ll. Zeitungs
A u s l a n d.
Frankreich. In den Sitzungen derPairkammxrund der Kammer der Deputirtm vom "._.-Jul. wnrde m der “ßen von dem Pcästdenten ves Mimsterxaxhes, Herzog v. Rich eli en, in der andern von dem Munster dstn- neren, Grafen Sim eon, die Verordnung des Kontges, wonach die diesmaligeu Sihungen betdex Jammexn geschloßen werden, vorgelesen, um? alle Mttgludugm: gen hierauf sogleich in GéWäShelk des 4tm Amkels des Reglements vom 13. Flug. 1814 unter dem Rufe „es lebe der König“ au8emander; . _
Der Moniteur vom 25. enthalt eme Vexorbnung des Königes, kraft welcher zusammen 22 anfek-urezx anders beseßt werden, doch bleiben die merften Pre): fekten das was se smd, und nur ihr WirkunZSkretH wird mit einem anderen der Art vertauscht; blos bee dreien Präfekten, nämlich dem des Departements kay äs 1301118, Namens de Rigny, dem des Departe- ments Cöcss (lu Rotel, Namens Sain't_Atgno.n, und dem des Departements ()barends ini'hrxsurs ward
keiner anderweiten AnsteUung erwähnt; zwe: andere,
Féutrier und Germiny, sind zu Maichs 035110- 0118103 ernannt worden. _ . „ _ Auch melden die neusten _Partser Blaxter, daß schon mehre Präfekten sich m1t_der Anferngung der Verzeichniße der Wähler beschäftrgen, du dem Gene: ral:Konseil gleich im Anfange seiner Sitzung vchelegc werden sollen, damit dasselbe darüber beratjhsohlage und danach der Regierung seinen Bericht Über „dre be: stimmten Gränzen dér Wahlbezirke abstatten konne. Unter dem Titel „GeseUschaft zur Aufmunterung dee National-Jndußxie“ giebt der Moniteur folgeyde Nachricht von dem Fortgange der Steindruckerqi. Djese Kunst, heißt es, mache seit kurzem merkwürdtge' Fort- schritte unter der Leitung ihres Erfmders, des m Pa: tis etablirten Herrn Sennefelder. Dieser _smnps reiche Künßler hat 1th Kartons gemacht, pie mr„t U: mr thomkalkigten Materie (arZ110-031081r0) uber: strichen, die Steine selbst vertreten oherjzu Platt_en dienen können, um daraufzu stechen, ju zetchnen gleich den litographischen Steinen oder den Kupferylatten. Er giebt diese Kunst den Namen PapyrogZthrx, und hat über diese seine neusten Versuche eme «q)rtft, be- titelt „Papyrographiscbe Sammlung“ herausgegeben. Die Kommißion der Gesellsehaft zux Aufmunterung der National:-anu|rie, in dxren Betseyn er vielfache Proben mit seiner neuen Erfindung gemacht, _hat an- erkannt, daß diese litographischen Kartons_ mcht „nur tauglich, die_Steine zu erseßen, son_dern xn gew1ßen Rückstchten ihnen sogar vorzuZiehen smd; ste'smd ela: stischer, nehmen das,Gepräge der Kompofinon beßer an, auch das Retouohiren des erstenAbdrzxckes geht beßer von statten, so wie „auch dann die werteten Ab: drücke bis ins Unendliche sch eben so gut, ja [“Nur noch machen laßen. Man ist demnaoh durch dtesen neuen Fortschritt des HerrnSennefelder in den Besfs eines sehr einfachen Mittels gzkommen, um leichter und mit geringeren Kosten als btsher Zeichnun- gen, Kupferstiche, Noten, gedruxkte und_g__kschrtebene Sachen zu vervielfältigen. Ia dre Kommrßton hax so: gar, nach erhaltener Kenntnis von Yesem Fortschrttte, den von ihr ausgeseßten Preis fux die Entdeckung künstlich:lithographischer Steine zurückYnommen, da: für aber beschloßen, zur Ehre und zur elqhnung„des Herrn Sennefelder eine goldene Medatlle_ pragm zu laßen. Dieser, um seine neue Erftnkzunzz m aUgF: meinen Gebrauch zu bringen und „ gemetnnüpiger fur akleclei Zwecke zu machen, arbeitet jeßt an klemen-por: tativen Preßm, mittels welcher man n.a_ch Beltxben hundert und mehr Proben einer Komposmon, set *es welche es wolle, machen kann. -„ Der Perstsche Ge; sandte wohnte kurz vor seiner Abrufe in Gegeanrt der _yorgedaxhten Kommißion mehren Versuxdm bez und wurde gebeten, irgend etwas auf e_xn Paprer zu schreiben, welches er dann auch in Arabtscher Sprache that, und nach der Uebersesung das Interpreten also
„Nachrichten.
