Die Ygitqtoren vom WitwaterSrand haben in der ganzen Sudafnkamschen Republik nur 13000 Unterschriften zu Gunsten _des Obersten Gerichtshofes aufzubringen vxrmocht. _ Die Burghers_ der Republik senden der Re- qrerung EmFaben, worm fie rhre Billigung der Haltung aus- syrechen, we che der VolkSraad und der Ausführende Rath in dteser Fra e eingenommen haben.
Aus . apftadt meldei das „Reuter'sche Bureau“, daß dqselxst von_ Broß das brttische Flaggschiff „Saint George“, ma 7 Offiz1eren und 70 Mann an Bord, die an Fieber litten, ryelches _fie stch auf der Veninxpedition zugezogen hätten, eingetroffen sei.
Parlamentarische Nachrichten.
_Die Berichte Über die gestrigen SiYungen dcs Reichstages und _des Hauses der Abgeordneten be- finden fich in der Ersten Beilage.
_ _TaSHaus drr Abgeordneten se_§te in der hrutigen (49) Stßung, welcher der Minister “der (")/sentlichen Arbeitrn Threien briwobnte, dic zweit; Berathung des Staats- haushalW-Etats für 1897/98 beim Etat der Eisen- bahnvorwaliung, und zwar bei den Besoldungen dcr Subalternbeamten der vom Staate verwalteten Eisen- bahnen fort.
Aba. Mies (361115) (“_eécbwsrt Scl) übcr diE Zurücksxßung der Landmkffer, dre man grwémsrmaßen als minderwertdige Waarx bs- t.._1chte und, 0312010 fie akadrmisch gebildet:: Beamte seirn, unter die _E1srnbabn-Scfrrtare 116116, die ehemalige Unirroéfizikre skirn. Man 10118 fie 011§_d€r_1 Vuréaur der [?steren beraußnebmrn und 71? auch m_B-xzug aus die Anrrcbnung där diätarischrn Dirnstzeät 0111“ das Dxrxktaltsr Zünftigcr 11211011.
Miniit-Zr der bffkntlicbcn Arbéétén Tbiklen: Viiitlrre BcamTe 111.1) SU'éalxrmb-Samt? find dassélbr; es kann sich Uiémand bkschwerkn, wenn er untsr der Leitung 13011 SubalternbrawiM stkbt. Wern di? Landmrffer „1118 ibrer jeHigrn STCÜUUJ wisxsr beraudgknommen würden, so würdkn fis in rinkr ganzsn Reihe von Beamte'n- Yatrgorirn _dsn WMW bkrdorrdirn, daß Etwas ganz Be- jondxres _ Tür sie geschebrn müss. DiE Landw.???xr 11613341 auf der1€lben Bildungsstuix, wis di? Zivil - Sudsrnumerark, nur mii dsr Auénabmc, d-ß fis éiké'n Kursus auf der Landwirt!)- schaftlich€n H0ch1chulr durchzumxcbrn Haben. Dirk? kanu ich als aka- dcmiscbe Bildung nich1 001811611. Ich kann 78111611 Grand smden, die VexeTNigung der Landmrmer mir den trchnischxn Eisenbahn-Sskrefären wicht aufzubxben.
Abg. Dr. thichius (nl,) trijt für die Befferstsünng dsr V:- amten des Abfkrtigunriédisnsjrs und des äußsren DiénstLS kirk.
Abg._1_.«on Czarlinski (Pole) hält die: Gleichstsüung drr Hal1e- strllßn-Yvsxrbrr mit déi] W61ch20stcliern Erster Klasse, erorxr'tidbeizsrn, Y201chin€mrirxikrn M. 111671 "ür richtig, da die €rstg€n0nrtrn Beamten eme böbérs Bildung 1700611 müßxrn Und dabkr auch rin böberes Gebalt Verdirnten als die übrißen.
Abg. Dr. Böttinger (nl,) wünscht eine Gleichstellun der Bsiriebs :Sekretäre mit den Eisenbahn - Sekretären_ in den Ge s- bezügen. Die neue Besoldungsvorlage lafse die brsbertge Differenz leider bestehen. _ _
Geheimer Ober-Regierunqs-Ratb _Gerlach begrundxb die Differenz mit der Verschiedenheit der Vorbildung und der Tbattgkeit dieser beiden Beamtenkategorien. _ _
Ab . ])r. Dünkelbera (nl,) kann nicht emsehen, weshalb die EisenbaJn-Landmeffer schlechter gestLUtFind als d1e_L_andmeffer tt_u Jinam-Minißerium und im Landwirtbxcbaftlichen Mintsterium. Die
andmeffer der leytéren beiden Verwaltungen batten Ausßcbt auf Beförderung, die Eisenbabn-Landmeffsr abcr nicht, Er bitte den Véinister dringend, dieses Mißverbälmiß zu beseitigen. _
Abg. Schmidt-Warbura (Zentu) beklagt, daß das Lokomotiv- personal zum tbeil 15 bis 16 Stunden Dienst babe. _ Wénn auch darin Ruhepausen einbegriffen srien, 10 121 diese Dienst- zsit doch immer noch viel zu lang. Redncr tritt_ ferner für die Eswäbrumg größerer Sonntagsruhx für die Be- amirn ein. Ein Lokomotivbeizrr _an drr Verlinkt Stadt- babn, desen Name ihm am!) genannt 1ei, bab€ in 20 Wochen nur rinkn einzigsn Kirchénsonntag gebabt. Nach den Bestimmungen sollte mindssiens dcr dritt? “Sonntag, in der Negrl der Weite Sonntag, den Bkamtrn frei b!riben. Er frage 16:1 Minister, ob di€se Bestimmung auch für das Zuxpérional der Sonntagsauéflügrzüge gklte.
