1897 / 49 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 26 Feb 1897 18:00:01 GMT) scan diff

_ Aus KarlSrube vom gestrigen Tage wird das Ableben des namentlickx um die Goetbeforscbung verdienten Literarbistorikers Pro- fessorö' cbael Bernavs gemeldet. Derselbe war am 17. November 1834 in Hambur als jüngerer Bruder des bekannten, als Professor in Bonn ver orbenen Philologen Jakob Vernays ,geboren, studierte von 1853 bis 1856 in Bonn 11nd Heidelberg, Ltteratur- geschichte und habilitierte fich 1872 als anatdozent in Lew Yi Im Jahre 1873 folgte er einem Rufe al_s außerordentlicber Pro" or der Literaturgeschicbte an die Untve 1tat München und wur zum Ordinarius ernannt. In einen Vorlesungen behandelte_ er vornehmlich die deutsche, dann auch die englische und franzö sche Ltte- ratur. Indessen gab er im Jahre 1890181n Lebxamt au , um fich ausschließlich seinen literarischen Arbetten zu w1dmen, und, siedelte nach Karlsruhe über. Seitze Hauptwerke find: '.Ueber Knitk und Geschichte des Goethe'kcben Textes“, „Brtefe Goethe's an F. A. Wolff“ mit einer umfassenden Emleitung, in ker Goethe's Verhältniß zur Poesie des _k1afs1scb8n Alterthums geschildert wird; ferner „Zur Entstehungöchbtcbte 085 Schle el'scben Shakespeare", eine Aus::abe der Dtchtuygen nnd Brrefe Goet 82 aus den Jahren 1764 bis 1766 unter dem Tttel .Der junge Goethe“, und zwei Bio rapbien über Goethe und Gottsched. Auch besorgte Bernays eine revid(18rt8 Außgake d_er Schlegel - T1eck'1cben Shakespeare - Ueber- sesung und gab die Voß'kcbe Ueberseßung vou Homer's „Oryffke' in ihrer ältesten Gestalt neu heraus. _Jm Vergangenen Jahre veröffent- lichte & noch den ersten Band semer gesammelten .Studien“, dem

ein zweiter folgen sollte.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperruugs- Maßregeln.

Niederlande. ,

Eine Königliche Verordnung vom 15. d. Mis. besttmmt daß das Geseß vom 4. Dezember 1872, die Maßregeln zm; Ahwe : an- steckender Krankheit8n betreffend, auch auf 018 Pest fur d18 Dauer eines Jabr8s Anwendung finden soll.

Theater und Musik.

Im Königlichen Opernbause gelant myrgen Lorßingxs ?.")per ,Undine" unter Kapeümeister 1)r. TRU 's Lenung zur Aus- übrun . _

JZnKöniglichenSckmuspieldause wirdmorgenSbakeweare's „Sommernacbtgtraum“ in folgender_ BesWung gegeben: Theseus: Herr Molenar; Lysander: Herr Pur!ch1an; Demetrrus: H8); Arndt; Squenz: Herr Blencke; Z8tt81: Herr Voümer; HMpolyta: cFrau Stollberg; Hermja: Frau von Hocbenbgrger'; Oxlcncz: Fräulein Lindner; Oberon: Fräul8in von Mayburg; T_ttanta: Fraulem Krause; Puck: Frau Conrad. Die Mufik vox1 Felt): Mendelssohn- Bartbol'dy wird unter Mitwirkung der Kömgltchen Kapelle und Leitung des Mufik-Direktors Wegencr zu Gehör 98510851.

Mannigfaltiges.

In der gestrixxen Sißung der Stadtverordneten 11111108 auf Vorschlag dcs Vorstehers der [81318 Punkt der Tagesordnung: 018 Vorlage, betreffend den Abschluß 81an Vertrags 11111 der Großen Berlin8c Pferde-EisenbaHn-AktiengeseüsckMst und der N8118n Berlßnekr Pferdebahn-GcseÜsWst über Umwandlung des Pfßdebahnbetnebs in kinen elektromotoriscben Betrieb, wegen seincr W1chtjgkett an die Spitze der Berathung gesteklt. ZU der Yéag1stxatsvorlage lagen 81118 R8158 5011 Petitionen und ein Antrag auf Ntedersetzung eines Ausschusses vor. Die Debatte eröffnete Dcr Stadtver'ordnete Singer, desen Ausführungen darin gipfelten, daß in 'erster L1ni8 die 118an051118 085 B8ttiebs in 0811 Bxfiß der Stadt fernen Fraktwns- genoffen als das Wünschenswertbestc 8r1chein8, er 81k811n8 0581: an, daß man 11581: 5811811811118 Verträge nicht hinweggeben könne. Der Repncr ließ zum Schxuß 0111155081811, daß seine Fraktion für einen Verkrag sttmmen würde, in 11181ch8m die Fürsorge für die Angestellt8n zum Außdruck komme. Ap dsr weiteren D850118 5825811101811 fich der Stadtverorthe Jac051, welcher 811111118, 05.8 Pferdebabn-Gcscüschastxsä n1cht abgeneigt, biUtgen Anforderurg8n zu 8110111885811, f8rn8r die Stadtverordneten Rosenow und Dinse, tvelch8 die Forderung 081: Mitbenußung der Geleise durcb

d * 811 "b d' bis lt de 400 inaus betonten, ere Ges schaften 11 er le ber ge ,enmnlchn FübEntschiedenbeit

und der Stadtverordnete Hugo „Sache dafür eintrat, daß der Stadt die M lichkeit geboten werde, e_inen Ein nicht nur auf den Personentari , sondern auch auf den Guter- tari zu erhalten und auch mßt Konkurrenz-Gesellsrbaften iy Verbindung zu treten. Hierauf wurde die Debatte durch Annahme emes luß- antrags beendet und die MagistraXSvorlg 8 „einem

