1897 / 53 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 03 Mar 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Indien.

Der (311181 00111111158101161' yon Birma bat auch für die Hafen- plätze Monimeia und Bas! ein Quarantänevorscbriften gegen Bombay und Kurrachee_ erlassen. Diese Vorschriften sind am 25. bezw. 26. Januar d. I. m Kraft getreten. (Vergl. ,R-Anz." Nr. 47 dom 24. o. M)

Der Gesundheitsftand in Berlin war in der Woche vom 1:1. bis 20. Februar kein so günstiger wie in der Vorwoche, und auch die Sterblichkeit zeigt eine Steigerung (don je 1000 Einwohnern iiarben, aufs Jahr berechnet, 18,6). _ Unter den Todesursachen _er- fahren akute Entzündungen der Atbmungsorgane eme bedeutende Sieigerung (auf 76 von 64 der Vorwoche). Besonders groß war die Zahl der brkannt gewordenen Sterbefälle an Influenza, die von 7 der Vomockoe auf 21 in der Berichtßwocbe anstieg. Da- gegen zeigten aku1e_Darmkrankbeiten eine Abnahme der durch fie bedingten STerbesäUe. Auch die Betheiligung des Sauglingß- alters an der SterbliÖkeit war ein wenig grc'Yßer als tn der Vorwoche; von je 1000) Lebenden starben, aufs Jahr be- rechnet, 51 Säuglinge. _ Das Vorkommen der Infektions- krankbeiten war dagegen meist ein vermindertes; besonders haben Erkrankungen an Masern und Scharlach abgenommen, während Er- krankungen an Diphtherie in fast _gleickzer Zahl wie in rer Vor- woche zur Anzeige kamen, und zwarzecgien fich leßtere nur in den beiden Luiscnstädtischen Stadttheilkn _in nennenswertber Zahl, während qus einigen Stadttbeilen (dem Spandauer Viertel und aus Moabit) gar kerne Erkrankuua zur Meldung gelangte. Erkrankungen an Typhus blielZen vereinzelt. Di? Erkrankungen an Kindbettfieber gingen auf 5 zuruck. Weitere Erkrankungen an Genickitarre sind nicht bekannt geworden. Rosenartige Entzündungen des Zell ewebes der Haut Wurden exwas mehr zur Beobachtung gebracht. Er ankun en an Kkucbhustén, die in 11 “allen zum Tode führten, blieben za (reich; aucb rbeumcztiscbe Bes werden dsr Muskeln sowohl wie akute GelenkxbeumaiiSmen Zelanlgten in größerer Zahl als in der Vorwvche zur arztlichen Be-

and ung.

VerkehrZ-Anftalteu.

Laut Telegramm aus Herdesthal ist die dritte englische Post Über Ostende vom “2. März ausgeblieben. Grund: Zugver1pätung in Belgien.

Flensburg, 2. März. (W. T. B.) Der Verkehr vonKoven- Hagen nach Malmö, Von MaSnediö nacb Oreboved undübe'r den Saelingsund nacb Nykiöbing auf Morsoe ist in voUem Umfange wieder aufgenommen.

Husum, 2. März. (W. T. B'.) Di? Damvf_schiffs- fahrten Dagebüll, Wyk, Amrum finden wrederregelmaßiastan. _ Zwischen Warnemünde uud Gjedser smd nunmehr auch die Nachtfabrteu in 170112111 Umfange aufgenommen.

Bremen. 2. März. (W. T. B.) Norddeutsckper Lloyd. PD. ,Aachen' am 27. Frhr. Mrgs. v. Baltimore n. d. Weser abgeg. SD. „EMZ' am 27. Febr. Mittags v. Nkwaork n. Genua abgkg. PD. .Hobenstaufen“, n. Brasilien bestrmmj, hat 27. Febr. Adds. St. Vincent Vasfiert. PD. .Willebad“, v. BQLTimore kommend, “28. Febr. Nachts a. d. Weser angek. PD. ,KarlSrube“ 28. Febr. Vm. in New-York_ anger. PD. .Maori', n. d. La Plata bestimmt, 28. Febr. Mittags _m Ant- errpcn angek. PD. „Kronprinz Friedrich thbelm'

27. Febr. v. Santos abs . PD. ,Ccefeld' 1. März Mr_gs. in Baltimore angek. KPD. .Barbarossa“, n. Australien bestimmt, 28. Febr. Nm. in Adelaide auaek. NPD. .Preußen', v. Oft-Afien koxnmend, 28. Febr. Nm. in Hongkong angel.

_ 3. Marz. W. T. B.) NPD. ,Bayern' 1. März Nm.

