1820 / 13 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sat, 12 Feb 1820 18:00:01 GMT) scan diff

1-2- Mvüatén sichinBerhaft befänden, “ohne vor den !

"Richter gestellt zu werden, veranlaßte die Bemerkung .de's BeriTHt-Crstatteés, tssry _freüich 'nicht “ohne Bei: spiel,. paß bie Instruktionsüch'ter dée thersuchungen _féhr Hersohleppterx uud die "Angeklagteu d'aruntex sehr

'“ljlten; doch sey “,eszschwer zu gläuben, daß man *die

Beschwerdeführer 8 "***bis 12 Mwnate in solcher Unge: wisheic-ihres Schicksales gelaßen'habe. (Sollten, nach der Französischen Kriminalordnung, "nach welcher die Sache “bis ZW," Eköfnung des Asstfengerichtes ganz in 'den Händén des InstruktiMSrichtes verbleibt, derglei: chen Verzögekmigenso selten seyn? Unsdünkr, 'von 1-8 Monaten und drüber gehört zu haben. Indes muß diése Willkür, biUig 'zu den abhelfl-Zchen Mi??- Éräuchen' gezählt “werden.) -

Die Nachriöhee'n aas Syänien sirid "noah ünzusxr: iäßi'g. “Nach «» ]0'ur118] “ck=: 1"..sz istjeddcbdieZahl der Rebellen 5 bis 7000 Männ Sie haben _ sich des

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zu schwach vextheid'igten Arsenales der Marine zu la

Carracca (unweit der Insel Leon) é'ines Linkeri'sMkfcs

Imp ““eixiec Fr'cgafte bemächtigt.

Spänisohes Amerika. Man hat Nachkichtén aus Trinidad, die bis zum 14. December gehen, aber nichts Wesentliches über den dexmaligen Skän-d '“d-ér Dinge in Venezuela enthalten, vielmehr scheint 'man dasekbft aua) keine zuverläßigen Berichte zu häökn. Cs heißé: "Bokiöar, der äxn Cube dss August 11115!) Pdp'ay'a'n märschirt sey, wäre Nach den glänzendsten Eéfolgén mit 5000 MaUn am Ap'ufre angelangt, wo: selbs? e'r*s1'ch N11? Paez vereiriig-t häbe, und n-ur- Hoch die ÉCV e'r'**e*ux"schen Truppen aus Sumatra und Mar- guerita erwarte,*um gegen Morillo auf Caracas zu marschiren. Ganz abgesehen Hon der Eykfer'nupg ?znZ-i: schen Popayan und demLApure:Strome, J| gar 111"th ge- meldet, wenn Bolivar am Apure und in welcher Gegend er angelangt sey. Rach derfélbén Nächéricht har erden Genxral Soublette sjchkjeuyig von Au: gustu-ra “abgeschickt, welches bekanmtich am Orinoco noch zi'kmlich entfernt vom Apure liegt. Der Gene- ral Marino ßeht Cn Matur'ino (Sumatra). Erst nach Vereinigung diesér Truppen soll der A::grif auf Morä'lllo, der seine Macht bei Ealab'ozo (mittén in dex Provinz Venezuela am Guarico) concentrirt hat, erfolgen.

Stuttgart, vom 3. Februar. Der Antrag des Finanzministers bei de: Ueberreichung des Finanzge-

seses: „daß, da die vier Monate, auf welche z bu: direkten Jahressteuer provisorisch ausgeschrieben wor: dm, bereits verßoßeu, die Verwiliigung des Ganzen v0r_ Allém zum Gegenstande der Berathungen gemacht werden möge“ hat “bereits zu lebhaften Erörterungen in der Kammer der Abgeordneten geführt. Der zur Bericht:Erstattung über diesen Antrag ernannte Aus: schuß war in seinen Aystchten getheilt.

mit der Maasgabe, daß zugleich auf Herabsesuug dec

Accife von dem ins Ausland gehenden Vieh angetra: , gen werde; die Minderheit war der Meinung, nur das S

eiye Drittel zu verwiUigen, dabei aber die Bereicwi'l- ligkeit_auch_für das andre zu erklären, wenn 'das Re: fultat der Prüfung de-x Staaes-Ausgabm Disse Ver: willigxmg als unerxaßliqh darstellen würde., In der Kammer traten "mehre Red:)er (Lang, Gme-l-iK d. ä., v. Seeger, Volley, WeiSHaar) fü! déexVe-c wiUigu-ng des Ganzen a?»:f, rmd nahmen ihre Haupt: gründe aus der NothweUdigkeit, uno “„Raus, da-ß fü: die an*dxrn angcsonnene-n Steucén Nos?- NNW“! genug zux Pxüfung des Etats vox-Handen sey. CSM Fo Viele l_ießenxßch dagegen *vernchmcn, wciä „dé,- Vexfaßuvg die VerwilligUng ohne vorangegangene.- Unc-xrsu-xßxn-Z ter: biete, )die "Stände also gegen den König und das Volk ihre Pflicht Verleßtcn, wénn sie der Bewilligung die Prüfung nicht vorangehen Fließen. Diese leßte Mei- nung veréheidjgten besonders v. Ow, Keßler, Grie- singer, Cot-ta "von Cot'tendorf,PräL. Schméd. Keßler g:?ng'becejcs in das Fänanzges-eß selbst ein und äuserte, daß die vom FinanxmjnMer vorgelegte Ueber!“ steht, wie eine auch "nur flüchtige Prüfung zeige, ganz falsch ßece'chnet sey; man spreche yon einem Betriebs- Kapitäl des Finanzministers, als sey die Finanz ein Gewerbe, der Staat eine grOße Fakrik. Der Etat des Ministers erscheine unerhört. in Au,;xdruck und Anfode-

rung.

