tete Kündigung "feines Aufenthaltesim„Schloße, zu der grauenvoUen That verleiket haben mogén.
Auf Veraniaßung des RHeinischen General:Kom: mando's, ist eine eigne Zciiiischte Kom'miß'i'on zur Prü- fung der, zum einjäkzrigcn Dienste sich meldenden FreiwiUigen niedergesch worden.
Der von Miinckyin HisHer berufene Géisi'iiche Goß- ner ist nach einem kurxxen Aufenthalte Ton *9 Mo- naten, dem ihm von Petersburg aas *g'ew'drdei'ieit Rufe gefolgt. Seine Verdienstlichkeit, und die Vortrefflichkeit seiner Kan'zel': und Echauuxigsreden, wurden vom beßeren Theile aUge'mein anérk'an'nt, und darum ist uns sein Verlusk recht 'schme'rzha'st.
Der alte katholische Pafior Kaufmanns in Uer- dingen gehört" u den ausgezeichnetsten unserer Geist: lichkeit; der an der dortigen schönen Kirche von milden Beiträgen, die Erhaltung der Dürftigen sei: ner Gemeinde in den Noihjahren 18T?- durch Samm: lung freiwilliger fehr bedeutender Geschenke, und _n-xuer“: dings *die persönliche Untersuchung der häuslichen Verhältniße seiner Armen iin Sprengel», „die_ darauf gegründete Unterstützung der wahrhaft Nothletdenden,
' nte Abschaffung “all'er Straßen-bettelei, das Alles ist das Werk des thäti'gen Mannes, der ein Gott und Menschen wohlgefälliges Beispiel eines, das Wohl seiner Gekneinde theilne-hmend beherzigenden, Pfarr :'Geisilichen giebt.
Ein von seiner Gemeinde geachte't'eri, und in bei: g'aiizen Provinz rühmlich bekannter Schulmann, der Schullehrer SchüBman zu Remschild, feierte sein 5'0jährig'e's Amtsjubiläum, und legte dann “sein Amt nieder; die dankbare Gemeinde setzte ihm eine lebens: längliche Penfivn von 360 Thl. aus.
Aaéhen. Der naße Junius hat der Bienenzmht bedeutend geschadet. Mehre Stiirke haben gefüttert wer: den müßen“, andere haben den im Mai gesammelten Vorrath wieder verzehrt.
Am 6. v. M. biß in Ederen bei Jülich ein “mit der Wäßerscheu befallener Hund wehre Menschen und Thiere. Bei jenen ward das vom gemeinen Manne hiesiger Gegend allgemein gepriesene Mittel, der Hu: b'ertusschiüßel a'ngewend'et, und bis zum 10. Jul. hat sich noch keine Spur der sonst so traurigen Folgen ge: zéigt; dagegen aber 5 Hunde und ein Sohwein, von jenem Hunde auch gebiße'n wvrden waren, naoh 10 Tagen mit de'r Muth befaljen waren. Diese ak: tenmäßig erwiesene Thatsache wäre der genausten Un: tersuchung eines unbefangenen uiid umsichtigen Sach: kenners nicht unwerth.
„ Auéh in unserer Gegend zeigen sich auffallend viele Wölfe. In Altdorf und Steinstraß wurden Pferde und Kühe von ihnen zerrißen.
Bonn. Die hiesige Uni'versitäk erfreut sich eines Fort: ganges, welcher der Theilnahme jedks wahren Freundes der Wißenschaf't'en würdig ist. , _ _
Am 18. Oktober 1818 von ihrem erhabßnen Stifter _m das Leben gerufen, trat sie auch sogleich in Wirksamkeit, und um die allmählig eintreffenden Lehrer sammelten sich eben so schnell die Zuhörer. Sehon na.ch dem erstes: Jahre ihrer Entstehung zählte sie 402 Stadtrende, von welchen 328 Inländer und 74 aus dem Austande gekommen waren. Diese Zahl ist bis zu Ende Jun. um 180 gewachsen€ wor- unter wieder 54 Auständer sind, so daß JLZMWÜMS das
welche .
a1bum der Universität 582 Immatrikulirc'e aufweist. Vi,» dieseß sind "?twa 40 wieder abgegangen, und der Effektiv; Bestand reicht somit im laufenden Semester von Oster,“: auf Michaelis dieses Jahres noch an die Zak): 23071 550 Studirenden.
