1897 / 61 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 12 Mar 1897 18:00:01 GMT) scan diff

Abg.1)r. Pichler (Jenin) von der T eSordnrmg abzus , weil seitens des Bundeöratbs Erhebungen angTßteÜt würden, dieW nicht abgeschlossen seien, auf Grund deren aber der Reichstag erst ein Urtbeil fällen könne.

Abg._von Kardorff (Rp.): Es ist dringend nothwendig, daß eine baldr e_Entscheiduug des BundeSratbs herbeigeführt wird, damit nicht _die ' gckereien inzwischen zu (Grunde geben. Das verlangen zahlreiche Bitter der_Meister und auch der Gesellen. _

_ Gegen die Stimmen der Konservativen und der National- Wkralen Wird die Abseßung von der TageSordnung be-

o en.

bg. von Kardorff: Ich will nicht die Berathung des Antrages für morgen fordern, aber für den nächsten „Schwerinsiag' haben wir für unxeren Antrag das Vorrecht, und da wird das Zentrum um die Ver andlung nicbt berumkowmen. _

Schluß 5 Uhr. Nächste Sißunq Freitag, 1 Uhr. Iker!)- nungßsachen, Vorlage wegen der edenkhaUe, und efes- entwurf wegen der Schuldentilgung, Etat der ZölLe und Ver- brauchssteuern, Stcmpelabgaben u. s. w.)

Preußischer Landtag. Haus der“ Abgeordneten.

47. Sißung vom 11. März 1897.

Die zweite Verathung des Staatshaushalts:Etats für 1897/98 wird beim Etat der Eisenbahnverwaltung, und zwar bei den Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr fortgeseßt.

Der Berichterstatter Abg. Möller (nl.) beantragt namens der Budgetkommission, über die Petition der Bergischen Handelskammer zu Lennep um Einführun von Kilometerbeften nack) badischem Muster auf den preußi chen StaatSeisenbahnrn zur Tagesordnung überzugehen, während der Abg. Böttinger (nl.) beantragt, die Petition der Regierung als Material zu überweisen.

Ueber den Beginn der Debatte ist gestern berichtet worden.

Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:

Meine Herren! Ich habe mich bezüglich der Personrntarife wiedrrbolt schon dahin ausgesprochen, daß auch ich den jeßigen Zu- stand, in dem sich das Personentarifwesen und das Personenbeförderungs- Wesen befindrt, keineswegs als einen auf die Dauer haltbaren bezeichnen kann. Ich habe nur geleugnet, daß zur Zeit ein so dringendes Be- dürfnis; dafür Vorliege, mii drr Reform vorzugehen, um selbst ohne Rücksicht auf die einschneidende Beeinflussung der Finanzlagen des Staates und unter Beiseiteschiebung des Weiterausbaues der Güter- tarife sofort an diese Aufgabe heranzutreten.

MeineHerren, der Antrag des Herrn Abg. Böttingkrist, wie er ihn bezeichnst, eine Vereinfachung, -- wie ich ihn bszeichnen möchte, eine Ver- mehrung der Buniscbeckigkeit unseres Pensonentarifwesens. Es wird eben sine neue Form wieder eingeführt neben den alten, die bisher be- standen haben, und zwar eine Form, die auf einem Umwege das erreicht, was man mit dem einfachen BiÜet sofort Erreichen kann, Anstatt an den Schalter zu gehen und sich eine Karte zu fordern von Lennep nach Berlin, geht man an den Schalter mit einem Kilometer- hefi. der Schalterbeamte schlägt nach, wievirl Kilometer Von Lennep nach Berlin vorhanden sind, giebt sich ans Rechnen, schreibt die Kilometerzahl ein und entwerthei den entsprechenden Theil des Heftes. Sehr virl einfacher ist: man giebt aus dem Schalterbestande das Billet Berlin-Lennep bin und läßt sich den Preis dafür bezahlen. Die ganze Wohiihat liegt einfach darin, daß man allerdings etwas weniger bezahlt.

Nun bin ich ja durchaus der Meinung und stimme in diesem einen Punkte mit dem Herrn Abg. Broemel in seinen gcstrigen Aus- iübiungen überein, daß fich eine Vereinfachung des Personentarif- Systems ohne eine Ermäßigung überhaupt gar nicht durchführen läßt. Auch das Projekt, das mein Herr AmtIVorgänger im Jahre 1889 aufgestellt hat, und welches der Verein .Zonentarif' zu meiner größten Verwunderung nun zu dem seinigen gemacht hat unter Hinzufügung einrr Fernzone, im übrigen aber unter Bribrhaltung dcrselbrn Sätze, sal) einr erhebliche Ermäßigung vor. Das war auch gar nicht anders möglich; denn wenn man die 17. Klasse beseitigt, kann man natürlicher- weise in der 111. Klasse nicht mehr erheben, als man früher in der 17. Klaffe crhoben hat. Wenn man aber die 111. Klasse auf 2 „5 bringt, so kann man nicht mehr zu 6 „5 in der 11. und nicht zu 8 «5 in der 1. Klasse fahren, es würde also ermäßigt auf 2, 4, 6 H. Wrnn man die Rückfahrkarten aufbebt und die Rundreisehche und die Sommerkarten und die Bädcrkarten, und wie sie alle heißen mögen, was ich auch für sehr nützlich und zweckmäßig halte, kann man aller- dinßs den Ausfail, drr sich dadurch für das reisende Publikum ergiebt, nicbt ignorieren, sondern man muß die Einzelfahrten entsprechend ermäßigen.

Nach sehr sorgfältigen Berechnungen, die damals angesieUt worden find, hat sich dieses Neformprojekt auf ein Risiko von 35 Millionen gesteUi. Nach dem heutigen Stande drs Personenverkrbrs würden die 35 MiÜionen-fich auf 45 Millionrn 111 winjwo erhöhen. Meine Herrrn, das ist ja unzweifelhaft, daß von diesem Risiko in absehbarer Zeit ein nicht unerheblicher Theil wirder durch Vermehrung des Ver- kehrs eingebracht werden würde. Es entzieht sich allerdings vollständig der Fesistrllung, wieviel von der Mehreinnabme der folgenden Jahre auf die aUgemeine Vermehrung des Verkehrs zu rechnen und wieviel darauf zu rechnen wäre, daß durch die Ermäßigung der Preise quanti- tativ ein größeres Eisenbabnpublikum mobil gewordrn ist. Aber, meine Herren, bei uns liegen die Verhältniss nicht so, wie sie in Ungarn lagen, wie sie in Rußland liegen, daß wir noch große Massen in rascher Folge mobil machen können. Unsere Verkehrsrntwickelung ist bereits cine so dichte, daß das nicht zu erwarten ist.

Meine Hrrren, auch die Kilometerhefte in Baden haben das nicht zu stande gebracht. Nach den Ermittelungen, die ich in mciner Eigen- schaft als Chef des Neichßlandes für die Verwaltung der Reichs- Eisenbabnen in Elsaß-Lotbringen habe anstsllen [affrm ist,das nichi der Fal] gewesen.

