in den alten Provinzen verboten; in der Kurmark schon seit 1635. Ich ist st"? Mk 2 Nkßl- fiir den Centner belegt, das isi durchschnittlich mit wenigstens 50 Procent. Die Einfuhr war von jeher frei, und ist es noch. So hätte, scheint es, das Hauptmaeerial nie fehlen könnxn. Denn wenn gleich auch das Aus: land fich Einiges von unseren Leinwand:Abgängen, besonders von den feinsten, zugeeignet hat, und dies noch thut: so hatte es doch früher die Gefahr der Kon: trebande, jest den Zoll„ in bkiÖén Fällen häufig hö: here Frachtkosten wider 1740. Auf der anderen Seite kamen wieder, und kommen noch jekzt ausländische Lum: pen zu uns. Wenn man sich den Verbrauch an Pa: pier und Pappen durch das ganxe Land vorstellt: so kann man wol mit Wahrheit sqqen, daß er ins Uner: meßliche gehe, und wir sehen ihn täglich zunehmen. Bis jest fehlte daher auch der Absas nie, bei hohen „Potisen. Gleichwol lieferten unsere Papierfabrikxn bis seht selbst die Quantität des inneren Bcdacfes m):?) nicht. An mehren Papiersorten mangelt es gänzlicy; andere werden minder vonommen verfertigt. Dies gilt im Ganzen, die AuMahmen vorbehalten, besonders von den Fabriken des östliohen Theiles. Zwar geht von unserem Papiere, besonders aus den :*«=eiilichcn Fabriken, ein bedeutendsr Theil ins Ausland; “dagegen kaufm wir wieder vom Auslande an Papier aller Ar: ten, vorzüglich der feinsten und theyersien, jährlich übe; 15,000 (Zentner, das ist beinahe eben so viele Ballen, oder für einen Werth von wenigfténs 2 bis 300,000 Nthl., und dies bei einer Einfuyr-Abgabe von 2 Rthl. vom Centnec, oder durxizscimitilich von 10 Pro: cent! Wenigstens beim Papiere soiike, scheint es, un: ser Linnenland des Auslandes entbehren können.
Allerdings liegt es im Wesen der veredelnden Gc- werbsamkeit, und die Geschichte der Pxipierfabrikaeion béweiset es ebenfaus, daß sie lange Zeit braucht, um fich zu einer bedeutenden Höhe der Quantität und Qualität ihver Erzeugniße zu erheben, So lan-«e un: ser Ackerbau noch so viel Kapital und Hände in An: spruch nimmt, oder wir noch nicht Mahl=, Séige:, Walk:Miihlen u. s, f. genug befilzen, wird das Vermö: gen der Nation fich nur langsam den künstlichen (He: werben zuwenden, zu welchen die Papierfabrikation, die neuere vvllkvmmnere nämlich, ganz vorzügls'Q ge: hört. Bei einer Fabrikation indes, wo die Foderun: ZM des Publikums so wenig vsränderlich, der Ver:
rauch so sichtbar steigend, dec Absas so sicher, die 110: rötlichen und gesetzlichen Vortheile so einladend sind, muß man dennoch irgend besondere Hinderniße voraus: sehen, wenn sie mit der ausländischen nicht wenigi'iens Flächen Schritt hält, und Eins dieser Hinderniße liegt
ei uns "ohne Zweifel in dem Mangel an Lumpen; - nicht in dem Wirklichen, sondern darin, daß wir das Kleine nicht zu achten, den reichlich vorhandenen Papierftoff nicht zu Rache zu halten verstehen. Sebon in Zamburq gehört der Lumpenhandel su den ansehnlicvexen
ewerben. Viele der achtbarsten Familien haben ihren
Sammelkasten, wo die im Kleinen aufbewahrten Ab- fälle liegen bleiben, bis der Vorrath groß genug ist, um ihn den Handlun» e:: anzubieten. Mit noch mehr Sorgfalt wird das ammeln in Holland getrieben, Welches indes den größten Theil seines Bedarfes durch den Handel erhält. In England rechnet die weibliche Dixnerschaft ihren Gewinn für das Aufbewahren deer Lumpen zu ihren regelmäßigen Einkünften. Sogar ist in England schon längst gesetzlich verboten , die Todten in Leinwand zu begraben.