lautet: Mirza Abdul Hassan Khan, außeror: deutlicher Ambaßadeur des erhabenen Hofes von Per: fim, gegenwärtig fich aufhalrend in der höchst ange: nehmen Stadt Paris, hat den 24sten Mai 1820 nach der christlichen Zcitrechnung die papyrographische Druk- kerei besucht, dae in Frankreich erfunden, die größten Erleichterungen allen andern Druckereien darvietet. Aljes miseinander, was ich bisher in Paris gesehen, sowol in Rücksicht auf das Klima, als auch in An: sehung der Gegenstände der Kunst, üT-ertriffc Alles, was icd viSher in den andern Ländern der Welt ge: sehen habe.
Die Zeitung, der Courier, giebt eine Noiiz von den Merkwürdigßen Personen, die jetzt in der Neapolita- nischen Revolution eine Rolle spielen, und das roya- linische Blatt, die Quotidienne, hat sie aufgenom- men, um einige Bemerkungen hinzuzufügen; wir ge- ben sie mit den Bemerkungen.
Der General Filangieri ist der Sohn des be:
rühmten politischen Schrifcßellers dieses Namens, ein
sehr tapfcec Soldat, der mit großem Nuhme in ver 1 * Filangieri zeich: nete sich auch an der Spitze der Neapolicamschen Trup: *
Französischen Armee gedient hat. pen aus, und suchte s
Muth anzufeuern, aber vergebens. Durch seine Heu:
rath hat er sich den Ticel eines Prinzen de Sa:? triano und ein Vermögen erworben, das ihm ]ähr- '
lich 350,000 Franks Einkünfte einbringt. (Er war auch Murars Agent während des Kongreßes im Jahre 1814 und 1815" in Wien.)
Der zweite, der General Carascosa, ist der Sohn eines Offiziers, lingsjahren sehr lebhaften Antheil beim Ausbruch der Revoluxion in Neapel im Jahre 1798, _und hatte das Glück zu entwischen als das Fort d'Oeuf mit Kapitulation üvexxgmg, und fast alle seine Kameraden, denen die Kapitulation nicht gehalten wurde, wegen
Verbrechen gegen die Gesetze der Ehre und des Krik- Ü,“ Cr [ch e dann fm ,
ges auf dem Schafotte starben. Verborgenen bis zum Jahre 1806, wo die Franzosen sich abermals zu Herrn von Nchel machten, nahm dann Dienste in der neuen Armee, hat auch seitdem mi“: seinem Regimente an den?, Kriegen in Sp1nikn Thetl genommen. Er ist, sagt der Courier, ein geachtet“ Soldat, aber wenig unterrichret, von einer düsxeren, wilden Gemüthsart; er verbirgt unter einer sch;*in3a-
ren Ruhe den ungestümsten Ehrgeiz, den er gleich-
wol langsam und mit Vorbereitung zu den raschesten;
Unternehmungen zu leiten versteht. Ein gefährlicher
Unterthan, von dem man auch besorgen muß, daß exz
der Freiheit furchtbar seyn werde; doch bac er immer patrtotische Gesinnungen gezeigt. --
geachtet der Freiheit furchtbar seyn könne?
Der dritte, der Herzog von Campochiaro, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, verejmg: »- Rechtschasfenheit. Freifinn MW Hochhkkzigkeit als sich von jewand er- warten läßt; der Polize'iminifter gewesen ist. Dieses Löb, setzt die Quoridienne hinzu, wird ohne ZwÉjfßl „.... n , , lich der General Pepe ist von einer schwachen kör: perlichen Konüituxion, und hat einen mclngchoxjsésen ZF; UNd skhk verschloßenen Karakter, niehrs verkünycgt an me maß
mic Jtalienischer Feinheit mehr
dem Herrn Herzog sehr schmckichelhafc seyn.
ihm einen Mann, der die polieische Rokje,
scpenkenner als der Conner gewesen seyn mÜß-e, wenn er sagt, Brucus,“
und vexschloßenen Cassius. Aua) B snap arcs UM
Louvel, sehr sie bmzu, maren scywäcdljav, viii!“-
und Uxsehloßen.
fe durch seinen persönliäxen “-
nahm gleich in seinen ersten Iüng:§*
* Hiebei die Be- merkung der Qukotidienne: wie ein Mann, der immer “. patrioris-che Gesinnungen gezeigt haben sollé, demun:
ec fürchxe nicht den frischen und muptem. aber wohl den hageren, melancholts-F)?" P,!
