1820 / 54 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Tue, 04 Jul 1820 18:00:01 GMT) scan diff

Der Einrichtung der „Friedens:Gerichte sehen „wid; mic Verlangen entgegen.

Norderurg. Das in der Nacht vom 13. zum U

14. Jun. im Hause eines hießgen Branntweinbren- ners ausgebwchne Feuer hat in wenigen Stunden,

außer dem Rathhause, 80 Wohnhäuser in die Asche «

gelegt.

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('Auf Veranlaßung der Beilage zum 28|en Stücke der "Allgemeinen Preuß. Staats- Zeitung ift an die Redaktion derselben nachsxehende Bemerkung eingesandt worden.)

Gegsn Ende Apréls 1808, war derKönig von Spa: nien zu Bayoxme, und befahl der von ihm, bee" seiner Abreise von Madrid ei::geschth1 Negieru1:gs:Jm:ta, in welcher der Infant Don Antonio den Vorsitz führte, Alles was dem Dienße des Königs mw dem Wohle des Königreiches amgemeßcn wäre, auszuführen.

Der König fügte hinzu, die JUnta solle zu diesem Zwecke aUe diejenige Autorität ausüben, weche Se. Majestät anwenden würden wenn Sie in Ihren Staa: ten wären, *

Die Junca hielt sick; fiir verpséiohtet, dem Könige die Véothweadigkeic vorzußeüen, dée Cortes zu ver- sammeln. Um die Zusammenberufung dexseldsn zu bewirken, bat die “Junta Se. Majestät, Sie möchten solche befehlen. Se. Majestät willfahrten dcm Vcr- langen dcr Junta und beschloßen, die Cortes sonx-n, um kHum geaoünscéxten Ziele zu geistigen, in der eben angexeigten Form versammelt werden, zu Aüem was der Nation nükzlich seyn könne.

Die L-“giiimiéät der Provinzial:Juntm beruhet auf dam Rea)“, sfch in äußerße: Gefshr zu verthej: “ojg-n, O::SzzxciMn auf dieser Aukoxisation, die der König JU c;:Z'xcn HNÜÜSU'ZL'ÜU gegeben harre, weche skin DTMF? UW das Wohl des Königreches erfoderkcn. Die PWUYNLIWUU, in welchßn, seit die frcxnde G-wnlc die ZTCZZLL'UUZZSJUTÜÜ aufgelösst hatte, die h-c'kxé'é? Aurwitkj? sich befarsd, faßten nécmals die is): WOFWKÉKINLWX Beseyle und Absichten Sr. Majeßäc aus ".*-911 FLUZM. .,

Slax?“ QUAD kke chrwürdége Befr.:gnis, auf welcher ihr O::ß'yn Mhetc, und iibereinßémmxmd, um den Sk-xot zu xeéxcn, erkannten die Provinzial;Junten die Noxh-x-Wdégécxs“, die obere Leitung zu (ck11traltséxen, Und schki*xcn ZU): Bildung «'ner Eemral:Junta,* de: ryn Einfüßrunq zu Aranjx-cz gesxHahe, als nach rer dsnkxéékaen Schiacht von Bayien di? fremde G2: waxe MF) j-unfxit des beo koncentxjöte, und die ganze Hnlbinßl frei War.

Dies.? ENTWUJUNM wurde“ aus zwciMikgliedcrn für jede Provinzml:Junta gebäidkt, und Ehre Auto: tität wurde durch die ganze Monarchie anerkaxmt. die Véehrheit jheer Mxtglieder, das is? die Junta selbs", übergab nach dem Unglück Ende J.“:hres 1809, und in den ersten Monaxen 1810, die Ausübung der höchim Autorirät einer Regierung von fünf Personen, die nach dem bekannter: (Heseßbuche 1:15 L'arcjclöz er: richtet wurde. „Die Regierung setzte den Krieg fort wider die fremde (He'walk. Gehorcbend dem oben er- wähnten bestimmten Befehle des Königs, berief sie die allgemeinen außerordenrléchen Cortes, welche auf _qe: sesltäxe, das Zutrauen der Provinzen bewirkende Act

gebildet wurden.