_ UUtkr jenen 582 J'mmatrikulirten ist das Verhältnis 7591," Studienfächer fdlgendes: Evangelische THeologen 62, &»: tholische Theologen 60, Juristen 276, Mediciner 1115, Philosophen, Philologen und Kameralisteu 68.
„Hinsichtlich der Vorlesungen sind alle Hauptfächer mit Männern beseßt, welche die gelehrte Wilk kennt und die *sich Alle, ohni Aus-nahme, in dem kräftigste'n mäimlickx-en LébeUZalter der Thätigkeit befinden“.
Wenn die Rheinische Universität jeder ihrer vatirléim- dischen Schwestern ihre eigenchiimlicheii VOTJÜZL gönnt, ):) mag man ami) die ihrigen nicht verschweigen. I(iißer ihrer bekannten herrlichen Lage am Rheine und nahe am Fuße d-es Siebancvirges, und außer der Bequemlichkeit, welche ste zu Reiseii nach Hotland, Frankreich und England dar: bietet, deren jede von Bonn aus in Eiiiei'n Semester abge- macht werden kann, erfreut sich die Rheinische Universität“ besonders der "Herrlichkeit und Geräumigkeit d'er Lokalitä: tea, welche sie für ihre sämmtlichen Bedürfniße in den bei: den ehemaligen kurfürstlichen Schlößern von Bonn urid Poppelsdorf gefunden hat. Nur wer den großen Sinn kennt, in welchem die ganze Reihe sämmtlicher, mit dieser Universitc'ir vcröundenen Institute gedacht ist, und wer es gesehen hat, in welchem Umfang die meisten derselben jekxc schon dastehen, der kann sich einen Begriff "von deman- schä'Hba'ren Vortheile machen, welcher dieser Universität in der Muni-ficenz ihres Königl. Stifters durch Ueberweisung der vormaligen fürstl. Prachtgeb'äude geworden ist. Mil- lionen würden erfoderlick) seyn, um einen gebäulichen Appa- rat, von der fürftl. Größe, wie ihn diese Universität durch die Großmuth ihres Königes besitzt, herbeizuschaffen.
Trotz der, über alle Erwartung schnell angewachsenen Zahl der hiesigen Studirenden, und unerachtei: die Fami: lienzahl der Bewohner sich "seit einigen Jahren noch dura) andere Umstände, als die Universität, v'ermehr't hat, ist doch keinen Augenblick Verlegenheit wegeii Wohnungcii Entstan- den. Gleichermaßen hat die Regsamkeir der Rheinländer für alle Übrigen so schnell erweiterten BLdÜkaißS zu sorgen verstandenz und wenn auch hie und da Fälle der Uebertch- rung vorkommen, so zeigen sick) auch wieder eben so VMS von Preisen in Wohnangen und Kost, die zu dem Niedrig- stcn geh-Zren, was sich auf irgend eiiier teutschen Univers: tät finden läßk. Allmählig fangen aber die Preise sämmt- licher Bediirfniße mm M, sich ins Gleichgewicht zu i'ixzzen, und es ist ehyr zu wenig, als zu 'vi'el gesagt, wenn man behaupt'ir, daß sich die Kosten des akademischen Aufenthaltex; in Zukunft in Bonn denen der mittleren teutschcn umwer- sitäten gleich stillsn werden, Wenn inan die leisten in Riicksickyi auf 'die Preise sämmtliche: Bedürfniße in die Reihe stellt,
Bis dahin hat sich die Rheinische Universität aber nich'; nur der Theilnayme des eigentlichen wißen'schaftlichen Pu- blik'ums; sondern auch vieler Männer *zu erfreuen, welche aus den verschiedensten Standpuxikten ihren Wunsch, dersel- ben _nükzlici) zu sLVU, bethäcigt haben.
