Umlauf seße, als sein eigener innerer Verkehr ertra- gen kann.)
Paris, vom 9. Februar. Der Geses-Entwurf über die Verantwortlichkeit der Minister beschäftigt noch die einzelnen Abtheilungen der Deputirten: Kammer.
“Die“Verschiedenheit der politischen Meinungen giebt hier zu manxhem Zweikampf Anlaß. Das meiste Auf: sehn erregt das zwischen dem Herrn v. Saint Ma r: eellin, einem jungen Manne und Neffen des Hcrm v. Fontanes, und dem Kriegs:Kommißair Fayan, worin der erste eine tödtliche Schußwunde erhielt. Cr haxte sich im Kriege gegen Rußland aUSgezeichm-t und später den Wißenschaften gewidmet. Der Konserva: teur zählte ihn zu seinen Mitarbeitern. Sein Tod wird sehr bedauert. » Dem Herrn Beaup oil de Saint Aulaire, (der wegen seiner Leichenrede auf den Herzog von Feltre durch dessen Schwiegersohn bereits eine nicht sehr gefährliche Kugel erhalten, _ist schon ein zweiter Kampf angesagt.
Frankfurt am Main, vom 9. Februar. Die bisheri en Sisungen der Bundestagsversammltmg sind hauptsächlich der Militair-Angelegenheit gewidmet ge: wesen, einem Geschäft, das bei dem großen Jntereße für das gesamte Teutschland mit Rechc alle Thätig: keit der Gesandten in Anspruch nimmt.
Bekanntlich hatte der für die Militair-Angelegen: heiten niedergeseste Ausschuß des Bundestages im vo: tigen Jahr einen Militairverfaßungs:Plan ausgear: beitet, der durch öffentliche Blätter bereits hinreichend bekannt geworden ist, und gemäß Bundesfchluß vom 12. Okt. v. J. weiter berathc'n werden sollte. Jelzt kommt es nun darauf an, theils die Grundzüge dieses Plans mittelst allgemeinen Beschlußes zu genehmigen, theils sich darüber zu berathen und zu beschließen, was für die weicre Entwickelung und Ausführung des Plans geschehen miiße.
Oesterreich ist den Anträgen der Au8schüße im Allgemeinen beigetreten, und hat dabei erklärt: es gehe von dem Grundsas aus, daß bei alien Fragen, wo es auf die Festseßung von Modalitäten organischer Bun: des:Einrichtungen ankomme, die Stimme der Mehr- heit für entscheidend zu achten sey.
Der Gesandte hac chichzeitig einen Aufsalz iiber: reicht, der die Vorschlage des Oesterreichisohen Hofes über die weitere Bearbeitung der Militair-Angelegen: heiten am Bundesrage enthält. Hiernach ist Oeßer- reich der Meinung., daß die fernem Vorarbeiten dem Bundesrags-Aussthuß überlaßen hleiben, daßihm aber als technischer Beistand und als eine der Bundesver: samlung untergeordnete Behörde eine Militair: Kom: mißion beigeordnet werde, die aus sechs Mitgliedern, „:| Oesterreichischen, 1 Preußischen, 1 Bairischen und ] Bevollmächtigten von jedem der drei gemischten Bun: deö-Korps bestehe. Ihr Wirkungskreis ist:
1) die ihr übertragenen technischen Militairarbeiten zu liefern, 2) die Vorsorge, daß der Stand aller Kontingente
„ des Bundesheeres ersichtlich gehalten werde,
3) die rein: militairische Aufsicht über die Bundes- festungen und den Militairdienft darin,
4) die Leitung der von dem Bundestage angeordneten
Befestigungsarbeiten, wozu auch
*5) die persönliche Inspektion dieser Arbeiten gehört.
Für die zweckmäßige Ausführung der Befestigungs- Arbeiten und die Verwendung der dazu angewiesenen Gelder ist die Mil-itair-Kommißion dem Bundestage verantwortlich. '
“» Preußen erklärte fich für die Annahme des vom Aus_s uß vokgelegten Plans im Allgemeinen und traf dam orschlage zur Organisation einer Militair-Kom: mißion bei. ?
