meinerseits lasse derselben ane Gerechtigkeit widerfahren , aber i(b für meine Person bin der Meinung, daß außerdem zu einer gedeihlichen Leilung der Staalsgescbäfte „des mit anverjtauten Reßorts noeh eln mehreres gehört, nämlich eme weit- berjige Beurtheilung der im Lande vorbankenen Schäden und der feste Entfcbjuß aUes zu 1bun. was in Menfchenkrafien sieht,. diefen Schäden Abbülfe zu verschaffen. Ick babe gestern schon dae Ehre gehabt, aukcinanderzuseßen, ich vetbmde beides vollkommen mit em- avder, “:die poliiiskbe BerantwoxtliÖkeit und die moralische Vekani- worjlichkeit. Daß die erstere das den Staatsmann Beherrschenke sein muß. das versteht sich ganz von selbst: Hier aber ist die Frage: giebt es nicht einen Wea, beide Veraujwortlichkeiten harmonisch zu verbinken mit dem Erfolg, daß wir einen friedlichen und versöhn- lichen Zustand herstellen?
Ginge es, meine Herren, weiter fort, unentwegt nach den Karren Gruudsäken, die der Hr. Abg. Dr. Falk uns gestern auseinander ge- seßt hat, so werden wir nicht über Jahr und Tag, gucb nicht über fünf Jahre, auch nicht über zehn Jahre den kirch- lichen Frieden baden, sondern wir wnden ibn memalß erbalxen. Das ist eine Situation, meine Herren, die die Staatsreaxerung tztcht wünschen kann, umd insofern ux-terscheide ick) mich allerdmgs prang- vkell und sebr weit von dem Standpunkte, welcbey der Hr. Abg. Dr. Fxlk uns gestern entwickelt hat. Ich weis; ytcbt, ob es dt: Schlüßworte des Hrn. Abg. Dr. Falk waren, aber jedenfaüs kam es in seiner Rede vor: diese Vorlage ist so vxmerflich, daß selbst im
alle ihrer Verwerfung ker Schaden nicht wjeder gut, gemacht werden ann, den ihr Einbringen veruxsacht bat. Jcb, meme_Herren, „sage umgekehrt: diese Vorlage ist so vorfrcfflicb, daß selbst lm Falle 1brcr Verwerfung die Voxtbeile nie wieder aus der WeZt geschafft, werken können, die ihr Einbringen verursacht bat, den Vortheil, daß skb tm Lanpe die Uebmeugung vekbteitet: die Regieruug bat aüeßgetkan, was m ibreu Kräften steht, um "cem Lanke ten inneren Frieden wieder zu verschaffen.
Der Abg. Dr. von Etablewski erklärte fich Namens _sexner politischen Freunde gegen die Vorlage. Der Kultus-thsier habe soeben ausführlich Larzuthun gesucht, daß der rscuxsus ab abusu ein von der katholxschen Ktrche anerkanntes Jysixtut sei. Die von demselben zittrxe Aeußexung des .Erzb1schofs Geißel beziehe fick) nur auf d1e Tbcone. Dsr K1rchenrechtß= lehrer Schulte erkenne in seinem Werke_an, daß_dem Staate über die kirchliche Amtsführung des Btschofs em Yufftchts- recht nicht zustehe xmd daß der Bmschof dafür" dxm Staate nicht verantwortluh sei. Derselbe sage ausdruckltxh, daß es einen r2611r8u5 zb 3bu5u nur dann gebe, wenn etxt solches Recht gemäß besondxrer Vereinbarung festgestellt set. Wenn der Abg. von Zedltéa hervorgehqbetz habe, daß paß Prinzip der indwidueklen G ubenssreihett tn dem Sasecset: nen Ausdruck finden möge, daß in Preußen Jeder n_ach scmex Fagon selig werden köyne, so acceptire er das für feme Pattex mit Freuden, denn ße wolle, ja nur nach den Lehren der römisch-katholischen Krrche seljg werden. _Tro des großen Nothstandes des katholxschen Volkes sei dtese orlage keme erfreuliche. Daß dßrselben der Abg. Dr. Falk entgegen etretcn
sei, wundere thn mcht; _dxrselbe sei ja em Kampfes: Unister gewesen und stexs oom Ntederwerfen des Gegners gesprochen; die staatSmänmschen Gefichtwunkte der Vorlage habe der-