Von ailsn Seiten sind ihr Geschenke für ihre verschic- denen Iuscitxike zugekommenz auch hat sich der patriotische Sinn in der StiitUng von Stipendien auf die rühmlicixscé Weisé außgesprochen. M'ehre Gemeinden, die nichts weni- ger, als zu den größeren und reicheren gehören, haben durch dergleichen Aiistriéngungen bewiesen, wie “wichtig ihnen der Vortheil gründlicher wißxnschastlichax Bildung scheint; wie“ sehr sie es für Pflicht achten, Talente, denen es an Mitteln fehlt, durch öffentliche Unt'erstükzung “aufzumuntern, Und mit welchem tiefgefi'ihlten Danke sie die große Wohlthat, die ihr erhabner Stifter Über sié verbreiten wollte , an: erkennen.
Redaktion in-Aufs1'cht: v on S t ä 9 em an m Rcimersche Buchdruxker'ei
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Allgemeine
Meußische Staats - Zeitung,
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]. Amtliche
Kronik des Tages.
Berlin, vom 1. Lingus. Se. Majestät der König haben dem bei ier Regierung zu Liegnikz an: ziciiiijten Rock,?nungs “ai",e Salomon das Allgemeine Éßxcnzcichcn erster Klaße zu verleihen geruhet.
Anizekommcn: Se. Königl. Hoheit der regierende Eroßhsrzog v c» :: MULLeiiburg:SrreliH, vonStrelixZ.- ZÖU' EZi'k]LkUL:Y(ÜMk und OOor-Brigadicr der .lstki'l Inge- niciii':Brigade xc. von Hoyer, von Bromberg, - Der
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A u s l a n d.
Frankreich. VonVerhandlungen in der De- x-ikirsenkammsr enthaken die neusten Pariser Blät- tkr nichtch das Geringste. In sei Paickammer sind die ,;ur Gnüge (“ekannten Gesixxe iiber die Ve'chäitniße Mik Algier, :ie UÉ'Ue Cintnmang von Korsika und das BWIN (“er Eimnaißme verhandelt und angenommen. Di („*-ÖM,“ Segiic und der He'r,iog vOn „Treviso [» xen RM:? z:.m Andinwn der seit cinigerZeit ver: Ka::bcn-xn Pairs, des General Collars Und des G-“iifen Shoe.
De:_3?„7io:1ixe:ir hat einen Aufsaß aus dem .'[01171131 (ie“. “[um-„; angrLWMMLU, woxm bei Gelegenheit dir Miiii-é, die sich die öffentlichen Bläit'er taxiägiioh ge- ben, Um das Pubiiliim von dem Eifer zU unterhal- tM, mit dim cht bald dieies, bald jenes Volk eilt, sick,- eine rep ii-"cntatxve Verfaßung zu geben oder solche bxßer zu gründen, abwmals die schon so oft dem Fran: zo'st'schen Volke gegebene Ermahnung wiederholt wird, _doß dassiwe bereiis seit iiinf Jahren habe, wonach jene Völk“?! eri“! stcebxen. In diesem Aufsatze wird auch der Rewolu'ion in Neapel dahin erwähnt, daß das Neiépoli-anisc-se Volk (richtiger hätte man Mili: tair sagen sollen) wahxscheinlich nur um die mit sol: chem Uiiterr-iehmen nothwendig verbundenen Unruhen ab,;nkiiczen, ftw die Konstitution eines fremden Vol: kes, eine für ein ganz anderes Land, ganz andere Sit: ten, ganz anOere Bedürfniße gegebeneKonstitution an: geZigner, und dabii bemerkt, wie die Zeit lehren mußc, ob dies ein weiser oder ein verwegener Versuch sev"; ohne Zweifel blos, um daran die Bemerkung zu knupfen, daß die Franzosen auch in dieser Rücksicht schon viel vor anderen Völkern voraus, und diese Lehren d e r Zeit schon längst empfangen hätten, 1a„daß jene Völker auf sie als ihre Musier und ihre Pater in dem Wege der konstitutioneixen Freiheit hin- blickten. Sie beobachten (heißt es weiter), fie studi- xen unsern Gang; laßt uns ihnen ein nüßl-iches, heil- james Exempel seyn laßt uns ihnen vor allen Dingen zeigen, daß wir unsere „Hoffnungen theuer bezahlt ha- ben und daß wir von der Sucht nach idealischer Vol]: kommenheit, womit uns die falschen Verführer lok: ken und von dem unruhigen Streben nach einen neuen Verbeßerungm gänzlich geheilpsind. EsFihlicst dieser
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Stiick. Beriin , den 1|en August 1820.