Meine Herren, es lag ja sehr nabe, nachdem die badische Bahn die Kilometerbefte eingeführt hat und da ein großer Theil der badischen Linien in direkter Konkurrenz mit den Linien in leaß-Loibringen sieht, dem badischen Beispiel zu folgen. Aber nach den sorgfältigsien Ermittelungen obne irgend welches Vorurtheil haben wir uns sagen müssen, das;, ganz abgesehen von aUen anderen Bedenken, vom finanziellen Standpunkt aus das eine ungünstige Maßregel sein würde. Soviel ich unterrichtet bin, ist aus denselben Gründen das badische Beispiel weder in Württemberg, noch in Bayrrn nacbgrabmt worden.

* Meine Herren, Kilometerbefie haben früher auch in Oesterreich- Ungarn bestanden: sie sind wieder aufgebobc'n, weil der erhoffte

finanzielle Vortheil ausblieb, und weil die Komplikation, die verkehrs- technisch sicb ergab, dies angezeigt erscheinen ließ.

In unserem preußischen Staatseisenbahnev von 29000 kw die Sache überhaupt durchzuführen, ist unmöglich. Wenn jemand an dem Schalter in Lennep sich ein BiUet nach Liffa auf Grund seines Kilometerbefies fordert, so möchte ich den Schalterbeamten sehen, der das in der zur Verfügung stehenden Zeit feriig bringt, eine derartige Berechnung aufzustellen. Und, meine Herren, Beschränkungen inner- halb des Neves würden bei dem System der Kilometerbefte überhaupt nicht möglick) sein.

Ich komme nun auf den Rabatt, den Baden gewährt, auf das Kilometerbeft; dieser ist bei uns überholt durch die 17. Klasse. Die- jenigen Leute, für die sich der Abg. Böttinger interessiert, fahren bei uns viel billiger in der 17. Klasse, als in Baden mit dem Kilometer- befte. Bekanntlich bezahlt die 17. Klasse nur 50 0/0 der 111. Klasse und, soviel ich unterrickotet bin, ist der Rabatt des Kilometerbeftes erheblich geringer; ich weiß die Ziffer nicht genau, nehme das aber an.

Meine Herren, den Bedürfnissen, wie sie der Abg. Böttinger ge- schildert hat, kann ich eine gewisse Berechtigung nicht absprechen. In einem so entwickelten industriellen Gebiet, wie im Bergiscb-Märkifchen Lande, ist allerdings das Bedürfnis; vorhanden, durch sehr mäßige Säße im Personenverkehr die Veredelungsproduktion zu fördern; diese muß sich voüziebcn zum großen Theil durch den persönlichen Verkehr des Webers, des Mannes, der Kleineisenzeug hersteÜt u. s. w., mit dem Fabrikanten oder Händler; und dieser Zwischenverkehr auf kurze Entfernmigen muß zu billigen Preisen möglich sein. Das ist aber auch möglich durch die 17. Klasse; zu zwei Pfennigen fahren die Leute das Kilometer. Während in Süddeutschland die 17. Klasse nicht vorhanden ist und kein Freigepäck gewährt wird, können die Weber mit ihren Webebäumen, auf denen das betreffende Material aufgerollt ist, andere Gewerbetreibende mit ihren schweren Kieprn voll Eisen- oder Kupferwaaren u. s. w. diese kurzen Strecken zu diesem Preise zurück- legen. Ob es möglich sein wird, auch noch dem anderen Theil der- jenigen Reisenden, für welche Herr Böttinger sicb interessiert, und für welche auch wvhl ein Bedürfniß anzuerkennen ist, dem besser gesteüten Theil der Reisenden in einer anderen Form Erleichterung zu gewähren, kann noch erwogcn werden. Bei uns bestehen ja bekanntlich auch für regslmäßige Fahrten außer- ordentlich billige Abonnementspreise für Arbeiter, Schüler und auch für jeden anderen, der in der Lage ist, täglich oder doch wenigstens mehrmals wöchentlich derartige Reisen auszuführrn. Ich kann daher ein Bedürfnis; für die Einführuag drs Kilometerheftes bei uns nicht als gegeben erachten; ich kann ferner die Einführung der Kilometer- befte auf dem Gebiete der preußischen Staatsbahnen: als technisch ausführbar nicht erachten; ich kann aber endlich nicht glauben, daß

damit wesentlich Besseres geschaffen wird, als das den betreffrndew

Klassen Von Reisenden schon jeßt durch die besteßenden Einrichtungcn möglich ist.

Abg. Pleßi rnir.) steht in drn Kilometerbefien eine Bevor- zugung einzelner 5 evölkerungskreise. Die Reform der Personentarife müsse allen Reisenden zu gute kommen. Man solle sich nicht durch das Gespenst des Einnahmeausfaüs schrecken [affen und wenigstens auf einer kléinen Strrcke einen Versuch machen.

Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:

Meine Herren! Der Herr Abg. Pleß ist, wenn ich ihn richtig verstanden habe, auf einen Vorschlag zurückgekommen, der schon wieder- holt von ihm gemacht worden ist. Wenn man das Risiko für drn ganzen Staatsbabnbereicb für zu schwer erachtr, möchte man doch ein- mal mit dem Reformprojekt einen Versuch auf einer kleinen Stricke machen. Das ist recht gut gemeint, aber nicht durchführbar. Ich würde schon Bedenken haben gegenüber der verfassungsmäßig gleichen Behandlung aUer Verkehrsintereffenten innerhalb des Staats; dem Personenverkehr in einem geographisch begrenztrn Gebiete Ermäßi- gungen zu theil werden zu lassen, die andere Gebirte nicht haben, halte ich für unausführbar. Eine solche Probe würde aber auch nicht beweiskräftig sein, denn es würden Umwege gemacht werden, um die Ermäßigungen dieses Gebietes mitbenuyen zu könnsn. Es ist niemand so erfinderisch als ein Reisender, insbesondere ein Handels- reiiender. Wenn er noch unierstüßt wird (durch den Verein „Zonen- tarif', der all das kleine Ungc'ziefer im Tarifwesrn aufstöbert, so kann er es in dieser Hinsicht ziemlich weit bringen. (Heiterkeit) Ich bin also fest überzeugt, ein solcher Versuch wäre erstrns nichi ausführbar, zweitens würde rr nicht zu VoÜständig zutreffenden Resultatrn führen.