lismus eschaffen. Gegen die Vorlage habe er diesexben V- denken Joie der Abg. Windthorst. Er_nZerde für dte Ueber- weisung der Vorlage an eine Kommxsnon stimmen. Das Brodkorbaeseß müsse aufgehoben, dte verwalsten Pfarreteu wieder besest werden. ' „ Der Abg. Graf zu Limburg-Sttrum sprach zunachst dem Minister seinen Dank aus für die gestern'uyd“ heute gespro- chenen Worte; dieselben würden dte Maxorttat des L'ande; überzeugen, daß dieser Minister der gcxtgnske Mann set, dre Sache zu einem glücklichen Ende zu fnhren; derselbe wexde die Rechte des Staats nicht aufgeben und aücs Mögluke 1 un, um der Kirche zu ihrem Recht? 31,1 verhelfen„ Ek ( edner) selbst habe mit großer Eytsckztedenbett bk! der Schöpfung der Maigeseve mitge_w1xkt; 1hrcn Grundgedanken halte er auch heute noch für r1chng. Aber er habe fich_da- mals gleich gesagt, daß bei dem zu erwartenden-großen dexr- stand der katholtschen Bevölkerung KczmpfobesUmmunZen hat- ten aufgenommen werden müssen, d1e _w1eTZer außer xast zu seßen wären, sobald der Fricde wiedxr ezntrqte. Wahrltch a_us Freude am Kampf sei eine Partet n1cht m den Kampf em- getreten. Man häjxe diesen Kampf aber besser auf 'dem Ge: biete der Verwaltung eführt; nur_ungern ha_be seme Par- tei die Nachtheile geeslicher Bestzmmung !mtnehmen müs- sen , um den höchsten Vorthekl , . d1e Feststellung der Rechte des Staats gegenüber .der Hierarchie, zu erreichen, Die wesentlichen Punkte der Matgeseßx würden dxetben111üffen; nämlich, das; die Geißlichkcit neben _1hrer speztellxn Ausbil: dung auch; diejenige bekomme, die die Gesammthett der preu- ßischen Unterthanen habe, daß dem Staatx der Einspruch gegen die Anstellung von Gcistlichen_ und dte_Zurückweisung von Uebergriffen der Geistlichkeit am pas Gebret des Staats im Bereiche der DiSzipLin gewahrt bleibe, und daß endlich die kirchlichen Orden von dem Boden_ des preußiscxxen Staates fern blieben. Das Centrum appcütre an die konservativen Gefühle seiner; Partei, die Herren hätten allerdings selbst viel von konservativen Grundsätzen gesprochen und auch mitunter Gedanken auSgeführt, die ihm (dem Redner) sehr gefielen, z.B. dj_e gxstrige Aeußerunxxes Abg. Windthorst, daß der König nicht ape em weseyloserS tten über den Dingen schweben, sondern em w1l1enskxaft1ger Faktor der Regierung sein soUe, Aber in der praktischen Ausführung des Sache habe er die Hülfe des antrumß fast immer _und schmerzlich vermißt. Es habe_ lerder bet allen_Fragen, m welchen es die Autorität des Kömgxund. der Negterun zu wahren gc'golten habe, seine Macht m dre andere Wag chase geworfen, und immer nur ge- fragt, wgs nüse und fromme der Kirche? So habe auch der AK Wmdtborft gxstem wieder erklärt, daß bei der katho- lts n Bevölkerung jedes andere ?ntereffe hinter dem der Kirche Zurückstehen znüffe; Der Vorwur des Centrums, daß die Kon- ervalwen fxmdseljg gegen die Kirche seien, oder die Rechte des Staats'preteZ-gähenx berühre seine Partei daher nicht; die Vor- lage set her einzig mögliche Weg zu einem dauernden und sichern Frteden. Der Ruf nach Frieden habe sub im g.“.nzcn
[elbe freilich nicht' begreifen können. Daß aber auch der ]eßige KuUus-ansier, der, wie derselbe selbst sage, den Frie- den wünsche, meme, durch die Maigeseße würden Dogmen nicht verletzt, klinge seltsam, denn dann wäre 'a der weitere Kampf berechtigt. Den Man el an Verständni daftJr, daß die Geschebung Dogmen ver est habe, beweise auch dre Rede des 1)1'. ( alk, die Entrüstung welche derselbe zur Schau gez tragen, das; das katholische Volk einen Seelsorgern anhänge. Es set eben Glaubenßpfiicht für die Katholiken, die Oberen zu resyekttren. Den religiösen Nothstand habe der Abg. Dr, Falk xm mo- dernes Interdikt genannt. Es sei auch ein