1897 / 55 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 05 Mar 1897 18:00:01 GMT) scan diff

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Majestät der Kaiser und Seine Königliche Hoheit der Prinz

einri_ch im offxnen Wagen nach der We und befichngten daselbst den_ auf dem Stapel stehenden Neubau des Panzerschiffs „Ersatz Friedrich der Große“ und den bereits im Bau weit vor eschrittenen Pgnzer 1. Klose „Kaiser Friedrich111.“. Der ber-Werft- Direktor, Kapitan z. S._ von Schuckmann übernahm die Fuhrung. In der Be leztun Seiner Ma'estät befanden sich der_Staatssekretärdes eichs: arineamts, dmiral Hollmann sowie der Yommandierende Admiral,Admiral von Knorr und die Vize-Ildxmrale Karcher und Thomsen. Seine Majestät nahmen [Zdann in dem Marme-Kafino das Frühstück ein und be aben Sick) s_va_ter art Bord des an der Werft liegenden Flaggizchiffs „Kurfurtt kl_?dk1ch Wilhelm“, woielbft Abends ein Diner WIFO. eine Maxeftät verblieben die Nacht an Bord des S 1 6.

Bayern.

_Für die _Feier des 100. GeburtStages weiland Seiner Ma1estät des Kaisers Wilhelm 1. hat, der .,AYg. Ztg.“ zufolge, das Kriegs-Ministerium folgende Bestimmungen getroffen: An dem Festtag, dem 22. März, findet Morgens Reveille statt. Die angeordneten Paraden finden innerhalb der selbständigen Truppentheile (Regimenter u. s. m. als große Parade zu Fuß ohne Gepäck statt; durch Anspra _e des Kommandeurs ist auf die Vcdeutung des Tages hinzuweisen. Der 1aufende Dienst ist thunlichft zu be- schränken; die Vornahme von Uebun en ist auWescblossen. Der Unterricht an den militärischen „ehranstalten fälLt aus. Bei den technischen Instituten und militärischen Betrieben ist die Arbeit einzustellen; den Arbeitern und Arbeiterinnen, die kein _idrtlaufendcY Einkommen beziehen, ist ein Geldgeschenk in der dee des entfallenden. Tagelohnes auszubezahlen.

Sachsen.

Seine Majestät der König gedenkt, wie das „Dreödener Journal“ meldet, am 18. März früh von Mentone abzureisen und am 19. März Abends in Tresden einzutreffen, während Ihre Majestät dieKönigin noch einige Zeit auf Kap Martin verweilen wird. Am 20. März Abends wird Seine Majestät der König iich, einer Einladung Seiner Majestät des Deut- schen Kaisers Folge leistend, nach Berlin begeben, um an der Feier des hundertjährigen Geburtstages Seiner Mmestät des Hochseiigen Kaisers Wilhelm 1. theil- zunehmen. Der Aufenthalt in Berlin wird sich voraussichtlich auf einige Tage erstrecken.

Württemberg.

Tie Zweite Kammer der Stände hat gestern ihre Sißungen wieder aufgenommen.

Qefterreich:ngarn.

Ter böhmische_Landtag lehnte gestern bei der Be- rathung des Kommisitonsberichts Über die Regelung des öffentlichen Volksschulwesens in Gemeinden von emischter Nationalität den Antrag der Deutschen auf

ebergang JUr Tagesordnimg mit 132 gegen 58 Stimmen ab und nahm den Kdmniiss101;§bericht als (Grundlage für die Spezialdebatte an.

In der heutigen »Zißung des Ungarischen Unter- haUses theilte der Präiident mit, daß der Abg. Morzsanni sein Mandat niedergelegt habe.

Großbritannien und Irland.

Kn der gestrigen Sitzung des Unterbauses erklärte der Staatssekretärfür die Kolonien Chamberlain, in Ergänzung seiner früheren Mittheilungen: aus einem Telegramm des Gouverneur»? der Kap-Kolonie Lord Roßmea d gehe hervor, daß die Forderung _der Südafrikanischen Republik für den durch den Jamejon'schen Einfall verursachten moralischen und intellektuellen Schdden eine Million Pfund Sterling betrage. Das Haus nahm sodann die erste Lesung der von Ritchie beantragten Vill an, durch welche die Einfuhr ddn Gegenständen, welche in Gefängnissen angefertigt sind, verboten wird.

Etwa hundert Mitglieder des Unterbauses, darunter einige früheren Minister, h(iben dem König der Hellenen eine “Depesche übersandt, worin fie sick) anerkennerid Über die der Zivilisation auf Kreta erwiesenen Dienste aussprechen und ibrben Wünschen für das Wohlergehen Griechenlands Ausdruck ge en.

Frankreich-

_ Ter Erzherzog Franz Ferdinand Udn Oester- rercb-Este ist gestern an Bord des Packetboots „Ville d'Alger“ von Algier abgereist,

DM Panerichiffen deI aktiveii Geschwaders „Téva: ftatidn“, dmiral Bairdin“ und „Neptune“ sowie dem Kreuzer „Bugeanot“ ist, wie „WTTB.“ cms Toulon meldet, der Befehl ertheilt worden, fich bereit „ZU halten, Um sofort nach erhaltener Anweisung nach Kanea in See geben zu können. Dem „Temps“ zufolge ist der Befehl er- Zangen, dgß aUe Panzerschiiie urid Kreuzer, welche sich im

rsenalbasnn don Toulon beimden oder sich daselbst Reparaturen untcrziehen müssen, bis Mitte März für die Einreibung in das aktive Geschwader bereit sein sollen, um nötbigen Falls demdritrative Kreuzungsfahrten nach der Levante unternehmen zu können.

In der Deputirtenkammer hielt gestern bei der Ver: handlUng Über die Gültigkeit der Wahl des Abbé (Zayraud als Teputirten fÜr Brest der Teputirte Louis Hémczn eine Rede, worin er ausführte, daß der Klerus die Rx publik als einen Nothbebelf hinnehme, und die Ge- fahren und Uebergriffe des KlerikaliSmus kenm zeichnete. Die „Kammer beschloß mit 310 gegen 131 Stimmen den öffentlichen Anschlag dieser Rede in allen Gemeinden Frankreichs. Tas Haus entschied sich darauf mit 353 gegen 121 Stimmen für die Veranstaltung einer Erhebung über die in Rede stehende Wahl, um zu prüfen, welche Rolle der Klews dabei geidielt habe.

