Mbeküaen dadurch die Landwirlbflbäii durch ihre ßä'rkere CFML: an
von ausländischen! Getreide. Naeh dem V
or eben hoffen wir, daß die Konferenzen, die der
eich-Scbavsekretär ein
berufen bat, dam führen werden, die kleinen Müllereien zu Mühen. Staatssekretär des Reichs - Schaßamts ])r. Graf von
Posadowsky-Wehner:
Meine Herren! Ich bin nicht gewillt, näher auf den Antrag des Herrn Grafen Schwerin-Löwiß einzugeben, weil es nicht der Stellung der verbündejen Regierungen entsprechen würde, schon das Wort zu ergreifen und Stellung zu nehmen, während ein derartiger Thatsäcblicb haben die verbündeten Regierungen sich auch bisher über die vorliegende
Antrag noch im Reichstage verhandelt wird.
Frage noch nicht schlüssig gemacht.
Wenn ich um das Wort gebeten habe, so geschah ck aus einem
anderen Grunde. Zunächst möchte ich dem Herrn Abg. Rickert er-
widern, daß es, rein theoretisch betrachtct, allerdings möglich ist,
daß auf einem gemisebten Tranfitlager ohne amtlichen Mitverscbluß fünf Jahre lang Getreide zollfrei lagern kann. (Hört, hört! rechts.) Aber, meine Herren, in praxj wird dieser Fall wohl nie eintreten (bört, hört! links; Heiterkeit); denn ich kann mir nicht denken, daß
ein Getreidebändler fünf Jahre lang Getreide auf seinem Speicher
liegen läßt und die Gefahren, die damit verbanden sind durch
Schwund, Dumpfigwerden, Mäusefraß u. s. w., übernimmt.
Aber noch eine zweite Frage wollte ich berühren: das ist die Frage der Abfertigung des sogenannten Tigermebls oder Neptunmebls. Das Tigermebl hat wohl seine Geburtsstätte in Altona, das Neptun- mehl in Königsberg. Man hat aus dieser Abfertigung Angriffe gegen das maßgebende, Von den verbündeten Regierungen beschlossene Regulativ bergeleiiet. Aus jenem Anlaß aber, glaube ich, läßt sicb ein Angriff gegen das Regulativ nicht brgründen; denn die Ab- fertigung von Mehl gegen Ertbeilung cines Einfuhrscheins seßt allerdings voraus, daß es fich um gebeuteltes Mehl handelt; es steht aber fest, daß das Neptunmehl den Charakter von gebeuteltem Mehl im Sinne des Regulativs nicht trägt. (Hört, bört! rechts.) Es bandeltesicb eben um einen völlig neuen Mebltypus, und darin lag die zolltechnifche Schwierigkeit und der Zweifel. Die verbündsten Regierungen sind aber auf Grund der gemachten Erfahrungen und um alle Zweifel bei der Abfertigung in Zukunft möglichst auSzuschließen, damit beschäftigt, jeßt den Begriff „gebeuteltes Mebl' noch schärfer zu fassen und namentlich ein neues Verfahren zu finden, auf Grund deffen durch die Stkuerbeamten möglichst objektiv festgestellt werden kann, ob bei der Abfertigung wirklich gebeuteltes Mehl vorliégt oder nicht.
Schließlich, meine .Herren, ist auch auf die Konferenz Bezug ge- nommen worden, die unter meinem Vorsiß im Reichs-Schaßamt statt- gefunden hat. Dazu werden die verbündeten Regierungen. nicht geneigt sein können, einfach ein Programm anzunehmen, was nur von Intsr- effenten der (Großmüllerei entworfen worden ist, sondrrn wir find der Anficht, daß die Frage der Ertheilung von Cinfubrscheinen bei der Ausfuhr von Mehl nicht nur das Intereffe dcr mittlerem Müil-Zrei und kleinen Müüerei sehr tief berührt, sondern das; es auch ein wesentliches Jntereffe der LandwirthsÖaft ist; denn das ist ganz un- zweifelhaft: wird das Rendement für Mehl zum Getreide zu niedrig bemsffen, so geht damit Getreide zollfrei nach Deutschland ein. (Sehr richtig! rechts.) Ich kann mich indes; jrrzt über diese Frage, die noch nicht abgeschlossen ist, nicht näher äußern; ich glaube aber, daß bei ihrer Entscheidung jedenfalls auch di€ Interessen der kleinen und mittleren Mühlen und namentlich auch der LandWirtbschaft genügende Berücksichtigung finden werden. (Bravo! rechts.)
Abg. Rettich (d.kons.) stelit 1611, das; in Bérlin bau tsä [' ausläydisches Getreide Vermahlsn werde, welches viel unreineZck srifhcxk? dxutsaZ-xs Eetrerde,_ daß daher die Kleie sehr viel 1chlechter sei. Die _G_;i)a_d_txé_u_ng des Vtehes durch die Verfütterung der Kleie sei ebenfakls 6 ge e .
Abg. Graf von Arnim: Brzüglicb der Kleie habe i dm betreffenden Herrn Mühleybrsißer erklärt, daß ich nicht beléxupteen woklre, daß die Berlmer Kleie 1_chlechier sei als andere. Diese Be- richtigung ist von dem gegen__mrcl)_ verbreiteien Flugblatt unterdrückt Worden. Zu der Vaterschaft 1uc diese Flugblätter hat sich keiner der Herren von der Linken bexannt. Ich würde in der Lage xein, nach- zuweisrxi, daß geradezu FalseFIxngen vorgekommen sind, obgleich die Fiugblatter bebauptcn, daß 112 nach_ den stenographischen Brrichten zitterten; Ic_b habe damalH g€1agi,_daß fich dreiBerliner Mühlen vor- zquwexse K_Ut de_r Verarbetiun-g ZtßrerunanfäHigcr Waare beschäftigen. I bade die MtßVZrstandmffe [oxort b€richtigt und anerkannt, daß die Mahlen au_ch große Quanttxatxn guter Waare verarbeiten. Der Vorwurf, _den :ck erhoben habe, wird als unerhört bezeichnet. Aber wer hat_ die Bedaupiung ayfgrstellt? _ Der .Müüer“, das Organ der kiemrn MuÜeretrn, dle fich von den großen Mühlen bedrängt sebcsn. _Mchrere'; Mouafe nach meiner Erklärung kommt der Vorfißende des MuÜetVere_in§ van drn Wyngaert und entschuldigt die Mühlen, daß sie bedenkliche Waare verarbeitet Haben. Die Vorwürfe sind aber von anderer Serie 111 viel schärierer Weise in der Presse gemacht wyrdkn, ybne daß man dagegrn auf dem Prozeßwege vorßegangen Ware. _Tre Hkrrrn, i_velche mch angegriffsn haben, haben vorschnell geurtheilt, und l_ck) wrdere Hrrrn Bartl), wenn er Einfluß auf die „Nation“ bai,_au1, dcn gxgen mtch_ger_ichtet€n Angriff zurückzunehmen.
