1897 / 84 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 08 Apr 1897 18:00:01 GMT) scan diff

.,. KT Elementarscbulbauten nicht übersteigt. Eine Beanstandung de m_lk a_us erheblichen Gründen erfolgen, im übrigen _«werden die mir erstatteten Berichte, abgesehen von besonderen ' Fußnahmefällen, mir dazu dienen, um den Königlichen Re- gierungen Direktiven für zukünftige Fälle zu geben und die gemach_ten_Erfahrungen bei künftiger Vertheilung des Fonds zu berucksichtigxn. * _ ch füge xedocb ausdrücklich hinzu, daß 126 sich in dieser B_ezie ung lediglich um einen Versuch handelt, dessen Durch- fuhrung sofort aufgegeben werden müßte, wenn es fich wider Erwarten herausstellen sollte, daß sowohl das Baubedürftiiß als auch die Leistungsfähigkeit der Baupflichiiqen nicht im Sinne der bisher ergangenen Vorschriften eingehend gepruft worden wäre. Berlin, den 30. März 1897. _ Der Minister der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Nn elegenheitcn. Boiise.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten. Im Auftrage: Schulß.

An sämmtliche Königliche Regierungen.

Anlage 1. Bestimmungen über die Mitwirkung der Lokalbaubeamien bci Elementarschulbauten, zu denen (Hnadenbeihilfcn aus StaatSmitteln beantragt werden.

Die Lofalbaubeamten sind von Amts wegen vkrpflichtct, bei der Vorbereitung und Ausführung aller derjenigen Schul- bautcn mitzuwirken, bei denen wegen Unvermö 81113 der zum Bau Verpflichteten Beihilfen aus der StaatskaZsc beantragt werden.

Diese Mitwirkung besteht

1) in der Betheiligimg an den Vorarbeiten zur Fest: stellung des Baubedürfnimes;

LJ in ddr Aufsteliung dcr Vorcntwürfe und Kosten- iiber chläge nebst einer genauen Baubeschreibung;

3) in der Prüfung der ausführlichen, von den Bau- verpflichtcten zu beschaffenden Entwurfszeichnungcn und in der Ueberwachung der in_ der Ausführung begriffenen sowie in der Abnahme der fertigen Bauten.

Zu 1. Die Lokalbaubcainten haben auf Erfordert! der Regierung gemeinschaftlich mit _den Landräthen und den Gemeindevcrtretcrn zu erwägen, 111 welcher Weise dem Bau- bedürfniß im einzelnen Falle am zwsckmäßigsten zu genügen ist, ob durch Umbau oder Erweiterung eines vorhandenen Schulhauses oder seiner Nebenanlagen, oder durch Errichtung eines Neubauc's. Inwieweit dabei der KrciSphysikus oder wegen Bemessiing der Wirthscha idgebäudc cin landwirthschafi= licher Sachverständiger oder der chulaufjichtsbeamte zuzuzichen ist, wird die Rigicrung im 817138111811 Falle, identucil auf Antrag bestimmen. _

?andelt es sich um emen Umbau oder Erweiterungsbau, so ha en die Lokalbaubeamti'n den Zustand des alten Gebäudes sorgfältig zu untersuchen und iiber den Befund ein Gutachten zu erstatten. Sicht ein Nkuban in Frage, so ist es Aufgabe derLokalbaubeamtcn, dicin Vdiichlaggevrachten Baupläßc aufihre Brauchbarkeit zu 1111tersuchen,den geeignetsten 511 bezeichnen und den Geldbedaif fiir Grundkrwerbs: und Baukosten annähcrnd ab-

zuschä en.

Fit 2. Die Lokalbaubeamien haben, sobald von ddr Rc- gierung das Baubedürfniß festgestclit und die Notbwmidigkeit ciner SiaatEunterstüßung anerkannt isi, dic Voreniwürfc fiir den geplanten Umbau, Erweiterungsbau odcr Neubau aufzu- stellen und dazu eine genaue Baubeschreibung nebst cinsm Kostenüberschlag anzufertigen. In Neubausällcn sind diese Arbeiten erst dann vorzunehmxn, wenn dir Erwerb eines ge: eigneten Bauplayes LsLÉäth 111.

Die Voreniwiirfiis so en 111 dcr Régél im Maßstab 1: 150, die zugehörigen Lagepläiic im Maßstab 1:500 gezeichnet werden. In leßicrcn sind die Himmelsrichtungen, die Höhen- verhältniffe dcs Bauplatzes (in Ordinaien bizogen ÜUf die Straßenkrone), dic Ngchdargrenzen und die auf Nachbargrund- stücken vorhandenen (Bcbäiidd, Diingcrstäiicn und Abdrtgriibdn anzugeben. __

Vils Vorentwürfc für Neubauten konnen die in einzelnen . Blättern käuflichen, dom Ministerium der _geistlichen Ic. 2111- gelegcnheilen herausgegebenen Entwurfsbeiwislc vom Jahre 1895 unmittelbar benußt oder durch Eintragung der erforder- lichen Abänderungsn dcm gegebenen Falle angepaßt werden.

Die Baubeschreibung muß alle Angaben iiber Raum: bedürfniß, Bsschaffenheii der Baustslle, Bauart, Bauzeit und Baukosten vollständig und bestimmt enthalten.

(Vergl. das Beispiel Anlage 2.)

Diese NUEcirbcitungen sind der ngicrung einzureichen mit einem Begleiibsricht, in welchem angegeben scinmuß, ob sich in dem betreffenden oder in einem benachbarten Baukreise geeignet? Kräfte für die Aufstellung des ausführlichen Entwurfs und der Kostenbsrechnungen finden.

Die von den Lokalbaubenmtcn aufgestellten Vorentwiirfc, Baubeschreibungen und Kostcniibcrsck11äge wcrden seitens der Regierung bau1cchnisch und rech1i€risch gepriift 11er festgestciit. Auf Grund diCsCU Unterlagen wird unter Berücksichtigung dcr Leistungsfähigkoii der Bandcrpslichtcidn dic 11achz11§11ch2ndc Staatsbeihilfe in runder Summe drinittßlt.

Ueberschrciiei disse Summe den Betrag von 30 000 „16, - so unterliegen die Vorentwürfe, Baub2schrcivungen und Kosten: überschlägc der Superrevision durch das Ministerium der geist- lichen 2c. Angelcgenheiicn.

Zu Z. Die Beschaffung der ausführlichen Eni: wurszeichnungen, Kostenberechnun cn iind Ver: dingungsanschläge liegt denBauverpMicbtetcndb.Dic Entwurfszcichnungen müssen die (Hrnndrisse der Fundamente und aller Geschossk, die Ansichten des Gebäudes von allen Seiten und die erforddrlichezn Durchschnitte klar darstellen. In die Grund- risse und Durchscixiiitie müssen alle Schor11stcine und Lüftungs- rohre, Gewölbe, die Balken: und Sparrcnlagenidwic Treppen enau eingezeichnet werden.. Die Zeichnungen sind im Maß: Fab 1 : 100 aufzutragen und müssen alle wichtigen Maße entlich eingeschriebcn zeigen.

