der ToÜwutb gesucht“.“ Er ist immer noch nicht gefunden. Wenn xzicht eine ganz neue Kategorie won kaen aufgefunden_wird, diefdtese Infektionskrank- beiten umfaßt, fo müffen wir auf dsm etxtytrischen_Wk-ae bleiben, Dic: Antragstcüer arbeiten mit Hypotb-Zsen, ,die fie far Wissenschaft halten, die (1er nur Empirie sind. Auf trgend einqn unbekaqnten Bazillus bin kann man ksin Cesky machen. Sie komnientnttJnkubatxons- dauer und dergleichen. Das wüten Sie doch den_ wifsknschaqftltcben Leuten übkrlassen und nicht Kommissionen Von n1chtsachv12rstandi§xn Leuten einsetzen. (Rufe rkcbts: Veterinärärzte,_ Baktertologey!) Sie fangen doch in dem Antrags mit detx Landw1xtden an; dre sieÜen Sic wohl in den Vordergrund, WTll sic: mchtß Havvn verstehen. Auf den Karten im Reichß-Gssundbeitßamt könnkn Ste sehen, xvie pic Maul- nnd Klauenseuche aUmäblich durch Deutschland Vorgeruckt tst. (Ruf rechts: aus Dänemark!) Nsin, aus.den östlichen Grenzen; aus Däncmmk, das ist Phantafie._ (Abg. Rtng: Etnptrisch fkstgestellt!) Sic berufen fich auf die Preßé, th haben'etne sonderhare Presse, und daran muß irgend ein besondercr Hajek! sem, der Ste Asie infiziert. Von Osten ist die Maul- und Klauenjcuche gekommen und cht bis an die westliche Grenze. Einen bestimmter) Weg [affen stch dre Krank- Hsiten nicbt Vorschreiben, es ist höchst zwetfßlhaft, ob man durch Quaxazj- tänen etwas erreicht. Sie kommkn immer mtt dem Vorxpand dcr Samtat. Ja, ja, Sie haben ja den besten Wiüen, abex es ist doch eig Yor- wand. Gegen die Lungenscuche ist Holland tmt großer Energte vor- gkgan en und bat Maffcn von Thieren gejchlaäytkt, 11de schließlich entdc ten wir unsern eigenen Skuchenbcerd tn der Provanz'Sachsen. Damals erfuhr ich zum ersten Mal, „wie zjvecklys de_r Fanatrömus ist, der Spsrren Vexlangt. Die Krankhe'tt Mrd ntcht„_tmmer durch den Transport und dcn Bazillus chbrxitex. (_Es mußte erst festgestcllt wcrden, wie lange ch Anstsckungsfabtgkett bet Maul- und Klauensxuchs, nicht an Mcnschxn und Thierkn, sondcrn an dem Boden und Gegenstanykn haftkt, Und ich béfürchte, daß wir da sehr lange dauernde Vßrbaltmffc antreffsn. Also nicht die Jnkubgtiovsdauer, sondern dae. Dauer der Lebensfä i keit der Keims, Sporen_ oder was da ist, ist fcstzustsllcn. 5 ährend mkincs Lebens ist dre MauT- und Klauenseuxhc wiedkrholt durch Deutschland gczogen, ohne daß man Ouarantänen em- richtete. Solche Senxben kommen, breiten fichlangsam aus und V'GlsÖkatdkn wieder; damit wil] ich die Regierung nicht etwa abmahnen, s1ch damrt zu b€schäftigen, aber aus dkn kurzen Erfahrungen der 188th Zeit daxf man keine weitgehenden KonseqUEnzen ziehen. Die Tuberkulose_ tn Dänemark ist ja eine böse Sache, und die Regierung bätjo: lhre Maßregsl fchon früher ergreifen sollcn, (1er man konnte O_arauf nicht vorbereitek sein. Jndsß wenn auch cin Tbiex cm Wend emer Steüe seines Körpers Tubeckeln befißt, so ist das Flctsch d'o nocl) zgm Essen zu gkbrauchen. Die Hübnercholera ist [»An wettkr wc'rbrxttct, als man geglaubt hat, und es ist ncucrlkck) auch die Frage czufaetaucbt, ob wir nicht die Diphtheritis dcm Grfiügkl verdanfen. _Ob anußland mehr Geflügclcholera bcrrsckot als het uns,_ tft mcht restgxstcllt. (Ruf rechts: Eingeschleppt!) Ja, das rst das'Emschleppen, das immer w rund herum gebt, einmal schleppen wir em, das andere Mal aus. Wir müffcn da ja der Landwirtbschaft e11tgcgen'kotnme'n,"aber Sie müssen nicht immer von Prämissen ausgehen, dje unbegrundet s'md, sondkrn fich cm die Empirie halten. . '
Abg. [)r. Habu: Wir woüen uns gerade an die „Empirte'baltcn, aber die Sachverständi cn glaubcnx übereinstimmend emen bestimmte'n Krankheitserreger für 5). anl- und Klauenseuche finden „zu können. Dre Maul- und Klauenseuche ist bei uns nicht endemisch, ste ist vielmehr endemisch in weiter südöstlich gexegenen (Gegenden, wenn fie auch dort milder auftritt. Zu uns tft s'te eingeschleppt worden. Dre Anschauung, daß die Jniubationödaucr nicht _langer als „zehn Tage ist, ist veraltet; gerade nach der Empirie, Porr Abg. Virchqxv, hat sich eine längere Inkubationstdaucr bcraußg'estellt. Geseygebenscb ist für uns nicbtdie Lebensfäbiqkeit der Keime tm Boden, sonpern geraxe die Inkubationsdaucr in Betracht zu ziehen. Den Bakterwlogen wtl]
ich gern die erste Stelle in meinem Antra c einräumen, aber dieKin- zuziehung praktischer Landwirtbe kst dur aus nöthig. Die vor en-