von 15 Mitgliedern zur Beratbung u ermeseu. _ yr Kenntnißnakme tbeilte der Magistrat der Versammlung unt, daß er dem Beschsusse derselben in Betreff der Frage der NumerierurI der Fahrräder 111 t beitreten könne. Die Verla 8 wurde dur Kenntnißnabme er edigt. _ Der Stadtverordnxte oscb erstattete hierauf den Bericht des RechnungSausscbuffes uber 27 Rechnunget), unter welchen fich auch die Rechnung der Stadt-Hauptkaffe pro 1. April 1895/96 befand. Dies81b8 schlie t ab in Einnahme mit 94 082 013,76 .“: (einschließlich des aus 1895 verb ießenen Bestand8s von4955 886,75 514) und in AuSgabe mit 90813 401,80 „jk Dre Entlastung wurde ertbeilt. _ Ferner nahm die Versammlung Kenntpiß von „dem Jabreßabscbluß dkr Kanalisationßwerke und her Rtefelfelder pro 1895/96. Die laufende Verwaltung erforderte emen Zuschuß aus den allgemeinen Mitteln der Stadt in Höhe von 1501081,97 „Fs. gxgen 3020510,93 .“ im Vorjahre. _Der geringere Zuschuß hat semezt Grund in der Erhöhung der Kanalrsationßabgabe von 10/5 auf 11 0/0 s81t 121111111895. _ Außerdem lag der JabraSabscbluß der Haypt-Sttstungs- kaüe pro 1.Apri11895/96 vor. Die rechnungSmaßYe Gesammt- Einnahme 01188 in der quvt-Stiftungskaffe geführten ' 8rwaltungen, Stiftungen und Fonds betrug 9250110,80 «sé, dre Yuéaabe 6815 877,87 „44 Auch von diesem Iabreßabschluß' nahm dte Ver- sammlung obne Debatte Kenntmß und genehmigte 018 Horaekonzmenen Etatßübersckxreitungen. _ Den Aussäoußbericht übex 018 Magtstrats- vorlage, betreffend die Anstellung technischer'Lebrermnen an den G8- meindes (5111811, erstattete der Stadtverordnete Smger. Nach kurzer Debatte Wurde die Vorlage nach dem Antrage des Außschuffes angenommen. _ Die Vorlagen, betreffend die Erwerbung der_ auf_ dem (Gelände des Treptower Parks verlegten Rohrleitungen fur die 31118818 k_er städtischen Parkv8rwaltung, _ die Fxstseßuug von Fluchtl1men fur drei neue Stra 811 zwischen der Grerföwaldetsiraße und der_ Straße ,Am riedricbs ain" bezw. dem ,V8rlorenen Wxg'. ua,?) “018 Vor- lage, ett. Bewiüigung von Ebrenpreisen sowie unentgeltltche Lteferung von Wasser für die bevorstehende Gartenbauausstellung, wurden ohne

Debatte angenommen.

Bei dem Comité für die Centeyaxfeier haben dießAb- th8ilung8n der Deutschen Kolonial-Gejeaschast m f0lg8nden Stadten Kränze mit entsprechenden Schleifen, zux Niederlegung am National - Denkmal durcb Deputirte 111 dem Festzxge gm 23. März, bestellt: Avia, Angermünde, Berlin, Braunschw8tg, Koln 0. Rd., Cannstatt, Gotha, Hadersleben, „Hamburg„ H1ld8sbeim, Kiel, Leipzig, Liegniß, Löbau, Mainz,Mannberm, Mülbetm a. d.Ru5r, München, Pforzheim, Sonneburg, Rottweil, Seblawe, Suhl, To_kto, Ulm, Warmbrunn, Bochum. Weit818 Anmeldungen auf Kra_nze werden angenommen von der Geschäftsstelle für die Centenarfeter, Berlin W., Leipzigetstraße 4.

Das Königliche Polizei-Präsidium xnacht bekannt, daß am .Könégßthor", auf der Promenade der GrerfSwalderstraße ein Feuermelder zum öffentlichen Gebrauch aufgestellt worden ist.

Der gestrige Vortragsabend zum Besten dex Unters'tüizungß- kaffe des „Vereins B8rl'1ner Presse“ hatte 1111 Publtkum 8111 besonders starkes Interkfie err8gt, da der steierisäoe VolksdicbterPeter Rosegger eigene Dichtungen unter dem Gesammmtel „Volkshumor in den Alpen" in steierischer Mundart ror[8s8n 11301116, In der That trat schon 111 der Ersch81nung und in den wenigen 81n181t8n08n Worten Rosegge'c's 81118 schlich18 volkstbümliche Eigenart hervor. Das Auge dieses Dichters steht nicht Herrcn und Damen, sondern echte unver- fälschte Menschen aus dem Volke, bei denen die quftvolle Naturhalb scheu und Verlegen. aber mit ftaunenSwertber Klarbmt zu Tage trtxt. Seine steierischen Buben und Mädchen, 181118 Bauern uni; Bauermnen strahlen „so viel krdfriscbe Natürlichkeit aus, das; man 018 Empfindung hat: hier braucht d8r Dichter nicht nach der Natur zu streben; was er

_„__________._.______-_--______-________.

. Februar, Tanz Von Emil ns. Ober-Reaiffeur Vom Ob8r-Jnspe

WetterHYr' ,

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Schauspielhaus

Stationen. WLttcr. '

in Celsius

Bar. 011106551. 11.0. Mc8r8ssp. red. in Millim. „ck Z- Temperatur 5 9 C. = 40 R.,

raeb. Max Grube. Inspektor Brand

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Belmullet. . , 755 YWSW 6bédeckt Abcrdexn . . ! 751 ISW 5|581ter Cörésüansund ; 742 FWNW 924811811 Kopisnbagen . Z 756 :W 4ZDunst Stockholm . Z 743 FW 6jbedeckt aparanda . ; 744 é 111111218581 oskau . . . Z 757 ;S 1Fb808ckt Coerueens- ] ? : town . . . , 763 ZWSW 515808111 Cherbourg . , 770 ;SW 311010 bed. [der. . . . 765 SW 51Nebel vlt ..... 759 SW Öjbsdeckf

Lamburg . . ; 763 HW 51855111) win8münde 760 ZWSW 5:Dunst Neufabrwaffer 755 JWSW 7271898117) Memel . . . ; 749__,WNW___7ZNevel . . . . 1 773 ;SSW 3111101011 arerube . . 772 ]SW 5]'1858ckt Wiesbaden . 770 ;W 3.08deckt München . . 773 FSW 5 "yedeckt Chemnitz . . ; 768 5W 4 bedeckt Berlin . . . 763 1233 5 0808ck13) Wien . . . . 774 ;W 6;bedeckt 764 ZWNW 4:5808ckt 776 ;S 3553111111 775 O 123111111 . . . . 773 1 stiU,bedLckt 1) Nachts Regen. 2) Nachts Regen.

Regen. Uebersicht der Witterung.