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N a ck r i ck t e n. Chef:Präsident der Ober:Rechen=Kammer v o n Schlabren- d 0 rf, von Freyemvalde.
Abgereist: Se. Exc. der General:Lieutenant von dem Kn esebeck, nach Ruppin. - Se. Exc. der Wirk- kiki)? Geheime Staats-Minister und Ober-Präsidenc v o n In- gerStevcn, nach Frankfurt an der Oder. -- Der Ge- yi'imeLegations-Rath von Maltzahn, nach London. -- Dcr Legationsrath von Arnim nach Stockholm, -- Der Fiirst S ang u s k o nack) Warschau,
Dur chgereiß t: Der Königl. Niederländische Kabi- iiets-Kourier Ginot von St, Petersburg nach dem Haag,
Zeitungs-Nachrichten.
Aufsaß mit der bekannten Stelle aus dem Horaz: ZUiU/ö, muri [1,35110, curhankibus asquora UGUTÜZ LTL. Wir unsrer Seit würden, wenn wir eine ähnliche Ermahnung zu geben nöthig hätten, sie mix den Wor- ten unseres unsteroiichen „Schiller schließen: _
Wahrcm Eifer genügt, daß das Vorhaiidne vollkommen
STL), dex Falsche wiu sterß, diiß das Bolikommnere sey.
„In einem anoeren ziemlia, la n g e n Aufsase unter der Rubrik „Politisches Ailerlei“ von Betrachtungen iiber den Geist des Französischen Volkes und über die Absichten und Hoffnungen der verschiede- nen Parteien, in Beziehung auf die Wahlen tier“ „De- putircen nach der neuen Wahlordnung eingegeben, er: wähnt der Moniteur auch des Oeßerreichschen Beob: achten; und der Allgem. Preuß. S-aats Zeitung „daß beide bei Gelegenheit der Diskusionen Über das Fran- zösische W»;hlgesch in dem Prinzip übereinstimmten, daß eine monxirchische Verfaiiung mir Volksrepräsen: tation ohne überwiegenden Einfluß der Eigenthümer nicht beßehen könne“ und beschäftigt sich dann beson- ders in dieser Hinsicht mit der Weimacschen Zerrung, oder dem Oppositionsblaite, indem er den Frainzo- sen zu (Hemüxhe führt „daß dieses Blatt den Freun: dezi der Freiheit wol am wenigsten verdächtig seyn möchte, da es ja in dem Geiste des höchsten ceucschen Liberalisiniis redigirc sey, und dennoch sich nicht ent: brechen _könne zu sagen, daß die W.:hl des bekannten Gregoire zum Oeputirxen zwar wol hauptsächlich nur dem Adel und der Geistlichkeit, die ihn persönlich gkhüßk- zuwroec gewesen, dennoch aber auf jeden Fall em Eulenspiegeljireuh gewesen, wie dergleichen öfters den Franzosen begegne.“
Und damit die Franzosen das nicht als eine Art von Pinisanierie aufnehmen möchten, hält er ihnen einige ernsthafte Stellen aus dem gedachten Oppoff: tionsblatte vor, die darauf hinauslaufen, daß die Französischxn Deputirten in ihren öffentlichen Reden mehr zu glanzezr als zu nähen suchten, aucb nicht:deut: lich genug sprachen; daß sie über den Gegenstand hin: aus abschweiften, sich in metaphysische Grübeleien ver: lören, nicht genug Achtung für Personen beobachteten und sich sogar so azeit virgäßen, daß sie das Volk und insbesondere die Jugend aufriefcn; dagegen die teutschen namentlich die Wüccembergischm Volksrepräsentanten, “