ser, die im Herzogehume Jülich Besthungen hatten, nicht alje im Lande lagen, sondern größtentheils im Auslande, in Köln, Aachen, Lüttich, Maféricht, Venlo :c. Die Bessungen der Landgeisilishkeit, als der Pa: storm und Vikarien, find in ovtgem Verzeichniße nieht mit angegeben worden, da dnss nicht mit zu je:)er Kontribution gezogen wurden. Die Stifter, Abtetey und Klöster hatten an den meisten Orten, wo sie dj_e Zehnten hatten, auch die Pfarreien zu beseßen, und sxe mußten daher diese in jener Geldaussxhreibung mtt vertreten. _
Man 17th aus den angeführten Zahlen, daß die Stifter eine größere Neigung gehabt, Zehnten zu er- werben als Leéndeceien; hingegen die Abteien und Kid“: ster haben [?ck mehr auf die Erwerbung von Länderkien gelegt. Das Domkapitel von Köln besaß im Herzog- thume Jülich allein 26 Zehnten, die mehr als 25.000 Morgen umfaßten. Der Zehntsprengel des Domka- pitels betrug aiko blos im Herzogehume Jülich Eine und eine halbe Quadratmeile Ackc-rland.
Auf die Mühlen scheinen die Geißlichen nicht viel gehalten zu haben,. wahrscheinlich der vielen Repara- turen wegen. Dyna im ganzen Herzogthume Jülich besaßen die Sxifter nur ('; Mühlen, die Abteien nur
(und hierunter die Gladbacher Abtei allein 5 zu Öladbach) und die Klöster nur 11. Die Mühlen waren liberal] mehr Domaine der aufstrebenden Landes: Ho: heit geworden, woher denn später eine so große Menge Domainen:Mühlen als Nartonal:Domain mit vexkauft wurden. Daß die Landsshexrn UTM eben sowol die Entdeckung machten, wie die Geistlichkeit, daß dre Mühlen nur für den vortheilhaft sind, der darauf wohnt, dies ist vielleicht in (7er Einrichtung ihrer RentkaMMern zu suchen. Die Reparaturen dec Mühlen veranlaßten mancherlei Befishtigungen, und diese wieder m0nchen angenehmen Tag für die Fürst- lichen Nentbeamten bei ihren thergebenen auf dem Lande. Hiezu kamen mäßige Discen. (ZOiese: Guam) ist wol schwerlich der richtige. Die verworfend-n Beamten, welche die Djéten bezogen, waren doch nix?): die organifirenden. Es scheint im Jülicher LGde, wic überal], die Behauptung des MühlemRegals, wor- über die Staatswirthschaft sich erst später berich7iget hat, wolallein die Schuld zu tragen. Anm. d. Red.)
Ueb'er die Hebekoften der verschiedenen Steuern von Frankreich.
Die Hebekosten der verschiedenen Steuern vyn Frankreich giebt der Finanzminißer in seinem Budxec auf 12; Procent an, also auf eit) Achtelxer ganch gehobenen Summe. Da das Budjet nun tmmer zw:- schen 900 und 1000 Millionen ist, so betragen die He: bekosten 11a bis 125 MiUiom-n.
Man ficht aus diesen Zahlen, daß der Gegenstand von einer großen Wichtigkeit ist, und daß es wol der Mühe lohnt, in das Einzelne desselben einzugehen, :zm zu sehen, wie fick die verschiedenen Steucm in hm: steht der Hebekosten gegen einander vetbalten.
Die geringsten Hebekofken findrn bei den direk: ten Steuern statt, die nach Rollen vertheilt und ei": hoben werden. (Grundsteuer, Thür: und Fenstecstem-r unö P::tente.) Diese betragen in diesem Jahre 368 Miljionen, wobei 24 MiUionen für Gemeindevedürfniße einbegrjffm find. Der Finanzminister berechnet dercn Hebek'osken auf 25 Mill„ also auf beinahe 7 Procent.
Darauf folgt die Verwaltung des Enregißremenes, welche 158 MiUionen einträgt, deren Hebrkosten aber schon das Doppelte betragen, nämlich 15 Procent. Also nahe 2/4 Mill. Die Einziehung dieser 158 Mill. kostet also fast so viel, als die Einziehung der 366 Mill. direkter Steuern.