Das barometriscbe Minimum, Welches estern nord- westlich von Schottland la , ist nordo twärts nach dem mittleren Norw808_n ?ortgefchritten und v8r- anlaßt im Nord- und Ostseegebtet starke, stellenwnse stürmische Westliche Winde. Am höchsten ist der Luftdruck üb_8r dem südlichen FrankreYch. In Deutschland ist bei lebhaften westlichen thden das Wetter trübe und ungewöhnlich mild; in den nörd- lichen und mittleren Gebietstbeilen ist fast überal! Regen gefallen; zu Magdeburg liegt die Temveratur um 10, zu München um 11 Grad über dem Mittel-

wert!). Deutsche Seewarte.

Theater.

Kömgltrhe §chansp1ele. Sonnabend: Opern- haus. 51. Vorsiellun . Undine. Romantische auber-Over in 4 A 1811 von iLl_lb-.'rt Lorß'mg.

nach Fouqné's Erzählung frei bearbeitet.

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Sonntag: Op

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schtveuder. von Ferdinand Kr8u138r.

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Grille.

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in der Zeit von

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Sonntag, Himmelfahrt. Abends 7? Ubr:

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Sonntag, Na von Orleans.

im Winkel. Sonnta , Preise): er

schwifter. _

Anfang 71 Uhr Sonntag und

meister O8. Muck. Anfang 711 Uhr.

nachtötramn Von von August 2811581111 von Schlegel. “8lix Mendelssobn-Bartholdy. In Scene gescßt Vom Ober-Regisseur Dekorative Einrichtung vom Ober-

direktor Wegener.

häuser _uud der _Sän crkrieg auf Wartburg. Roman11sch8 Over 111 3 Baklet von Emil Graeb. Anfang 7 Ußr. SchauspielbauI. Ori inal-Zaubermärckoen in 3 Aufzügen

Anfang 7x Uhr.

Neuaxs Königliches Opern-Tbeater (Kroll). Die Ländliches Cbarakterbild in 5Aufzüg8n mit tbeilweiser Benutzung einer Erzählung Do:: Sand, Von Charlott8 Birch-Pf81ff8r. _ D8r Billet- Verkauf zu dieser Vorsteüung findet beute und morgen

Schauspielhause statt. 3, 2, 1,50 „34 und 75 „5.

Deutsch85 Theater. Sonnabknd: Zum rrsten

Male: Der Sohn des Khalifeu. Märchen von Ludwig Fulda. Nachmittags R Uhr:

Montag: John Gabriel Borrman,

Berliner Theater. Sonnabend: Der Gym- uafialdirektor. Anfang 74- Uhr.

Montag: König Heinrich.

KeRng-Theater. (Loui'e Dumont.) Anfang 74 Uhr. Nachm'étjags 3 Uhr (volkstbümliche

Erstes Gastspiel 'von Herwig Niemann. Hrerauf: Monsieur Alphonse. Montag: Meerleuchteu.

Re[idenz-Theater. Direktion: ngmunv Lauten- burg. Sonnabend: Affociés. Lustspiel in 3 Akten von Leon Gandillot. Deujsch von Max Schönau.

Neues Theater. Direktion : Marcelle.

Graeb. In Scene 08s881 vom Tetzlaff. Dekorative Einrichtung ktor Brandt. Dirigent: Kapell-

. 58,Vorstellung. EiuSommer- William Shakespeare, überseßt Musik von Emil

Paul Lindau.

Laut8nburg. Anfang 711 Uhr

Tanz von

Sonntaa, Preisen: Der Hüttenbefißer.

t. Musikalische Direktion: Mufik- Anfang 73? Uhr. ernbaus. 52. Vorstellung. Tann-

kten 0011 Richard Wagn8r. Am Tage des Gerichts.

59. VötstkÜung. Der Ver-

Kirchfeld.

aimund. Musik Von Konradin

George H8rrn Gustav Kadelburg.

9-10 und 12"11' Uhr im Kövig- Preise der Pläse: Aufgeld wird nicht er- Uhr.

Dramatisches Anfang 75 Uhr.

Haunele's _ Borbet: Ohne Liebe. _

Der Sohn des Khalifeu.

korps. (150 Mufiker.)

Orchester.

Neese.

Mufikdirigenten Herrn

cbmittags 24 Uhr: Die Jungfrau

__ 7 : ' Abends ZUR Renaissance Haus) übernommen.

Sonnabend: Das Glück und die vierzig Räuber.

Abends 711 Uhr:

Probepfeil. _ Die Ge-

Sonnabend : 3 Akten von

Rng- Anfang 7x 1.1

"folgende Tage: Affoeiés.

Schiffbauerdamm 4a./ 5. Sigmund Laufenburg. Komödie in 4 Akten von Vtcwrien

Sardou. Für 018 deutsch8 Bühne bearb8Y8t don Zn Scene geseßt von Stgmund und

Sonntag und folgenöe Tage: Marcello. Nachmittags 3 Uhr:

ZchiUer-Theatcr. Sonnab8nd, 521581105 8 Uhr:

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Millionen- bauer. _ 511581104 8 Uhr: Der Pfarrer von

Theater des Weßens. Kan1stcaße 12. (Wahn- bof Zoologischer Garten.) Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr: Schüler-Vorstellung zu ermäßigten Preisen: Wilhelm Tell. _ Abends 7T Ubr: Gafispiel des Dre berühmte Fran. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Wilhelm Tell. _ Abends 73 Uhr: Gastspiel des Herrn Gustav Kadelburg. Die berühmte Fran.

Montag: Zum zweiten Male: Jm Trappiften- kloster. _ Hierauf: Ein Weihnachtsabend. _ Zum “Schluß: Jephta's Tochter.

Theater Unter den Enden. Be5renstr. 55/57.

Direktion: Julius Frißscbe. Sonnabend: Vierter und letzter großer Maskenball. Drei Musik- Das verstärkte Tbeater-

Die vollständige Kapelle des 2. Garde- Ulanen-Regiments unter Leitung des Königlichen

Magnaten-Kapeile ,Kolomvar'. Drei aro eBallets. Beginn des Balles um 10 Uhr. Die ets sowie die Wxinlkeferungen hat Herr Huster (Englisches

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei bakben Preisen: Der Obersteiger. _ Abends 711151: Indigo

Thalm-TheIter (Vorm. Adolph Ernft-Tbeater). Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann. an Lieutenant. . errier und A. 11011 H. Hirschel. uZlk von G. Serpette und V.

r.

Sonntag und folgende Tage: Frau Lieutenant. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Trilby.