Reise v. Southampton n. Genua fortges. PD. „II)Oresden' 0.1. März

1. März Vm. v. New-York_n. Weser abk. „;prinz Heinrich“ 1. März Nachts Retse v. Neape n. ortges. D. „Stuttgart“, v. New-York kommend, 2. Vm._a. eser. anaek. PD. . absburg', v. Brasilien kommend,_ 2. Mar: Mitgs. a. Weser ange. SD. „W e_rra' ?.Mäxx Mrgs. m New- York anaek. SD. .Fulda“ 2. Marz Vin. Reise 1). Gibraltar n. New-York fortges. PD. „H. H. Meier". 11. New-York best., 2. März Nm. Lizard passiert. NPD. „Friedrich der Große“, 0. Australien kommend, 2. Mars Vm. in Suez angek. London, 2. März. (W._T. B.) _ Ca_stle-Linte. D. „Tan- tallon Caftle' bat beute aus der Heimreise Madeira passiert._ Union-Linie. D. „Guelvb' ist heute auf der Heimretse auf den Canariscben Inseln angekommen. UD. .Scot' ifi auf der Auskeise heute in Kapstadt eingetroffen. _ Rotterdam, 2. März. (233. T. B.) Holland-Azuerika- Linie. D. ,Edam', von Amsterdam nach New - York, ist gestern Vormittag in New-York angekommen. D; .Zacrndam“, von New-Yorf nach Rotterdam, hat gestern Nachmittag Lizard vasfiert.

Theater und Musik.

Jm Königlichen Opernbauix gelangt morgen _Rosfini's Over „Wilhelm Tell" unter Kapegmeiiter 131. Muck's ert_ung zur Aufführung. Der K. K. Kammersangeg Herr Theodor Reichmann aus Wien eröffnet ein Gastxpiel in der Titelrolle. Jm ubngenlautet die Brskßung: Arnold: Herr Sommer, Heßler: Herr Krolop, Walter Fürst: Herr Mödlinger, Mathilde: Fraulern Hredler, Hedwig: Frau Göße, Gemmy: Fräulein Weitz. _ _

Jm Königlichen Schauspielhaure gebt x_nor en das alt- indiscbe Märchendrama ,Vasantasena' zum 94. Mal in _«cerie. Die Veseßung ist nachstehende: Karudatta: Herr L_udmg; Maitrexa: Herr Vollmer; Samstbanaka: Herr Arndt; Arraxa: Hz_rr _Purschian; Vasantascna: Frau von Hochenburser; Mandantka: Fraulem Ltndner; Oberricbter: Herr Kahle. __ _ _ _

Jm Schrller-Tbeater Ut fur Anfang der nachsten Woche die erste Aufführun Von „Maria Stuart“ 111 Ausfich genomrxten. Unmittelbar an die Fluffübrung dieses Wrrks reibt fich dre PremiSre Von Reuling's neuem vieraktigxm Lustspiel ,Die gerechte _let'. _

In dem 8. Symphonie - Abend _der Kontglicben Kapslle am 9. März 9610119611 11. a._ drei Sax“: aus einer neurn, noch ungedruckten Symdbdnie von Gustav Mah er zur Aufführung.

Maunigfaltiges.

Die Festschrift, welche die Stadt Berlin zur Hundert- jabr-Feier für ibreSÖulen mit einkm Aufrvande von1'2000.4é in 150000 Exemplaren druckcn läßt, ist in Oktavformat gehalten und umfaßt fünf Druckdogen. An Illustrationen werden ihr fünf Holzschnitte deigkgkben, darsteüend das Palais Kaiser Wilbelm's ]., das neueReichtagsbaus, das National-Denkmal dom Niederwald und das neue Denkmal in Berlin. Hierzu kommt ein Kunstblatt des Malers Arthur Fischer: Es zeigt das _bermelinumrabmie Medaillon- bild Kaisrr Wildelvss ]., zur Seite die rubenden_Jdeal?eftalten von Krieg und Frieden. Dkr Krieg stößt in dre lor eerumrankte Fssauns; der Friede, defjrn Haupt Von einem Stern um- trablt wird, reicht d-xm Kaiisr zur Krone einen Kornblumenkranz. Die beiden (Gestalten ruhen auf Einem [orbeer- und _eichen- umrahmten Pierestal, das Von den Wapden der geUni-Zten deutschen Staaten eingefaßt wird und die Worte enthalt:

„Festschrift der Stadt Berlin für ibre Jugend, verfaßt von Dr. Getßenberézk, In der Mitte des Pledestals, hinter dem Medaillon- bikde erbe t si die stolze Fi_anr der Germania, vou Friedenspalmen umgeben; dane n lodern F annum aus antiken Amphoren. Jm ntergrunde steil nebelarti der betaldische (boadler mit den abreSzablen 179 und 1897 an . Oben wirddas evon einer festen rtouche abgeschlossen mit Lorbeaaewinden, hängenden Festus und er Inschrift: „Dem erhabenen Begründer des neuen Deutschen

d Reicheö.'