Auf das Enregistrement folgen die Domainen. Die Einnahme derselben beträgt 110 Millionen, die He: bung 23 Mill., also 21 Procent. Da bei der Fran: zöffscßen Domme nach an_1tlichen Angaben 26,262 Zoll- Beamte angestellt sind, mdcm eine dreifache ZoUlinie
"_.-v.
um ganz Frankreich geht, so find diese Kosten sehr _th grejflich. Jeder ZoUbeamce erhält im Ducchschmtte 900 Fr. jährlich.
Die Vereinigten Rechte ( die Abgabe auf Getränke, Tadack, Sprelkarten :e.) betragen 188 M“]. Die He: begedühren aber nicht weniger als 48 Mjmopen, also über 25 Procent. Die Tabackregie, die mtt,zu den Vereinigten Rechxen gehört, trägt wol am mexstm zu diesen Kosten bei *). _
Die höchßen Hebekosfen hat die Loxterte (oder eigentlich das Lotxo). Dieses trägt 14 Maß]. und (UE diese kommen aUem 5 Mill. Unkoßen. Dreses mmyc beiaaHe 56 Procent. Die Locxerie ist also in jedem Becrachc die schlechteste Abgabe von allen.
(Fortscsung folgt,)
Jm (““;. Stücke der Allg. Preuß. StaatKZeiMng, Berlin, den 30. Mai 1820, befindet sich ein Aufsatz,. betreffend den Prozeß des „Herrn Doktor Derxis, als Kläger gegen Herrn v. Saint:Mauvieux.
Da ich die Untersuchung gegen Herrn Denis im Jahre 1815, als damaliger Polizei:Direkcoc ves xxten ArmceRox-prx, selvst gélkltrt, so erregte dieser AWMF für mmh em Interese, «dsr ax€ch Abscheu gegen die unverscßämte 1“?de des Herrn Loiseau, daß dix Pxeu- ß2schen Trwppsn den Eéxewokmer Mesnacd vox: ein Kriegsgeriäzc steUen, zum Tode verurthcilen und die Strafe nachher in Skocksqzlcigen, 4 Tage hintereinan- der, an ihm hätten vollziehen laßen.
JTD kann es becheucrn, daß, so lange ich das Glück gehabt habe, als PolizeiDireÜor unter dem Special- Befehle des ehrwürdtgen General Büiow zu skehen, nie ein Franzx'fi'scxzec Unterthan mic Sxocksch|ägen be- straft worden ist.
Der verewagte Geneyal hatte sich in Chartrc's, fo- wol ourcd ßcenge Gerechtigkeit, als am:; durch Mél've', wo die lcßte nur iMMer startfinden komm', bol)? Lche mr“;- Zucrauen bet den Framösésäxen Einwthxn cc- worben; und der damalige Präfek7, Herr Graf von Brekeuil, mit dem ich, als Polizei:Derck70r und Präfts eines gxschwornen KriegsgeéiN-tes, in beständi- gen „Dienstverhäirnißen lebke, maß als rech5licher an und hoher Ve-khxer des verstorbenen Generals bei sei- ner Ehxe berhexrem können, daß die Aussage des „Herrn Loisequ sine péZbklhafke Lüge ist.
Posen, den 4. Jun. 1820.
v. Schlegel,
Königl. Preuß. Oberster.
Auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung hat man beim ".'lnfgmben eines großen KeUe-rs de'n Rumpf eines
von Cedernholz qebauyen Schiffes gefunden; sollte die
Verm::chung, daß dies die Ueberbleibsel eines Péxönizi- schen Fahrzeuges wären, ge:;ründek seyn: so würde dieser Fund die seithex von einigen (Heichrten noch géhegten Zweifel über die Umschiffnng Afrikas im Alterthume beseitigen. --
*) Jm vorf-ZM Jahre beerg :"!)re Vrukto:(§€nnahme 24,5“, **
Mill., d. [) dis Frapzoscn 606611 für 145 Mill. RUM- und Sämmpfmback thranchc, Also jede im Durch- scbm'kce 5 Fr. (Da «Uf dcn Kopf 28 Fr. kommcn, so Verwender ch Nation ungsfähr cin Skcéystkl von dem, was M? Abgaben sie koficn, auf das Ve'cgm'igen zn rauchen und zu schnupfen. Da bei 11118 nnr 15 Fr. Ab- gaben élUf dc'n Kopf kommM, und dcr B?cbraxrck) dss TaMclö wol eben so stark ist, so 1116.69 608, was das Volk alls die TabackS-Kcnsuwtfc-t- vsrwcrxdct, cin gan? zes D:?ittcl der Stetxcrn berrngsn, wenn der Tabe'w" M uns zu domsceben Preise vNIaust wéj'cde' wie i:! Framk- mich). Die AnkankOskcn dsr Tabackbxäktcr, die Fa: brikationxkostsn, die Vecsannng und die UUÉOftén «[[-s'.“ Art betrugen 10:5 MTU. Der ULÜW Uederschaö der T8" backregie betrug also 42. Mill.
Redaktion in “![Ufséckzkt v 0 n S ? kx _0 (“M 0 v, !,?-
Rex'mkrfx'é)? * *::;'Z/»T-x';,;ch(cx“ci_
AUgemeine
Preußische Staats Zeitung.
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48ÉF§ Stück. Berlixx, dxn [FTM Junius 1820.
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1. Amtliche Nachrichten.
Kronik dss Tages.
Berlin, vom 13. JUnéus. S?. Majestät der König haben dem großherzoglich BadénssioenKammer: herrn v. Crousaz den Königlicd Preußischen Sk. Jo: hanniter:Orden zu ereihen geruhet.
Seine Majestät der König haben dem Land: wehr: Lieutenant und Gutsbesitzer Heinrioh August Si: gismund v 0 n L augen zu Wildenow in der Neumaxk, aljcrgnéidigst geJTattet, dm Geschlechtsnamen und Das Wappcn seinkcz Ohcims, dcs Gutsbefftzers von Stein: keller anzunehmen, und fich künftighin von Lan: gen:-Steinkeller mmm! und schrejöen zu dürsyn.
Se. Majestät der König h.".ben den bisherégen Land: und Scadkgerichts:Ass6-ssor Krüger zu Me- mel, welcher zum "Syndikus der StadtTilfit gewählt und beskätigt worden, den Karakter als Justizrath bei- zulegen geruhet.
Einpaßirt: Se. Excelxenz der Wirkliche Ge:
_ heime Ska-xts: und .Kxiegs-Minisker, Gcneral:Lieute-
xxant v. H ak e, von Koblenz. »- Se. Excekkenz der Wirk: ltche Geheime Staats: und K:1bi_::ets;Minister, Graf
3 v. Bernstorff, von Wien. -- Der General-Major
v. Thile von Ruppin.
AusPaßict: heime Raxh und Ober-Präsidenc von Heidebreé', nach Frankfurt an dcr Oder.
Durch gegangen: Der kaiserlich Rußisck)? Gene- ral Graf v, Schuwaloff, als Kouricr von PKW kommend nach St. Peterstrg. Der LKiserlicb O-sfter: reichjsche Kammsrherr Graf,». Bombelles, als Kou- réer von Prag kommend, nach St. Petersburg.
Die von dem“ als Entomologen _und Fori'seher des Jablonskyschen Insektenwerées rühmlichst bekannren
Se. Excellenz der Wirkliche Es:“
verstorbenen Kriegs: Rathe Kirstein hinterlaßene be: ÖLUU'ÜÖ? Sammlung von sehr schönen Schmetterlin: gen, Käfc-rn und andern Insekten, ausgestopften V6: geln, PsTanzen, Mineraxjen, Mikros'éopen, Fernröhren und andern Instrumenten, ist gegenwärtig von der Frau Watxwe dssKriegs: Rathes Kirstein, der hiesigen Uni: versirär geschenktund derselben überliefert worden. In: déTU dayer das unterzeichnete Ministerium dem Wun- scye der Frau Kriegsräthin Kirstein gemäß, hiedurch zur Mcnclichen Kenntnis bringt, daß diese Sammlun- gen nicht mehr in ihrem Hause, sondern in dem mit der hiesigen Universität verbundenen zool0gischen Mu: seum sich befmden, hält sich dasselbe zugleich verpflich- tet, ein so edel und freigekdig beehätigxes Wohlwoljen für die Beförderung der Wiycnsohaften öffentlich dank-
bar anzuerkennkn. Bealin, den 6. JUni1820. Ministerium der Geislicßen: Umerrjchts- und
Medizinal:Angelegenheiten. ,
Altenstein.
