Ueberzeugung Ausdruck, daß sie sub mit den übrigen Mit- giiedem des Hauses zu _frucbtbringender Arbeit vereinigen würden, wünschte 'ein friedliches Einvernehmen der verschiedenen Nationen im Interesse der Entwickelung des Reichs und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Zu “Vize-Präfidenten wurden 51) a v i d A b r a h a m o w its ck und Kramnrxgewäblt. Die Abgg. von Jaworski und Genossen somte die Abgg.Nitsche und Genossen brachten Anträ e, betreffend die Beantworiuna der Thronrede; durch eine Adreßse, ein und verlangten die Dringlichkeit fur ihre An- - trä e. Das „Haus erkannte die Dringlichkeit an und besäsloß , einen aus 48 Mitgliedern bestehenden Adreß- aus (Zuß einzuscßen. Der Abg. Abrahamoipitscb brachte eine nterpellation über Ausschreitungen em, tyelche ain Sonntag Nachmiitag und am Montag_ Vormittag_ m Chodorow (Galizien) von masurischen Eisenbahnarbettxrn gegen Juden wegen angeblicher Ucbervortheilung verubt worden ind. _- Der „Handels-Minister Freiherr Glanz von Eicha egte dem Hause den HandelSvertrag mit Bul- garien vor. , , Die ungarische Quotendeputatton hielt gestern ihre konstituierende Sißung ab. Kolomay Szell_ wurde zum Präsidenten, Max Falk zum Schrtftfuhrer gewahlt. ungaris en Unterbause beantra te gestern der Miniier-Präsident Baron Banffy, einen aus 1 Mitgliedern bestehenden Ausschuß zum Zwecke der Revision des chmw patibilitätßgeseses zu ernennen._ Der Antrag fand all emeine Zustimmung. Am Freitag Wird die Wahl des Aus chusses erfolgen. Das Haus sümmie ferner (Jinem Anfrage des Prä- sidenten zu, die _lcßtc meritorische Sißung am 16. oder 17. abzuhalten und sich dann bis zum 28. d. M. zu vertagen.
Großbritannien und Irland.
Das Oberhaus genehmigte gestern die dritte Lesung der Bill, betreffend die Militärbauten, und nahm die NoveUe zum militärischen Bodengeseß an.
Im Unterhause erklärte der Parlamentssekretär des Aeußern C urzon: es seien zwei Sammlungen von Schrift: stücken über Kreta in Vorbereitung. Er hoffe, dre eine, welche bis Anfang diescs Jahres reiche, v_or den Oster- ferien vorlegen zu können. Die andere wyrde 10 schleunig wie möglich zusammengesteüt werden. Der Botschafter in Kon- stantinopel habe berichtet, das; in Bitlis, wo Mohamedaner verhaftet seien, weil sie im Verdacht ständen, Meßeleien _zu beabsichtigen, sowie in Behes in in der Nähe von Biredxtk, und in Tatori, wo Kurden die Dörfer bedrohten, Unruhen zu befürchten seien. Das britische Schiff „Sybille“ kreuze zwischen Alexandretta und Merfina. Der britische Vize- Konsul in Adana Habe sich an Bord eines Sch1“s begeben, um den Distrikt von Pajas und andere Distri te 'zu be: Kuchen. Sämmiliche Botschafter machten der PLO? fort-
auernd Vorstellungen; dieselbe habe an :e türki- schen Offiziere im ganzen Lande dic bestimmtesten Be- Yehle erlassen, und es sei Grund vorhanden, zu hoffen, daß ie Befehle würden beherzigt werden. Der britische Konsul auf Kreta babe berichiet, die Christen im Jnnxrn der Insel würden bald einen doppelten Vorrath an Gctretde haben, da sie die eigene Ernte und diejenige der Mobamedaner einheimsten. Der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain verlas Telegramme des britischen Agenten in Prätoria und Lord RoSMead's über eine scitens dcs Polizeiagenten Rennkoppel in Krügersdorp geäußerte Beleidigung der Königin. Der britische Agent habe eine Note an die Regie- rung von TranSUaal gLsandt, worin er mit Bezug auf den Vorfall erklärt habe, Er sei überzeugt, daß der Präsident den Zwischenfall ebenso tief wie er selbst bedauere; er lege die An: gelegenheit rückhaltlos in die Hände des Präsidenten, in der Ueberzeugung, daß derselbe so verfahren wsrie, daß die gegen- feitigen guten Beziehungen zwischen ben„BÜrgern TranQvaals und den britischen Unterthanen nicbt gcsiort wiirden. Die erste Antwort der Regierung der Südaßikanischen Republik an die britische Regierung habe die SusPendierung dcs Polizei- beamten gemeldet und eine den Umständen ciitiprechende Be- handlung der Angelegenheit versprochen. Lord Robmead Habe am Montag telegraphiert, der Präsident Krüger habe persönlich dem britischen Agenten sein Bedauern außgedrückt und eine Untersuchung der Angelegenheit versprochen. Auf eine An- frage Sir W. Harcourt's, ob die Regierung einen Tag ur Berathung seines gestern angekündigten Antrags auf
örterung der politischen Lage bemillige, entgegnete der Erste Lord des Schaßamts Balfour, daß der Antrag kein Wort einer Verurtheilung dessen enthalte, was die Regierung gethan habe, thue oder thun zu wollen angekündigt habe. Er schließe daraus, daß Sir W. Harcourt nicht eine diiekte Frage auf- werfen wolle, sondern ihr auszuweichen wünsche; cs liege daher nicht im Interesse der Staatsg-fchäfte, einen Tag für die Debatte über den Antrag Sir W. Harcourt's zu gewähren. Auf eine Zwischenbemerkung Sir W. Harcourt's erklärte Balfour, der Antrag sci berechnet zweideutig; die Re- gierung habe ein gewisses Vorgehen der Aufständischen auf Kreta bekämpft und sei bereit, Gricchenland für ewiffe ZWecke zu blockieren. Wenn Sir W Haicourt feinen