Gestern Abend wurde ge en 101 Uhr in Moabit auf dem Grund- stück der Borsi 'schen Ei engießereiund Maschiuenaastalt die ganze Keffelseßmiede durch Feuer zerstört. Die Wände des etw:- 75 Schritt lanaen und fast ebenso breiten, bis an die Spree sich er- streckenden Gebäudes bestanden aus Fachwerk, die Dachkonstruktion und die Säulen waren aus Holz, und das Dach aus getbzerter Dach- vavpe und Holz angefertigt. Kaum war das Feuer an einer nach dem Hofe zu gelegenen Ecke aus unbekannter Ursache ausgebrochen, als es schon das ganze Gebäude erfaßte, sodaß die Feuerwehr ni ts mebr reiten konnte. Der starke Wind verursachte ein bedeutendes ugfeuer, da_s namentlich die Maschinenscbmiede und die Formerei miti ren jahl- retcben Holzmodeüen in Gefahr brachte. Von Anfang an wurde deren Sicherung besonders “ins Auge gefaßt. Erst gegen 12? Uhr war die Gefahr beseitigt und das Feuer gelöscht.

Swinemünde, ?.März. Deraufder Werft des .Vulka_n' fertiggestellte Dampfer des Bremer Lloyd „Königin Luiie“ ist beute Nachmittag aus Stettin bier eingetroffen. Derselbe gehört zu den Dampfern der Barbaroffaklaffe des Lloyd, welche 20000 t fassen. Gegen Ende dieser Woche wird die „Königin Luise" nach Einnahme von Kohlen und Uebernahme einer Zuckerladung voraus- sichtlich eine Probefahrt in See machen und hierauf nacb Bremer- haven überführt werden.

Koblenz, 3. März. Heute Morgen geaen 6k Uhr wurde hier ein kurzer, hefti ger Erdstoß verspürt. Wie der .Koblxnzer Ztg.“ aus Vallendar gemeldet wird, wurde auch dort die Erdericbütteruug um 6 Uhr “2-3 Minuten wahrgenommen. Der Erdftoß hatte die

Richtung von Südost nach Nordwrst.

Bremen, 3. März. Der Dampfer .Gera' hat beim Fest- gkratben in der Straße von JScbia (vgl. Nr. 50 und 51 d. Bl.), wie .BHZrnann's Telegrapbiscbes Bureau“ meldet, keinerlei Schaden erlitten. Die durch Taucher vorgenommenen Untersuchungen des Schiffsbodens haben ergeben, daß derselbe völlig unversehrt geblieben ist. Die .Gera“ wird den Rest der geleicbterten Ladung beute ein- nxbmen und morgen die Reise nach Australien fortsetzen.

Redal, 3. März. Mit Hilfe des Eisbrechers sind mehrere Dampfer ein- und mehrere andere ausgelaufen. In der inneren Bucht ist noch Treibeis, weiterhin ist die Bucht frei 11011 Eis. Aus Baltischvort wird gemeldet, daß binterPackerort orfenes

Wasser ist.

(Foriseßung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

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Ucdkrsicht dsr Witterung.

CTU tiefes MinimUm li-gt über der südwestlichen Nordsee, auf seincr Südseite stürmische westliche und südwrstlicbe. an "dsr westdeutschen Küste stark auf- frischénde Winde vrrursachend. Scin meldet West; nordweststurm, Ile d'Air Südsturm. Zu MWST iit daS Barometer in den Vorbergebknden 12_Stunden In Deutschland 111 bei leb-

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haften südlickven und südöstlicbxn Windxn das Wkttrr mild und trübe, allenthalben iitNiederxchlag gefallen, theils in Form 17011 Schnee. Deutsche Seewarte.

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Theater. Königliche Zrhauspiele. Donnerstag: Overn-

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dem Franxöfischeq bon Yaul Taglwnr.

56. Vorstsllung, _ _ Akten von Roxfim. von Theodor HaUyt.

Wilhelm Tell. Groß? Téxt nacb

Ballet

In Sckne geseyt vom Ober- Re iveur Teßlaff. Dekoratistimi-Fpßxng dom Ober- Jn vektor Brandt. Dirigent: KSVSÜMLTU-Tk Vr. M00".

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(Wilhelm TSU; ÖM TQSOTLT NCÜTÖMÜUN, K. K.

Kammersängcc 0115 Wien, als Gast.) Anfang7 Uhr. Schausvielbaus. 63. VorfiSUung. Vasantasxua. Drama in 5 Aufzügen Von Emil Pohl, mit freier Benutzung der Dichtung des aliindischen Königs Sudraka. Jn Scene gesrßt Dom Odcr-Remffeur Max (Grube. Dekorative Einrichtung dom OÖN“- Jnsvektor Brandt. Anfang 74 Uhr.

Frkitaß: Opernhaus. 57. Vorstellung. Undine. Romantixcbe Zauber-Orer in 4 Akten don Albert Lorßing. Text nach Foqué's Erzäblrzng frei be- arbeitét. Tanz don Emil Grakd. Anfang 7? Uhr. Schau7piklbaus. 64. Vorstélluna. Sonder- Abonnement 13. 10. Vorstellung. König Hein- rich "'. ]. Tbeil. Schauspiel in 5 Aufzügrn von WÜiam_Sbak€speare. Mit Bénußung der Schlegel-Tirck'whkn Uederscxzung. Anfang 71 Udr.