Gegen Ende d. M. geht des Königs von Wörtern: berg Majestät von der Königin Majeßäc begleitet, nach Pisa.

Am 15. Jun. ging, unter dem Namen einer Grä- ft'n v. Colorno, die Herzogin von Parma, Marie Luise, auf ihrer Reise von Italien durch Jnsbruck nach Salzburg. Den 16. Jun. ward sie in Lubercck

erwarték, um mit des Kaisers Majestät dasel'c-st zu; sammen zu treffey.

Am Z(Mai kam [m Hafen von Philadelphia das erste die Kolumbische Flagge führende Schiss an; diese th drei ereifen, gelb, blau und rock), und es befén- den sich dreé Sxerne darin, die auf Benezuxla, Kyn- dinamacca und Quito deuten.

Nekrolog.

Am 15. Juz). d. J, „|qu 331 Berlén HM Franz Ernst Thes-Oox Funk, Komgl. GLHUMW Obkrvauratl)

und Zßéitgljeo der KöUigL. Oder:B»:u:-Depurx1ti0n, an angextscyadsu,

einem aus Erkältung entstcan-Men nach einem karzen chmkenlagcr.

Der Y_echordene war za Neuen:Rh?se rm YM": lenburg: Stceléßisasxen am 21. Sept. 1768 geboren, und wurde 1786 als Felcmxßec und im Ialßre 1795 als'Baumc-isrer bei Ver Köa«:5xxchen Odec:wan.Oépu: taxton gcxrüft. Nacyöem er vis zum „“J“-"hre 1797 bexm Waßecdau in ver Provmz Brandkxxbucg ge1r: bettet hakte, wurde er am 5. Okvver 1797 „11,5 Land: Baumßstec in Minden angesteür. Die Scxjtung des ethmltgen Königrex-YIWeÜpßaken Vecanlaste, dax; der: seloe axn 09, Jul. 1809, von der damaligen Regie; rung eme Linstetlung als SchzMaumejster Decheser echtelx“. Nach der Uuslösung des Königreiahs West: pHasen wurde sein sehnlichstec Wunsch erfüüc: er trat wxederjm unsere Dienste, und zuvördersc vorläufig als ?))ÜMTbeiZer, am 2031111. 1816 adcr als Mitglrcd und Geheimer Oberbauraxh in dte Königliche Obst: Bau : Ds_pueation.

Wäyxend ssiner 23jährégen Amts : Verwaltung hat der Vc.!"korbsne wichtige VW:?!Ugelc-genhkéwn, besonders im (:“-„:*krombau an der Over, (Tide und W:“: W und. auf den Salinen in Westphalen, so wie :Un- nzchfalttge anoere Baue glücklich geleitet und 0117937: fyyrr. Besonders in seiner leßten SteUung war ißxn Jm bedeutendcr ijknngskreis in seinem Fache “er; offnet. Die SMffbaxmaMmg der Saale von Wei: ßxnfels bis „H.:lle, die Schiffbarmachung der Lippe, dre VFrbindung der Lippe mit der Ems, und die wich: tigen Baue am Rhein und an derRuHc waren seiner besondern technischen Leitung anvertraut. Cine müh: same und weitläufaige AuGarbcixung, den Kanal zwi: schen „der Leppe und Cms betreßend, war sein («es Geschäft. In seinem Fache wißsnscvaftlicb gebildet, :| er als h1)9r0technischerSchriftskeaer hinlänglich be- kannt. Noch m déesem Jahre ist von ihm der erste Band secnes „ersxxcxs ciner Darstellung der wichtig: sten Lehren der Hydrotechnik“ erschienen. Mit beson- der-ec Vorliebe und Aufopferxmg hat er sich um diese Wtßxnscdafc duxch zahlreiche Versuche und Meßungen bemuhk, und wachtige Beiträge zur Begründung und Crwenerung seiner Lieblings:Wißenschafc geliefert, wxlcder er jede freie Stunde seines thätigen Lebens- wrdmete.

