1897 / 47 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 24 Feb 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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16. ebruar. er o Christoph in Bayern KöniglitbeHobett zumFSec. Lt. imH1, Hi!?weren Reiter-Regt. Yeti". Karl von Bayern. vorerst unter Stelluna 13.13 Zujw dieses als., ernannt. D exo, Pr. Lt., des 2. Feld-Art. ReM; Horn, unter Stellan d. 18 8111 «dieses Truppentbetls, vom 1. an d. I. ab auf die auer einxs Jahres beurlaubt. Küster, Sec. Lt. vom 10. Inf. Regt. Prim Ludwig, kommandiert zur Gend. Komp. von Oberbayern, zu dieser . o . ver ? t. _

WWII m(kchnitsc'tßts-Korps. 13. Februar. 1)r. Schaffer, StabSarzt a. D., in der Landw. 1. Au gebots (Aschaffenburg) wieder- au e ellt.

(; st17. Februar. ])r. Dieudonné, Assist. Arzt 1. Kl. des Inf. Leib -Regts., kommandiert zum Kaiserlichen Gefundhettöamt, der Charakter als StabSarzt verlieben. _

Beamte der Militar-Verwaltung.

17. ebruar. Lebt, Zablmstr. des 8. Inf. Regis. Pranckb,

mit Pen on in den Ruhestand getreten. Kaiserliche Schußtrnppeu. _

Berlin,16.Februar.SchußtrupyefürDeutsch-Ostafrika. Liebert. Oberst 313 511116 derselben, fur die DNS der Beurlaubung des mit den Funktionen des Kommandeuxs der Ochußtruppe bxauf- tragten OberFt-Lts. y. Trotha, 1; 1a. Zaids des Lauenburg. Jager- Bats. Nr. 9, diese Funktionen übertragen, Fromm, Hauptm. und Komp. Chef, v. der §Y_karwijz, b???“ Lt., - auf fernere vier bezw. drei abre bei der S ußtruppe e a cn. _

YchußtruppefürDeutsch-Westqfrtka. v.Sack,H_au tm. und Komp. Chef, unter Stellung 9. 18 des derselben, auf ein abr Öeurlaubt.

Jichtamtlicßes.

Deutsches Reich. Preußen, Berlin, 24. Februar.

D'e vereini ten Ausschüsse desBundeSraths für Handel und erkehr ungd für Eifenbahnxn, Post und Telegraphcn hielten heute eine Sißung.

Das Staats-Minifterium trat heizte Nachmittag 3 Uhr im Reichstagßgebäude unter dem Vorjtß des_Mm1stcr- Präsidenten Fürsten zu Hohenlohe zu einer Stßung zu- „sammen.

Der Kaiserliche Minister-Resident in Lima ?_embsckx ist von dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub (zus einenPosten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Mm1ster-Residentur wieder übernommen.

Der Köni_1i e Gesandte in Karlßruhe, Wixkli_che Geheime Rath von Eisge nädech er ist von dem ih_m Allerhoch1tbew1lltgt§n kur en Urlaub auf seinen Pysten zuruckgekchrt und hat die Geéchäste der Gesandtschaft Wieder ubkrnommen.

Der Bevollmächtigte zum Bundesraib,_Köi_1iglich württem- bergische Oder:]?riegNath :) on Landl) eck ist hier angkkommcn.

Der Re icrungs :Affeffor_ _von Krogh _ans Arolsen lft dem Königligchen PolizeiÉräftdium zu Danzig und_ der_Re- ierungs-Affeffor ])1'. _m Schlpchatx der Konigiichen egierung zu Oppeln zu MULWL' dienstlicher Verwendung überwie en worden. _ _ _ _“ Desk RegierungE-Affeffor Lu_tterb eck in Hirschbxrg1._Schl. ist dem Landrath des Landkreiscs Aachen zur Hilfeleistung __zugetheilt worden.

Breslau, 23. Februar. Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich ist Heute Nachmittag bald nach 3 Ulzx _von hier nini) Kiel abgereist. Höchsiderfelbe _wurde von Hemer . oheit dem Erbprirxzen und Idrer Koniglichen Hoheit der Lrbprinzessin von Sachsen:Meinm_1gen nach _dem Bahnhof geleitet, wo sich auch dkr Gencral-Lteutenant Freiherr .von MceÜcheidt-Hüüeffem, die O_verstcn Graf von Moltke und ;von Porembskr) sowie der Oveerieutenant von Szymcznßki - ur Verabschiedung eingefunden hattxn. Nachdem SemeKomg- Lick)? Hoheit sich von den ErbprinzlichZn Herrschaften und den Offizieren verabschiedet hatte, _seßte Uck) der Zug unter den _.Hoch- und Hurrahrufen dcr ver1ammelien Menge 111 Bewegung.

Bayern. Die Münchener „Angmeinc Zeitung“ vexöffentlicht einen Erlaß Seiner Königlichen 49011211 dcs Prtnz=chenten an daS StaatE-Ministerium,_worm_ Hochstdersxibc L_)xn Wunsch kundgiebt, daß sich die staatlichen, _ktrchlichen und Militärbehörden in cntsprechender Wxxse (m_der Jahr- Hundertfeier dcs Geburtstages Katier Wilhelm I]. bethciligen. _ Braunschweig. Seine Königliche Zohcii dil" Prinz Alhrecht von Preußen, Regeat des Ierzoxxthurps Braunschryeta, hat_ver: sigi, daß am 21. März der VormrttagßGottesdienii zu Uncm die Feier des Andenkens an din Ka_1_scr Wilhelm ]. um- fassenden Festgottesdienste zu gestalten 111. Der (Gottesdienst Zoll mit allen Glocken eingeläutet werdxn. Am Vortmttag _es 22. März soll in allen UnterrichtSanitaltcn de? LMÖÉS etye der Bedeutung dcs Tages cntsprechcnde Geda xmßfeixr fur die Jugend veranstaltet wcrden._ Der Unterricht alli nxahrcnd des ganzen Taqes aus. Wo im Lande aZi_2_3. Marz_ zur Nachfeier des Geburtstages volthumlxcHe Jkstltchkenén itgtt: finden, die von den Schulen ausgehen oder ai) denen diese theiinehmen, werden die Schuivorsiäßde ermachtigt, Nach: mittags den Unterricht auéofachi zu 1014211. Die zur Aus- ührung dieser Anordnungen erior-Jcriichen VerjugunZetx _habxn Lie oberen Kirchen- und Schulbehordcn nach ihrer - unandig- keit zu treffen. _ _ SachsemMemmgen. _ Durch eine Verordnun Seincr Hoheixdes Herzogs Ut bestimmt woxdcn, daß a e StaaiSJebaude am 22. und 23. März Flagzensckimuck anzulegsn habsn 11110 daß sie, _wo Illuminationen stattfinden, auf Staatskosten zu illuminieren smd. Elsaß-Lothringeu. In der gestrigen Sißung des Landesausichusses stellte der Staatssekretär von Puttkamer die Vorlage Emes Geseßentwurss in Aussicht, durch welchen an St_eUe der_alten französischen Bestimmungen em dem deutschen ReichZ-Preßgescß analoges Preßgeseß als Landcsgxseß zur Einfuhrung ?_e; langen werde, welches aber der Regierung gemiffe Befugm e gegen die auswärtige Presse verleihen softe.