Meine Herren, ich habe leider Vorhin Vérfäumi, ein Moment für meine Auffaffung noch anzuführen. Man mag denken über eine Reform der Personeniarifs, wie man will. Jedenfaüs liegt ("1112 besondere Dringlichkeit, an die Tarifreform heranzutreten, nicht Vor. Meine Herren, unsere Tarife stehen durchaus nicht in einem Mißverbältniß zu den Tarifen der anderen deutschen Staaten und noch viel weniger in einem Mißverhältniß zu den Tarifen der außerdeutschen Staaten. Vér- schiedene der Herren Redner haben das ja am gestrigen Tage an Beispielen erläutert. Unter den deutschen Bahnen haben wir zur Zeit die größte Einnahme für rin Zugkilomrter im Personenvkrkehr und die größte Einnahme für einen Achsenkilomeier. Es ist also damit erwicsen, daß die Frequrnz auf unseren Bahnen im Personenderkrbr die erbeblichste ist. Wir haben aber andererseits dir kleinste Gebühr für ein Personen- kiTometer; das heißt, wir erhebrn im Personenverkehr die gerixgsten Säse. Das thut hauptsächlich die 17. Klasse und andererseits die sehr erbsblicbe Ermäßigung, die wir fiir den Vrrort- und Arbeiter- verkebr,eingefübrt haben. Der Personenverkehr ist auch durchaus nicht zurückgeblieben gegen den Güterverkehr; im Gegentheil, er hat den Güterverkehr überholt. Auf 11(111 Betriebslänge beträgt die Steige- rung in den Jahren 1880/81 bis 1895/96 im GüterVerkehr, nach Tonnenkilometern berechnet, 48 9/0 und im Personenverkehr, nach Personenkilometern berechnet, 62 0/0 - also ein ziffernmäßiger Beweis dafür, daß unter dem jeßigen P'crsonentarifsysiem dir Entwicklung der Bewegung unserer Bedöikerung mindrstens adäquat geblieben ist der Entwicklung unserrr gesammten wirthscbasilichen Verbältniffé. Der Er- trag aus dem Tonnenkilometcr ist im Güterverkehr gefaüen um 11%, der des Personenkilometers um 17 0/0. Meine Herren, wie die Dichtig- keit zugenommen hat in Bezug auf unsere Zugleistungen im Personen- verkehr gebt daraus hervor, daß wir auf 1 km Bahnlänge im Jahre 1888/89 4284 Zugkilometer gefahren haben und im Jahre 1895/96 5152. Auf den deutschen Bahnen im aUgemcinen beträgt diese Ziffer 5128 - ist also geringer -, auf den österreichisch-ungarischen Bahnen nur 3018, auf den belgischen Bahnen nur 4060. Wir sind also in Bezug auf die Verkehrsdichtigkeit auch selbst den belgischen Bahnen noch überlegen.

Auf 1 km Bahnlänge sind Personenkilometer gefahren im 1888/89 265 323, im Jahre 1895/96 357 800; die Steigenmg bt also bier 75 0/o in 7 Jahren. e läst

Dies find doch ziffermäßige Momente dafür, daß das gegenwänj Tarifsystem kein Hemmscbub für die Entwickelung des Personenvexk __ae gewesen ist, und das; bisher das Bedürfniß kein so absolut dtingexexz: ist, daß darum andere schwerwiegende Rücksicbten bei Seite geschoben werden müssen. (Sebr richtig!)

Abg. Rickert (fr. VW.): Ich kann dem Hrrrn M' ' , Recht geben. Die Wanderluit des Deutschen ist so YZF "kcbt immer noch weitere Erleichterungen des Verkehrs ein“„“ könnten. Ich bin bereit, dem Antrage Böttinger zuzustimmen m ey ich auch in Bezug auf die Ktlometerbefte den Ansichten des, He?" Ministers folge. Die Abneigung drs Grafen Limburg ge rn Baden kann ich mir erklären, wenn Minister, djs Yen Baden gekommen md, eine Politik treiben, die dus Herrrn auf der Re ten nicht gefällt. So entsteht natürlien ein Vorurtbeil gegen Baden. Eine Reform der Personeniarifejß durchaus nothwendig. Der Minister Maybach hatte diese Ueberz-U gung auch. Seine Bemühungen scheitertrn aber an der Finaniverwalxux; * Bei dem rusfischen Personentarif würden wir Von Berlin “ck Eydtkubnen um etwa 33 % billiger fahren. Der Minister sollte dos; wenn er so große finanzieUe Bedenken bat, die Reform nur alimähljch' Stück für Stück durchführen. In Danzig, Zoppot hat der biUigZ Lokaltarif überhaupt erst den Verkehr geschaffen. Aus dem Berliner Lokaldcrkehr „sehen Sir auck), daf; eigentlich der Lokaldcrkehr die Ein- nahmen bringt, und nicht der große DurchgangÖVerebr. Wirsmd ja so genügiam! Man sollte wenigstens anfangen mit der RsiNm und namentlich den Lokalmkrkehr, den Vorortverkehr verbilligen Und sich dabei nicht bloß auf Berlin beschränken.

Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:

Meine Herren! Einen Irrthum des Herrn Abg. Rickert möchte ich kurz berichtigen. Das Reformprojekt meines Herrn Amts- vorgängers ist nicht am Widerstands des Herrn Finanz-Ministers ge. scheitert. Soweit ist es überhaupt garnicht gekommen, sondem sämmtlichs Bezirks-Eisenbabn-Rätbe des Staats haben sich gegen das Projekt ausgesprochen. (Aba! rechts.)

Abg. Böttinger tritt nochmals für seinen Antrag ein.

Abg. Graf von Kaniß (ions): Die russischen Tarife sind aller- dings noch billiger, als Herr Rickert annimmt. Aber in erster Linie ist eine Ermäßigung der Gütertarife nothwendig, um den darniedrr. liegenden Gewerben aufzuhelfen. In dieser Zeit des Darniederliegyns wäre es doppelt bedenklich, die Perionrntarifc zu ermäßigen. Die Hit. lichen Provinzen leiden schon jeyt unter den niedrigen Personeniarifén, welche den Wandertrieb der Bevölkerung beeinflußt haben. Die biÜigen Vororttarife in Berlin haben es den Arbeitern ermöglicht, in den Vorstädten zu wohnrn und Täglich nach Berlin zu irmmen, Das hai die Entyölkerung des platten Landes mit veranlaßt, und da- durch find auch die Bodenpreise in Berlin so grsiiegrn. Die billiaen Berliner Vorortiarife sind ein bedrutender sozialer Schaden. Wir können die Personcntarife erst weiter verbiUigrn, wenn der Arbeits- verddiensistin ren vrrschiedcnen Provinzen wieder ein gleichmäßisrr ge- wor en 1 .

Abg. Rickert: Dem Minister sind diese Ausführungen wobl nicht sehr angenehm gervesen. Er wird hirr vor dem Lande ween Beförderung der Sozialdemokraiie denunziert. Sie (rechts) ma 811 allerdings noch ganz andere Saltomortales. Es giebt ix Berlin aucb sehr viele Arbeiter, die wieder zurück möchten in die Provinz. Bei den hohen Tarifen bleiben sie aber hier und gehen nicht zurück in die Heimaib. Man muß ihnen den Anreiz geben, bilLig wieder in::dir Heimatb zurückzukommen. Wer einmal auf dem Lande und im frischet_1 grünen Wald gelebt hat, sehnt sich immer wieder dahin zurück. Die Hrrren auf der Rechten schaden sich also selbst, wenn fie den Refornzen widrrspre_chen._ _ _ _ _

Damtt chließt die DtSkUs ron. Die Petition der Handels- ka_m__mer in ennep wird dur Ucbergavg zur TageSordnung er e igt.