Abg. Ft1chbeck werft _darau1 btn,_ daß er nicht Mitglied des Schußv§rbandes gégén agrarisch? Uebergrtffe sei, daß er vielmehr in der Griindungsmxrsammlung dagegen gesprochen habe. Graf Arnim ha_be seine Y_swetfe damals mitgebracht; heute habe er ja Gewäbrs- man__n€r bezeichnet, und es rrerds sich das Weitere nun yon selbst erge en. _
Abg._1)r. Barth (1r. VW.): Ich behalte mir vor, da wir Geicgrnbert habrn werden, _haufiger mit dem Grafen Arnim zu dis- Futterzxn, auf die Frage zuruckzukommen. Das bemängelte Flugblatt rst nnr bckannt.__ Aus der Korrespondenz Von dem Grafen Arnim und _den betberltgtrn Mühlenbefisern geht für mich hervor, daß er sich_ im Unrecht befunden hat. Er hat die Herren beleidigt, und den Widerruf, den er zugesqgt hatte, hat er nicht geleistet. Dagegen haben fick) die Herren m deutlicher Weise? mit Recht gewehrt, und wenn drr Schuyverband sich dieser Sache angenommen hat, so hat er dabét im a_llgemeinen Interesse gsbandelf.
Y_bxz. Richt_er_ (fr._ Volksp.): Graf Arnim hat gegen mi polemxsiert, obgletck 1ch mcht VOU_ drm Zolikredit gesprochen habe. J hab_e ibn angegrjffen nzegen seiner Behauptungen über falsche Loko- xwtterungen an der Berliner Börse. Daß ich den Angriff nicht bier 1mR_eichsta_ge, sondern im Abgsordnetenhause ebracht habe, liegt an der Zustxxndjgkett der _axlamepte. Ich habe die ra e besprochen bei der
usmbrxmg drs or1enge1eses durch den preußis en Handels-Minister.
Wenn ich batxe versuchen woÜLn, gegen ihn im Reichstage zu sprech_en, so wurde Herr yon Mendel sich beschwert haben, daß ich nicht tm Abgeordnetenbaiise gesprdchxn hatte und hätte ich an beiden Stellen ge_sproch_e_n, fo ba_tte Gra1 Ltmburg-Étlrum vielleicht noch be- hauptet,_tch_ harte das tm Herrenhause vorbringen müssen, das mir nicht zuganÉltch rs .
_ Abg. raf von Arnim: Ich bitte mir nachzuweisen, wo ich die Behauptung _ aufgestaut habe“, daß an der Börse falsche Notierungen _stattfanden, davon habe ich gar nicht gesprochen.
Abg. Richter: Ihre Person, Herr Graf Arnim, ist mir dabei
[ _bWeis Aus " x:. ..:-«.. ““'-"““““ “*“-"
i A . Rickert: bin nicht der Verfa er des aber ua den heutigen Verhandlungen möchte 1 fast alles darin Bebauptete wahr ist! Sie (reYs glauY , Kaufleute keme Ehre im Leibe haben, aber ie werden gezwungen werden, Ihre Unrichtigkeiten einzugefteben.
Aba._Graf von Schwerin: Jeb möchte-Herrn Rickert und
Richter bitten, zu warten, bis ick) in einigen Tagen im bgeordnetenbause ausfüer kann, da? ich niemals behauptet babe, Yßl Bt_e __B__ö_rsenkommiffare ihre Pflicht ezüglicb der Preißnotierungen
r e a n.
Damit schließt die Debatte. Ms Mituntragfteller erhält das Schlußwort
Abg. Dr. Paa_sche (nl.), welcher ausführt, daß der Antrag nur auf der linken_ Sette Widerspruch gefunden habe. Es handle sich darum, _daß die ohnehin be ünstigten großen Müllereien durch die Zonredtte noch weiter be ün tigt würden. Der Kaufmann kaufe nicbt blo den _Bedarf vom uslande ein; das Bauerngetreide sei nicht me r verkaxtfltch. Es werde an das Vieh verfüttert und dem Konsum werde auslandisches Getreide zugeführt.
Zrzr Geschäftßordnung bemerkt Abg. Rickert: Graf Schwerin bat _micb aufgefordert, zu beweisen, daß er den Stettinern falsche Notierungen vorgewvrfen habe. Ich erlaube mir, seinen eigenen Be- richt auf den Tts_ch des Hauses niederzulegen.
Darauf wrrd der_Antrag des Grafen Schwerin gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freismnigen an- genommen.
Schluß nach 5 Uhr. _Nächste Sißung Donnersta 1 Uhr. (Antrag Auer, betreffend dre Geßndeordnung, Antrag ardorff wegen Aufhebung der Bäckereiverordnung und Antrag Lieber- ;nannwvon Sonnenberg, betreffend die konfessionelle Eides- orme.
Preisen und unberechtiZtLt Einwirkungen auf die LPreisb
Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten.
46. Sißung vom 10. März 1897.
_ Die zweiie Berathung des Staatshaushalts-Etats _fur 1897/98 mird bet dem Etat d er Eisenbahnverwaltung m der Debatte über das Kleinbahnwesen fort eseßt.
_Abg. Böttinßer (nl.) erkennt die segenSreiche WJrksamkeit des Klembabngeseyxs fur die Hebung der lokalen Verkehrsintereffen an, bella t aber die lange Verzögerung der Erledigung der Konzeffions-
9er e und bittet den Minister, auf die Bee'ti d' 5 U!) . standes hinzuwirken. sk gung lese e el
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Meine Herren! Der Abg. 131". Böttinger bat Klage darüber ge- führt, daß die Erledigung der Konzessionsgesuche für die Kleinbahnen sich ungebührlich lange hinauözieht. Die Thatsache ist nicht zu leugnen daß in einzelnen Fällen die Vorwerbandlungen längere Zeit in An- spruch nehmen. Die Gründe dafür liegen aber Weniger in dem Ver- balten der Behörden, als in den besonderen Umständen, die sich an das betreffende Projekt anschließen. Unleugbar ist, daß die außer- ordentliche Entwickelung, Welche das Kleinbabnwesen in den leßten Jahren genommen hat, die damit beschäftigten Behörden in steigendem Maße in Anspruch nimmt. Das sind in erster Linie die Regierungen und die EisenbaHn-Direktionen. Von mir sind wiederholtschon Schritte geschehen, um die Verständigung zwischen diesen beiden Instanzen oder viel- mehr paraklelcn Behörden _ fie bildeten ja disselbe Instanz _ möglichst abzukürzen. Es sind sowohl die Regierungs-Präfidenten wie die Eisenbahn-“Direktionen ersucht worden, darüber nicht mehr ge- sondert an mich zu berichten, damit es nicht erforderlich wird, den Bericht dsr einen Behörde an die andere abzugeben, sondern sie sind veranlaßt worden, das g€sammte Material mir gemeinsam zu unter- breiten. Man muß nun untersch€idenx zunächst ist die Vorfrage zu erörtern, ob ein Projekt als ch-inbahn überhaupt anzusehen ist. Diese Vorfrage entscbsidet fich zie'mlicb rasch. Daran liegt's also nicht. Ist die Vorfrage entschieden zu Gunsten der Kleinbahn, dann bkginnt die Aufsträung des Projekts. Hierbei zeig9n fich häufig ganz erhebliche Schwierigkeiten. Nach den Erfahrungen, die wir hier gemacht haben, sind die Projskte zum großen Theil nicht derartig, daß darauf hin eine Entscheidung bezüg- lich der Konzessionierung sofort getroffsn werden kann. Handelt es fich um Strecken, bei denen Voraussichtlich eine gute Renke zu erzielen ist, so findet sich, namentlich im Westen, auch noch häufig der Umstand, daß nicht einer dir Konzession haben wili, sondern mehrere fich darum streiten. Wir haben verschiedene Fälle, wo auf der einen Seite angeblich die Gemeinde die Konzession nach1ucht _ im Hintergrunds steht aber auch ein Unternehmer _, andererseits wieder ein Unternehmer; daß Konzessionare yon Linien, die bereits im Betriebe sind, überall dort, wo Konkurrenzunternehmungen auf- treten, sich ebenfalis bineinzulegen Versuchen. Kurz und gut, aus diesen Bestrebungen ist vielfach, namentlich im Westen, eine sehr erhebliche Verzögerung der Entscheidung in Bezug auf die Konzessionierung entstanden.