. Qestereeich-Ung-ra. Das ungaris e Unterhaus hat gestern das Budget des Ackerbau-M nisteriums im Ganzetx anaenommext. In seiner Schlußrede erklärte der Ackerbau-thfterDaränyt, daß er die Frage des Donau-Oder-Kanals nicht aus dem Auge verlieren werde und daß er dte Frage der Waag-Oder-Ver- bindung studieren lasse.

Großbritannien und Irland. _ _ n der etri en Si ung des Unterha_uses_the1te mie „WLB.“ bgersichtget, der ßerste Lord der _Admtralitat Gofchen mit, daß die Expedition gegen Benni erfolgreich gewesxn sei. Am Nachmitta e des 18. d. M. se: die Stadt _Benm nach achtftündi em ampfe eingenommexi wurdet). Siehzehn Europäer un 23 Emgeborene seien theils getodxet, theils schwer, theils leicht verwundet wyrden. Es- seien sofort Schritte unternommen, um den Konig gefangen zu nehmen und dem Lande Frieden zu geben. ZDer Parlamenis- Sekretär des Aeußern Cur on xrklcirte: Die Regierimg wrffe nicht, wer das Signal zur eschteßung d_er Aufständts en auf Kreta gegeben habe. Das V2rfahren_feizw1schende_n (Hes wader- Chefs vereinbart worden; vermuthlich habe der alieste Offizier, der italienische Admiral, das Zeichen gegebe_n. ZM,? Regieruyg habe keinerlei Andeutung erhalten, daß die m_rktsche Regie- run feindliche Maßregeln zur See gegeii Griechenland be- abst ll e. Da der türkische Vertreter_ in Athen_ und der griechisZx in Konstantinopel bleibe, so ko_nne man !Ucht sagen, daß jeßt ein Kriegszustand vorhapderx sei. _ Darling fxaßte, ob England diejenige Macht ser, die, Wie der franzofi che Minister des Aeußern Hanotaux gesagt habe, Ende November 1895 die Einfahrt in die Dardanell_en vorgxfchlagen _habe. Der Parlaments-Sskretär des Auswäritgen Curzon erxmdexte, daß dies nicht der Fall sei. _ Auf_d1e Frage Darltxtg_s, wolche Macht es gewesen set, erklarte Curzon, es sei nicht stine Sachc, im Unterhause für fremde Mächte u antworten. Der géstrigen Sißung dcs parlameyiari eben Untex- suchUngS:Au§schusses, beireffqnd den Einfall Jameson s in TranSvaal, wohnten der Prinz vqn Wale-F, Jameson und ])r. Harris bei. Das Verhor CLCll Rhodes wurde durch Campbell-Bannerman, Ellis und Buxtop fortgeseßt. _CLUl Rhodes wies auf die Anglogie zw1schen der_n Emfaüe Jameson's und der Invasion auf Kreta h_m. „Der Unterschied besteht darin“, äußerte Rhodes, „daß die _Leute m Johannesburg Ihre Landsleute waren, rvcxhrend es die Kretcr nicht sind. Sie habcn volle Sympathie fur die Kreter, aber keiue Sympathie für Ihre Landsleute“._ LabouchSrc unter: brach Rhodes mit der Bemchrkung: „(Sieht cs auf Kreta aucb Goldminen?“ und wurde deshalb zur Ordnung gerufen. Auf fkrnere Fragen verschiedener Mitgliedcx des Aysschuffes er- widerte *ecil Rhodes: Die gegenwärtige chqe _m Transvaql könne nicht fortdauern, cine Aenderung müise cmtreteri. Die nkue Bevölkerung werde fich verdoppeln und vsrdretfachen, während die alte Bevölkexung de_r Burghers sich vermmdxre, da fie theilweise nach Rhodesm ziehe. Er,_R_hod_es, hghe mcht die Umwandlung der holländischen Republik m eme b_rmsche ge- wünscht; er habe eine Union gemünscht; dadurch alle_m sei sem Vorgehen geleitet worden. Cecil Rhodes ste_xllte ferner in Abrede, daß die Erhebung in Johannesburg von ihm _ms Werk geseßt sei; die Wahrheit sei, daß Johannesburg ihn _m die Erhehung getrieben habe. Das Volk im Rand habe die der britischen Rasse eigenthümliche Empfindung getizeiii,_ daß 92"- an der Rs- gierung theilnehmen müsse, wenn es d1e_ metstcp Steuern zahle. Das fernere VLkhök brachte technische Einzelfragen, welche wenig JNTEWffL boten, _ Die demnächst erfolacnde Entsendung einer besonderen Mission an den Negus Menelik unter der Führung Re_n_n ell Rodd's, des gegenwärtigen Sekretärs bei der britischen dipiomatiscbcn Vertretun in Kairo, is_t amtlich angekundigt. Mehrere Offi iere, unter i nen Oberst Wingate und Lord Edward Cecil, dcr “ohn Lord SaliZbury'H,_werdcxx Rydd beqletterz. Rodi) wird einen eigenhändigén Vries dcr Komgm an Mcnelik

überbrin en. g Frankreich.

Gestern Abend wurde', wie „W. T. B.“ aus Par_is berichtet, im Tivoli Vauxhall eine von Studentßn em: berufene Volksversammlung zu Gunsten Griechen- [(LUDS abgehalten, an der etwa 4000 Personen theilnxlhmen. Mehrere sozialistische Deputirie hielten Ansprachen. Die V?x- sammiung nahm eine Tachordnung a_n, welche gegen d_1c Einmischung der Mäch_t_e auf Kreta Einspruch erhebt, Ein ernstlicher Zwischenfal] 111 nicht vorgekommen.

