1871 / 161 p. 18 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 04 Nov 1871 18:00:01 GMT) scan diff

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Hier folgt die besondere Beilage

(a' 74/111),

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Befondere Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger nnd Königlich Preußischcn “Staats- Anzeiger. . .Es" 271101114. Nowember 187.1.

Inhalts-Verzeicbniß: Ueber die Rechtsminckclung in Dcutschland in den lcßten zwei Jahren.

_. Zur Geschickte der Königlichen

Gewerbe-Akadcmie in Berlin. -- Blankenbnrg am Harz. - (Hesckzichte dcr Wallenstein-Trilogic auf der Berliner Hofbühne.

Uebe“; die Rechtsentwickelung in Deutschland in den lehten zwei Jahren.““É)

Die Rechtsentwickelung in Deutschland ift in den leßten wei Jahren besonders auf hem Gebiete der Bundes eseßgebung Lebendig gewesen: dle Pnrttkulargescßgebung hat :ck deshalb mehr abwartend verhalten.

In der Gescßgebung des Nordlxeutschen Bundes find das Strafgesetzbuch und das Geseß uber die Urheberrechte dié hervorragendstcn Erzeugnisse. Das ersYe kehkt zu vielen ur- jprünglich deutschen Rechtsgedanken zurück, hat aber von der romanischen Geseßgebung dte Präztfion des Außdrucks und die Schärfe der Form beibehalten. Das Gescß über das Urheber- recht stellt, nach langxährigcn Vorarbeiten, ein einheitliches Gesch auf diesem Gebiete her. , im Wesentlichen eine Kodifikation der vorhandenen (Heseße, und entscheidet die zahlreichen seit 30 Jahren in der Praxis hervortretenden Kon- troversen. Wichtig sind ferner die Bundesgeseße über den Er- werb und Vcrluß der Bundes- und Staatsangehörigkeit und das Geseß Über den UntersiüßungSwohnsiß vom ]. Iuni 1870. Das Gesch vom 4. Mai 1870 bestimmt Über die Art, wie Civilehen im AuZlande vollzogen werden sollen, und sichert, die richtige Bekundung des Personenstandcs von Bundesangehörtgcn im Anßlande. Von vorübergehender Bedeutung ist das zur Zeit noch gültige Geseß vom 21. Juli 1870, betreffend die zu

unsten dcr Militärpersonen eintretende Einstellung des Civil- prozeßverfahrens. Dem preußischen, i'm Iahre 1866 erlassenen Geseße nachgebildet, hat dasselbe bcwwsen, wie leicht_ fich dle für die ganze preußische M0narchie erlassenen Geseße, bet welchen die verschiedenen hier geltenden Prozeßrechtssyßenw beachtet werden müssen, auf andere Länder Übertragen 1as1en.

Einen sehr erheblichen Fortschritt in der Rechtseinheit haben die mit den süddeutsche'n Staaten im Jahre 1870 abgeschlosse- nen Verträge erzielt, vsrmöge deren mehr als 30 Gcscße dcs Norddeutschen Bundes sofort oder nach kurzer Frist im J zen Deutschen Reich Geltung erlangen, als NeiUgescßc in rast treten oder doch durch die Rckchsgescygebung auf die dem Bunde beigetretenen Länder ausgedehnt werden können. Bayern, zu dessen Gunsten cin Vorbehalt gemacht war, hat sich beeilt, mehrere Gcscße sofort oder spätestens zum 1. Januar 1872 einzuführen , worüber das Reichsgcseß vom 22. April 1871 be- stimmt. In nicht ferner Frist werden daher voraussichtlich fast alle gxößcrcn Geseße deLNorddeutschen Bundes von privat- rechtlicher und wirthschaftlicher Bedeutung im ganzen Deutschen Reiche gelten, und es giebt in Wahrheit wieder ein gemeines deutsches Recht, welchcs fich durch gemeinsames Fortschreiten weiter cntwickcin wird. Die Straf- und Civilprozeß-Ordnun- gen find vorbereitet.