Der Herr Abg. Böttinger hat nun gkglaubt, rs würde dem Uebelstand wirksam Abhilfe geschaffen werden können, wenn einerseits gewisser- maßen eine Unterinftanz, noch unter den Regierungs-Präsidenten und der Eisenbahn-Dirsktion stehend, geschaffen würde durch Bildung einer ständigen Kommission _ wenn ich richtig verstanden habe. Meine Herren, diese ständigen Kommissionen bestehen eigentlich schon aus dem Dezernenten drr Regierung und den beiden Dezernenten der Königlichen Eisenbahn-Direktiox. Meine Hemm, Sie mögen bedenken, daß zur Zeit noch 299 Kleinbabnprojekte anhängig sind, über die noch keine Entscheidung getroffen ist, die aber meistens aus der aUerleyten Zeit stammen; _ heute sind es jedenfalls schon 300 geworden, wenn ich nach Hause komme_; es Vergebt fast kein Tag, wv nicbt ein oder mehrere Kleinbabnprojekte zur Vorlage gelangen. Nun würde, glaube ich, durch Bildung Von einer Kommission für diese Projekte nach meinen Erfahrungen die Sache nicht beschleunigt; im Gegentbeil, es wäre eine Instanz mehr, die gehört würde, die ihre eigene Auffassung hat, und die korrigiert werden kann Von der darüber stehenden Instanz. Wir würden wahrscheinlich dadurch keine Verbesserung erfahren. Die Ver- besserung findet sich aÜmählich in der Auskryftansierung fester Grund- säßr. Wir dürfen nicht vergessen, daß das ganze Kleinbabnwesen doch Erst sehr jungen Datums ist, daß sowohl die Behörden, wie auch die Unternehmer und sonstigen Interessenten noch keine hinreichenden Er- fahrungen in der Beziehung gesammelt haben. Das wird sich bessern mit der Zeit; wir werden in der Beziehung einige Nachsicht ausüben
vollständig gleichgültig. Uebrr falsche Lokonotierungkn an der Börse
bathäfAbuinder. “v 5. "1896 ' . ru Pos om JÉUWYÜW MSI
A . Graf vonsQArnim: Es ist ein Unterschied zwischen falschen ldang.__________ FZH das
die
derartig find- daß sofort darüber eine Entscheidung oetwffen «„ kann, so möchte ich beispielsweise nur einen Mangel &me faftüberallzuT-agetritt. DieHen-enmatken esfichkn ""' den Anschluß, den sie an die Staatsetsmbavn wünschen, 1.5; «„I fie nehmen die Staatseisenbabnfiajionm, machen einen Strich bin *" und dann sind sie fertig. Daß das nicht so [geht, ist ganz gut.“" muß auch von seiten der Eismbabnverwaltung ganz genau 8 Ü“ werden, in welcher Weise eine Einführung in die Eismbabnßaü erfolgen kann. on Dann tritt als fernerer Umstand häufig bindernd der Entsibeidun entgegen, daß, wenn nun eine Linie aufgestellt worden ist, alle dies jenigen, die von dieser Linie nicht berücksichtigt werden, protestieren" Erst protestieren sie beim Regierungs - Präsidenten und * Eisenbahn - Direktion und dann beim Minißer und suchen ihre Jntereffen geltend zu machen. _ Derartige Proust: müffen geprüft und können nicht 3 111111119 zurückgewiesen Werden. Daraus entsteht eine sehr wesentliche Verzögerung und Eine
In meinem Ministerium ist ein eigenes Referat eingerichtet für Klein- babnen sowohl in der Eisenbabnabtbeilung als auch in der Bau- abtbeilung; die Herren haben jahraus jabrein alle Hände voll zu thun. Ich glaube, daß die getroffenen Maßregeln schließlich, wje bereits gesagt, dazu führen werden, allmählich feste Grundsäße aug.
anträge zu bewirken.
Auf die estern bereits mit et eilten Bemerku Abg. SchmieTJing (nl.) erwidert ex) ngen des
Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:
Meine Herren! Die KonzessionSgesucbe auf private Nebenbahnxn [affen fich nach meiner Auffassung unterscheiden in solche, die aus dem Verkehrsbedürfniß hervorgehen , und in solche, die aus Gewinnbedürfniß des Unternehmers hervorgehen. Wo ein Verkehrsbedürfniß anzuerkennen war, hat der Staat sich die Frage vorgelegt, ob er in absehbarer Zeit diesem Vedürfnjffe selber entsprechen will oder, wenn das nicht der Fall ist, einem Privat: unternehmer die Konzession ertbeilen kann. Ich glaube, daß wohl kaum ein Beispiel angeführt werden kann, wo die StaatSregi-Irung nicht da, wo ein Verkehrsbedürfniß wirklich anerkannt war, diese Frage kkar beantworte'te enther dahin: wir werden die Bahn selbst bauen, oder dahin: wir geben fie einem Privatunternehmer frei.
Der Herr Abg. Schmieding hat gesagt: Wenn wir den jexzigcn Standpunkt der Staatöregierung bezüglich der Konzessionierung von Nebenbahnen vor der Verstaajlicbungsaktion gekannt hätten, würden wir uns Wahrscheinlich besonnen haben. Der Herr Abg. Schmirding vergißt dabei Vollständig, daß es bei der Verstaatlichung der Eisen- bahnen als ein wesentlicher Fortschritt angesehen wurde, daß der überhandnehmenden Vergeudung des Nationalvermögens durch den Bau von Konkurrenzbahnen Einhaltgethan werden konnte. (Sehr richtig ! rechts.) Gerade in den dem Abg. Schmieding bekannten Westlichen Provinzen hatje sich diese Vergeudung des Nationalvermögens am aÜermeisten gezeigt. Die großen Priwatgesellscbaften und schließlich auch der Siaat bauten an jeden Ort heran, der nur irgendwie Verkehrßausfichten kot, und bauten sich in gegenseitiger Konkurrenz die Linien und Wege ab. Wenn wir Thür und Thor jedem Privatunternebmer jetzt öffnen woÜten, der aus den staatlichen Bahnen sich einen Gewinn verschaffen will, so würden wir überhaupt das Staatsbabnsystem drangeben müssen. Kein Minister, weder der Finanz- noch der Arbeits-Minister, würden es verantworten können, in dieser Weise das Interefie DSL- Staats zu schädigen.