Deutschcs Thraker. Donnerrxag: Der Sohn des Khaliseu. Anfang 74“ Uhr.

FreitangorUuri. (Teja. Fritzchen. Das Ewig-Mäunliche.)

Sonyabrnd: Tie versunkene Glocke.

Zcrltnrr Theaier. Donnerétag: Zum ersten Male: Hairau. Anfang 74 Uhr.

Freitag (25. AbonnementH-Vorsteüung): Hairau.

Sonnabrnd: Renaissance.

Krssmg ' lerater. Donneréztag: Drittes Gast- spiel von Hedwig Niemann. Ein Tropfen Gift. Anfang 7? Ubr. _

Freitag: Viertes Gastwiel Von Hsdwig Niemann. Madame Sauö-Géue.

Sonnabend: Fünftes Gastspiel don Hedwig N12- mann. Ein Tropfen Gift.

Kesrdcnz-Theater. Direktion: SigmundLautrn- burg. Donnerstag: Affociés. Lustspiel in 3 Akken von Léon GandiUot. Deutsch von Max Schönau. Aniang 7x Uhr. _

Freitag und folgende Tage: Affoeiés.

Uenrs Thkater. Schiffbauerdamm 48.5. Direktion: Sigmund Laufenburg. Donnerstag: Marcelle. Komödie in 4 Aktrn von Victorirn Sardou. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Yan! Lindau. _Jn Scene gefast Von Sigmund

utxnburg. Anfang 71 Uhr.

Freitag und folgende Tage: Marcelle.

ZrhiUrr-Theatcr. Tonnrrstag, Akends 8 Uhr:

Am Tage des Gerichts. Freitag, Aber??? 8 Uhr: Am Tage des Gerichts.

Thrater dex: Wenens. Kantstraße 12. (Bahn- donoologiscber Garten.) Donnerstag: Gastspiel des Ysrrn Gustav Kadrlburg. Die berühmte Fran. nian; 71 Uhr. Frritag: Gastspiel des Herrn Gustav Kadelburg. Jephta's Tochter._ Hierauf: Eine vollkommene Frau. _ Zum Sch1uß: Ter Zigeuner. Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr: Zu ermäßFten Preisen: Wilhelm Tell. _ Abend?- 7? hr: Gastspiel des Hkrrn Gustav Kadeldurg. Die be- rühmte Frau,

Theater Unter den Linden. Bedrenstr. 55/57. Direktion: Julius Frißsäps. Donneerag: Mit nsuer Ausstattung: Strau - Cyclus. Indigo und die vierzig Räuber. Große Auöstattungöoverette in 4 Bildern, nach einem älteren Sujet für die hiesige Bühne dearbeitet von Eduard Jacobson. Mufik von Johann Strauß. Drei große Baüets, entworfen und arran iert vom Bakletmeistkr Greco Poggiolefi. Anfang & Uhr.

Freitag: Indigo und die vierzig Räuber.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei halben Preisen: Der Mikado.

Thalia-Theater (Vorm. Adolph Crnft-Tbeater). Drksdenersiraße 72/73. Direktion: W. Hasemann. Donnerstag: Frau Lieutenant. Vaudeville in 3 Akten yon ;P. Ferrier und A. Mars. De'utsch yon H. Hirsche . Musik don G. Servette und V. Roger. Anfang 76 Uhr.

Freitag und folgende Tage: Frau Lieutenant.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Trilby.

Zentral Thratcr. “Alte Jakobstraße 30. Direktion :Ricbard Sckoulß. Donnerstag : Emil Thomas 0. G. _Ein fidelex Abend. Burleske dramatische Revue m 1 Vorspiel und 3 Bildkrn von I. reund und__ W. Maxnsxädt. Musik von verschiedenen Memtrrn. arrangiert don Iulius Einödsbofer. Anfang 7? Ubr.

Frritag und folgende Tage: Ein fideler Abend.

Konzerte.

Iing-Anadrmic. Donnerstag, Anfang 75 Uhr: KlaviersAbeud von Clotilde Kleeberg.

ÜUUZLXLUÜUS. Karl Mehdcr-Kouzert.

DonnerUag: Ouderjürrn „Ls Roi d'YH' ron Lalo, „Tricmvbalx' 11011 Rubinstrin, .Mignon' Von

Walzer „Fliegende Blätter“ yon Seifert. Potpourri .Mnfikaliscbe Täuschungen“ von Schreixier. Czardas- Scenen (Hejre Kati) von Zeno Hubav (Herr Carnier). .Das weiß nur ich aUein' iür Cornet-k- Piston von Rieß (Herr Werner).

Baal Drchuein. Donnerstag, Anfang 8 Uhr: Konzert der Freien mafikalischen Vereinigung.