In allen seinen öffentlichen Anstellungen bewies _dxr Verstoxbeue eine seltene Thätigkeit und qroße Ltebe zu se:n_em Fache, mit der stengsten RedliZhLéit verbxxnderx; am Privatleben war er bieder und offen, und m sememHause ein glücklicher Gatte und Vater.

Redaktion in Aufsicht: v o n S 9 em a n n. Reimersche Buchdruckerei.

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Allgemeine

“1.-

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lin , den 4ten Iulius 1820.

Preußische Staats - Zeitung.

].. Amtliche Nachrichten.

Kronék des Tages.

Berlin, vom 4. Jul. Se. Majestät der KXmg haöen den OtzerNPräsidenten, bisherigen Ge: hséx-Ncn SUWTIrxth v. Bulow, zum wirklichen Ge: l_x-kuxura He m:? dem P adikate Exceljenz xu ernen: wn uud das: dessaljsige Patent hocyßexgenhändjg zu szteyen geruHeZ.

Sc. MajcstTt der König haben dem Rittmei- sker Md KreiI-Össx"ch§er dcr Geusäx'armme, v. Kalk- re-xM, in meäSLxeé: *„»0:m*--1Lég?r Cxpekkan.» den Kö: 1100211.) Prexxxixchxt Sr. Jo;a;x:mer:Oroen zu verlei: hM gscukzcx.

Se. Majcßät der Kößiq haben allergnädigü gexuyer, 0211 ?,(dsisL-kxnd dez Regierungsrathes Karl Frxeoré-IL) Wii:)clm ÉHOenH-srg zu STUUU, und des 5911471112001“st FMWM) Aikxecc AWM Ehrenberg im erxjen OZprrczxxxisWn Jägkr- BataiUon, anzuer: kentxsn “47:0 ZU 9711012111.

Ee. .Mönéglxcbe T'Najeßxk haben dem Ober: LMTNKJLMk-törüti)? Grafe»: v. ?Matuschka zu Bres- lmx, dm Karmk-xx 0l§ “LÖS- HELMUT Justizracy aüergnä: digi? xu werés'ixxmx J:.“TU-hkk.

Ss. Köwizxiixxge ELFEajkx-Zät haben geruhek, den L)0*m,ii_x74*x7 Bxägx*-73s:'qut)céenr Franz zum Ssadt-IU- ßizrathe bei demStaNgcrichte zu CLbing zu ernennen.

1?

Se. Königliche Majestät haben den beiden Jußjzkommißarien Münzer und Gelxneck zu Bres- Lau, den Karakcer als JustizKommkßtonscätßen aller: gnädigsc zu ercheilen geruhec.

S e. Majesät der König haben den Kaufmann J. Rondeaux za Rouen zum Vice:Konsul daselbst zu ernennen geruhct.

Se. Majesi'ät der König haben den Jouwelie- ren D a n n und Humbert hieskldsc das Prädtkat von H0f:Jouwelieren beizulegsn geruhct.

Einpaßirt. Der Gensral:MchQ-r und Landwehr-Brf: gadeRcmmandeur von THile, won Treuenbrießsn. Oer GeneraLORaZor und Landwehr-Bcigade:Kommandeur von Zepelin, von Burg.

Aquaßirt. Se. Excellcnz der General:Lieutenant vou Kosdnßki, erster Kommandxmk der Stadt Posen, nach Posen. Sc. Excellenz der Kaiserlich Rußlschc General:Lieutenank von »“me nach Riga. - Der Ge: necal:Major von Wißleben, General:2(djutant Sr. Ma- jestät ch Königes, so wie der Geheime Kabinets:anth Utbrecht, nac!) Karlsbad.