ntrag nicht so abändere, daß der eine oder anocre dieser Punkte direkt qetadelt werde, so müsse er die chéüigung eines Tages für die Erörterung des Antrags vcrweigern. Seton-Karr brachte darauf einen von Yerburgh unter- ftüßten Antrag ein, worin es heißt, die Abhängigkcit Eng- lanos von der fremken Einfuhr b-“züglich der Lebens- bedürfnisse und die hieraus möglicherwxise entstehenden Folgen erforderten die ungesäumte Aufmerksamkeit der Nx gierung. Seton-Karr befürwortete ferner die Einführung eines Zolles auf Weizen sowie die Errichtung staatlicher (Z(ireide- speicher. Der Erste Lord des Schaßes Balfour erklärte: der Antrag Seton:Karr's werde von allen Seiten gebilligi; über die Abhilfsmittel gingen die Ansichten weit außeinander; einige wollten Schußzölle andere seien absolut dagcgm. Die Schußzölle wiirden vom olke nicht g-Kbilligt. 'Die E(nrichtung 'taatlicher Kornspeicher sei zu kostspielig und würde dcn Schoß- än ler in' eine prekäre, unhaltbare Lage bringen. Obschon auc]; er für eine Union mit den Kolonien für kommerzielle und militärische Zwecke sei, so könne er nicht einsehen, wie ein Zollverein mit denselben England aus der Vsrleaen- beit helfen solle.. EH sei nur wenig wahrscheinlich, da Nuß-
and und Anxemka sich zur Zerstörung dcs englischen andels vereinigen wurden. Was dre Schwierigkeit der Zufuhr von Nahruvgßmitteln betxeffe für den Fall, daß England in einen Krie nut Frankreich und Rußland verwickelt werde, so würden die ereinigtm Staaten es nie zulassen, daß Weizen für „ Irie skontrevande erklärt werde, und im Verein mit Amerika “ sek- gland stark genug, jeder denkbaren Vereinigung
von Mächten zu beg nen. Englands_Sichecheit hänge von seiner Flotte ab, “un wenn diese hxnreicbe, Fo brauche es Hunger nicht zu fürchten. Somit spikescb die Debatte zu der Frage zu, ob die Flotte stark genug sei. In Vetreffbieies Pun tes übernehme ie Regierung d1e Verantwortlichkeit, welche der Antrag ihr auferlege, die Pflicht, „darauf zu ie" an, daß die Flotte stark genug set zur Vertheidigung der KuFen sowie des Handels mit Nahrungsstoffen und Roßmatenalten. Der Antrag Seton-Karr wurde hierauf ohne Abstimmung an: genommen.
In der gestrigen Sißung des parlamentarische_n Aus- schusses zur Untersuchung des Einfalles Iamejon's in TranSvaal gelangte der Brief des Obersten Willou-Zzbbv an das Kriegsamt, dessen Laboucbbre in der Si ung des usschusses vom 2. 1). Pk. Erwähnung gethan hatte, zur erlesung. In diefxm Briefe erklärte Wiiiougbby, Jameson babe ibm mitgejhetlt, die Expedition nach Johannesburg babe die Zustimmung der „Kaiserlichen Behörden“. Im weiteren Verlaufe der Sißung fragte Sir W. Har c ourt ben Obersten Willougbby, auf welche Mittheilungen Jameson1s die Erklärung in seinem Briefe sicb siüße. Willougbb'y lehnte die Antwort auf diese Frage ab, weil feme Unterhaltungen mit Jameson private gemsen seien. Diese Außrebe wurde von dem Ausschuß für nicht stichbaltig erklärt. Troßdem bestand Wiliougbby auf seiner Weigerung und lehnte es auch aus Gründen des (Gemein- wohls ab, zu sagen, wer unter der Bezeichnung „Kaiserlich? Behörden“ zu verstehen sei.
Das Traanortschiff „Malakka“ . ist gestern mit Truppen, welche für Kreta bestimmt smd, von Malta in See gegangen.
Frankreich.
Ein Nachweis der Staatßaufwendungen fiir den Heeres- bausbalt während des fünfundzwanzigjährigen Zeitraums von 1872 bis 1897, Welchen die „KKMM milibaircz“ bringt, beziffert die ordent- lichen Außaaben, welche 1871 883 000 000 Fr. erfordert hatten, auf durchschnittlich 562 000 000 Fr., und zwar find dieselben seit 1872, wo fie 450000000 betrugen, im Jahre 1897 auf 601000000 gestiegen; der leßtere Betrag_ ist jedoch nicht der böchsie, welchen der Bedarf im Laufe jener Zeit beansprucht hat, der Höbepunkt ward vielmehr schon einmal 1882 und dann wieder 1894 erreicht, wo 607000000 nötbig Waren. Jnßgesammt wurden zur Bestreitung der regelmäßigen AuGgaben in den 25 Jahren 14672 000 000 Fr. auigewendet._ Daneben nahmen die außer- ordentlicben Bedürfniffe in diesem Zeitraum 3162 000 000 Fr. in Anspruch, welcbe Summe sich auf die einzelnkn Jahre in Postsn von sehr verschiedener Höhe vertbeilt. Der niedrigste disser Posten ist der leizte, denn 1897 betrug der Bedarf für außsrorbentliébe AUSgaben nur 26000000, wäbrknd 1877 249 000000 bewilligt waren, im Durchschnitt bat er fich auf 122 480000 Fr. gestellt. Die nachgewiesenen Ausgaben von 14 672 000 000 Fr. für reaelmäßige Bedürfnisse und von 3 162 000 000 Fr. für außerordent- liche Erforderniffc haben mitbin im Ganzen 17 834 000 000 Fr. be- tragen, so daß auf ein jkdes Jahr im Durchschnitt 685000000 Fr. entfallen. Im Jahre 1897 ist dicser Satz nicht erreicht, es wurkkn vielmehr nur 623000000 Fr. in Anspruch genommen. Damit ist in- dessen der Gesammtbedarf weder gedcckt, noch genau bezeichnet. Es tritt noch ein Mebrerforderniß yon 253 000000 r. hinzu, (:s sind aber auch 80 000 000 Fr. in Abzug zu bringen, 0 daß im (Ganzen die Summe von 796000000 Fr. bleibt. Jene 253 000000 Fc. seven fich zusammen aus 110 000 000 Fr. an Zinsen für die zur Bestreitung außerordent1icher Bsdüriniffe gemachten Anleihen, 36000000 Fr. an Zinsen für Anleihen, welcha behufs Hersteüung Von strategischen Eisenbahnlinien gemacht wurdßn, 96 000 000 Fr. zur Bezahlung von Militärpenfionen, 8000000 Fr. für die wacke der Ebtenieaion; an den in der Höhe von 88 000 000 Fr. zu machenden Abstrichen vvn jener Summe find be- ibeiligt: das Kriegs-Ministkrium mit 30000000 Fr. eigkner Ein- künfte, die Besxtzung von Algerien und Tunesien mit 8500 000 Fr., welche für diesen Zweck aufgewendet werden, der Unterhalt der Gendarmerie mit 46 500 000 Fr., die Pulverfabriken mit 4000 000 Fr.
Italien.
Die Deputirtenkammer nahm gestern, wic „W. T. V.“ berichtet, nachdem eine Anzahl von Dcputirten den Eid geleistet hatte, die Wahl des Präsidenten vor. Es wurden 431 Stimmzettel abgegeben, von denen 303 auf Zanardelli lauteten, während 106 Stimmzettel weiß waren und der Rest sicb zerspliiterie. Die Wahl Zanarchi's wurde mit Beifall begrüßt. Zu Viszräsidentbn wurden Chinaglia, Copelli undPalberti gewählt, welcbe sämmt- lich der ministeriellen Partei angehören. Für die Stelle des vierten Vize:Präsidenten findet eine Stichwahl zwischen Tinocch1:Aprilc (konstitutionelle Opposition) und Mussi (radikal) statt.
Türkei.
Die Botschafter in Konstantinopel haben gestern, wie „W.T.B.“ berichtet, dem Minister des Aeußern Tewfik Pascha einc Vkrbalnote überreicht, worin cs bezüglich eines etwaigen Ausbruchs von Feindseli keiten zwischen Griechenland und der Türkei heißt, daß der ngreifer die ganze Verant- wortlichkeit zu ira en haben werde, und das; die Mächte nicht gestatten würden, aß der Angreifer aus dem AUSgang des Kampfes Nußen „ziehe. Ferner erneuerte'n die Botschafter Estern ihre Schritte wegen Abseßung des neuen Vali von
iwas.
Nach einer Depesche der „Times“ wäre das Ergebnis; des gestern im Yildiz : Kiosk abgehaltenen Ministerraths gewesen, daß em Zirkular an die türkischen Vertreter im Aus- lande ab esandt werden solle, in dem dieselben angetmcsen würden, ie Aufmerksamkeit der Mächte auf den unerträglichen Zustand_zu lenken, der durch die Haltung Griechenlands und durch 'Wie endlose Veriängerung der kretischeén Krise ver- ursacht sei.
Die (Z]eksiern von der Grenze in Konstantinopel einge- troffenen achrichten lauten bcruhigcnd.
Jn Cetinje eingetroffenen Nachrichten aus Skutari zufolge haben Fuptlinge katholischer Albanescnstämme achtzehn Häuser in der rtscbaft Riole in Brand gesteckt.
Ter „Agenzia Stefani“ zufolge hätten sich dieAdmirale über die Modalitäten der über den Piräus zu ver- hängendenBlockade g(xeiniat; ihre Vorschläge bildctkn nun- mehr den Gegenstand der Prüfung seitens der Kabinetie. Außer Großbritannien und Rußland babe auch Frankreich be- schlossen, ein neues Truppenkontingenf nach Kreta zu entsenden.
Die „Daily News“ melden aus Kanea von gestern, das; die Admirale den britischen Konsul Biliotti ersucht hätten, in ganz Kreta in ihrem Namen eine Proklamation bekannt zu machen, die darauf hinweise, daß die Blockade Kretas nur F; [Lnge dauern werde, als griechische Truppen auf der Insel
ie en.
Griechenlau'd.
Die Vertreter der Mä, te in Athen haben gestern dem Minister des Aeußern Stu es die nachstehende identische Note zustellen lassen:
2
.Der UnterniÖnete bat_ qyf Befehl seiner Regierung die Ebre, Seiner Excellen] dem Minister des Auswätti en von Griechen- land minutbeilen, daß im Faüe eines bewaJ'fnetm Zusammen. stoßes an der griechiscb-türkiscbeu Grenze die ande Verantwortlicbkeit dafür der Angreifer zu jraaen babe, und bat erner bekannt zu geben daß, wie auch immer der Auögang des Kampfes sein möchte“ die Mächte fest enncbloffen seien, den ailgrmeinen Frieden aufrecht ju, erbalten, und fich entschiedkn haben, auf keinen Ja zu gestatten, das: dxrb Angreifer auch nur den geringsten Vortheil :aus feinem Angriff zie e.“
Nach Empfang der Note traten die Minister zu einer längeren Berathung zusammen.
Athen war gestern aus Anlaß der Feier der Unab: ?ängiakeit Griechenlands. fesxlich Ileschmücka Die König- iche Familie begab fich, Wie die „' gence Farms“ berichtet, nach der Kathedrale, um dem Tedeum beizuwo nen, und wurde auf der Fahrt von eimer zahlreich versammelten Menschenmenge lebhaftbegrüßt. Die Truppen bildeten Spalier. Die Mitglieder des diplomatischen Korps wohnten dcm Tedcum bei. Während der Auffahrt der Königlichen Familie und der Würdenträger wurden von der Menge und aus den Fenstern Zettel mit der Inschrift: „Es lebe der Krieg!“ in die Wagen geworfen. Bei der Kathedrale wurden wiederholt die Rufe laut: „Es lebe Kreta!“, „Es lebe der Krieg!“, „Es lebe der König!“ Nach dem Tedeum begab sich die Menge unter Kundgebungen mit Fqbnen und anderen Abzeichcn nach der Univsrfität, wo patriotr che Ansprachen gehalten wurden. Am Nachmittag fand ein großes Meeting statt, welches das Vorgehen der Mächte tadelte und für den Krieg stimmte. Eine Ab: ordnung, welcher zahlreiche Personen unter Kundgebungen folgten, begab fich nach dem Palais, um dem König von demVerlauf des Meetings Mittheilung zu machen. Viele Theilnehmer blieben auf dem Schloßplaße zurück und v_erlangten" den König zu sehen. Aus der Menge wurden einige Schuff0 abgegeben. Die Truppen machten den Piaß frei, wobei neun Personen, darunter eine schwer, verwundet wurden. In der Stadt herrschte lebhafte Bewegung, und eine gewaltige Menschenmenge füllte die Straßen. Unter dem Absingen patriotischer Lieder und mit dem Ruf „Krieg, Krieg!“ durchiogen einzelne Gruppen die Stadt. (Gegen 9 Uhr Abends wurde die Ankunft einiger 20 englischer und italix nischer Fteiwilligcr auf dem KonstitutionSplaßc gemeldet, we'lch-z von der Minge mit lebhaften Beifallskundgebungen begrüßt wurden. Die qanze Stadt war illuminiert und bot einen prächtigen Anblick. Auf dem Schloßplaße diängte sub die Menqe bis spät am Abend zusammen und verlangte, untcr Rufen „Es lebe oerKönigk“, den König zu sehen. - Zn Larissa m_W Arta ist das Nationalfest mit großer Begeisterung ge?- fetcrt wordsn, ohne daß ein Zwischenfall vorgekommen wäre.
Dänemark.
Die Reformpartei der Linken hatficb, dcm „M.TB.“ zufblge, der Regierung gegenüber bereit exkläri, die für die Bejchaffung von Geschiißen gsfordcrte Summe zu bewilligen, bäit dogkgen an ihrcn übrigen Wcigcrungen hinsichtlich des Mtlitärbuogets fest. In dem gestern abgebaltenchinister: ratbe wurde beschlossen, das Angebot nicbx anzunehmen. ** In der gcmeinschafilichen Finanzkommission des Reichstages kündigte der Abg. Vlaberg (gemäßigte Rechte1 für heute die Einbringung von Vcrmittelungßanträgen an.
Amerika.
Aus Washington bkrichtct „W. T. B.“, es versaute daselbst, dcr Präsibent Mac Kinley werde eine Botschaft an den Konßres; richten, in welchkr die staatliche Unter: stützung der durch 010 Ucberschwcmmungen des Mississippi Betroffenen bcamragt werde.
Die „Daily News“ bsrichten aus New-York, daß die in den Hauptp äßcn von Ohio gestern vorgenommenen (He: meindewablcn einen ganz bedeutonden Stimmen- zuwachs fiir die Demokraten ergeben hätten. Zn Cincinnati, wo Mac Kinley bei der Wahl im November eine Mehrheit von 20000 Stimmen ,erlanat habe, seien gestern für die demokratischen Kandidaten 7000 Stimmen mchr als für die chublikanxr abgegeben worden. Canton, die Heimatbstadt Mac Kinley'ö, sei aus dem rcpubltkunischen ins demokratische Lagsr übergegangon. Die in anderen Staaten abgehaltenen Wahlen zeigten eine ähnliche Um: wandlung. Ein b-sondch auffaüendkr Charakterzug der Wahlen sei der Erfolg vieler außgefprochcner Anhänger Bryan's.
Nach einer Depkschs des „.1010-Y0rkHerald“ aus Carücas vom 5, d. M. habe der Kongreß einitimmia den durch die“ VereiniUtcn Slaaten vermittelten Vertrag mit Großbritannien, betreffend die Einfeßung eines SchiedsUcrichts in der Guyana-(Hrcnzfraqc, ratifiziert. Der Präfident Crespo werde den Vertrag am 9. d. M. unterzeichnen.
Der „Times“ wird aus Montevideo von gestern ge:: meldet, die Regierung habe die sofortige Mobilisierung von 6000 in der Hauptstadt garnisonierenoen National ardisten vexfügt; dic revomtionärc Bewegung unter den „ lancos“ bleibe lebhaft im Gange.
Asien.
Aus Teheran erfährt das „Reuter'sche Bureau“, daß Amin-ed-Daulel) zum Präsidenten des Minister- rathes und zum Minister des Innern mit weitgehenden Vollmachten ernannt worden sei.
Afrika.
Der Sultan von Sansibar hat, wie das „Neuter'fche Bureau“ berichtet, gestern ein D(kret erlassen, durch welches die Sklaverei im Sultanat Sansibar abgeschafft _wird. In der Verfügung ist die Bestimmung enthalten, daJ für bisher rechtmäßig gehaltene Sklaven seitens der egie; rung von Sansibar eins Entschädigung bezahlt werden solle. Es verlaute, das;, wxnn die Regierung von Sansibar die er- forderlichen Ausaaben nicht bestreiten könne, die britische Regierung aushelfen werde. Wahrscheinlich würden die B(- slimmung, daß eine Entschädigung bezah1t werde, und der Um- stand, das; die Verfügung sick) nicht auf das Halten von Harems
erstrecke, dazu b&itragen, die Araber mit der Maßnahme zu be- '
freunden, welchc fie viel radikalcr'und unannehmbarer erwartet hätten. Man glaube, daß kein Widerstand gegen die Verordnung erfolgen werde; doch werde aÜgemein befürchtet, daß ber größere Theil der Gemürznelkenernte künftig nicht werde em- bracht werden können. Dies würde eine ernstliche Herabminde- rung der Einkünfte von Sansibar verursachen, welche schon durch den Schaden beträchtlich verringert worden seien, den das Bombardement herooFerufen habe.
Dem „Reutcr'schen- izreau“ wird aus Mozambiqye gemeldet, daß die portugiesischen Truppen unter dem Major
Mominbk, we1che_gegen die „Namaranos gekämpft alten, nach Mozambique zuruckgekeh'ct seien, nachdem sie etwa 100 eilen wg "nere. vorgedrungen waren, ohne weiteren Feindseli keiten zu : en._ Nach Aykunft der erwarteten Verstär un en dürften chntie zur weiteren Ausdehnung der portugiesis en Sphäre erfolgen. ,
Aus Kapstadt Wird emeldet, daß Merriman in der gesesgebendcn Versamm ung einen Antrag eingebracht habe auf Vorlegung_ des Schriftwechsels, betre end die Sperrung der Viehtrtften durch die Südafrikani che Rc: publik. _Der Premier-Minister Sprigg babe erwidert, er trage kein Bedenken, die Schriftstücke im Großen und _Ganzen dem aufe vorzulegen, doch halte er es für unräiblich, gewixe, als geheim bezeichnete Aktcnßücke bekannt 1; geben. Im Hinblick auf die gegenwärtig zwischen der Reichsregierung und der Südafrikanischen Republik im Gange bcfindlichen Unterbandlungen befürchte er, daß durch die Veröffentlichung dieser Papiere die Besirebunqen dcr Reich6regicrung, den Frieden zu fördern, eine Hemmung erleiden würden, Sauer habe darauf die Hoffmuyg ausge; sprochen, daß die Regierung der Kapkolonie die britische Regierung darauf aufmerksam machen werde, daß die Kap: kolonie den Frieden unter den Weißen wünsche. Hierauf habe der Arbeits-Minister Sivewright bemerkt: den Frieden um jeden Preis wünsche die Regierung nicht; sie sei gewil1t, TranSoaal nach besten Kräften zu unterstüßen, wenn lcßteres im Recht, aber nicht, wenn es im Unrecht sei.
Parlamentarische Nachrichtem
Die Schlußberichte über die gestrigen Siyimgen des Reichstages und des Hauses der Abgeordneten be- finden fich in der Ersten und Zweiten Beilage.
- In der heutigen (208) Sißung des Reichstagqs, welcher der Staatssekretär des Reichs-Iusiizamts 111“. Nicherding bciwohnte, ehrte das Haus zunächst das Andenken des gestern fxüh verstorbenen Abg. K oepp- Wiesbaden (fr. Vgg.)
in der üblichen Weise. _
Darauf wurde ohne Debatte in dritter Lcstxng der Vertrag zwischen dem Reich und'der Schwetz, be: treffend die Einrichtung schweizerischer Neben: zollämter, erledigt. '
Es folgte die dritte Beraihung des Handcngcfeß: buches.
Eine Generaldebaite fmdet nicht statt. die Spezialberathung biantragt ,
Abg. Dr. Bachem (antr), da Abänderunasvorsckzläge nicbt gistkllt, also wohl 011€ Parteien mit dem Ergebnis; der Beratbung einverstanden seisn, die 011 5100-Annahme dls Gefeßks, weil die Be- ratbung so-si doch nur aus dem Aufrufen der einzeinen Paragraphen bestehen würde.
Abg. Weiß (fr. Volksw.) will dkr 811 5100-Annabme kiicht wider- sprechen, trosdem seine Freunde große Bedenken bkzüglicb der Konkurrenz- klausel hätten.
Abg, Singer (Soz.): A'clch wir babxn Bedenken wegen der Konkurrenzklaufel; Wenn wir troyd-“m dsm Entwurf zustimmen, so geschi(bt das, weil in sozialpolitiscbkr Byzikhung entschiedene Ver- besserungen für die Handlungsgebilfen durch das Gesetz herbeigeführt werdcn,
Darauf wird das Handengejeßbuch einstimmig 011 5100 angenommen.
Es folgt die Beratbung dsr folgenden, von der Kom- mission vorgeschlagenen Resolutionen:
1) ,Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, baldtbuniicbst die Vorlegung eines Geseßentwurses zu veranlassen, wonach zur Ent- scheidung von Staeitigkeitkn zivitchen Prinzipalen einerseits und Handlungßgebilfen und Lehrlingen andererseits kaufmännische Schiedgßgerichte errichtet werden; _
2) zu vcraßlaffen, daß über das Vkrfabren bsi Aufsieüung der Disvacbe und über die Ausführung dkrjslben in dbu: in Art. 1 des Einführungsgeseßes zum Bürgerlichen Geskßbuch vorgesehenen («Issey über die An 61243811581th der freiwiÜigc-n Gerichtsbarfeit Beiiimmuncxen gelte; ('n Werben.“ ' ,
Beide Resolutionen werden mxt großer Mehrheit an- genommen. _ _
Es folgt sodann die von den Sozialdemokraten be: antragte Resolution:
„Dkk! Herrn Reichskanzler zu ersuchen, baldibunlicbsi die Vor- legung eines Geskyentwurfs zu veranlaffen, wodurch: 1) für Hand- lungögebisfé'n und Lkbrlinge die Arbeitszeit geregelt und eineBeschäf- tigung derselbkn in der Zeit von 8 Uhr Abetzds bis 6 Ubi: Morgens im aUgemeinen ausgeschloffen wird; 2) die (Hewerbx-Jnspcktion auf das Handeisgemerbe auSgedebnt und die Beauffichtigung besonderen Handelvinsvektyren übertragen wird.“
Hiermit Wird die Berathung der nachstehenden, von den Abgg. ])r. Freiberr von Hertling und Genossen (Zentr) beantragten Re olution:
.Die verbündeten Regierungen zu ersuchen: &. in Erwägung darüber einzutreten, inwieweit und mit Webber Maßgabe die Bestimmungen der §§ 120 a. bis 1200. und 134 9.. bis 139 b. der Gew-xrbeoidnung (Arbeitktschußbestimmungen) unter zweckentsprecbender Anpassung an die bewndkren Bedürfnisse auf das Handengxwerbe auszudebnsn sind; 1). ibunlicbst bald dem Rlehs- tage einen entsprechenden (Gesetzentrvurf vorzulegen.
verbunden.
Bei Schluß des Blattes nimmt der Abg. Diek (Soz.) das Wort.
-- Im Hause der Abgeordneten gelangten in dcr
heutiZen (67.) Sißung Petitionen zur Berathung.
ie Petition des Magistrats von Frankfurt a. M. um Ablehnung vvn Anträ en auf Beschränkung der Vieb- Zinfubr wird durch den BeJcbluß dss Hauses vom 6. Februar d. I. uber den Antrag Ring, betreffend Vorkehrungen (;(-gen Viebseuckzen, fur erlediat erklart.
Die Peiition von 1)1'. von Nell und Genoffen in Trier um Einrichtung yon Vauschöffenämtern wird der Regierung als Material überwiesen.
Ueber die Petition des Magistrats von Hannober und des Magistrats von Hildesheim um Abänderung des Gkskßks Uher die Alterßzulagekassen geht das Haus nach dkm Antrag YZ „Unterrickptskommi'sion zur Tagesordnung über, nachdem Abg. Dr. Sattler (nl,) der Ansicht Außdruck gegeben bat, daß es richtiger ““Wien wäre, “wenn die Kommission vorgeschlagen hätte, die Petition durch dieBescblü e des Hauses zu dem Gescv für erledigt zii erkläien.
Die Petit on , von SLottkowskt und Genossen 111 Holz- weisfig mp Errichtun e ner öffentlichen katholischen
,. chule m der Gemein _e Holzweissig beantragt die Unter-
nchtskommisfion, der ReYerung zur Erwägung zu überweisen.
„Abg. Freiherr von lettenbera-Mebrum (kon .) macht
darauf aYmezkYm, daß nach ZeitungSnachrichten es. sich ni t so sehr
YUM :n eimerh i für eine katholische Schule, als vielmehr um das ua
Beim Eintritt in
trichtung einer national-polni eben Schule andele. eine. eunbe könnten diese Bestrebungen nich unterstüven. b"
Geheimer "Ober-Regietungs-Raib von Chappuis bemerkt, es sei allertzings. wünschenswextb, daß die polnischen Kinder, um sie rascher fur die deutiche Eigenart zu gewinnen, in die rein deutschen Schulen gebracht wurden. Nach neueren Berichten beabficbtiae die Gemeinde, selbst eine katholische Schule zu errichten, und die Regie- Zuxttgtßrerde dies abwarten, ehe sie weitere Schritte in der Angelegen-
ei ne.
Abg. Motty (Pole) bestreitet, da es bei die er An e : en- beit um polnische Bestrebun en handle.ß fich s g l (;
„Abg. 1)_r. Stevban- eytben (Zentr.) bält den Standpunkt der Re terung fiir verfaffungswidrtg, da nach der Verfa ung auf die Kon- fes on bet Errichtung von Schulen Rü (bt genommen werden solle,. Zn Holzweissig seien 76 katholische Kinder vorbandsrz, eme Zahl, die xur Errichtung einer Schule auöreiche. In borxviegend katholischen Landestbeilen sorge die Regierung viel besser fur'protesianttsche_Schulen in der Tias ora.
_ Geheimer Obex-Regierungs-Raib von Cxappuis bestreitet, daß dre Regierung in dieser Beziehung Jmparität walten lasse.
. Abg. 1)r. Porsch (Zenn) mami, der Umstand, daß die Kinder tn Holzweisfig pblmscber Nattonalitat seien, dürfe nicbt ausschlag- gebend dafür sein, eine- katholische Schule nicht zu errichten. Die 3951 der fatbo11sche_n Kinder in Holzweissig steige stetig, und damit sei das Bedürfnis; im „eine katholische Schule erwieien. In anderen Fallen habe die Regierung die Gemeinde angehalten, katholische Schulen zu errichten, hier aber wolle sie es nicht tbun.
Abg. Dr. Sattler (nl,): In allen Fällen, wo es sich um die Herren Polski bandk1t, muß man doppelt vorsichtig sein. Wenn man ihnen den kleine)! Fin er giebt, rzebmcn fie gleich die ganze Hand. Es ist ja möglich, da sie es zunachst auf eine katholische Schu e ab. gesehen haben, um dann später mit deren Hilfe polnische Bestrebungen zu pflegen. Sonst muß ich anerkennen., daß die Katholiken bercchtigt sind, für ibre_ Kinder konfesfionene Schulen zu Verlangen, aber daß Jmparität aus diesem Gebiete herrsche, kann ich nicht an- erkennen. Wenn Sie eine Debatte über Parität und Jmparität haben wolle-n, so können_ wir fis beute nicbi führen, wir bedürfen dazu des statistischen Materials. Dem Kommisfionéanirag stimme ich zu.
Abg. Graf zu Limburg-Stirum (kons): Die Worte meines Freundes von Plettenberg habkn keinen Anlaß geboten, eine Schärfe in die Debatte zu tragen und über Jmparität zu klagen. Abg. von Plettenberg bax nur darauf aufmerksam gemacht, daß, nachdem die Petition m der Kommission beratben war, die Be- fürcbtung aufgetaucht sei, daß es sich um nationalpolnistbe Bestrebungen in einkr rein deutschen Gegend handle. Wir sind ionst durchaus für die paritäiisch Behandlung dkr Katholiken und Yrotesianten und„für die Versorgung konfesfioneller Minderheiten mit Schulen. MZatertal übex die Frage, ob die Regierung in kieskr Hinsicht Jmparttat walten laßt, liegt uns heute nicht vor. Die .Herren vom Zentrum sind aber immer FMH dabei, Wenn es sich um die Abwehr polnischer Besire ungen handelt, die Maßregeln der Regierurig auf eine Feindseligkeit gegen die katbolixche Kirche qurückzurübrkn. Zu meinem Bedauern nehmen die Herren immer den Standpunkt ein, daß sie behaupten, die Regierung benutze die polnischen Fragen zu feindseligen Maßnahmen gegen die katholische Kirche. Wir müffkn immer dage en eintreten, wenn die katholische Kirche benußt wird als Vorwand Lür eine polnische Propa- ganda. Wo es fich um rkin katholische Bedürfnisse handelt, werden die Herren uns immer auf ibrer Seite finden. '
Abg. 111“. Stephan-Beutben wünscht, daß die Regierun eine Statistik über die Minoritätsscbulen vorxege; da würden den (Zerren Jie YUM aufgebcn über die Jmparitat, die in dieser Beziehung
err e.
Abs. Mott!) bedauert, daß ein nationaler Gegensaß in die Debatte bineingetragen sei, um den es fich in dieser Angelegenheit nichx handle.
Abg. Dr. Porsch wünsckpt gleichfalls die Vorlegung einer Statistik, damit man elseben könne, ob es vielleicht angebracht sei, durch eine Gefesesänderung die Zahlen festzuseßen, beiwelchen Minoritäts- schulen errichtet we_rden müßten. Die Ausführungen desAbg. von Pletten- berg hätten lebbaitcs Erstaunen und Bedauern beim entrum hervor- ngUfan Wenn sie nicht so scharf gemeint gewkjen eien, so sei das erfreulich. Wann er, Redner. Unrecht auf polnischer Seite finde, werde er es niemals bikr als Nicht vertreten; aber weil es sich um polnische Kinder handle, könne doch nicht die Errichtung einer katholi- schen Schule unterlaRn werden.
Geheimer Och-5 egierunqs-Raib von Chappuis erkkärt, daß er die Bitte um Voriegung einer Statistik dem Véinister mittbeilen werde, und bestreitet nochmals, daß man der Régierung mit Recht den Vorwurf der Jmparität machen dürfe. '
Abg. [)(-. Sattler ist damit einverstanden, daß eine Statistik vorgieleat Wkkdé, um so mehr, als sich in ähnlichen Fällen durch statistische Nachweise stets berausqksteUt habe, das; die Katholiken den Löwenantbeil erbaltkn hätten. Es könne nicht Verlangt werden, daß deutsche katbolische Kinder zwangsweise in eine Schule gkbracht würden, in der vorwiegend poinische Kinder seien.
Abg. Freiherr von Plettenberg-Mkbrum: *Ich habe den nationalen Gkgknsaß nicht vom Zaun gebrochen. Herr Mbtty thut so, als ob von einer polnischen Propaganda nicht bis Rede sem könne. Ich erinnere ibn an die Agitation der Geistlichkeit bei den Wahlen für den polnischen Kandidaten; ich erinnere „an den Fall des Lehrers Grütter, über ken aÜetdings nichts zu sagenist, ba er dem Gericht vvrliegt. Aber das sind alles bedknkliche_Zetchen. _D_10 Herren sslbst tragen dazu bei, daß die nationalen Gegensaße verscbarit werden.
,sDie Petition wird der Regierung zur Erwägung über- nne en. (“Schluß des Blattes.)
- Dem Herrenbause find die Entwürfe einer Städte- ordnung und einer Landgemeindeoxdnung für die Provinz Hesjea-Nassau in der von dem Hause der Abgeordneten an- genommenen Fassung zugegangen.
Nr. 13 des .Centralblatts fiir dad Deutsche Reich“, berauSgegeben im Reichßamt des Innern, vom 2. Apxil, hat folgenden Inhalt; 1) Handels- und Gewerbe-Wesen: Vexftgndiaung mit Belgien über die gegenseitige Anerkennung der Identitaneichen an Waarenmustern. -- 2)Polizei-Wesen: AuWeisung von Auslandern aus dem Reichßgebiet.
Nr. 11 des . Eisenbahn - Verordnungsblatts “, beraub- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 5. April, hat folgenden Inhalt: Aüerböchster Erlaß. betreffend, Verleihung des EnteignungSt-chts an die Aktiengesellxchait der VorZFbxrgsbabn Koln- Bonn für die Herstellung einer Kleinbahn von rubl-Vockpxm nacb Wesselina-Godors mit Anschlüssen an den StaatSbabnbof Brublßund an den Ort Sürth, vom 8. März 1897. - ErlasZfe des Mmriers der öffentlichen Arbeiten: vom 25. März 1897, chtre end Vertre1“u_ng der (Eisenbabn-Direktionimitglieder „durch Hilfsarbeiter; vom 26. Marz 1897, betreffend Stem elpflxcbligknt von Werfvxrdingunpsvertragen; Vom 27. März 1897, etreffend Schiedsgkrichte in, dem Bezirke ber Königlich preußischkn und Großherzoglich bessischen_Etseiibabn-DireYtton in Mainz; vom 30. März 1897, betnffentz Außubung des staatlichen AuffickotSrechts über die Eisenbahnstrßcke Munster a. St.-Landeögrenze und die auf preußischem Staatsgebiete belegene Babustrexke Lauter- ecken-Staudernheim; vom 31. März_1897, betreffend Kurzung des Diensteinkommens während der Vetbußung einer Freibeüsstrafe. -
Nachrichten. -
Arbeiterbewegung.
Breslau haben wie die „Voss. ig.“ berichtet die Tölergebilfen und Bcrufögenossen am kontag ,die Ärbeit überall Eingestellt, Weil der von ihnen aufgestellte Lobnxarif nicht bewilligt wurde.
AI:: Guben haben naxdem elbm Blatt sämmtliche Tisölu die rbeit niedergelegt. ie ordern Lohnerhöhung, “an Arbeimeit und Freigabe des 1. Mai als Feiertag. - .
In Verden haben einer Mittheilung des „Vorwärts' xufolg 40 bis 45 Maurergesellen die Arbeit wegen Lobußreitekeia- gestellt; 10 bis 12 Maurer blieben zu den alten Lohnsäßen in Arbeit.
In Kottbus babxn nach demselben Blatt die Tischler der Bautischlerei von Heinrich Mittag wegen Lobnftreiies am Monjaa die Arbeit niedergelegt.
In Nürnberg befinden fich, wie der „Vorwärts' meldet, 30 Huf- und Wagenschmiede wegen der Lobn- und Arbeitsver-
1 hältnisse im Ausstande; drei Meister sollen die Forderungen der
Arbeiter bewilltgt haben.
Aus KissinZen nzird gemeldet, daß der Ausstand der Bau- arbeiter durcb ' ergleich beenbigt ist. (Vgl. Nr. 77 d. Bl.)
In den östlichen Vororten Berlins hat sich, wie die „Voss. Ltg.“ berichtet, der Ausstand der Maurer weiter aUSgedebnt.
ie Arbeitgeber in den Vororten Adlershof. Schönweide, Kövenick,
Friedrichshagen :c. sollen bereit sein, eine Lohnerhöhung zu bewilligen, [ebnen aber die Verkürzung der Arbeitßzeit mit Rücksicht auf die übrigen Bauhandwerker ab. (Vgl. Nr. 80 d. B1.)
. In Kopenhagen befinden sich, wie dem „VorwärtS“ gemelde'x wird„800 Sehn eider seit dem 1. April wegen der Arbeitsverbält- mffe tm Ausstand.
( In „Pantin im Seine-Departement befinden sich 600 Arbeiter cer dortigen Waggonfabriken im Ausstand.
_Atzs Madrid meldet „W. T. B.“: In Cadix, Malaga sowie in ganz _Andalusien beginnt eine Arbeiterbewegung; insbesondere scheint sie in Teben ernstece Bedeutung anzunehmen.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiteu und Absperruugs- Maßregeln.
Belgien. ' _ Zur Vkrminderung der Hindernisse, welcbe die behufs Ver- butung der Einschleppung der Beulenvesi in Belgien getroffenen“ santtätspolizeilichen Kontrolmaßregeln für den Schiffswerkebr im Hafen von Antwerpen zur olge haben, hat die (3013011551011 Jaujtajrkz (10 1'1350811i- in ihrer S Jung vom 13. 17.5111. beschlossen, aus verseuchten Ge enden dort anlangende Schiffe,_die dem Einfuhrverbot unterliegende aaren an Bord baden, zum treten Verkehr, sofern die Umstände dies gestatten, zuzulassen, vorau-geseßt, daß solche Waaren unter onamtlicher Kontrole obne Ansieckungbgeiabr entlöscht werden oder an Bord verbleiben können. Um diese Vergünstigung zu erla_n en, ist dem Provinzial-Gouver- neur' in Antwerpen mindestens fünf aus vor Ankunft das Schiffs- mamfest unter Bezeichnun der dem Einfuhrwerbot unterlieaknben Waaren und,. soweit möglich, der Art ihrer Verpackung einzusenden. Einem Ztrkularscbreiben des gedachten Gonderneucs vom 17. v. M. zufolge werden auch die? zu Britisch-Osiindien gehörigen Provinzen * Ober- und Unter-Btrma bis zur (Grenze des Königreichs Siam als verseucht betrachtet; ferner solLen aucb Federn und Flychtwerk erst nach Desinfektion bei der Sanitätsstation in der Scheide (am Doel) zur Einfuhr zugelassen WLLÖSU, während diese Waaren durcb Belgien durchgeführt werden dürfen, wenn 1e derart verpackt sind daß die damit befaßten Arbeiter mit dense ben nicht in direkte Berührung kommen können.
Verdingnngeu im Auslande.
Rußland.
10. Oktober. Marine - Departement in St. Petersbur Ausschreibkn eines Entwurfes zum Bau einer orthodoxen Kathedraße in Kronstadt. Preise von 5000, 2500, 1500 und 1000 Papierrubel. für die bier besten Entwürfe.
Spanien.
3. Pkai. 131173001611 ZGUSL'Z] (16 Gbrag [3111311088 im UjujJWkio (10 1701110110) zu Madrid: Errichtung von 12 Bedürfnißanstalten in Barcelona. Voranschlag 39 279 45 Peisten.
7. ZNai, 1 Uhr. [)jr0001611 Z(znsra] (16 Gbrad' püblioas im 11/1111151361'10 (19 60111011130 zu Ykadrid: Lieferung des für die Leucht- tbürme der Halbinsel und der benachbartkn Inseln im Finanzjabre 1897,/98 erforderlickysn Paraffins. Maximalbetrag; 159 075,26 Pesetas. Kaution: 1591 Pesetas. Anmeldungen auf Stcmpelpapier 120r Klasse bei dkr ausscbrsibenden Behörde oder bei einem der 49 Zivilgouverne- ments des Landes. Voranschlag und Bedingungkn im erwähnten Ministerium. Anmeldeformular in spanischer Sprache beim Reichs- Anzkiger.
Rumänien.
15. April. Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Bukarest: Verschiedene Arbeitkn auf den Stationen der Stricke Rosbiori“ Zimnicea. Voranschlag 701900 Fr.
29. April. Gsneral-Dirkktion_ der Posten und Telegrapben in B u f ar est: Lisferung von 30 000 eijernen Schrauben und ca. 185 000 1:3 Verschiedenes Eisen. _
Serbien.
15. April, 8 Uhr. Kriegs-Ministerium in Belgrad: Lieferung von 4000 Stück Strikgelu. Kaution 20 0/9 des Angebotswertbs.
17. April. Direktion der Staatétanopole in Bel rad: Likferung von 700 Stück neuen Pktroleumfaffern zu 150 bis 1 0 k,»,- Pctroleum. „
19. Avril, 9 Uhr. szerschule 30 000 bis 60 000 Stück Rkbenpflöcken.
Bulgarien.
21.April, 10 Uhr. Ministerium für Bauten und Kommuni- kationen in Sofia: Lieferung von verschiedenen MetaUWaaren und Folzschrauben für den StaatSeisenbabnbetrieb. Kaution 59/0 des
ngebotswertbes.
in Risch: Lieferung von
Egvyten.
23. April. Verwaltung der Vizeköniglichcn Posidampfxr: Liefe- rung yon eiiernen Siederöbren, eisernen Ketten, Blech, Winkeleisen, Eisen in Barren, Nietftiften. _ ,
4 Mai, 11 Uhr. Verwaltung der Da'ira Sanieb„m Kairo: Folgende Lieferungen: verschiedene Oele, Farben, Fette, Satiren u. s. w.
6. Mai, 11 Uhr. Verwaltung der Da'i'ra Sanieb in Kairo: Folgende Lieferungen: verschiedkne Drabtgeryebe, Bleche, Gummi- xchlauche, Wera, Bindfaden, Messingiöhren, Zmn,Etsendrabt, Kupfer- chlag-Lotb, Bürsten, Besen u. s. w. , .
8. Mai, 11 Uhr. Verwaltung der Da'jra Samek) in Kairo: Folgende Lieferungen: Röhren, Puffer, Haken, Kexten, Nadreifen,
Schaufeln u. s. w. , _ Südafrikanische Republik.
17. April. General-Konsul der Südafrikanischen Republik zu Amsterdam: Lieferung von: 1) Isolatoren mit Stangen und von Y bartgezogenem Kupferdraht für das Telegrapben-Departement der
üdafnkaniscben Republik. Angebote vor genanntem Termin an die Adresse des General- Konsuls, Doelenstraat 8 zu Amsterdam, zu richten. Lie*“erungsbedingungen bei Franko-Ansrage gegen! 0,60 Fl. Vorausbezabiung für jedes der _zwei Hefte bei F. I. Belinfante, ehemals A. D, Schinkel, PaveljoenSgracht im Haag erhältlich.
Verkehrs-Anftalten.
Der Sommer - Fahrplan der Königlichen Eisen- babn-Direktion Bromberg enthält fol ende wichti : Aenderungen Legen den Winter-Fabrplan 1 96/97: 1. Z: werden neu e ngelegt: Schnellzug 13 Berlin Friedricbftr Abfahrt 11 U, Schneidemübl Abf. 312, Dir (bau Anl. 6,00, weiter mit Zug 22 Dirschau. Abf. 6,10, in Damig Hvtbbf. Anf. 6,52, Nur ur die Dauer des Sommerfabrplans.) Scha va 146111:
nschlu an den Zug 49 Danzig Abf. 10 U, Dir 11 nk. 1 U. Dirichau Ab. Uu, Schneidemühl Abf. 1.1.1, Berl n Friedriäwstt. Ant. 6,25. ( ur für die Dauer des Sommer abrp1anö.) Die neuen . Züge 13 und 14 sollen zur Entlastung der U- üge 3 und 4 dienen; _