Eine Petition aus Adlershof xtm Verbesserungen im Vorortverkehr auf der Gor_lißer Bahn und eine Petition des Ostvororwereinß m Kopenick um weitere Ver- billigung der Vororttarife und Vermehrung der Geleise auf der Schlrsischen Bahn werden zur Regierung als Material überwresen.

Die _Einnahme von 299084000 (46 aus dem Persone»- und Gsparkverkehr wird bewilligt. _

Als Einnahme aus dem Güterverke [) r smd 735805000311 vorgesehen. _ _

Hierzu lie en Petitionen vor aus Thorn, Danzi , Brieien Westpr.),_ RZsenberg (Oberschles1en) _und Brom er um

iedere1n__führung der Staff_eltarife, bezw. Ermä igung der _Tarife fur Getreide und Muhlenfabrikate, während der Vorstand de_s Hgnnover-Braunfchwei ischen Zweigverbandes deuiicher Muller_m Hannover um _Ab ehnung dieser AntraJe Yiliirmert. Dre Budgeikommissron beantragt, alle diee

ctitionen dcr Regierun als Material zu überweisen. _ Arg. von Mendel- teinfels (Zons): Die Arbeiter, die rinrnal m den großxn Städien sind, blkiben in der Stadt; sie treiben sozial- de_nwkratiscixr Propaganda, urid, ihr Höchstes Ideal ist die Fuse1f1aschß Eineemgebknde _Remsion der Gütertarifr ist viel nothwendiger als_dle der Yrrsonentartfe; namrnisich ist der Stückgutverkebr nur in 191)! beschrarktrm Unfange vrrbilligt worden. Durch die hohen Tarifsaße werden die kleixien Kaufleute und Landwirtbe geschädi t, die in kleinen Yuaniiiatcn einkaufen müffrn. Das H4uptgeschaft macht der Spediteyr. Große Ladungen werden im Verhältniß zum Gewicht viel blütger iranßprrtiert als Stückgüter. Jm Jnicreffe der kleiner Kaufieute_ muß drr Stückguivxckehr ermäßigt Werden, sklbst auf kl? Gefahr hin, daß die Eisepbabneinnabmrn zuriickgrbrn, denn es hardclt fick) h_ter um eine wichtige sozialpolixiscbe Aufgabe. Jm landwxrtk)“ schqftitchén Verkehr müßte Vor allen Din en der Viebtransport_rrr- billigt werden. Der Transport eines S weines won Brunsbrittel nach „Hainburg kostet rbeusoviel wie ein BiUet 3. Klaffer; aui sm_er etwas großrren_ Entfrrnung ||“kostet der Transport für ein Schwkx" gar so viel wie ein BiUet 2. Kiaffe. Cin Uebelstand ist auch, daß- ivenn_man für den Yiebtransvoct einen kleineren Wagen britellk und einen größeren erhalt, man den Raum für den größeren brzablsn muß. Das m_uß drn kleinen Landwirtb abschrecken, sein Vieh au rtitferuterr Markte zu schicken. Der Minister ist an diesen Miß“ standen nicbt schuld, ich möchte ihn aber bitten, den Bau kleiner urid mittlerer Wagen nicht einzuschränken oder gar einzusieüen- wir man befürchtet. Bei dx-r Vermehrung drs Wagenpükks so_[lte mgn auch an die Vernichtung gut ventiliertcr Viebwassn m_it_ Trankvorrichtung denken. ,Die Wagen sollten vcinlicbsi 117" reinigt und desinfiziert werden durch auIreichende AuSdampfxthß- erer schl_echie Viehtransport verschlechtert auch die Fleischqualitat- Der Minister ist ein mächtiger Mann, er sollte dafür soroen- ck nicht in Italien_gefangene Schwalben und todtgeschlagene Wachkkln au_f deutschen Eisenbahnen nach London transportiert werden. Frank- reich_ bat erfreulicbkr Weise einen solchen TransitVerkebr untersagt- Auf internaiionalem W? e ist diesem Unfuge auf absehbare Zeit kaum ein Ende zu machen. ie Hühnercholera und -Dipbtheriiis, _die auf Menschen _übertragbar ist, wird durch den InFort aus Italien_ und Urigarn bei uns einges leppt. Ich möchte den inifter bitten, diesem Hubnertranéport seine ufmerksamkeit zu widmen und die erforder- lichen Zxrschriften zu erlassen, um eine Verschleppung der Epidemie zu der u en.

Wirklicher Gebkimer Ober-Regierungs-Raib M öllba u f e 11: Wir haben schon wiederholt eine Reform des Stückguttarifs ins Auge ae- faßt. Die Sache ist jetzt einen Schritt Weiter gekommen. Mk

. ba uratb ist mit der Prüfung beguitra t. _ Für Hie BÉZYLTI'? vobu Vieh haben wir schon sehr biÜtge anfe; es tit ab , „j : zu übersehen, daß Vieh besondere Wagen erfordert, namxnt- ck; weine, die mehr Raum nöting machen als and_ere _Stucke. * Bezug auf die Größe der Wagen werden von den Viehhandlern fbr verschiede"? AnsprüchegesteUt. Es_ soll_ Vorrichtung getroffen Serden ya , wenn ein Wagen nur zu zwei Dritteln benußi wird, auch w r zwei Frittel der [äche bezahlt Werden. Wagen mit Trankvor- "*?htungen habrn wir chon; man hat aber_tecbn_1sche Bedenken dagege_n tthoben. Die Reinigung der Wagen mtt_ heißem Wasser oder mtt Zampf schreibt der Bundeöratb vor; Vrrsioße dagekzen werden ener- isch verfolgt. Lebende Wachteln werden durch Deut cbland uberhaupt g_ch_ transportiert, den Transport von geiödteten Wachteln und von nSchwalben durch Deutschland können wir nicht verbieten. _

Abg. irt (kons.): Der Import ungarischen urid_rr«1sis_chen Ge- neides an den billigen Wafferwegrn u_nd durch billige Eisenbahn- fracbtsäße, namentlich in Rußland, ist xine große Gefahr fur unsere heimische Getreideproduktion. Die Croffnung des Portmuyd-Ems- Kanals wird nicht nur ein neuxs Diarrhgangstbor fur aus_landtich_es Getreide sein, sondern auch mit seinen hohen Kanalgebubrrn _fur unsereMühlen von Naxbtheil sein. Der Breslauer_laZdwirihsckpaitltche Verein hat sich mit dieser_ drohenden Gefahr beyrhasttgt. Schlesien steht in seinen Absaßverhaltniffen sebr ungünsti da. _Die Auf- hebung des Jdentitätßnachweises hat für uns fe r wenig Vortheil gkßabj, Früher hatte es einen großen Vortheil von den Skaffel- tarifen; es wäre gut, wenn der frühere Staffrltarif der Ostbahn auf alle preußischem Bahnen ausgedehnt würde oder wemgstenß _an Schlesren. Die Eisenbahnverwaltung würde dabei ebrnfal1§ auf ihre Kosten kommen, da viele Transports, die jetzt unterblieben, dann stattfinden würden.

Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:

Meine Herren! Bezüßlicb der Frage der Kanalgebühren ist bereits mrinerseits erklärt worden, daß ich mit dem Herrn Land- wirthschafts-Minister über diese Frage in Erwägungen treten würde. Das ist geschehen; es sind sämmtliche Landwirthsc'haftkkammern und landwirtiosckyaftlichen Vereine gehört worden. Es ist richtig, wie Herr Hirt angeführt hat, daß die Mehrzahl derselben sich dahin aus- gesprochen hat, daß der ursprünglich in Aukfickyt genommene Tarif erhöht wird. Das ändert aber an meiner Auffassung nichts, die ich im Voriger: Jahre auSgesprocben habe, daß der landwirtbscbaftliche Versin in Schlesieu nur ein theoretisches Jntereffe an der Sache hat, wie auch sein nächster Nachbar, der landwirtbsckyaftlickpr Vrrein in Posen, erklärt hat, er stände auf dem entgrgengesrßten Standpunkt.

Die Frage der Normierung der Kanalgebühren auf dem Dort- mund-Ems-Kanal ist bezüglich der Höhe der Frachtkosten Von nur geringem Einfluß. Diese Kanalgebühren sind nur Pfennige gegsnüber den vielen Mark, die die Fracht kostet. Aber vielfaob ist selbst in den landwirtl)fchaftiichen Vereinen, wie ich aus drn Gutachten glaube schließrn zu müssen, wohl die Jdéé gewesen, es handle sich um die Frachtkosten; nicht um die cigenilichen Kanalgebühren, das Heißt Abgabkn, die erhoben wrrden soilen, um die Unterhaltung drs Kanals und dir Verzinsung srinrr Anlagekoftrn zu decken. Der Drrtmund-EmL-Kanal wird im nrientlichrn die Konkurrenz aufzunehmen haben gegen die Wasser- straße, die Von Rotterdam den Rhein Hrraufführi, sodaß also eine verhältnißmäßig hohe Normierung der Kanalgebühren auf dem Dorimund-Ems-Kanal wobl dahin führen kann, drn Brsißstand der aiien Rbeinstraßr zu erhalten, aber, wie ich das auch früher schon wiederholt ausgesprochen habe, wahrscheinlich wenig dazu führrn wird, neue fremde Getreidequantitäten ins Land hinein- zubringen. Dabei interessiert sind ja die an dem -Kanal liegcnden Mühlenrtabliffements. Ob jemals in Emden Mühlen- etablissements sich bilden Werden, ist eine Frage der Zeit.

Was nun die zWeite Frage betrifft, nämlich die Vrraiigrmeinerung drr Ostbahntarife, so, muß ich sagen, befreie ich die von dem Herrn AbZ. Hirt geschlagene Brücke in das uferlose Gebiet drr Staffrl- tarife höchst ungern. Ich möchte nur darauf aufmerksam macbrn, daß das, was die schlesischen Vereine wünschen und in Petitionen zum Ausdruck gebracht habrn, wiederum eine Reihe von Petitionen aus Mittel- und Westdeutschland auf das äußrrste bekämd'fen. Ja, im Herrenhause, wo die Frage in diesem Jahre auch erörtert wordsn ist, haben bereits .die Vertreter der Mark Brandenburg die Aufhebung drr jkßigen Osibabn-Staffelfarifeihrerseits beantragt - unter der Zu- stimmung Von ganz Mittel- und Wesideutsch1and. Sic sebcn daraus, meine Herren, wie umstritten dicses Gebiet ist und wie wenig noch die Auffassungen sich in der Beziehung geklärt haben.

Abg. v on A rnim (kons): Ick) weise darauf hin, daß an drn Kanälen großeMüblen errichtet werden können, welche biÜigeres Mehl mahlen und den binnenländiscben Mühlen Konkurrenz machen können. Die biÜigen Düngertarife soÜten dauernd hxrabgeseßt wrrdeu. Für die Vermekyrung drr Siaatßeisenbahnen sind wir dem Schöpssr des Staats- babnwefsns, dem Fürsten Wißmarck, Dank schuldig. Diese günstigen Verhältnisse sollten die Eisrnbaanerwaltung ermutbigen, die Tarife Fur künstliche Düngermitiel nicht auf kürzere Perioden zu brschrankrn, jondsrn sie wenigstens für eine längere Reihe yon Jahren zuzulassen. Ich bitte den Minister um eine Erklärung darüber.

Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen:

Meine Herren! Der ursprünglich als Notbstandstarif eingeführte, wLsentiicl) ermäßigte Tarif für Düngemittrl ist dieses srinrs ursprüng- lichen Charakters schon entkleidrt und zu einem AuLnahmetarif gr- worden, der neuerdings zunächst auf fünf Jahre erstreckt worden ist. Damit würde das Peiitum drk Herrn von Arnim zunächst schon rrfüÜt sein. Ich bin auch der Ueberzeugung, daß nach Ablauf dieser “fünf JIM dieser Tarif nicht wi-.„er wird aufgehoben Werden. (Brady! rs ts.)

Abg. Dr. Eckeis (nl.): Drr Nothstands-Staffeltarif ist begrqbrn worden auf Drängen der westlichen und mittlerrn Provinzen, die ihre Zkstlwwung zu den Handrlsrerträgen und drr Aufbrbung des _dentiiatsnacbweises davon abhängig gemacht babrn. Damals sagte ltn__Retch§tage Herr Staatssckretär von Boeitickpxr. daß die Garantie dafur, daß die Staffeltarife nicht wieder eingeführt würden, in drr Ehrlichkeit des preußifchkn Staats-Ministeriums liege. Herr Hirt _denki wohl nicht an die Wiedereinkührung der früheren Staffeltarife, ioZidErn nur an lokale Tarife, die auch ich4nicht für nsrcbtheilrg _halte. EU! (Grund für die Wiedereinführung der Staffcliarife ist wrggesallen, nßchcc3m die Gsireidéprrise im Osten gestirgen sind, im _Weiteri aber "icht in demselben Maße. Unsrre mitielrheinisckpe_Piüblenmduitriß hat "0511 beuir nicht die schwere Schädigung durch der Staffrltarzfe uber- wunden. Einer generrllen Reform der Gütéktatife stehen wir durch- aus sympathisch qsgenüber.