Rußland.

Der „Re ierungsbote“ veröffentlicht das am 28. Mai 1896 von dTm Fürstcn Lobanom und dem Marschall Yama ata in Monau unterzeichnete Abkommen, betrechnd Korea, sowie ein Memorandum, untex: zeichnkt in Söul am 2. Mai 1896 yon dem ruin: ichen Vertreter Wäber und dem ]apatxischcn Vertretyr Komura. Das amtliYe Blatt enthakt ferner em Communiqué der cgisryng, m we_1ck)6m es heißt: Die gegenwärtig veröffentlichten Vereinbarungen zwischen Rußland und Japan haben in Moskau _und Söul stattgefunden infolge dcs Wiznscheß Rußlands, jedes Mißverständniß zwischen ihm und _der japanischen Regierung he: züglich dcrkorkanischen Aygelegenbexten zu beseitigen. Diese Virem- barungen sind die unmxttelvare Foi e des chinesiscbzxapamschen „Krieges und der durch l_cßtererz au Korea geschaffenen __Lage; sie vcrleßen durchaus nicht die (Hryndlage dsr Unabliangtg- keit Koreas, welche in dkm ]apanisch:ch_mes1sch_en Frtedzkns- vertrag von Schimonofeki aungdrückdffi. _Die koreanische Regierung bpwahrt ihre volle YkllonSfr8ch811 m allen Fragen der inneren, wie der auswärtigen Politik._ RUßland und Japan bekunden in den unterzeichneten Vexembarungen nur_ ihre gegenseitige Bereitwiliigkeit, den König“von Korea het dcr dauernden Sicherung der Ordnung zu unterstußen, welchx zeit: weilig infolge der Erschütterungen durch den usammeysiqß zuztschen China und Japan gestört wurde. As das 6111319 r_1chttge Mittel zur Erreichung dieses Zieles_kqnn _nur die Bildung eingeborener Truppen und Polizei dienen, _ Anderer- seits erscheint das in Söul von_dem_ russischen Ge- schäftsträger Wäber und dem 1apamsche_n Vertreter Komura unterzeichnete Memorarzdum, obgleich cs be- züglich dsr Zeit dem obenernxahnten_Abfommen etwas vorauöying, dennoch als nothwendi e Erganzuyg des le_ßterdn. Dieses Memorandum Mist klar au? da? gemeinsame Ztßl hl,"- wclches die beiden kontrahierendcn Theile verfolgen, namlich die Entfernung jeglicher, wenn auch an Zahl tt_nbedeiztetider ausländischer Besaßungstruppen aus Korea m moglichst

Italien.

Geßern, Abend fand in_Rom _eine Kundgebung zu Gunsten Kretas tt; dre Mamfestanten durchzogen mit einer griechi chen Fa e die Stadt und begaben fich_ nach der griechischen esandt'chaft, tvo fie Hochrufe auf Griechenland und Kreta ausbraäzten. Eine Abordnung der Manifxstanten begab sich zum riechis xn (Zhesandten; leßterer erschien auf dem Balkon und ankle r die Kundgebung.

Türkei. Der Großfürst-Thronfolger von_ Rußland ist, wie „W. T. B.“ meldet, am Montag Na Mittag 1%; Uhr auf der Yacht ,Sarniza“ in Harak gm osPorus eingetrz) en. Der ruisiscße Botschafter von Peltdow war _dem Großfurten auf der StationSyacht„Kolch1da“' zur Begrußung entgegen- gefa ren. Die türkischen Forts gaben den ublichen Salut, ebenko leisteten die mit ihren Mußxkorps aquestellixn Truppen die üblichen Ehrenbezeigungen. Die „Sarmza“ Wlkd_ auf der Fahrt durch den BoSporus von der „Kalchtda“ begleitet und ohne Aufenthalt die Fahrt nach Patras fortseßen. _ Den Botschaftern wurde _von der Pforte die Mitthei- lung gemacht, daß von den kre_tischen Jnsur enten zwei Kom- pagnien türkischer Truppen_ bei der Ort! a_t Vucolis aufge- rieben worden seien. Es seien nur em Of 31er und 60 Mann entkommen. Die Insurgenten hätten außerdem T_ürken emge- schlossen, bei denen sich Weiber und_Kmder befanden. Der Versuch der kommandierendcn Seeoffiztere, den Türken freien 21sz zu verschaffen, sei bisher ohne Erfolg geblieben.

Las Wiener „Telegraphen-Korrespondeti Bureau“ be- richtet aus Konstantinopel, daß, nach turki che_n Angaben, 17 Linien- und Redif-Divifionen mit 280 Bat_aiuonen und 222000 Mann mobil gemacht und auf der westlichen Balkan-

albinsel vertheilt werden sollten. In den le t_en 5 Tagen Lien mit Sonderzügen aus dem Norden und sten _des Bw reiés des ]]]. Korps 5 Linienbata_illn_ne, 7 Batterien__ und zal) reiches KriegSmaterial nach der gr1ech1sc_])_en_ Grenzebefyrdert worden, Die Verstärkun Zn für den o!t_lichßten Theil der qriechifchen Grenze gingen trekt nach Krama am Golf von Saloniki. _ Aus Kanea berichtet die „Agence Havas“, dreYdmirale der fremden Krie séchiffe häitetx den griexhischexi (He: schwader:Cyef außge ordert, mrt ihnen gemeinschaftlich die Oertlichkeit dcr Beschießung vom Sonntag zu _besucken, um dte Wirkungen der Beschießung festzusteljen und fur die Pflege der Verwundstcn zu sorgen, falls solche_yorhanden seren, xvas fie, so lange kein Zeugnis; ciner unparteiischen Stelle vorltego, be»- weifelten. Der griechische Geschwader-Chef hgbe den_Vor- ?chlag abgelehnt, da er infolge der durch die Beschießung hervorgerufenen Erregung nicht fur dteSichcrheit der Admxrale bür cn könne. an Athen eingetroffenen Nachrichte_n zufolge bätien am Montag britischeSchiffe vor antantas, wosclbstsrchdas 'auptquartier des Obersten Vasqu _ befinde, demonstriert. Ferner werde berichtet, daß Kastell in Brand stelÉe. - Jm Konsulat : Korps von Kanea solle der_Plan ciner _andung qemiscbter Detacbements inPalaochora und Kantano, ivo die Türken von Christen eingcschloffen seien, erwogen we'rden. An der Nordwestküste Kretas krexizteri Torpedoboote, chhe jede Ausschiffung von Lebensmitteln verhinderxen. .das griechiickze Lager sei noch für mehrere Tage mit Promaut vcrfehcn. _ __ Nach einem Telegramm des „Reuterschen Bureaus m_xs Kanea von heute lst in dem ganz aus Holz erbautßn,1n nächster Nähe des Postamts belegcxiep Palast Feuer aus- gebro (h en. Man nimmt eine zufalltge Entstehungszursache an.