Minister der bffrnt1icben Arbeiten Tbielsn: Das Zugpersonal ist nicht Üdrrmäßig angestrengt. Nack) dkn Bestimmungen (welche dsr Minister berlirß) 1011 dir Dienstz-Jit im mvnatlixben Durchschnitt nicht 11er 11 Stundxn tägliä) betragrn. Die äußszste Grenze von 16 “(Stunden ski nur gestattet, w:“nn fie durcb angkmeyyrne RubevaUskn Unirrbrocben werds, 11110 11211) einkr soickxen DiLUtheit soll Line längere Rabe eintrrtsn Zn dix Diküstzéit werde? die Zeit für die Uebsrnabms er D1€1171C§ bZi dsr Ablösung mit Singkrechek. Das ist 1205! keine übermäßi-ZL AUÜWUZUUJ. Darüber, daß di€1e Bestimmungen innrgshaltrn werds", wiid_strrngc Aufficbt ßeübt. In einzelnen FäULn kann auénabméweiw 81011101 6111? UxbkrsÖrkitung dsr Diknstzeit rinirktcn. BCi jedem thrirbs- 11111011 wird untersucht, ob 61120 Cine Usberawstrcngung der Bsamten im Diknsté dabei in 777.106 kommt. Die Eis-Zn- babnderwaltxing tbut in dirser 2163155117133 medr als irgxnd 611153 ondsre Verwaltung für i5r€ Bx-“xmtön. Bei drr Usbernabmcé drr Hcyßschen Lukwingndn haben wir sofort 365 Beamte mehr einstkllén müßen, um unrsrr Grundsäßr iür die Dirnstzrir der Beamten durch- fübrkn zu könnrn.
__ Abg. Dr. Opfexgelt (30:1er béiürwdrtrt die Eimeiburtg dér E11rnbabn-Telrgrarbijten in die SUbaktrrnb-eamten.
(Schluß des Blattes.)
__Nach dem Reirhsbausbalté-Eiai für 1897/98 brtraxkn die Viatrikularbeiträge für: Pr-Zußrn 256255 980 „76, Bayern 56 332 353 «14, Sachs?" 30 447 515 «FL, Württkmberg 19 795 876 .16, BÜBM 15 052 512 „;_6, Yrffen 8358 223 .M, McckTSnburg-Scbwerin 4797 399 «46, S.:ÖkewWi-imar 2724 445 «, Mecklenburq-Streliß 816 015 «46, Oldenburg 3006 006 „16, Braunschwrig 3493 052 „xz, Sachxsn-chiningen 1881651 ;46, Sackosén-Altenburg 1 447 881 5-6, Sach1en-Cobur0 und ©0150 1742 093 „16, Anhalt 2359 502 .10, Sckowarzburg-Sondérsbauyen 629 003 .16, “Schwarzburg-Rudolsiadt 712 028 „16, Waldeck 464036 „46, Reuß älterer Lini? 542922 «,
Reuß jüngerer Linie 1058901 .“, Schaumbur -Lipye* ' Lippe 1 082545 .“, Lübeck 670 960 „44, Braun? 1 580 31 burg 5489 727 „44, Elsaß-Lotbringen 14 350123 .“
Arbeiterbewegung.
In Stettin befinden fick), einer Mittheilung des ,Vomäuz. zufolßle, die Maurer undPutzer im Lobnftreit mit den Arbeitgeber„ us Elberfeld-Barmen berichtet dasselbe Blatt zum Aus.“ sta_nde der Tischler: Die Fabrikanten in Elberfeld haben in ein StxunZ, an_der auch aus Barmen mehrere Arbeitgeber tbeilnahmm bes 10 en, die_ Forderungen der Arbeiter abzulehnen. Die Zah[ der, Ausständigen 1st_in Elberfeld auf 206 gestiegen, 40 Arbeiter smd den neueren Bedingungen beschäftigt und 60 steben in Kündigung zu
Aus Tangermüxxde wird dem Blatt gemeldet, daß fich in'“, dortigen Zuckerfabrik 1500 Arbeiter, darunter 400 Mädchen jm AusstÄmde Befindenscb d K _ Z ,
* us _- raun weig wird er , ö n. ta.“ ges rieben 200 Arbr-iter der Norddeutsehen Zuckerraffineriechin F,“??? stedt die Arbeit eiygrsteüt haben.