, Die Deutsche Reichsgeseßgebung ift zwarmeist durch die dxingenden mit dem Kriege zusammenbaugenden Annele- genhettcn in Anspruch genommen worden , hat aber doch Zeit ge1unden, auch das Privatrecht weiter zu entwickeln. Hier ist be ondcrs das Gesey vom 7.Iuni1871, betreffend die Verbind- lichkeix zum Schadenserfaß für die bei dem Betriebe von Eisen- bahnen , Bergwerken 2c. herbeigeführten Tödtungcn und Kör- pcxvcrleßungen, hervorzußeben. Die Entschädigungsprozeffe aus Tödtungen und Verleßungcn sind in diesem Geseße in leßter Instanz dem Bundes-Ober-Handelsgericht zuLcipzig zugewiesen, dessen ursprünglich auf Handelsstreitigkciten beschränkte Kom- petxnz dadurch wiederum erweitert worden ist. Ein anderes Retchsgescy, vom 8, Juni 1871, hat die Verausgabung von Inhaberpapieren mit Prämien beschränkt. -- Das Strafrecht, dre, Iufiizorganisation und die Notariatsordmmg sind in An- grtff LgÉnommen. , -

_ährend so die treibende Macht der Rechtsentwickclungin der Retchsgeseßgebnng liegt, ist diePartikulargeseßgebung beschäfngt , ihren Fortschritten zu folgen, die Institutezu schaffen, ohne welche die Reichsgeseye nicht zur Ausführung kommen können , das sonstige bürgerliche Recht nur dem gemeinsamen Recht'm Einklang zu bringen, und nur solche Materien zu regultren, welche außerhalb der Kompcténz des Reichs liegen.

In Preußen hat ein Geseß vom 23. Februar 1870 be- Üimmt, welche Schenkungen und leytwilligen Zuwendungen der Genehmigung des Königs bedürfen. Ein sehr wichtiges

') Nach einem Vortrage des Rechtsanwalts Makorver aus Berlin, gehalten in der ersten Plenarsißung des neunten deutschen Juristen- tages zu Stuttgart, am 28. August 187].

Geseß vym 8. März 1871 betrifft die Außführung des Bundes- geseßes uber den Unterstützungswohnsty. _

In Bayern sind außer der Taxordmmg zwei (Heseße zu _Stande gekommen. Das eine derselben regelt das nter- xesstonsjvesen in dem Sinne , wie dies in Preußen und päter m Oldenburg,Han1burg, Lübeck, Sachsen-Gotha und Meiningen, Mecklenburg-Schwerin und Braunschweig geschehen ist, so daß auch 111 „dieser Materie auf dem Wege der Partikulargeseß- gebung eme Rechtseinbcit in Deutschland nahezu erreicht ist. Das weite Gesetz bestimmt die Rechtsverhältniffe der Miether von tegenschasten gegenüber dem neuen Erwerber dahin, daß der Saß ;_;?an bricht Mieth“ modifizirt wird, jedoch ohne fich dem prxußtschen Landrecht oder dem (3066 anzuschließen.

Re1cha1tiger ist die Geseßgebung im Königreich Sachsen gewesen. Etz) Geseß vom 5. Januar 1870 vermindert hier die Ins1anzen fur die Administrativ-Iustizsachen von drei auf zwer. Ein Gejeß vom 12. Januar 1870 regelt die Wegebau- pfl_icht hmfichtlrch der nicht fiskalischen öffentlichen Wege, ein drtttes vom 14. März 1870 das Vollstreckungsverfahren in Wechsel- und den bei dem Handelsgericht zu Leipzig schweben- den Nechtssachcn im Wesentlichen so, daß für die Exekution die Rechtskraft des crßen Urtheils nicht mehr abzuwarten ist. Ein Gcscß, welches die bürgerliche Beglaubigung von Geburten U. 1. w. rücksichtlich solcher Personen ordnet, die keiner vom Staat anerkannten Religion angchören, erkläx't u. A. die Ehe zwischen Christen und Juden für zulässig. Untcrm 24. März 1870 ist auch ein neues Geseß Über die Presse erlassen worden.