Griechenland.

Die „Politische Correspondenz“ meldet _aus Athen: Der Minister des Aeußcren Skuses 5qu auf_ die Bemerxung der Vertreter der Mächte, daß die Aktion Gr:;“cheylands 113_Kreta UNgünstig auf die grieckzischsn Finanzen 'ruck_w1rk6n_ x_nuns, e_x: widcrt, die griechische Regierung werdx sich moglichermeni gezwun-gsn sehen, die Zahlung des nachsten Kupons 31. unterlassen. _ __

In der Deputirtenkammer x_vurde, dem „W. T. B. zufolge, gestern seitens der Mehrheit em Aixtrag eingebracht, welcher gegen die Beschießung der Aufstand1schen_durch die Kriegsschiffe der Mächte E1_n_spruch ?cka und die R?“- gierung aufforderk, bei der Polini des Handelns zu beharren Der Minister-Präfident D 611) an n ck crklarte: dcr Antxag bxdeute Mißtrauen egen die Rxgierimg, auch erachte er es nicht fur Is Hauses wür ig, zwxcklo1e Protestkrklarungdn zu erlgffen. 2,1? Mitglieder der Opposition beantragten hierauf, di_e Kammer möge den Schmxrz dss Griechenthums gegxnuber den 2ryangs-maßnahmen Europas _zum Ausdxuck bringen. Der

inister-Präfident Delyanms stellte dre Vertrayenßfrage Nachdem die Oppositionellm_ erklärt hatten, daß sie s1ch an der Abstimmun nicht bethetlian wurden, wurde dxr das ertrauen zur Fiegierung ausdrucksnde Antrag mxt 110 «LIM

Stimme angenommen; aUßerdcm wurden 6 weiße ZUM abgsgeben. _ _

Nach einer in Athkn eingetroffenen Depesche aus Certgö halten britische Kriegsschiffe diese Insel eng umschlossen. __

Die Ankunft italienischer Stude_nten, welche_ü Freiwillige nach Kreta gehen, ga_b gestern m Athen zu SML? Kundgebung Anlaß; eine zahlreiche Menschepmenge dIrchiÉZ dis Straßen unter den Rufen: „Es lebe Griechenland. lebe Italien!“ „Es [?be Krim!“

Serbien. _ __ _ Der neue Präsident des Ministeriums und Minntsr VES

Außwärtigen Simiisck) hat gestexn, nach seiner Rückkehr VW Wien, die Leitung der Geschäfte ubernommen.

Bulgarien.

Die Sobran'e beschloß gestern mit großer MERKEN den Bau der EZsenbahn-Linie Saranibet)--Nova

Zagora.

Amerika.

Einer dem „New: ork- erald“ aus Havanna zu cgaxtglnk" Depesche zufolge HatY deéH dortige _Korzsul der _ :reimgik" Staatkn Lee wegen der Erfolglosigkeit seiner meubungkn 5x Gunsten der amerikanischen Gefarxgenen_ m_ Cuba "ck seine Entlassung gebeten. Er halte die (Himachnqungknäet gesucht, die Freilassung der gefangen gebqltenen_ merl «?ck:- u. a. die des 131“. Ruiz, zu verlangen. Dieselbe tft ihm " bewilli ! worden. .

Jr? Repräsentantcnhaus ist, wie „W. T. B-

Washington meldet, eme gemeinsame Resolution ein

naher Zeit.

worden, welche den Präsidenten ermächtigt, den am

"Lenbach

' en Krie sscbiffen dey Befehl zu einer Bes ie un Yxsrchcubanis en Küstenüadte_ u ,?eben für den auß, da die jekt gefangnsegehaltenen amen am chen Staatsbürger nicht

' e a en wur n. frelgAuffg Havanna wird berich_tet, daß die spanischen Kriegs- schiffe seit Sonntag in dem dort! etz Hafen yersammelt seien. Gerüchtweise verlaute, daß die An andischen die Stadt Bagamo genommen hätten.

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Parlmueutaristhe Nachrichten.

Die Berichte- Über- die gestrigen Sißungen des “Reichstages und des Hauses dxr Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.

- In der heuti en (184) Sißung des Reichstqges, welcher der Staatsse retär des ?nnern, Staats = Minister ])r. von Boetticher und der Mini ter der öffentlichen Arbeiten Thielen beiwohnten, wurde vor Eintritt in die Tagesordmxng, entsprechend dem Anfrage der Geschäftsordnungskommisfton, die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. ])r. Sigl OWZ.) wegen Beleidigung abYlehnt. _

arauf wurde die zwette exathung des Reichshaus: halts - Etats für 1897/98 bei dem Etat des Reichs- Eisenbahnamts fortgesetzt, ier u liegt folgender Antrag der Abgg. ])r. Pachnicke

xfx, gg.? und Genossen vor: 7 „den Herrn Reichskanzler zu ersucbcn, dahin zu wirken: 1) daß unter tbunlichster Ermäßigung der Tarifsätze eine Ver- einfachung des Tarifsystems für den Personenverkehr stattfindet; 2) daß unter Aufhebung des Freigeväcks eine Ermäßigung und Vereinfachung des Gepäcktarifs eintritt.“

Bis zunÉ Schlußchdes T(ZlRteanahan itt: 31er ZebaZe Je Nb . ])r. amma er n., ug “eur„ r. a : niYge (fr. Vgg.) und der Präsident des KeichsWisenbahnamis 1)1'. Schulz das Wort.