therdtkt, aber verhängt durch Ur. Falk über das arme kathonsche Volk„ er erinnere nur an die Ausdrücke, wie Gehaltssperre, Vcrxms- sperre u, s. 111. Wenn hier die Rede sei von den krrchltchen Wirren im Jahre 1839 und 1840, so möchte er darauf hm- weisen, mit welcher Achtung man den damgls gefangen ge- sesten Bischöfen begegnet sei, wie anders set de_r Abg. Falk verfahren! Die katholischen Bischöfe h_ätten mtt Sp! bubetx unter einem Bache gesessen. Der Erzbixchof vox: Letze) ,owskt habe im Gefängniß geseffen und als seme zwe) Wethhtschö'fe die Weihe vorgenommen hätten, seien an fie ms Gefangmß geworfen. So scharf sei das Schwert des _eseßes; gehandhabt worden. Man habe den Polen retchsfemdltche Be- strebungen vor eworfen. Worin bestünden fix denn? In den BemüJungen, die dureh völkerrechtltche Ber- träge den Polen zugestandenen Vorbehalte für __1hre Nationalität zu wahren. Die Einheit Deutschlands hatten die Polen nirgends bekämpft. Dem Centrum mache man den Vorwurf, daß es die Regierung in der polnischen Fra s'an- Xgriffen habe. , hm set es zwar genug, daß der etchs- nzler eine polm che Frage anerkannt habe; so viel er fich erinnere- habe has Centrum in den Verhandlungen über dre Verdeutjchung der OrtsUamen und die_ Er- haltung der “polnischen Sprache in den polmschen Volksschulen seme Partei unterftüßt, aber nicht blos das _Centrum, sondern al1e Parteien seien damals moral1sch auf Seite seiner Partei gewesen. Die Zeit, wo man fich für dcn Kulturkampf begeistert habe, sei vorüber und grade dre besseren Elemente wollten den Kampf aus der Welt eschaffßhaben. Der Abg. Falk möge fich freilich von seinem „deal mcht trennen! Die uverficht auf den Sieg der mate- riellen Macht im Kampf mit dem Gewissen sol1te doch auch durch dte Erfahrungen der Geschichte herabgeftimmt wcrden. Geseke, der_en Wxsübung das Gewissen“ verbtete, müßten un- wirksam sem, wett fie mcht von der öffentlichen Ehrfurcht ge,- trggen würden, Wgs habe man denn mit diefen Gesetzen er- retcht? Nur, maxertelle, erstörung fei diesen Geseßen ge- lungen. Wre vzele Prteter hätten fich denn dem Gerichts: hof gestellt? 'Wre'mele Domkapitel seten denn zur Wahl geschrttten, nne viele, StaatSpfarrer habe man denn über- haupt? Das Volk [U. mcht länger eneigt, die Seelsorge za entbehren. Zwei MLÜWUM Katholi en seien ganz oder zum Prußen-Theügxhne Seelsorge. Die Folge davon sei, daß elbst ln religiös angexegtetz Herzen Ünmuth und Bitterkeit stch _festseße, während hte leichten Elemente der Jrreligiofität m hte Arme fielen. Dre Presse fast aner Parteien hätten die Matgxseße für _versehlt erklart und man verlan e, daß seine Parte: dw, Majestät solcher Gesetze anerkennen olle, die selbst "U,"! Th81l_ von andexen Parteien als ungerecht bezeichnet seten? Müßte die Reg1erung 'nicht selbß sofort diese Geseke abschaffen? Werd? .durch sr? mcht die Achtung vor den Gase en überhaupt drskreottrrtx', Dte Geduld des katholischen Vol es unter deux Drucke hteses Not andes, die Ergebuna und Opferfreud1 kett sei dix schönste alme des christlichen Sinnes im Kuléur gmpf. Em Staatsmann müßte sch über "eine solche Erschemzmg freyen! In Rußland, welches schon seit langer Zeit seme Matgeseße habe, hätten dieselben den Nihi-