FF und scbaffi, ist selber Natur. Trotzdem bleibi et weit ab vom dtigeu und Yäßlicbeu nud eftaltet im Li 8 eines 11quan Humors auch 1) 8 Fehler und «würden der schen immer treu- berzig und erbeiterud. _ Gestern las, der Dichter eine Anzahl bumoristischer kleiner Scherze vor, die skmenartig typische Personen, Zustände und Sitten schilderten, und in ihrer süd

rt ungefähr so wirkten wie Friv Reuter mit seinen ,Läuscben und RimelS' in plattdeutscber Mundart. .Die Stadtbosen' Roseg er's enthalten sogar einen von Fritz Reuter ebenfaUs behandelten or- wurf. Von zwei ernsteren ichtungen war die eine, .Dtei Buben", dem bayerischen Dichter Stieler nachgebildet, die zweite ei 8118 Er- ßndun . Bei Roseggex's klarer Voriragsweise war jedes ort der steierisZen Mundart auch seinen norddeutschen Hörern verständlich und ewann frisches Leben durch die auxdtUckSvoUe, nach der Eigenart jeder ?vrecbend einaefübrten Person abgetönte Modulation der Stimme des Vorlesers. Die Zuhörer gaben ihrem Dank für die stimmungéVoUen kleinen Erzählungen durcb lebhaften Beifall Außdruck.

Der leyte diesjährige. Vortragsabend des Vereins „Berliner Presse“ wixd nicbt wte angekündigt, am Donnerstag, den 4. März, tm Architektenbaufe, sondern bereits am Montag, den 1. März, im Festsaale des Hötel de Rome, Unter den Linden, statt- finden. Diese Abänderung ist durch die Repertoireverbältniffe des Déutscben Theaters nothwendig geworden. Herr Josef Kainz wird an diesem Abend nicht nur als Deklamator, sondern zum ersten Mal auch als Uebers8138r vor dem Publikum erscheinen. Außerdem gedenkt die Münchener Romanschriftstellerin Frau Carry Vracbvogel einige ihrer neuesten kleineren Arbeiten vorzulesen. Billets für Sitzpläve (numeriert) zu 3 .“, Stebvläse 1,50 0/4, find in den Buchhandlungen von Amelang ( jest Potsdamerstraße 126), Trautwein élLeipzkger- straße 8) und Speyer 11. Peters (Unter den Linden 43) käu ich.

Frankfurt a. M., 25. Februar. Heute Mittag „brach in dem neuer anten, in der Hasengasse belegenen Waarenbaus 8 von Wronker Großfeuer aus, weltbes, nach dem_Bericht des ,W. T. B.", so schnell um sich griff, daß das Gebaude _in kurzer Zeit vollständig angebrannt mar. Infolge der starken Rauch- entwickelung war es der sehnen herbeigeeilten Feuerwehr nicht möglich, nach dem Innern zu gelangen. Vom Dachstuhl aus verbreitete fich der Brand auf den Mansardenstock eines an der Zeil belegenen vierstöckigen Geschäftshauses, desen Bewohner wegen Verqualmung des Tre-ppenhaufes mittels hydraulischer Leiter von der Yuerwebr gerettet werden mußten. Ein junger Mann sprang vom ' alkon des zweiten Stockes auf die Stfraße und erlitt hierbei an- scheinend schwere Verletzungen. Auch ein zwettes, daneben befindliches Haus wurde von den F1ammen ergriffen. Die Feuerwehr war lange Z8it in angestrengter Tbätiakeif, um ein weiteres Umfichgreifen des Brandes zu 1781511108111. Das 8U8r ist dadurch entstanden, daß in dem Geschäfts- bauée yon Wron er bei dem Aufhängen von zwei Bogenlampen Funken des vorzeitig eingestellten elektrtscben Stromes in Gardinen- stoffe fielen. Der Jnftaüateur wurde 111 Haft genommen. Ver- leßungen find außer den oben erwähnten n1cht vorgekommen.

Bremen, 26. Februar. Laut telegrapbisober Meldun aus Neapel isst der Dampfer des Norddeutscher; Lloyd , era" bei der In 81 Ischia auf einem Algenbett festgefahren. SchlMp- dampf8r find zur Hilfeleistung nach Neapel abgesandt.

Hamburg, 25. Februar. Auf dem von der Kalkutta-Linie übernommenen Packetfabrtdampfer .Castilio“, der heute ab- gyhen sollte, fand 81118 Explosion des Sch1858kastens der Dampf- maschine statt. Der Maschinist wurde, dem„W; T. B." zufolge, von[ dem ausströmenden Dampf schw1?r, dret Hetzer wurden [81851 yer etzt.

Simbirsk, 26. Februar. Bci der Station Repjewka der Eisenbahn SySran-Wj-Zsma entgleiste einZua. Der Maschinist wurde getödtet, ein Schaffner verwundet, die Lokomotive zertrümmett, von 0811 Passagieren jedoch keiner verletzt.

(Fortseßung dcs Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Zentral Theater. Alte Jakobstraße 30. Direktion : Nichard Schals. Sonnabend : Emil Tb oznas a. 63. Ein fideler Abend. Burleske dyamattsche R8vue in 1 Vorspiel und 3 Bildern von J. Freund . Maxnstädt. Mufik von Verschiedenen Meistern. arrangiert von Julius Einödßhoxer. Anfang 711 Ubr. , _

Sonntag, Nachmifta 5 3 Uhr: V8: 8rmaßi§ten Preisen: Ein fideler bend. _ Ab8nds 71 hr: Ein fideler Abend.

Konzerte.

Konzerthaus. Karl Mehder-Konzert. Sonnabend: 24, Operetteu- nnd Walzer- Abeud, __

Baal Lechßein. Sonnabend, Anfang 711 uhr: Klavier-Abend von Louis Diémer. Mitwkrkung: Herr Edouard Mister.

91111115 Renz. Karlstraße. (Jubiläums- Saisou 1896/97.) Sonnabend, Abends 71 ch: Parade - Gala - Vorstellung. Durchschlagender Erfolg! Nooität: „Aus der Mappe eines Rieseugebirgs-Phautafjen“. Außerpem die ber,“ 00rraaendsten Nummern des Nepertotres. Mazud und Athargueü, arabische Hengste, in Freiheit dress. und vvrgef. von Herrn Hugo Hkrzog. Eine Schnlquadrille, geritten von_8 Herren. Einsacke nnd doppelte Baguettesvrüuge über Hinder- uiffe, ausges. von 12 Ungarn. 16 Spring- Akrobateu. Gebr. Clarkonniens, Deutschlands großartigste Luftturner.