- Die Abgg. Graf von Hoxnpefcb und Genossen haben im Reichstage folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag one heschließen: dem nachstehenden Geseßentwurf die verfafsungémäßige Zusinnmung1zu ertbxilen:

Das Gefeß. betrxffxnd dm Öxden der Gesellschaft Jesu, vom 4. Jiiii 1872 (Rkichs-Geseßblatt (“Z. 253) wird aufgehoben.

Die zur Ausführung und zué Sichersteüung ch Vollzugs des im §k1 genannten Gesetzes exloffenen Anordnungen Verlieren ihre Gültig Lit.

§ 3. Das gkgenwärtige Geseß tritt mit dem Tage skiner Verkündigung in Kraft. - Der Abg. Felisch hat in dem Haufs der Abgeordneten nacbstebknde I n t erp el [atio n eingebracht: _ Die Königliche Staatöregierung hat am 3. August 1896 tm „Deutschen Reichs- und Preußischen StaatE-Anzeiqer“ einen Geseß- entwurf, betreffend Organisation des Handwerks, veröffentlicht, Welcher die Zustimmung des organisierten ?andwerks erfahren hat und von welchem man annehmen durfte, da derselbe durch den Bundeskatb baldigst dem Reichstage zugehen würde. Da eine solch€ Vorlage bis jetzt nicht erfolgt ist, so richten wir an die Königliche Staats- rkgierung die Anfrage: ob eine Vorlage, welche den am 3.August 1896 veröffentlichten Entrvurf als Grundlage hat, noch heute den Ansichten der König- lichen StaatSregierung entspricht und demnächst dcm Reichs- tage zugeben wird ?

_ Die Abgg. Brüjt, Von Bülow-Botbkamv, Engel- Hrscbt, Groth und Dr. Martens haben im Hause der Abg'e- ordneten dsn Antrag eingebracht: _

Das Haus der Abgeordneien woÜe beschließen:

die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, gegenüber der That- sache, daß die Fähren über den Kaiser Wilhelm-Kanal ihren Zweck nicht eriüÜen, mit möglichster Bescblkunigung Maß- nahmen zu treffen, durch welche entsprechende Abhilfe ge- schaffen wird.

Arb'eiterbeweguug.

„Aus Weißenfels wird der „Geraér Ztg.“ gemeldet, daß der dortige Fachderein am Sonnabend beschlosskt] hat, den Ausstand in DSU Schubfabriken für beendet zu Erklarcn; zu unterstüßen sind "W 56 stellenlose Ausfiändige. (Vgl. Nr. 36 13.231.)

Hier in Berlin hat, wie die Berliner .Voikß-Ztg.“ meldet, der erlrner MetallarbeiterVLrband beschlossen, am 1. Juli k;J- tn den Allgemeinen Dcuischen Metallarbeitervarband, der in Htuttgqrt seinen Sitz hat und zur Zeit etwas Über 24 000 Mitglieder zahlt, etnzutretkn. Die Bedingungen des Uebertritis smd hauptsächlich ?Digende: Der Deutsche Verband vkrpflicbtet fich, in seinex im April Ubiubaltknden Generaldetsammlung Béstimmungen in das Statut IUszunebmen, welche den Berliner Metaüarbcitern die Selbstver- waitung sichern. Die Berliner behaltsn von ihren Einnahmen zwei Drittel zur freien Verfügung und Vom lsßten Drittel noch 25 0/9 für Verwaltungskoften am Orte zurück. Dér Rest wird an die Haupt- kaff? abgeführt. Die Berliner Metallarbeiter sind an die Bejch1üffe dk? HauptvNstandés nicht gebunden. - In der Versammlung wurde Mitgxtbktlt, daß in Kürze eine Konferenz sämmtlicher, in kleixien

e_remen organisierten MetaUaxbeitsr abgehalten werden so!], um diese glUä/faüs an die Zentralisation anzugliedern. Aus London mcldet „W. T. B.“: Nach einer kaescbe aus Sunderland steht der Eisenbabn-Gütcrverkebr m Sunder- lapd infolge des Außstandes fast gänzlich stiÜ. In dem Faü, daß die _1rkktoren_ der Nordostbabn in der gesttigen Versammlung die Bedingungen der Arbeiter nicht angenommen hätten, Wyllten die _bei dem Personenverkehr beichäftigten Gepäck- 539181217, bxute die Arbeit einstelien. Die Lokomotivführer des fOrddistnkts bahen s1ch bereit erklärt, sich dem Ausstande anziz- „x_ließxn. _ Wie der .Frkf. Zr .* telegrapbiert wixd, haben die __Schlsfbauaxbeiter der engliscZen Nordseeküste am Msnkag eschwffkn, keinen allgemeinen Ausstand zu beginnen. Einzelne (Ge- Wekkvereme sind ausstandig.

Kunst und Wissenschaft.

Ukbet die bevorstehende 71]. Internationale Kunst- YUMLUUUZ in München 1897 wird von dort gkschriebxnx __Al_1€ ikedlse der Munchener Künstlerschaft haben fich nuxmebr einmgthtg n en Dienst der großen Sache gestellt und sieben ihrem Fu_hrer exxmz von Lenbach in der Durchführung seiner reformierenden Thatig- eil fördernd zur Seite. Naturgemäß geben die Bestrebungen dahin, ML"!) .Maffenausstxüung soviel als nur immkr möglich entgeg_en- nur eiter) und dafur eine Ausstellung ins Weil zu feßen, die sich nicht “"be eme bZsonderß stren e Auswahl der Kunstwerke erstrecken, sondern We in der kunfilenschen Öestaltung der AusstellungSräume „selbs? "€“?

9? b€schreiten_ wird, die Vorbildlich werden solLen für die Zukqnft. selbst Wird in einer mehrere Säle umfassenden, retrospékttven

/

enen Räumen, welche der Repräsentation zu dienen haben, seine

een zu verwirklichen suchen. Ibm sich ans [ießend, wird, von gleichen Prinzipien ausnebend, die Münchener nsileraenoffxns aft mit ihren Gxuvpen im Verein mit der Münchener Sezession em 2- sammtbild des Kunstschaffens Münchens geben, das, nachdem es mehrere Jahre räumlich getrennt war, in seiner Gestbloffenbeit und Mannigfaltigkeit das höchste Interesse des Beschauers Waehrufen

dürfte. Literatur.