Rußland.

Ter Kaiser empfing, wie „W. T. B.“ meldet, am Mittwoch den Gesandten in Athen Onu, den Gesandten in Kopenhagen Grafen Benckenddrf sowie den neuernannten Minifter=Resrdenten in Dresden Baron Wrangel.

Eine außerordentliche persische Gesandtschaft unter hrung von Mirza Nair ei Mull ist gestern in St. tersdurg eingetroffen.

Das „Journal de St. Pétersbourg“ schreibt: Das Kaiserliche Kabinet von dem lebhaften Wunsch beseelt, das der Beruhtmrng, welcöxm es sich von Anfang an gewidmet, zu beschleunigen, bat die Initiative zu einem Vorschlage ergriffen, welcher bezweckt, die Zustimmung aller Kabinette zu zwei Grundsäßen auf fich zu bereinigen, die es für wesentlich hielt aufzustellen, und zwar: daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Annexion von Kreta an GriechenlMd nicht zugelassen werden könne, und daß angesichts der Verzögerung in der Einführung der so oft versprochenen Reformen auf Kreta von seiten der Türkei dieser Insel eine Autonomie zu ge- wahren sei, obne jedoch das Prinzip der Integrität des ottomani chen Reiches zu verletzen. Nachdem die kontinentalen Mächte diesen or- scblag günstig aufgenommen und das Londoner Kabinet seinerseits sich ihm angeschloffen hatte, wurde derselbe xowobl in Kon- stantinopel als in Athen_ mitgetheilt. Die belleniscbe Re- gierung wurde überdies auigefordert, ibre Truppen und Schiffe in einer bestimmten Frist von Kreta zurückzuziehen. Man ist berechtigt zu hoffen, daß weitere Schwierigkeiten nicht entstehen werdcn und daß_Griechenland einen Beweis seiner Klugheit dadurch geben wird, daß es fich vor dem machtigen Willen des geeinten Europas beugt_1m gemeinsamen _Jntereffe des Friedens nnd der Geseßlicbkeit. Griechenland wird seine Zukunft nicht gefährden wollen durcb Unklugbeiten, die diese Zukunft _kompromittieren könnten. Uebrigen-Z kann_ Griechenland nur glücklich sein, Wenn es weiß, dafs; ?eine kretischen _Stammeégendffen in Zukunft sub einer lo alen Autonomie erfreuen werder, die ihnen Wohlergehen und Ruhe fiebert. Was Rußland anbetrifft, dem im Laufe seiner Ge- schichte stetI die Jntereffen der christlichen Bevölkerungen des Yrtents am _Herzen gelegen haben und das so oft seine lebhaften Sympathien ,für die kretische Sache gezeigt hat, so wird es die ange- deutete Lösung um so mehr mit Befriedigung aufnehmen, als diese Lösung im Einklange steht mit dem Verlangen nach allgemeiner Bc- rubigung und mit dem Geiste der BiUigleit, von dem die Kaiserliche Regierung unveränderlich erfüllt ist.

Italien.

Das__De_kret,__durch welches die Deputirtenkammer gufgeldit mird, ist gestern veröffentlicht worden. (Gleichzeitig imd die Neuwahlen auf den 21. dM. und die Stich: wahlen auf den 28. d. M. angeseßt worden. Das neue

Parlament wird auf den 5. April einberufen werden.

Belgien.

In der gestrigen Sißung der Repräsentantenkammer

richtete der Deputirte de Brocqueville eine Anfra, e an den Minxster des Auswärtigen Über die Stellung der Öegierung angenchts der Möglichkeit des Abschlusses dauernder Schieds- gerichtsverträge mit fremden Mächten, ferner über die Ant- wort der Regierung auf die Einladung der schweizer Regie- rung, an der internationalen Konferenz zum Schuss der industriellen Arbeiter theilzunchmen. Der Minister des Aus- wärtigen de Favereau erwiderte, Belgien könne sich von keiner Fra e fernhalten, welche die Bewahrung des Friedens bezwe e; er könne versichern, daß es in keinem ande wärmere Vertheidiger der Schiengerichtsfrage gebe als in Belgien; indes1eti glaube er nicht, daß der Augenblick znr Errichtung eines ständigen Schied§aerichtdhofes bereits gekommen sei. Bezüglich _des zweiten Theils der Anfrage bemerkte der Minister, daß Belgien keine Einladung seitens der Schweiz empfangen habe.

Türkei.

_ Wie die „Times“ aus Konstantinopel vom 4. März erfährt, werden die Mächte der Pforte am Montag eine Mittheilung ngeben lassen bezüglich der Zurückziehung der tßrkiicben Trnppen von Kreta. _

Einer Meldung des „Standard“ zufolge hat fick) der vorgestern abgehaltene Ministerrath dahin entschieden, eine ausweicbemde Antwort auf die Note der Mächte zu Jeden. Es verlaute, daß die Pforte im Prinzip die Autonomie tür Kreta annehme, es aber ablehne, Einzelheiten über dieselbe Zwtterortern, bevor die griechischeri Truppen die Insel geräumt

(: en.

_Jn Wien in_aus Belgrad die Nachricht eingetroffen, daß es 111 2111:ch:erbi_e_11 111 deri letzten quen an mehreren Orten zn blUtrgen Exceiien gegen die christliche Brvölkerung gekommeri sei. Aux dcr_Straßc in der Nähe von Prilep butten Turkeii einen Geistlichen und zwei Bauern ermordet. Bei Tetozno hätten bewaffnete Arnauten einen serbischen Hoch- zeitszug uberfallen, neben Personen getödtet und einundzwanzig ichwer veerndet.

_Aus Kanea meldet die „Agence .Hadas“, der französische Admrral Pottier berichte, daß die europäischen Flotten- befehlshqber an ihre Regierungeti rin gleichlautendes Tele,- gramxn gerichtet bätiev, worin es als unrichtig bezeichnetwerdc, da_ß _sre die Turken 1111 Gegeniaß zu den Aufständischen be: gunitrgt hätten, und in welchem vrrfichert werde, daß sie stets dahin gewrrtt ligtten, alles Blutvergießen zu vermeiden."