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Lapde geltexjd gemacht; Konsewative und Liberals hätten den neyxn m zhrenWahlprogrammen versprochen. Darumhabe uxh dre Regxerung_gesagt, wie komme man zum Frieden und wre den_ke d:e Kurie darüber? Daher sei der einzig richtige Weg dieser akademischen Besprechungen in Wien gewesen. Dteselbxt] hätten wei große Resultate ergeben." Klarheit über die gegenseitigen Aussprüche, während srüherjeder Theil, dieKuréc aber mehr als die Regierung, nur Nach iebigkeit von der anderen Seite erwartet hätte; die Kurie w1s?e jest, daß gewisse Dinge nicht preißgegeben werden könnten; zweitens den be- stimmten Ausspruch der Kirche, daß dax, was er als ersten Schritt zum Frieden bezeichnen müsse„ ine Befolgung der An- zeigepfticht mcht gegen das inneve Wesen der “Kirche verüoße. Werde der Anzeigepflickzt genügt, so könnten m dyn h_eseßten Diözesen geordnete Zustände bestehen und sowohl m dte blos staatsreckztlichen, als auch in die nach kanonischem Recht vor- handenen SediSvakanzen die Wahlen vorgenommen werden. Man habe nun in Rom es mit einer Macht zu thun, die in diesen DinJen, die das innere Wesen der Kirche nichtberührte11,freie Han habe, für statthaft oder unftatxhaft zu erklären, was fie wolle. Jm Staate habe man fick) aber in den leytcn De- zcnnien gewöhnt, Alles, was praktischer und mit geringem Zeil- aufwand besser durch die Verwaltung geordnet werden könne, gexeßlich zu regeln und da'durch mehr Starrheit in die Dinge ge racht, als Vielleicht nöthig. Sone nun die Regierung der Kurie gegenüber in gleicher Weise vorgehen, wie die e es könne, so müsse die Regierung mö-Zlichst große Fakultäten er- halten; und aus diesem Grunde sei es nothwendig, dsr Re- gierung die in der Vorlage geforderten Vollmachten zu geben. Man behaupte, daß die im Art. 4 enthaltene Erlaubnis; zur Wiedereinsetzung der abgesetzten Bischöfe die Meinung erregcn könne, der Staat sei vollkommen unterlegen und die Kirche sehe den Fuß auf seinen Nacken. Aus den Erklärungen des Ministers gehe aber unzweifelhaft hervor, daß die Bischöfe nicht zurückkehren könnten,_ wenn fie nicht die Anzeigen zu leisten versprächen. Könne da von einem Triumph der Kirche die Rede sein? Das Diskutiren, wer gefiegt habe und wer nicht, entspreche überhau t nicht dem Ernst und der Würde der Suche. Es frage skch nur, gebe man durch Annahme dieser Vorlage unveräußerliche Rechte des Staates preis oder nicht? Das Volk würde diesen Eindruck nicht gewinnen, son- dem mit Vertrauen auf die Männsr blicken, die das Geseß andZabten. Der Abg. lk habe gestern hauptsächlich das efü [ des Mißtrauens m das Volk zu bringen gesucht. Er könne nur dem Gefühl des Befremdens Ausdruck geben übxxr die Art, wie derselbe gegen die Vorlage gesprochen habe; ste würde den Eindruck machen, daß der Abg. Falk nicht iy dem Maße der intellektuelle Urheber und Leiter der Mmgeseß- ebung gewesen sei, wie man bisher geglaubx habe, daß der- elbe vielmehr nur ein schneidiger und geschtckter Ausführex von dem gewesen sei, was von anderer Settß besYlosfettFeu Er habe in den Ausführungen des Abg. Falk jede prtr emer staatsmännischenAder vermißt. Immer nur aus dem M1ßxrayen heraus deduziren, das könne er nur aks „eme kleml1che Art Politik u treiben, bezeichnen. Man set dxese Auffassung bei der ForthZrittSpartei gewohnt, bxt der der Abg. alk des- halb auch ge ern den größten Be1fal1,gefunden hq e_. Der Abg. Falk habe fich an die Divergenz zw1schen dem Mmtsterqu- bethluß und der Vorlage geklammert. Der Grundgedanke m BLW?" sei aber derselbe: Preußen könne mit Rom kein Kon- kordat machen, aber die Regierung wolle pari ])88511 mit Akten der G6s8ßgebux1g vqrgehen, je nachdem ihr durch Erfüllung der Anzetgepfttcht dte Möglichkeit zum Entgegenkommen ge- bzyten Werde. Wenn n_1an freilich so deduzire als wenn der Hose Femd an der Smße der Dinge in Deutschland stehe so könne „man etwas anderes von dem Geseß erwarten. ber wer wurde das von dem Reichskanzler glau en, der selbst so