Kaiser Wilbelm's des Großen Denken und Wollen nacb selbsteiaenem W'ort und levtwilligen Aufzeichn_ungen. Zusammengesjellt von W. Maraun. Mit einem Bildniß. (80, 72 S.) Verlin-Scböneberg, Militär-Verlagöanftalt. Preis ge . 1 „si, eleg. geb. 1 „Fi 60 „4. - Diese eiaenen Aussvrücbe und Nieder- schriften des Hochseligen Kaisers schildern in schlichten, aber gerade dadurch um so ergreifenderen Worten das Fühlen und Denken feines langen, rubmvollen Lebens. Das kleine, würdig auSgestattete und mit einem guten Lichtdruck-Porträt geschmückte Buck) nimmt unter den Festgaben zum 22. März 1897 eine hervorragende Stelle ein. .'". Kaiser Wilhelm ]. 1797-1888. Von 131". Gottlob Egelbaaf, Rektor am Karngymnasium in Stuttgart. Dritte Auf- lage, mit Porträt. Verlag von Carl Krabbe in Stuttgart. (Preis 1 „FC) - Das Bild des Heldenkaisers, wie es hier schlicht und treu gezeichnet ist, verbunden mit einer Schilderung seines Wirkens und seiner Tbaten, erscheint vortrefflich geeignet, das deutsche Volk und vor aUem die Jugend die Bedeutung des Verewigten verstehen und nie vergessen zu lebten.

- Die GeWerbeordnuna für das Deutsche Reich, unter Berücksicbkigung der Geseßgebungsmaterialien,_ der Praxis und der Literatur erläutert und mit den VoÜzugSvorscbristen berausaegeben von 1)r. Robert von Landmann, Königlich bayeriscbem Staats- Minister des Innern für Kirchen: und Schulanaelegenheiten. Dritte Auflage, unter Mitwirkung des Verfassers bearbeitet von Dr. G ustav Rohmer, BezirkSamts-Affeffor. ]. Band, 1. Hälfte (Bog. 1-24). München, C. H. Bkck'scbe Verlagsbuckybandlung. Preis 4,50 „M - Durch die -angekündiate Handwerkergeseyizebung hat sich der Verfasser von der Neubearbeitung seines Kommemtars zur Reichsgewerbeordnung, deffen_ zweiLe Auflage erst im Jahre 1895 ur Vollendung gelangt ist, mcht abhalten laffsn. Sie so!] in zwei

änden zu je zwei Abtbsilunqen im Umfang von ca. 24 Bogen (zum Freise von je 4,50 „M) crscbeinc-n. AlsZMitarbeiter der neuen, dr ien

uflage ist Bezirksamts-Affeffor Rohmer aufgeführt. Da das Er- schein€n dé]! zweijen sub über einen langen Zeitraum erstreckte, der Sößere Theil derselben schon in den Jahren 1892 und 1893 der

effentlichkeit übergeben wurde, also die umfaffknde Rechtsprercbunq und Literatur der letzten vie'r bezw. drei Jahre nicht berücksichtigt, ist die Neubearbeitung durchaus zeitgemäß. Die vorliegende Erste Ab- theilung reicht bis § 41 a der Gewerbeordnung und enthält bereits einen wahren Schatz von Erläuterungen. Der Inhalt der Anmer- kungen, die schon in der zwciien Auflage vielfach und vor allem in Ansehung der grundlegenden Fragen als selbständige Abhandlungen gelten konntkn, ist vertieft und erweitert, Präjudizien und Literatur smd in der umfassendsten Wsise herangezogen und aus 81111 t worden. So verspricht der Landmann'sche Kommentar, der an a seit dem Erscheinen dkk zWeité-n Auflage erlaffenen VoUzugsvorscbriften berück- sichtigt, eine nach jeder Richtung erschöpf€nde Arbeit zu bieten.

- Als 41. Band dsr Guttentag'scben Sammlung deutscher ReicHS- gescZe ist jüngst eine AuGgabe des Börsengeseßes vom 22. Juni 189 nebst den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen, unter Mit- wirkung des Kaiserlichen Geheimen Ober-Regierungé- und Vortragen- den Raths im Reichamt des Innern A. Wermuth bearbeitet Von H. Brendel, Gerichts -Affeffor und HilfSarbeiter im Reichßamt des Innern, erschienen (Preis 1,50 ck). Auf diese AuSgabe ski die Auf- merksamkeit einmal deshalb hingelenkt, weil sie als erste die Aus- fübrungßanweisungen enthält, obne welche das Gesey nicht anzuwenden ist, sodann aber auch darum, weil sie unter Mitwirkung des Ge- heimen Obeeregierungs-Ratbs Wermuth entstanden ist, welcher bekanntlich in allen Stadien der Berathung des Geseßes als Kom- missar der Reichregierung fungiert hat.

In neuen Auflagen erschienen vor kurzem von derselben Sammlung

deutscher Reichsgeseße: Die Allgemeine deutsche Wechsel- ordnuuq, auf der Grundlage der von ])r. S. Borchardt, Ge- beimem Justiz-Ratb, verfaßten AuSgaba bearb'eitet Von Dr. Ernst Ball, Rechtßanwalt am Landgericht ] zu Berlin (7. Auflage), und Das Reickisgeseß über die Wechselstempelsteuer, bearbeitet von .Loeck, Regierungs-Affeffor bei [M Yrovinzial-Steuer-Direktion zu erlin (6. Auflage), ferner Von der uttentag'schen Sammlung preußischer Göseße: Die preußische Beamten-GeseßgebunZ, enthaltend die wichtigsten Veamten ese e in Preußsn, zusammengeste t don Karl Pfafferotb, Kanzlei- at (3. Auflage). Voi) der Carl Heymann's en Sammlung deutscher und preußi- scher Geji-ße liegen in erster Auf age vor: Das Gesetz zum Schutz dex Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, für die Praxis erlautert Von Dr.jur. W. Rhenius, Kaiserlicbem Regierungs-Ratk), Vorfisendem der Abtheilung für Waarenzeichen im Kaiscrlichn Patent- amt (2,60 .“), und Die Stempelsteuer in PreuZen, gemein- verständlicbe Darstellung des nach dem Geseß Vom 31. uli 1895 in Preußen geltenden Stemvelrkchts für den praktischen Gebrauch von H. Ehnert, Postinspektor in Berlin (Preis 1 M).

GesundheitsWeseu, Thierkrankheiten uud Absperrungs- Maßregeln.