Abg. Graf von Kaniß (kons.): Ich stehe nach wie vor (_:uf_dem Boden: der Staffeltarif ist der finanziell und wirtbscbaftlick) richtigitr, und babe dxsbalb die Wiedereinführung der Staffeltarifc mit beiur- wortet. Kein Artikel ist mit einem so hohen rathsatze belastet wic Jas Gelteide._ Als Rohstoff gehört es in den pez altarif 111;_ troß- em sicht es im Spezialtarif ]. und wird tbeurer gefahren als ruisiscbes _ etreidr. Ein AuGgleich zwischen dem östlichen und westlichen Ge- Äßidr _tsk nur nach Aufhebung des Jdentiiätßnackyweises eingetreten.

er dieser Zustand dauerte nur ganz kurze Zeit. Der Unterschied Wischen Osien und Westen beträgt für Roggen heute 12-13 „M

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' 1891 wurden die Getreidestaffeltarife eingeführt, trotzdem die Regie-

rung wußte, daß der Westen dagegen protestieren würde. Die Wir- kung war eine außerst günstige, und nun wurden sir mit Rücksicht auf den russischen Handelsvertrag wieder abgeschafft. Nach den Worten des Vyrredners war es eine (10 ui: (168 - Politik in 0131311118. kormzz. Die girnze Fra e der Güter- und Staffeltarife scheint davon abbän tg zu sein, _wel e Zusicherung Preußen über die Zeit, in wel er Siaffeltarife nicht wieder eingkfübrt werden sollen, gemacht bat. Der_ Osten wird durch das russische Getreide am meisten aescbadigt, es wäre ein 11013116 0160111111, es nicht im Oste/n. lagern z_u lasen. Soll etwa für die Zeit der HandelswerträJe der Staffsltarrf nicht wieder eingeführt werden? Ist dies der Fa , dann sind_ aus unsxre Verhandlungen über die Petitionen und die Staffeliarife überflüisig; wir wvllen dariiber Klarheit haben. Werden aber die Staffeltarife nicht eingeführt, dann dürfen Sie uns nicht verdenken, wenn_ wir uns gegen die Verbilligung anderer Tarife ftrauben. Sie konnen 12011) nicht verlangen, daß wir zu Gunsten des Westens verarmen. Wie steht es denn mit der Koblenfracbt und dem Dortmund-Ems-Kanal? Sou die westfälische Kohle so hoch be- lastet werden, daß_ die Verzinsung des Kapitals für die Anlagen des Kanals herausgewirtbsckpaitct wird? Dann würde keine westfälische Kohle mehr den Kanal_ befahren. Die Staffeltarife brauchen wir, so lange die Handelsvertrage bestehen und die roßrn Mittel zur Hebung der Landwirthscbaft, so z. B. die Monopoli erung des Getreides, nicht ergriffen werden. Die Verbilligung der Erztarife für die Eiseninduftrie des Rubrgrbiets würde die übrigen Bezirke erheblich schädigen. Herr von Stumm hat erklärt, daß unsere Eisenindustrie gar keiner künstlichen ilf5mittel brdarf. Ein Privilegium für das Ruhrgebiet mit Rücksi 1 darauf, daß in Lothringen neue Hochöfen gebaut würden, halte ich nicht für erforderlich. Es wäre sebr bedauerlich, wenn der Landrs-Eisenbabnratl) die Frachtermäßigung für das Ruhrgebiet an- nehmrn wiirdr. Das würde zu einer großen wirthschaftlichen Ver- schiebung führen. _

Abg. Gythein (ir. Vgg.): Es ist mir neu, daß auch die Bundekrcgierungen ihre Zustimmung zu den Handelswerträgen ab- hängig gemacht haben Von der Beseitigung der Staffeltarife. Die Herren von_ der Rechten dürfen sich nicht über die Aufhebung der Staffeltarise beklagen, sie sind rechtzeitig gewarnt worden. Um den Handelsvertrag zu stande zu bringen, hat man den Jdentitätßnachweis konzedieri, und das ist auch den Landwirthen zu guie gekommen. hab? 1894 allgemeine Staffeltarife beantra t; ein StaffeTtarif yon Schlesien na-i) Berlin würde uns sehr wi kommen sein. Die kon- serdative Partri hatte seiner Zeit die Detarifierung für Getreidr und Mühlenfabrikqte bekämpft. Heute find Sie hoffentlich anderer Mei- nung und auch die Rrgierung. Bei Aufstellun des Etats konnte die Verwaltung den günstigen Verkehr voraussr en. Trotzdem hat fie nicht den Durchschnitt der leßten zehn Jahr? den Einnahmen zu Grunde geirrt und die Einnahmen geringer geschaßi, als es noth- wendig war; die Mehrausgabe für Hilfspersonal und Koblenwrbrauch fäÜt dabei nicht ins Gewicht. Man wixi abrr weiteren Fortschritten in der Tarifrexform vorbeugen. 1891 sieÜte der Minister die Ver- biÜigung der Personenkarifc in den Vordergrund, heute wacht er es umgekehrt. 1891 schon hat sich der Landes-Eisenbahnratb für billige Eikencrztarife außgesprocben. Ich verstehe nicht, warum der Minister ibn jeßt noch einmal darüber befra 1 hat, während er dic-felbe Frage bezüglth der Robbrennsto - tarif? nicht gestellt Hat. Der hohe Tarif at _Oberxchlesien __1894 erheblich gcsck'adet und den Eisenbahnen auch. Die maßiaen Dunge- siofftarife haben kainen Einnahmeausfaü herbeigeführt. Das Gegen- ihril ist mit der Zeit eingetreten. Dasselbe_ ist der Fal! bei andcren ermäßigten Tarifrii. Man hat jrßt die Mindereinnabmen aus den Rohstofftarifcn auf 15 Millionen gefchäßt. Die Thatsachen werden das widerlegen, höchstens 5 Millionen Ausfall sind zu erwartkn. Ich möchte wissen, wie es mit den Ergebnisse:] der_Steinkoblentarife Von Schlesu-n nach Stattin steht. Die Tarifermaßigun eri mizßten in etwas seiynrkierem Trmpo Vorgenommen werden. rr hinken unseren Nachbarländern in dieser Beziehung _nach. Ryßland, Frankreich, :Zelgikn und OrsierreickZ haben viel btÜigere Tarife ca_ls wir. e der Minister ni 1 so angstlich sein! Ohne S_taffeltarife kcine Tarijfrrform, meinte err Graf Kant als Mitglied des Landes-Eii€.ibahnrati)s. Wir halten diesen andes-Eisenbabiiratb für überfiüsßg und haben nicht das Verlange'n, ihm anzuxzeboren. Die Bezirks-Cisrnbahnräthe bringen wenigstrns dt_e ursprungltrhe Mrinung der Intrreffenten zum AuSdruck. Sachversiandig sind beide Institute nicht. Auf diVCrgikrende Interessen darf _die Regierung keine Rücksichi nehmrn, sonst kommen wir niemals zu einem genereüen Tarifsystem, „zu einer generrllcn Staffelung. __

Wirklici-Jsr Geheimer Ober-Reqierungs-Ratb M ollhaus e_n: Den Vorwxirf, dcisz die Einnahmen absichtlich so niedrig berechnet waren,_um einer Güiertarifreform Vorzubeugen, muß ich energisch _zuruckweiien. Nirmand bei! ein so großes Interrsse an einer Güterrartfreform wie die Eisrnbahixverwaltung. Die Schäßung des Yuswlis qulge der Ver- minderun drs Robsiofftatifs auf 15 Millionen ist keineswes zu hoch gegriffen. Der Landes-Eisrnbahnraib hat erfahrungSgrmä ein recht gutes, gesundes Urthril wegen_setner Zufam1nensrßung._ Wir sind außerdem gezWUngen, ihn zu bbrsn, fait alle seine Ra_tb1chla_ge sind Von Uns befolgt worden. Eins Genrraltsirrunxz der Gutertarife ist wegen drr Vericbiedrnbeit der 5I1rtiikel nicbt durchfuhrbar.