Es wird kxéltte das 7te Stück der Geseßsammlung aus- gegeben, xvclc2)e*s enthält:
R0. 599. Dre InsrrUktéon _wcgen Errichtung der Unter: Geréahkc in den mir dsm Pcéußésckxn Staate vereinég: ten ehemals Sächséschen _Provinzßn; vom 4. Mai d. J.
dw. 600 Die allerhöch|e Kabinetsordre vom 5. deSselben Monats, daß den zur Fcstungstrafe kondemnirten Sol: daten die Scrafzekr auf die Dienstzeit nicht angerech- ncxt werdsn darf.
R0. 60-, Die Verordmmg Mgen Einschränkung des Zwanggcbrauckwö der Extrapostqukénz vom 26. und DW 602 Die allerHöchfte Kabinekßordre vom 30. Ljuzä.
WCZLU eines festzusekzenden Präklusfons-Termfns über dis gestempelcen Tresorscheine Und die unvsrzinslick)en, auf die Bcrmögsns : und Einkommen-Steuer außgestell: [SU “Anweisungen. Bcrlm, den 13, Junius 1820. Königl. Pr. Debic-Komcoic f. d. Allgem. Geseßsammlxmg.
WW,
[[. ZeitungS-Nachrichcen.
A u s l a n d.
Frankreich. Die Anklag;2[ßte gegen LOUVel, wie sse der Monékeur mittheélt, enthält zuerst die (55?- schiohterzählung des Mordes, aus welcher wir nur noch das Merkwürdige heraushcben, daß der Herzog Von Berry selbst, so wie deßen Adjutanten, die Gra: fen Choiseul m-xd Clermont, als sie dyn Louvel schnell wie dCi? Bliß auf den Herzog losfahren sahen, 1hn blos für einen unbescheidenen Neugierigen hielten, Und daß der Graf Choiseul von dieser JOee derge- ßaUt beherrscht war, daß er den Zudringlichen am Roche ergriff und ihn mit den Worten „ so seht Cixch doch vor“ zurückwies. Erst als der Louv el nun die Fluch Uchmend schon einige Schritte gelaufen war, «:ernahm man den Sckzrei des Herzoges „ich. bin verwundet.“ Dann giebt diese Anklag:äkte in gedrängter Kürze dxe Resultate der während drei Monaten stattgefunde;
nen Untersuchung und Vernehmung von mehr als zwölfyundext Zeugén folx-„endergesialt: Beharrlich und ohne im mindejxen seins Aussage zu ändern, habe Lou: “vel mir immer sie?; gleichblejdeNder Freimüthigkcit er: klärt, daß er weder von dem Herwge selbst, noch von irgynd einem MitgléeOe des königlichen Hauses irgend ein Unrecht erlxtten, daß Durchaus kein persönlicher Haß“ dcr Bewezgrund seines Handelns gewesen. Nur die Bexraohtung des öffrntlichen Intrsßcs Md der Glaube, daß axle Bourboas Frankreichs Feinde seyen, habe ihn angetrieben. Daher hcxde er auc!) gleich nach ih: rer Rückkunft, sobald er im Jahre 1814 die weiße Fahne wehen sehen, den Vorsatz gsf-xxßt, st'e A l l e umzu: bringen, und seit dem Augenblicke jede Gelegenheit zur Liusführung seines Vocsaßes zu ergreifen gesucht, bis Prinzen überaU verfolgt, seys auf ihren Jagden, 02er beim Besuche der chausptele, odcr in der Kirche,