Spanien. Die 69 Abgeordneten, welche "den König im Jahre 1814 um Verwerfung der Verfaßung gebeten, sonen durch eine Specialkommißion gerich- tet werden.
Am 10. Jul. ward aus den versammelten Stän: den eine Kommißion niedergesest, um die seit 1814 er- laßenen Königl. Dekrete zu prüfen, die mit der Ver: faßung verträglichen zu bestätigen, und den König um Zurücknahme der übrigen zu ersuchen. Außerdem ward beschießen, das Dekret der Cortes vom 18. März 1812 aufzuheben, kraft deßen Don Francesko de Paula und Donna Maria Luisa, vorma: lige Königin von Hetrurim, von der Thronfolge aus: geschloßen wurden.
Das Volk, das bei den bréi ersten Versammlungen der Vorbereitungsjunta sich auf die Gaimen drängte, benahm sicd mic Anstand, und bewies vie Lebhaftig- keit seines Antheiles an den Verhandlungen durch Ruhe und Aufmerksamkeit.
Obgleich das frühere Dekret der Cortes, welches die Preßen frei giebt, gegenwärtig wieder in Kraft- getreten ist, so hat doch schon D. Tapia, weil auch unsere Schriftsteller dieses große Geschenk zu würdt: gen nacht verstehen, auf em Strafgeses gegen die Mißbräuche der Preßfreiheit antragen müßen.
In den Umgebungen von Madrid werden auf Befehl der Regierung 6000 Mann von aUen Waf- fengattungen zusammengezogen.
Neapel. Durch ein vom Minister des Inneren, Grafen Zurlo, kontrastgnirces Dekret vom 11. Jul. ergänzte ver „HerzoZ von Kalabrien, als Generalsielj: vertreter des Königs, nach Ansicht der ihm von der Komamßidn der Fünfe vorgelegten Vorschlaglijte
“von zwanzig PersoNen, die provisorische Junta durch
folgende neue Mitglieder“: Monstgnor Cardosa, Bischof von Caffano; „Duca di Gallo; Don Hia- cinco Troyst, Prokurator des obersten Gerichts- .Hofes; D. Felice Parilli, Generaladvokat bei dem: sllben; D. Angiolo Abbatemarco, Nxcyter beim
Civiltridunal von Neapel; Oberst Visconti, Eyes“ Yes topographischen Büreau's; D. Gtov anni Ru ffo, Kavalerteoberjt; Generallieucenant Fardella; Prinz von Campoxeale; Schiffskapjrain Staici. (Die“ drei lezten sfndSizilianer.) Das Dekret besagt ferner, daß die Junta nun unverzüglich ihre Verrtohtungen antreten, und zu deliberiren befugt seyn soUe, sobald zehn "ihrer Mitglieder zugegen seyen. sten Handlungen solle die Abnahme des Eides vom
Eine ihrer er-
Könige und den Prinzen seyn. „
In Folge dieses Versprechens legten am 13. Jul., des Morgens, der König, der Thronerbe und General: Stellvertreter Herzog von Kalabrien, der Prinz von
Salerno, zweiter Sohn des Königes, und nach ihnen „ die provisorische Junta selbst der einzuführenden „aon: stitution den Eid der Treue ab. leisteten die Minister, der Obergeneral und alle höhere Beamte denselben Eid in die Hände von Kalabrien.
Im Laufe des Tages des Herzoges
Durch frühere Dekrete vom 8. Jul. waren ztvei
Kommißionen niedergeseßt worden, deren eine (aus D o n Melchior Delfico und D. Giulio Rocco be- ßehend) die Spanische Konstitution ins Italienische übersehen soll, die andere aber für die innere Sicher“: heit der Stadt und Provinz Neapel Diese leßte berichtete am 10. dem In izminiiter, daß sie zu ihrem besonderen Vergnügen keins der ihr zu Gebote ßehenven Mittel, zur Erhaltung der Ordnung
idm jezt beimißt. xu spielen im Ssanxse s-«y. - Hit- _' Mzuwenden nöthig gehabt habe.
bei erinnert die Quotidietxne an Shchspear'o Julius Cäsar und meint, das; Cäsar wol em veßercr MM:,
11 sorgen hat.