Zirkus Renz. Karlstraße. (Jubiläums- Saisou 1896/97.) Donnerstag, Abends 741111": Elite - Vorstellung. Durchschlagender Erfolg! Aus der Mappe eines Riesengeb s-Phau- tasten. Außerdem die hervonaqendften ummern des Repertoires. 4 arabische Voüblut-Schimmel- bengstr, als Fabnenpferde dressiert und vorgeführt Vom Direktor Fr. Renz. Mazud und Atbarguel, arabische Hsngste, dreisisrt und Vorgefüdrt von Herrn Huao H:rzog. (2081111110 1"; 1a 00111“, geritten von 8 Damen und 8 Herren.

Freitag, Aberds 711 Uhr: Aus der Mappe eines Riesengebirgs-Phantaften.

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Familieu-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Helene von Arnim mit Hrri. Ge- ricbis-Affeffor und Prem.-Lieut. d. R. Fuß von Hiüncr (Görlis). _ _ _

Veredelicbt: Kgl. Badr. Rittmeister Ferdinand Frhr. von Reißenstein a. d. H. Hartunas mit Margarethe Freiin von Reitzenstein (München)._

Geboren: Ein So n: Hrn. von Henrng (Kreffan). _ Hrn. Oberlehrer Fabienke Berlin). _ Eine Tochter: Hrn. Prem.-Lieut. ermann

Joackpim (Minden). _ Gestorben: Hr. Geheimer Justiz-Ratb Carl Klingner (Berlin). _ Hr. Amtßgericbts-Raxd Max Molinari (Breslau). _ Hr. Ober- ost- direktor Tybusch (Köslin). _ Hr. Schu ratd Dr. Wilhelm Linn (GöriiY. _ Fr. Augyste Von Wienskowski, ed. 0011 chweiniß LLieamß). _ Fr. Justiz-Rat Anna Soenke, ge . Obster

(Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: I. V.: ])1'. F if ch e r in B e r li n.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeujschen Bu druckerei und Verlag!- Anstalt Berlin ZW., Wi elmstraße Nr. 32.

Neun Beilagen (Sinsckysicßlicb Vöricn-Bkisags).

Thomas. PQaKTafie 00-3 „JlTkOMkOkZ' 11011 Verdi.

" 7116!)t JMUS Jkkban; fis hat VorzugMeise fich bekümmert um die VST-

Erste Beilage

Zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

AY." 53.

Berlin, Mittwmh, den 3. März

Berichte von deutschen Fruchtmärkteu.

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Bemerkung.

_ Die ve1ka11fte Menge wird auf voüe Dr, 81 entner d d icbncnspreis wird aus dem uuabgerundeten Zahlen bFeckxnet. un er

Verkaufswertb auf dolle Mark abgerundkt mitgetheilt. Der Durch-

Prenßisther Landtag. Haus der Abgeordneten. 41. Sißung vom 2. März 1897. ck Auf der TageSordnung steht zunächst die Verlesung der Juterpellgtrqn dcr Abg .- Felischund Genossen, betreffend dieYLraYF1sa§lon ddes Jendrverks.

- er ? rün un rclbcn dU' . 5" ' (Mrs.) nimmt das8 Wort Fer 7 ck dM Nbg Jellsch

Minister für Handel und Gewerbe Brcfeld:

Meine Haren! Der Herr Vorredner hat ein warmrs Herz für das Handkrerk. Das werden Sie aus seiner ringebexden, gründlichen Crörtrrung drr Vkrkxältniffe drs Handwerks entnommen baden. ins- besondere aucb entnommen 505611 aus der Schilderung der Lage und dkr Einrichtungen des Handwerks, wie es in den Vergangknen Zeiten War. Er hat uns grfchikdert die Autorität der Meister, er hat uns geschildert die Ruhe und Solidität, die im Handwerk herrschte durch dis Dreitbeilung 11'1 Mr_istcr. GeskUkn und Lekrlinge. Er hat nun drm gegenübcrgestellt die Entwickkkung, die das Handwerk in dsr modernen Zsit genommen dat: kr vermißt die Ordnung, 112 Ruhe, die Solidität, dis damals im H0ndrverk bestanden Haken, er wünscht, daß die Zeit von damals rrusder zurückkehren und daß die Regierung dis Hand dazu bictm möckyte, eme sdlche Wiedrrherstellung der früheren Verbältniffe herbeizuführen; er meint, das; die Regierung nach dieser Richtung nicht aUes gethan babs, was sie hätte thun können. *