_ Tas gk1€ch11ch6 Panzerschiff „Hydra“ sUchte grftern um die Erlaubmßnach, nack) Platanias gehen zu dürfen. Nach- dcm die Admirale keine Antwort gegeben hatten, ertheilte der griechische Commodore dem Kriegsschiff „Alpheids“ den Befehl, _in See 31; gehen. An Bord des „Alpbeios“ befanden _sich zwei Unter-Lientenants, welche gcfailer-e Offiziere erseßen 1011en._ _ Die Admirale gestatteten dem griechischen Vize-K'orisiil Bara_klis, sick) an Bord des russischen Torpedoxagers „Poßadnif“ nach “(Felino zu begeben, um emen Ver1uch zu machen, die Belagerung von Kantano aufzuheben und die eingeschlossenen Mohamedaner zu retten_.__ Der Vize=Konsul begab ßch hicrauf an Bord des rusmchen Panzerschiffs „Kaiser Nikolaus 1.“ und erklärte, er könne unter drn ihm gestellten Bedingungen nicht VW). Kantand gehen und werde dorthin nur an Bord des grtech_11chen_ Panzers „Hydra“ abreisen. Der französische und der o1ierre1chische Konsul sind der Ansicht, man müsse es der „Herxa“ gestalten, den Vize-Konsul nacb Selina zu bringen. Heute, xrui) werden die Admirale cine Berathung abhalten, um eme endgültige Entscheidung zu treffen.

_ __Der Kdmmandant und die Offiziere des britischen Kriegs: 1chiffs „Barileur“ hielten gestern an Bord einen KriegSratl) in Suchender Ermordung des Obersten Suleiman BLT) ab. Der Krtegßrath be1ch1o_ß, eine Untersuchung zur Entdeckung der Mörder ins Werk zu 1eHen. Sollte diese zu keinem Ergebnis; führen, so würden drei gefangene Zaptiebs erschaffen werden.

Nach einer Meldyng des „“Standard“ aus Kanea von vdrgeitern 111 ein ruiiriches Kriegsschiff, welches eine Fahrt um die Insel herum unternommen hatte, dorthin zurückgekehrt. Dgßielbe berichtet, das; die Kämpfe in der Nachbarschaft aller Ku1tenftädte andauerten.

Tie Aufständischen machten in der Na t zum Z.d.M den_ Versiicb, die Telegraphendrähte bei Onda durch- Y_uichnerden. Die Schiffe der Großmächte gebrauchten die Scheinwerfer, und die Admirale ermächtigten die türkischen Fort? Feuer zu geben. Die Aufständischen zogen sich hierauf zurn .

Vorgestern Nachmittag soll bei Tzikalaria wi Christen und Mohamedanern ein Gefecht stattgefunden, ck

Nach _emem Telegramm der „Times“ aus Kanea von gestern erhielten die Begs aus Sitia die Nachricht, daß eine grdße Zahl _von Mohamedanern in den Sitia benachbarten Dorfern getodtet worden sei.

Griechenland.

_ _Aus Athen wird dem „W. T. B.“ gemeldet, in den dortigen amtlichen Kreisen werde versichert, daß die Antwort der Regierung auf die Sommation der Mächte eine ablehnende sein werde: dieselbe werde die Gründe aus- emanderseßen, aus welchen eine Zurückberufung der griechischen StreliFcmfte und die Schaffung der Autonomie für Kreta un,- mogi et.

Eine große Menschenmenge brachte gestern Abend dem Kronprinzetr vor seinem Palais Kundgebungen dar. Der Krdnprinz er1chien auf dem Balkon und »hielt eine Amprache , worm er zur Ruhe und zu würdi: gern Verhalten ermahnte. Von dem Palais “des Kron- prinzen begaben fich die Theilnehmer an den Knud: gebungen nach dem Finanz-Ministerium. Eine Abordnung, meist aus Studenten bestehend, begab sich zu dem Minister Delyannis, welcher erklärte, die Regierung werde ihre Pflicht tbxm. Die Manifeftanten durchzdgen sodann troß des unaufhörlichen Regenzs längere Zeit die Straßen der Stadt.

_ Gestern Abend hielt der Ministerrat!) eine Ziyang ab, die bis heizte früb 1 _Uhr dauerte. _Gerüchtweise verlautet, es seien wichtige Entsebeidungen getroffen worden, unter anderen über die der griechischen Flotte an der macedonischen Küste zu- Fdachte T_hatigkeit. Der Schutz der Städte werde der

endarmerie und den Depot-Bataillonen übertragen werden.

Der „Agence Havas“ zuxolge hat der neue Kriegs-Minister Metaxas _d_cn _ wruppenbe chlshabern anempfohlen, die außerste Thatigkeit zu entwickeln, um die Armee fähig zu machen, den gegenwärtigen Verhältnissen ins Auge zu sehen.

Das amtliche Blatt veröffentlicht eine Verordnung, durch welcbe die_Reserven der Jahrgänge 1891, 1890, 1889 und 1888 mnerbalbdreier Tage einberufe 11 werden.

_ Von Athen ist in der Nacht zum Donnersmg eine weitere _Batterie nach Volo abgegangen. - Wie dem „Neuterfche_n Bureau“ aus Korfu gemeldet wird, ist gestern von dortWeine Batterie von 6 Gefchüßen mit 60 Artilleriften und 80 Soldaten zrgck) Karbasarae und Arta abgegangen.

Die Panzerschirse „Spetsei“ und „Psara“ haben den Befehl erhalten, heute bei TageSanbruck) mit versie elten Befehlen in See zu gehen. Der Vestimmungßort derFelbc-n Wird streng geheim gehalten.

Rumänien.

_ „Der Senat wählte gestern Demeter Sturdza mit 85 Stimmen zum Präsidenten. Ein Gegenkandidat war nicht aufgesteUt.

Serbien.

Der König ist heute Vormittag aus Sofia wieder in Belgrad eingetroffen.

Schweden und Norwegen.

Auf Einladung des Deutschen Kaisers wird, wie „W,. T. B.“ meldet, der Kronprinz von Schweden und Ndrwegen den Festlichkeiten anläßlich der Jahrhundert: feier des Geburtstages des Kaisers Wilhelm 1. beiwohnen und am 18. d. M. nach Berlin abreisen.

Amerika.