Hier in Berlin ift_nach dem „Vorwärts' der Ausstand de, Taprzierer bsi dsr Firm:: „Berliner Möbelbaüe' (Simon) 111 Ungunsten dxr Arbeiter brxndet worden. _ Tie Fassadenpuye, Berlins bab€n_ beschloffen, 1079rt in eine LobnbeWegung einzutreten,
Zum Ausstand der Angestellten dkrScbweizerischen Nordofr. babn lisgen folgende Meldungen des „W. T. B." bor: Aus Zürich wird gcmeldet: Göstern Abrnd konfkrierte dée Abordnung dps Burrdrsratks mit der Regierung und mit der Direktion déx Nordostbadn. Heute soll die Abbrdnung Besprechungen mn drm Zentral-Comixé drr Eisknbahn-Angrstelltm haben. In den eriscn des Zentral-Cométés hegte man die Hoffnung daß der Ausstand bis bxute um Mitternacht béendigt sein würde: D_1€ T_rlegatibn dés _BUndrsratbs _brffte, dUrch gegenseitige Zuge- siandnrnk beidkr _Tberle eine Verständigung zu Erzielen. In St. Ggl len ntmrnt die Post- und Gütersprditicn kxine Sendungen über Wintexrtbur binaus an. Im übrigen dauerte der Ausstand beute undrrandrrt „fort. Bundeératb Zsmp rrklärte sich zur ,An- pabme des Scbikdsrichterast brreit. Seit gestrrn Abend xst ei_n€ Kavallerie-Abtbriinng in Bereitschaft JkftkÜt. Die Ordnung ist p_xrgends gkstört WOrdcn, _ Aus Basel wird berichtet: Dkk 0211 Paris kommende OrientzExprkßzug Pariö-Wikn mußte gestern früh 1ecb8 Uhr wegendrs Auéxtandes in Basel lirgen bleiben; die Reisenden, wrlchr das C11de_drs Ausstandks nicht abwarten wollten, kserkn Abends _nach Paris zurück. Vkan nahm an, daß für einige Tage der Oriérzt - Erprkßzug von Paris und Wéen nicht 012461017211 rvsrdrn Wird. Der Wiener Zug ist grstern Abend in Zürich angr- fommen, 11:0 die Reiiendrn WQLTSU tnüffrn. Auf dem ganzen Nrse drr Nordbxtbabn_v_rrkebrt kein Zug, der Postdienst ist voklsiändig aui- gehbbsn. Zn Zurich x_nackxen fick) große UnannébmlichkLitkn grltrnd, brwnders berrxcht grosrr Mangel an Milch für Krankenhäuser Und
Kindsr.
(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten, 31060611 11110 Drilten Beilage.)
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Wstter ckVom 13. März,
Morgens.
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SchausdiSldaus. Lustspiel in Shaksspéare, nach August Wilbklm don Schkxgel's
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73. Vorstellung. 4 2111131193271 bon Wiüiam
hof Zoologischer Garten.)
Theatrr dex- Wrßens. Kantstraße 12. (Wahn- Sonntag, Nachmittags
Konzerthaus. Karl Mehder-Konzert. Sonntag, Anfang 6? Uhr: Gesellsäjafts-Abeud.
'Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeigcr und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
„712 62.
Berlin, Smmabend, den 13. März
Berichte von deutschen Fruchtwärkteu.
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Gezablter Preis für 1 Doppelzentner (100 kg)
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Y_arß . . . . " ünster. . . KarlSruhe . . Wiesbaden . Münchkn . . 752 NO Chemnitz 755 .' Brrlin 753 ;SW Wien . . . . ; 756 ' still beiter Breslau. . . ,' 754 SO 3 Schnsr Jle d'Aix. . 750 WNW 9 dxdsckt Nizza . . . . . 752 _ 171111 0100611
1) Gestern und Nachts ngkn.
ÜLÖLrsiÖt der WitterunZ.
Baromririfchr Dkdresfionrn Von maßiger Tiefe lagern über ÖM briti1chen Inseln und 11er Frank- rcich gegrnübrr einem Hochdruckgrbirt 1":er Nordost- Curbpa. Oie Luxthwegung ist Überal] schwach, nur 7m_nördlichen Nordkéegebiet wrbsn starke, steÜen- wei!e_stürmisck_)€ Östliche und südöstliche Winde. Ju DJ_ujichland 11T bei nahezu normalcn Wärmederbält- nmen und schwach€n Winden aus östlichen Richtungen das Writer Trübe und zu Niedersckplägkn geneigt. AIsntbalben, außer an drr ostdeutscbrn Küste, ist Nikderschlag 96100671; K0k1§kUb€ Hatte gestsrn Nach- mittag (Gewitter.
751 751 762 758 765 774 770 770
S*]WO'p-U-szo)
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753 747 753 754 753 755 759 761 „ 749 ' 753 , 751 „NO 752 ;N
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Deutsche Seewarte.
Theater.
Kön1gliche§chausptela Sonntag: Opern- Mrzs. 65. Vorstrlluxig. Hänsel und Gretel. archeniptcl m 3 Btlrern don Engelbert Humpsr- dinck. Text bon Adelheid Wette. _ Bajazzi. (!*-:Uaoei.) Over in 2 Akten und einem vlog. Mufik _und Dxcbtung yon R. Leoncar-allo, rutsch v_0n_ Ladung Hartmann. Anfang 7 Uhr.
Schauwxelbaus. 72Vorftellung. Doctor Klaus. Lustspiel in 5 Auszügen don Adolf L'Arwnge. Anfang 73 Uhr.