_ Nun, meine Herren, bin ich dcr Meinung, daß die Aenderungsn m den Verbältniffen des Handwerks wesentlich herbeigeführt worden sind durch die Gesammtdeit drr modernen Entwickelung. Seit der 3811, wv wär' dan Dampf erfunden haben, wo unsere Geschäfte mit Yotoren betriebkn werden, wo die Eisenbahnen sich über dak; ganze -und erstrecken, seit dkr Zrit ist auch die Lage des Handwerks eine andere geworden. Das HaudWerk bezieht jest seine Materialien aus .“mderrn und entfernteren Oueäen als früher: es hat jeßt seinen Absas m ertere und entferntere Bezirke als früher, es ist aus der engen SV_ba_re der Familie Hérausgerückt, es hat mehr drn Charakter des GDMJJS. es hat sogar in den Städten dcn Cbaraktrr des großen Gafcbarts angenommen und damit aucb naturgkxnäß den patriarchali- schkn Charakter, dkn das Handwerk früher allgemein hatte, mehr und mébr abgestreift. Das, meine Herrkn, ist aber eins Entwickewng, die 3th natiirlich ist, dir aus den Vrrbälrnissrn erwachsen ist, die fich nicht andkrn laßt: Ls wandelt sich die Zrit, das Alte stürzt und neues Lebrn 1711131 aus den Ruinen. “So müffen Sie auch diese Frage beurtdeilcn. __ _Daraus folgt aber nicht, daß man nicht drm Handwerk dort zu 0078701111111, wo es gelittrn hat,. wo es leider untcr der modernen Entwickelung. Und es leidet in einzelnen Theilen .rslerdings sebr, rs lctdet schkver durch die übergreifende Entwickelung der Industrie und drs Großbeiriebes. Da steht das Handwerk Vor einkm schweren Uebkrgang, vor einem Uebergang, bei dem die Regierung dem Hand- x_verk 1111 Seite stehen muß. Sie dat vor aUem die Aufgabe, fich uber die _Lage des Handwerks jsdxrzeit Vollständige und erschöpfende Information zu Verschaffen, fis muß jederzeit dkn Vollen Ueberblick babsrd darüber, wie in aüen Tbeilcn des Landes bei 00611 ZWeigeu des Pandwerks die Lage ist, was skins Bedürfniffe sind, durch welche Mtßkl ibm gebolfsn werden kann. In dieser Bezirhung _ das grbe ich dem Herrn Vorredner zu _ bat die Regierung bisbkr

hältnisse der Großindustrie; die war es zunächst, welche ihre ganze Sorge in Anspruch nahm; fis bat [rider nicht in genügender Wcise s_1ch bekümmert um das Handwerk und das Kleingewerbe. Das, meine Huren, muß allerdings anders werden: dem Handwsrk muß geholfen werden; nicht lediglich durch die Organisation _ das, meins Herren, ifi nur ein Rahmen, der erst ausgefüllt werden muß _; ZZ bandestfiä) dor alkem darum, was im Rahmen der Organisation geleistet werdcrr kam], um die materieüe Lage des Handwerks zu “11212811, um dix wirt!)- schartlicbe Lage nnd die technische Ausbildung des Handwerks zu heben. Das, meine Herrsn, ift gkgenwärtig unfsre vornehmste Aufgabe. Und in diese find wir bereits eingetreten. Es ist Ihnen wobl bekannf, daß die Regisrung bereits die Einleitendcn “Sciyrittc gethan 17.11, Um das, was auf drm Gebiets der Landwirtbsckxaft dercirs gcscbebkn ist, auf" dxm Gébiété dss Handwerks nacszboLe-n, dis Handwerker zU GS- twnenschafxen zu déreinigkn, die DM Zw€ch Haben, 'die wirtbschaftliche Lage drs Handwerks zu heben. Es bandrlt fich bist um Line Neihé von génosscnschaitlicben Bildungkn (11161 Art: Genoffenscbaficn zur Beleihung des Handwerks, Voréchuß- [md Darlsdnskassen, Gknoffenschaftxn zur Errichtung Von gemeinsamem Ankauf und Bezug 13011 Material, Gmoisenschaften zum gemein- samsn Verkauf, Gsnossenschaften zur Bxsäoaffuns ddrr Hilfs- mitteln, don befferen Werkzeugkn und M*odellen für dar; Handrverk. Für s01ch€ Zwecke müssen Überal], dem örtlichen Bedürfniß entsprechend, Genoffenschaftrn cingcrichtet werde'n, um dadurch das Handwerk in die Lage zu saßen, gerocrchsen zu sxin dem Großkavital, der Konkurrenz drs Großkaditals und der Affociation des Kapitals. Dazu hat die Rezi?- tung berrits die Anregung gegeben. Sie hat sich an sachkundige und vertrauenswürdige Männer gewandt und diese déranlaßt, in cinzclnsn gkeigneten Distriktrn dcs Landes fich in Verbindung zu setzen mit maßgebrndcn und einffußreickyen Personen, um dafür zu sorgxn, daß Grnoffensckoaften dieser Art ins,? Leben gerufen werden. Das ist ge-

schebkn am Rbsin, in Wxstfalen, in Schlkfi6n, Hannover, Halls, es

ist auch in AuLfiÖt genommen für die ükrigrn Provinzsn dss LaUdcs.