Der Prasident Mac Kinley verlas Ystern bei seinem IlmtSantritt eme Botschaft an das dlk der Ver- einigten Staaten, worin er, dem „W. T. B.“ zufolge, ausfuhrte:

Dad firianzielle System bedürfe der Revision; der Goldumladi solle _an eme dauernde Grundlage gestellt und gleichzeitig eine an- eemenene (Frböbunix der StaaTÉeinnabmen gesichert Werden. In den Finanzgeießen kenyten i_olcbeVeränderungen vorgenommen werdeii, daß der Regierung kunitig nicht mehr die Rothwendigkeit auferlegt fei, 61111? so bedeutende Goldreserbe zu unterhalten. Der Präsident fiebertc feine Bereitwrthgxett zur Mitwirkung zu, wenn der Kongreß die Ein- se img eines AUÖ1chußes_be7chließe, der die Revision der Gesetze Über _ unzpragung_,_Bankwei_en und_Geldum1auf beratben solle. Wenn ibm, der_n Pra];dente_n_,_ die Ermackytigung hierzu ertbeilt werde, Werde er_etne idlcbe Kommrmon ernennen. Der Frage des internationalen Bimetalli§mus_ werde__baldigst ernste Aufmerksamkeit zugewandt werden; es wurden beitandige Bemühungen ins Werk gesetzt Werden, den'elbei)_durch die Mitwirku_ng der anderen großen Handelsmäcbte berbeizusubren, bis der Ziiitand verwirklicht sci, bei dem ein? Paritat zwiicben dem (Hvid- imd rem Silbergslde sich aus der:: relativen Werth der beiden Metalle ergebe. Der Wertb des bereits Zedragtewund des _noeb zu _vrägenden Silbers müsse mit allen verwendbaren Mitteln Mi, einem resten Wertbberbältniß zu Gold er- halten werden. Der Kredit der Regierung, die Integrität des Geld- Mr_llans Und die Uneerleßbarkeit der bestehenden Verpflichtungen mußten gewahrt werden. Der Präfidert betonte sodann die Notb- wendrgkeit strengstex Spatiawkeit in jedem Zweige der öffentlichen Außgaben. (Er iizbrte (tus, der beste Weg, Feblbeträgen «ZU begegnen,_ ser _ fur die Regierung nicht die Aufnahme von Anleihen, !ondern die Sieberun entsprecLender Einnahme» auf _dem Wege der Steuererbebung. Hie festste ende Politik der Reßteruna set, die Vkaffe der Einnahmen aus der Besteueruna der ste_aidewErzeugniffe zu_ erhöhen und eine direkte Besteuerung, außer in Krieaszeiten, zu verwetden. Der_leitendeGrundsaZ der aus Erböbung de_r Ettinabirzen _mittels der Einiubrzölle gerichteten Tarifgeseßgebung sei, die enrbexmijchen Industrien und die Entwickelung des _andes zu !cbutzen und zu sbrdern. Pflicht des Kongresses ret es, den Feblbetragen durch eine Schutzzollgesexzqebung ein Ende zu _machen, welche die festeste Stütze des Staats- schgßes sei. Eine solche Gesetzgebung, führte der Präsident dann weiter aus, werde die Politik im Jnlande wie im Auslande kräftigen und in hohem Maße daz_u Helfen, dem Abfluß aus der Goldreferve Einhalt zu thun. Bei der Tartfrevifion sei der Wiederinkraft- setzung und AuSdebriung des Reziprozitätheseßes von 1890 be- sondere Ausmerlsamkett znzuwenden. Das befrisdigende Resultat der kurzew Erbrobuyg dieses Gesetzes rechtfertige in hohem Maße _ weitere Ver7ucke und die Ertbeilung weiterer dik- kretroxiarer Gewalt beim Abschluß Von Handelsverträqen. Die Poltttk_ der Vereinigten Staaten “sei stets gewesen, die Beziehungen des Friedens und der Freundschaft zu auen Nationen zu pflegen und fick) frei zu halten vori Verwickelungen, sei es als Verbündete, sei es als Feinde. Der Prafident erklärte “weiter, es werde sein Streben sem, eine feste, gekerbte und würdevolle auswärtige Politik zu “be- fdlgen. Die _Veretnigten Staaten bedürften keiner Eroberungs- kriege; fie x_nußten der Versuchung einer gewaltsamen Gebiets- erwerbuzig widerstehen. Der Präfident empfahl sodann dringend den_ schtedsgertchtlichen Weg als die Wahre und beste Art, inter- nthnale Zwrstrgkeiten zu schltchten, und sprach in warmen Worten seine Zustimmung zu dem S_Öiedßgerichtövertrage mit Großbritannien aus_. Er verbreitete sich hieraus über die Rothwendigkeit, daß das Geier; und die Ordnung bon allen Klaffen der Bevölkerung bock;-

ebalten den un es 1 Vereini gen des Kapitals als Trusts xulmrTilFußtlicher ÄebJs ung des dels oder Zur Unter- drückmtg des Volkes auf irgeridwelche Art Widerßarzd entgegen- esest werden müsse. Wenn notbig, werde eme erweiterte Geseh- gebung zu diesem Zwecke bearitragt werden. _ Eine Verbeffetung der inwanderungs- und Naturaltsattonßgeseße_ m der Richtung, uner- wünschte Einwanderer fernzuhalten, ser dnugend_ nothwendig. Der

äsident schloß, indem er seine Absicht kpndgab, eme _außerordentltche Yesäon des Kongresses zum 15. Marz einzuberufen, tn Welcher uber die 'Frage der Tarifrevifion beratben werden solle. _ Die cubanische Frage mird m der Botschaft nicht er- " t. _ wal)nEine in Madrid eingetroffene amtliche Depesche aus Havanna meldet, daß der General Wryler zur Erledigung einiger Geschäfte dorthin zurückgekehrt sei. _

Der „Times“ mird aus Yio de Janeiro vom 3. d. M.

emeldet, man sei dort der Anircht, der Zweck der unerwarteten Rückkehr des Präsidenten Moraes _sei, einen geplanten Akt der Exekutive, den er nicht billigen konne, zu verhindern.

Afieu.

Dic Garnison in Manila ist_verstärkt_wdxden, da man einen erneuten Versuch der Arifytändischen, die Stadt zu nebmen, befürchtet. Es sind neuerdings wreder Verhaftungen vorgenommen worden.

Afrika.

Wie das „Reuter'sche Bureau“ aus_ Prätdrig meldet, ik: aestern das neue (Heseß, betreffend__ die Befugnis s e des Tversten Gerichtshofes, _veronentlicht worden. _Auf Anordnung des Präsidenten Kru_er ist an den Ha_uptr1cht_er Koize sowie an die Richter Imesbof u_nd Idriffon _ein Schreiben gerichtet worden , worm dieselben zu erner Aeußerun darüber aufgefordert werdexi, ob fie gemillt_sere_n, sich dem ZZescße zu unterwerfen und nicht das_Recht fur_frch in Anspruch zu nehmen, das (Heseß zu bestatigen. Einer Antwort werde bis zum 17. d. M. entgegengesehem.

Polynesien.

Aus Aucklaiid berichtet das „Neuter'sche Bureau“, nach einer Meldung aus Samoa vom 23. Februar werde Malietoa in Apia in Abwesenheit der stemdeneregSschrffe von einer großen Anzahl Einqeborener unter Tamdsese be- droht. Es würden Feindseligkeiten_befürckitct, falls die Kriegs: icbiiie nicht bald nach Samoa zuruckkchren soUten.

Parlamentarische Nachrichten.

Das Haus der Abgeordneten begann in seiner heutigen 142.) Sißung, welcher der_ Minister für _Landwirthschaft 2c. Freiherr von Hammerstein beiwohirte, die zweite Verathung des Etats dcr landwrrtbschaftlichen Verwaltung.

Abg. Knebel (ml.) lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung aus die Geiabr der (Einfuhr ausländischen Obstes bin und fuhrt Fol- gendes aus: Während wir noch in deri 80er Jahren unsern Bedarf im Julande gedeckt baben, ist die Einfuhr vom Auslande 1895 auf 1170000001xe gestiegen mit einem_ Werthe bon 22,4 Millionen Mark. Unsere Ausfuhr dagegen ist ic-it den 80er Jahren _ganz _er- heblich zurückgegan en. Die Einfuhr aus dem Aukland uberstergt dcm Gewichte nac?) unsere Ausfuhr um das Neimfacbe; Dem können wir nicht untbätig zusehen. _Jch babe schon fruher _eme Ermäßigung unserer Güterrarife _ befürwortet. Außerdem mussen beffere Obstsorten in größerem Umiange angebaut und in Massen auf den Markt gebracht werden, womöglich auch in befferer Qualitat als im Auslande. Unsere Botschaften müssen angewiesen werden, _Er- kundigungen anzustellen über die besten Obstsorten im Aixsland _und uber die dortigen Produktionskdiien, damit unsere Züchter winen, wre 11e m_n besten die aueländiscbe Konkurrerz 3116 dem Felde schlagcnkönnen. _Die Aufnahme eines MelioraticndivnkH von 100000 „41; für die westlichen Gebirgsgeaenden begrüße ich mit Freuden. Tie Vertheilung des Fonds muß so borgenommen werden, da]; die einzelnen BOYS? fur die bon ihnen vorgenbmmenen Drainagen 11. 1. w. die Entichadtgung erhalten. Zur Brautsichtigung dieter Arbeiten ewdfieblt fick) die Be- stellung von ständigen Wieieanumeistern s.!r kleinere Bezirke.

Minister für Landwirtbfcbait Ic. Freiberrb cn Ham m e r stein: Im Großen und Ganzen bin ich mit den Ausiübriwgen des Vorredners einverstanden. Die Verwaljung bat der Obstxwduktibn seit Jahren ibre Aufmerksamkeit zugewendet. Seit 1881 ist aber die Bevölkerung erbeblicb gestiegen und z. B. der Obitwein jeizt ein Nahrungsmittel ersten Ranges geworden. Es smd Erwägungen im mege, das Obst rasckoer zu transportieren als bisher. Die K_enntniß über die klimatischer: und Bodenverbältniffe für das Obst ioll den unserer Seite möglichst gefördert werden. Der Landwirtk) sollte nur guten Waaren bei der Airpflanzung der Bänme den Vorzug geben. Den Maisenanbau gleichmäßig guter Waare halte 151) auch für einen Vor- xbeil. Die Frage der Anstelluug bon Wiesenbaumeistern haben wir nicht aus dem Auge gelaffen. In jedem Jahre wird die Zahl der Wiesenbaumeister vermehrt _ __ _

Abg. bon Riebenbauien (kon1.) fragt an, wie es mit dern Vertrage mit der Bernstein - Firma Stantien 11. Becker stebe. Die Sache müffe vor dem Lande klargesteüt werden. _

Minister für Landwirtbsckpait 2T. Freiherr vonHammersteiq: Ick möchte auf eine Diekussion dieser Frage bei dieser Gelegenheit nicbt eingeben. Die Frage wird Gegenstand eingehender Erwägungen und Darlegungen bei dem Domänen-Etat sein, _

Abg. Rickert (fr. VW.): Ich unterstütze die Wünsche des Abg. Knebel. Im Osten müßte für den Obftbauer mebr geschehen. Be- lehrungen durch Wanderlebrer _ wären sebr wünichenSwertb. Andere Erwerbgfreise dürften aber durch staatliches Eintreten xiicht Verdächtigt werden._ Der __Verein_ Nordost ist znxr 1einer Tendenz nach sehr iympatbiicb. Die _ freifirznige Veterin- gung hat aber mit ihm nichts zu thun, am_ wenigsten ist er der reine Appendix der freismnigen Vereinigung, wre man gesagt bat. Das trifft auch nicht beim Schußberband zur Abwehr agrarischer Uebergriffe zu, dem auch zahlreiche Mitglieder der nationalliberalen Partei ange- hören. Täglich Werden jest in Stolpe-Lauenburg unjere Bauern- Versammlungen aufgelöst, und das Geieß wird rnit Fußen getreten. Als Richter in einer Versammlung einen Artikel aus einer Zeitang über das alte Herrentbum vorlas, wurde die Versammlung vdm Amtsvorsteher aufgelöst. Eine andere Veriammlung wurde ausgelost, weil der übechbende Beamte nicht haben wollte, daß der_Redrier über Beamte spreche. Ist das _ noch Versammldngsxretbeit? Es reizt mich sehr doch einmal hinzugeben _und_mich uber die Verbältniffe zu in ormieren, und ich lade Sie ein, daZ]e1be zu Thun. Sie haben hier einen Vorgeschmack, _ was aus_ einer .RebiYon' unseres Vereinöge eyes werden wurde! (Prasident don *öller: Herr Abg. Ri ert, über ein Verembgese Verhandeln wir doch nicht, Wollen Sie sich doch ar) die Landwrrtbs a_ft bqlten !) Neulich hat ein Konservativer sogar ern förmliches Verbor mit _mir bornebmen wollen. Es wird die Zeit kommen, wo _man die jebstgen Führer der Landwirtbe zum alten Eisen werfen wird. Sie aben der Landwirtbfebaft den Mutb genommen, weiter zu arbeiten, und m_ den Laufenden bon Bau.:p, die dem Verein Nordost beitreten, wird es allmählich Licht werden! _