Sonntaxö: Zivei große Vyrstellungen. Narb- mittaas 4 br (ermaßigte Prexse und 1 Kind unter 10 Jahren frei): Lustige Blatter! Eco 83 elek- trisches Ballet. _ Abends 74 Uhr: 118 der Mappe eines Riesengebirgs-Phautaßen“.

W

Familien-Nachrichteu.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Lieut. Eugen von Wietersbeim (Potßdam). _ Hrn. StaatSanwalt Beyer (Schweidnitz).

Gestorben: Verw. Fr. H _ geb. Kuhne! (Kittlkßtrcben b. Bumsau).

Sonnabend :

Bei 5015811

Die unqarifcbe

Verantwortlicher Redakteur: Si8menroth in Berlin.

Verlag der Expkbition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Bu druckerei und Verlaßk' Anstalt Berlin ZW., W“ lmstcaße Nr, 32.

Sechs Beilagen (einfchlikßlich Wrsen-Beirage).

Vaudeville in Mars. Deutkcb

üttenbeßßer Ida Simca,

'Ersle Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeigcr.

M 49.

Berlin, Freitag, den 26. Februar

Berichte von deutschen Fruthtmärkten.

Qualität

Außerdem Wurden am

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W e i z 8 11.

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Gerste.

13,00 14,50

H a *] 12,60 5 13,30 ZZ 11,80 13,10

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1600 15,40

f e r.

12,60 13,80 12,00 13,20

Bemerkung.

Die Vexkauftcs Menge wird auf volle Doppelzwtner und der Verkaufswertb auf 00118 Mark abgerundet mitgetheilt.

schniftspreis wird aus d8n unabgerundeten Zahlen berechnet.

Der Durch-

Deutscher Reichstag. 185. Sißung vom 25. Februar 1897, 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht zunä st die er 18 Berat des von den elsaß-lothringischen Ang. (33015583 (5. YFZ

._.u (Hen. beantragten (Heseßentwurfs wegen Neu-

regelung der Wahlen zum LandeSausschusse von Elsaß-Lothrtpgen. Dan'ach sollen die Wahlen durch d1rekt8s, 011geme1n8s und_ gehe1mes Wahlrecht erfolgen; auf 18 30000 anohner soll em Abgeordneter gewählt werden.

Abg. thterer (5. k. F.) weist darauf hin, daß für den LandeSausschyß drei ver_sch1808n8 Wahlsysteme bestehen; dabei kämen nux zum _germgsten Tb8118_d18 Wabler selbst zur Meinungsäußerung. Dte Beztrxstage z. B., _018 auf 9 Jahre gewählt seien, entsendeten ihre Delegtrten, ohne unt den Wählern Füblung zu nehmen. Cin8 181158 Auönabmkgeseßgebung kSnne auf die Dauer nicht aufrecht- erhalten werdeq.

Abg. Pretß (5. k. F.):_ Vor zwä Jabr8n hat der Reichstaß uns8r8n Antrqg Wegen Aufchbung des Diktaturvaragrapben an- genYnmen. Hter Oexlangen w1r ab8rmals die Aufhebung einer seit 25 „Fahren b8s185 nd811 Ausnahmegeskßgebung. Bei 0811 verbündeken R8ßt8rungen babxn wtr aber k8in Glück gehabt; s18 haben die B8- schlaffe d8s 218185510113 abgelehnt. Der 8lsaß-lotbringische Landes- Ausschuß bat kemeswegs dte Bed8utung, 018 ibm entspr8ch8nd der SZeÜung de_r anderen Lathage und den Einz8lstaat8n zukommen xnußte; kr fuhlt sich ckck mcht als 8111 Ausfluß des VolkswiÜMs und xst 0885015 getstig und moralrsch niedergedrückt. Der Landesausschuß 1st 81n8 "saft-_ und kraftlosc»: Versammlung von Männern, welche das G8fghl ihrer Ohnmacht un? Bedeutungslofigkeit auf Schritt 11110 Trttt nied8rkruckt und 1051111. Der Streit zwischen dem elsasfisch8n Stud8nten und 08111 0110811111580 Rektor hätte nicht agsbrechen' konn8_n, wsnn_ wir 81118 wirkliche Landeswertretung batten, d18 ver_s0hn8110 179118 mitwirken könn8n. Jeßt betrachtet 111011 sicb g8g8ns81ttg xthtßtrauen. (Präfi0ent Freiherr Von Buol 5111810811 Rédükr ntcbt zu weit in 018 mit dem Anjrage nicht zu- sÜUWLUHaUULndé'SÜÖS. etnzugeben.) D18s8r Fall stkbt mit der ganzen ZVÜUsÖSU Lage'ttn'ZyxaMMMloange. G8genüb8r 08m g8schloff8nen

uftreten dereetnhetmtscben B8v61k8rung haben schließlich Rektor 11110 Scpgt _018 ausaesprochenen Relega1wn8n zurückZenommen. Nicht dtc eljassisch8n *Stud81118n 505811 81118 klägliche Rolle 581018181: G818981ch81t . g8sp1elt. Preset Vorfall bewäst, daß der Diktaturgeist alles, durch0r1ngt, auch die Uniwerfität. Deshalb muß 018 Diktatur endltcb bxketttgt W8808n. B8ff8r wäre es gewesen, Elsaß - L0thring8n 5011 Anfang an 81nlebenskräftig8s Parlamsnt zu 985811, wo man 1111) MM „aussprechkn konnte, so daß kein Mißtrauen hätte auf- kommen _ k011n8n; Der Statthalter, Fürst Hohenlobe-Langsnburg, 1008118 kur_zltch d_18„s0138110nnt8 .übelgefinnte“ einheimische Presse und drohte nut 1chars818n Besttmmungen auf Grund des D1ktatur- paragraphen, der exgenjltch nur 089811 die Ausländer zur Anw8ndung- gkbracht Werden soll._W1r wollen nicht erst durch Demuth und Unterwerfung unsete Burg8rrecht8 erW8rben, sondern beanspruchen ]"18 auf Grunp r-er G818chtigk8it.