Eins SkHLbliÖL Zahl solcher Genoffenscbaften sind bereits grdildét

worden, es haben fiel) dann Verbände dsr Genossrnschaffen gkbildkt,

und die Bcleilzung dieser Grnoffenschastsverdände durch die an1101-

genoffsnscbaftskaffe in Berlin, durch wklche drn Genossenschaften der

nötbige Kredit zu billigen Bsdingungru gewäbrt wird, wird demnächst

stattfinden können. Das ist der Weg, wie die wirtbschaftlickoe

Lage des Handwerks wird gehobxn werden können.

Nun komme ich zu dem andkrn Punkte, zur Hrbung der 1echnischrn Leistungsfähigkeii drs Hankwerks. Das ist eine Frage“, die wir hier in diesem hoben Haus?, schon oft bksyrockyen haben, in allem Ernst erwogen haben: die Frage 06! Fortbildungsscbulcn und der FachschU[kn. Daß auch auf diesem Gobiet noch viel ge- schehen kann und noch die'! geschehen muß, das werden Sie ersehen haben axrs dkm bereits Vorlicgcndsn Bericht der Kommiffion für die Frage der Förderung drs Fortbildungsscbul- wesens. In ganz gleicher Weise aber wie die Fortbildungssckyulen muß auch das Fachschulwrsen noch weiter entwickelt wkrden.

Dazn kommt nun, meine Herren, noch eine andere Einrichtung, die, wie ich glaube, für die Förderung des Handwerks sebr wesentlich sein kann und für die wir auch bereits in einer Reihe don Orten den Ansaß zu einer gesunden Entwickelung gefund€n haben. Das ist die Grün- dung wn Einrichtungen, dir vorzugsweise den Zwrck haben, auf dem kunst-

1897.

anverblicben Gebiete das Beste, Vollkommruste und Vollmdeifte zu sammeln und in permanenten Ausßellungen zu vereinigen, glnchmtig' aber durch Vkufter, Modelle und Zeichnungen, die versebickt werden in die einzelnen Orte und Distrikte, wo das Handwerk vorzugßweise blüht, anregend zu wirken für die höhere Ausbildung, für die Ver- edelung des Geschmack, für die Nachahmung besserer Forum:. um so an dem ganzen Gebiete der kunftgewerblichen Arbrit eine höhere technische Vervollkommnung zu erreichrn.

Sehen Sie, meine Herren, das sind die Maßregeln, durch "die man die Lage des Handwerks materiell hkbk. Damit das aber ge- sch€ben kaun, muß der Staat, müffen die Gemeinden, muß das Hand- wcrk selbst mitwirken. Damit hier aber das Handwerk ' aucb seinerseits mitwirken kann, dazu ist es nötbig, das Haddrderk zu korrorieren. Di? Korporation dcs Handwerks, um die Mitwnknng desselben zu diesem gemeinsamen Zweck zu ermöglichen, erachte ich meiners2its für Eine bochwichtige Aufgabe, für eine Aufgabe dsr Geseßgebung, die wir gemeinsam zu lösen haben. Die Frage 0801, wie die Kotporierung des Hxndwerfs zu erfolgen hat, ist nach meiner Ansuht eine solchs, die man writ überschätzt hat. Ob die Kordorierung des Handwerks ftajründct in drr Form don Gewerk)?- veremen, don Handwerkervereinen, don Innungen, ob fie stattfindet in dcr Form, wie wir fie in Süddeutschland haben, 05 sie staktfindkt in drr Form, wie fie in Norddenfschland ausgebildet ist, ob fie stan- fmdet in déi" Form von Zwangéinnungen odkr von freien Innungen, das sind nach meiner Meinung Fragen don zurücktretender Bkdeutung. Die Hauptsackpe ist, daß wir 81116 K'orvorierung des Handwerks haben, um die materieüe Hkbung der Lage drs Handwerks bewirken zu können.

Nun, meine Herrrrt, steht die Rrßierung fest auf dkm Staud- punkt, daß wir dahin strrbsn müssen, uns die Möglicbkézit Verschaffen müssen, durch die gefeyliche Organisation des Handwerks in unserem Lande die Wege zu betre'keri, die unssrer bisherigen Entwickelung ent- sprechen. Darin muß ich dem Hrrra Vorredner Recht geben: unsere ganze bisherige Entwickelung drängt uns dahin, das Innungswesen aussubilden und zu vervdükommne'n. Da steht denn dix Regierung auf dem Standpunkt, daß 61115 der weséntlichsten Mittel ist, das Jnnungéwesen kräftig-sr zr: geftaltxn und die! Lethargie in den Kreisen der Handwe'rkkr zu durchbrechen, die Bildnng von Zwangsinnungen. Es ifi das derselbe Standdunkt, dsr drm prenßifchkn Entryurf, der dem Bundesrat!) Vorgelégt ist, zu Grands gelegt ist, _ de'rselbe Standpunkt, der auch in dem Entwarf festgebultsn ist, WSÜÖCL' nun- mrhdr im BundeSratb 3111 Veratbung und zur Abstimmuvg krmmsn wir .