In den meisten unserer Haushaltungen aber kom: men die unbrauchbaren Abgänge alter Wäsche, und die Tauxnde kleiner Abschnibel an Leinwand oder Band, die ag für Tag beim Neum'ihen oder Ausbeßern ab: fallen, und gar nicht weiter zu benußen smd, in den Kehricht! Welcher" Vorrath reinlicher Lunwen wiirde |ck sammeln, wenn jede Werkstäte von Schneidern, Nätherinnen, Puhmachexrinnen, wenn jede größere und kleinere Haushaltung dre unbedeutende Mühe über;
,und immer Mchxe dafiir sorgen, und sicö zz.;ie-Étdusoh
nähme, neben den größeren, sonst nicht weiter brauch; baren Leinwand-Abf.'il1en, auch die kleinsten [innenen' Abschnisel auf gleiche Art zusammenzuhalten. Wirklich scheint es nur der, mäßigßen Aufmerksamkeit zu bedüx; fen, um durchszhnictiich auf jeden Kopfim Staate jähr- lich einViertelpfimd brauchbarer Lumpen mehr, als bis: her, zu gewinnen. Aber dieses Viectelpfund wir?) im Ganzen 25,000 Centner betragen; es wird einen Werth bis zu 100,000 Rchl., die jetzt verloren find, und in Pa: , pier verwandelt, 21011 mehr als dem Dreirachen ent: halten, und der Lohn der geringen Aufmsrksamkxit wird thalexweise vielen Tausenden zu Nuße kommen! Wenn 25 oder 50,000 Famiiien oder Einzelnk, Jede oder Fedcr, aiijährlich 4 oder 2 Midi. redlichen Verx dienstes Mehr einnähmen, und se, welches 003 Beste wäxe, Jahr für Jahr bei den Gemeinde:Spaackaßcnx anlegten und so durch Zinsen und Zinseszinsen wachsen“ ließen: in nicht sehr langer Zeit würde s?.«s. ein SÜMUU' chen bilden, wie sie selbtk es kaixm ecwartm; vielseiidt, wie die Erfahrimg so oft gezeigt hat, die Grundlage eines kiinfkigen Vermögens; gewiß ein erfre1171chee Nothpfennig für möglich Unfiiiie; gewiß ein K*;“Öcrcr, segenreicher Sch0§ im Gemürhe, in der Gewöhnung aiéer dicsr Fixmilixn, der Kinder, des Gesindes :e. zu der großen Kunß, 01109 das Kleine zu beachten.
Für Die meisten Fabriksn muß das Material, in:, oder ausländisMS, ersheroorgxbracht werden, und hatZ häufig auch schon im fmi rohxkn Zusiande, oder naHZ weniger Bearbeitung, «inen giwißeu Grad von Brauch: vmxkeix: die Viipierfaiviikaeion hingegen k)?! mic wxni: gen anderen das Eigenthiimliche, wodurch sie um so wichtiger wird, daß sie ein;“n schon voxhandenen, an; fich ganz nmz: und Werthioisn Stoff, mit vieier “Zir- bkit in SME inisntbcyrliéix-e WaUre verwandelt. F:“:“Z: lich fehlxe biIhM und fchlc no.“;z in vilen Gegenden der Anreiz zum sor0féiltigcn “„Ziué'öewahxin der Limma- Abgänge. Cin Pa.;r Nxhnadcln oder einige Fi.dcn Zwirn, oder ein S*.ückcxyen Feaexschw-xmm, womit der [):-rumzi«hend.7 Sammixr einen Bündel «ilfe Leinwand kaufen MU, simd ja kaum der Mühe wox-xh, ihm .:qu sein Zeichen das Gcsammelxe auf die Straße zu:,utca: gen. Die Gegenstände unserer Bediixfr.iße, dexen Ver: mehrux-g ha*chpts:§chlich von unserim Fleiße «xbhxngt, sagt Arthur Young, müßen iheurer werden, um wohl:
fei! xu werden, das heißt: der 0,11€? Preis m::ß «n= .
treiben fiir di? Vermehrung zu sorgsn, damit Violc
die Konkurrenz der möglichß niedrige Preis stelle. Jene
: Streliß, Mi“! S.:cixxz. -- Se. (Exc. der General:Lieu: ? tenakic ULW Winwa-Wcrende (Hexiemi des 7-cen “Armee: : Korps, 0. Horn, von ?;FiaixT-Wurg- -- Eke. Exc. der
schlechte Methode des Lumpcnkaufsns wird sikd indes immer mehr verlieren, unQ es ist ein ?T'f'KUklichks Zei-
chen fortschreitendsr Kultur, daß schon beriiis Hier in Berlin BUden er::ichket sind, wo Lumpen nack) Gewicht für baare sz-ihlung gikauft weiden; ein Beispiel, wel: 7 eher; nicht ohne Nachfolge bleiben und zu einem regcl- »
mäßigen Lumpenhandeliührcn wird.