Gebe1mer Ober-Regiergngö-Rafb im Ministerium für Elsaß- Lotbxtngen H0 11811: D18 heutige Verhandlung drebt fich um 81n8n Jn_1ttatwantrag, zu dem SteUung zu nehmen weder 018 0815110081811“ R89181011g8n noch die LandesverWaltung von Elsaß-Lotbrmgkn bleer Anlaß gekxabt haben. Ich wid8rstebe deshalb aua? dsr Versuchung, mich mit dem Vorredner über die Vor- 1581181388 dtrektkn od_8r mdtrekten Wahlrechts auseinanderzusesen und auszufyhren, daß 018 bxsorzderen V8rbältniffe von Elsaß-Lotbringen auch 81:18 b8s0n08r8 Stextgkett ir] 0811 Fundamenten 'der (Hefe gebung perlangen, und daß „81118 gxdetblicbe Entwicklung 1:81: Ver ältnisse 111 Elsaß-Lotbring8n t11cht moglich ist, wenn stets wieder Anträge gestellt werden, 018 d18 fundamentalen Grundlagen der Verwaltung in Frag8 zu steUen _besttmmt find. Wenn bkhauptet ist, daß diejenigen Krets-Dtrektoren, “018 fich in den LandeSausfchuß wählen lassen, von ihren vorgeseßten Behörden schlecht angesehen würd8n, so muß ich dlese Behauptung als unrichtig zurückweisen. Unrichtig ist auch der Vorwurf, daß der LanchaußsQuß ein Beamten- oder Rentner- 5Parlament s81. _Jm Land8SauLfchuß sißen 3 Beamte, 1 Landgerichts- Zatb, 1 Krets-Dtrektor und 1 Regierungs-Asseffor, und 3 ehemalige 2 eauxte, 18 Guts- und Grugdbefißer, 6 Fabrikanten, 3 Aerzte, 5 Notare, b Mühlenbefiser, 2 Wernhandler, außerdem Ziegeleibefißer, Brauerei- ZMF?!“ Ban uiers, Pfarrer und 8 Rentner. Von diesen find aber

emaltge 'otare, 2 811811101198 Apotheker, 2 ehemalige Gutsbefißer TV 1 8_l)8maltge_r Rechtsanwaxt; Sämmtlicbe Leute sind auf Grund WM fruheren vurgerltchen Thangkeit, und nicht auf Grund an eborener w eÜbpaptere, Rentner g8W0rden; es find im Landes- usschuß ejWer Rentver vorhanden als in allen übrigen Parlamenten.

Unbegrundet 1st auch_die Bebauvtung, daß der LandeS-Ausschuß tm Lande unpopular s8t. (Abg. Bueb: Sehr richtig!) Herr VU85 w1r0 dafür keinen B8weis erbringen können; dtese BeHaupZung tst schon 1895" von dem Staatssekretär Von Putt- kazner 5181 wrderlegt' 111010811. _Ware fie richtig, so würden nichtimmer 1131808: dieselben Mttglreder 111 den Landeßausschuß gewählt werden, 018 dyrt maßgxbepd find. "Ihre Mehrzahl ist von der Regierung vol]- stczndtg upabhang1g; die BurgkrMUstU als abhängige Beamt8n zu 58- 181ch118n, rst g_8radezu kotmscb. Herr von Puttkamer sagt8 damals, die 2189181111113 ware diesen Herren dankbar, daß sie fich ihrer SteUung 1111_t8rz18118n;öfi8 find so _unabbängig, daß sie uns jeden Augen- blick 0811 Stuhl vor ,d18 Tbüre setzen können, und die Regie- rung. 1st eber 5011 dtes8n_ Herren abhängig. Die Straßburger Skukeqten haben 581111 Str8tt wobl schi8ben wollen, ab8r fie haben fich sch18ben lasset) und eine tbrer würdige 21008 nicht gesvielt. Man 501 auch 018 fruhere 0550011088118 Jugend aus den 70cr Jahren m1t_ der_beutt 811 oppositionellen Jugend verglichen. Ein solch8r V8r- gletch laßt 181) aber gar nicht z18581'1. Die Jugend der 70er Jahre wanderte 0110, uxn fick) dem Milttardienst zu entzi8ben und auch in Heer“ Hoffrxung, mtt d8m "ßegretchen franzöüscben H88r8 wi8der ins 10110 zurucxkomm'ekn zu Foxmen. Heute bleibt die Jugend. im Lande, 10811 08 518 W1ederv8remt ung Von Elsaß-Lotbringen mit Dkutscb- lan'd als unwtderrufltche' hatsach8 anfiebt, und aus Li8be zur Hetmatk); fie bat fich um den Verhältnissen so gut wie möqlicb abzufinden "9851851. „Dreser Theil der Jugend hat sich um das Land pas all8r0r0ßt8 V8rd18nft 8tW0r58n, und keiner von 011 di8sen Hörr8n ist der Fabn8 untreu geworden. Das ist gerade der Tb81'l der Jugcnd, der 1111 alten Deujscbland gelebt, 018 deutschen Hochschulen 58111151 und den deutschen, Militärdienst gethan hat. Die 0181 elsa1s1sch8n Abg8ordn818n, 018 wir, hi8r haben und 018 durch d8utsch8 Hochschylexn gegang8n sind," fin_d 111 ihren Anschauungen außerordent- 11ch x_naß1c1 11110 tmmer fur 018 Annäherung und V8rsöhnung der Y_erbalxmsß' 8111981181811. Nur 811181 der H8rren gehört einer prot8stl8- rt1ch8u VSr-Ztmgung 0n 11110 bikldet also die AuSnahmc, welche 018 R8981 1361-10th1. D18s8158 Erfahrung wie hier im HausL Hab8n wir cm Lan0151051chuß und m den Bezirkstagen Von CTsaß-Lotbringen gemacht: 018 H8r_r8"n,' welche deutsche FOCbscbulen b8sucht und d8n deutschen Mtlttard18nst durchgemacht ab8n„ find die versöhn- ltch8n, und, :ck habe unt de_sonderer Vorlieb8 diejenigen Mitg'1'18der des _ G8m81n08rat5s_ zu Burg8rm8istern vorg8schlag8n, 018 im 128111111an- H88r8 98018111 505811. ,Die Accurateff8 und Dissiplin des Mtlttczrdu'nstes z81918 sich 581 1511811 auch bald in der L8itung der Gememden. _Daß 6111. The1l unserer Jugsnd im1118r noch 81118 starke oppxyfitwneüe 211151111111, kat, hängt damit zusammen, das; ihr in 0811 F0m111811 dLS Landes 81118 Abneigung gegen das Deutscbtbum emgkfloßt wude. Ab8r so ganz tragisch ist das nicht zu nehm8n, das extragen wtr_ 0118. T008._ Bczüglrch d8r RCD? 513 Statthalt8rs yerw81s8 :ck 0111 dre Erklarung 088 Staatssekretärs im Landes- aysschurz, daß 018 Stattbglterschaft auf das äußerste b8strebt s8'1n wird, d18 Anwendung des Dtktaturparagraphen möglichst zu vermcid8n. 11110 1081111 d8r err Statthalter zu 581011081811 Maßregcln genöthigt [8111 wurde, so wurde das davon abhängc-n, wie die Mahnungen des Herrn Statthalt8rs von der P_r8ff8 befolgt w8rden. Ich glaube, un- befarzgener, 019 der H8rr Stattbalt8r fich MM 018 Presse 0110- gedruckt bat, tst es garnicht 1nöglich.__