Dcr Gesundheitsstand in Berlin blieb auch in der Woche vom 7. bis 13. Fsbruar ein guter und die Sterblichkeit eine günstige, wie- wohl fie etwas höher als in dsr Vorwoche war (Von je 1000 Ein- wobnern starben, aufs Jahr berechnet, 17,4). Auch in diéser Woche berrschten akute Entzündungen der Athmungsorgane und tharrhe der Luftwsge _vor und naan noch immer in zahlreicbkn Faükn (71) einen tödtlich€n erlauf. Häufig kamsn auch Erkran- kunqxn an Grippe zur ärztlichen Blobackptun und führten in 7 Falls:: (gegen 6 der Vorwoche) zum Tode. aßegen blieb das Vorkommen von akuten Darmkrankheiten ein escbränktes, und auch die Zahl der durch diese Krankheitsformen bedingten Sterbefäüe blikb eine kleine, Die Betbeiligung des Säuglingöalters an der St_krblicbkeit blieb eine gerin_ge; von je 10000 Lebenden starbkn, aufs Jahr berechnet, 47 Sauglinge. - Von den Infektions- krankbeiten kamen Erkrankungen an Typhus nur vereinzelt, an Masern etwas web_r, an Scharlach und Diphtherie in fast gleich mäßiger Zahl wie in der Vorwoche zur Anzeige, und zwar zeigten fich Masern in der Schöneberg€r und Oranienburger Vorstadt, Er- krankungen an Diphtherie_ im Stralauer Viertel und in der Rosen- tbxler Vorstadt am zahlretchsten, während Erkrankun en an Scharlach in keinem Stadtthexil m nennen§wertber Zahl zur eldung gebracht wurden. Ansebnlicb gesteigert (auf 11) ware_n Erkrankungen an Kindbettfieber. Auch eine Erkrankung an Gsnickjtarre wurde bekannt, Rosenattige Entzündungen des ZeUgewebes der auf wurden gleich- falls etwas häufiger als in der_Vo_rwoche _zur chandlung gebracht. Erkrankungen an K_euchbusien, dl€_ tn 16 FalLen zum Tode führten, bliebxn zahlreich, wahrend rheumatische Bsschwsrden aller Art seltener zur arztlichen Bcobachtung kamen. _P ort u gd].

Durch Ministerial-Verfngung sind die seiner Zeit zur Verhütung

der Einschleppung der Pest erlaffeyen Bestimmungen dahin vcr-

schärft worden, da alle aus Indien, dem Golf von Oman

und dem Perfis en Golf, sei 66 direkt oder auch na Anlaufen

von Zwischenbäfen,kommenden_Schiffe sowieaüe anderen (hiffe, die

yon diesen Ladung und Paffagtsrc übernommen haben sollten, in keinem

portugiesischen Hafen mit Außnabme_ desjenigen von Lissabon zu-

gelassen wkrden. In le terem Hafen können sie Passagiere und

Gepäck, sowie Postsäcke, mt Ausschluß jedoch der Muster und Post-

packete, die auch auf dem Landwege nicht eingeführt werden dürfen,

"SÜLÜUUK, die das Beste enthalten soll was 1eit den leisten Jabr- ökbnten in allen Ländern an Kunstwerkén geschaffen wurde, sowie 1"

!

auSichiffen, doch werden die Paffagiere einer strengen Quarantäne

Türkei.

Die für Herkünfte von der arabischen Küste xwis en Litb und Lobija noch beftebende zehntägige Quarantäne ist aufgebo en worden.

D b 1 risch Gs Ykgatrrie'ö't V 1) Ei

er u ga e e un e Ora (: zur er ütun der u- schlepvung der Lest folgende Maßnahmen getroffen: g

1) 'Die infubr von Lumpen, alten Kleidern, gebrauchten Effckterz, Hadern, schmuyiger Wäsche, Decken 2c. aus Asten und Afrika ist verboten.

_2) Alle bu_lgarischen äfen am Schwarzen Meere sind für Schiffe, welchedtrekx aus pe tverseu ten Häfen kommen und sich nicht einer Quarantane m einem türkis en Hafen unterzogen haben, ge- sperrt. Sie sind aleicbfalls füx solche Schiffe geschlossen, auf denen nach absolvierter Quarantäne em Pestfall vorgekommen ist.

3) _Nur die Häfen Varna und Bourßas sind für Schiffe offen, welcbe dtr_ekt Jus verseuchten Orten kommen und aufdenkn nacb absolvierter anrantanß in einem türkischen Hafen kein Fall yon Pest vorgekommen ist. Diese S tffe_ werden erst dann zum freien Verkehr zugelaffen, nachdem d e Zivil-Sanitäts-Direktion darüber in jedem einzelnen Fall Bestimmung getroffen hat. Bei Ankunft der Schiffe hat der Qua- ranxane-Arzt sofor_t eine strenge arztliche Untersuchung vorzunehmen und daruber telegrczpbtsch an die Sanitäts- Direktion zu berichten, welche sodann die weiter zu treffenden Maßnahmen anordnet.

4) Die Bestimmungen 36 3 finden auch auf solche Schiffe An- wendqu, welche, obwohl nicht direkt aus verseuchten Orten kommend, Passagiere von Schiffen aus verseuchten Orten an Bord genommen, oder auf denen_ ein Pesxfall vorgekommen ist.

b?) Die Einfuhr sammtlicher Waaren aus verseuchten Orten ist ver () en.

6) Es gelten als Verseucbt: China, die Insel Formosa, Indien, Belutchistan, Afghanistan, der persische Golf und die Insel Kamarau.

7) Vorstshende Verordnung tritt mit dem 16./4. d. M. in Kraft.

Indien.

5398 Goudsrnement von Madras und der Cbief Commissioner vor) Birma haben auch_für die Hafenpläße Tuticorin beziehungs- weise Akyab Quarantanevorsckyriften qe'gen von Bombay und Kurrachex kommende Schiffe erlaffen. Diese Vorschriften sind am 13. bezwbungßweife 20. 1). M. in Kraft getreten. (Vgl. „Reichs- Anzeiger“ Nr. 33 vom 8. d. M.)

_ _ ersien.

Perfiicbérsetts sind zur Verhütung der Einschleppung drr Pest foigsnde Maßnahmen getroffen Worden:

Einzelne Hafgn gm persischen Golf find geschlossen“ alle ver- seuchten oder ßerdachtigen Schiffe_ werden zurückgewiesen. Die Grenzen gegen Afghanistan und Belutchtstan find durch Truppen gesperrt Mit _YuSnabme der Route vdn Tenchis (7), die durch einen Sqnttatsposten _bewacht wird. "K_ranke werden zurückgewiesen, gesunde Retsende unterltegen_einer 15tagigen Quarantän-Z nebst Desinféktion. Pilgkrfabrten von Afghanistan und Indien find verboten.