Baiern trat dem entworfnextxPlane bei, mit dem Hinzufü en, daß etwanige Erinneriin en über die ein- zelnen Funkte, auch hinfichtlich der undesfestungen, unäehftxzur Prüfung und Berathung an den Aus: chus “werden gelangen müßen, der auch die Organisa:
M
tion der vorgeschlagenen Militair:Kommißidn vorzu:
bereiten haben werde.
Das wesentliche Resultat der iibrigen einzelnen Abstimmungen war, und annehme, fich aber den Antrag auf diftkacionen vorbehalte,
herzogthum Heßen eine wesentliche Abänderung
der Korps=Eintheilung schon in auSda'icklichn Antrag daß durch zu tief,“;
bxachte. _ Hann over wünschte, eingreifende Abänderungen das bisher (He-
sxhehoene nicht wieder vereitelt werde. Ueber dre Bildung der Militair:Kommißjon vereinigte man?
sich zu folgendem Beschluß:
_ daß man im Allgemeinen den vom Au8schuß vorgeschlagnen Kxiegsverfaßungs-PlanbiUige einzelne Mo“: ;;- wobei besonders das Groß:
Lokal-Kommißarien, welche sich behufs der Be:
gutachtung anzulegender Befestigungen bereits an
„Ort ynd SteUe befinden, soll sich als vorläufig ' 7 konßitmrt ansehn, sobald 4 Mitglieder hieselbft an:? “
wesend sind. Ihre Arbeiten waren auf diese In-
struktion beschränkt.
13) Vorbehaltlich aller einzelnen Rechte soll ein Oyster:
reichischer, ein Preußischer, ein Bairischer, ein Hanöverscher, dann ein von Würtemberg und Ba: de_n gemeinschaftlick) zu ernennender Staabsofsizier hteher eingeladen werden, weshalb die Gesandten sofort an ihre Höfe zu berichten haben. Da die Eintheilung des Bundesheers wahrschein:
lich eine_ vorzügliche Diskußion verursachen wird, so sagen Wir solche, nach dem Plane des Ausschußes, bei: ; _,
Das Bundesheer besteht in Einem Procenc der Bevölkerung, die Reserve in einem halben. aus 10 Korps gebildet, die nach Nummern bezeichnet sind, 7 ungemischte, 3 zusammengeseßte.
Korpsl.1l u. 111. Oesterreich . . . . 1K7.7.11.D'1.Preußen . . . . .
PU. Baiern . . . . . .
»7111.Kömgreich Sachsen . Würtemberg . . . Baden . . . . . Hohenoner:1-Hechingen : : : Siegmaringen Lichtenstein. . . . .
Kurheßen . . . . . Großherzogthum Heßen Luxemburg. . . . Naßau . . . . . Sachsen=Weimar . Gotha . . Koburg. . Zeiuingen ildbur hau e A hal :D ß 9 s
94,822 M. 797234 '-“ 35,600 :“
. .
Uu "
. 12,000 . 15,955 . 10,000 145 356 55 36,511 :
5,400 6,195 . 2,141 . 3,028
. 2,010
: : . 1,857 . 800 . 544 n 297 529 370 325 451 539 745 200 479
""“"" 25/919 :
Hanover . . . . . 13,054 Holstein . . . . . 5,600 Braunschtveig . . . 2,096, Meklenburg : Schwerin 3,580 : = Screliß 718 Oldenburg. . . . . 2,178 Waldeck. . . . . . 519 S_chaumburg:Lipp . . 2.40 Lippe:Detmold . . . 691
e au . . . Bernburg . . Köthen . . . Schwarzb. Sondershausen : : Rudolstadt . Reuß . . . . . Heßen:Ho.mburg . . . Frankfurt . . . . .
.
Lübek . . ". 407 „485 1,298 * ! "_" 28,866 :
Gesamtbetrag 300,943 M.
Bremen . . . Hamburg . . .
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Die Reiterei bildet;- des Heers; 2 Stück Geschüß gehn auf 1000 Mann. .
Das Bundesheer ist Ein Heer, und wird von Er- mm Feldherrn befehligt. Er wird vom Bunde in engerer Versammlung erwählt. Die Yunderersqn): lung ist seine einzige Behörde. Sie wahlt gleichzeitig einen Generallieutenant des Bundes. In Friedens: zeiten muß bei dem Fußvolf der sechste Theil der Mann: schaft, bei der Reiterei ? im Dienst behalten werden. Zu Festungen sind außer Mainz, Luxemburg und Lan: dau vorgeschlagen: 1) Ulm, 2) Germersheim, oder in der Nähe ein doppelter Brückenkopf, 3) Raskadt oder Donaueschingen, 4) Homburg (auf dem linken Rheinufer). Dieserhalb sind die Militair:Lokal-
a) Die Militair-Kommißion zur Instruktion der Kommißionen in Wirksamkeit.
München, den 8. Februar. Am 5. d. M. hatte eine öffentliche Sitzung der Kammer der Abgeordneten |att. EinGesuch um Beschleunigung der Justiz: ;) flege in einem bei den Gerichten anhangigen Rechts- streit, welches nach der Meinung der beiden Prasiden: ten an das Justizministerium zu verweisen gewesen wäre, veranlaßte Debatten, weil die Herrn v. Horn: thal, Behr u. A. behaupteten: daß eine Verzöge- rung der Juskizpfiege zu den Verleßungen verfaßung= mäßigerRechte gehöre, welche an die Stände gewiesen sey. Es wurde beschloßen, die Vorstellung bis zur Bildung der Ausschüße zu reponicen. (Ob die Zu- ßiz vom Untergericht verzögert worden, oder ob vom Justizminister nickZc Remedur der Verzögerung habe erlangt werden konnen, enthalten die mitgetheilten Verhandlungen nicht.) Zum Entwurf der Dank: Addreße an den'König wurde ein Ausschuß ernannt. Auf den Antrag eines Abgeordneten ward die amtliche Bekanntmachung der Verhandlungen der Kammer be- schloßen.
In der Sitzung des folgenden Tages, welcher die StaatSminifter beiwohnten, stellte der Minister des Innern den Zustand des Königreidhs dar. Hiernächst wurden die angefangenen Arbeiten zu Bildung der Ausschüße fortgesest.
Die angefangne Landtagzeitung scheint allgemeine Mißbilligung zu finden.
Aus der Wallachei. Der neue Hospodar, Alexander Suzzo, ist am 24. Januar in dem Kloster Wakaresk, unweit der Residenz Bukarest, nebst sei: ner Gemalin und 8 Kindern eingetroffen. Sämtliche Bojaren des ersten Ranges mit ihren Frauen em: pfingen ihn daselbst, der Landessitte gemäß und beglei- teten ihn zur Kirche, woselbst der Metrop' it nach kur- zer Bewillkomnungswde die fürstliche Familie einse : nete. Zu Véarest traf der Fürst abends in der Sti" : ein, und wird seinen feierlichen Einzug erst in einigen Tagen halten. Er ist ein Mann bei 60 Jahren, von Achtung gebietendem Aeuseren und hellem Verstande, exn Muster eines guten Familienvaters. Seine Ge- malin, eine Schwester des Fürsten der Moldau, Kal- limachi, wird wegen ihrer Frömmigkeit gerühmt.
' (Oestr. B.)
Stockholm, vom 2ten Februar. Ein officielle: Artikel der heutigen Incikes-Zeitung zeigt an , daß eine neue Zolltaxe für ausgehende Waaren aUSgefev- tigt und sogleich in Wirksamkeit geseßt worden, in welcher der Grundsas hauptsächlich befolgt sey, daß keine andern Waaren zur Ausfuhr verboten find, als einige wenige, deren Verschiffung Mangel einer im Lande erfoderlichen Rudimaterie oder sonftigen Scha- den und Verlustfür dasAllgemeineverursachen könnte, und daß al1e Waaren, die in Schwedischen Sch1ffen auSzuführen erlaubt smd, folglich auch Holzwaaren, ebenfalls in fremden Fahrzeugen ausgehen dürfen, u_nd zwar ohne irgend einige Beschränkung auf gewiße Quantitäten oder andern Unterschied in den Zoll.“- Abgaben, als daß jene mit 5 und diese mit 10 Pro: cent vom Werth belegt find, dagegen die nur mit 12 Schillingen von 100 Rthlc. Werth angesesten Waa- ren ohne Verhöhung in fremde Schiffe verladen wer: den können.
Hamburg, vom 12ten Februar. Die für die Krone Dänemark durch Vermittelung der Handlungs- Häuser Blacks Wittwe und Comp. und M. D. A. Mayer und Trier zu Kopenhagen negozjrte Anleihe von 6 Mill. Mark Banko ift jeßt förmlich abgeschlos: sen worden.
«»
Mit dem'verfloßenen Jahre 1818 ist, vielleicht von Vielen unbeachtet, das zweite Jahrhundert der folgen: reichen VereinigungPreußens mitderMark Bran- denburg vollendet worden. Am 24. August 1618 starb der lehte Herzog von Preußen, Albrecht Frie- d rich Markgraf von Brandenburg, deßen eirYige ZToch: ter Anna mit Johann SiegiSmund urfursten von Brandenburg vermählt war. Wiewol der Kur: fürst das Herzogthum Preußen nicht von wegen seiner Gemahlin, sondern auf den Grund der im „Jahr 1611 mm Polen, dem damaligey Lehnsherrn, erhaltenen Belehnung in Besth nahm, so ward ihm doch schon die Belehnung durch diese Vermählung sehr erleichtert. Die Erbtochter des Landes brachte ihm auch die Zu: migung des Volkes zur Mitgift. Anna war aber zugleich rechtmäßige Erbin der Herzogthümer Kleve, Jülich und Berg; ihre Mutter Maria Cleondre war die älteste Tochter des im Jahr 1609 ohne männliche Nachkommen verstorbenen Herzogs dieser schönen, jest
ganz mit dem Preußjsckzen Staate'vereinten Länder-
und die Kurfürstin Anna war somit die Stamm:Mut: ter des Osten und Westen eines Reichs, das seitdem vom Glücke sichtbar begünstigt *) fiir diese beiden bedeutvollen äußersten Enden eine hinreichende körperliche Breite und eine geistige Tiefe gegründet hat, die Jeden , der nicht in einseitigen Ansiohten be:
*) Unsre Märkischen Kroniken erzählen, daß am 8. Nov. 1572,__dem Geburtötage des Kurfürsten Johann Sie- gismund, in dem Sternbilde der Kaßiopea zuerst ein neuer hell glänzender Stern schtbar geworden sey, den man den Brandenburgischen Glückstern genannt habe.
fangen oder in tobten , durch das immer bewegliche, anders fich gestaltende Leben tausendmai schon zu Schanden gemachten Berechnungen unterge augen is?, als völliger Ersas fiir den etwa fehlenden aum ein- leuchten, und die sicher|e Bürgschaft für die Dauer des Reichs und seiner großen Bestimmung geben muß. Denn wie auch der Anbeginn jener Zeit trübe war, und zu bedeutenden Erwartungen für den neuen, sich in fchmalen unzusammenhangenden Stücken ausdeh: nenden Staat kaum berechtigen konnte - “er sel in die Verwüstungen des dreißigjährigen Krieges -- bald erschien der seitdem nie erloschene heilbringende Stern, wie er vielleicht keinem Reich in der ununterbrochnen Folge, und noch weniger in dem, jedem Zeitpunktzu: träglichen, eigenthümlichen Lichte geleuchtec hat.*Ne- genten, bei denen bald die schaffende und mehrende, bald die erhaltende Kraft vorherrschend war, wechsel- ten mit einander, und fa könnte man sagen, immer so wie das jedesmalige n ch|e Bedürfniß der innern Verwaltung des Staats selbst und der davon nie ganz unabhangigen Beziehung auf andre Staaten und Völker es foderce. Auf der ersten, tiefen, festen grund: legenden Kraft folgte die milde, allem .Kunstschönm freigebig hingewendete Gesinnung; dann ordnete und stärkte wieder die ernste, strenge Haushaltung, und "nun konnte, wenn sich derMann dazu fand, die so wohl gegründete und so lebenxeich befruchtete Macht des Staats der ganzen Welt offenbar werden. Den Mann fand sich in dem unsterblichen Friedrich, und wenn nun auch die zur Nothwendigkeit gewor- dene Erwerbung der Achtung vonjAußen die inneren Hülfquellen des Landes über das gewöhnliche Magi hinaus angeßrengt hatte: ße wurden sich mm “| m