Neucks_Opern -Tbeater (KroÜ). Vasantaseua. Drama in 5 Aufzü en bon Emil Pohl, mit freier Benuyung der Di tung des altindiscben Königs Sudraka. Amang 711 Uhr. _
Montag: Opernhaus. Auf AUerböcbste'n Befebl: ll. Geseüsäxaftö-Abend. Undine. Romantische Zauber-Oper m 4 _Aktkn vdnUlbert Lorying. Text nach Fouqué's Erzählung frei bearbritr't. Tanz don Erni! Graef), Anfang 3 Mr.
UebrrZLHung, mit Be_nußung dEr Text-Einrichtung 11211 Wilhelm Oecbxlbauser. Anfang 73 Uhr.
_Opernbaus. Dlénétag: Der Barbier von Sevßlla. 0873110143 rustjoaua. Mittwoch: Utzdme. Domnrrstag: Evangelimann. Freitag: Yte Meistersingey von Nürnberg. (Hans &ckth Hrrr Tb. Reichmann, K. K. Kammersängsr au?- WTM, 0.__G.) Anfang_ 64 Ubr. Sonnabend: Miggou. Sonntag: Aus AÜSrbökhsten Befébl: “l'hoztre pars: 1812. Schüler-Vorst€l]ung.
211151113 5 Uhr.
SÖausdielbaus. Dienstag: 1812. Mittwoch: Torquato Tasso. Donnerstag: Die Komödie der_ Irrungen. Der eingebildete Kranke. Fre1tag: Z11m__200.3117al€: Das Käthchen von Yetlbroun. Sonnabend: Wie die Alten sungen. Sorintaß: Auf Aklxrbbchxtkn Befrbl: 1812. SÖuler-Vorsteüuxg. Anfang 5 Uhr.
Ji€u€§_Opkrn-_Tbeai€r (KMU). Sonntag: Auf Aüerböcbjien Befehl: 1812. Schüler-B0rstsl]ung. Anfang 5 Uhr. *
Deutsches Thratrr. Sonntag, 2116656105156 23 Uhr: Hamlet. _ Abends 7'“ Uhr: Der S des Khalifen. ? ohn
Montag: Die versunkene Glocke.
Dirnsfag: Ulorjturi. (Teja. Das Ewig-Mäunlichr.)
Lerliner Theater. Sonntag, Nachmittags 2* Uhr: Die Jungfrau von Orleans. _ Absnds 74 Ubr: Renaissance.
Montag: König Heinrich.
Drenstag: Kaiser Heinrich.
Wessing - Theater. Sonntag, rachmittags 3 Uhr (volkßtbümliche Preise): Comtesse Guckerl- _ Abends 76 Uhr: Der Herr Abbé. _ Hieraui: JtHkCitvil. " H A
' on ag: 4er err bbé. _ *ikraui: Civil. H Ju
Dienstag: Comtesse Gucker!-
Frißchen.
RLÜJLUFTULUTLQ Dirrftion: SigmundLauien- burg. _Sonntag:_ Affociés. Lustspiel in 3 Akten 13071 LSbn Gandillot. Deutsch von Max Schönau. Anfang 73 Ubr._ "
Montag und folgende Tage: Affociés.
Neue!; Theater. Schiffbauerdamm 46/5- Direktion: Sigmund Laufenburg. Sonntag: Marcelle. _Komödie in 4 Akten von Victorien Sardou. Fur die deutsche Bühne bearbeite? von Yul Lindau. _Jn Scene gesest you Sigmund
utenburg. Anfang 711 Uhr.
Sonntag, Nachmittag:“; 3 Uhr: Zu halben Preisen: Ter Hüttenbefiher.
Voranzetgx: Zur Jabrbundertfeier am 21., 22. und 23. Marz: Festuarfteüuugeu.
Sonytag, den 21. März, und Montag, den 22. Marz: Zopf und Schwert. heanstag, drn 23. März: Minna von Baru-
Aüen drei Vorstellungen gebt Voran ein e - prolog. Jedichtet von Otto Franz Genfichen. F |
§chil12r-Thcater. Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Ein Volksfeind. _ Absnds 8 Uhr: Eine
Palastrevolution.
Montag. Abends 3 Uhr: Die gerechte Welt.
3 Ubr: Bei halben Preisen: Die wilde Jagd. _ 2158111)? 73 Uhr: Gastsviel__des Herrn Gustav Kad?!- qurg. Leste Sonntags-Aussübrung. Die berühmte
*rau.
Montag: König Saul.
Diknstag: LETZTLÉ Gastspisl dcs Hkrrn Gustav Kadrlburg. Die berühmte Frau.
In Vorbrreitang: Tropenkoller.
__ Thratrr Unter den MWM. 235506165557. * irekrion: Julius Frißfcbe. Sonnta§,Nachn1itta s 3 Uhr: Béi Halben Preisrn: Der Bettelftudeugt. __ 2156115573; Uhr: Strauß-Cvclus. Indigo und dre vierzig Rauber. Große AUÖstÜUUnngVZWÜL 1r_1_3 Akte!» nach Einem älteren Sujst für die [1101102 Bubne bsarbéitet 1:00 Eduard Jacodsbn. M_u!1k_don Jobanm Sirauß. Drei grdße VaUrts, 852721711611 nnd arrar'gvxrt vom Vallktmréstcr Greco PoZgiolrfi. J
' 6011109: ndigo und die vierzig Räuber.