Venedig, 23.Februar. (W.T.B.) In derxinternationalen Pestkonferenz begqnn heute der Unterausschuß für die Maßnahmen außerhalb Eurovas dre Verathung übe; die im Bereich des Rothen Meeres zu_treffenden Vorkehrungen gegen die Pest. Der Unter- ausscbuß fur_die Maßnahmen in Europa hat die Konvention von Dresden gepruft und macht Abänderungévorschläge, welche auch für den FaÜ der Einschleppung der Pest wirkkame Bestimmungen enthalten.

Kalkutta, 23. Februar. (W. T. B.) Unter den Personen, welche auf den Notbbauten im Rkwa-Staaie beschäftigt smd, ist die Cholera außgebrochen. In zrvei Tagen sind 160 Todesfälle Vorgekommen. Die Behörden erYeifen energische Ma regeln, um die Verbxeitung der Epidemie nach [lahabad sowie ua den Zentral- Provmzen zu Verhindern. _

_ Bombay, 23. Februar. (W. T. B.) Die Sterblichkeitßaus- weise der_ letzten sechs_ Tage zeigen eine deutliche Abnahme der Pest-Eytdemw gegen die [eßten Wochen.

Verkehrs-Anstalteu.

Apenrade, 23. Februar. (W. T. B.) Die Dampfer- f(xbxten zwischen Apenrade und Sonderburg sind wieder plan- maßtg aufgenommen.

Kiel, 23. Februar. (W. T. B.) Mit dem bsuti en Tage nahmen auch die dänische Postdampferscbiffe (Nathabrten) ihre planmäßigen Fahrten zwischen Kiel und Korsör wieder auf. Bremen, 23.F€bruar. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. SD, „Werra“ 20. Febr. Abds. Reise v. Gibraltar n. New- York fortges. PD. .Aachen“ 21. Febr. Vm. in Baltimore angek. PD._ . obenstaufen' 20. Febr. Nm. Reise 1). Lissabon n. Bahia ortges. PD. .Bonn“, nach Baltimore 58st., 20. ebr. Abds. 2izatrd passiert. NPD. „Prinz Heinrich“, 1). Ost-' sien kommend, 20. Febr. Nm. in Aden angek. NPD. ,Darmstadt“, v. Australien kommend, 22. Febr. qus. auf Weser angek. D. ., Wart- burg“, v. Brasilien kommend, 21. Febr. Mor ens auf Weser angel. SD. „Kaiser Wilhelm 11.“ 20. Febr. ittags v. New-York n. Genua abgeq.

- 24. Februar. (W. T. V.) PD. .Oldenburg“, n. New- York bkstimmt, 22. Febr. Nm. Prawle Point passiert. D. ,Löwenburg“ n. Brasilien bestimmt, 22. Febr. in Pernambuco angek. PD. eimar“, v. New-York kommend, 23. Febr. Nm.

a. d. Weser angek. _ (W.T,B.)

_ Hamburg, 23. ebruar. Ynie. D. „Wales a“, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen. PD. „Prussia“ ist, von Hamburg kommend, heute Vm. in New-York angekommen.

London, 23. Februar. (W. T. B.) Union-Linis. D. .Norman“ iit_ auf der Heimreise beute yon Madeira ab egangen. Castle-Ltnie. D. „Donne Castle“ ist auf der eimreise heute in Plymouth angekommen.

HambueräAmerika-

Theater und Musik.

Jm Königlichen _Opernbause gebt morgen Karl Gold- marck's Over .Das Herm e_n am Herd“ untsr Kapellmeister ])r. Muck's LLÜYUJ in Scene. :e Partie der Dot singt Frau Herzog. _ Jm Kontglicben Schauspielhause wird morgen das Lust- spiel .Doctqr Klauß“ yon Adolf L'Arronge in folgknder Bsscßung eqeben: GriesingerxHerr Eichholz; Julie: Fräulcin vm] Mayburg; ax Von Yodsn: 8)er Purschian; Doctor Klaus: HLN Keßler; Marie: Fraulein Abich; Emma: Fräulein Hausner; 5Y-aul Gerstel: Herr Hertzer; Marianne: Frau Schramm; Lubowsky: Herr Vollmer.

_Dix in Fach- und_ anderen Kreisen wohlbekannte „Deutsche Mtlttar-Musikerzertung' enthält im FeuiÜcton dcr Januar- Nummern einen interessanten, im englischen Original in der „Inter- nationalen Redue' erschienenen Auffaiz: Mufikalis e Erinnerungen des als Sanskritist und Sprachforscher bekannten Ox order Profeffots F. Max Müller, Sohnes des verstorbenen Lyrikers und Schöpfers der von Franz Schubert komponiertkn Liedcr-Cyklcn .Die schöne Müllerin', .Winterreise' und anderer Lieder. [im die' deut!" e Ukbersc ung der „ngiaa] K9601190b10u5“ hat sich der in Berlin ie endeGro berzo - lick) mecklenburgiicbe Hofpianisi C. S ulz-Scbwe'rin, der an als Komponist geschävt ist, verdient gema t.

Mannigfaltiges.

Der Stadtbaushalts-Etat für 1897/98 sibiigßt in Ein- nabme und AuSgabe mit 88 445 559 .“. ab. Dicke Summe" vcr- tbeilt sich auf die einzelnen Kapitel, wie folgt: [. Käumierci: Ein- nakmen 708 210 „jk; Aus:]aben 115138 „ja; 11. Städtische" Werke: Einnahmen 6152 570 .W.; Auögabcn 1881769 .“; 111. Steuern: EinnaHMLn 50 015 880 „16; Ausxmicu 549100 9411; 117. Kapital und Schulden: Einnabmkn 14 934 372 «44; Ausgaben 18538895 .at; 7. UnLerricht: Einnahmen 2568 849 „is.; AUÖÜÜbCU 16 895 513 .“

unterworfen und das Gepäck und die Postfäcke gehörig desinßziert.

71. Armenwesen: Einnahmen [ 171. 590.461; Ausgaben 10 6:16 791 .“;