In Württemberg haben den Ständen zwar mehrere Entwürfe privatrechtlicher Natur vorgelegen, jedoch ist kein der- artiges Gesc? zum Abschluß gekommen. ,

Die (He eßgebung des Großherzogtbums Baden 111 durch mehrere wichtige Geseße vermehrt worden., ,Vyn den staats- rechtlichcn Geseßen sind bekvorzubebcn: dxcxcmgcn uber das Verfahken bei Miniftcranklagen, über Abänderungen der Ver- fassung und Verwaltung der Gemeinden, dre Untexftüßung der Armen, die Verwaltung weltlicher Stiftungen, dle Erbauung von Eisenbahnen, die Aufhebung der Schußpatronate, sow1e verschiedene internationale Verträge. Unter den „Gejcxzen „auf privatrechtlichem Gebiet find zu erwähnen: diejenigen chr Beseitigung der Eidc-svorbereitung pure!) dic G:1stlichen, Einführung der obligatorischen Ctmlehe und Beurkun- dung der Statusverhältniffe , Führung Her Geburts-, Ehe- Und Todtenregifter durch bin*gerltcbc Benmte. Die Kompetenz der Schwurgertchte tft , auf polnische und Preßvergehen erweitert worden. Emzelne andere wichtige Gescße: über die Schuldhaft, uber die pr1vatrecht1iche Skcllung der Erwerbs- und Wirth1chasisgenoffenschaftcn, uber die Gewährung der Rechtshülfe, dte Mtntar- Strafprozcßord- nung u. A., welche bestimmt waren, steh an dte Gsfeßgebung des Norddeutschen Bundes nnzulehncn, find, zum Thxtl durch die Vsrfaffungsverträge abgeandert, zum Thcxl suspsndtrt, zum Theil werden fie eine nur kurze Gfeltungszett haben, well sich die Reichsgeseßgcbung bereits mit diesen Materie:) bxfaßt. '

In Hamburg sind seit 1860 mehrere wrchttge, m dre Verfaffnn und Verwaltung eingrezfcnde Gesexe erlaffen wor- den: die Zandgemeindc-Ordnung, eln Gescxz uber dns Unter- richtswesen und über die Oberaufstcht des Staats m Betreff milder Stiftungen. Außerdem haben ,verschtedene, „Geseße dre Außführung von Bundesgeseßen oder dle Kynforrnxtat xmt dem preußischen Recht gesichert, so das Geseß uber dre Aufhebung der Geschlechtskurate1, über die Intercesfioncn der Frauen nnd die Feststellung des Volljährigkettstexmms auf das 21. chens- jahr, überwelche drei Materien in Lubeck, Bremen , Olden- burg, zum Theil auch in Braunschwetg, SachsxU-(„Sotha und Meiningen und Mecklenburg-Schwertn ahnltche

Verordnungen ergangen sind.

Zur Geschichte der KönZgliléen)Gewerbe-Akademie u er n.“-

Die Königliche GewerbexAYadxmie zu Berlin, welche am

1. November 1). I. ihr fünfz1g1ähr1ges Bestehen feierte, hat stch

aus kleinen Anfängen auf ihren ]ehigen Standpunkt erhoben.

") Nack; der von dem Geheimen Ober-Baurath I.W.Notiebohm bearbeiteten Festschrift: Chronik der Königlichen GeWerbe-Akadcmie zu Berlin. (Druck der Königl. Geh. Ober-Hofbuchdrucherei R. v. Deäer. B:rlin, 1871.)