Der err Abg. Schmieding hat zur Begründung seiner Auf- fassung 3 Beispiele genannt. Nach meiner unmaßgeblichen Meinun-z ist diese Auswahl nicht glücklich gewesen. Er hat zuerst die Anger- thal-Babn genannt, deren Anlage von den Interessenten gewünich wird. Die ursprünglichen Hinderniffe „dürften jetzt als beseitigt anzusehen sein. Die Staatsregierung ist der Befriedigung der Be- dürfnisse, welche durch diese Bahn erreicht werden sollte, nicht enj- gegen gcwescn. Diese Bedürfnisse gingen dahin, den Kalk, der im Angrrthal liegt, den betreffender: HochofenWerken zuzuführen. Dis Schwierigkeiten lagen aber darin, daß die bis jest besteHende Kali- industrie jenseits des Berges bei Dornap und Wülfrath durch die's? Linie außerordrntlich geschädigt worden wäre, daß die betreffenden Gemeinden, insbesondere Wülfrath, dagegen protestierten und den Wunsch aussprachen, nur dann die Bahn zuzulassen, wenn dem Dor- naper Gebiete gleichzeitig Gelegenheit gegeben würde, an diese Bain hsranzukommen, sich des kürzeren Weges nach den vérssbiedenen Hock)- ofenwerken ebenfalls bedienen zu können. Vor mir sist der Herr Abg- Böttinger, der um das Zustandekommen dieser Bahn fich die aller- größten Verdienste erworben hat, indem er die verschiedenen Inter- effenten unter einen Hut gebracht hat. Nachdem das geschehen ist, kann dem staatsseitigen Ausbau der Bahn näher getreten Werdsn. Das ist die Angerthal-Bahn.
BeiWandsbeck-Trittau-Mölln bat die: StaatSregierung den Inte!“ effenten von vorn berein gesagt, daß sie nicht bcaksichtige, die Bain selbst zu bauen, vielmehr bereit sei, Bau und Betrieb der Privat- unternehmung zu überlassen; dies ist bereits 1893 geschehen. Später baten die Interessenten um Zulassung einer Kleinbahn, dieser Antrag mußte bei der Bedeutung der Bahn für den allgemeinen Verkehr üb- gelebnt Werden.
Nun kommt Osterfeld-Hamm. Meine Herren, der Herr “359-- Schmieding hat bereifs gesagt, daß an dieser Linie meist nur um- bedeutende Orte liegen. Ein Verkehrsbedürfniß ist für diese Linik zur Zeit nicht anzuerkennen; dabingegen würde die Konzessionierunß dieser Linie an die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn, die W; natürlich sehr gem bereit erklärt hat, auch ohne irgend welchen ZU“ schuß diese Linie zu bauen, lediglich die Herstellung einer vierten. Eisenbahnlinie von Osten nach Westen durch das Koblenrevier zur Folge haben. Diese Linie könnte die Dortmund-Gronatl“ Enfcbeder Bahn nur bauen mit Rücksicht auf den zu erboffsndkn Gewinn aus den Verkehren, die sie der Staatsbahn abnimmi- Dazu aber die Hand zu bieten, sebe_ ich mich nicht veranlaßt.
Auf den leßten Punkt der Ausführungen des Herrn MÜ“ Schmieding möchte ich hier nicht weiter eingeben. Die Frage ist 19 gründlich in jedem Jahre erörtert worden, die Frage der Beitrags“ leistungen der Kreise und Gemeinden ju Eisenbahnbauten, sei ks 5" ganzen Strecken oder zu Bahnhöfen oder Ueberfübrungen oder UKW“
müssen.
führungen, daß ich glaube, weder der Herr Abg. Schmieding noch ich '
Wenn ich voibin gesagt babe. daß die Mette „.;ng „*
ebenso beklagenswertbe Schreiberei, mit der wir sehr belastet JW ;
zukrystallifieren und zweitens eine raschere Erledigung der Konzesßong. _
.; “ck |" der Lage sein, zu dieser Frage noch neue Momente be!-
on Strombeck (Zum.) meint, daß ck nicht Au gabe b::bnen sei, oße Gswinne abme._ Der Staat Zönne Yder KonzesfionSert lung in dieser Beziehung beftnmutx Bedingxmgen
fftellem. Die ftaatlicbe Ausfiebt [an oft _zu wunschen rxbrig. 75", erinnere nur an die traungen Ver altniffe m_Berliner Pferde- babnverkkbk- an die Ueberfüllung der Wagen auf exnzelneu Str_ecken. Der Minister solle im Wege der Oberaufsicht diesen Uebelftanden bei der Berliner Pferdebahn abbelfen.
Abg. von U nrub- Bromberg (fr. kons.): Pferde: und Straßen- bahnen decken sich eigentlich nicht mit dem Begriff der Kleinbabnen. Das Land hat an beiden Babuarten mcht ein so großes Interesse, „13 an den Bahnen, welcbe große Lasten bexvalt gen können und längere Reisen ermöglichen. Wenn maxi dre Straßen- und ei entliehen Kleinbabnen auSeinanderbielte, so ließen sich die _gesey- [1 en Bedin ungen viel leichter ausführen._ Der Staatöregterung fehlt es gewiß nicht an Wohlwollen für die Kleinbabnen, aber dre ausführenden Organe sind zu ängstlich itz der Kouzessionierung der Anschlüsse an die Staatsbahnen. Man tft arraloß dem Vorgehen Oesterreixbs dem Gedanken näher getreten, eine Etsen_ abngen_offensc_baft zum Bau von Kleinbabnen zu gründen. Hoffentlich gewmnt dieser Gedanke bald eine feste Gestalt. _ _ _
Ministerial-Direltor 1)» Micke: Die Re terung bat den Ge- danken erwo en, wie zwischen GKraßen- und leinbabnen m der Praxis unterßcbieden werden kann. _
Abg. von ;pappenbeim (tons): Die Schwierigkeit der Konzesfionierung iegt darin, daß der Richter zugleich Interessent ist. Das muß natürlich Mißtrauen bei den Jntexeffenten hervorrufen. Grundsätze laYen sich hier kaum für alle Fglle auffieüen. Man müßte von Fa zu Fall entscheiden. Meine politischen Freunde halten es nicht für richtig, daß der Staat jede Vabn_ bauen s_oll, wslche 111Privaten nicbt bauen können. Smd aber d1e_Gememden oder die konftigen Interessenten potent genug_ zur BextragSieistung, so solit- die Regierung mit dem Bau einer Bahn nicht zögern. Wo Konzessionssebwierigkeiten entstehen, sollten dte_ Interessenten sich prinzipiell zunächst an den Minister wenden. Das offentltcbe Jn__tereffe muß stets im Vordergrund stehen, auch bipsicbtlicb der Anschluffe an die'Staatsbabnen. Ein Konkurrenzkampf mischen Staats- und_ Kirin- babnen muß möglichst vermieden werden. Geschloffene _Klembabn- ness, die den Staatßbabnen den grö ten Theil des Gutermrkehrs abnehmen, liegen nicht im Staatsintere e. _
Abg. von Kölichen (konf.) wünscht e_m schnelleres Tempo beim Ausbau konzessionierter Sekundär- und Klembabnen. _ _
Ab . ])r. Oßwalt (nl.): Die Pferdebabngesell1chast m_YZraxik- furt'a. . beschloß, auf einer Strecke den Accumulatorenbetrre em- zufübren, um mit diesem bisher noch nicht gelösten Pryblezn Versuche anzustellen. Dieses Konzessionögefuch hat aber SchWtertgketten gemacht auf Grund des Kleinbahngeseßks. _ _
Ministerial-Direktor Dr. Micke: _Es handelt sich lztrr um eme wesentliche Aenderung einer Bahn, die_ einer genauen Prymng bedarf nach der Richtung, ob sie dem Klembabngeseß unterltegt. Diese Prüfung ist noch mcht abgeschlossen. _ _ __ _ _
Nachdem noch der Abg. Pleß (Zentr.)_uber die SchWléklg= keiten der'Konzessromerung Beschwerde gefuhrt hat, wendetfich die Debatte der Frage der Tarife zu.