Z))?!ttwocky: waitsr Abend im Strauß-CVcLUs. Ter Karneval m Rom. Operrtte mit B.:Üét igt?» ßAktca yon J. Braun. Mufik don Job. & rau .
Thalra-Theater (Vorm. Adokpb Ernii-Tbeater). Yrrédenerstrüße 72/73. Direktion: W. Hasrmann. Sorrntag, N_achm1tsags 3 Uhr: Bei ermäßigten Yrsiyrn: Trtlby. Drama in 5 Akten nach dem
_bman des Georges du Maurikr, von G. Okonkbwsky. Arrnds 73 Uhr: Frau_ Lieutenant. Vaudeville in 3 Akten yon P. Ferner und A. Marx:. Deutsch Von H. Hrrschrl. Mufik Von G. Serchie und V. Roser.
Montag und iolgrnde Tage: Frau Lieutenant.
DZrntral Theater. Alte Iakobstraß: 30. irektion: Richard S-Äulß. Sonnta : Emil»? omas a. G. _Eiu fidelex Abend. BurT1€ske dramZtische Neva? in 1 Vorsle und 3 Bildern Von J. Freund und_ W. Mannsiadt. Mufik don dxrscbisdcnen Meistern, arrangtert von Julius ' Einödébofer. Anfang 76 Uhr.
Montag und folgendeTage: Ein fidelcr Abend.
Konzerte.
__ Kaiscr Wilhelm-Gedäaztnißkiraxe. Montag, d. 22. März 1897, Nachmit-
tags 4 Uhr, zur Feier des 100jähr.
Geburtstages Kaiser Wilhelm's des Großen
[750131Festkonzert
unirr ütigrr Mitwirkung des Direktors d. Kgl. Aßad. Hochschule f. Vkufik, Herrn Prof. Dr. Joachim, der Damen Frl. Helene Ober- heck u. (__Tlara von Senfft, der Herren Kgl. Kammersgzrger Krolop- Prof. Kruse, Kgl. Hofopern/crnger Mödlinger u. des 41 08136113.- Cdors d. Kgl. Akad. Hochschule unt. Lcitg. des Hrrrn Prof. Ad. Schulze.
Orgel: ])1'. Heinrick) Reimann.
Eintrittskartrn 5 4, 3, 2, 1,50 11. 1 „FQ bei Bote & Bock und in der Küsterci, Zum Besten des Baufonds der Kirche.
Montarz, _Anfana 781110: Symphonie-Kouzert, unter gefaütger Mitwirkung des Professors Hérm Fx. Gernshetxxr. _ Sympbonie Nr. 4 von (Herrs- beim, unirr perxonlicher Lerlung des Komponistrn,
Philharmonie. Montag, Anfang 73; 115: Konzert der Berliner Liedertafel.
Zaal Lethßein. Sonntag, Anfang 74115:
1x. SonntagH-Abend don Amalie Joachim. Montag, _Anfang 8 U5r: Konzert don Hedwig Holtz (KZavier).
Zirkus Renz. Karlstraße. (Jubiläums- Saisou 1896/97.) Sonntag: Zwei große Voxftelluugenx Nachmittags 4 Ubr (ermäßigte Pxe11e und 1 Kind _unter 10 Jahren frei): “1210 181 [1211 mtt_dem brltebten ScheU€nsviék _ Abends 77 Uhr: Aufführung der Novität: Durchschlaßsndrr Erfolg! Aus der Mappe e_iues Riesengebirgs- Phantafteu. Eine romantiych-pbantastisckye Hand- l_ung dqn_D1rektor _Fr. Renz ur1d dem Grsßberzks“ lick) b€1fi1ch2n Hos-Ballétmeister August Siems. _ Außkrdem dle bervorragendsten Nummern dss Repertoires.
Montag, Aberds 711 Uhr: Aus der Mappe eines Riesengebtrgs-Phaniafteu.
"___-__? Familien-Nachrichteu.
Verlobt: Frl_. Käthe An 1er mit Hrn. Gymnasial- L;"brer und Lteut. d. R. ribur Erdmann (Grau- deyz). _ Frl. Martha von Klüfer mit Hk"- Wßstenz-Arzt Or. 115181151115 (Oldenburg). “Fll- Gertrud ESbach mtr Hrn. Prem.-Lieut. d. N Georg Merkel (Breßlau-Trebniß).
V erebexicbxt: Hr. Lieut. Rochus Frbr. von Lütt- wiy _mit Frl. Lucv Vonwiller (Wien). _ H- W“. „]111. 0011 Kaßlrr mit Frl. Henny Küvrer (Berltn_Dm§burg). _ Hr. Gericth-AffsffN Ar_tbur qubel mit Frl. Cécilie Brauer (Swins- munde-Rtttxrgut ETÖLNWQWL).
Geboren: Ern Sobn: dem Braunscthammkk“ bérrn Georg Von Bülow (VmaSrode). _ Hrn- Riftmeister Frbrrz. von Oldersbausen (Wandsbek)- __ rn Prem.:Lteut. Honricbs (Berlin).