Abg. Brömel (fr. Vg .) bringt den Streit des Vixsißenden d?! Pommerschen Landwirtb chaftskammer, Grafen von Schwerm- Loewiy, und des Vorstehers der Stettiner Kaufmannschaft Wegen angeblich unrichtiger Preisnotierungen zur Sprache und bemerkt:

Graf Schwerin bat schwere Anklagen gegen die Stettiner Börse vor- gebracht. Daraufhin find akt Stettiner Makler vernommen worden, und e haben a esagt, da keiner der Landwirtbscbafts- kammer eine ittbeiluna 1": die reiönotierungen gemacht bcxbe. Trohdem ließ stb der Graf nicbt herbei, seine Bebcxuptung„zurUck- zunehmen oder richtig zu fieaen. Es wird schwer unt der einfachen bürgerlichen Ehre zu vereinbaren sein, daß man (L_Uf das Zeugmß dreier Ungeuannter beute Verdächtigungen ehrlicher Kaufleute erhebt. In der Generalversammlung der Stettiner Getreide- händler wurde festgestellt, daß nur einmal em Makler

Herrn von Knebel-Döberiß eine Unterredung ge- habt habe. Dieser Makler hat aber erklart, daß _er Mittheilungen, wie sie Graf Schwerin behauptet. nicht gemacht habe. Das ist das einzige F;:ktische von der 9ngebl1ch vor- genommenen Enquéte. Die pommericbe Landwirtbscbastxkamxner hat der Stettiner Börse vorgeworfen, daß sie unwahre Pretßnotterungen vom Intereffenstandpunkte aus_ vorgenommen babe._ 5x_llle Bettch- tigungen der Börse und alle_Ausforderungen zur Beweisfubxung find fruchtlos geblieben. Darauf hat die Stettiner Kaufmanmchait den Handels-Minifter gebeten, den Landwirtbscbafts-Minister zu_ersucb_en, daß die Aufficbtsinftanz, der Regierungs-Prafident,_ ernscbrette. Der Landwirtbfcbafts-Minister wird einsehen, _daß die Stettiner Kaufleute Genugtbuung verlangen können. Sie fordern nichts UnbiÜiges, wenn sie gewiffermaßen als Angeklagte den Be- Weis ibrer Unschuld erbringen wollew vor dem Regierungs- Präfidenten in Stettin. Die Frage _ ift _ von _ hervorragendem öffentlichen Interesse. Soll es auch bier io_ weit kommen, daß nur die Flucht in die Oeffentlichkeit übrig bleibt, _rm aui Grund einer Preßäußerung, wie im Prozeß Leckert-Lüßdw, die Wßbrbeit axis Licht zu bringen? Die Vorsteherder Stettiner Kaurmannichait dlauben berleumderisch beleidigt zu )em. Kann mqn da _von einem Zusammenarbeiten der Vertrauensleute der Landwirtbicbast nnd der

örse sprechen?

(Schluß des Blattes.)

-- Auf der TageSordnung für die Plenarsitzung des Reichs- tage 5 am Montag, den 8. März, sieben: 1) Zweite Beratbzxng der Uebersicht der Reichß-Aaßqaben und -Etnnabme;1_iur _das Etatsjabr 1895/96. 2) Zweite Beratbmia des Entwurfs eines Geseßes, betreffend die Feststellung des Neickyshausbalts-„Etats für das Etatsjabr 1897/98, i_md zwar: Reichstag, mit dem mündlichen Bericht der Kommiiswn für den Reichsbaizsbalts-Etat. 3) Dritte Beratbunq ch (5aner eines (Heisses uber dieZwa_n_gs- versteigerung und diequngsverwaltung sowredeßzugeborizen Entwurfs eines Einführungsgeießes. 4) Dritte Berdtbunq des antwurrs einer Grundbuchordnung. 5) Zweiundfünfztgster Bericht der Kommission für die Petitionen, betreffend Vermehrung der Eisenbahn - Sekretarftellen in El_saß_- Lothringen. L_) Dreiundfünfzigster Bericht der Komm1ssidn fur die Petitionen, betrei- fend die Gleichstellung der Telegrapbrsten der Reich- Eisenbahnen mit denen der RL_1ch§*POsÉ-_ und Telegrapben -V erwaltung. 7) Vternndfunfzrgiter Bettcht der Kommission für die Petitionen, betreffend die Ruckerstattun (; bon Zoll auf Getreide.

Statistik und Volkswirthschaft.

Das Ende Februar d. J. erschienene erste Yierteljabxsbest zur Statistik des Deutschen_ Reich:? entbalt Artikel uber_ 19 verschiedeneGegensiände. Wie alljabrltcb _mi ersten Heft, find zugaclyst die für die Arbeiten des Kaiserlichen Statistischen Amts neu exlaßenep Anordnungen erwähnt. Es folgen dann 7_Mittbeilungen zur Statistik der Preise, die dießmal besonders bedacht ist, und zwar werden_ die Großhandelspreise wichtiger Waaren an deutschen Platzen mitgetheilt für die einzelnen Mdnate des_ ngres 1896_ und_ die Jahre 1879 bis 1896, ferner Vteb- (Rmdbteb- und Schwert») Preise in 10 deutschen Städten (1894115 1896 _und_Mdnate 1896), Preise von Roggen und Weizen in Berlin und Breslau an den einzelnen Wochentagen des Jahres 1896, so- dann auch nach Stichtagen in Paris, Lyndon und Amsterdam, Weizen-Terminpreise in Berlin, Wien, Paris, Amsterdam, Liverpool und New-York (am Ende jeder Woche 1892 bis 1896), schließlich Preise von Roggen, Weizen, Hafer, Gerite, Mais im Auslande (1892 bis 1896 und Monate 1896). Zur Bevölkerungs-Statistik enthält das Heft auf Grund der Volkszählung born 2. Dezember1895 die ersten endgultrg festgestellten Zahlen für das Reich und die_Bunde§staate1_1, wäbrend die BeweZung der Bevölkerung der rrgelmaßtaen Mitthei- lungen über Ebeicbließungcn, _Geb_u rten und Sterbexalle (iu: Jahre 1895), sowie die über1eei1che Auswanderu_ng (im Jahre 1896) betreffen. Ein weiterer Artikel behandelt die auf Grund der Berufszäblung am 14. Jimi 1895 erlangten Nachweiw über die Hausierqewerbetreibenden in ihren hauptsachlicbsten _Er eb- niffen. Die folgende Nbbgndlurig betrifft den Taback, seine e- steuerun , Ein- und AuSiubr, www Ertrag der Tabackabgaben ix_n Erntejaßr 1895 96. Zur Statistik der Schiffahrt werden drei Bez- träge geliefert, welche den “Bestand der deutschen Kauifabrtet- schiffe zu Vßgjnn des Jaka 1896 und die Bestandesveradderigigen im Jahre 1895, ferner die Tierunglückquen deutscher See- fchiffe (1894 und 1895) 111132 die Sckotifsuniälle an der deutschen Küste während „des Jahres 189? „betreffen- An diese schließt sich die re.;ZelmaßtZe vierteliabrlwbe dor- läufige Mittheilung zur KdnkuZÖ = Stallittk an, dies- mal das vierte Viertelijr 1896 betrefferid- welche s1ch fur 7:29 N€1ch als Ganzes auch auf dad dolle Jabr 1é'396 SkstkLth- Endlich Wird eine Veröffentlichung über das Mehl im YeltdaUdY gebracht, worin über die Ausfuhr von Mehl aus den 251kaanth STURM [2071 Amerika, Rußland, Oesterreicb-Ungarn, den IKZLdelMdUL- BLW?"- Frankreich und Deutschland (1891 bis 1896) und“. uber dre Etyiuer von Mehl in Großbritannien und Irland (1894 „bis 1895), 1911318 über die einschlägigen englischen Einfuhrwertbe Auskun'Ö- ZSJWM Mkd-