Das Dekret, durch welches der König wegen Un:
päßlichkeic seinen Sohn, den Erbprinzen D.Frans eesco, zum Generalvikar des Reiches ernannte, ist vom 6.Jul. datirt. Dasjenige, wodurch er die Spanische .Kon- ßitucion animmr, vom 7. Der General Filangieri “erhielt, wegen Krankheit des Herzoges von AScoli, das Kommando der Nationalgarde zu Neapel. Der
Graqurlo nahm am 8. das Ministerium des Inneren &
em. -- Am 13. lcgkeu der König, der T ron: be dxßen Bryder, ode; Prinz von Salerno? detEiö „2:17 dre Konstttution, an per Swloßkapelle, in die Hände des CapeUayo maggio: ab. Die Kanonen des Forts wuxden dabet gelöst. *- Der Titel Generalkapi- t gtn soll auf Begehren dev Generallieuteu'anrs Pepe (xm Namen der Armee) nach dem Tode des hundert: jghrcgen Generalkapitains Dannero nicht mehr ver: nehm werden. Diesen Titel hat zulesc der Gen. Nugent geführt, der dem Vernehmen nach nach Mqita ahgereist ist. Er war in Gefahr, der Wuth emtger semex Feinde aufgeopferc zu werden, die das“ V_o„lk_ gegen xhn aufzureizen suchten, als der Englische Mmrsiex zu Neapel ihn als gebomen Unterthan Groß; brctannxens rcklamirce, Und in seiner eigenen Kniesche durch dae Mxnge des Pöbels in die gesandcschaftliche Wohnur1g_“fi1hcte„. --_ Man hatte anfangs Embargo ayf aUe E,?chrffe am Hafen gelegt. .Der Englische Mix mster erklarte aber, daß er dies als eine Kriegserklä- ru_ng betrachten müßt, wenn es nichcvon den Schiffen semer Nathn aufgehoben würde, welches hierauf ge: schal). ;- Der Prinz. C ariaci; Mürats Gesandter zu_Wtcn 1812- 1813, hernach im Hauptquartier der achrtexx Machte, und endlich wieder zu Wien beim Kongrxye, i!?„tnic einer außerordentlichen Mißion an den katjerl. konigl. Qefterreicvscden Hof beauftragt wor: den, gnd am 12. Jul. zu dieser Bestimmung abgereist. Cs yetßt, der Ritter Tocco werde mic einer ähnlichen Sendung nach Paris und London gehen. Er war frü- her als Mürats Minister beim Großbritannischen „Hofe akkreditirr, aber von diesem nicht anerkannt worden. -- Am 12. sollte ein BataiUon des Regi: mentsxFarn ese von hier zurGacnisonirung nach Mole di Gaexa abmarscyiren. Bei dem Ponte deUa Nkad; dalena aufgestellt, weigerte es sich deßen, tros des Zu- redens des General Filangieri. Dieser sent: sioh nun an dae Späße des Dragoner:Regiments Fer: dinand, und griff das Bataillon an; 30 Mann wurden getödtet, 50 verwundet, Viele ins Meer ge: sprengt. General Filangjeri sou selbst verwundet worden seyn.
Es _heißt. der General Prénz Camyana stehe an ::„eerSptse emer Abtheilung ancikonj'tjtucioneUec Mi: : atrs.
Bis zum 12. Jul. war in Palermo Alles ruhig, un„d das Fest dxr her!. Rosalia, welches (. Tage “Wahrt, wnrde wre gewöhnlich begangen.
(Berixhxigung. In mehren Zeitungen, unter andern auch t,n der Voßifchen vom 3. d., wird unter Neapel angeführr, der Rußische Gesandte, Fürst Ita: ltnsky, solle das Ansuchen um Oesterreicdfaze Trup- pen dxm Hofx abgerathen haben. Wie wenig diese NFchrtcht gegrundet sey, erhellec schon daraus, daß der Fucst J,taltnsky gar nicht Rußischer Gesandter zu Neapel tft, sondern der Graf v. Stackelberg.)
Lißabon. Die Sammlung dér Gesche und De: Yréte, welche per_König seit seiner Ankunft in Bras:- lten erlaßen, ist m Druck erschienen, drei Folivbände stark, und kostet 58,400 RcTs.
London. Bei der den 17. Au. starrnvmvm ziveiten Verlesung dér Bill gegen diegKönigiZ werden mehr de_nn 300 Lords gegenwärtig seyn, und so lange har blxtben, als die Verhandlungen über diese Angr; legenhytt dauern., Die Ausbleibenden zahlen für jedm Tag etné_ Geldbuße von 100 Pfd. und find noch ae:- ßeryem emer Gefc'annisstrafe im Tower ausgefesr. Dem jentgxn, welchx alter als 70 Jahre sind, oder durex; ärztltche xollgtltige Atteste erweisen können, daß ihr Gcsundheetzustand ihr Erscheinen durchaus nicht ec: lauvt, wird ihre Abwesenheit nicht angerechnet.
Lord Erskine überreichte am 24. Jul. nachste: hende Bittschrift, : _
„Ihre Majestät die Königin beklagen, daß das Haus d_er Lo_rds fur gut gefunden hat, I?“ Bitte um eme Last- der Zeugen zu m'mrrfen, we ck: zu: Unter-