Hierzu liegt der Antrag des Abg. Bt_oem cl (fr. VHF) vor: die Regierung zu ersuchen, eme _Veremfachung und_ er- biliigung der Personen- und Gepäcktarife auf den preußischen Staatsbahnen vorzunehmen.
Lerner beantragt der Abg. Böttinger (nl.), die 5YZetition der er ischen Handelskammer zu Lenney um Einfuhrung von Ki ometerheften auf den preußischen Staatßeisen- bahnen nachbadischem Muster der Regrxrung als Material zu überweisen, während die Budgetkommrssron Uebergang zur TageSordnung vorschlägt.
Abg. Broemel: Die Einnahmrr; aus den Tarist-n find, nach einer uns zugegangenen Uebersicht günstiger, als sich aus dem Etat ersehen läßt. Die Einnahmen des laufenden_und dcs Vergangsnen Jahres find zusammen um 13 % gestiegen, wahrend der_ Etat nur je 30/0 annimmt und 16 Millionen Mebreinnahme feststellt. Dgs ist _viel zu niedrig gegriffen. Bei dem wachsdnden Personenderkebr ist Es ??Hr wahrscheinlich, daß auch drr [este Emnahmeansaß weit_u_ber- flüßxlt wird. Der EisenbahaninistSr steht wir der Fmanz-thfter au1€inem cinseitig-fiskaliscben Standpunkre. DiesenSfandYrth muß di€_Landesvertr€tung bekämpfen. Die Etnrqumexn mussen richtig Der- an1chlagt wsrden, damit nicht die Usberschu11e__tn vgs große _Meer der Schuldentilgung verfinken. Die l_Leberschuffe mussen wenrgsteqs zu _einem Theil dem Personenvsrkebr Wieder _zu gute kommen. Die Reiorm des Tarifs kann auf Grund der Einnahmen vorgenommen werden, ohne andere Mittel dés Staats in Anspruch zu_ nehmen. Anf dieser Grundlage ruht mein Antrag. Man_l_1at gesen ibn finan- 11er Y_edenken vorgebracht und das sozialpolitische Bedenken, daß die Rei1evagabundage dadurch verstärkt werden Wurd€._ Der Ver- kkbxs-Minister kann es nicht mit seinem Gswiffen verxtnbarrm _erne Re1orm 8.61 0319Uäa§ Srascag zu vsrschieben_. Dkk Fixianz-Mmtstxr [W M) der Verantwortung entzogen, um so 1chwchr trifft sie _ allem den Eisenbabn-Minifter. Von der rechten Senta fuhrt man dre Be- wsglichkeit der Arbeitermassen und die Entoöikerung des platten La_nd_es gegen die Reform der Perfonentarife "Zs exd._ Die Er- xUüFKtZung der Tarife erleichtert aber doch auch dre ogltchkett, be- 1chaftigungslose Arbeiter aus der Stadt auf das L_and _zu befor- de_rn._ Die Arbeiter an die Scholle zu feffeln,_ ware em kultur- Wtdriges Bestreben. Mehr als sieben Zehntel der Emnghmen stammen aus__der Benutzung der 3. und 4. Wagenklaffe. Wer der Frage? _der „T,?ktsermäßigung find also gerade die unbemittelterx Klaffen h_etbetlxgt. Sie bringen den Eisenbahnen den größten Ukber1chuß, da dt_e Pla_§e der 3. und 4. Klasse am meisten ausgenußt _find. Dte_ erte Klaffe- ist mit 10010, die zweite mit 20,_ dre_dritte ma 25, und die vierte mit 35 % ausgenußt. Es ts_t eme Ungerechtig- Zeit gegen die ärmeren Leute, die Tartfe_ nicht zu ermaßrgen. NTch,_ erfaffung und Geseß _ 11th aüem denz Eisenbahn- anter die Ermäßigung der Tarise 11a. Er_darf an 817181: Schablone "WZ festhalten, wenn dt: Verhältniss fich andern. D_te_Transport- NSU? der Eisenbahn sind seit Iabrzebnxen nicht ermaßtgt wordrn. Anf der GeneralVersammlung deutscher Ctssnbahnverwalfungen,_dle tm Juli_vorigen Jahres in diesem Saale tagte, entwarf der _saCbfiscbe thxtme NKU) Ledig ein graufiges Bild von den Folgen xmer Er- Wßtaung der Personentarife; troydem erkanqte er qn, daß dt_e Reform der ersonentarife in Deutschland fich zu emer wnthscbaftltcben und L?scbxistlichen Nothendigkeit berangebildet hahe. Unser Tarifsystem ist nicht nur ein Konglomerat von Verschiedenhetten, sondern auch chn Ungerechtigkeit. Sommerkarten u. s. w. vermehren noch die Wtükur 11qu Ungerechtigkeit. Es giebt Sommerkarten nacb Y_rnstadx; nacb Kissingen, wo wirklich leidende und unbemtttelte Kurgaste 111-1925?"- Ltebt es keine, ebenso weni naoh Soden a. T. Auf 5 bzö 6 Wochen Up_n man keine billigen Ruckfabrtkarten benuyert, und bei de_n Rund- kkl1e_billets hat man kein Freigcpäck. Es wird Lcuten die Preis- Exmaßiguug versagt, die das Leyte zusammenraffxn, um_ Er- Lsung von ibrkn Leiden zu erreichen. Angearbettete Res-Zrm- Ovrscdläge zu machen, ist Sache der Veraltyng. Jch__m0chte abxr doch einen Vorschlag machen. Wie bei der vorxgbri e_n waerbeausstellung, foUten einfache Hinfahrtskarten auch fur- te Rückfaert gültig sein, aucb für die preußischen BMWA, we_nn die Biüets von der Kurdirektion abgestempelt sind. Hier liegt eme Ebkk-Upflicbt der preußischen Staatsbahnverwaxtung vor. Von den
""dkkisebeften können die GeschäftSreisenden keinen Gehrauch mach€n. ka Baden hat man deshalb die Kilometerbefte eingeFukstt' Prrußen straubt M) bis je?t da egen. Die Monatskarten sind alle?, was bei uns gkscheben ft. «ein Antrag schlägt Ihnen ken) beft1q1mte§
bslem vor er will nur Fluß in die jetzige Stagnation bringen. Auch den kleinsten Schritt auf der Bahn der Reformen wurde
“ . Warum W man 11 wie in Süd-
U mit den