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Arbeiterbewegung. (

Aus Düsseldorf wird der .Rbein.-Weftf, Ztg.“ geschrie ?"; Beim Brückenbau sind Lohnstreitigkeiten _ausgebrdcbrn. Die 561 dem Bau des Pfeilers auf der linken Rheinseite beschaftrgten Arbe-ster fordern Lohnerhöhung und droben mit einem Ausstande. Von der Yolizeibebörde sind die nötbigen Mannicbaften zum Schutze der .lrbkeith akammaniert bworden. Eine Antwort der Bauunterrgkhmer ist is er no ni t gege en worden. _ _ _ ,

In Offenbach a. M. haben, der ,Frkx. Zig.“ zufolge, ianZ-Zntl'c?“ Schriftgießereien den von den Gehilfen Vorgelegten Ta/x-If es " gültig angenommen. _Die ArbeitSzeit wnrde auf taglich 9 (NUM 9" herabgesetzt, der Lohn dagegen um etwa 8 bis 10 % erbobt.

Aus Berlin wird der .Köln.Ztg.“ telegrapbtertZ 13000 HOW!“ arbeiter in 24 Städten wollen, wie der Beboilmaebtrgte der BMW Organisation mittbeilt, in diesem Frühjahr in eine Lobnb-LWLJUUI eintreten. *- Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Kurschnerb-ZMUÄI€ lehnten in ihrer Versammlung vom 1. d. M._ es ab, ZL" km Mai in London tagenden zweiten interyationglen Kuékschnkr' kongreß zu beschicken. Die Frage, ob es wöglicb set, den_Tan _in der Müßenbrancbe zur Durchführung zu brtngeq, _wurde,_ eine. kt“ tbeilung des „Vorwarts'_ zufolge, da Der ]eßtge ZeitPun?t den Arbeitern ungünstig ist, bis zur nachsten Saison Vetrag. !

In Lüttich fand, wie die .Rb.-Weftf. Ztg.“ meldet, em Zusaßnmen- stoß ausftändiger Grubenarbetter mit Grubenbeamten- statt.

Ein Arbeiter wurdc getödtet. (Vgl. Nr. 54 d. Bl.) _

Lud- lmd Forstwiktbskft-

Die in den Ta en vom 17. bis 21. Juni d. J; stattfindende Wander-Ausftel ung der Deutschen Laridwtrtbscbafts- Gesellschaft in Hamburg wird zurHalfte des Pl_a es etwa eme Ausftcüung landwirtbscbaftlicber Maschinen _und Gerat e enthalten. Als besondere Grurve werden dort in _Erscbetxiung treten die Maschinen für Brennereien, Mabmascbinen fur Getreide, Gras und Klee, Trockenapvarate für _Getretde_ und nxechanisibe Pflüge, also Dampf: und elektrische Pfluge._a_ußerdem saxnmtltche im le ten Jahre neu erfundenen landwrrtbscbdttltÖen Maschinen und Gerät :. Die leZteren Gruppen_ werden Prufzmgen unterzdgeiz, und zwar die neuen Gerätbe daraufhin, ob sie wirklich neu iowte be- achtenswertb find, während die Trockeriavvarate und mechanischen Pftüge großen vergleicbenden Arbeueprufungen unterzqgen werden. Es wird angenommen, daß in Harnburg 4000 landwirtbschaftliehe Maschinen und Gerätbe am Platz 7em werden, und daß auch das Ausland vertreten sein wird.

Gesundheitswesen, Thierkrankheitex nnd Absperrungs- Maßregeln.

Belgien. _

Tie (.)01111111551011 58U1T81k6 (16 1153503111 dar das boxt ihr unter dem 6. r. M. erlaffene Verbot der Ein- und Durchfuhr bon Waaren ads Indien, wie fol.;t, abgeänder: urid aucb au_f Her- künfte aus Persien und den südlich des- 30.Vrettesradesliegenden Theilen ch chinesiichen Reichs ausgedehnt: __

11. Waaren, deren Ein- und Durcbiubr xerboten Ut:

1) Leder, rob, eialzen oder gelaiigt, iri*'che Hßute und alles un- Jegerbte Leder, iris e Tbierabiälle, KlaUen und Hure. _

(Es werden jedoch zum Gebrauch zuzelaffxn robe FeÜe, wenn 1re gesalzen ur-d zu leich rnit Arsenik behandelt sind.)

2) LeibwäsZoe, abgetragene Kleider, Bekleidungégegenstände für den täglichen Gebrauch, gebrauchtes und iinZebrauchtes Bettzeug.

Z) Alle und neue Teppiche, alte und neue Wollsacben, Seiden- waaren.

4) Alle kleinen Gegenstände, welcbe einzeiii mitgeführt werden und den Keim der Pest weitertragen können.