Abg.H11mann (Zrntr): Die Vertreter des Westens waren überzeugt, daß während der Dauer des rusfiscben Hanizelsvertrast dir Staffeliarife nicht wieder ringeführt werdrn wurdkii. n geheime Abmachungen glaube ich_ nicht. Gegen Siaffeltarise riach den Ostsrebäfrn für Schlesim habe ick) Yichts einzuwenden. Der _Vieb- staffeltarif bat die Viehvreise des Westens brdc-utend bxrabgemtndert, die Verschuldung des westlichen Grundbesitzes ist starker__ als die des östlichrn, und irh möchte den Minister bitten, dem Draußen auf WiedereinfüHrung der Staffeltarife nicht nachziikommen. _

Abg. Seer (nl): Im Namen der Provinz Pysen kann ich nur bedauern, das; die Staffeltarifr aufgehoben sind; wir baden i_mseren Markt in DreSden und Chemmß verloren. Irideffen _sebe ! rin, daß wir zur Zeit an die Wiedereinführung der Staffeiiacife nr 1 denken können. , . .

Aßg. Srbmieding (nl.): Dre Ermaßtgung der Brennstofftarife kommt den Konsumentrn noch mehr zu griie als den Produzrntsn. (Orr Dortmund-Ems-Kanal iii gobaut in „Konkurrenz gegen _den RBein. Wir waren in erster Linie für den Mittelland-Kanal. _Wurde man dkn Dortmund-Ems-Kanal schlic-ßen, so würds das Getreide den Rhein brrauf nach Mannheim und in das _Jnnere driZ Landrs_ ge- langrn. Ein großer Theil der Konservativen hat fur den oster- reichischen Handrlßdertrag aestimmi. Damalß war es an dsr Zeri, bessere Bedingungen für Deutscixland zu gewinnen. Beim russischrn Handelsvertrag war drr Widrrwrucb nuizlos; _ebens_o machen Sie (rechts) ck mit drm Dortmund-Ems-Kanal. Sie straubxn sich ge en die Erwriterung des Kanalneyes nach dem Oste_n, obgleich diese r- weiierung wirkt wie ein grosser Staffrltarif.„Dte Jnirressrnten haben bisher auf die Ehrlichkeit der preußischrn StaatSreaierung Vertraut.

Abg. Dr. EckelsW§n_1_.) best__ä_iigi, daß von Posen sehr wenig Ge- ircide ( tna dem 6 en ge . _

21598 vocrli) Ticdemann-Bomst (keins.) ninimt_ den Landes- Eisenbalmratk) gegen die Angriffe des Abéz. Gotbem m Schu _und führt Folgendes aus: In der Dim ertarifrage besteht kein ider- sprucb zwischrn dem Westen und stet). Die Frage der St_affel- tarife ist zur Zeit eine unfruchtbare. Die Aufhebung des_Jdentitats- nachweises Hat die Preise des Westens und Ostens _annabernd aus- geglichen. Die Staffeltarife haben nur eine Ering igung des Ge- treidepreises zur nothwendigen Fol 8. Nicht Staffeltart e, sondern Aus- nahmstarife für die Provinzen é]Poscn und Schlesien nach Sachsen

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Ab . Ehlers (fr. Bag,): politischegn Parteifra e zu thun. Die heutige Debatxe wird an der jeyigen Gestalt der üteriarife nichts ändern._ Beschluse _des Parla- ments dürfen an dieser Entscheidung nicht mttwtrken; tbaten iie es, so würden sie höchstens die Einzelnen Fraktioxien in ihrem Bestande erschüttern, woge en ich allerdings nichts einzuwendrn hätte. Die Güteriarife fcstzu cßen, ist Sache der Verwaltung, Das Votum des

Landes-Eisenbabnraibs ist ganz irrelevant. Als 1891 der Minister den Landes-Eisenbabnratb fragte, ob er für die Einführung der Siaffeltarife sei, sagte der Landes-Eisenbabnraib Nein. Da sagte der Minister: es tbut mir leid, ich weiß es besser. Als 1894 die Siaffeliarife wirder abgeschafft werden sollten, sagte der Landes- Eisenbabnrath Ja, und da sagte der Minister: Seht Ihr, gegen den Landes- eisenbaburath kann ich nicht aufkommen. Die Drohung des Grafen Kaniv hat meine schwarze freisinnige Seele mit einer gewissen Freude erfüllt; denn es kann mir nur sehr lieb sein, Zwenn die Agrarier des Ostens und Westens sich in den Haaren lie en. Staffeltarife haben doch nur einen wcck, wenn sic auf die ri tigen Artikel angWendet und mit den ri tigen Säyen außgrstattex werden. Graf Kani meint nur die Getreidestaffeltarife, und die bekampft drr Westen. esbalb in die Ferne schweifen und drm Wssten das_ Bi§chen Kundschaft nehmen? Warum suchen Sie nicht in Ihren eigenen Provinzen die Handelsplätze auf? In Danzig herrschr voller _Frieden zwtichen Börse und Landwtribs aft; aber man ist auf dem be ten Wege, den Frieden zu stören. Die oukurrrnz des ausländischen Getrrides ist für Danzig und Königsberg kein Schadsn; wenn diesePläZe emen rößeren Markt für landwirthsckpaftliche Erzeugnisse haben, dann werden e_9uch günstige Getreidepreise habcn. Eine Ermäßigung der Getreidetartse auch fur kürzere Strecken würde daher voix großem Vortheil sein. _

Abg. Bueck (nl.): Ich weixe darauf hin, daß das Ruhrgebiet auf fremde Erze angewiesen ist; da es nun im nationalen Interesse nicht erwünscht ist, daß diese Erze vom Auslande bezogen werden, so ist es doch brffer, die Zufuhr dieser Erzr auf billigerem Wege vom Jnlande zu begünstigen. Wenn man „Verscbirbungen“ vermeiden wyÜtc, wie Graf Kaniß wünichte, so würdcn wir noch im Urzustande wirthschaftlicber Entwicklung stehen. Bezirks-Cisenbahnrätbe und Landes-Eisenbabnraib sind keine Verschiedlnrn Körperschaftsn; sie haben sieh als beratbrnde Körper brwäbri.

_ Schluß gegen 41/4 Uhr. Die: Foriseßung dcr Brraihung Wird auf Freitag 11 Uhr vertagt.