GeitorÉrn: Fr. Bank-Direktor Frieda Schu15
grb. Schauenburg (Charlottenburg). _ Hr. R?“
gierungs- und Forstratk) Dobbelstrin (Minden). ““
Dr._Paftor Bernhard Pietsch ((Groß-Hartmanns“
dort). _ Hr. Fabrikbefißer Heinrich Bruck (BMW)"
Hr. Obsr-Bergraxb Heyder (Dortmund).
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Druck _dsr Norddsutschkn Buchdrnckerci und VrrlaZÖ' 5311111011 Vsrbn ZW., Wilbrlnistraßs Nr. ZT
Acht Beilagen
(sirtsck/[isßsiÖ BörsenBeilagé).
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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf voUe Doppelzentner und der Verkaufswertb auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durch-
schnikt§rreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet.
Ein liegender Strick) 1“) in den Svalten für Preise hat die Bedrutung, daß der betreffende Prcis nicht borgekommen ist; ein Punkt ( . ) in den leßten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.
Deutscher Reichstag. 190. Sißung vom 12. März 1897, 1 Uhr. Ueber den Anfang der Sisung wurde in der gcstrrgen
Nummer d. Bl. berichtet. _ _ _
Auf der TageSordnung steht zunachst die zweite Bergtbung
Yes__Gese§entwurfs wegen Verwendung _ uber- 1chU1siger Reichs: Einnahmen zur_ Schuldeptilgung.
„ Nach der Vorlage (L_ 1) sollen die Ueberwerfungep _an d_le Einzelstaaten, soweit 6 1897/98 die Matr1kularbe1trage Ubkksieigen, zur Hälfte zur Schuldentilgung vrrtvendet werden. Nach § 2 sollen aber, Was die Matrtkularbetträge1899/1900 die Ueberweisungen ü rsteiézen, die Matrtkularbettrage un- ?kboben bleiben, soweit d e Ueberschüffe aus dem Jahre 1897/98 zur Schuldentilgung verwendet worden find.
„ Die Kommisßon hat einen neuen § 1 beschlossen, wonach YZ? nach der Franckensteinffchen Klausel dem Retche vorbehaltene Exstimme von 130 Miüionen Mark 0118 den mdtrekten Steyern
r das Etatsjabr 1896/97 behufs Vermtnderung der Rerchs- ch111d auf 180 MiÜionen Mark erhöht wird. Von_den Ueber- W?L„sUngen, soweit fie die Matrikularbeiträge übersteigen, sollen L_)rx1 Viertel zur Schuldentil ung verwendet werden. Der Where F 2 (jest § Z) ist da in geändert worden: _ _
.Uebersteigen im Etatsjabre 1899/1900 die Matrikularbeitrage das Etakssoll drr Ueberweisungen für die gleiche Periode urn mrbr- als dra Betrag der für das Rechnung§jabr 1897/98 uber dre
Matrikularbciträge hinaus erfolgsnden Ueberweisungen, so blrtbt
k" Mehrbstrag insoweit unerboben, als auf Grurd ds_s_§ 2 Mittel
zur Schuldrn1ilgung verfügbar gswordrn find. Die infolge dessen
W Hélstellung des Glricbgewicbts im ordentlichen Etat erforderlrche
Deckung erfolgt zu Lasten dés außerordrntlichen Etats. deocb ist
von diéser Bestimmung nur in dem Maße Gebrauch zu machen,
als__der Bedarfsbetrag nicht durch Mebrerträge bei den Ueber-
Mt1ung_ssteuern Deckung findet.“ _
Bertchterstatter ist der Abg. 131“. Lieber (Zenn). Staatssekretär des Neichs-Schasamts [)]: Graf von Posadowsky-Wehner:
_ MÜ“? HMM! Ich glaube, es wird zur Förderung unserer Ge- schafte dienlich sein, wenn ich erkläre, daß ich gegründete Aussicht babe, daß die verbündeten Regierungen den Geseßentwurf annehmen Werden in der Faffung, wie sie von der Kommisfion beschlossen ift.
Dre §Z 1 und 2 werden ohne Debatte angenommen. ZU § bemerkt
i W?K- Rikbtek (fr. Volksp.): Dem vorjäbrigen Entwurfs konnte
ch Zustimmen, weil er fich auf das Etatsjahr beschränkte._ Der neue
dnt'DUtf aber verkoppeltzwei Jahre mit einander. Die Bedenxen
ÖWLM babe ub in erster Lesung vorgebracht. Es liegt darm eme
? känkung des Einnahme-BewiUigungSreckpts “909 Reichstages; denn
wenn die Ausgaben des Reichs durch Erhöhung der Matrikularbeiträge
nicbt aedeckt werden können, so bleibt nichts übrig als neue Steuern einzuführen oder Anleihen aufzunehmen, wodurch wiederum die Schul- den des Reichs erhöht werden. Es ist nur die (Einführung der vom Hause zweimal abgelehnten automatischen Regelung für zwei Jahre, wodurch die Finanzen des Reichs unübersichtlich werden.