deuts lau Rückf rnit 10tägiger Gülti ein? Marik ift enorm hoch. Die Berechnun naeh ein' delnea Kilometern hat nicht ei mal die_ oft an ocbt erhalten. Der Gepäcktarif übersteigt in vielen en tba ächlicb den ouentarif. 75 kg menschliches icht ko_ et zwiscbxn lin und Cafsel bin und zurück 22,10 „Fi, ebenso viel Handgezoack im GüterW en 29,60 .“ Ein Rundreisebeft mit Gepäckgebübr_w r_de 37,40 .“ ko en, ein einfaches Billet bin und zurück mit Fretgepack 3 „“ weniger. Vereinfacbun und Verbilligung gehören untrennbar zusammen. Eine bloße Ver fachung würde nur zu hohen Normal- säßen führen. Schließlich möchte ich die Regierun fragen, was fie auf Grund unserer voriäbrigen Resolution thun wi , um der Ueber- füllung der Personenwagen auf der Berliner Stadt- und Ringbabri vorzuheugen. Bloß: Maßregeln gegen UeberscbreiturFen, die in einer Denkkcbrift in Aussixbt ge eilt sind, genügen nicbt. * erlin bildet eine rovinz für sich, _btllige Vorortstarife find das beste soziale und sitt- iche Mittel zur Hebun der Berliner Bevölkerung. Je weiter die Ermäßigung reicht, um omebr würde der Grundstücksspekulation, die man fürchtet, vorgebeugt. _Die Emschiebung neuer Stationen auf der- Stadtbahn hat die Fahrstrecke verkürzt und damit die Preise erhöht. Nur für die Monatskarten ist eine AuSnabme gemacht. In dem_ der Generalversammlung deutscher Eisenbahnverwaltungen übrrreichten _Prachtwerk heißt es: ein biScben Drängeln gehöre zur Berliner Feststimmung. Dagegen muß ich Verwahrung einlegen. Das mag höchstens auf gewisse Radaubrüder zutreffen. Die besiebende Noth kann nicht durch solche Redensarten abgetban werden. Die StaatSbabnverwaltung hat andere Bedürfnisse zu befriediZen als solch_e angéblichcn Bedürfniffe der Fest- stimmung. Man hat lavVfitze wahrend des Sommers vorgeschlagen, um mehr Raum zu schaffen. Dann müßten also die Berliyer ihre Ausflü e stehend mach€n, eine unwürdige Zumutbung! Die1e Frage ist vie? wichtigrr als eine zweistündige ganz unnütze Debatte über mangelnde monarchische Gesinnung der freisinnigen Pariei. Die Privatunternebmungrn verdiensnden Vorzug vor den staatlichen; da wird der Verkehr viel prompter hewalt'x t. WS_nn die Staats- verwaltung ein Monopol für fick; m _An pruch nimmt, da_nn muß fie aucb Reformen durchführen, wre es i_n Unkgarn gescheberz ist. In Budapest ist die erste Untergrundbabn_m1t ele tr11chem Betrieb gebaut worden. In Berlin bedürfen wir eines Reyes Von Hochbahnen für den Durchgangsverkebr. Eine ele_ktrische Straßenbahn über der Stadt- bahn würde die unteren Gel€i1e entlasten und groß; Grunderwerbs- kosten ersparen. Für unlösbar halte ich jedenfaUs dies Projékt nicht. Auf der ungarischen Staatsbahn fand ich keine Urb€r1ü_'.iuna; i_n Oderberg wurde nur ein Durchgangßwagen eingesteUt,_und em Abtheil war nicht zugänglich, weil eine hohe Person_ darm Play nrhmen sollte; das Coupé blieb aber_unkese 1. Als ich e_mem mitreisenden Ausländer die Verdicnste un1eres i1enbabn-Mimstrrs_auseinander- seken woüte, sagte er: Aba, das- ist der Mann,_ drr die Plaßkartrn erfunden hat! Wann will nun der Mimster_mtt der Per1orzentar_tf- Reform vorgeben? Soll erst dis jeY-„e Eisenbahngenerattoq bm- sterben? In einer Geschichte der prcu [scherz Personetztarife wird e_s wohl auch von dem Minister beißexi: Das ist der Minister, der die Plaßkarten erfunden hat. _ _ _ _
Abg. Krawinkel (nl.): Der Grpacktartf ist m der That enorm bock); darin hat der Vorredner unstreitig Recht. In der Frageder Personentarife jxdoch geht er zu weit. Wik 1abren in Prsußen btlltg_er als in irgend einem anderen Kulturstaat. In Englgxid und Frankreich fährt man nicht so bii1ig wir bei Ms- Als Gescbastsmann muß ich mir zunächst die Frage vorlegen, wre di? Selhstkosten der Bahn bet der Personenbeförderung sich steliey. Leider giebt uns die_Verwcxltung keinen Einblick in diese Verhältnisse. Dis Austben fur Per1onen- und Güterbeförderung find nicht getrennt. _ Wtr fahren bet uns um die Hälfte deffen, was man in Amerika bezahlt. Troßdem haben wir größere Ueberschüffe aus dem Personenverkehr, aber viel geringere aus dem Güterverkehr. Dre preußische S_taatsbabn- verwaltung ist nicht verpflichtet, dcm Yerkrbr_ Berlins uxiter aUen Umständen zu enügen. Der Vergleich unt der _Berlxxier Pferdebahn trifft ni 1 zu, weil hier viel _ mehr Ltntsn 1md als auf der Stadtbahn. Man sollte für _Berlm ntcbt noch mehr thun, als schon geschehen ist. Die Rentabtlttat drr Stadtbgbrx triuß doch auch im Auge behalten werden; ich dknk_€ daruber _Pés11_kt11st!sch. Billige Tarife könnkn nur dazu beitragen, die_ Stadt raumltch_ noch mehr auszudehnen. Den Vorthril hätten nnr dE_Grundhrfißex _mner- balb und außerhalb der Stadt. Ich erinnere SYS (zn dre Millionen- bauern. Der Wsrtb des Grund und Bodens ts_t_ m_Berlm en_o_xm gestiegen. Ane die Vortheile, die Berlin in den «ck01: 140-311, m1_111en wir in der Provinz mit schweren Opfern bxzahlen. Der_Lgndwtrtb- schaft und den nothleidendrn Gewerben _muß durch Vsrbtlxtgung_des Stückgutverkebrs gedol1en werden; auch die Abferttgurrgsgebuvr mußt? ermäßigt werden. Die Wirthschastlichkett des Betrtebß _darf _cksz nicht außsr AM gelaffcn werden. Die Post _befördert v_t':_[ 131111ng als die Eisenbahn. Jn diessm Sinne bitte ich den Minister, mtt Re ormen Vorzugeörn. _ _ _
fAbg. Schulz (fr. Volksp.); Nicht die Brrlmer klagen Uher die Zustände auf der Stadtbahn, sondern die Fremden, dte_ nach Berlin kommen. Wo anders nimmt man solckxe Mtßstande mch! rxnt der Ruhe hin, wie es der Berliner tht. Yin anderen_Orten_ wurde rs Radau geben. Dic: Stadt Berlin wird sich h_utkn, 161er _8111 Monopol für sich zu verlangen, um dieselben Zustande herbeizuführen, wie sie in der S_tadtbabnverwaltung vorbqnden sind. Die Staatsregißrung und die Krone machen uns Schwrrrtgkettrn, wenn wir in Bsrlin Verkehrswerbsffkrungxn _verlaygen._ (Vize- Präfident 1)r. Kraus €: Es ist nicht fzdlich, dre K_rone tn _dts Debatte zu ziehen, am wenigsten in dieirr W611?!) Das (;_ndert mchts an der Thatsache. Nicht nur die Stadt Bekijk), auch die Staatsbahn _bat ein Jnterrffe an größeren VerkrbrßsrkOierung-xn, denn sie erhoben die Einnahmen. Urber die B::rliner Pssrdebaim soll DLL S_taats- verwaltung die Aufsicht fübr-Fn, we_nn dort eme ULHRZUÜUUJ der Wagen stattfmdst; auf ihren LLZLXWU Yabnen aber__1oll es beim 5211th bleiben! Die Zabi dsr Züg2_ der Stadt“ und Jimgbahn ist nach dru1Sommrrfabrp1c1n_1ogar vrrmmdrrt worden. Der Vorort- verkehr nach dem Grunewald 1911 v-Jtscbiechtkrt wxrren. Der Vorort- verkehr der Görlitzer Bahn ist allrrdmgs e_rletcbtért worden. In Bezug auf Erkner und Grünau bleibt es beim Alten. Sslbst 9111 der Wannseebabn bleibt der Sonntagsvkrkrbr unverbeffert. 60 Zuge enügen am Sonntag durcbau? nicbt. Drr Grunewald_ve_r_kebr am