5) Fläcchchen mit Liqueiir und Parfümerien. welche einzeln mit- gefübrt werden. _ _ __

6) Wie Sorten von Lumpen “iind Hadern, die nicht in me_chamich komprimierten und mit Reifen berschnürten Ballen zur Veriendung kommen.

7) AM Tlxtil- oder sonstige äbnlirbe Waaren axis tbieriy-Hen oder vegetabiliscben Stoffen, wie Wolle, Baumwolle, [owie Faiern auß solCÜéxiZWffén, Kbkusnußfasern :(., soweit fie nicht in WS_ÖQULsÖ komprimierten und mit Reifen dccscbnürteii Baüeii zur Veriendung kommen.

8) Menschliches Kopfbaar, Haar und robe Seide, sdweit wlcbes nicht in mechanisch komprimierten und mit Reiien dericbniirtenYaUen zur Versendung kommt. Die unter 2, Z, 4, 6, 7_und 8 Jurgembrten Waaren können nach Desinfizierung auf der Samtätsfiatwn in Ddel frei eingeführt werden. _ __

13. Waaren, die nur Zilk DUtchiUb_r__zugel_a11enwerden:

1) Leder, rob, gesalzen oder geladgt, sr11ch€ Haute und (111813 im- gegerbte Leder, sofern diese Waaren iV de_rrackt _smd, daß dre Y_rbeiter bei ihrer Fortsckpaffang nicht direkt mri den'elbeii m Berubrnng kommen. _ __ _ _ _

2) Rode Wolle, welche in mechaniich kdmrrmiierten 11111“ Mit Reifen Verschnürten Ballen zur Veriendrzng kommi. _ __

3) Alle Sorten von Lumren uiid Padem, welche in meckaniich komprimierten und mit Reifer: rer1chnürten Ballen zar Veriendung kommen. _ _

Die Sanitätspolizei kann jedoch anerknerr, UZ- die Ballewror der Ausladung an der Oberfläche mit _einer deIiiimterenden Ldiung gewaschen Werden. („Vergl. „Reicbs-Anzetger' Nr. 40 dom 16. Und Nr. 48 dem 25. O. Mts.)

Veiiedig, 4. März.

(W. T. B.) In der bentigen _Sißung der internationalen Pestkonferenz erklärteri _die Delegirteii der Türkei, Schwedens und Norwegens den Beitritt tbrer Regierungen

zur Pariser Sanitäts-Konbention. Der Beitritt der Türkei 111 auf eine Dauer von fünf Jabren beschränkt. Die_Z_usrimmun_g Englands zu der genannten Konvention, welche unter 1211110811 wenigenVorbe- halten erfolgte, wurde born englixchcn Delegirtrn bereits in einer früheren Ziyang bettnnt gegeben. _ _

Bombay, 4. März. (W. T. B.) Bieber Und 8883Per10nen an der Pest erkrankt und 6979 Personen gestorben. Die Gesammt- sterblichkeit in Bombay betrug in der (exten WOÖS 1484 gegen 1650 in der Verworhe.

Verdingungen im Auslande.

Belgien. _ 17. März, ]] Udr. 5001616, 111171011319 (195 (“1181111115 116 181' x'isiyxriix in Brüssel, 11110 (18 111 56181169 Nr. 26: Liesexung_1md AUfstellun-g von 10 Waiser-Rcserboirs mit Nöbren Und !diiittgem

Zubehör. __ _ Serbien.

20. März. Direktion des JngetiieUr-Arscn_al§ in T_ch11P_r11a; Lieferung von 25 000 Stück Schrauben der_scbiedenerADimeernen, nach Muster, 30 000 Stück Nägeln, nacb quitcr, 300 Stuck Zimuier- mannsbleistiften, 500 kg Firnis), 50 IZ weißer Farbe, 501§xx Menntge, 2000 kJ Eisen in Stangen. Bedingungen in der Kanzlei der genannten Direktion.

Verkehrs-Anftalten.

In Rebobotb im Swaygebiet bbn De_urych-Südweit- afrika ist eine Kaiserliche Post-Agcntar eingerichtet worden, die an der Besorgung des Postberkebrs nach den 7111" das Schuizgebtet geltenden Bestimmungen tbeilntmmt.

Bremen, 5. März. (W. T. B.) JidrrdeutsKer Lloyd. SD. „Havel“ bar 3. März Abd_§. die Rette vori Southampton nacb New-York fortges. PD. .*Qalle“, bdii Baltrmore kommend, am 3. März Nacbm. St. Catherines Po_1nt paifiert. NPD. „Gera“, nach Australien bestimmt, am 3. Marz Nachm. aneapel angel. NPD. „Friedrich der Große“ hat 3. Marz ')Zachts Reise von Pert Said nach Neapel fortgei. T. „Wartburg hat 2. März Mittags Reise Von Antwerpen nacb Oborto wrtges. SD. „Syree“, b. New-York kommend, am 4. Marz Vorm. auf der Weser angel. _SD. „Kaiser Wilhelm 11.', von New-Ybrk kommend, am 4. März Mrgs. in_Genua angel. __RPD. „Prinz Heinrich" bat4.MärzVorm.ReisevdnGenuanachOoutbamdton ort e".

f g:)!rotterdam, 4. März. (W. T. B) Holland-Amerika- Linie. D. ,Amfterdam“, von Rotterdam nacb 'New-York, ist gestern Vormittag in New-York angekommen. D'; .Maasdam'. von New-York nach Rotterdam, ist grstern Vormittag Von New- Ydrk abgegangen.

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Theater und Musik.

Berliner T_beater. __ _ _

.Hairan', eine dramatische _D!chtung m funf Aufzugen__bon Adolf Wilbrandt, welche geitern zum ersten Mal aufgefuhrt wurde, kann nur als ein Ywagtes dichteriscbcs Expertznent bezeichnet werden. Wenn auch der erfaffer die Handlung ms vrerundzmanzigste Jahr vor Christi Geburt, nach Antiochiq derle t und sowohl die Persdnen wie die Ereignisse als “Schöpfungexi seiner reien Phantasie erschemen t, so geschieht das doch nur in der Absicht, einen allzu durch- ?! tigen Schleier über die Bilder zu breiten, welche das Erden- wallen des Heilands darstellen sollen._ So hoch _man auch die dramatische Kunst stellen, so sehr man tbr die Fahigkeit, erhabene und