Möge nur ab*r aueh dieverdienstlicbe Einrichtung
bei dem Pquikum wirksamen Beifall finden! Es is eine alte Beobachtung, daß der Grund zu vielen dex größten und reichsten F*ibriken von den Hausfrcmen geleY is?, die das Zurathchalien der Zeil, des Stoffss, die
zu brinqén wußxen; und auf diesen Theil des Publi-
kums wird es auch hier vorzüglicko ankommen: anf '
Unsere Verständigen, siiiitixéiéigen Mitbüxgerinncn, wenn sie es séch zu einer Angelegenheik maDen oncn, aach hier das Guxe zu fördern. sowol sslbst, als durch 1“er Töchter, die sie in demselben Geisie der „Hänkzlixéxkeic und Sparsamksit eriikhen, und durch ihre Dienßmäd- chen, denen sie nichc müde werden, Fleiß und Ord- nung Zur Pfli-„ixk zu machen. Mögen sie denn immsr- was ihr eigener und ihkkk Kinder Fleiß unkerimlsen helfen wird, ihrin ireuen Dienstbotén zu guke kom- men laßen; am befien, wie schon gesagé, auf das BWL) der Stadt::éép-xxi'xßs. _ Redaktion in Aufsiéht: von (S7? cäg omann Re-jxncri-cize Brit.!)druckchi.
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eachtung des Kleinen zu würdigen und in Gcmq
Welche Personen . _ *“ eine anschauliche Erkennims einer solchen Verhand-
;: aus den von den“ Wahlkollegien, _ ' durch das Gesetz bestimmt werden soll, erwähltenAb:
Allgemeine
Preußische Staats - Zeitung.
59135.- Stück,
Berl
& „ /*,.
in, den 201701 Junius 1820.
1. Amtliche Nachriéhten.
Kroni? des Tages.
Berlin, vom 20. Junius. Se. Majestät der König haben dem Leg.;kionsrathe und (Zimché (i'ak- 121005 am königl. Oémisäyén Hose, FrLiYecrn yon Mallzahn, die Kammerherrn:Wücde zu ecihmlen gexuhek.
Se. Maieséät der König haben dem Bürgér- meister Bohiciiöer zu Emsßecécn das ?Mgemsine Ehreiizeicyrn erxie'c Klaße zu yerieihsn gccuhet.
.___-„4 „*...-x
(Yinpaßirt: Ss. .?.)Oi). dsr General:Li-:utcnant LMO komx;;anziréxide Gcncxai des (özvirde: und Ehre: nadier:.*z*chorpz, «ckng Karl von Mecklenburg:
Wixkliche (H?heime Raik) und OOcr-Präsiden-x, v. Heydedcsck, so wie Der (HeueW-Majoc und Divi- sfOUÜ:K0mean“»-kur, von der Marweiz, beide 0031 Fcank'furc an dsc Oder. -- Se. Exc. der königl. Da- niscde Gesauöcc am kaissrl. Oesterreixüx-isÉen Hose, Graf
v. Bernstchff, “0021 Wien. ---* Der Genexal-Pk-Ijor und Ingenieur:Brigadiey, v. Hoyex, von Siettin. -- „Der Vic-«iexsungs:(§i)cf:Präfixenc, Graf zu Dohna, von Kös'liii, -- Der Wixklicye Geheime Ober. Finanz-
Ralh und Präsident, Ro cyer, aus Scßlesien.
AUSpaßirt: Se.Kö“nigl. Hoheit der Prinz Karl von Preußen und der General:Major v. Block nach St. Petersvurg. -- Se. Exc. der General:Lieu: tenanc und Chef des reitenden Feldjäger-Korps, v. Köckerilz, nach Neustachberswalde. -- Der Gene: ral:Major und Landwehr:Brigade=K0mmandeur, v. Thile, nach Oranienburg. - Dcr Wirkl. Geheime ONr-Finauzrath und Dom-Dechant, Freiherr von d er Schulenburg, nach Salzwedel. *- Der königl. Spanische Gesandte am hiesigen Hofe, RittecoVal: lejo, UQch Madrid. -- Der kaiserl. Oestecrkeicijische Kammerherr, Graf v. Kiefßein, als Kourter nach Koppenhagen.