onntag soll um 18bZYe§ermindert werden. Der Minister soUte do dem Verkehr me r L nung tragen. _
chAbg. Pleß Jenin); Wknn der Minist-Zr selbst_zugtebt, daß die Betrikbsausga kn wegen billiger Materialtén zuruck ehe_n,_ und Wynn aügemein und unwidcrsprochen der Ruf ngch emer erbtUtgung der Pferdebahntarife €rsckallt, so sol1te dxr Minister sich gegen Re- formrn nicbt alizu srl): sperren. JJ) ware sebst) zufrieden,_wezm vorläufig die Gütertarife ermäßigt wurden. _Aüerdmgs sieben wrr_bt_er sehr unliebsamen Konkurkcnzxüiénchten grgenuber; und soUten wir 10 lange mit der Personentaristewrm Warten so hieße das, sie auf den griechischen Kalender, d. b. d:"n Nimmerme rsth, Ver1chteben. Tarifk ermäßigungen sind wobl mö iich ohne Bsrmmdernng de_s VLkebrs und der EmnahmrnW Man _10 tccxbxoch einmal au1 '.kngd einer Strecke einrn Versuch auf iderru1 ma n. _
Abg. von Tiedemann-Bomft _(1r. kons.): Der Antrag
Broemel muß auf sehr schwachen Fgßsn _steben, wrnn _er _zxxn 1 Stunden vertheidigt. Wir Fönnen izber_1bn durch kommrffamche Zerathung nicht entscheiden; eine_ kouxunffartsche Beratbung rst eben auch gar nicht nötbig, da wir uber tba schon oft_genug gesprochen haben. Ich beantrage, über 11111 zur Tageßordnung uberzugeben. * Vize-Präsident Dr.Kraus e glaubt, dqß eine komm! arische Be- ratbun nicbt nötbig sei, da der Antrag m_der Kommiswn bereits bespro en sei; es düriten auch Antrage au1Uebergang zur Tages- ordnung jeder Zeit gefielit Werden. _
Abg. Broemel weist darauf hin, daß die Kommission dre Be- ratbung des Antrags gerade dem Plenum uberlasen babe.
Abg. von Tiedemann ziebt seinen Antrag _vorläufig zurück. Abg. Schmieding (nl.): Auch ich halte eme Verbilligung der
therta e für nöibwendiger als eine Vkrbill ung der Pkéfonen- tmife' : Vereinf ung der Personentarife (! wird _auch der Minifter selbfi wüns , da er fie als Konkslomerat bezeichnet hat. Berlin hat weni er Ursa zu klagen a die Fryvinzen; bier herrschen zum tbei schreckli e Zystände. Herr Schu tft wohl über die Mauern Berlins nicht weit btnausgekommen.
Abg. Dr.erer (koYZe: Daß eine Reform ir end einmal durch- efübrt werden kann, _ iten wir nicht. Bi igere Gütertarife m Intereffe der Landwirtbscbaft sind Wunscht. Die gegenwartigen Fersonentarife dagegen find so beschaffen, daß sie keine Gesellschafts-
affe drücken. Unser Verkehr hat ewert_unqeabnten Aufschwuy _ge- nommen. Experimente beim Personentarif sind heute sebr gefa klub. Jeder Einnahmeausfall müßte du_rch erhohte direkte Steam) gedeckt werden. Ein einziges Beispiel, wie ck Herr Broxmel angefubrt bat, beweist nichts zu Ungunsten der preugtschen Etsetzbahnderivaitung; das wäre gerade so, als wenn man sagen wollte: weil einmal ein Ab- geordneter etwas zu viel getrunken habe, bestehe das ganze Haus aus Trunkenbolden. Unsere Eisenbahnvechzltung _1st die beste der Welt. Ab . Vueck (nl) stellt ebenfalls die Ermaßigung der; Gutertarife in den ordergrund; es handle sich nicht darum,_ dsr ubérfcbussigen Arbeiterbevölkerung die Möglichkeit zu großen_Retsen, sqndern durch billige Frachten und vermehrte Produktion große_r_e Arhertßgelegeubeit zu geben. Eine Vereinfachung der_ Pecsonentarne set obne erheb- liche Cinnabmeeinbuße nicht möglich; _darum nehme er Vorlaufig die Kompliziertheit der Personentarife mtt_ in dex! K_ayf. In einer Beziehung billige er die Begünstigung Beritns. Dr_e btütgen Vororts- tarife kämen hauptsächlich den mittleren und kleineren Beamten zu gute, die viel weniger an der Großstadt kleben_ als die Arbeiter. Abg. von Tiedemann-Bomst (fr. kom.) wisderholt nunmehr seinen Antrag auf Uebergang zur TageéordnunH __ _ Abg. Broemel widerspricht ibm. DLL“ inister habe 11:11 noch nicht einmal über den Antrag geäußert.
Der Antrag von Tiedemann wird angenommen. Ueber
' die Petition des Vereins „Zonentarif', welche denselben Sinn
wie der Antra Broemel hat, geht das Haus auf Antrag der Budgetkommis ton gleichfalls zur Tagesordnung über.
Gegen 41/4 Uhr wird die Mitere Berathung auf Donnerstag 11 Uhr vertagt.
Statistik und Volkswirthschaft.
Ergrbnisse der Tuberkulin-Jmpfungen an Rindern in Bayern.
Nach eincm Erlaß des Königlichen Staats-Ministeriums des Innern vom 12. Februar 1895 sind in_ Bayxrn die Bezirkßtbierärzte verpflichtet, alljährlich tabeklarische Berichte über die im abgslauwnkn Jahre Vorgenommenkn Tuberkulin-Jmpsungen einzusenden. Die ersten auf Grund diesss Erlasses eingkgangenen Berichte erstrecken fich_ auf das Jahr 1895. Sie smd Vom Koniglrxh bavzrischn Stajisti1chen Bureau bearbeitet worden und die Ergehni11ein dem soebrn erschienenen
ft 2/3 des 28. Jabrangs der .Zeit1cbrift dxs K. 1). Statistischen * ureauß' zur Darste ung gelangt. O_a die1elb€n weit über 'die Grenzen Bayrrns Hinaus von Interesse 1€in dürftrn, sei im Nach- stehenden Einiczes aus dkm umfangreichen Berichte mitgrtbeilt.
VorauSgeschickr sei, daß mit jenem Mmisterialerla, gieichzeitig ein Gutachtsn dés ordeptlicbrn Professors an der Tbiérärzt “ck811Hoch1chule zu München Tk). Kitt Veröffsntlicbt wurds, Wklchés näherk Anwrisungen für die Anwsndung der Tuberfuiinproire enihält, Und in dem es u. a. beißt: „Tuberkulin ist das stsrilificrte Tekoft Von Reinkulturen des Tuberkelbacillus. Dieses Von Robert Koch entd€ckte Mittel bietet einen Bebelf zur Erksnnung der Tuberkulyss des Rindes, indem es nach Einspri ung un_ter die Haut bei_ tuber- kulösen Tbieren eine ?ieberhaße Temvrratqrsterßerung hörbeiführt, wäbrxnd nicbt tubexkulö1e Tbier€ m_kemer 0d€r_ nur geringfügiger Weise dadon berin1lußrwerdexi. Br: tuberkulossn Rindern tritt die febrile Réaktivn m dsr Rrgeinqä) 8 bis 15 Stunden ein, und hält sich die T_emvératurstergerung 5 bis 11 Stunden hindurch. WEnn al1o Abknds 8 Uhr gxtmpft Wurde, ist die Reaktion erst Morgens etwa um 6 Uhr _begmnend und Von da ab einige Stundrn dausrnd, zu Zwartén. Nicht feltxn beginnt fis jrdocb sch9n in drr sechster] _ S_tunde _oder erst m der 18. und dznert nur 3 Stundkn, anderer1€tt_s1elbst €1n€n_Ta1_; lang, Die Temprratmsteigérung beträgt 1_3,4:0 Cel1. Gerade b€1_Rtndern, WElche nur diskrété, sebr occult? _Tixbérfel, z. B._d€r Bronckytallympß- knoten babrn, ist dir: Reaktion ost 1sbr stark, wadrend entgegéngeseßt Rinder, die im [6151611 Stadium ausgebréitetécJuherkulose 1"1ch_ be- findxn, meist tmr schwach und minimal (0,7_0,9 StNgLrung) reagxcken. Die Rsaktion tritt auch ein, WLUn die Tdisre neben dxr Tubrrfulose noch Lin anderxs Leiden, z. B. Actinomykoke Labsn, 0d€r1cho_n Etwas er- Höhte Eigrnwärme besißen, z. B. reagisrenNir-der, welche_ bereits 39-400 aufweisen, häufig noch durch weitrre Sjeigxrzmg. Bei nicht tuber- kukösén Rindern kommt nach der EmWrtHun-g tm _angeßebenen Zeitraum entwsder gar keine Stergeryng oder 61116; solxhe von 0,1_0,6 zu stande. AUSUÜÖMÖWCUS kann indes; €me_ploß- licbr nur ganz kurz (1 Stunde) dauernde staric Tkmvcratyrcrhohyng bei nicht tubexkulösem Rindé zu beobachten 1911. Dr_s _dtagrxystqche Hauptgewicht liegt in der progressiven, 1tu1€nwe11e er- folgenden und mehrere Stunden anhaltenden tber- mischen Reaktion, und es können als rypt1che Recti- tionen nur diejsnigrn bezeichnkt werdxn, [“er wklcben die höchste vor der Impfung bestandens_Tagesterxiperatur um mindestenß 1Grad überstikgßn wrrd_ und mindestens über 40 gst. Asie anderen find irregularr, zwstsclbafte Reaktionen, Wklche zwar auch das Vorbanden1ein_ chr Tuberkuloje vermu_tben lasssn , aber nicht zu bestimmten Au§1pruchrn berkchttgen; dcibm ge- krörrn Reaktionen an berrits fiebrrnden, mit Teyvrraturcn ubér 40 behaftcten Rindérn, ferner die Reaktionsn Urn 0,0 bis 0,9 und drs zu kurzrn Reaktionen.“ _
Was die Veranlassungder Impfung anlangt, 1D [m_rer- scbeédet dsr amtliche Bericht zwischen der Impfung _gan_1er Bestande bezw. mehrerer Thiere cines Bestandrs _und der Etnzeltmpfurig von Handelstbieren. Während solche Emzcltmpfunzen (an 768 Rmdsrn) gexsgcntlicb des chorstrbenden_ odrr abgescbquicnrn erkaufs rcgel- mäßig dem Käufer Gewähr fur_tuberkulosefrere_Waare 1chaff€n soilen, wurden Jmpfungxn ganzer Bestande o_der Theile_ Von solchen (rns- ßesammt an 4634 Rindern) aus werichtedenen Grundsn vor;),sndmmen. Dabin zählen: die Beobachtung klinischer Ersckpemungxn 1:61 emzrlnrn oder mehreren Thieren eines Bestandes (dies war bei 1372- Thieren der Fall) , Entdeckung der Perlsucht bei notbge1chlachtexen Thieren und info! € davon Ansteckungs- oder _Skucbenverdacht bezug- lich der übrigen TZiere, Neubeseßung don SW_UM, ai] ememe Kon- trole Links Brstandes, Sorge für den selbstgkzuchteteri" estand bezw. für die Nachzucht, Kontrole in Zucht- u_nd _Nußvieh-Otalxlungxn zum Zweck der Bcseitigung kranker oder Verdacbttgcr Thiere (nxsbe10ndere auch Kontrole der Zuchtstiere auf Veranlaffung Von Geno11_enschaftcn oder Behörden), Prüfung von Thieren, deren Milch zur Kinderernährung, zur Erzeugung Von Tafelbuitex u. dergL. bestimmt ist, Erprohung des Tuberkulins _auf senxn Wrrtb als diagnostisches Hi116mittel, namentlich bei _zuc Schlachtun bestimmten Thieren. _ Wiederholt Würd9_ dre mesung b solchen Thieren, bei welchen die erste Probe zwexselbafte Wirkung er- geben bajte oder bei denen sich tro_ß__ negativen Resultats der ersten Impfung klinische Erscheinungen für uberkulose darb_oten. Außerdem fand wiederholte Impfung in einzelnen Fall_en statt, in w€l_chen Ge- währschaftsleistung in Frage stand und Kaufer oder Yerkauferdgö Ergebniß der ersten Probe bezweifelten. Leider_kamen_ hierbei, rotem dem Berichte bemerkt wird, gerade in_ den Fallen, tu Weichen au_ch das Resultat der zweiten Impfung zweifeibaft war, die Thiere _metst nicht zur Schlachtung, so daß eine definitWe Feststellung unxerblteb.
Ins esammt wurden im Iabre_ 1895 tn 11_8_2 Geboftxn des Königrei ? mit einem Rindviehbestande von 11577 Stuck an
5402 Thieren Tuberkulinimpfungen Vorgenomnrcn. Die erste Impfung