Jahre übrig habe, die er nicht in den neuen Etat ge- bracht. raéh, und dann noch einen Refervesond von 250,000 FL., kurz er fodere mehr als A=kles,dcnn so vieles Geld sey in Würtemberg gar nicht in Umlauf. (Keßler trat bekanntlich srüherhin wider den Herrn v. Mal- chus auf.) Man hat bei diesen DiSkußionen über den Gegenstand selbst, verfaßungsmäßig, eine freund“- schastliche Berathung _mit der ersten Kammer be-

schlojen.

* . . !

Beilagk.

Die Mehr: heit_wol1tx die beiden Drittel ganz bewilligen, nue ?

Ueber das All-es mache er nun das Anstnnen, : die ganze direkte Steuer ohne PrüfMg zu bewilligen.- ; Er gestehe, daß “er gegen-900,000 Fl. vom lekzten Etats:

Er fodere zu “diesen noch ".“-00,000 Fl. in Box: -

B e i l a g e zum 13ten Stücke der Allgemeinen Preußischen'StaatS-Zeitung,

vom 12cen Februar 1820-

“___“-.""-

Ueber die Dienstentlaßung des Profeßors deWette.

Da der ehemalige hiesige Profeßor de We tte die Akrsnftiicke seiner Cntlaßung VCM der Profeßur an der Universjcéir zu Berlin, durch den Druck öffentlich be- kamxk gemacht hat: so dürfte eine akcenmäßige Nach: réchc Über die Art, wie das Schrkiben deIselben an die Justizräthin Sand am 51. März 1819 zur Kennt: 1115 des Preußischen Gouvernements gelungt ist, nicht Umjutereßant seyn. Cs verhält sich damit nachsehen: dermaßen.

Unxcc den am 8. Jul. 1819 in Beschlag genom: me'nen Papieren der Berliner Burschenschaft, fand man bei einem Vorsteher derselben die Abschrift des Brie- fes VLS Advokaten Dürrschmidt zu Wunsiedel, Schwagess des Sand, an den Profeßor de Werte vom 13. April 1819, worin es unter andern heißt: „Engel des Himmels waren Ihre Schreiben vom 31. „v. M., die an mich und meine ScHwéa-germutter „'gerichtet sind. Den an leßtere gerichcecen Übergab „jeh so.;leich. Ihre trostreichen Ansichten sind auch „voéikommen die unscigen.“ Diese Abschrift mußte UM so 2111151: di? Aufmxrksamkeik des Preußischen Gou- vocn-exxacms erregen, als sie von der Hand des vorge- Daciyrsx“: Yorsießers der Burschenschaft, rnicHin in Ber- lén, genommcn war, als sie unter den Papieren einer V-exbjndung gefunden wurden, welche nicht allein an sich gcsekzwidrig, sondern aus welcher schon so manche

,cmpörende Aeusecungen über Sands Méßechar ver.

nommen waren, und (1123 endlich andere in Beschlag genommene Papiere unziemliche Aeuserungen des Pro- feßors dc Werte über diesen Gegenstand enthielten.

Das Pxeußjsche Gouvernement trug daHLr am 9. des gsdachten Monats bei der Königl. Baiecschen Re: giexung (mf die Vernch1nung der Sandschen Familie Über ihr? Verhältntße zum Prof. de We tte und auf Die Métthcilung deßen, iN Bezug genommexxen, Brie,- fks M. Di? in Gemäßhc-ic des Befehls ch Königl. Baierschen Gouvsrnsmxnts am 5. August v. I. am LaUdgcxichte zU Wunsisösl vernommenen Vcrwandten, Batcr, Muttsc 12111) Schwagsr des Sarxd, erklärten, daß sie den PMs". de Werte nur LÄUMTIÉ gksehen hätten, näxnlich im August 1818, als dérsklde mit zwei Bekannten des junZ-xn Sand durch Wunsiedel gereiset und auf eine Nacht bei ihnen eingekehrt sey; sie übcrgaben dem Landgericht? eine, dem Prof'cßor de Werte bei seiner Demnächsfigen Vernehmung in Berlin vorgelegt? Abschrift seines unterm 31. März an die Justizräryin Sand erlaßencn Schreibens,- da sie das Original einem abwesenden andersn Mitglicde der „Familie mitgsxhejic hatten, und zugjséch dic Ur» schrift des Briefes, wochen gcdachtey Profeßor de Wette am nämliohen Tage an den Advoéaxcn Dürr- schmidt géschrjebcn und welchem er das in Frage