Die Entwurfszeichnungen werden von den Lokalbaubeamien vor Beginn der BauausführUUg geprüft und endgültig fest- gestelit. Bei der Priifung ist darauf zu achten, daß did ciri- ereichten Entwurfszeichnungen dem Vor-mwdrf und der Bau: Leschreibung in alien Theilen entsprechen und eine solche Durch: arbeitun im ein einen erfahren haben , daß Bauaus übrun ge ichert wird. _ _

Die Prüßung der ausführlichen Kostenanschlage liegt den Lokalbaubeamten nicht ob. _

Die Verdingung und Ausfuhrung der Schul:

eine gute

bauten, sowie die Abrechnun, _ ist in ganzxm Umfange Sache der Ba_uverp licht_eten allein. Die Lokalvaubeamten haben jedoch, damit das Staats- interefse auswichend gewahrt wird, die Bauausführung u überwachen und den fertigen Bau abzunehmen. Bei dieser Ueberwachung und Abnahme die_ncn die geprüften ausführlichen Entwurszeichnungen und die Baubeschreibung als maß ebende Unterlagen. _

Die Zokalbaubeamten haben 1ede1_i Schulbau während der Aus- führung mindestens dreimal zu besichtigen, und zwar soll die erste Befi ti ung nach Fertigstellung des Baues bis zur Höhe des Erdgescho fu bodens, die zweite nach Vollendung des Rohbaues, die dritte nach Fcrtigsleüunq des Ganzen, einschlicßlich der Neben- anlagen, stattfinden. Die Bauverpflichteten haben die Vor- nahme der Besichtigungen recht5eitig bei den Lokalbaubeamten zu beantragen. Leßtere seWn die Termine für die Besichti-

ungen an und machen den auvcrpftichtcten davon vorherige

5 itthcilung mit dem Anhcimstelien, die betdciligten Unter- nehmer zu benachrichtigen. Zu der dritten Besichtigung, mit welcher 111 der Regel die Abnahme des Baues verbunden sein wird, müssen stets Gemeindevertretcr zu ezdgen werdcn.

Ueber die Besichtigungen haben die okalbaubeamten unter Benußung von Formularen nach dem beigefügten Muster (Anlage 3) an die Reqierung zu berichten, welche, falis nicht wegen mangelhafter Ausführung odcr Abweichungen 11011 dem eprüftxn Entwurf und der Baubeschreibung Bedenken zu er- ig)eben_ sind, AbschlagSzahlungen auf die den Bauverpflichteien zugesicherte Staatdbeihilfe anwcist. Inder Negclsollcnhierbci nach der ersten Besichtigung “3/10, nach der zweiten Besichtigung 4/10 und nach der Abnahme der ganzen Bauanlage 4,110 des zugesicherten (Heiammtbetragcs zur Anweisung gelangen.

Bdschränk1 sich die Bauausführung nur auf einen Umbau minder erhsblicher Art, oder bandslt es sich nur um ein Nebengebäude“, eine Brunnenanlage oder dergleichen, so hat die Regierung nacb Laax des einzelnen Falis Bestimmung zu treffen, wie die Baua11ft1cht u Üben un die AusZahlung der Staatsbeihilfe zu bswirkcn iii.

Wenn dcn Bauverpflichtetcn zur Anfertigung dir aus- führlichen Eiitwurszcichnungen und Kosicnanscblägc keins geeigneten technischen Kräfte innerhalb des betroffendcn odcr cincs benachbarter; Yaukreiseö zur Verfügung sieben (v21'gl. Obi'n unter 2), 19 11nd dis; Lokalbaubeamten verpflichtet, auch dicse AUSUrbeitungen ihrerjeits anzufertigen.

Die Vcrdingung Ausführung und Abrechnnng dcs BMWs

bi_ci_bt aber mich in solchen Fällen Sache dkr Baddcrpflichieten a ein. _ Werden zu einem Schulbau außer der Gnadenbcibiifs 121161113 des Fiskus als Patron (Gutsherr) Banmaicrialii'n 111 11111qu gewährt, oder wird eine entsprechende Geldvergütung fiir diese gc'ahlt, so liegt cd den Lokalbaubcamten ob, die genaue BEW ming dcr dom Fiskus zu gewähröndcn Bau- materialien oder dsr entsprechenden Gcldentschädigung auf: zustellen und der ngicrung zur Prüfung einzureichen.

Erfolgt die Lieferung dieser Materialien 111 1111111111, so haben die Lokalbaubeamten dic sackjgemäßd Verwendung dcr- sclben zu überwachen und nach Vollendung des Baus?- zu be: scheinigen.

Wenn die Vauvcrpflichtetcn aus eigener Entschließung Gesuche um Staaisbcihilfen fiir Schulbauien an dic Bebördcn Y richten beabsichtigen und zur ngriindung sdlcdsr Anträge

aupiäne und Kosteubcrcchnungen nothig haben, sind dicLokal: baubeamten ziir Aiisarbeitung dieser Unteriagcii nicht 1121-

pflichict. _

Deutscher Reichstag. 208. Sißung vom 7. April 1897, 1 11111.

Ueber den Anfang der Sißung wurdo in dcr gcstrigen

Nummer 1). Bl. berichtet. _ _ _ _

Auf der Tagcsdrdnung 118111 sdigende, 13071 der: O051al: demokraten beantragt? Ncsolutidn: _ _

„den HUM Rcicbskanzler zu Ersuchen, bairibuniiibit' dia Vor- legung Lines GefBentwurfd ZU bcranlasscn, wodurch: 1) für Handlungsakbilfsn und Lebriing€ dic: Arbeitdzeit JLWZLU und sind Beschäftigung deisélbi-n in d& Zeit von 8 Ui): Abends bis 6 Uhr Morgens im aÜgkxnkincn ausgkfckylcssen wird; 2) die (Hdwerbx- i11sp€kiion auf das *WndelsgdrVLrbc ausizkdebnt und die Beaussichti- gung besonderen Handeld-Jnipskiorsn übsrtragen wird. _

Hiermit wird dkrbunden dic Veratbung der nachstehenden von dcn Abgg. 1)1'. Frdiherr von Hertling (Zentr.) und GM. beantragten Resolution: __

.Die verbüddeien Regierungen 111 e*rsucbsn: 11. in Erwagung darübkr einzutreten, inwikweit und mit ive1ch8r Maßgabe dic Be- stimmungen der §§ 12011 bis 1206 und 13411 bis 1.391) der Gewerbsordnung (Arbdiierschuizbestimmu1111611) untcr z_w€ckent_s_dr€chen- der Anpassung an die besondkrsn Bsdürfniffd aus das Y,)andels- gswerbe aUsZUDLbnM sind; 13. tbunlichst bald DLM Rcicbstage eincn cnisdrkcbsnddn (He11ß6111wurf vorzulegin."

Abg. Dietz (Soz.) weist auf die lange Arbeiixzdit der Hand- inngsdkislfen und bsfondirs auch der Apotbdiergebiliéii bin, die miei) noch Nachtdienst Und nur selten cinen freicn Sonntag hätten. Es 1ei durchaus nvidM-ndig, die Handlungßgelßlsen aucb 1111111 dis; Arbeitsr- schuiZbeftim1111mg€n zu s11311611, da 1518 wirthscbaftlicbe Lags vreifaä; Dil?- selbe sei wie die dsr Akbéiikk. _

Abg. Dr“. Freiherr don Hertling: Das Handelßgeseisbuck) ist an der Frage (613 Arbeiiérscbuxzes nicht ganz borübergegangen. Dic Kdmmiision ist 11er die Bcstimmung, wclche dix: Regierungsdoriage LUMfiLhit, noch etwas hinausgegangkn. Meine Friundc sind d€_r Meinung, daß ('s dabei nicht sein Biswendi'n baben köiind, sdnicrn daß noch weitsr gdginigcn iverdcu müsse". Die in den Bérickyten der Kom- mission für Arbsiterstatistik 1118138196161]th Ziffern beweisen, daß über die Hälfte der Ladkngescbäfle ibrk (GLHilsM 14 Stundcn beschäftigen. Dic: daraus sicb urg-bendkn Unzutiäglicbkeiten iüc dic- GCiUn'Obkii so- wohl (116 auch für die geistige Ausbildung derHandlungSgehilfen _lisgen auf dcr Hand. Auch für die rkligiöse AuEbildung der Handlungs- gkbiifen muß etwa?; gesäßsbcn können. Unser Antrag gebt wciter als der der Sozialdemokraten, der M) nur auf die Ryssland dcr Arbdiis- zeit bezieht, während wir 016 ganze Arbeiterschuß-Gejedgcbung auf die Handlungggebilfen angewendet, wissen WVÜLU. Für groß“.- Magazine und Waarenbäuscr wird man sogar eine Arbeitßordnimg vorschreiben können. (Find große Ausbeutung wird oft in den kieinstcn Zuweis- geschäfien getrieben, auf Kosten der langen ArbeitSz-it dsr __ebilfkén und Lehrlinge. Wir find auch fiir die Erhaltung des Mittelstandes, (mch der klsinen Kaufleute; aber diese Erhaltung darf nicht geschehen auf Kostdn dcr Gehilfen in diesen mittleren Geschäften.

Direktor im Reichßamt dis Innern ])1'. von Woedtke: Die Resolutionen sind insofern überholt, als man seixcns der Reichs- verwaiiung schon 111 Erwägung darübkr eingetreten iit, wie wett Be- stimmungen der Gswsrbeordnung auf das Handengewerbe aus- aedebni werden können. Die Vorbereitungen sind von der Kommission fiir Arbéitéifiatistik bereits getroffen. Der Reichskanzler bat Varanlaffung genommeu, die Sache dem preußischen Staats"- Ministerium zu unterbreiten; die Verhandlungen dort sind noch nicht . beendet, wkrden aber binnen kurzer Zeit zum Abschluß gelangen.

Wenn ein Eingreifen der Gcscßaebung für notbwmdi ebalkm w' s_o wérden sich die verbündeten Regierungen dieser Aßfxabe nicht Hä?: z1_eben. _Gegen die Resolution des Herrn von Hertling aa 3 habe ich mapts einzuwenden. _Ob ein Gcseßentwurf vorgeleat werden wird, hängt von dem Ergebmsse der Erwägungen ab. Die Resolution Dieß gebt aber zu weit.

_Abg. Dr. von Frege (d.kons_.): Nach den Ausführungen des Regierungsverireters könnte die Resolution ais übeiflüfsig betrachtet werden, weil die Sacheii scßon i11 Fluß 111111. Troßdeiu werden meine Frsunde__ für_den_ ersten Theil der Resolution von Hiriling stimmen- Auch fur die Handlungdiebrlinge ist der Fortbildungßuntmicht vori großer Bedeutung und muß nach Möglichkeit gefördert werdcn. aber obne schablonenhafte GLscYgebung. Denn die Ausbeutung d.“: jungen Leuxc ist in Süd- WW Mitieldeutschland geringer als in den größer?» Stadien des Nordkns, welche sich so schnell entwickelt haben,

Abg; Bassermann (nl,): Meine Freunde werden den 1911111- demokratiscben Antrag ablehnen und den Antrag Hertling Unter & annehmen; ein Bedürfiiiß für den Antrag unter 1) liegt aber nach den Erklärungdn dxr_ verbündeten Regi-zrungen nicht vor. Duxck) dia yon der Komm1ssion für Arbsitetstatiftik anassteliten Untersubunßen isi iestgcstellt, daß im HandelSqewerbc eine chrlingdzückpterei im dxoßeu Maßstabe und eme übermäßige Arbeitßzcit für dic Gehilfen bestsdt.

_ Abg. Lenzman_n (sk. Volksp.) erklärt sick) namens seiner politischen Freunde_ fur dcxi Antrag von ertling. Das Handew- gdseybuch_ brinaz dtnige foz1a1politifch€ Fort (britte, indem ed 21111? die (Gesundbwt __qefabrdende Auddebnnng der ArbeitSzeit Verbieti'. Es muß aber, fahrt der Redner fort. die Gesetzgebung nunmehr eine fdste Regelung dsr Arbeitszeit berbeifübren. Der Antrag Herrling soil ube_rbo_lt sein, Mil bereits Erwägungen angestelit werdcn. Abex 1121111 Mißsiande vorhanden smd, so genügen dock) die Erwägungen 111151, es muß cin Geseß vorgelkst werden. Deshalb ist das Haus voUsiäudixx bsrechtigt, den Anita Hertling in seinen beiden Tbeilen anzunebmsn.

_Abg. (Hamp (5 p.): Wir werden die Anträge aus dcnsklbkn Grunden (ablehnen, aus Wen wir sia in der Kommission bekämdft un_d abgeli-bnt haben. Wir müffi'n erst die Ergebnisse der Er- wcigungen kennen ler116n, don dinen es abhängen wird, ob die Geskize geanderk werden 1111117211. Durch das Handeldgcseßbuch wird sine Vito befferima de_r Lags dcr HdndiiingSJLbilfkn berbeigéfübrt; sie sind 1851 durxb das («LfM _geickyüßt. Man muß erst abwaitcn, nne die 11311911 Beiiiwmungxn wirken wczrde11. Für die kaufmänniscbkn Grdßbktiiebk 1111111 81111; g87€ß11chYVorschr11t nicbt nothwendig skin, dknn dort ist fiir rlgelmaßigd und nicht iibkrmäßigk Arbkitszxit mit den nötbigen Pausen geiorgt, abgesebsn don _de ini dsr (Hesäsäftsbäufung zu Weib- nacbten I(- (81112 vierzebnstüiidigk Anwosenbeii in einsm Geicbäit, went] für JLUÜJLUÖL Siyzelxgcnbeit 119101131 ist .imd die ndibigmi Panik" _acwabri wsrden, 111 noch keine: Übermäßige Anstrdyguna. Wenn d1€se abkr darin erblickt werden sdliic', sd genügt die 226111131111 des „S 61 des a11del§g€fchbuchs.

Abg. icke (b. f. F.)_: Ick) jvimdesc mich, daß di? Sozial-

demqkraien d1e§mal 111 (1611119111111 sind, daß si? nur eine zsanudige Arbeitsxiibe borgesckylagen babdn. Béim Haiidelsgswkrbe ist ein(- „11111118 fchemqti1ch€ Regelung der Sache nicht möglich, weil die Arbeitszeit sich nicht naw dll Produitidn, sondcxn nach den Bedürfniffen ds?» Koniums resgkli._ Die Einiübrung 811161) Ärbxitßdrdnung und (21111) kinér gewissen Jrispkkitdn ist nothwendig; dis Hamburger Rheder dabdn ja auch ibrériecis cini? solche Jnipefiidn für Hamburg borgkscbiagkn. Ick wsrds auch fiir dkn 5215111121] von «Hcriling unter 1) siimmsn. _ _Abg.S_1nger(Soz.): Unskr Antrag ist durchaus nichx 117111- 1chetd811. Wir 111711911 an dbu: Achtstimdéiitaq grundsäßiick) f:1'1 111111 111111711211 auch fiir dad Hdndxidgeiiwrbix kxins: Widnabme davori. 1111151“ Antrag VLUMJT 111-131 €111c21ikgeluna dcr Aj'bi'ikZZCif, fdödcrn dec „*)-Tiibi- zsii. Wexn u11scr_ Antrawabgskxbni wcidkn soiits, so 111€rd€11 12-11 7111 den Antrag VOl1_ Oertlixig 111111111111.

5L_lbg. ],)1'. Hiße (3111114: Das ZMÜMU is? mit skinkm 2111713199 aiikrdings etwas spätsr isriig (1611301081! (1111 die Sozialdcmokratsn, 15 111 aber dabki auch gründlicher_borgsgangcn; 7721111 der sozialdemofratischc Antrag Verlangt iiur 61118 Redciuiii] dri" Atbsitszkit, läßt 3511 die andsrkn Frdgi-n (L_UJKX 2581151171. _ _

__ Dam11 schiwßt dic DWWMOU. Unter Ablehmnig 1361" 51111: trage dcr Sozialdkmdkrdtcn gegen die Stimmen der [LBZU'M wird der Antrag von Hertiing unter 11 gegen die Stimme? des Abg. Freihcrxn don Stumm (Rp.), der Antrag umsr 1; gegen die Stimmen dizi“ KQUsSTVÜÜVTU angenommen.

Die zum .Haiidelsgcseßbnch cirigcgangencn Peiiiidncn wcrdin für erledigt criiäri.

Sch111ß 31/4 Ubr. Nächste Sitzung Dienstag, ds11 27. April, 1 Uhr. (Erste Lcsung des Nachtrags-Etats, 9113111.- nungdvdrlage und AddivandcrungSgcseß.)

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 67. Sißung vom 7. April 1897.

__Ucbi-r den ersten Theil der Sixzung ist gestern bcrichiei WOL" 1:11.

Auf der Tagesordmmgxtcdtdic Bcratbnng von P ctiii O 11211.

Die Petition 11011 Obdilkbrerxi (1:1 dSr Albinusscbule in Laddnburg um Einführung OLS Diensiaite-s-Ckiais an dikscr Schule wird dir ngierung als MÜTRiÜl überwiyssn.

Dic Pctitidn dds Ziiobenisbrsrd [11111111 111 Veriin um 1111d1'1weiiigc Fksiseyunxx ssin-ZS 2461010111111?)-Dienstaiicrs bkimiragt diC Uiiikiriijyts- kommission dcr Régidrnng als Yiaieriai zi! iibbrweiien.

Abg.1)1*.Kropatschkck (kdiis.) kriiisikrt die Bkamicnbiioidiidqs- Vorlage und meint, dafi dic Zsicbi'nlrbrer als qualifiziertk strkr_ bxsiU' gdstelit werddn müßisn als die iibrigcn siminaristisch gkbildeism Li'brer. Er will aber um das Priyzip der Fesiskyuna dieser Besoldumg nicht streiten und 6111117181111 mir. 111 didscm 6171?" Fal] die deüchüchii1111n51 der Petition, da dikser Lebrsr sick) diirch 611111111: Anitrkngungcn wkiikr ngiidtf habe?.

Abg. Dr. Satiidr bkdaUer, daf; d€r Vorredner nicht 1111 der Bcioidnanorlag-c 111 der Kommission mitgearbeitst babe, sonii [**-Fire six vikiieicbt anders gkiiaiiet Warden fiinndn,

Das Hand beschließt nach dem Kmnmisfidnsimirage.

Die 51391161111 desProvinzial-AussckMsscs der Pro- vinzSachscn, betreffend die Entlastung derk01nn11111a1- ständischen Irrenanstaiicn von der Verpflichtung J_Ur Aufnahme geisteskrankcr Verbrecher, 134011111191 dic__Justizkommisfion der Régicrung zur Erwägung zu 111381: W121 en.

Aba, don Voß (fr. ions.) Mist auf die' Verhandlungen dcs Hérrenbaustd 115€!) diksi'li'ii? Petition bin und bcaiijragt, die Peiiiidn der Rigierung zur Berückficbiigdng zu ÜÖTUVLisLn, um einen 111161851- siimn1er1d1*11 Besckzluß bkidér Häuser sz Landtagss bkrbeizuiübren. Die Frag? sei eine außerordkntlicb schwierige. Die irren Beibikchr seien früddr als Verbrecher bkbandelt worden, jeßt lediglich als Kranke. In der Jirkiianstnlt Nidtikbsn MM 163 Männi'r, d. b. 27 9,511 der Gi-sammtzabl dsr Insassen, w€1che mit dem Strafgkssßbucb in Kon- fiikt gckommcn seien, darunter 113 Mörder, 4 Todtsobläger, 15 wegen Unsittlichkeitsverbréäysn, 31 Wegen sch1v€1€r EigentbumsWrbreckykn Be- strafti'. Das kei fiir die Anstali eine überaus unangenehme Be- lastung. Private woljicn ibre kranken Angehörigen nicht in dia: 2111- stalé x_cingen, um sie nicht mit dieskn Menschen zusammenkdmmxn zu 11 en.

(Hibeimcr Ober-Regierungß-Raib von Pbilipsborn benierkt, daß 11er die PLÜÜOU "111 der Kommission sebr cindehdnd verbandxlt woxden sei. und bittet, dem Kommissionbantrage gemäß zu beschließen.

Ab . 1)1'. Langerbans: Diesen Beschluß haben wir sibon recht“ oft gefaZt, obne daß die Regierung etwas gethan bat., Durch die Aufnahme don irren Vcrbrcihcrn wird naiurgemäß die Behandlung aller Kranken in der Anstalt eine ganz andere; ein Theil der sonsÜJM

“eit ällt aucb für _die iibrigen Kranken fort. die Wärter sind YFZ, uiüffen anders serii als sonst. Die irren Verbrecher neigen zu (Gewalttbätiqkeiten. E61stdurchaus nötbig, daß dl? Vetbri'cher in besonderen Anstalten untergebracht werden. _Wir baben schqn so oft die Petition der Reaierung überwiesen und durfen uns von dieser nicht wieder ab_s_?_3_i_;§1 lassen. Ick) empfehle die Ueberweisung der Pxiitton

Veri"! SUUJ- zur Geheimer Ober-Regierungs-Ratb 131". Förster erkennt die

wierigkiiten an, welcbe aus der Unterbringung der irren Verbrecher in den Anstalten entstlbexi, bezweifelt aber, daß der Weg,__den die Petition vorschlage, zum Ztele führen werde. Es handle 1111) nicht Zillein um bestrafte Verbrecher, sondern auch _um sqlche Personen, die 17-1; 111 Untersuchungsbaft befindkn. _ Wenn du: Pktition nur zur Er- wägung überwiesen werde, werde _die Medizrnaiverwaltung mti dem- selben Eifer die Sache weiter prüsen. _ _ _ _

Abg. Kirsch (Jenin) emdfieblt die Ueberw-eijung der Petition zuk Erwägung, ra die Sache noch nicht geniigend aeklärt iei.

Abg. don Voß: Die Sache spielt schon slit 12 Jabrkn und wird seit 12 Jahren immer bei der Regierung erwogen; wir müssen deshalb einen etwas stärkeren Diuck ausüben und die Pétiiion zur Berückfichiiquna übkiweifen. _ _

Abg.1)r.La11gerbans: Die Regierung muß eudlich einmal mit Versuchén vorgehen und wknigsikns einen Theil der Uebéistände zu bsseitiaen streben. Wir können nicht nochmals 12 Jahre lang auf die Erledigung d?! Sache warien. _ _

Das «Haus beschließt die Ueberweisung zur Erwagung.

Mibrere Petitionen 11m Abstandnabme von der Rück- zahlung der Grundsteuer-Entschädigungkn werden der Re- gierung ais Matktial überwiésen. _ _ _

Ueber die Petition des Schni'idermeisiers Knoop in Frankfurt am Main um Aufhebung einiger das allgemein? Kommunalwablrecbt einschränkenden Bestimmungkn des kaeindeversassUUngeieYLs für die Stadt Frankfurt a. M. und über die Petition des Bürgerborstebeis Dankers in Stade 11. (GM. um Abäs'iderung mehrerkr Paragraphen dsr Städteordnung fiir die Provinz .).)annobkr geht das Haus zur Tags?;ordnung über.

DiE Petition der strerwiiiwe Staus; in Langxndrkcr um Er- böbung drr ihr bisher an Stella Lines Wittwengkid-sd gewährten 155111117611 Uniiisiüizung 51:11 75 „111 bis auf 250 „;(: wird dsr chierung zur Nkrücksi-biigung übdrwiesi'n mit dem E11uchen, Auskunft darübkr zu gkbkti, ob noch anders äbdiicbe Fälle, wie dsr vorlii'gkndeé, zur amt- lichen Kenntniß Felangt sind. _ _ _

Die Petition dess strsrs Kaieicbke in Iniii-rbnrg um deses- liche Regelung drr BesoldungSvcrbäliniife dsr Lehrer an_Mittelsch11[en wird ddr RLJiSL'lllig zur Berücksichtigung iibcr- wie en.

Die Unterricbidkdmmiiswn beantragt weiter, die Pciiiidn desHof- bcsißcrs StTiiibaULr in Obermühle bei Köslin 11111 andi'rweiid Vcr- tbeilung dcr Schulunterbaltungslasten z1yi1che11 Schus- bezirk und Landgemeindk, solvcit sie die xxkießlicbe Regelung der SÖUlunicrbaiiuandfiiÖt fdidkrt, durcb di? Rxsolution dss Hausks vom 2. Fsbruar 1.897 bei Erledigung des chrexbesoldirnzsgeseßcs für kriedigt zu él'kläkkn. im Übrigen abcr 11er die Pciitidn ziir Tages- ordnung übkrzuzcben. _ _

Ws Wort krbäli Abg. Rickert (LQCÜ811 und Riifk rkch16: Aba, Nordost !): (!"-,I ist dock) inkriwürdig, wie die Herren, die so vornehm iein onen, nicht die'. gewöhnlicbiikn Anstandsregdln dcm Politischen Gegner gegenübkr wabriiebinin imd schon lachen, 8118 1111111 gesprdckysn bai! Lacbe'n Sii- in1111€rzu, sdviel Sic 111011111, (123 isi Jiynen nur unangenehm, da[“; ich 1de. Der Beschluß VOM 2. Februxr idrderic? _ die Rbgclung dM“ Sebulumierbaliundivfliciit im Raizmsn cincs aligemeinen Volksscbuigkssich. DW Smsprickyt nicht unsers" Anschauumgeii; dadurch kann diy, Sache 11111; derxbgsit werden, wii“ wü11schcn diE ngklung kcr_Scbulunterbaliu119dpflicht schon bor Erlaß 6111135 sdiebkn (5581013921, demon Zustabddfdmmm fragliä) ist. Ich beantrage dksbalb: die Pékiiioti, imoweit sic eine baldigx gLskBÜÖC 9181181111111 dcr Schuiunie'rbaltimgsdflicbt fbxdert, 'der Regierung zur Bkrücksichtigung zu ÜbLTWLisLU.

1:1th Abidimdng dks 2111112926 Rickirt b€ichlikßt das Häns nach 11111 Antrade der Kommission.

Eine Rkibc 13011 Petitidiwn ldkaién (“dsc 5111611116281: Jubali's ii'i'kdkl] obne chaite crlddigt.

Schluß "nacb 21/2 Uhr. 1211111". (Petitionen)

Nächste Sißung Donnerstag

Statistik und Volkswirtbsckxast.

Aus dem Jabrssbericbt dc'r Königlich baysriichn Fabriken- und Gewerbe-Jnsdckwren 1111“ das Jahr 1896.

DST kiirzlich L?sÖiLUÉUL Jabredbsricbi der Königlich bayerischkn Fabriken: und Gcnwrbs-Inspckiorsn fiir das Jahr 1896 bicic-t wikdsrum bdach1subchst Z).)iaterial ziir Beurtheilung der Entwiikclung der gsxrcrblicbska Arbsitcrvdrl)äitniffe, das 11111 so wwtbvoUer ist, als auch die Kieingdwerbe in ibm 61116 dcrbältniß-mäßig wkiigi'bcnde Bérück- sichtigung gefundkn babkb. _

Von den etwa 530 000 111 Jiidnstrid 111111 PandWer baubi- berufiick) bcichäftigikn GescUcn, 8361111111811 11117; *Hiii'sarbkiixrn, 13011 181101 ca. 17% wsiblicb-Jn (HésÖiCÖÜiZ worin, arbciteii-n im Berichts- 1111316 in dun zur Zi'it dkr Aufsicht iintsrsiclltsn Anlagkn 364 366 Arbeiter, darunter 73 014 weibliche. W611" dic Gemkrbcaiifsich1 so- nach bisher nur eindn Theil der geivcrblichsn Arbeit€rschaf1 umfaßt, so rübrt dies nach ddm einleitenden Bericht daber, daß xnit Rückfichs auf die Zahl der Aufsichtsbkamten nicht das gcsammte „Handwéri“ 111 die Jnspkkiion einbczogen werdcn kdnnte, sondern in dsr Hauptsache nur VW mit Vidioreu doer mit mehr (111.1 5 Gebilfen arbeitknden Hand- wsrkakt'éié'bL. Jm Bericbi-Ziabr wars" 7505 (im Vorjahr 7272) Fabriken und 29959 (27085) Handwkri'sbetricbc der Auf- sicht unterstellt. Nkvidierr wurden 6593 Bciriebx 111 3111111112161! 6779 deisionen.

Von 100 der Auificbi U111L1'st(__111€n Bsiéridben _ wurden __infpiziert:

- »audwer s- 3, etricbe mit 1": cr Fabrcken betri-Zbe 5 Gsbiifen

1894 . . 45,5 9,8 41,1

1895 . . 42,3 11.7 34,3

1896 . . 40,7 11,7 32,7 DLT Berickxt weist damiif bin, daß 11118 der von Jahr zu Jahr stei- 111711d911 Anzahl von Revisionen der Prozentsay dcr iuspizisrten Fa- brikxn und größerkn Bdtriebe sezit 1894 15111211 1181111611 Rück- 13ang zdigt, bi'rrübrend don dsm auf die Kikinbctrisbe des Pandiverks entfalleuden stärksten Revizidnsantdcilc. Log_e man die Zahl der Revisionen Von 1896 zu Grunde, sd käme durch- schniitlich eine Fabrik alis 21 Jahr, ('in Handwerkdbctricb Illex 8 bis 9 Jahre und cin Betrieb mit mehr als 0 Gkbilfen (111€ 3 Jahre zur Revisidn._ Ailcrdingö ist im Bkiickytsjabr das AuMcblIderfonal um fünfi'lsfistenten vermibrt wor- di-n. sodaß jetzt mit AuEnabme von Niederbaydrn und Oberpialz, ws Wei) keine HilfsarbeiTer, und T*berbadkrn, wr) dkren zwci dorhandsn ix_nd, jddcc Bezirk außdr dcm Jnjpskior “3111611 Assistenten bat. Bei dicicm Stand der Verhältnisse erachtct der Bericht eine de_rmebrte Revi- f1_onstbätigkeit der Ortspolizeibebörden i'ür nothwendig. 1_ne Besserung in dieser Hinsicht sei indes; meist nur in einzelnen gxößeren Städten wahrnehmbar, im großi'n Ganzen [usw die Mit- klxtrkung der Ortspoiizei .in dem Maße mehr zu wänsckpen Übrig, als dis Arbeiterschußbestimmungen zablreichsr und komplizierter“ würden.

Die Stellung der Aussichtsbeamten zu den Arbeit- 88b_ern war auch im Berichtsjabre eine Vorwiegend befriedigende, die Beziehungen zur Arbeiterschaft haben sich weiter gebesisrt.

Die wictdsdbastliche Lage der Industrie war eine z-Jlxnstige". Auch das Handwerk scheint von dem wirtbscbaftlicben ÜUisöbwung nicbt unberührt geblieben zu sein, wenigstens ist die Zahl der Betriebe mit mehr als 5 Hilfskräften in den Jahren 1894/96 von 3554 auf'4021 und 4355 ge tiegen. Ebenso weist die Haus-

indusirie, bezüglich deren 11. a. aus Niederbayern, der salz und Upterfcankcn eingehendere Erhebungen vorliegen, eine lebba te Thätig- keit auf, in sie gewann sogar_ manchmal an Ausdehnung, weil, wie der Beriebt sagt, mit_unter lieber die Zahl der Hausindustriellen der- mebrt, als eine Erweiterung der Fabrikaniagen vorgenommen wird.

Die Gesamwtarbeiterza [ ist in den bkauisichtigten Betrieben .betracht1_ich" gestiegen, aber leider nur für die Fabriken ist die Zu- ngbme ziffermäßig nachweisbqr. Folgende Uebersicht giebt ein Bild bteivon. Es waren beschäftigt 111 dcn Fabriken nachstehender Gruppen:

U- odcr bnabme (+, _)

419 0/0 4,8 0/0 12,2 0/0 10,5 0/0 17,3 0/0 3,8 0/o 1,9 0/d 8-0 0/0 2,4 0/9 4,9 0/d

1895 1896

5 244 5 503 54 846 57 458 21 317 "23 915

Bcrgbau ........ Steini; Ekdkn :1' „„„ Metailverarbkitung , . . Maschinen 2c ....... 25 086 27 714 Cblmiscbe Jndusiris . . . 11774 13 814 Fette, Oele Ic . . . . . 2963 3076 Textilindustrie 48 842 47 906 Yapiér und Leder . . . . 11558 12 482 1:11- und Schnißfioffs . . 22 360 21820 Nahrungsmittel xc. . . . 26562 27 855 Bekleidung und Reinigung 10 754 11198 4,1% Poiygrapbisckxe Gewerbe . 7 719 8479 » 9,9 0/0 Sonstige Industriézweige . 1 582 2074 + 31,1%

Die Ecsammtarbeiterzabl wsisi gegen das Vorjahr einc Zunabms von 5,1% auf. Dabei hat sich in augenfäÜiger Weise die Zahl der jugendlichen Arbeiter vermehrt, nämlich um 122%, während die der erwachsenen männlichen Arbeitdr nur um 4,7 9/0, di? der er- wacbscnen wciblichc11 um 4,0 0/0 zugenommen hat. Der Bericht be- meiki dazu: „Man wird nicht skblgi-ben, Wenn man diese zum tbeil underbäiinißmäßiae Vermehrung der sogenanntk-n geschützten Pérsonen mit dem ungenügc'nden Voilzuge der Schußbesiimmungen in Ver- bindung bringt." Die Zahl der Anlagen, in denen Uebsrtreiunaen derseldcn ermittelt worden smd, ist erbxblicb gestiegen, dagegen sind ksine Anzeichen dafür wahrgenommen worden, „daß fich dis ibder- und Fraw'narbeit wesentlich neue Arbsitsgebiete erobert hätte."

Die Arbeitsz eit der weiblichen Arbsiter bat eber ab- als zugixnommen und bleibt bereits vielfach binter der zulässigen Maximal- daucr zuriick. Lange Arbkitszeiten kommen im Handweik und 111 der Huusindustrie bor, nicbi nur für weibliche, so:;dern auch für jiigsndlicbe Arbéiti-r. Die Arbkitßzeit der männlichen Arbditer beträgt nach wie- vor in den Fabrikcn Vorwikgsnd 10 bis 11 Stunden, im «Handwxrk 11 bis 12 Stunden.

Zu Klagen giebi dem Berichterstatter in dsr Einleitung nament- 1115 die Zunahme der Betriebsiinfäile Veranlaffung. Die Zak)! isi 11611111 das Vorjabr Von 6201 (1111 7080 Unfallanzeigen gc- stié'gen. Vieie Verfehlungen, viele Unterlassungen, oft auch der ein- fachstxn und biüigsicn Schußvorkebrungen, sZiLU nicht nur im Hand- werk, sondc-Iin auch in häufig visitierten Fabrikbktricben immer noch zu bc'kiagi'd. Jn qetvkrbebygianischer Beziehung ist ein Ein- greifc-n dcr Anfsichidbeamten in fast doppelt 11) dicken Fällen erfolgt, als im Vorjahre (1071 989911 542).

Bszüglicb der Lobnböbe sind wesentliche und durcbgreifendc Vsränrerunden nicbt fkstgcsteUi worden. Das Einkommen der Nrbeitcxc diirfte sich insofern vergrößert babkn, als mehr Uebsr- stund€11 119111111111 und infolge dEr teich1icheren Arbeitsgelkasnbkit durcb- schnitiiick) msbr Pkrsdncn beschäftigt worden seicn. Dabei sind dix) Lebendmiitelpreisa im Wxskntiikbsn unverändert gebiiebxn. Dix, Wobnungdzusiände folisn häufig noch ,mißlichk“ fein; dabei macht aber dii- HirsteÜnng ddt: Arbeiterwobnungen dureh die Bsirikbs- 11111211111311111 .bsständig Fortschritt?“ und sucht man die Gründung gekidffenscbafiiicber Baudereine zu fördcrn. Daß Trotzdem dix: „Arbeitsr- wobnungsfxagc für „sämmtliche 11171“ zur_ Miiwirkung berufenen Faktoxen" 110ch ein recht dankbarks Arbciidfeld bic'té, ist dem Bericht- erstatter sicher zu glauben. _ _

Bezügiicb der „gkistig-sittlicben E11 iw ickelun g' dsr Arbditer- bkdö'lkcrung bemerkt ddr Berickyterstanér, daß diewacbscnddn Zinsprüchc cm die Leistungbfäbigkéit don Industrie und Gewwbc, sowie die

Säswikrigkeiten, welcbe sich bkutc 1116171“ 1116 je ch Existenzficherung knfßeginstkiiten, aucb sine „sorgfältigkre und viklfeitigere Erziehung des Arbe'iters“ 5811111151111. Jntkressikrt diksés Urtbcil schon gegenübdr der vielfach gebörikn Tiicbauptung, daß die moderne Produktionsweisd die sog. JLlSMW Arbsii immsr 1111'br zu ['Lsi'isigén drohe, so ist die Fest- stkliung 11icht mind-kr erfri'ulicb, dax; namentlich seitdns de'.- größkren Fabriken didscm Bedürfnis; nach b.s erer Ausbildung der Akbkité'r Roxh- 1161111 getragen wird, untsr cmderxm dadurch, daß sie wébrfacb durcb Stipéndicn und dgl. dix! Wciicrbiidum iücbiid-xr und begabter junßcr Lsute cms d13111211beit-11stande bsgünsti-ch. Nuck) der „Bilddngsbkstxibungen der 211520111111 dligßmkiiicn' wird [Obknd iicdacbi. Als ein 3116113616 für die Wertbsch515111115 des Fzmilienlcbsns, bxzw. für die Erksnntniß der Uniwrträxilicbkcii dir Fabrikaibdit beibeii'atbi'tir Frdu311 ,mit dkn Pflichten Liner Hanéfrau und 1112111121“ wird be'rddrgkbchn, das; sich die VLkbCiinbLTM Arbsitcrinni'n in der Uiexeriränkisibkn Zigarrkn- industrie lieber hausindustrieil als in der Fabrik beschäftigen wolisn, nur 11111 11611511 DLT Erwerbsarbéii wenigstens einigermaßsn ch Pflege ihrer Kinder und dsr Bésomung dds «Haushalts gkrecbt zu Wirden.

Qbus auf did Vikikn böchft beacbtknswertbén Details in dt'n Ve- 111111111 111111? dix erbältuisse in den cinzslnxn Bezirksn bier einzu- gehdn, sci 111)in d111ch 8111111? kurze Mittheiluygkn auf die nament- lich auch das 3116511161be? bcrübrenddn Ergebnisse dsr_i111 Berichts- jahrc oon dcn Aufsichtsbcamt-xn vorgdnommknen bkjdndsren Er- hebungsn über ArbsitSzeit, Arbeitslohn und Lehrlings- idcsex1 in Schldsscrcie11 und _Bucbdruckereien bingewic'sern. Wir bischränk€n uns dnbci auf das Lehrlindsweskn.

Die Zabl dCi Lebriinßc in dsn Schiosser6ibctri€ben, auf w€lchc sich die Eibdbungkn ersirkcktkn, betrug 8111 Driittbsil aiii'r Ar- bditsr, so das," 1111 GZsa1111111durchichniit di? chriingßzabi nicht iibcrmäßig genannt Wkrden kann. Yiißvkérbäitniffe kommen aber in den einzelnen Bktrisbsn vidifmi) vor: bis 8 LehrlinaL obne" Geselleii. Die Le'brzcit be- trägt Mdisi 3 Jiibii', schwankt zwiscbxn 2 und 4 Jabren und dauewt dann 111111161, 11181111 kcix. strgeld gezahlt wird. Di? Lébrßeldzablung findct häufig 111111, 1111615111111) wo DLT? Lkbrling bcim Meisisr Vcr- pflégung crbäii, sowic übkrhadpt auf dem Lande. Der Betrag schwankt Von 30 bis 400 „16. Lohn erhalten die Lebr- iingk in der chel 1111171. 3111101111311 ein sog. Taschßngeld bon (“1,50 bis 3 «FH für die: WWE. Schriftliche Lebrvkcträge kommen in den Handidkrkdbetridbcn häufiger vor als in Fqbrikeén, auch wird im Handnscik insbr auf die gbistige und sittliche Ausbildung der Lebrliiigc gebaltkn. Jnmmgsn und GLWcrbebereine üben durch Aus- steliiing 131111 stsiinabarbsijsn, Zcbrlingsprüfungkn und Prämiierungen einen günstigen Einfluß aus. Der Berichterstattßr bemerkt aber zum Schluß: „Jm aligemetnkn sind kcine Fortschritte in dcr strlings- ausbildung wahrnehmbar.“

Ju dcn Buchdruckereicn ist, soweit sie der Tarifgemeiufckzaft angehören, die' Lebriingdzabl durcb dkn deutscbi'n Buchdruckertaxif adresclt. In den übrigkii Betrieben findet sicb vislfach eine stärkere Lebriingszabl. Die Lehrzeit schwankt zwischen 3 und 48 Jahren. Lebr- vdriiägc sind bäusiz.c111'.6i11den Schldffereien, Lebrgsld ist selten. Dagc-gwi bildct die Zahlung 611112? kleinen Wochenlobns, 1 bis 6 «M, die: Regel. For1fchritte in der fäch11ch6n Ausbildung find nach dem Bericht auch hier nicht wahrgenommm wordkn.

++1+1++++++

_1,_

Literatur.

Das Rcicbs-Vörsengeseß dom 22. Juni 1896 mit den Ausführungsbeftimmungcn und der Makler-Oidnung__sow1e_ier nsuen Bdrsenordnung für Berlin,_ unter eingebkndkr Berucksicbxtgung der Börsenordnungen für Frankiurt a. M. und Hamburg erlaiitert von Dr. Hans Hofjmann, Rechtßanxvalt und Notar in Ber1111._ Preis 4 „ckck Berlin, Hande u. Spsnekkche Buchhandlung ( .Weidlmg). 1897. -- Mit und obne Kommentar ist das Börsenge etz bexeits in mehreren Auggaben erschienen. Dqs vorlixgende Buch hat den Vorzug einer sorgfältigen und sachverftändigen Kommentierung aller einzelnen

Zeseßlichen Bestimmungen. Der Veiiaffer bat die Exgebnise der isberigen geschäftlichen Praxis unter dem neuen Gesetz berucksichtiai und verarbeitet, auch die umfangrxiibe Folemik in der Tages- und Fachpresse für und ?egen die * estimmungen de! Gesxßes beachtet, namentlich die Enweniun en aus Geschäftskreisen einer Prüfung unterzogen und vom juristis en Standpunkte eingehend be- gutachtet. Aus der Yraxd für die Praxis geschrieben, ist dasBucb auch deshalb für die escbäftswelt wertbvoll, weil darin nicht nur die gesammten Audiübrungdbestimmungen, s ondern auch die Börsenvrdnungen von Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg Aufnahme gefunden haben. Für die: praktische Brauchbarkeit des Werks kommt ferner in Betracht, das; bei jedem Geseßésparagravben die einschlägigen Be- stimmungen der Audiübrungßgeseße und der Vörsencrdnungen von Berlin, Frankfuxt a. M. und Hamburg überfickotlich zusammenaesieüt und sodann mii dcn eigxnen erläuternden oder kritiichkn Bemerkungen red Verfassers vkrseben sind, so daß aües Zysammengebörige stets an einer Stelle zusammengetiaaen ist. _Ein 1ebr ausführliches Sach- register erleichtert dis Bcnußung des Buches.

_- GrucboiVBeiträae zur Erläuterung des deutschen Rechts , herausgegeben von Dr. Nassow, ReichsgerichtS-Ratb, 131", Künßkl, Ober-LandsSgeriebts-Präsident, und 111“. Cccius, Ob?!- Landcsgerichts-Präfident. 71. Folge, 1. Jahrgang, Heft 2/3. Bkrixn, Verlag von Franz Vzbien. - Das vorliegende Doppelbeft enthalt folgende Abhandlungen: .Vemerkun en zur Ordnung der Zwangs- verstsigerung im Entwurf Links 5 eicbsgesktzes iiber die wanqs- dexiieigerung und Zwangsverwaltung“ Von Dr. Yi. E. Eccius; „Dis: pr111atr€cht1ichen Neziebungßn der Armenverbände zu dem Untersiüßten und zu dritten Pkrsonewnacb Reich€recht und preußischem Recht“ do11_Landrichter 1)1*. Sckyaescr in Hamburg (Fortskßun und Schluß); .Die Vertritunxsviiicbt des Verkäufers für (Grundigtückslasten (zur Auélegung dEr §§ 175 bis 184 1. 11 A. L.-R.)' von Rinteien, Praßdenten dis Obcr-Landeskuiturgericbts in Berlin; .Die ReÖtE- Verhaltnisse 118511111111) des Ali-xnibeils nach dem Bürgerlichen (Hessis- buch“ von Notar a. D. 1)1'. Eugdn Josef in Freiburg i. Breik-gau; ,DasRci-„bsrayongefeiz dom 21. Dezembir 1871 in seiner Bcreutung iiic die Hypotbkke'n- und Grundschuldgiäubiger nacb LQUÖLÖ- und R€ich616cht' don Amtsrichter Fsldhabn in Regkiiwaide; „Zur Lehre von den Löscixunixsflagc-n aus TIM Gcseixze .1um SchuYe der Waaren- bezeichn11ndcn' 17011 1)1*.„j111". B1b€rfeid in Berlin; „Sind Niaschinen anbgescbloffen Vom _Grbrauäystnuitersxlyuß?“ don Ober-Landedgericbts- Rasi) Nudorff in Hamburg; „Darf did Volistreikungbklauiel untcr Link? gemäß § 702 Nr. 5 der Zibilprozeßordnung krrictht-Zn Urkunde JLJCU den Singqlarsuccsffdr dds ursprünglichen Scbuidnkrs cribéilt WLkdi'n ?" don Justiz-Raib 1.)1'. Marxinius in Erfurt. An diksé Ab- bandiungcn schiie§3cn sich zahlreiche Entschkidungen dis ReicbsixeriMs mit außfübrlicbsn Bkgründungen und literarische Anzi'igcn an.

_ _- Von dem PrachtWL1k.Deutschc «Helden aus der Zeit Kaiier Wilbelm's d es Gr 0 ßen, Ernstes und Heiterds aus der vater- 1änd11chen Geschichte 1797-1897" von HansKraemer (Bkrlin Ks„ Vdrlagdbaus Wong 11. Co.), liegt die zweit? Lieferung vor, die noch mehr als ihre Vorsängerin den durchaus Ligénartigen Charaktér des intérdssqnien Werks zum Ausdruck bringt. _ In Wort und Bild wkrden darin die Tbaten der deutschen Helden 9111191121511, die den Grundstéin zu dem stolzxn _Bau legtcn, dcn Wilhelm 1. und seine Paladine VVÜLUDCÉW, ebi'nxo dic Weise Führung der Feidbcrren und die todxdmutbige Kübnbsii dec Tapferen ans däm Volke in den Jahren der Bsirsiuxxg vom Joche dcs ko.sisch€n Eroberkrs. Die Gianzpunkte des szSitM Hesxks biidkn die Vorzüglicben Rkproduktionen dcs biÉhfk Wenig bekannxcn, Lkgkkifkildi'n Bildes don Adolf Menzel „Victoria1“, einst im Jabra 1836 ciiistandknen, groß- artigen Dgriisiiung des Abands nacb dcr Völksrscblacbt, und dks ackenden, salbenrkicben Zimnier'icben (Hsmäldes „Scharndorst's leiste *tiaque bei Großdöifckyixn". Während der feffelnde und belehrende Txxt die Ereigmffe dss Jahres 1813 bis zur Flucht Napoleon*'s schildi'rt, gkbkn die zablrsicben Bilder, Karikaturen und, Fakfimiies - daruntsr ein _nocb ni t veröffentlicbtcr Brief des Turnbaters Jahn -- ein charaktccixifcbes * ild ddr rubmdoULn Zeit der kareiungskriége.

- Die Königin Hortense bon Holland. Nach Acuße- rungen ibrcr Zeitgdiiojfén von Jorepl) Turquan. Usbsrtragén und bkalbkitk't von OScar „Marschall von Bicbkrstéin. Zwkxi Bände zu jc- 1523179611, 89. Leipzig 1897, Vkrlag bon Heinrich Schmidt n.Carl Gü11ide_r. Pr. pw Band 3 .“ 60 „5 (geb. jk 4 5/16 60 43). - Um Line rein menschl1ch aufg_efaßie Jliustrthn großdr 1181chich111cher Pirsönlichkeiten zu erhalten, wunscht der Geschichtsrreund sich auch über das Privat- leben__derfclben zu 11111€rricht€n und numsnxlicb die Urtbeile dcr Zeit- genonen zu börsn und zu vergleichen. Er will die Wahrheit wissen, will die Gestalt befreit sebxn von dcm Nimbus, mit dem höfische Ctiqneiie umd (1119616 Nückficbicn sik: umgeben. Die geschichtlichc ' Wabrbe1tdiisbk_ laßt es nicht zu, hier zu übertüntben, dort zu dsr- schönxm ddsrbiarzu _verringsrn, dort binzuzutbnn. Der Verfaffer war in diesxm Sirius 112111171111, bei 11311111: Schilderung der Königin VOÜSML, dex Mutter Napolson's .l11„ 21.-1 auf Grund der überlieferten Bdrichte und Aeußciunzxen Mitlebender grzcichn€iés triucs Lebens- und Cbaiakxeibiid_berzuixelien, welches, glsich den anderi'n Weiten des Veriagxs aws _ka Ze1t dss kritkn Napoléon, aiich iibcr din Kreis der Fachbqtociker biiiaiid Interesse erweckén dürstk.

__ -Ion dembxrc-itZ erwähnten illustrierikn Werke„Die Haupt- stadte der 28611" (Schléiische Biicbdruckerei, Kunst- und Vsrlags- anstalt v_or_1 S. Sedditlaendsu Brc-dlau) liegt jeiZt die 6. Likierung bor. _DlSsSlbL entbait den Schluß der Schilderung von Stockholm, die Bejcbr-cibnng_Kopknbagkns bon 21. Michel iind déi! Bdginn dsr Schildkrung Bruseis bon Camille Lemonnier. Das Hafi; ist mir zablxeiwen Texibildern und zwki großen Tafeln geschmückt, welche „Tbisrgarxiédbilder' (Stockholm) und de1i„§ku1111sirädgdrdsn' (“Königs- garten in Rodenbagkn) veranscbduiicbln. Der Preis des Hefti? betrdgt 11111“. 50 45, das doiistcindige Werk wird 10 5-6 kosten.

- Das neueste Halbmonatsbeft (Nr. 7, 21. Jahrgangs) vom 1. April 1897der.MonatsfchriftfürdeutscheVeamte“ (Al]einiaesOrgan des Verbandes deuticherBeamtenvereine: Harcms eber: Fr. Caspar, Kaiserlicher Gsbcimer Ober-Regieruugs - Rat und vortragsnder Rath im _Reibeamt des Innern, Yeiiin; Haupt-Gssckyäftsstelie in Grünberg 111 Schlesi111;_ Preis für das Viktieljabr 1 „411 50 „_Z) enthält 11. a. folgende, Abhandlungen und _Nackjrichtkn 11er Fraakn des Be- amtentbums: Die Postbeamten-Lauibabn; Nachtrag zum Normal-Ctat über die Besoldungen der Leiter und Lehrer an höheren Unterrichts- anstalten; Gehälter der Landricbter bei dcm gémeinsibaftlichen Land- gericht in Meininge'n; Cbarakterverlcibungen cm Kreidsekretäre; Ge- baitsordnung für die württembergischkn Beamten; Parlamentarische Sidebxicbten; Rcisekosten und Tagegeldcr der prcußischcn Staats- kam en.

GesundheitsWescn, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Aux den .Veröffentiickoungen dQs Kaiserlichen Gksundbeiißamis' Nr. 14 vom 7. April. _ __ _ _ _ Pest.

Britiich-Ostindien. In der Stadt Bombay sind, der „Bombay Gobernmenx Gazette“ zufolge, in den 4 Wochen vom 10. Fxbruar bis_9. Marz 845, 778, 692 und 590 Todesfälle infolge der Seuche gkzadlt worden. - EinLr Mittheilung vom 6. März zufolge hat _die Krankheit in Poona zugenomnwn. Aus dem Punjab wu_rden weitere Crkrankun en _gemeldet, und auch im Innern von Sind sollxn emzelne Yestfalie bis nach Sukkur bin vor- gekommen sein.

Cholera.

Jxankreicb. Yufolge dem „1311110611 1181311011131]. (16 Itaiisd. WUU101p816_“ ist zu 5_aris in dem Stadtviertel Satnt-Lambert laut krankenhausarztlicber Meldun cine Cholera-Erkrankung in der Woche vom 21. bis 27. März festge teilt worden. _

__ Britisckp-Ostindien. Kalkutta. Vom 21. b1527. Februar md 101 Personen an der Cholera, 6 an Pocken und 175 an iebern gestorben.