Abg. Bueb (Soz.): Das elsasfisch8 Volk b8dankt fich dafür, 1111181 emem solchen Gnadensystem zu st858n; 8s fordert seine staats- burgerlichen Rechte. Das Wablrexbt für den LandeSauSschuß ist aber 001an zugeschn1tt8n, der preußtschen Regierung der R8ichslan08 21an ergebene Ver118tung "zu gewahren. Die (G8meinden haben leider mcht das Recht, tbre Burgermeister zu wählen. Da ist es kein Wunder, Haß dex Landesausschuß 81118 Steklung einnimmt, da man mehr w81ß, ob man darüber lach8n oder weinen sol]. Dre, Tbaten 088 Landesaussckpuffes zeigen das deutlich; alles, was 81181151 78010811“ rst, v8xdank8n wir schließlich d8r Regierung selbst. Könnte 88111 1rgend.81n8r LandeSVertretung vorkommen, daß Leute m derselb8n ruhig w8118r „718811, deren Mandat län st abgelaufen ift?

Geh8tmer Ober-Regtexnngs-Ratb im Minis?erium für Elsaß- Lothrmg8n_ Hailey; Dre neue Gemeindeordnun befreit die Gemeinderatbe von der Bevormundung der Behörden und

gie_bt' ihnen das Vorschlagßrecht für die B818 un der Yurgecmetsterstellen. "Der „Bürgermeister ist zu drei8 Bierteln Staatsbearxrter, da mussen dte'Behörden mitreden. Elsaß-Lotbringen bat noxh ntemals eine so fr818 Gemeindeordnung gehabt wie jest. Das konnte fich dec Vorredner von Herrn Lenzmann sagen laffm, der 1.895 tyentgstens dteser Meinung war. Die Presse in Elsaß- Lothrmgen. 1st ntcht geknebelt. Die Zahl der polijiscben Blätter hat sich erheblzcb vermehrt. Die Sprache der Presse ist von Jahr zu Jahr freter und unumwundener geworden; das wird von der

elsässischen Presse und auch yon der ausländischen Presse anerkannt,

1897.

nur hier im Reichstag 111cht. Die Tonart der Presse wird als geradezu provozterend b8381chnet; auch das „Berliner Tageblatt" hat das ane1kannt. Man hat in Frankreich gefagt, daß man dort nicht dasselbe sagen durfe. Also kann es mit der Unfreiheit dsr Presse nicht schlecht bestellt sein.

Ab .131-.Lieber(3811tr.) bedauert, daß der Beschluß des Reichsta s wegen 5 8s8111gung des Dtktaturparagrapbcn nicht vom Bundeßrat 8 angenommen w,orden sei; dadurch körxne man den altdeutschen Volks- st_amm n1cht 11118081: v8rsöhn8n. Aus den Namen ein8s Parlaments, fahrt Rednxr fort, kann der Landeßausfchß keinen Anspruch erheben. Deshalb sttmmetz „wir, dem _Antrage der Elsässer zu. Wenn die alt- angesessenen Fgmtlten tbre .Kmher yacb Frankreich zur Erziehung schicken 11110 dadurch die D8u1schf81ndltchkett enäbrt wird, so schaffen Sie do 018 ausgerytesenetz katholrsxben Erzie ungSorden wieder zurück! Aber dre_Unzuf11808n581t 111qu ja wachsen, wenn der LandeSausscbuß nicbt verandert wtrd durch 81n besseres Wahlrecht.

. Abg. Lenzmann (fr.,VolkspN: Wer noch Gegner des Antra s sem ,solxte, muß “durch die Erk1arung des Vertreters d8r elsa -' loxtbrmgtscxen Zitzgterung von dessen Notbwendigkeit überzeugt worden sem. ,Wtr wun_1ch8n den Anschluß der Reichslance an Deutschland. Die 1213196 Yoltttk 501.008 ntcht erreicht, fie bat Bankerott gemacht, und WU"- wunsch8n n1cht, daß etwa Elsaß-Lothringen erst mürbe ge- macht wrrd. WU: verlangen (Gexechtigkeit, damit die g8genwärtig8 Genxxration fich an Deutschland anxchließt. Deshalb wünschen wir eine rtchttge Landeövertcetung.

Abg. Dr. von Marquardsen (ul.): Ich bedauere, daß der Vorredner von dem Bankerott der Regierung gesprochen hat. Für das allgemeine Wahlrecht hat „man keinen anderen Maßstab als den Retcbstag. ' In den Etnzelstaaten gilt das allgemeine direkte Wahlr8cht mcht, und es best8b8n da noch die ersten Kammern. Jn Elsaß-Lotbrin 811 bestehen besondere Verhältnisse, wie in keinem an08r8n der "mzelstaaten. Es kommt mir der Antrag vor, 5118 der soztaldemokranxcbe Antrag wegen des Achtstund8ntag8s. Stattlangsam vorzygebm, fangt man 1318181) mit dem Ende an. Ich bin nicht getmgt, das Wahlsystem ?ur den Landeßaussckpuß für ein Meisterstück zu halten, Has 111cht der Yerbeffer.1ng fähig wäre. Bei der V8:- bxfferung _mttxuwtrke'n fänd wtr b8reit, aber dies8n Sprung ins Dunkle konn8n wrr n_1cht mrtznacben.