Staatssekretär des Reichs - Schaßamts V1“. (Graf von Posadowsky-Wehner:
Meine Herren! Der Hkrr Abg. Richter hat eigentlich in seinen Ausführungen anerkannt, daß sachlich das Vorgehen, wie es durch das Geseß beabsichtigt wird, gerechtfertigt ist. Er macht nur einen anderen Vorschlag, der dabin geht, ohne Jnterbsntion der Geseßgebungs- maschine dasselbe Resultat zu erreichen. Ich habs aber bkreits in der Budgetkommisfion angefübrt, daß dieser Weg für die Verbündeten Regierungen, wenn er auch formell ganßbar wäre, doch die allergrößten Bedenken baben müßte; denn das ist unzweifel- haft, daß nach dem Vorschlage des Herrn Abg. Richter den Bundesstaaten jedes Recht auf Ueberweisungrn thatsächlicb entzogen würde. Wenn man aber ferner das, was hier durch Spezialgeseh g€scheben sol], durch einen Beschluß einerseits zu dem Etat und ander- seits zu dkm Anleihegeseß zu erreichen sucht, bringt man die VLrbÜUdélén Regierungen auch in eine Zwangslage; man berkoppelt die ganze Frage mit d€m Anlsihegeseß, was mehr oder Weniger einen intrgrierenden Theil dks Etatégeseses darsteÜt, und damit auch mit dem Etatsgeseß selbst.
Ick) kann aber auch den Ausführungen des Herrn Abg. Richter darin nicht folgén, daß der Vorliegsnde Geseßentwurf das Matrikular- beitragsrccht des Reichs gegenüber den Einzelstaaten in bedenklicher Weise beschränkt. Zunächst ist allerdings vorauégxfetzt, daß im korrespondierenden Jahre 1899/1900 nur insoweit Matrikularbeiträge erhoben werden sollen, als die Bundesstaaten Mebrüberweisungen im vorvbrbergebenden Jahre erhalten haben. Das ist, zwar line Ve- schränkung des Matrikularbeitragsreckpts des Reichs, welches aber auch im dringenden Interesse s einer Finanzverwaltung liegt; die Finanz- verwaljung wird fich mit größerem Erfolge gegen steigende Ausgaben sträuben können, wenn fie erklärt, daß eine höhere Spannung der Matrikularbeiträge die Notbwendigkeit zur Folge haben müßte, einen Theil der bewirkten Schuldentilgung wieder rückgängig zu machen.
Der fernere Vorzug des § 2, jest § 3 des Entwurfs, liegt darin, daß die Bundesstaaten mit erhöhten Mairikularbeiträgen nicht heran- gezogen werden dürfen, so lange nicht das Reich den Betrag, der zur Schuldentilgung verwandt ist, zur Ermäßigung der Matrikularbei- träge wieder zurückgegeben hat. Das scheint gerecht, so lange als die Bundesstaaten noch in Gefahr find, höhere Véatrikularbeiträge zahlen zu müffen, als sie an Mebrüberweisungen im Jahre vorher bekommen
1Z97.
haben. Denn theoretisch liegt noch immer die Möglichkeit vor, daß schon die Ueberweisungen in ibrem statsmäßigsn Ansaß hinter den Matrikularbeiträgen zurückbleiben. Schließlich ist aber für das Budgetrecht des Reichstages doch entscheidend _ und ich glaube, daß der Herr Abg. Richter dies nicht genügend beachtet bat _, daß, wenn die etatsmäßige Spannung größer ist als der Gesammtbetrag der etatsmäßigen MebrüberMi/“ungen einschließlich des Betragss, der zur Schuldentilgung verwandt ist, die Bundssftaaten dann wieder unbeschränkt zu Matrikularbeiträgen herangezogen werden diirfen. Die Bundesstaaten baben also isst noch das voÜe Rifiko, im Jahre 18991900 mehr Matrikularbeiträge zablen zu müffen, als im Jahre 1897/98 ibnrn an Mebrüberwäsungrn tbatsächlicb zuflikßt. Jeb Jrstebe zu: dis Eventualität ist nur akademisch; sie wird nicht eintreten. S0 [ange aber noch die Bundes- staaten auch nur tbeorrtiscb diesem Ristko unterliegen, ist 28 ge- rechtfertigt, den § 3 anzunebmkn und 155611 ein: gewiße Sicherung dafür zu geben, wie boch das Reich seine Forderungrn an die Einzelstaaten im Jabre 1899/1900 steUen wird. Das ist der Haupt- dorzug dicser Gestaltung des § 3.
Meine Herren, ich babe in der Budgetkommisswn schon 0118- geführt, daß jsßt die Bundesstaaten 7171) fortgesetzt in einer Art nervössr Unruhe béfinden, weil fie nicbt beurtbeilen können, wie boch fie die Forderungcn des Reichs einstellen soUen bei der Kalkulierung ibrer eigrnen Etats. Dieser Uebelstand wird bis zu einem gewiffen Grade durch die Gesetzesvorlage bestitigt. Denn 85 liegt die Wabr- scheinlichkeitnichtvor, daß, falls Sie das GesrZ annehmen, die Bundes- staaten 1899/1900 mehr an Matrikalarbeiträgen zu zahlsn haben werden, als fie 1897/98 an Mebrüberweisungen erhalten haben. In der Vorschrift des § 3 liegt aber gleichzeitig ein? wssrnüich Brewse zur Verhütung weiterer Anforderungen des Reichs übar jene ge- seßliche Grenze hinaus.