Durchgegangen. Dcr Kaiserlich Rußfsche Feldjäger Jaco hoff, als Kourier von Paris, nach St.Peterswxrg -- Oer Kaiserlich Rmßiscbe Feldjäger Tschanow, als Kourfet: von St. Peteerurg, nac!) Paris. ck Der Koméglick) Spa: nische KabinetßMourKr Calderon de la Barca, von Madrid nach St Peter-Zburg.

][. Zeitungö-Nachrichten.

Ausland.

“Frankreich. In dkn Téxxhxxpdxurxgen der Depu- tirtenkuwmsr über den Bs'c-arf dss Kriegsmmistxrs brachte das chékel der Untch11tungskosten 0er Krieg: S-HULM wiexexnm den Genemi Foy in BeWegung. Di;- K*)Ox'nWisZZon hatte einsn Abzug von 200,000 Fr. in stschiaq gebrkcht. Gegen "diesen Abzug «klärte M!) de? gedachte General und meinxe, wenn es die Acijt dcr Kommisson gkwesen, Misbräuche abzustel- len, so habe sie hier nicht den rechten erck getroffen; sie woéle die Ausxzaven deschränßem weil dem unent: Zeltlichen UU-“Likik-Ök? endlich eine Gränze gejiellt werden solle; aber er sage dagegen, in Ansehung der Kriegschuien éöxme tmn ()éerin nicht zu weit gehen, da sie nichr blos dis Bélehrung der Zöglinge, sondern den Bartheil des Staates beförderten. Insbesondere gelte dieses von den Regimentssoh-ulen und dem ge: genseitigen Uncerriohte in denselben; eine einzige dieser Sevulen sey mehr werth als zwanzig andere in den Deparkements; dre vielen jungen Leute, die dem Ge: seße gemäß eine Zeitlang Soldaten werden müßten, lernten hier zu gleicher Zeit lesen und schreiben, und den König und das Vaterland lieben. In das Lob dieser Regimenxsämlen stimmte der Bericht:Crstatter der Kommtßion, Beugnot, mit ein, den Abzug aus den angeführten Gründen. beharrte.

wiewol er auf

Der Regierungs:Kommißair daxzegen genehmigte zwar den An trag d-ss General F0 1), die verlangte Sum: me ohne Abzug zu bewiUigen, aber nicht seine Bemer: kungen, daß die Verfaßtmg der höheren Kriegschulen mangelhaft, und daß mehr diejénigen darin aufgenom- men würden, die es am meisten verdienten, nament- lich die Söhne derer, die ihr Blut für das Vaterland und auf dem Boden desselben Vergoßen. Es wurde auch bei der Abstimmung die verlangte Summe ohne Ab: zug bewiikégt. Bei dem Kapitel der eventuellen Ausgaben ver,: langte der General Sebastian:“, daß ein Theil die: ser AuSgabeu zur Bezahlung der Reklamationen der- jenigen Offiziere, die Durch die Königliche Ordonnanz _ vom 24. Jul. 1815 (das isk die, wodurch die Gene: rale Soul:, Alix, Cxcelmann, Grouchy, Lobau, Lamarque und mehre andre, die jeso alle wieder zurückgerufen sind, in Unthätigkeit gesest und zum Theil verwiesen wurden,) getroffen wären, verwen- det werden möchte. Bei dieser Gelegenheit war es, wo der Kriegsminister, der General Graf Latour Maubourg die in dem vorigen Blatte erwähnte im: provij'irte Antwort dahin gab, das das Verl-mgen des General Sebastiani zwar seinen Wünschen und Ge.- sinnungen gemäß sey, aber er selbs könne auf einen ge- seslichen Beschluß darüber nicht aneragen, weil er fich

!] überzeuge habe, daß die Reklamationen nicht begründet