viele Jahre seine ganze Kraft daran fest hab das Deu Neub zu s-Zhaffen und den rirchenpolitN n Kon iki hätteer, nehmen mussen, um eben das Deutsche ejch || zu gründen, Dex Abg. , alk sollte fick) yoch lzüten, seine Autorität gegen die des Rexchskanz ers auszuwxexen. Wéun das Haus dem Reich:- kgnzler vgs Gxses verwetgerx, so sei das gerade so als wenn em Gesxbaftsjuhrer von seinen Sozien die Mög ichkeit ver- lange, „m xm gewiffxs Geschäft einzutreten, und diese ihm dazu, dtx Mtttel verwexgerten; er glaube nicht, daß das Volk datxnt einverstanden sem werde. Möge die gemäßi t liberale Setxx erwägen, wohm es führe, wenn man das olk daran gewohnt, alle „Vorlagen aus dem Gedanken zu beurtheilen was könnte em böser Mensch damit Böses anfangen? Wié solle es dann w'erden,' wenn an die Stelle des Reichskanzlers Lxute kämen, d1e wett mehr als derselbe darauf angewiesen sezen, Vertrauxn zu suchen. Er schließe fich dem Antrage an dteoVorlage emer Kommisfion von 21 Mitgliedern zu über; we1sen, und hoffe, daß man zu einem allseitig befriedigenden Resultate gelangen werde.
Der Ab? Vr._Virchow bemerkte, wenn man den Vor- re_dner höre, q meme man in der That, die staatswännischm Exgenschasten _m konzentrirter Gestalt vor fich zu sehen. VleUelÉT _dürse xc aber in dieser Beziehung daran erinnern, daß es_ eme ZM egehen habe, wo Ntemand dem Abg. br. Falk mit größerex . etsterung gefolgt sei und dessen Ver- dxenste mehr glortfiztrt hczbe, als der Abgeordnete, der eben ausgespxoäxen habe, daß m dem früheren Minister Falk keine smawmanznsche Ader set. Wenn, man von seiner Partei, die dem Frechen der Parteien unbefangen zufchaue und ein unabhangjges Urthell habe, verlange, die Fortschrittzpartn' soxle hen Hsrren nachgehen auf den Wegen, die fie staatk mapmsch nerxnten, daxm würde man in der allerkürzcßm Fmst zu emem Wtrrwarr gelangen, dcr keinen An- spruckj), m_xhr auf den Namen „konstitutionelles Staats- lxben hatte. Man spreche schon jest vom Minister.- tlsch, vqn den BänFen _des Centrums und der W konserpatxven aus mxt einer gewissen Ironie vou
konstttyttonellen Wesen“. Man fordere das Haus auf, voniokben Formalten abzusehen. Das Haus habe hier auf demRocht zu b_esiehen, welches demselben die Verfassung gebe und weLäzes essemen Nackzfolgexn ungeschmälertüberlicfern müsse. Einesokche Voll1txachßwte„dtejeßtverlangte, sei seit Gründung der preußischen Konstaytton xuemals beqntragtworden. Er könne der Regierung eme DtSpofithtsbefugmß nicht geben, ohne daß im Geseke stehe, wann dtese Ic_fugniß angewendet werden solle (Wider- spcruch rechts); . Die Herren von der rechten Seite seren wghrschxmltch klüger, als er; und wüßten schon jest, wann hte Regterung gnädig oder un Uädig sein werde. Nehme mgn 'emmal den Fa]! mit den Bis öfen. Glaube man denn wrrklub, es werde em Béschof zur preußischen Regierung kom- men m_1d sagen: Er habe gesündi t -- pater psccäfi? Dieser Fall se; ganz yndxnkbar. Oder gerc-st, die Regierung träte an den Bt_schof mtt etner solchen Au orderuug heran; wenn dann der thchqf aber sage: er danke bestens, er one sein Recht haben, mcht aber begrmdigt werden, was dann? Man zer- breche fich den Kopf“ über die beße Fassung dieses Artikels und habe: habe derselbe gar keinen Sinn,“ so lange die Gefes- gebung überhaupt aufrecht «halten bleibe, krieche kein Bischof zu Kreuze. hm mache die Sache überhauyt den Eindruck, als hand!: es :ck mehr um ein äußeres Geseaht, als handle es fick) daru_m, mehr Worte zu geben, auch