Abg. thkert (sr. VW,): Den Elsaß-Lokbringern ist zwar ein Pr8ßg8seß tn Aysücht geszeüt, aber es wird Wahrscheinlich im L011d8s- aysschuß erbeb'ltch tm S1nn8 der R8gierun korrigiert Mrden und mcht „dem Yetchs-PreßgUey vollständig entézprechen. Wir wünschen, daß dre Annaherung _an DeutsckZlayd schneller (1818518111, 08511015 wollen nztr 0811 Elsaß-Lotbrmgern Gle1chber8chtigung gewähren und sjimmen fur 0261? 521111101?H

*g, ])r. raf Udo zu Stolberg-Wernigerode d.kon. : _Daß 81118 falkcbe Politik g8triehen ist und wir umkehren 8n, 55an 185 mehr 0118rk81111811. Vxelletcht smd 1871 einige Fehler gemacht worden, w8tl wn: uns 81118m zu groß8n Optimismus hingegeben haben.. „Zest, nachdem w1r üb8r die Verhältnisst klar und nüchtern zu _unhetlen „98181111 haben, wird die Politik hoffentlich zu dem erwunschten 31818 fuhfren. er sehen keinerlei Veranlassung, mit dem LapdeSausschß 8111 Exvemment zu machen. Elsaß-Lotbringen 15111 AM 1005111301181158 Verwaltung noth , w81ch8 nacb gleich- 518158n0811 Prmzwten 81n1g8 G8n8ration8n hindurch andauert, dann 598an 018 Enk8l 0081 Urenkslxbenso gute D8utsch8 s8in wie wir.

Abg. Bueb: W8nn . 81n Pr8ßges8y für Elsaß-Lotbringen erlqffxn 10880811 soll, und d18s81 Rothwendigk8it kann man 114) ja sch118ß11ch 1116121 8013185811, dann muß das Von N8ichskvkgen gesch8h8n, und 111851 11111 Htlfe "des Land8sausschuss8s. Hätten wir statt der wr80ß1fch8n 238111111811 ,s11008utsch8 Beamte, dann würden wir wahr- sch81nl1ch s8br 5181 WWW sein. Dah8r auch der Wid8rspruch bei den pr8ußt1ch8n Konseryatwen, die 018 hochbezahlten Stellen für fich 21110 11118 Sohne m An]pruch_nek)men.

Abg. 'Wernc-r (Rexormp): Ich stimme für den Antrag. Die 238811111811 111 Clsaß-LotbrmgM, meistens Norddeutsche, 505811 es nicht v8rstanden, 018 H8rz8n der Bevölkerung zu gewinnen. Wenn auch der Ausdruck „.Bankerott“ etwas stark war, so trifft er doch das Richtige. O5n8D1ktaturparagxaph und mit 81118111 befferen Preßg8s8ß wäre man. 111, der G8rmax11fi8r11ng w8iter gekommen. Bis zu 0811 Urenkeln der xkßtg8n'G8n8xat10n „könnejn wir_ nicht warten.

Dam1t schließt dre Duskusston. Das Schlußwort als An- tragstelle'r hat der Abg. Colb„11s: Em Wahljyst8m wie in Elsaß-Lotbringen besteht 111 k8mem 8uropatsch8n Staat und würde in kein8m deutschen Einzel- staat geduldet 10810811. 'Der Statthalter hätte seine Rede nicht ge- halten, wenn er bxsser mformiert wäre; aber wir Reickzstags-Abgeord- n8.t8n'w8rden_ von der ganzkn Regierung und allen Behörden voll- 110110111 1911011811.

„Damit ist die erste Lesung becxndet. Es folgt sofort die zwette Berathung des vorgelegten Geseßentwurfs.

, (Gegen, die Stimmen der Konservativcn und National- ltberalen wurd derselbe ohne Debatte genehmigt.

Gegen d18 Stimmen der Konservativen wird darauf ein Bextagungßantrag angexnomnzen, sodaß der Antrag we en Be- s8_1ttgung der Yükremte fur Getreide und Mühlenxabrikate mcht mehr zur erbandlung kommt.

Schluß 41/2 Uhr. Nächste Sißunq reita 1 U r. (Etat deyReichs-Eiscnbahnen und des ReichFsWerxslicheruan- umts; drrtte Lesung, bxtrcffcnd die Beschlagnahme des Dienst- lobns und betreffend dle Konvertierung; zweite Bcrathung des GeseHentwu'rfs, betreffend die Zwangsversteigerung, und des Entwurfs emer Grundbuchordnung.)

, “111758 081 .Veröfsentlichun en des Kaiserlichen ©8- 111110 581180111113" vom'24. Februar at folgeznden Inhalt: P8rsonal- Nqchrtcht. _ Gesundbettsxtand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zettwetlige Maßregeln 08gen P8st. _ Desgl. gegen Gk") eber. _ (Hefe gebung u. s. w. _(D8utsch8s Reich.) Nabrungßmittel- bemikcr. _ andelßv8rtrag m1t Rußland. _ (Preuß8n.) Augencntzüukuxtg von Neugeborenen. _ (Mkcklenbgrg-Schwerin.) Tuberkulin-Jmpfangen. _ (Hamlzurg) Vteh-Quararxtaneanstalten. _Tuberkulin-Imvfungen. _ _(O'ssterretch,/_Krain.) Saxge. _ (Großbritannien.) Infektions- franf581t8n. _ (Schweden.) Vtehausfubr. _ (Türkei.) Pilgerfahrten. _ (Gang der Th1ers8uch8n., Entschädigungen für Viebverluste im D8utsch8n Rejcb, _1895. _ Tbterseucben in Norwegen, 4. Vierteljahr. _ Rinderpest m Butjsch-Jndten. _ Des [. in Siam. _ Zeitweilige Maß- regeln 13813811» T,b1ers8uch8n., (Deuts es Reich, Preuß. Reg.-Bezirk B10mberg, „51011811, Schrmn.) _ Verhandlungen von gesetzgebenden Korperschaften, 'VerZinen, Kongressen u. s. w. (Deutsches Reuß.) Deutscher Verem fur "öffentliche Gesundheitspflege. _ (Preußen.) Staatshaysbalts-Exat fur 1897/98. (Fortseßuna) _ Tbierseuckoen xc. _ (thlten.) Wem, _ (Geschenklistc. _ Woch8ntabelle über die Sterbefaße in :deutfchen Qrten mit 40000 und mehr Einwohnern. -- Dcßgl. m großeren Stadten des Auslandes. _ Erkrankun en in Krankenhäusern deutscher Großstädte. _ DeSgl. in deutschen tadt- und Landbezirken. _ Witterung. _ Grundwasserstand und Boden-

wärme- in Berlin und München, Januar.