§ 3 wird darauf gegen die Stimmen der freifinnigen VolkSpartei angenommen.
Darauf wird die zweite Berathung des Reichshaus-
alts-Etats für 189798 beim Etat der Zölle und Zerbrauchsfteuern fortgefest.
Die Einnahmen aus den Zöllen (372480000 846) und aus der Tabacksteuer (11293000 015) werden ohne Debatte bewikli t.
DJs Zuckersteuer ist mit 81 Millionen Mark ver- anschlagt gegenüber 80 MiUionen im laufenden Etat.
Abg. Dr. Schulß-Lupiß (Rp.) führt aus, daß das neue Gesetz roße Ungereckotigkeiten mit fich gebracht habe, namentlich durch die Betriebssteuer. Mehrere hundert Bauern hätten eine neue ngrik begründet und seien durch die Betriebssteuer von 50000.“ sozujagen Vor den Ruin estellt. Jedenfalls werde ihnen der Verdienst an dem Rübenbau erbe lich geschmälert. Wenn eine Prämie für Rüben, die an der polnischen Grenze gebaut "Werden, gezahlt Werde, dann müßten die deutschen Bauern in ihrer Produktion geschüst werden.
Staatssekretär des ReichS-Schaßamts ])1'. Graf von Posadowsky-Wehner:
Meine Herren! Die Frage, ob die Kontingentierungsmaßregekn entsprkchrnd den geskßlichen Vorschriften und den Absichten, die man mit der Bestimmung der §§ 72 und 73 Verfolgt bat, durchgeführt sind, ist bereits Gegenstand der Erörtsrung in dcr Budgrtkommisfion gewesen. Ich habe mir gestattet, dort darauf hinzuweisen, daß, sobald einmal das System der Kontingentierung beschritten wurde, auch Vorauszusebrn war, daß zahlreiche Beschwerden über unzu- treffende Kontingentierung eingeben würden. Das ist garnicht anders möglich, wenn man fich vergegenwärtigf, auf welch großem wirth- schaftlirbem Gebiete don verschiedenen zuständigen Instanzen die Kon- tingentirrung im einzelnen durchgeführt wird. Wir haben in der Reichswerwaltung in dieser Béziebung bei der Branntweinsteuer ja bereits reiches Makerial gesammelt. Eine andere Frage ist aber, ob das, was der einzelne Betbeiligte für eine Ungerechtigkeit hält, auch wirklich ungesetzlich ist; das kann doch nur die Grundlage der Beurtbeüung überhaupt sein. Im einzelnen ist darauf hingewiesen, rs hätten Fabriken, die nach ihrer Leistungßfäbigkeit eingefchäßt worden find, ein Kontingent erhalten, was sie garnirbt verarbeiten könnten. Ick; halte das für wirthschaftlich bedauerlich, geseßlich kann es aber durchaus korrekt sein; denn in dem Gsssß ist ausdrückiich Vor- gesehen, daß neue Fabriken nach ihrer techniich€n Leistungs- fähigkeit einzuschäyen find, und wenn die Fabrik in drr Provinz Posen, die hier besonders grnannt ist, in der That eine so große technische Leistungßfäbigkeit bat, so mußte sie auch darnach cin- geschäyt werden. Dkk Fall ist doch kaum zu denken, daß eine Fabrik lediglich dssbalb, um steh «im böbéres K0111ingent zu erwerben, maschinelle Anlagen hkrstellt, die sie dann garnicht verwrndrn kann, wéi! ihr ein Entsprechendes Rübenquarch11m zur Verarbeitung garnicht zur Verfügung steht. WürdL aber selbst eine solche Fabrik eine solch geradezu unsinnige Manipulation vornehmen, so würde ihr das nichts nüßen, wsnn ihr nicht das Nübenmaterial zur Verfügung stände, um ihre zu großen maschineuen Ein- richtungen produktiv und gewinnbringend ausnüßen zu können. Im übrigen gestatte ich mir, darauf Hinzuweisen, daß die erste Kontingentierung in der Zuständigkeit der Behörden der Einzel- staaten lag und daß, wenn man bei dieser Kontingrntierunß wirklich entgegsn den geseßlickzen Vorschriftrn Verfahren sein sollte, jedem Betheiligten das Recht zusteht, sich an den Bundeßratb zu wenden, der auf dem Gebiete der indirekten Steuern die Aufsicht über die Ausführung der Reichögeseße bat. Selbstderständlicb würden solche Beschwerden nur eine Abänderung 111'0 1'11-5111'0 herbei- führen können, wenn fie sachlich berechtigt find. Eine andere Sache ist die, ob es fich nicht empfiehlt, die Instanzen, welche die Kon- tingentierung im einzelnen durchzuführen haben, noch einmal sebr ernstlich darauf hinzuweisen, daß sie bei der Kontingentierung neuer Fabriken mit der äußersten Vorsicht zu Werke geben, und daß fie bei ihrem Gesammturtbeil auch nicht außer Acht zu lassen haben, welches Rübenquantum der einzelnen Fabrik eventucll zur Ver- fügung steht. Sie werden darnach nicht die Kontingentieruug vor-
nehmen können, weil bei neuen Fabriken eben lediglich die maschi-