in Form eines Ge- seßes, dre nach oben und unten den Eindruck großer Fried- fertiJkeit und iesber Gmudsäße maäxen soüten. Der Re'xäzs- Lanz er indeKen spreche in den Deyeichen gar ckcksz von Friedensbedürfniß des Landeß, wie der, KUUUDYÜUMLT hier; der letztere sei aiFo ein wenig weniger staatsmännisä), als der Reichskanzler. Der Reichskanzler sei so sehr staatsmännisth, daß derselbe die ganze Frage nur auf das Verhakten des Crntrums ansehe. Sei das Centrum gut, willige es viel neue Steuern, dann [affe |ck auch mit dem Vapste unterhandeln, verweigere das Centrum aber _das Schanksteuergefeß wolle es Beeren und Pilze nicht den R1ttex- gutsbefißern ausltefern, dann sei die Sache zu Ende und dxe Unterhandlungen würden abgebrochen. Darum drehe fich d1e gan e Korrespondenz: Der Papst solle das Centrum koranztren. Dieker Zustand sei eine wahre Abnormität im_preuß1schen Staatsleben, aus dem alles Andere eher als Fuede hervor- gehen dürfte, namentlich weil auch das Verhältniß der 'anderen Parteien zur Regierung fich fortwährend ändere, Die Kyn- servativen hätten bezüglich der protestantischen Ktrche mcht einmal ein fertiges Programm, fie wüßten nicht recht genau, was fie mit der, Kirche onten, sie behaupteten jest, daß dxr Kulturkampf dle protestantische Kirche auch furchtbqr geschü- digt habe, ohne es beweisen zu können. Die fleme Fort- schrittßpartei habe wenigstens den Vorzug eines fxften und bekannten Programms, welches weder die protestantische noch die katholische Kirche als die vollberechtigte anerkennen wolle, sondem die Gemeinde als das Glied betrachte, welches der Staat anzuerkennen habe, dessen weitere Gestaltung dersele frei gebe. Wenn man aber eine Art von katholischer StaatO kirche privilegirt vox allen übrigen und dirigirt von Ron) auß, wolle, so köxme setye Partei fich nicht dazu entschlteßen. Die Schwiertgkeit lxege darin daß der Staat fich n1cht LUL- schließen könne, von dem befkehenden Verhältniß abzugxhen- obgleich der Reichskan ler selbst anerkannt habe, daß zu emem erträglichen Verhältniß mit Rom keine Möglichkeit vorhanden sei. Troßdem eröffne man die Verhandlungen mit Rom. Wie müßte die preußische Gefeß ebung gestaltet werden, uxn emen dauernden Frieden herbeizKühren? Der Weg, den dte Vorla e eins lage, führe nicht dahin. Der Minister habe es abgeleJnt, da dies der Weg nach Kanoffa sei; nun auf den Namen des Ortes komme es nicht an, wenn man dem Pqpß entgegenkomme nnd seinen Willen thue. Die Depeschen seten nur im Au§zuge mithetheilt und wenn man einmal m ken Befiß cines Origina s komme, finde fich gleich eine Stell; darin, die alterirend auf den Tenor einwirke. Solche M'tttbek lxmgen seien sehr wenig lehrreich, namentlich, wenn fie mcbtm emer würdigeren Form zur Kenntniß kämen, sondern bloß durch die Zeitungen. Es seien doch auch manche Stelxen recht dunkel. Er wolle noch einen Passus berühren, der dle qul- schrittsyartei betreffe. In dem vom Fürsten Hohelohe gezklckx ten Erlaß vom 5. Mai sei davon die Rehe, daß das Centrum immer verbündet gewesen sei mit den so talistnchen xmd for]- schrittlichen Republikanern. Es handee s_tch dave: um em amtliches Schriftstück, welches der Botschafter der fremden Macht mittheilen solle. Das lasse marx nachher noch abdrucken- freilich überreiche man es nicht per önltch, aber man lasse es in der Zeitung drucken. (Rufe: Fur ache !) Er hoffe doch, daß die Herrn von der rechten Seite die es chu es bei dieser höchst ernstz haften Sache, wo es fich um die polmf e Ehre anderer Abgeord-
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