Hier muß ick.) mir mm gestattsn, kurz hervorzuheben, wie die 98. schäftliche Lage diesér Vorlage in drm Bundesrarb ist; aus dersklben Werden Sie? die Beantwortung der in drr JnkaLÜatiM gesteüten Frase Entnehmex können. Der preußische Entwurf istim Bundsératb bkfanntlich einem vielseitigsn Widerspruch begegnrt. Dikser Widerspruck; richtktr sich einerseits gegen die Disvosition des Entwurfs; man wünschte dxn Entwurf meßr den maßgebenden Bestimmungsn der GSWLrbeordnung anza- schlisßen. Tas 161111916 bkrrir's 3111? Umzrdkitung des Entwurfs. Man wünschte adkr auch andcrrrsxits di? Glied€r1mg dsr Vertretrmg dé's Handwerks, die nach dem vrrußifcben Entwurf zu kowpliziert srschien, entsprechend 311 VSkéiUfQÖM, _ eine YUifaBung,rvelche sich de- grgnrte mit ksrjrnigrm, dis auch in weitrn Krsisxn dss Handwrrkß drstand. MM wünschlc namcntlich staltdsr DreitbeiUmg ir. Hauerks- kammer, HandwerkerauIsckpuß, Jxmungsvvrstände. Sine Vereinfaohung, xine Zweitbeilurxg. Marr war fernkr drr Meinung, das; es nothwendig und wünscbénswsrtl) sei, sowohl die Voraxtssrßungrn für dieBildung don Zwangéinnungkn als anch das Vérfaeren bsi drr Bildung von Zwangs- innungen im Gsies zn rsgelu. Man war Endlich der Meinung, daß 85 7510670115 nothweNdig sei, dkn dcsr'ndercrt Verhältniss", die in den einzelnen Bundesstaatén brstebrn,R6chnung 311 tragen in dem Enrwurf des Gssescs sslbst. Das ergab dann dieNOthwkndigkeit, den Entmurf umzuarbeiten, ehe man in eine Beratdung desselbkn eintreten konntc. Es ist der preußisckoe Entwurf dadér zunäckost einer Kommission über- wicssn worden, um nach dissen von mir bezeichneten Gsfickptsrunktkn die Umarbeitung v:;rzunrhmsn. Diese Umardsitang hat 71011- gefunden; 712 ist mühsam und langwierig grwesen aus dem naheliegenden Grande, weil über dir sämmtlichén Fragen die dstdeiligten Kommissarßen wiederholt dic Instruktionen ihrer Regirrungsn einholen mußten. Natürlich in derselbén Lag: bin ich auch gewssen. Ich habe 11116!) in 018513an Stadien dér Beratbuug der Auffaffung dss Königlichen StaatÉ-Ministeriums Vers1chert, um mich mit derselbsn über die einzelne'n Fragen in Uebereinstimmung zu halten. Die Beratbungen sind nun akcr brendigi. “Dkk Entwurf ift wiedrrum aus der Kommission an die Ausschüsse zurückgekommrn. Er ist in den Ausschüssen in einkr mchrtägigen sebr anstrengenden, sorgfältige'n Prüfung und Beratbung rmnmebr erledigt wordkn. Ich habe selbst die Verhandlungen geleitet. Der Entwurf liegt aber noch nicht Vor; ssine Faffung ist ciner Redaktionskommisfion übcrtragen worden. Er wird aber voraussichtlich in den nächstrn Tagen bkreits grdruckt vorliegen und dann zur Berathung im Plenum des Bundes- ratbs gelangen. Von dori wird er sodann an den Reichstag kommen, sodaß dis Erklärung, die der Hkrr Staatssekrstär des ReichSamt-Z des Jnnkrn im Reichstage abgegebrn hat, daß die Vorlage bis zum 15. März an dkn Rricbstag gelangen wsrdr, nach mrinrr Auffassung sich bestimmt erüklen wird.

_ Nack) dieser Darle'gung glaube Tcl) die von dem Hcrrn Vorrrdner gesteüte Frage im aUgemeinen bciahend beantworten zu können. Ick gehe von der Ansicht aus: es wird ein Entwurf an den Reichstag ge- langen, drr im wesentlichen auf dln Grundlagen des früheren preußischen Entwurfs beruht, obgleich er in skinen einzelnen Be- stimmungen, in seiner Form, seinér Glirdrrung und Fassung eine wesentliche Umgestaltung erfahren hat.

Der Herr Vorredner hat nun in seinen Ausführungen es beklagt, daß eine Reihe von Entwürfen außgcarbeitet und Vorgelegt sind, die das Land und namentlich dirjenigen, welche hier die Interessen des

Handwerks Vertreten, nicht bsfriedigt. Mcine Hrrren, schon aus der