Heute wird das 8te Sciwk der Geseßsammlung ausge- geben, welches entycilc: . _
R0. 603. Die Konvention wegen gegenseitiger Aufhebnng dis Abschoßes und Abfahrtgeidsö zwischen Preußen und Sardim'cn; vom 18. Febr. d, J".
No. 004. Die allerhöchste KabinetSocdrc vom 20. Mai 0. wsgen der bei der Ofxicier: Wicwemkaße wieder aufzu- nehmenden, exkludirr gewesenen PenftonKMitglieder.
Um. 003. Die alleetzdch|o Kabinecstzrdre vom 25, dessel- ben Monats, daß die Hälfte der Geldstrafen ftir Maaß: und Gewicizi-Bcrgeyen der Denunzianc erhalxen sou,
R0. 606. Die Dekiaration des § 157. der Städte-Ord= nung, wegen Berücksichtigung invalider Militairpecso- nen beiBesx'erng städtisxßer Postenz vom 29. Mai d.J.
Birkin, den 20. Jun. 1820. * Königl. Preuß, chit-Komcoir f. d. AllgemGesessammiung
[[. Zeitungs-Nachritchten.
A u s l a n d.
Frankrei ck. Da nunmehr die neue Wahlordnung durch die Annahme des erscanrtikels dss neuen Cnc- WUrii-I Und der vom Dypatirten Boin vorgeschlage-
* Nen Verbeßerung im wesentlichen fcstskcht (denn 911001? Genchniigixng der Pairkammer, so wie_ an Der komzzlt: chen Bestätigung, ist wol nicht zu zweifeln), [Zschemt es zweikmäßiqer, eine kurze Darstellung des Sachver-
* hältniß'es selbsi zu geben, statt einer weiteren Anführung
der jcxzt vorgefalienm Debatten, die vollständig zu lie: fern der Raum nichk gestattet und die „doch nur_ in diescr Vollständigkeit Intereße haben können, und dtoes ami) selbst nur fiir die Wynigen außerhalb Frankreich, und Dinge näher kennen oder
[Urlg liebe'n. . Das alte nun veränderte Wahlgefeß ruhete auf
den zwei wesentlichen Grundsäße_n:„1) daß jeder Frau; zosk- der 30 Jahre zurückgelegt, der bizrgerliche und polt- tische Rechte genießt und 300 Fr. direkte Steuern be-
Ü zahlt, an den Wahlen Theil nehmen kann, aber nur
in Einem Departement; 2) daß es in. jedem Depar- tement nur ein einziges Wahlkollegtum geben soll,
Welches aus allen Wahlherrn des Departxmenes be: ßehc und die Deputirten der Kammer unmittelbar er- nennt.
In Gemäsheit der konstitutionellen Charte,
deren §. 35. lautet „daß die Kammer der Depuiirtxn, deren Organisation-
geordneien bestehe“ und §. 36. „daß jedes Departement sovielAbge-ordnete wie bisher haben soll“ betrug daher bis 1“th die Zahl sämmtlicher Deputirten 258.
Ohne der Anfechtung dieser Wahlordnung durch den Versuci), den Barthelemy im Anfange des Jah: res 1819 in der Pmrkammer machte zu gedenken, weil er den beabsichtigten Erfolg nicht hatte, gehen wir nur zuriick darauf, daß die gegenwärtige Sißung dec Depuxirxenkammer von dem Könige schon mit“ der Erklärung eröfnec wurde, daß, um Ordnung und Ruhe, um den Thron, die Charte selbst und das Heil Frank- reichs durch sie zu sichern, eine Verbeßerung der Wahlordnung nothwendig sey, damit die Kaminer dec Deputirten dem jährlichen Spiele der Partheien ent- zogen und ihr eine angemeßene Dauer gegeben werde.
Gemäß dieser Verheißung wurde auch in der Sißung vom 15. Februar ein neuer Gesek=Entwurf für die Wahlen von dem damaligen Minisker des Inneren, Decazes, der Kammer vorgelegt, und ging haupt: sächlich dahin, daß solche künftig , statt äus 258 aus 430 Mitgliedern bestehen solle, von welchen 258 von den Bezirkskollegien, die übrigen 172 abex von den Departe- mentskollegien gewählt werden müßten. Unterdeßen trat Decazes aus dem Ministerium, und von vielen Seiten her offenbarte man sich laut „gegen diesen Vor: schlag, weil er der Charte nicht gemgß sey. Wie viel oder wieweni diese Opposition wirklich egründetwar, mag dahin ge eilt seyn. Genu , jener ntwurf wurde
angeblich darum, weil sich die ffentliqe Meinßng da: