„ ksimmug den natürlichen Abschluß der bisberigen Ent- wkktlmm bildet. Ick) glaube, in allen diesen Punkxen sind die Abänderungen, die der Bundeörath vorgenommen hat, verständig und WITZ überiegt. Ich glaube aber auch, umsomehr deswegen, weil die Grundlage des preußischen Entivurfs dabei unverändert geblieben ist, daß mit dieser Vorlage doch dem Handwerk Werthvolles geboten wird, und ich möchte deshalb dringend wünschen, daß es uns gelingkn würde, die Vorlage noch in dieser Session zur Verabschiedung zu bringen, damit die Herren nicht mit leeren Händrn nach Hause kommen, damit die Handwerker tbatsächlich erkennen, daß man nicht bloß Worte für sie hat, sondern auch Entschließungen und den ernstliohen Wilien, ihnen zu helfen. (Sehr gut! rechts.) Nun, ich habe gesagt, daß die gegenwärtige Vorlage immerhin Werth volle's für das Handwerk bringt _ es ist auch von vielen Seiten des Hauses anerkannt, es wird hier zum ersten Mal der Erfüliung nabe gebracbt_ wonach das Handwerk seit 50 Jahren vergeblich gestrebt hat. Es wird der Abschluß des Innungßrvesens durch die Zwangsinnung in erreichbare Nähe ge- bracht; es wird der Wunsch erfülit, der namentlich bei der Beratbung des Geseßeniwurfs über die Handwerkerkammern zum Ausdruck ge- kommen ist, daß man sich nicht darauf beschränken sollts, eine Ver- tretung des Handwerks im Oberbau zu schaffen, sondern daß man auch den Unterbau schaffen sollte durch lebenskrästige Organisationen, Selbstverwaltungskörper, die im engeren Kreise der Handwerkrr entsprechend den örtlichen Verhältnissen und Brdürfniffen für das HandWer zu jorgen im stande sind. Auch diescr Wunsch wird erfüllt werden, man ist dabei von der Vorausseßung angegangen, daß es nicht nöthig und nicht erwünscht sri, dirse Selbstwerwaltungs- körper gleichmäßig zu organisieren; man ist der Meinung gewesen, daß das nicht im Sinne der Reichsverfassung und Reichs-Gewerbeordnung liegt. Die Reichsverfassung hat nur die Geseßgdbung und die Be- aufsichtigung über den Gewerbebririrb dem Rriche übertragen, keines- wegs aber für nothwendig gehalten, daß die Organisation drr Vcr- treiung des Handwerks überall gleichmäßig sei. Im Gegentheil, es ist ganz natürlich, daß fie in der unieren Instanz keine gleichmäßige ist, denn sie muß fich anschliczßrn an die örtlichkn Verbältniffe und B6- dürfniffe, wie sie in denrinzelncn kleinrn Bszirken sicb rntwickelt haben und groß geworden sind: an die Wünsche und Gewohnheiten und Nei- gungrn der Handwerker, an die Institutionen, wie sie in Staat Und Gemeinde existirren, an die derschi€d€ne wirrhschaftiickye Enrwicklung der einzelnen Gebietstbrile; diese Entwicklung ist drrschi€d€n auf dem Lande und in der Stadt, in industriellem RLViern und in ländlichen Distrikten, sie ist Verschieden im Flachland und im Gebirge _kurz, die Verschirdcnbciien find in drn Bedürfnissen und Neigungsn so groß, daß sick) die Organisation, die Einrichtung in diesrn Verbändrn nach meinrr Ansicht drn besonderen Verhältnissen anschließkn muß, wie fie es in der Vrrgangcnhcit auch ihaisächlich gethan Hat. Denn wir haben die nämliche Verschisdenheii auch jetzt zwischen dkn Fachinnungen und drn Grsawmtinmmgrn, drn jest bsstehenden frrien Jnnungrn und den Gewerkvereinen und gewerblich€n Oriédrrkinen; weshalb fdli-Zn disse Vrrsciyiedénbeiten uicht bestehkn bleiben? Es ist doch ganz naturgemäß und Verständig, daß man si€ erhält. Andrrs [irgt dic: Sachc für die Handwcrkerkamm-Zrn: dort ist eine Gieichmäßigkeii nothwrndig, und zwar drshali), weil ja die Handwerkerkammern nicht bloß SelbstverwaltunJSkörper sind. Sie habrn zugleich den Beruf, mitzuwirken an den großen Aufgaben des Reichs und des Staats in der Gesetzgebung und der Verwal- tung: dort folien sie gutachtlick) gehört werden, den reichxn Schals ihrer Kenntnisse und Erfahrungen Verwerthen, um cin nüßlichcs und brauchbares Jnformafionßmaterial zur Erledigung der großen Auf- gaben zu geben. Dort ist Eine gl€ichmäßige Bildung nothwendig. Diese Glrickymäßigkéit ist in dem Paragrapbcn des grgrnwärtigrn Ent- WUrfs zum Ausdrurk grbrachi, und ich kann konsiarikreu, daß gerada in dicser Bezirhung von ailen Sriien drs Hausrs drr EkiiWUrf eine durchaus beisäliige Aufnahme gefundrn hat.
Es kommt nun endlich in Betracht dic: Regulierung dss LrHr- lingswescns. Auch in di€s€r Brzirhung ist Von dem bri writem größten Theil von chnrrn, die iiber die Voriage fick) Verbreitsi haben, anerkarrnt, daß die Vorlage srbr Vsrdiensilicbc Vorschiägs enthält, indem sie die Grundsätze aufsieIt, um das Lehrlingswesrn in dcr- ständiger Weiss zu ordnen, drn Mißbräuckrrn, die [)ervorgctrrten smd, yorzubeugrn und dafür zu sorgrn, daß wir einen tüchtigen und brauch- baren Nachwmhs im Handwerk babsn.
Nun, meine HELLA], wenn solche Vorzügr in dsr Vorlagc ent- halten sind, dann, rn€in€ ich, haben die Herren, die dir Vorlage empfohlen hadkn, W[lständig R€chi, und ich kann nur dic Hoffnung außsprechen, daß bei der günstigen Beurtheilung, die die Vorlagc im aligemeinen gefundrn hai, fie drmnächst auch zur Annahme gelangen wird.
Wenn die Herrcm nun sagrn: ails unsrre Wünsche wrrdrn dadurck) allerdings nicht rrfüÜi, wir hoffen, daß in drr Kommission die noi!)- wendigen Vrrbeffsrungsn stattfinden, _ gewiß, mrinC Herren, die Regierung wird gern bereit sein, den Verständigen Wünschrn nac!) Verbesserungen entgegenzukommen, dir Sie in Vorschlag zu bringen haben; etwas Voilkommrnes schafft man ja niemals im erstrn An- lauf; es steÜt sich Erst, MMU Viele mitwirkcn, heraus, in wrlcbrr Weise die Mängrl zu besriiigkn sind; ab€r das muß sich in gewissen (Grenzen halten und mit einiger Vorsicht geschehen. Denn das darf man nicht dergeffkn, was ich zu Anfang meiner Ausführungen gesagt habe: die Vorlage ist ein Kompromiß, rin Kornpromisz, dessen Herbeiführung srbr schwierig Jrrrwsen ist, ein KOMPromiß, in dem die Grenzen drs Errrichbare'n frstgcla'gt find. Vervrgen sich die Wünsche in Bezug auf Aendcriingcn nun innerhalb dirser Grenzen, so werden wir sie grwiß gern und dankbar in Erwägung ziehen; gehen sie aber darüber hinaus, dann würdrn die nämlichen SÖwisrigkeiirn, die hier entsteHen, wieder in den Bundesrati) vérlegt werden, dann würden wir nicht die Klippen umschiffen, durch die wir Hindurch- kommen müssen, Wenn wir die Vorlage ans Land bringen wollen. Deshalb möchte ich bitten, etwas vorsichtig zu skin in Bezug auf die Verbefferringswünsckpe, die Sie? in der Kommif-fion grltrnd machen onen.
Ich möchte abcr noc!) auf einen andrrn Punkt aufmerksam macbrn, der in dieser Beziehung auch eine grwiffe Reserdr auferlegt. So wichtig die Korporation des Handwerks tbatsäcblich für die Hebung des Handwerks ist, so halte ich doch die Art und Weise, wie die Korporation stattfinden soll, für eine Fragc vr-n zurücktretender Bedeutung, vorausgeseßt nur, daß wir leistungsfähige Ver- bände schaffen, an welchen zugleich jeder Theil das volle Interesse hat. Es könnte nun leicht sein, daß an der Frage des Plus oder Minus des JnnungSzwanges die Vorlage selbst scheitert. Das würde
ich sehr bedauern. Nich" würde nach meiner Anfirbt den Innungs- zwang webt diskreditieren , als wenn man dazu überginge, eine große Anzahl von Zwerginnungen, die nicht leistungsfähig sind, oder von Scheininnungen, die einen so großen Bezirk haben, daß die Tbeilnabme am Innungsleben lediglich in der Zahlung von Bei- trägen besteht, ms Leben zu rufen, Käme man dahin, mit einer großen Zahl solcher Zwerg- und Scheininnungen das Land zu übersäen, so würde das gewiß nicht gut und nicht verständig sein. Das Wesent- liche ist die Korporation des Handwerks, auch in dem Unterbau, zurücktretend ist das „wie". Denn, meine Herren, das dürfen wir uns nicht verhehlen, und das ist von den verschieden- sten Seiten des hohen Harries mit Recht betont worden: daSjenige, wodurch dem Handwerk eigentlich geholfen werden muß, sind die matericiien Mittel. (Sehr ricbiig !) Wir müffsn dafür sorgrn, ni€hr als wir es bisher grthan haben, das Handwerk zu heben bezüglich seiner wirihscbaftlicben Lage, bezüglich seiner Technik, bezüglich seiner Ausbildung (sehr gut!), um ihm wieder die Kraft und den Muth einzuflößen, den es jest zum tbeil Verloren hat. (Sehr gut !) Ich nehme nicht an, daß es mit dem Hand- werk so schlimm steht, wie von jener Serke des Hauses gestern aus- einandergefetzt wurde, daß das Handwerk unrettbar verloren sei, daß die Zeit nahe sei, wo es nur noch Arbeitgebrr und Arbeitnrbmer gisbt. Ich nehme an, daß das HandWerk die brgründete Aussicht, daß es die Hoffnung und die Berech1igung hat, zu bestehen und sich zu erhaitrn, und ich glaubs, wir Werden das Unserige dazu thun müssen, um die Erreichung diesrs Zieles zu fiebern. Das Hand- werk ist Jahrhunderte hindurch der Hort deutscher Zucht und Ord- nung gewesen (sehr gut! rrchts), es ist die Stöße von Thron und Altar gervesen. (Bravo! rechts.) Es hat eine große Zahl von königstreuen und gkwiffenhaften Männern in fich eingeschloffrn, es hat ein gut Stück Von redlicber und gewissenhafter Arbeit geleisier. (Schr gut!) Das ist in der Vergangenheit so gewesen, und U) hoffe, rs wird auch in Zukunfr so sein, und es wird unsere gemeinsamr Aufgabe sein, dazu brizutragen, dies Ziel zu erreichen. (Lebhaftes Brady.)
Abg. E u le r (Zensu): Auch ich stehe einemTheile diessr Vorlage sympathisch gegrnüber, namentlich den Zwangsinnungen. Man wird ja draußén im Lands Versuchen, die Bildung der Zwangsinnungrn zu bintrrtreiben und die Politik in die Rriben der Handwerkrr hineinzu- tragrn. Wknn diejknigrn, welchc jeßt schon in den Innungrn arbeiirn, das Odium auf sich nkbmrn, die Außenstehendrn in dic' Innung binrinzuzwingrn, so wird dadurch die Innung se'lbst der Zankapfel. Warum zwingt man nicht die Handwerker durch GSW; in dir Zn- n-ungen hinein, d. h. zwingt sie zur Zahlung Von Beiträgsn für die Allgemrinbeit? Nur wegen mangelndcr Mittel ist manche Einrichtung, die d€m Handwerk dirnen könnts, unterblieben. Wenn dirse Einrichtumikn durcb frkiwiiiigs Thätigkeit geschaffen Werden solirn, darm könnrn Sie mori) lande warten, bis etwas geschirbt, denn dem HandWerUJ sind für di? Versicherungen der Arbritkr schon große Lasten aufgebürdet wordrn. Wir haben den Schulzwang, den Jmpfzwang, ren Anwalts- zwang; es wird auch auf diesem Gebiete ohne ein Bisäxrn Zwang nicbt grhcn. WEnn nur ein Zehntkl der Handwerker in irn Innrmgen ist, so ist Es doch brgreiflich, daß dicses eins Zednirl Nicht für die übrigen neun Zebntrl sorqén kann durch Errichtung von Fachschulrn und Ausbildung der hrranwachs€nden Juarnd. Lristen können die Innungen auch nichts Daucrndes, we-nn fis Taubkrischläg€ sind; an diesem unleidlichcn Zusicmd ändcrt die Vorlage auch nichts. Das; in einzelnrn Brzirken Zwangsinnungen nicht gsbildrt wrrden können, isi nicbt zuireffend; denn Es besteht ja die Möglichkrit, gc- mischte Innungen einzurichten. Groß? Opfrr an Grid würdrn nicht zu bringen sein, Wenn die Beiträge nach d€m Einkommcn abgrstuft würden. Ein Zwang, an drn JnnungLVrrsammlungrn ibrilzunriWen oder an drsondrren Einrichtungcn der Innungen, soli nicbt staitfindrn. Man Widcrstrebt den Zwangsinnungen auf drr Linken nur, weil man wsiß, daß im Handwrrk ein Fonds don christlich-kons6rvativrm (Griffs Vorhanden ist, wéi! man fürchtet, daß die? MaM ch Handwsrks zu groß wird, daß dadurch der Sozial- demokraiix: cin Damm EntgkgenxgrsTEÜt würde. Glaubkn Sie, das; LG in Orstßrrriä) mögiicb aewessn wäre, die librralr Judrnwirib- schaft aus Wirn hitrauszuschaffrn, wenn nicht die Hanr-Mrkrr als Kernirupps JLDié'UT hättéén? Das österreichische" Gewerde'geésktz don 1883 macht den Handwerkrrn WWW drr virlcn Strriiigkriirn auch nicht große Freude; aber sie zirhen drn jstzigsn Zustand drm Zu- stands Vor1883 dor. MÜ?! braucht die östsrreichiscben Frbler nicbt nacbznmaciyen und kann drn Befähigung8nachweis ruhig einführen zur moralischen Hebung der Handrvrrker. Ick persönlich, und ick) kann das im Namrn des ganzrn Handwerks fairen, stshe auf dem Bodsn drr obligaidrisÖM Zwangsirmungrn. Die Einrirbtung der Handwerkd- kammsrn und dir Bcidrhaltung des Innungsaussckyuffrs, sowic dix: chr- lung drs Lrhrlingswesens, das smd die antikbmbaren Punkte drr Vorlagc. Ick hätte gewünscht, daß Herr Jacobsköttcr nicht mit fliegrnrrn Fahnen in das Regierungslagrr iibrrgegangen wärs; rr bärtr dad Prinzip fr'stkyalten sollen. Es wird mir nicht viel nüßrn, in dcr Kommission das Prinzip dEr obligatorischen Innung zu ddrirrtkn. Das bedauere ich lebhaft, denn bei der Vorlage mit ibrkn fakultativrn Zwirngsinnungcn kornrzit nichts heraus als Zank und SirLii. Radncr wendet sich dann gegen die Angriffe, welche der Abg. Schmidi-Brrlin grgdn die Berliner Jnnuniren gerichtet habe“ bei der Befdrrckyrmg drr Jntrrprilation Über die Handwrrksdorlage Zwisckyrn HandwerkZmristern und Ceskiien führt er aus, bcstrdt immrr noch ein gutrs Vkri)ältniß, wenigstens auf dcm Lande, und wo ks zrrstöri ist, kann es Wikdé'r hergssteiii worden, WWU don briden Seiten drrnünffig gebandrlt wird. Die Vestimrrwngrn iider die Handwerkékammrrn und ÜbCk das Lehrlingswrsen sind sr) wichii-„r, daß ick) in einer Zwangslags bin der Vorlage? gegenüber. Dic fakul- tatidrn Zwangsinnungkn sind abrr nicht zu gebrauchen; da soiltr man es bri drn jeßigkn Innungrn belassrn. Das Ucbride“ ist eiii Schritt weiter auf dem Weg?, zur Zwan Gorganisation. Hoffentlich bringt die Entwicklung der Regierung drn T(iZiswcsis dafür, daß die obligawrisckycn Zwamsinnunrirn dock) notdwkndig sind. In den Gewerbevereineufind die * itglirder zum ;;roßsn Theil nicht Handwrrker; fie habs" nur die Vorträzxe der Profrssorrn gegen die Zünfte und das finstsrr Mitwi- alter gkbörr. Da Hat ibnrn die prrußifcbe Vorlage natürlich Gruseln erregt. Daher in drn Gewerbevereinrn die Abneigung gegen dis Zwangs- innungen, Die Mehrzahl der eigentlichen HandWerer steht abrr auf dem Boden der Zwangsimiungrn. (Gegenüdsr Ader Abneigung drr Gewerbe- Verinc' s1€den die Kundgcbungen der Handwrrkrr Norddkntschlands, dir mit großrn Mrbrhditen in ihrcn Vkrsammlunaen die Zwangs- innungrn vcrlangt habrn. Die neun Zehntel, die sich außkrdaib der Innungen befinden, sind nicht indifferenj; fie warten nur d&rauf, daß diese Vorlage kommi, fir wollrn nicht mittbun, wenn nicht ?er mit- tbun. Da wir aber nicht mehr erreichen können, so nrbmrn wir schlikßlicb Das, was uns gebotrn wird, und warten darauf, daß das Andere später kommt.
Abg. Dr. Vielhadsn (Reformp.): Auch ich bedauerr die schwache BeseZun-g des Hauses. Troßdem dic? wirtbschafrlichen Fragrn die aupifragen find, find die Bänke des Hauses nur stark besrßi, wenn der Fall _Brüirwiß odrr Aebnliches behandelt werden, lrdiglicb um dir Auch-rkfamkrit Von den wirth- schaftlich€n Dingen abzulenkrn. Ich möchte hauptsächlich die Frage behandi'ln: was ist die Zukunft des Mittelstandes. Wenn dem Mittel- stands jede Zukunft abgrsprockyen wird, dann ist er eine arscbia-Zr'na Armee, die mit esenkten Händlern sicb zurückzieht, abcr niemals etwas Neues geftaten kann. Wenn man bebauptrt, daß fich ein nkuer Mittelstand herausbilder, dann denkt man daran, daß die An- gehörigen des Mittelstandes ein mittleres Einkommen haben. Aber das ist nicht das einzige Kriterium des Mittelstandes. Die Hauptsache
im Februar. “
ist daß die Angehörigen des Mittelstandes frei und selbständig nd. Die Beruszäblung hat ergeben, da wir seit 1882 79000 männ iche und 60000 weibliche selbständige xistenzen weniger haben trois der Zunahme der Bevölkerung, nach welcher die Zahl der selbständigen Existenzen sicb hätte? Vermshren müssen, und zwar um 600000; also nahezu FMiUion selbständiger Existenzen ist weggewischt worden. Man wi die Handwerker konkurrenzfähig machen gegenüber der Groß- industrie, und zwar theils durcb genossensäyaftliche Zirfammenfassung, thrils durch bessere Ausbildung. Die Genossenschaften können Kapitalien und Maschinen aufbringrn, aber sie können keine geistige Kraft hervorbringen, wkiche dem Großunternehmer entgegen- treten kann. Durch dia dkffere Ausbildung der Handwerker wird die Waare besser, aber auch tbeurer. Die Konsumenten fragen aber niemals nach der Qualität der Waare, sondern sehen nur auf die Billigkeit. Redner läßt sich audfübrlick) darübrr aus, daß die (Großindustrie Dußendwaare [)ersteiie, daß die Fabrikarbeit eintönig sei und das; dadurch auch die Menschen immer mehr zu Dutzkndmenschen würdkn. (Präsident Freiherr don Buol: Selbst die weitesten Grenzen der Generaldiskussion geben wohl nicht die Möglickykrit, so writ abzu- schweisen. Ich möchte den Redner biiteji, zur Vorlage zurückzukehren, damit wir hrute, qm dritten Tagr, endlich frrtig werdrn.) Da meine weiteren Ausnihrungen ohne diese Außeinanderfeßungen nicht Verständlich wären, so muß ich meine dec abbrc-ciyen.
Abg. Benoit (fr. VW.) tritt [Wen die Zwanasinnungen ein
und weist darauf hin, daß die Handwrrkrr sich dix Fortschritte der Trchnik zu Nuß? mach€n könnten, namentlich durch die Be- nußung von Elektromotorer1._ Uebriziens Habe der MListLk in einer Fabrik eine sorgeniosrrr Stsllung als ein selbständiger HandwrrkSmriste-r. Die Vorlage müssé gsändert wsrdkn, aber nicht irn Sinne der Herren don drr Réchtén, sondern in dem Sinne, daß dic Frrihcit der Handwrrker aufrecht Erhaltsn werds. " Abg. Berik) (fr. Volksp.) Mnst sicb grgrn die Redner, wriche: fur die Vorlagr aufgéilkiéii smd. Er b€schränkr sich nur auf das Er- rLlchbark„' Das sri ganz vérnünfiig. Die österre'iÖiscbs (ererbe- nodelle set cin Rückschritt, und wen“- die Lags der Handwerkrr sich etwas kaffxri „baba, fd liege das an den befferen wirtbscbaft- [ichen 5 rrbzritmssen. Jn Süddeutschlaud Wolle man von den Jnnungexx n1chts wissen; das; dic Miiglisder drr Gewerbevereine zgm qrdßsn Thril nicdt Handwrrkrr ssien, treffe nicht zu, wedkr fur Wurttcmbrrg, noch fiir BUMM. Die Wünsche drs ganzen Handwrrks soiiten beriicksichtigt wcrdrn, absr nicht bloß dir Wünsche der Jmmn-„ZM. Mit drr Briteurrung dsr großrn Gdscbäft-J wsrdc dsn Handwerkrrzr auch nicht geholfsn. (Fr boffr, d(iß dir Vorlagr aus dcr KommUjioxisbcratbung griäuirrt bLmuSkommr.
Abg. ReißhaUI (Sor): Dic Jnn'ungr'n rufrn immer nach Ziraxg, sxait, wir, dir Y_rbkitkr, sich zu frsien Organisatwnrn zu- sätiiijikUzUsÖliks;?[1_. “i-Zk-c'ic'iiiri bcrbrn die', Jnnungrn zur Ausbildung drr Handwerker 1cbr wrnig. “*,NUUÖLT Msisier imt dis Fähigkeiten, Öli“ _rr fiir irin kasrbc braucht, rrst i_n drn Fachschulrn der (Ge- wcriychastcn s1ch angrrignri. Für die Vkrbkffkrung drr Lag? des Handwrrks wärr Linx bsssrrc SchUlbildung das Bista Mit dieser Voriazik wrrdrnxdir *OäkidWNkLk 11.chr zufriedknqestsiit sein, da müßte der _dreußifcbc YandrlI-Miniiier mii aridrrsn Thatsn kdmmsn, Welche dis «Handwrrkcr wirklich Entlastrn,
Abg. Hilpert ((*-.k F.) wendri fich gcgsn die? Ausfüdrung-Zn dcs Abs. Becki), drr idr: rilrdrsaci) Pcrsöniici) angrgriffkn badi».
Abg. Liriiermann Wir Sonncnberg (Rssormp.): Da mrin Frxund Biriiwbrn sLiUL er8 Nick)! dat brrnden könnkn, wii] ick) kurz unkerrn Standyrmir fcnnzdichnrn. Dir Vorlage kann man brzcichnen als rin0 folchk, die !!le griimckyt ist, [113 ;riiqmjci liSri »'i(lS:rßUr'. Die Regirrung ixgt dir. Vorlage? Ulik grmacbi, um sagrn zii kiinn-Zn, daß ii? drr Wün7ch€ drr Hanrwrrkkr Erfüllt habt?, aber man sollte den Handwrrern brlfékrr in dcr Wrisk, wir sir es sdldst wolli". Da wir nicht iwfsrn, daß inßder Kommission di€ Vorlage wisdsr dlm Brrlsdjckp'Wkn Entwurfs gcnäixrrt wird, sO wrrdr'n wir auch nicht für die» Urbcrwsisrriig an dir Kommission stimmrn.
Abg. Jacodsköitér (dkoan) sucht die Einwendungen drr ver- schiedrnrn erncr gcgrn sdinc 'Iiusfübrungrn in drr Sitzung dom Mittwoch zu widerlegsn.
Nach einer kurzeiichcrkUng drs Abg. Neißhaus(Soz.) und ciniqcn prrsönlrchen chcrkuann dcr Abgg. Jacobs- köttcr, Brcki), ElliTT wird die *xdrlagc der Kommission
Übermicscii, wricbrr bkrciis dir Vorlage, bcirrffend die Hand-
rvcrkskammrrn, Überwiesen ist.
Schluß miri) 61/4 Uhr. Nächsts Sitzung Freitag 12 Uhr. (Airirag Licbcrmann VON Sonncriiwrg wegen der konfessioncllcn Eidcsfdrmei, JesuitrnBJlntrag dss Zentrums und Margarine:
Mcd)
Preußischer Landtag. HERZ der Abgeordneten, 62. Siyrmzi vom 1. April 1897.
Abg. von Tzsckxoppc (fr. ions.) hat wegen seiner Er: rirmrung zum Obchegicrungs-Rrrth sein Mandat nicdcrgcich
Urbcr dcn crstrxr Thr'il drr Sißurig ist gcstern berichtet wordcn,
Di? zwritr Vrrathxxng ch Staatshaiisbalis-Etais für ]89798 wird bci dcm Etat der Preußischen Zentral- Gcnossrnschaftésfassc fortgcsrßt'.
Abg. von Arnim ([Mi.): Dic Kasss dai ssbr ivrsrnilich zur Hcdurxg imd Nmmründrmg Vi)" Gciwssrnscbaftsn brixiétragen und den Briricis r'rbraciyi, wic noriiwcndig cin diiiigsr Zindfuß für den Mittel- stand und dir Landwiriixsckmst ist. Erschw€ri wird drr (Hrsciyäftsderkebr «drr dadurch, darf; dic Gmioffrnschastrdrrdändc dir Garantir für di? Darlrbrn üdrrnsbmrn müsfén. (Es wärs vieilriäyt gut, wknn wir diksE Zwischenstation fortfallen lcissc'n. EZ wärk aber frrnrr noch erwünscht, daß das K&piiai OCT Kasia? Erhöht würde.
Finanz-Ministcr ]))“. von Miquel:
Meine Hrrrrn! Ick möchi€ mir Mis die [Wien ACUßCkUUJM des- Hcrrn don Arnim cinigr Brmcrkungrn grstaiien. Es ist ja richtig, mrine Herrrn, daß, wenn man dis Statistik des (He'sckzäftsrimiaßes, die? Höhe der Kr-Idiis, dcr I)iiickzdiÜmrgSn, dic Aushilfen, wrlciie zeit- weilig von drr (Genrrai-Siaaiékaffr durch Zwischendorichüffe der Kaffe" gcleistri Werden müssen, sich dsrgrgenwärrigt, daß man da wohl auf den Gedanken kommcn kann: auf dir Daurr wird das Grundkapital) Von 20 Milliouen Mark, wrlchks dcr Kaffe jrßt zur Vrrfügung steht, bri einer ähnlickykn Wciicrcntwickrlang, wie wir sie in ganz über- raschender Wcise bisbkr gciriwn baden, r1icht ausreicbcn, und der Herr Präfidrnt der Kaffk, drr [Lidrr Heute vrrbindrri isi, dirk zu sein, hat auch schon darauf hingewirscn, ob es nicht rarhsam sei, bei der starkkn Entwicklung drr Kasse vnd bei dem sich stetiß dermrbrrndcn Aufgaben der Kaffr, das Grundkapital wiederum zu erhöhen. Ick babr abcr doch Bkdrnkrn getragrn, darauf noch in dirser Session einzugehen; ich habe geglaubt„ das; man dem starken Bedürfniß der Kasse doch wohl in anderer Weise vorläufig noch abhelfen kann, ohne ihren Gesck;äftsb€trieb zum Nachthcil der grnoffrnschaftlichen Entwickelung aüzu sebr sirrzusckzränken. Ick bade aber (;(-meint, das; er; sich empfiehlt, mit Regelung dieser Fragc noch ein Jahr zn warten, um fksic', sichere Grundlagen über den wirklichen daiiernden Brdarf und die' dauernd nothwendige Höch des Anlagrkapiials zu gewinnen. Die Frage wird daher durchaus nicht abgelehnt; im Gegentbeil, man wird die Sache im Auge be- halten, und wenn die Entwickelung so weiter geht wie bisher, glaube
zch allerdings, daß man im nächsten Jahre der Frage ernstlich näher treten muß, ob das eigene Kapital der Kasse nich! zu erböbensein wird.
Meine Herren, die bisherige Entwicklung bat allerdings gezeigt, welches außerordentliche soziale und wirtbschafiliche Bedürfniß vorlag, und in welcher Weise die Thätigkeit dc: Zentral-Genoffenschaftskaffe diesem Bedürfnis; abbelfend entgegenkommt.
Namentlich die Entwickeiung des ländlichen Genossenschaftörvesens, von dem man ja sagen kann, daß es schon eine ziemliche Höhe erreicht hat, aber noch nicht entfernt vollständig das Ziel erreichtbat, welches wirfür die Landwirtbscbaft wünschen müssen, hat in Einer ganz überraschenden Weise Förderung gefunden durch die Zentral-Genoffenschastskaffe. Man braucht nur die von dem Hsrrn Referenikn mitgetheilten Zahlen sich mal zu vergkgenwärtigen _ ich wiki sie nicht wiederholen _, um davon sich zu überzeugen.
Nicht so schnell geht zu meinem Brdauern die Ausdehnung des Genoffsnschastswesens für das Handwerk. Es liegen aber in dieser Richtung auch viel größere Schwierigkeitén _ die keinrswegs Von der Gleichgültigkeit und drr Jndolsnz der Handwerkrr abhängen _ in dEr Sack)? selbst, in d€r ganzen Natur des Handwerks, in drm Verhältniß der einzelncn Hand- werke zu einander dor. Man muß in dieser Brziehung medr Grduld hadén. Abrr rs wird dir Aufgabe der Kaff? sein und bleiben _ und sir hat sich dieser Aufgabe bisher auch mit drm regsten Eifer unter- zdgen _, das (Grnoffrnfcbaftswrsen auch für das leiUS Handwrrk in viel größerrm Yiaßc nußbar zu machen, als das biÖb-Jr drr Fal] ge- wcscn ist.
Aber auch birr Hadcn wir doch schrn Linigs sebr brmerkrr-E- wrrtde Résultatr. Wrnn die «Hafisummen der Handwerkrrgrnoffen- scha'itrn jrßt schon 6 Miliioncn betragen; WCM] wir srédrn, daß in rinxr NSM don Städtcn in drr eifrigstk-n Wrisr an drr Bildung ncncr Grnossrnscbafier- für das Handwrrk geardci'iet wird, Und zum tbril, namrniiicb im Wkstéll urid auch bist in Brrlin, mit erheblichem Erfolg _ sr) kö-mcn wir woblbdffrn, das; wir arif disscm Grbirt in der nächstcn Zeit wriikrkommrrr.
Msinr Herren, drr Hrrr dyn Arnim dai driiaxw, daf; drr Linzklnr (Hrnoffc schließlich, irOTZkNU dir anrral-Grndsscnsckzafiskassd nur 30/0 iür ihr Kapital zu zablsn hab?, Siwa 4=§ 0/0 an Zinsen durchschnittlich zu zahl?" babs, und bat grmeint, es sri Vieilrkichi zweckmäßig, dic? Vrrbandékasst ais Miite'lglird zwisciyrn der Z-éUinGSWffMschaftskaffe und dcn Einzelnen Grnoffenfchastrn gänzlich fallcn zu lassrn, wenn ich ihn rrcht verstanden hab?. DQS ist doch rinc sebr schw€r€ Aufxzaire, glaub? ick), von hier aus dic Lage der LinzkiMit GMOffLU- schaften im ganzln Lands zu übrrsrdrn. Das würde zu (?insm grdßrn Burcaukratismus fübrdxi, drr bald wiedrr dir größtkn Klagkn brrbrifüdrir, imd viriirickpt würde dirschurcaakrafiSmus srinen Zwsck auch garnich! crrcicbrn. Ick glaubs doch, auf dirscm Grbisie iii di? Dczrirtralisation absolut rioidwrndig, dirKonirolr dEr Verdäride Üdr'r das Erscbäfrsgrbadrcn drr LiiiJkani Eicnoffenschaficn absolut uncnidsbrlici), und wir dürfen sir? in ksinsr Weiss sÖinälern. Wrrm dir Verdändr srlbst mit Vrraurwortlici) sind für dic Darlrbnc', dir fi? empfangrn ans drr ZMiral-(Grnoffcnschxstdkaffr, sr) ist das für die Vér- bändr Line USUS Anrrgung, Vorsichtig zn sein, und ich glaube- dahsr nicht, daß es griingcn wird, dirsrs Zwischrnglied zn bssriiigen. Zur Zsii wrnigstcns M0cht€ ici) dringrnd daddr warncn.
Ick) möchte? aucheran Arnimsagerr, das; nach mrinrr Mrimrng für cinrn Krrdii don eincm [Nibru Jahrs, dsr ja häufig nöihig ist bsi drr Landiviribschaft, cs ziccrnickyi st) srdr darauf ankommt. db ck oder ZW rnrdr Mahir wird. DiE Haripjsaäxr ist, das; der Brdacf drm Gdnosscn fich€k ist, befrirdigi zu Wkrdkil, und rr znr Zcir, wr» Cr dr'n Krr-dit nöidig bai, iiyu aiich wirklich bekommt. Di-sé; Sichrrbrit gsbrn ibm LiNL anständigc Organisation drs (Gcndssmsckyafthsrns und die Miitki, dir" drm Vsrdande zu (Gebots ficixrn bei dcr Zentral- Grrwssrnschaftskaffc'. Also ich mörbir ddck) daddrwarnen, dcn chankrn zur Zrit weiter zu derfoigdn.
Wir könnrn ja üdcrdciudi, mrine Hkrrrn, noch vici Erfabrnngsn machrri. Prodirrcn gkbt ddr siridirrcn. Diss ist ein nsurs Grbici, wur; wir dcircicn babrn, Vis jrixt sind dis Erfolg? üdcrrascbrnd günstis, und dir Eniwicksiirrig drr» G::iOffensibafWivésenE, dir wir anstrcdcn _ ich dab? das scho» Vorder angrdeutsi _, ist ja erst noch in drr Juixrnd. Wir müßten dahin kommrn, darf; wir im Grdßrn und Ganzrn Link Tarlrdiiskaffr i?adrn, in jrdsr (Hsmcindr dcr garize'n YkNUkÖii“. An diese Daridbxxskassrn müssm sich die? andrrrn Pro- dukiidgciwffrnsckyafirn, dic Einkanix- Und Vdri'aang-Zndssrnscbafirn anschließrn, daß das Ein grdsW Mrs wcrdc, narm'niliä) fiir dkn mittlrrrn und kirinrrcn Grunddcfiß, aber auch, wir drr Grsckxäiisdßrkrhr mit dcn laudscdafilicbkn K'rediikaffrn «wrist, in erheblicbrm Niaßk nützlich auch für dcn größrrrn Grundbesitz. Meins Herren, wenn wir das er€ich6n, was ich Li)?" br'zkichnrte': ein Wrrk, an wcichrm fich so visir Kräfte» nützlich und grmsinnüßig bcrdäiigen können und tdatsächiich dsiiiäiixxrn, wrnn wir aiirnählich dazu kommrn, daß wir unserm Kirin- und Miitsibcfiß ncbru drn natürlickyrn Vor- tbeilen, die ihm in der Produktion und in drr Konkurrenz grgkn den Großgrmidbcsiß zustrben, das; nämlich drr Bcsißer eines kleinen und mittlcren (Grundstücks s(éincn rigcnrn strigendkn Tagrlohn srlbkr der- dient und Er Visi wc'niger angewiesen ist wir drr Großgrurtdbrsißer auf den Vrrkauf seiner Produkte?, wrii Lr den größirn Theil sklbsi in srinrr Wiribschaft verbraucht, _ wrnn wir "rden diesrn naiürlichrn Vortbcilsn des Kirin- und MiltelbrfiizW nun, soweit möglich, in der Kreditgrwäinung, in drr Ein- und Vrrkanfsgrnossenschafi, in der Pro- duktionMer1offcnschaft, z. B. dri der Molkrrri, Einen erbcblichen Theil der natürlichsn Voribrilk des Großgrundbesißes ihm zuwenden, dann haben wir die sich€rcn Grundlagen der Erhaltung und Vrrmebrung des Kirin- und Mittelbrsixzes _ eine der größtrn soziairn Fragen der Gkgsnwart _ gewonnmr. Ick) babe immér gcsagi, diese Grnosfsnschaffökassrn müssen nach meinst Urdrrzruaunxz _ und die bisbkrigen Erfahrungsn Haben dicsd mrine Ansicht bestätigt _ zu einer großen Wobitbai für den Mittrb und Kleinbrsiß in Stadt und Land Werdkn. Das wird eine große Bank werdrn, möchtr ich sagen, zu SUUiien auch einmal des Miiielstaridrs. Ich würde bedauern, wrnn 1*JZUÜUifi in dcr StaatSdchaltung cinmal die Tendenz entstände, dikié Bank auch Gewinnes wr'gkn zu benußen. Ich habs mir grsagt: diere Bank ist ein gcmeinnütziges Institut; wenn der Staat auf seine Kostrn kommt, kann er zufrieden sein. Es kommen die Woblibaten indirekt dem Staar doch wieder zu guts. (Sehr richtig! rkchts.) Ick wil! gar nicht unbedingt 3T 0/9 Gewinn haben, ich bin zufrieden, wenn der Staat die Zinsen der Konsols zu 30/0, die doch nahrzu parj aus- grgeben sind, von der Bank wieder erhält. Wir brauchen gar nicht einen besonderen Gewinn aus der Sache zu machen; das ist auch nie
die AbsiÖt gewesen; aber wenn wir jetzt schon bei der nur zweijährigen Entwickelung im wesentlichen auf „ die volle Verzinsung unseres Kapitals kommen, so können wir wohl zufrieden sein, und wir können namentlich _ ich möchte das bei dieser Gelegenheit bier aussprechen _ dem Vorsitzenden dieser Kaffe dankbar sein für die ausgezeichnete Führung, die er der Sache hat angedeihen lassen. (Bravo!)
Abg. Parisius (fr. Volksp.) meint, das; von einem Rein- gewinn yon Zi- 9/0 nicht die Rede sein könne, denn man müsse den KurSftand der Konsuls berücksichtigen, in denen das Kapital der Kaffe angelegt sei, rind danach kämen nur etwa 2 0/9 heraus. Das; der Kredit der Kasse auf ein halbes Jahr im voraus auf 3 0/0 fest- geseßt werde, sei rin Fehler angesichts der Thatsache, daß der Diskont der Reichsbank im leisten Jahre sogar zwischen 4 und 5 0/0 ge- schwankt babe. ,
Abg.donMendel-Stetnfels(kons.):Jchwürdeesfürbedenklich halten, wknn die Zentral-Genosienscbaftskaffe auch den Kredit der Ein- zelnen (Genossenschaften direkt_befriedi en würde. Das würde die Solidität unserer laqdwirtbsckpastlichen enossenfchafien gefährdén und auch eine durkaukratisäye Beeinflussung dsrselben nothwendig macbrn, die wir Vor allen Dingen yon dem Genossrnschaftswesen fernhalten müssen. Auffaklend ist das langsame Herankommen der and- werkerorganifaiionen an die Zentral-Genossenschaftskaffe. I be- daure das (1qu tiefste, denn ich habe in der Gründung der Kasse eine Unterstüßung des gesammten Mittelstandes erblickt. Durch Belrhrung muß auf die Gründung von Handwsrkergenoffen- schaffen eingewirkt wsrden. WEnn die Zentral-Genoffenschastskaffe fich so bSrvorragsnd weitkr entwickelt wie? bisher, wrrden wir schon im nächsten JabrkZ das Grundkapital Erhöhen müffrn. Das (Geld, das der Staat dafür anlkgt, ist für di? Hkbung unseres Yiittelsiandes gut angelegt. Die Landwirtdschaft kann Verlangcn, daß src ihren Real- und Personaikredit an DEU Strüen befriedigen kann, wo das ledderdirnen nicht die Hauptfach ist. Der Zinsfuß für den Kredit muß auf ein Halbes Jahr im Voraus festgestkllt werden, die L_andwirthichaft kann die Sprünge nicht mitmachen, welche im Handel gkmacht „werden. Die Propdrzeiunxxen Üdrr das Risiko, welcbr NS Kaffe darch ungrniixzcndé Rückzahlung drr Darleden dadsn wkrde, sind durch die Thatsachen widerlegt worden. Die? großr Zahl drr Rückzablgngen iü'ort uns den Brwcis, daß unser iandwirtdschaftiichs K*Wditwskcn durchaus JSsUUÖ ist. Dir ii-Zinrn Einbußrn, dir der Staat dabei ?riridrri könntk, iommrn riarnicht in Bktrachi, wknn die? Kasse zur HSH an;; d&? gdsammtrn x).)iittrlstandrs h_citrägt. Das kommt drm Staat indirrkt wirdrr zu gute. Dir Kaße darf iidrrbartvt nicht vom _Gesichtswmkr de:; Bankwesrns, son- dern vom wirtdscbaftiichsn und ]oziaikn Gesichtspunkt aus deirachtet rvrrdén. Wir können der Regiérunzx für diesc's Uniernehmsn nur dankbar srin.
Finariz-Ministrr Dr. von Miquel:
Mrine Hsrrrn! Es wird doch nothwkndig sein, d€r eincn Be- bauptung Entgrgrnzutretrn, dir der grriirie H:?rr Vorrcdnrr aus- g€sprochrn hat, «is wrnn ich gesagt hätts Odlk bätir sagén wdÜen, daß es auf dir HÖHE des Zinsiußrs, drn dis cinzrlnsn Grrwffrn zu zadlem haben, eigrntlici) nicht ankommr. Das ist garnicht meine Ansirht, drnn das ist ja srlbstrcdend, daf; dic HÖHE des Zinsfußes don dcr ailsrgrößirn Bchuiung ist für dkn rinzelnrn Grnoffrn. Ick habe: nur gesagt: cine? Einrichtang, welcbe dcm beirkffrndcn Landwirti) die Sichrrbeit giebt, ohne im Zinsfrrß ganz überholt zu wrrden und in Wuchcrdändr ZU fallrn, skin Krediibrdürfnis; zu dsr Zrii zu bcfriedigrn, wr) rs an iim hsraniriii, ist fast noch wichiig€r als die Frage:, ob rr F oder srlbst ZM) mehr Zinsen giebt. DubLi bleibe ich staben, daß wir dadci erstrébrn müssen, auch drn Zinsfuß Möglichst nisdrig zu baltsn, damir bin ich natürlich Kinderstandsn. Wir Haben in dsr Zeit, wo der hdhe Barikdiskont bestand, wo also dir antral- Genossensckyastskaffc sick) rrbrblich? Mittel brfchaffen mußte, durch Zahlung rccht ÖOHC'T Zinsen, dsn eigrnilichen grnosséiisäraftlickykn Krézdii für dis genossrnschafilich€n Verdänds unvrrändrrt grlaffen. Wir haben den Zinsfuß ni-ibr Erhöht, Wrii wir fshr wohl wußtsn, we'lchr Bk- dsuiumgrin möglichst stabilsr Zinst-Z bat, drr nicht don drn dngniolick- [iclyr'rr Schwankungrn im Handcl und in drm sonstigrn Kréditwsfen bkdingt ist. Wir Habrn disse ganze Zeit H:!tdurck) ddn nirdrig-th Zins- fuß dkiiGLUOssklisÖÜfÉCn gcnau so gciaffsn, ais wrnn drr Diskont auf ZZ gesiandrn iäitc. Naiürlick), mrine Hrrrsn, in drxijr-nigkn Zivsigmi d::r Thätigkeit der Zenirai-eridffrnickpaiiskaffßn, wo rs fick) um dir Fördrrrmg dichs gciioffrnsckyafiiichrn Krrdits nicht dirrki
barrdklr, wie deiipirixZweisr im Lombxrddcrkrbr, WNW (inc Sparkasse ,
Oder Eiirandrrcs Jnsiiiat dri uns brsondrrrn K'rr'dit i)).bkii ontS auf Lombardrffikirm smd wir auch in dir Hödr gigangrn mit drm Zins- fusr, dcnii sr) writ ist dQI (Hefchäfi rin rcin bankmäßigrs.
L),)?i'inr «Hsrrrn, di€ diddcrigrn Jmstiiuts, dis Krrdii vrrmiiixlu, Bankcn u. s. w., wie sie auch heißen mögrn, _ darübrr kann gar kein Zwrifrl sein _ warcn in Betriff des 'VrrsomalkrrditS auf die lapdwiribschaftlichrn Vrrdältniffr und Brdürfniff; Li,;cntlick) nicht zu- gdscbnittrn. (Sehr rikbtig! TTÖÜÖ.) Dirses Institut ist das Cri'ir', Wrickyrs in diesrr Bezirhung sich direkt an die Verhältnisse und Zu- stände? Und Bsdürfnisss dcr Landwirihschaft anschließt. Wrnn das Institut da vrrsagir, sr) Hättr das Lanze Institut keins Vrdrutung. Moine: Herren, sowohl der Präsident Hékk don Husue als auch ich sind darüber doÜkdm1n€n einig, daß aiic die Nrbrngcschäfre, beispieis- weise Konioknrrrnidrrkcbr mii Spgrkaffrn, Drpoigsichäfie mit Kommunrn, Lombardgesäzäfir niemals Skibstzwrck skin dürfen, sondern nur Mittel, um den Hauptzweck zu Erreichen. W811" wir Eine große Anzahl von Dedofitrn hadrn, und zwar nicht Von Linzclnrn Instituten _ denn das ist ja immer gcfährlichcr _, sondrrn in Verbindung beispiklswrise mii Linkin Zroßsn THLii don Sparkassen und Kommunen, so soilsn diese Mittrl nnr dienen, um dkn Hauptzwrck drs Instituts zu erfiilien. Wir onrn kkinr Drpositcnbank wrrden, das ist gar nicht unsrre Aufgabr', abrr wir wollen den Dx'pofiten- dsrke'br pfir'gen, um rbrn größere flüssige Mittel für die Errrichung drs Hauptzieis drs Instituts zu erlangen. Auch in dirser Beziehung ist dir (Entwickörung Cine günstige gewesen, und ich bin namentlich mciném ddrrbrikn Hérrn Nachbar sehr dankbar, das; er den Verkehr mit dcn kommunalen Sparkassen durch die Von birr aus ergangenen Verfügungen zu Gunstrn der Zentral-Genossenschaftskaffcn sehr zu er- leichtrrn die (Güte halts.
Yieinr Herren, ich möchte nun noch zwei Worts sagen Über die Statistik. Sobald die Organisation dicses Instituts hergefieüt War, bat die Direktion es als eine ihrer Hauptaufgaben betrachtet, endlick) einmal eine fichcre Statistik dss Gsriossenschaftswefens herzustellen und zu erhalten. Die große Bedsutung eim'r solchrn Statistik brauche ich garnicbi außeinanderzusrßen. Cs badrn in dieser Beziehung die ge- noffenfchaitlicben Verbände von Sckxulze-Delißsch schon früher viel ge- leistet, und man muß mit Dank anerkennen, daß fie, wie auch in anderern Bkzisdungen, im Genossenschaftswesen bahnbrechend gewirkt und erhebliche Verdienste fich erworben haben. Ich würde es auch _ das will ich hier einschalten _ mit Freudsn begrüßen, wenn es möglich wäre, die nach den früheren Prinzipien von Schulze-Delißsch eingerichteten Genossenschaften auch noch mehr und mehr in engere
Verbindung mit der Zentral-Genoffenstbafukaffe n: W „ „ feindseliges Verhältniß kann in dieser Beziebimg nur bedauert Wk, soweit es vorhanden ist. Die Direktion der Zentral-Genoffensäafts- „ " kaffe hat sich schon sehr zeitig an den Herrn Justiz-Minister gewandt, und dieser hat die (Güte gehabt, sämmtlichen Gerichten des Lands die Auflage zu machen, über die eingetragenen Genossenschaften bei den Gerichten eine AufsteUung zu machen und dadurch eine voll- ständige Statistik herzustelien. Es wird nicht lange dauern, dann wird eine solche Statistik, wo die Genoffenschaftrn nach der Oertlicb- keit, nach drr Richtung und Bedeutung dargestellt werden, dem hohen Hause mitgetheilt Werden können. Ich hatte die Idee, eine solche Statistik, wenn sie mal vorhanden ist, Von alien verschiedenen Arten der Genossenschaften, namentlich dann mal“ graphisch darstellen zu laffkn und sir auch hier drn Herren Abgeordneten mitzutbeilen. Es wird das Ein sehr lehrreiches Bild geben. Es werden die meisten Stellen Line Anregung zur Thätigkeit geben für alle Menschen, die in der Gcgend wohnen und gemeinnützig denken, und dir starkpunktierten Linien der Kari? Werden eine Brfriedigung gebrn über das, was bisher schon errricht ist. Das Ganze wird neuer Thätigkeit anbahnen.
Meine Hsrrln, nach dem, was ich gesagt habs, brauche ich auf dir Akußerungen drs letzten Herrn Redners, daß man diese ganze antralkaffc nicht als Ein bankmäßigrs Institut betrachten dürfe, nicht Writer einzugebrn. Die Kaffe muß zwar auch eine gewiffe bankmäßige Tikätigieit entwickeln, abrr das darf nie dé?! eigentlichc Zw€ck des Instituts werdrn, sondérn Es darf disse Thätigkrit nur soweit aus- gedehnt werden, als die Haudtaufgabe d€s Instituts Ls erfordert. (Bravo! r€chis.)
Abg. von Arnim bebt nochmals b€rvor, das; der geschäftliche Ver- ksdr sick) noch WEif-Zr dkri-illi en lisßr, rvr'nn man die Zwikchrnitationen dsr GQ;0sf871schastsvckrbändc ?orilaffkn könnte.
Abg. Knebel (nl,) hälr die) Mitwirkung der Gknoffenfchafts- verbände für unumgängiick). (Fim? Erhöhung des Grundkapitals dürfe jsßt noch nicht staiifindrn, um di: Kaffs auf drr gesunden Basis zu srdaiirn, daß das Kapital dnrck) die Rückzahlung sklbst wiedrr ergänzt werds. Daß das HÜLWWETk noch nicht genug mit der Kaffe? in Ver- bindung (]CtkEi-én sci, [irge daran, daß es viel zu spät mit s€ix-rr gkndsfensrhaftlichen Organisation dkgwmen habe, _ Ein Fehler, dsr chr mrbr iwd mri“! wi-Zder g::i grmaibt WSWS. Bri drm “Verkehr dcr Kaff? mit dLn Sparkassen handle es sich ledig- lich um einen Dryoßtrnvrrkehr, drm, das Gesetz zulaffe, nicht um einen Vrrmittswngsverkshr, wir drr Abg. Parisius angenommen habe. Dir aniral-Genossenschaftskaffé iki rim? notwaéndigr Ergänzung der i'andwirthsäyaftlickyrn Krediteinrichirmg. Eine Erhöhung des Grund- kavitals würdc nur ein? Trribxrri des Kreditwssens bcrdsifübren.
Abg. Pa risius bemrrit, daß die bisherige Statistik des Gknoffrn- schaftswrsrns wrridlos sci. “Orr Lombarddrrkrhr der Kaff? müsse mit großrr Vorsicht drbandeli wrrdrn.
Finaaninistrr ])1'. von Miquel:
Dcr: [Sytén Bemrrkungrn des Hsrrn Abg. Parifiuß farm ich voll- ständig bripfiichtcn. Er gisbi zu, was auch garnicht zwkifdldaft sein kann, daß der Dspofitrndrrkebr von d€r Bank 99prth werdrn kann mit aiien Mcnschrn und auch mit juristischkn Pkrsonrnz also auch mit Syarkaffcn. Ick theils aber feind Ansicht, daß der Lombardvsrkebr mit großer Vorsicht behandrit werden muß und rigcntlicb nur nebenbei mit cincm Institut, welch??? regelmäßig Erhebliche? Depofiien liefert, abrr Mich mal geirgrnilich auf kurze? Zeit Bcdürfniß hat, welches durch dir Vrrpfändung don Effekten im Lombardvrrkebr gedeckt wird. So handbadi aber auch dir Zentrai-GEnoffenfchafiskasse die Sache. Drnn „ihres Arxfgabe ist nichr, dern Sparkaffrn als Vermittelungs- steil? z:: disricm, ihrs Miiikl drn Gendffrnschasten zuzuführen.
Als das (558er drrathrn wurdr, war ja auf Einigen Seiten der Wunsch, gieici) don vorniwrrin diss? Kaffr zu Liner AngleichssieÜe Für dir Sparkasse zu machrn. Die Staatsregirrung ist“ nicht darauf Lingrgangrn und das- [WHL Haus auch nicht, und daher ist die? R€chts- lags in diSsCk Vrzirhung auch VOUständig klar.
DST Hrrr Abg. Kiiébkl _ das möchte ick) noch sag-Zn _ hat dafür, daß es ratbsam sri, brate, in diesrr Ssssidn, nicht an die Er- böbung ch Grundkapiwls deranzrigcde'n, einén durchaus richtigen erénd anxzkgsbrn: Linr Pauptaufgabr drr Zentral-Genossenschaftskaffe wird ssi", ans idrem GrschäiiIVZrkehr, namentlich aus dem Drpofiten- dcrieixr, did srick€biichrn Mittkl für die Erfüiiurig idrér Hauptaufgabe fick) skibst' zu dcrschaffew Jeb glauic aiie'rdings nicht, daß wir in ab- srbbarcr Zsii zu däm Jdral komuirn wrrdkn, wricbes drr Rb,].Knebel aiifgrsir'iit i))i- das; dir Zeniral-Genoffrnsckyxfisiaffc cigrniiiéh gar kein Bsirirddiadim; gsbraucht, wrnigstkns nur ein sehr gc-„ringrs, weil der Absurd; von Mitteln an dir Gdnoffrnschafisn fich :riir drm Wieder- zuxxxng do!]stärrdig ausgiri-Ih-zrr müffr.
Meine H:"rrrn, wir wrrdcn noch Jabrzehntr hindurch immerfort an drr Aurdrlxnung drs Gxnoffrnfchaftchse-ns arbeiten müffkén; jede“ neue Gandsirnschafr fordrri fiir längerr Zrir die Hilfk, die wir hier durch die Zrntrai-erioffrnsckyastßkaffe gswäbrrrr; wir wrrdcn ihr im Beginn rrst V0rschiiffk gebrn müssen; und crst alimäbiich wird sie im stande srirr, rrxic'lmäßég zuriickznzablen. Je Wkitkr sich also das Grnoffen- fchafi§wesen ausdehnt, je msdr neue Genoffrnsckyaftcn entstebrn _ es sind 1200 ländliche Genoffenscbaftrn mehr in kian Jahre rntstanden _, js mrbr Kapital wird vwrläufig noch aus drn Mittsln dcr Kasse der- zugeben sein.
Ick) glaubs. dahrr aiirrdirtgs, daß wir auf die Dauer einer Ver- größkrung dcs Grundkapitals uns nicht entzir'iwn könnrn (sebr wahr!); abcr man braucht sick) jeizt noch nicht dyn Kopf darüber zu zerdrcéchen. BCi dsr bisiirrigen Art und Wxiic, wie das Abgeordnrtenbaus die ganz“: Thätigkeit der Kaffs auffaßr, zweifle ich garnicht, daß, Wenn wir durch eins daucrndr Erfai'rupg die' Notbwcndigkeit €in€r Er- bödung drs (Grundkapitals nacbweisrn können, das Haus wie bisher in Bezug auf die Erhöhung drs Grundkapitals der StaatÉrgirrung ent- JLYr'nki'MMCU wird. (Sébr richtig !)
Meine Hrrrcn, die Befürchtung _ das möchte ich bloß noch sagen _, dic- namcniiick) die Herren von der fre'ifinnigen Partei haben, daß die chtrai-Genoffrnsckpafiökaffr, statt die Selbsthilfe zu stärken und zu entwickdln, dazu britragen würdr, sie zu erdrücken, indem der Staat sich in die Sache bineinmengc, hat sich Voliständig durch die Praxis widcrlcgt. (Sehr richtig!) Wenn man die Entwickelung des Staatchssns, der wiribichaftlicbrn und sozialen Verhältniss, studie-rt, ist dicse Befürtbrrmg, daß bei jé'der Förderung der pridaten und gemeinnützigen grnoffenschast1ichen Thätigkeit durch den Staat das Prinzip der Selbsthilfe untergraben würde, ein Gespenst. Dic chtrai-Grnossenichaft soll die Selbsthilfe entwickeln, fördern, stüßen und über die ersten Schwierigkeiten des Anfanges hinwegbringen. Das srben wir ebenso auf vielen Staatsgebieten, und wir sehen nicht die üblsn Folgen, die vielfach davon befürchtet worde". Ich bleibe allerdings dabei sieben, daß das beste Miitel die Selbst-
verantwortlichkcit ist, die Erziehung zur rigenen Selbsthilfe und