Literatur,

_Von _.Meyer's Volksbücbern“ (Leipzig, Bibliographisches Institut) ist soeben eme neue Folge erschienen, Welche die Nummern 1171-1190 umfczßt. Ihr ana1t kommt in seinrr Mannigfaltigkeit wieder de_n Verschiedensten literarischen (HefclyrnackSricbtungen entgegen und enthalt eine Auswahl des Bestrn aus der gesammten neueren Writ-Literatur in Poesie und Prosa. Die neue Serie beginnt mit ?cikdklcl) Nückert's niemals yrraltendem Liedercyckus .Lirbes- rüblina" (Nrn. 1171-1173) und dem Drama ,Das Fräulein von Scuderi“ von Otto Ludwig (Nrn. 1174/75), welches in neuerer Zrit wieder öfter auf den Bühnen erschienkn ist. Drei der l_dedéutenden Autoren englischer Zunge sind mit vvlksibüm- lichen Erzablungen vertreten: John Habberion mit seiner anzirbenden Geschichte ,Hrlenen's Kindercben" (Nrn. 1176/1177), Charles Dickens mit seinem neurrdings durch die gleichnamige Oper zu aktueklem Interesse? grlangtrqHausinärch-sn ,Das «Heimchen am Herde“ (Nrn. 1178/ 1179) und Bret Harte mit seinc-r spannrnden Erzählung „Ein Ge- beimniß des TÜ? rapbenbügels' (Nr. 1180). Frangris Coppér und Guy dr MÜUPÜsJQUÉ 15.111911 zu drn Zescbätztésten und gelesensten Autoren des modernen Franireiä). Von ersterem enthält die Samm- lung disergreifendr Erzählung ,DieRidalinnen' (Nr. 1181), von letzterem eine Auswahl seiner grlungensien .Jiovellen" (Nr. 1182), die unskren jüngeren Dichtern als Musterwerke ihrer Gattung gelten. Der Name Giovanni VLTJWZ wurde durch Marcagni's „(3375116113 rUZt-„joxma“ weltberühmt; die dieser Oper zu Grunde liegi'ndr Skizze ist hier mit andrren, äbnlicbcn 311 dem NoreÜrnkranz der .Sizilianiichen Dorf- geschichtkn“ (Nrn. 1183/1184) Vereinigt. Die besten schwrdiscben Er- zähler, wie Geijerstam, Hansson, Hedberg, Hrdenstjerna, Strindbrrg u. A., haben Beiträge geliefert zu dem Sammexbändckxn drr „Schwe- dischen Novellen" (Nrn. 1185/1186), dem bald ahnliche Sammlungen aus den übrigen nordischen Literaturen fol en soÜen. Einer der be- liebtesten Erzähler des heutigen Ungarn iSt Koloman Mikszérth, und der gemüthvolie Humor sriner ,Erzählungrn“ (Nrn. 1187/1188) wird auch im deutschrn Grivande seine Wirkung sicher nichtdrrfeblen. _Die Wiedergabe des Nbscbniits übrr „dir Rindrr“ aus unierem klassiicben Werke über Zoologie, aus .Brehm's Thirrleben“ (YM. 11,89/1190)bi1det den Abschluß der Folge. _- Jede Nummer der_Gammlung ,Méyer's Volksbücher“ kostet, gebettet und b€ichnitten, bet eleganter Ausstattung in Druck und Papier, nur 10 „3.

Handel und Gewerbe.

Ju Britisch-Indien ist nach einer Verordnung vom 12, Februar 1). J. galvanifiertes Reiseifen bei der Ein; fuhr fortan nach dem Wcrthe zu veronen.

Tägliche Wagrngesiellung 'für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sixrd am 11. d. M. grstellt 13 261, nicht rech2zriiig ,;rsiellt krine Wagen. Ju Oberschlesien sind (111110. d. M. gestrllt 4089, nicht recbt- zeitig gestellt keine Wagen; am 11. d. M. gesteüt 4156, nicht recht- zeitig gestellt kcine Wagrn. ““

Ausweis über den Verkehr auf dem BerlinerScblacbt. Viehmarkt vom 10. März 1897. Auftrieb_ und Markt- preise nach Schlachtgcwicht mit Ausnahme der Schweine, welch§_ngch Lebendgewicht grbandelt werden. Rin der. Auftrieb 465 Stuck. (Durchschnittspreis für 100 RZ.) 1. Qualitat -,-_ «16, 11.Qr1a1ität -,- «M, 111. Qualität 80-88 4/16, 17. Qualitat 68-76 «ik _- S ck w e i n r. Auftrieb 9064 Stück. (Durchschnittspreis fur 100 kJ.) Mecklenburger 100-102 „xz, Landschwrine: &. gute_ 96-98 ck“, 1). geringere 90-- 94 “M, Gaiizirr -,- „M, 1eichte Ungarn -,-- «46 bei 20% Tara, Bakonyer -,- „46 bei - kx; T_ara pro Stück. - Kälb er. Auftrieb 1817 Stück. (Durcbicbnttts- preis für ] 1x .) 1. Qualität 1,10-1,16 «Fs, ][. Otralitat 0,96- 1,08 „14, 111. Saal. 080-090.“ - Schafe. Auftrieb 473 St_uxk. (Durchschnittspreis für 1 kx.) 1. Qualität -,- «FC, 11. Qualitat -,- „M, 111. Qualität -- «ii

- In der gestrigen GrnrralVSrsammlung drr Vrrciniatrn Bautzner Papierfabriken fandrn die Vorschlage, nacb wrlchen die Dividende für das Bririrbsjabr 1896 mit 100/» brmessen__w1rd, als Jubiläumßgadr 12 500 .“ zur sofortigen Yuszahlung an m_mmt- lick)? Arbeiter vom Maschinenfübr€r abwarts_ grlan en_ 1011211, 30 000 .“ zur Errichtung einer Uiiteistüßungskasie für rbcrtcr und deren Wittwen und Waisen brstimmt wrrdrn, endlich 25 000 „16 der Beamten-Pensions-Kaffc zu überweifcn sind, Annabmr. _

- Die Ausbrute der in dcr „.1135001211-1011 01" 11411105“ Vcr- tretenen TranSVaal-Goldminrn betrug, wie aus London emrldei wird, im Frbruar 41946 Unzen gcgen 38311 Unzen tm

anuar. - Die Ausbeute der in dcr Johannesburger Minen- kammrr vertrctrnen Goldminen kctrirg im Februar 169 054 Unzen gegen 171521 Unzen im Januar. _ _

Stettin, 11. März. (W. T. B.) Nach Privairrmtiiciimgen wurde im freien Verkehr notiert: Weizen loko 160-161, RWF)? loko 118,00, Haicr loko 125,00-130,00. Rüböl vr. Marz 54, . Spiritus loko 37,50-37,60, Petrolcum loko 10,00.

Breslau, 11. März. (W. T. B.) (Schluß-Kurse.) "Schl. Zi 0/0 L.-Pfdbr. birt..4. 100,20, Breslauer Diskontobmik 117,25, Breslauer Wechslerbank 103.00, Schlesischer Bauiderem 127,60, Breslauer S ritfabrik 133,00, Donnersmarck_14_8_„75, KattothZr 164,25, Ober ch1. Eis. 94,50, (Caro Fegemchdt Akt. 126, , Oberscbl. P. J. 134,50, Ovp. Zcmcnt 15 ,25, GiescL' cm. 133,50, L. Ind. Kramsia 142,25, Schlcs. Zement 192,75, [. Zinkb.-A. 203,00, Laurabütie 157,90 Brass. Oeifbr. 103,75.

- roduktenmarkt. Spiritus per 1001 1000/0275?“ 50 .“ VerbrauYsab aben pr. Februar 56,10 Gb., do. do. 70 .“ brauchs- abgaben pr. ebruar 36,50 Gd.