' stehende Schreiben méi: der Bitte eingeschloßen hatte:

„finden Sie die 1111 seixxe (Sands) Murter gerichte: „ten Zeilen paßcnk) und zuträglich, so übergsben Sie „dieselben.“ Nachdsm die Urschrift des zu Wansiebel aufgenvaLnen Protokolls, nebst den Mgeführren Ab: Yrsxßriften auf axanljchem Wess von München in Ber: Lm eingegangen WMW, ward die“ Vernehmung des Profeßors de Wette angeordnet. Das Sayrciben desselben an Sands Mut:er vom 31. März. v.,F,

„ist übrigens mir der, zum Proxokoll dcs Landgcrichtes

311 Wunsiedel übesZedenen “Zidschrifc auf das voijßän: dtgfte xml) getreZZstc iibcrcinsimxpend abgedruckt; und Wenn m den onenxlichen Abdrycken einzelne SteUen

mit größeren Lettern bezeichnet worden, so ist dies lediglich deshalb g schehen, Um diejenigenAeuserungen anzuoeuten, welche vorzugsweise Anspcuch auf die öffenkliche Aufmerksamkeit haben.

Statistische Notizen vom Preußischen Staate. Aus amtiichen im Laufe des Jahres 1819 eingegangenen Nach: richten. (Fortsetzung.)

Die jeßigen Schulden des Preußisohen Staates smd überhaupt nur eine Folge der außerordentlichen Eretgmße, welxße dec Zujxand von Europa seit dem Jahre 1789 herbeigeführt hat:.

Die Kcikge am Rheine von 1792 bis 1795 zehr- ten nicht nur schnell die bereitliegenden Ersparniße auf, sondern nöthigcen selbst zu Anleihen, dae nm.: langsam abbezahlc werden konnten, weil der Staat aus den großen neuen Erwerbungen in Polen nichl: nur keine Beihilfe zu den allgemeinen Staatsbe- dürfnißen entnahm, sondern selbst noch einen Theil der Ueberschüße aus den ältersn Provinzen dOrthitk verwandte, wo Nach einer langen Anarchie fast Alles 11211 zu schaffen war, was der Kulturstand des Zeital- ters erfoderte. leicyzeitig veranlaßten eben diese neuen Erwerbungen fast aUe öffentlichen und sélbst viele Pri: vat:An|alten zu einer grOßen Erwetkerung ihrer Ge- schäfte, zur Aufnahme neuer Betriebskapisale, zur Grünxung neuer visluersprechender Anlagen, und zur- Gewährung eines ausgedehnteren Kredits, um Landbau und Gewerbe auf dém neuen fruchtbaren, aber ver: säumten Boden scyneu empor zu bringen. In dieser hoffnungsvoUen Zeit des Säens und Pflanzens für: die scheinbar nahe Ernte überfielen den Staat dis Unfälle desJahres 1806, und erschütterken seine Grund: festen. Alie Staatsanskalcen verloren damals unvor- bereitst den größten Theil ihrer Bestände und Betriebs- Kapitxale; der überaü eindringendeFeind legte Beschlag auf“ AMI, was nur entfernt öffentliches Eigenthum zu seyn schxen; Viexss wurde ganz weggenommen,An- dsres erft na„ch Jahren, und nicht ohne empfindliche Verluste, zuruckgegeben. So verschwanden die Mittel, womik den eingegangénenVerpflichtungen gegnügt wer: den konnte; und es sntftand daher eine große MaISe von Anfoderungen an den Skaat, die mit Jnhegriff des ungexilgten Uebercesres der vorerwähntkn Anleihen auf

54,419,149 Rthlr. 12 Gr. 9 Pf. berechnec worden sind.

Beschrvert mx'k dieser Schuldenlask trat die Regie: rung in den düsceren Zeitramn vom Anfange des Jah- xes 1807 bis zu Ende dss JaHres 1812. Es wäre tn ruhigen Zeiten, déi Unbescyränkrer Verwaltung und oner Freiheit des VerkehrW eine schwere Aufgabe ge: wesen, neben den gcwdHnlichen Staatsvedürfnißcn, und neben Verzinsxmg UUO Ablösung der vocerwähn: ten SMW, aus dem bloßxn Cctrage dec ordentlicher: Staatseinéünfte das Land wiederum in wiréhschafc: [WM unw wehrhaften Illständ zu versstzen. Aber gar nichc zu denken war daran in Den stops unglücklichen Jahren eines Scheinfciedcknch während deßen der übsr: mächtige Feind er;: bis ins dritte Jahr dcn größxcn Thcxl des Staates bcsckxt hléik und aussog, dann nach endlichr Rmxmung, in den drci Lder-Üxxxxzen jm „Her: 3611 des 33.111041, kostbar zu wcrpfisxzech GQTUÖsVUFU zu: riiééiésß, und MOMO dx? chrerung UÖZHf-zte, in einem unxmtiirliMn und vcrhaßtm Bandmße, untcr kaum erschwinglichen Auka'sxungen, vs: Rrrtunxz ihrer C'xi: