1897 / 90 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 15 Apr 1897 18:00:01 GMT) scan diff

* "7 Uhr än : der bobe Patient, wie er

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-; - in vorher um 7 Uhr kommen, der mühe: er auch den-

den äußern. Der Arzt du jour ver uchje, jm Zimmer zu

, der tuna daß eventuell ekn Collavs emtreten könnte,

te aber auf syezie es erlangen Allerböchftbesselben dasselbe auch

en. Das Bewußtsein war bis zum ngußgeben des Arztes

vollft ndig klar, und der Hohe Patient in zu“'r1edener Stimmung.

Der Arzt Wartete im Korridor mit dem Kammerdiener zusammen, um an der Thür zu borchen, wie der Kranke atbmete.

Nachdem er wiederholt das erschwerte Atbmen des hohen Patientxu vernommen batte, konnte er nach eini en Minuten, 911 der Thur stehend. nichts mehr hören und trat des 11117 in da_s Zimmer, da er einen Collaps befürchteie. Beim Oeffnen der Thur fand, er, das; Seine Kön liebe Hoheit das Zimmer verlassen batte. Gleich darauf wurde dur einen Lakaien gemeldet, daß der Hohe Herr auf dem Iabrwege zwischen der Vina und dem Marstall liegend gefunden sei.

achdem derselbe ins Haus gebracht und auf deu1 Bett bequem ge- la ert war, ergab die Untersuchung, daß neben emer unbebeutenden '! schürfung der Haut am, Scheitel eine Yerseßu_nna der Wtrbelfäule atsZgiefunYen batte, infolge deren die bereits befurchtete Herzlahmung

2 si": rt wurde. _

sfist anzunehmen, das: Seine Königliche Hoheit beiemgetretener Atbemnotb, wie früher häufig, im (Garten fri_1che Luft _zu schöpfen versucht hat, und daß nach dieser für seinen Kraftezustand ubermaßigen Anstrengung eine Ohnmacht eingetreten ist, wahrend welcher Aüerhocbst- derselbe über das Geländer gestürzt ist.

])1'. Müller, G. M.-R. O1". Haun.

Dem Bericht der Herren Aerzte habe ich noch die nachstehenden Angaben hinzuzufügen:

Der Gärtner der Villa Yaborite, melche der Villa Wenden gcgen- überliegt, und dessen Frau örten Hilferufe auf der Straße und Enden dort Seine Königlicbe Hoheit den Großherzog [regen, Auf

efragen antwortete Allerhöchstderselbe: „«1'111 11011111 ])1'611111'6 Mair 61: 81113 10111116 par 18 111111.“ Dem Kammerdiener Gagzow, welcher ung ähr 7 Uhr 40 Minuten zufällig die Straße entlang kam, sagte der roßberzog: ,GaYow, wie komme ich hierher?“

Seine Königliche 95811 wurde nun 111 die Van getragen und zunächst in seinem Wo nzimmer auf den Rollstuhl, dann sehr bald in das Bett gelegt. Serenisfimus entschlief nach befxigen Schmerzen sanft um 8 Uhr 40 Minuten. Seine Königliche Hoheit war bei voÜe'm Bewußtsein und erkannte die am Bett Anwesenden, nannte dieselben verschiedentlich bei Namen. Es wgren zu egen Ihre Kaiser- liche Hoheit die Frau Großberwgin, Seine KöniglicZe Hoheit der Erb-

roßberzoiz, Ihre Hoheit bie Herzogin Alexandrine, SeineDurcblaucht Hrinz He mich )(7111. Reuß und Ibke Hoheit die Frau Prinzeß Reuß, General von Mal ahn, Dr. Müller, 1)1'. Haun, Garderobier Fischer, die Lakaien Wal und Hennig. Cannes, den 11. Avril 1897. Freiherr bop. Maltzabn, General-Major und General :*1 111 511119 Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs.

Ihre Hoheit die Herzogin Johann Albrecht 111 am Dienstag Abend in Begleitung Seiner Hoheit des Herzogs Heinrich in Schwerin eingetroffen.

Anhalt.

Der Landtag hat in seiner Sißunq vom 14. d. M. die dritte Lesung des (Heseßentwurfs, betreffend die Einführung einer Gewerbesteuer, und des Geseßentmurfs, betreffend die Einführung einer Kapitalrentensteuer, beendigt. Beide Gesc entwürfe wurden in der Fassung der Kommission, welcher die egierung zugestimmt hatte, angenommen. Der Staats- Minister ])1'. von Koscriß erklärte sodann im Auftrage Seiner Hoheit des Herzogs den Landtag für geschlossen.

Italien.

In der gestrigen Sißung dcr Deputirtenkammer beantwoxtete, wie „W. T. B.“'meldet, der Ackerbau-Minister Graf Guiccardini die ?ntcrpellation der Dcputirten di San Giuliano und Geno sen in Betreff der Handelskrisis in Orangen und Zitronen, welche, wie es in der Interpellation beißt, namen111ch die Provinzen Sizilien, Apulien und Calabrien schädige. Der Minister erklärte, die ngierung prüfe diese Frage, indem sie gleichzeitig dmmch Trachte, einerseits den Konsum von Orangen und Zitronen im Innern zu erhöhen, andererseits diesen Früchtsn neue Absaß- gebiete im Auslande zu eröffnen. Die Regierung werde ferner erwägen, ob eszweckdienlich sei, den schon 40 Jahre bestehenden Handelsvertrag mit Rußland zu kündi en und die

räliminarverhandlungen mit Rußland behufs Abs lusses eines neuen Vertrages wieder aufzunehmen. Auch werde die Re- ierung dis Frage der Anwendung des von dem amerikani- 1gchen Senat noch nicht genehmigten neuen Tarifs der Vereinigten Staaten von Amerika einer Prüfung unterziehen und werde nicht ermangeln, eventuel] weckdienliche diplomatiséhe Schritte zu unternehmen. Der

1nister:Präsident di Rudini resümierte sodann den Verlauf der Verhandlungen und erklärte, daß die Hilmeittel, welche die Regierung zur Aywendung bringen könne, sehr verwickelter Natur seien, weil ste „_!chwere wirthschaftliche und finanzie-Ue Probleme in sick) schlafen und gleichzeitig zur Ausführung klangen müßten. Die Interpellanten nahmen die Erklärungen er Regierung zur Kenntniß. Die Kammer vertagte sich hierauf bis-zum 4. Mai.

Schiveiz.

In einer Nachtragsbotschafi über die Beschaffung der Geldmittel für die Kranken- und Unfallversicherung erklärt der BundeSrath, er bedürfe für die Leistung der Vundesbeiträge keiner neuen EinnahmequeUe, wie etwa des Tabackmonopols; die Mittel dks ordentlichen Iahresbudgets des Bundes reichten hierfür aus.

Türkei.

'Dem Wiener „Telegr.-Korr.-Bureau“ zufolge ist der vor- geftrtqe Tag an der Grenze vollständig ruhig verlaufen.

In dem vorgestern im Yildiz-Kiosk abgehaltenen Minister: rath wurbe beschlossen, mit dem Vormarsch derTruppen an der grtechisch-türkischen (Grenze zu warten, bis ein neuer unzweifelhafter Angri f_ seitens regulärer riechischer Truppen erfolge. te §Tz'forte at den Bot chaftern der Mächte cine erzts rechende of zielle ittheilung gemacht.

„Das türktsoxe Blatt akikat“ erklärt der Angriff am 9. April sei nicht durch griechische Truppen, sondern durch Irreguläre ausgeführt wordqn, die von den türkischen Truppen zurückgeschlaßen worden seren und 50 Mann ver- loren hättey; die Tür en hätten 3 Mann verloren. Gegen- wärtig befmde fick) kein türkischer (Grenzpunkt im Basis von griechrschen Irregulären.

Wie die „Times“ vom 13. 5.211. a_us Elassona e ä rt, hat am Montag ein weiterer Emfall griechi „er Banden in türkisches- Gebiet stattÖefunden. n der _ ahe von Grevena hätten etwa 1000 mm d1e „renze uber- schritten und die Türken angeqri 11. Nach hefttgem Katypf seren die Griechen mit-einem Ver ust von 50 Mann uruck- eschlagen morden. Unter den an dem Emfall Bctherligten babe man griechische Offiziere bemerkt. _

In Cetinje smd, wxe „W. T. B.“ meldet, Berichte em- getroffen, nach denen die in Berane zusammengeströmten mohamedanischen Albanesen den dortigen Kaimakan abgeseßt und die Zivil: und Militärgewalt in die eigene Hand genommen hätten. Es herrsche dort vollständige Anarchie.

Aus Konstantinopel berichtet dgsselbe Bureau, der 101311111 136116118 Konstantin sei zum okumenischen Pa- triarchen gewählt worden.

Griechenland.

Nach einer dcr olitischen Correspondenz“ aus Athen zu egangenen Meldung oll der Minister:PräsidentDelyannis fo gende Aeußerungen gethan haben: Die griechische Regierung befasse sich an enblicklick) nicht ausschließlich mit der kretischen Frage, welche urch die Kreter selbst werde entschieden werden, in- dem diese die Mächte zur Erfüllung ihrer Forderungen zwingen würden; sie richte vielmehr ihre Aufmerksamkeit auf die Frage, betreffend die Griechenland durch den Berliner Vertrag zugewiesene Grenzlinie, auf welche (Griechen- land einsn unbestreitbaren Anspruch besißk. Zn dixser Be- ziehung habe das Athener Kabinct Unterbandlun en einge: leitet und bsabsichtige, das beanspruchte (Grenzge iet, falls die Türkei dassklbe freiwiUig nicbt räumen soUte, durch griechisch“: Truppen bescßen zu la sen. Die Herbeiführung einer Erhebung in dem jenseits der renzlinie beiegxnen Theile Maccdoniens halte die griechische Regierung vorläufx nicht für opportun und werde hikrzu nur im Falle der äußerten Noth- wendigkeit schreiten, .um eine möglichst weitgreifende Kansa- gration auf der Balkanhalbinsel hervorzurufen.

In der gestrigen SißunJNder Dcputirtßnkammer legte, wie „W. T. V.“ bkricbtct, der inister-Prästdent Delyannis einen Gescßentwurf, betreffend die Aufnahme einer An- le1he in Höhe von 23 Millionen Drachmen für Auggaben des Kriegs- und des Marine-Ministeriums vor und empfahl die Annahme des BuYets. Der MinisterPräfidentgab hierauf einen geschichtlichen eberblick über den (Gang der äußeren Politik und erklärte, die Mächte ckhxättcn bisher über die Vorschläge Griechenlands zur friedlichen ösung der kretiZschen Frage 111 keinLr Weise ihre Ansicht kundgegeben. Der 1nistcr-Präs1: dent betonte sodann das Recht der Krcter, ihr Geschick selbst zu bestimmyn. Troß allem bewahre (Hriechknland die Hoff- nung, daß die Mächte die friedliche Lösung annslmcn würden. Die Lage an der griechisch1ürk1schen Grenze 1,61 nicht durch Griechenland geschaffen, sondern durch die seltsame Politik des. Nachbarstaats, der durch seine eiligen Rüstungen _(Grtschenland ge mungen habe, ein Leer aufzusteUkU, welches tm stande sci, en Umständen die piße zu bieten, sowie die Interessen und die Ehre des Vaterlandes zu vertheidi, on. Die Regierung sci nach Möglichkeit bestrebt, die Unvo kommen- heiten des eilig zusammengezogenen Heeres auszugleichen, und hoFfe, daß in einigen Ta en al1e Lücken auSgefüllt sein wurden und das Heer im Hande sein werde, seine Pflicht zu erfüllxn. Der kautirte Ralli erklärte im Namen der Opposition, angesxchts dcr gegenwärtigkn Umstände dürfe die Kammcr nicht'in dic Berathung des Budgets ci11trcten. Dcr Minister- Prästdcnt Delyannis war damit einverstandcn und sagte, er 1116de heute einen Gessßkntwurf, betrcffend die Bewilligunl von drei provisorischkn Zwölftcln, dem Hause vorlegen. Hieran? Wurde? die Sthth aufgehoben.

* Dic Kronprinzessin ist gestern Abend mit englischen Krankenpflegerinncn nach Vo1o abgereist.

Die „Agence Havas“ meldet aus Athen, daß dic Zahl der in Macedonien verblicbsnen Jrregulärsn nich1 bskannt, anscheinend aber zicmlich beträchtlich sei. Der Rückzug der auf

ricchisches (Gebiet wieder übergetretcncn Aufständischen sei mit erlusten verbunden gewesen, da dieselben mit Überlegenen Streitkräften zu kämpfen gehabt [)ÜULU. Zn Macedonien herrsche groß? Kältk. _ Während die Jrrcgulärcn Baltimo bcseßt gehalten, hätten sie daselbst einigc Häuser verbrannt.

Hkutc vcrlaut-ktc in Athcn, es sei eine weitere, sehr starke Bande von Irrcgulärcn in der (Gkgend von Kalambaka in Markdonien eingetroffen.

Nack) eii1cr Meldung der „Timcs“ aus Arta vom 13. d. M. hat ein Haufe von 2500 Frciw1111gen Valanos verlassen, voraussichtlich, um fich nach Janina zu begeben.

Bulgarien.

Anläßlich des Inkrafttretens des bulgarisch:serbischen*

Handelsvertrages fand am Dienstag in Pirot cin FLft statt, welchem sämmtliche bulgarische und serbische Minister beiwobnten. Bei dem Bankett hielten die Minister Simitsck) und Stoilow sehr beifällig aufgenommene Reden, in denen sie auf die Brüderlichkeit der beiden Nationen hin- wiesen und mit einem Hoch auf die beiderseitigen Herrscher

schlossen.

Amerika.

Die Zahl der Oze an dampnfer, welche im Kriegsfaü in Kreuzer umZzewandelt wetden konnen u_nd _von der Regie- rung der ereinigten Staaten msptziert und ange- nommen sind beträgt, dem „Mil. : Wochenbl.“ zufol e, 31 und um aßt die besten ynd bedeutendsten Fußr- zeuge des „überseeischen Paffag1er- uno raxhtver ehrs. Der Kontrakt mit den Eigentyümern der _ 1ffe, durch welchen die Regierung das Recht erhält, 111Dr1ngl1chkeitsfällen dieselben als Kriegsschiffe zu benußen, sichert den Eigen: Yümern gewisse Subsidien für die Be örverung dcr übersceischen

ost. Vorschrift iZ, daß die Sch1ffe1n Amerika gebaut und mit amerikanischen ürgern bemannt smd. Die Fahrzeuge sind in vier Klasxcn eingetheilt. Die der ersten, zweiten und dritten Klasse ind aus Eisen odex Stahl gefcrn t, während fi in der vierten auch Holzfschiffe befmden. Die chiffe de erten Klasse müssen eine Ge chmmdigkeit vop 20 Knoten in der Stunde und einen Tonnengebalt von 111611 wemger als 80001haben. Die Vorschriften für die übrigen Klassen sind folgende. ZWIite Klasse: 16 Knoten und 5000 b, dritte Klasse: 14 Knotßn und 2500 1, vierte Klasse: 12 Knoten und 1500 1. Alle dtcse Hilfssch1 3 wurden einer besonderen Probe unterzogen, und e1nzelnc, z. . die Dampfer „St. Louis“ und „St. Paul“, smd mit be- sonderer Berücksichtigung der Anforderungen nach speziftzierten Plänen, die zwischen den Eigenthümern und der Re- gierung vereinbart waren, für diesen D1enst gebaut worden.

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Die weißen S 1 werden im Beba ane mit G ' von vier- bis Fm ölllgem Kalibxr_ besTcht werden, w 1?an einzetne der, großeren sechözolltge Hinterlader erhalten 22 dieser Schtffe befahren gegenwärtig den Atlantischen unb neun den Stillen Ozean.

Aus Havaxmq wird gemeldet, der Führer der Auf; ständischen Qumttn Bandera habe mit einer starken Schaar die "Trochcx von Jucaro überschritten. Die spanischen Truppen hatten dre Jnsurgenten verfolgt und ihnen einen. Verlust von 23 Todth beigebracht. Die Spanier hätten 15 Verwundete verloren.

Asien.

'Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Yokohama vom-

Ystrtgen Tage, der japanische Kreuzer „Naniwa“ w-srde am

onnabend tn See gehen, um die Japaner auf Hawaii zu. beschüßen. *

Afrika.

Das „Reuter'sche Bureau“ erfährt zu seiner gestrige» Meldung aux? Kapstadt über Bewegungen von Schiffen "des am Kap stattonierten britischen Geschwaders, daß die britis che Regierung keine Instruktionen an dieses Geschwader Zsandt habe. Der das Gcschwader kommandierende Admiral" onne nqck) jedem Ort innerhalb seiner Aktionsspbäre Schiffe mit verste eiten Ordres oder ohne solche entsenden.

Aus ?Wrätoria berichtet dasselbe Bureau: In der Klage- sache der „Argus Company“ gegen die Regierung 11011 Transvaal wegen unqeseßlichen Verbots der 1111: lander=Zeitung „M18 3011311118811111'J 8181“ ist* gestern das, Urtheil gefällt worden. Der Oberste GerichtS: hof entschtey zu Gunsten des Klägers und erklärte, es- liege nicht 111 der Macht des Präsidenten, Nymmern irgend einer Zeitung vor dem Erscheinen zu unter- drücken. Der „Star“ ist gestern wieder erschienen.

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Nr.„15 der .Veröffentlickyungen des Kaiserlicbxn Ee- sunthtsamts“ vom _14. April bat folgenden Inhalt: Personal- Nachr1§b1em _ Gesundbettsstand und Gang der Volkskrankheiten. _ ZéitWLtltge Maßregxsn gegen Pkst. _ Gesundheitsvkrbältnisse in Prag, 1890/92. _ Sterblichkeit in Krakau, 1893/94. _ M:"dizinalstat1111sche Mtttbetlungen (1116 SÖWLÖM, 1894._ Gese gebungu.s.w. (Deutsches Reich,) Verschmttweme Ic. _ (Preußen.) ipbtberie-Hkilserum. _ (Berxm). Fletkcb. _ (Reg.-B§z. Königsberg.) Mineralwafferfabrikkn. _ (Reg.-Bez. Poskn.) Sckdwemkseucben. _ (Reg-Bez. Bromberg.) Arznete'n. _ (Reg.-Vez. Cassel) beammengkräthe. _ (Bayern.) Untexsuchungsanstalt für Nahrungsmittel M. in München. _ (Braun- 1chws1g.) Drogezt 2c.-Handlu11gen§. _ Schmeinéflsiscb. _ Sachfkn- Aztcnburg.) „Getsteskranke. _ (Schwarzburg-Rudolstabt.) ubmilch. (_(ZLLFa'ß-Lontbrmgkn.) Apotbxkergebilfen. _ (Italien.) Medizinische Spezialitatkn. _ (Schwstz. Kanton Zürich.) Brotbcrkauf. _ (53111111 dkk Tbterscucheu ,in Belgien, 1894. _ DeLgl. 111 den Nnxderlandcn 1896, 4. Viertsljabr. _ Zeitweilixxe- Maßregeln gegen Tbterseucbex. (PKW; Reg-Bez. Liegniß, Bayern, Oesterreich, Malta, Deutsch-Su-dwsst-Afr_1ka, Oranj-Z-Frkistaat.) _ Verhandlunqen bon Yseßgkbenden Körpsrsthaffsy, theinkn, .K'ongkeffen u. s.w. (Deutschcs 3 eich.) Deu1sch€r LÖWEN, für öffkntlicbe GLsundheitsxflkge. _ Vermtschtes. (Deutsches“- Rench.) Lspra. _ Farbenblindhsit bei Sex- leuten, 1896. _ (Preaßsm) AuLsteUung für die Pflege des Kindes xc. _ (Bayern.) Tubkrknlin-Impfungen bei (Portugal.) ' ToUwutb, 1893/95. _ Stxrbliehkeit in größeren V-cr- Waltungsxgxbwten dss In- und 9111611111586, 1895. _ Wochentabeüe über die Sterbkfäue 111 d€11tsch€n Orten mit 40 000 und msk): Cin- wobnern. _ Desgl. in größsren Städten des Auslandes. _ Er- krankungen in Krankenhäusern deutschßr Großstädte. _ DeSgl. 111 deutschen Stadt- und Landbezirken. _ Witterung.

Arbeiterbewegung.

Aus Dortmunx b€r1chtet die „Rbein.-Westf. Ztg.“: Eins Vérsammlung bon ismmerleujen, Welche fiel) mit OU Fra der LobnbeMgu'ng beschafttgtc, bcschloß, weil der größte Theil der rbeit- gxbsr auf M gestLlLten Forderungen nicht gcantwortet hat, auch in diesem Iqbre wieder für die im vergangenen Jahre aufgestellten For- dßxungen tn de'n Lobnkampf einzutreten. Den Zeitpunkt soll eine spatere Versammlung bSstiMMLU.

In Elberfeld legten, einer Mittheilung des .Vorwärks“ zufolge, 'auf détL Neubau 1369 Rsalgymnafiums über 60 Maurkr die Arberj meder. Sie fbrdern dcn Zebnstundentag an Steüe der jeyt zcbneinbalbstündigen Arbéitszeit.

Aus „Zaynau „berichtet der „Vorwärts' nach einem anderen 2316111, da dort dre Mehrzahl der Maurer, um Verkürzung der Arbe1tszeit und Lobnexböhung zu erreichen, sich im Ausstand befindet.

In Markranstadt beiLeipzig ist derAusstand der Maurer (Vgl. 911.85 5. Bl.) durch Vermittelung des Bürgermeisters beendigt ZvordenzböZtte Arbeitszeit Wurde verkürzt und der Stundenlohn um * 45 er .

Hier in Berlin haben Blättermeldungen zufolge die Kupfer--

schmiede besxblossen, 111 aÜen Geschäften, wo Arbeiten, wie Kupfer- figuren, getriebene Sachen 11. s. w.. bergesteüt werden, Eine Lohn- erhöhung Von 121% zu fordern. Wo dtes nicbt bewilliat wird, soll. die Arbeit niedergelegt werden. _ Die Barbi», Friseur- und éerrücken1nachergebilfen Berlins haben 111 einer Versammlung bew (blossen, in eine Lohnbewegung einzutreten.

Aus Birmingham berichtet die Londoner .A. K.“: Der Ne- corder (Strafrisbter) Von Birmingham hat vikr Mitglieder eines dortigen Gewerkvereins, welche während eines Ausstandes Nichtquerk- vereinler an der Arbeit zu hindern sucbtcn, mit Gefängnis; bestraft. Bisher haben die enLliscben Richter uur Geldbußen verfü 1. Der Recorder bemerkte bem Erlaß seines Urtbeils, daß eine (Feldstrafe Wenig Sinn hättk, da der GeWerkverein sie zahle.

In Pantin bei Paris ist der Ausstand in der Wa gon- fabrik beendet. geforderte 14tägige Lohnabrechnung. (Val. Nr. 83 1). Bl.)

Aus Alais meldet „W. arbeiter in La Grandcombe dehnt sich auf die Nachbargruben aus. So haben besonders die Bergleute bon Rochebelle und die Arbeiter der Hüjtenwerke in Tamaris die Arbeit eingestellt. Militär bewacht den Ein ang zu den Gruben. Bisher hat fich fein Zwisehen- falT ereignet. (s gl. Nr. 89 5. Bl.)

Aus Am terdam berichtet die „Frkf. tg.“ zum Ausstande der dortigen Diamantarbeitet: Zwis en der: verbündeten Juwelieren und den verbündeten Fachversinen der Diamantarbeiter ist endlich ein Kompromiß geglückt: die Arbeiter beben die Sperre bei der Firma Visser auf, darauf heben die Impeliere die von ihnen ver- hängte Aussperrung auf, und nach kurzer Zeit erfüllt Viffer die Lohn- forderungen der Arbeiter. Der Ausstand ist hierdurch beendet.

Der Ausstand der Bergleute des Koblenbergwerkk

M ariem ont 111 Bes ien (vergl. Nr. 87 1). Bl.) ist, wie der „Vorwärts' mittbeilt, bkendet. ie Ausständigen sind vorläufig bedingungsws

Nur Arbeit zurückgekehrt; die Streitpunkte sind einem Einigungöamtk

überwiesen worden.

irgend welche-

Rindern, 1895. _ '

Die Unternehmer bewiÜigien die von den Ar eitern» T. B.“: Der Ausstand der Berg»

Schulwesen.

Ilmenau, 14. April. Die Gro herzogliche Fachschule und Lehrwerkstatt fur Glasin rumentenmacber und Mechaniker bterselbst schloß mit der öffentlichen Prüfung am 10, April d. I. abermals ein Schuljahr ab, das dritte seit ihrer Be- gründunB An dem Prüfungstage, an welchem die Anstalt jedeSmal vor die effentlichkeit tritt, durften Lehrer und Schüler dies::tal in ihrer Mitte Großherzoglich

begrüßen: als Vertreter der

sächsischen Regierung Herrn Staatskatb 1)1-. Krause aus Weimar, als Vertreter der Königlich preußischen Regierung den Herrn Regierungs- Yräfidenten von Brauchitsch aus Erfurt, in dessen Begleitung sich die

erren Regierungs- und Gewerbe-Ratb Siebert aus E1furt und

jchungs.InsPektor 1)1-. Barczinsky aus Magdeburg befanden; Von der Kaiserlickoen Normal-Aicbungskommission war Herr Regierungs- Rath, cofessor Or. Weinstein aus Berlin erschienen, während die Phy kalisch-tecbnische Reichs-Anstalt chenErkrankung ihres Ver- treters dießmal nicht rkpräsentikrt war. Auch Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden Ilmenaus und Herr Hofrath, Profeffor ])1'. H. Schäffer aus Jena batten s1ch eingefunden, ferner eine Anzahl hi-figer und auswärjiaer Fabrikanten sowie Angehörige der ZöÉlinge. Die eingehende Prüfung und die Aussteaung der im laufenden chul- jahr durch die Schüler in den Wkrkstätten aanertigten Arbeiten bot den Erschienknen einen Einblick in die bätigkeit und die Leistungen der Anstalt. Die AussteÜung zeichnete sich an*? durch Reichbaltigkeit und Exakte Ausführung der Glasinstruments. Ganz besonders zog auch die Abtheilung für Mechanik das allgemeine Interesse auf s1ch, welcbe neben Barometern, einer großen optischm Bank und verschiedenen Demoastrations-Apvaraten einige m das Gebiet der Elektrotechnik gehörige Instrum-énte vorführte; so ein nech, äußzrst empfindliches Waagegalvanomxter zur genauen Messung von Syannung und Stromstärke, ferner Stöpselrheostaten für Widerstände 11111; 0,01 bis 1000 Ohm, dann ein elektrisches erntbermometkr, ein sehr empfindliches Spiegelgalvanometer 2c. Die nstalt eröffnet bikrdmch dcr beimijcben Industrie ganz neue Fabrikationsgebiete. Von hervor- ragendem Interesse war auch eine Aussteüung von in venetianiscber Art bergesteüten Ziergläsern, welche, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, zum kleineren Tbail nacb Mustern yon Blumengläsern des Hsrrn Profkssors Köppinq 111 23911111, zum g1ößeren Theil nach eigenen Entwürfen der Lehrwerkstatt von einsm älkerkn, Hierfür besonders be- fähigten Schülkr geblass'n wvrden waren. Disse Gläter, aus von Blättern und Blütben umrankten Kelchen in den verschixdensken Formen und Yarbcn bestebc'nd, entzückfen durch ihre wabrbaJt künstlerische Form.

ie hierzu erforderliche Technik verlangt noch e_ms HTÜUÖÜÖE Durch- bildung, da die 1111 der Lampe [)?rgestekltcn Gläser dkm unumgänglich nothwendigen Küblprozeß_nicht 1111181111011an wvrden sind 11111) somit noch nicht die genügende Haltbarkeit bc'fißen, Ruck) fehl! zar Fründ- 1iche11 Durchbildung dieser Technik 11911) zu sehr die Mitwirkung einer Hätte, da bis aus vérscbiedcm'n Fabrikkn bezogenen Gläser sicb zum tbeil schwer verbinden, und 111111 aux“) nécht ÜÜ€,THLÜL dkk Gläser genügend stabil an der Gkbläselampe 9216111131 werden können. Man bofft Milte'l und Wege za finden, 1111: dieskn nsuen Zwsig der Industris, zu welchem die Großherzogliche Fachschule die Anrkgung giebt, 111 dkr gebührendkn Weise fördérn zn könnkn. Aklgemeinc Anerkennung fanbkn kndlich auch 512 ausgeiegten Zeichnung-xn und die schriftlichen Arbeüen dss Unterrickts 1111 D€111sch€n und Rechnen. _ Die eigentliche mündliche Prüfung Lkstrkckté fick) 1:11be1191 Cbcmie, Aritbmefik 1111d Dkutsch. Hsrr Djrcktor Böttchkr steüte F11151€11 Übxr 516 Hebxgxslßs 11111) 591611 Annwndung, sodmm aus dem Gebiete Dcr Wärmelebrk', kam wsit-xr auf das Baro- n11-tsr, auf 118 Schm€1z- und Dampfwärmk, auf das Mkffen des el1ktrijchen Stromes; f?rner mußten fich die Schüler aussprechen über das Wesen und die Anwendung dks Aräometers; im (Gebiete der Elektri- zität wurde dann noch besonders eingegangen auf die Galvano- plastik, auf den Niederschlag eines Metalls, z.B. Kupfer, und die B1:- r€chnung des Niederschlaßs. ,Die Zöglinge überraschten allgemein durcb ibr Wiffkn und Können, ihre s1ch€ren und klaren Antworten. _ In Chemie wiederholte Herr Chemiker MiruI das Wescntlichste über den WassUstoff und zwar übkr die HersteUung nach drei Methoden; dabei sei bemerkt, daß die Schüler (“14“) über die einzklnen Versuche aussprachcn und sie dann (111 zum tbeil sslbst geksrtigten und zusammen- gestellten Apparaten vorführten. Die Leichtgkeit des Wasserstoffs wurde gezeigt an zuuei Versuchen, fLMLr dic Durchdringung poröjer Körper durch denselben; 81151111) wurde die chemische Harmonika vot- gcfübrt und gezeigt, daß durch Vcrbrsnnung des Wasserstoffs als Ver- brsnnungsprodukt Wasser entstkbt. Hieraufwurdedie erstellung bon Chlor aus Braunstein und Salzsäure demonstriert. Beim od wnrde besonderes G81v1cht auf die Nachweisung desselben 1181691 und das Sublimieren gc'z-zigt. Weiter wurde Sauerstoff nach zwei Mejboden Hergestellt 11111) 511! G8w1chtszunabmé beim Vch1b1snnen 11achgewiesen; nacbdkm sodann noch Schwefelwa erswff, Ammoniak und Salpetersäure ber- gestküt und das Aethert ermometkr gczeigt und beschrieben worden war, schloß auch diese Prüfung, in 1131er wiederum die vielfach-sn Kknntniffe und Fortschritte dsr Schüler, wie die Sicherheit und Exaktheit im Experim1knji-(rc11 bervortratln. _ Im Rechnen ließ Herr 131“. Ritter einige Gleichungen des ersten Grades mit 6111er und mehrkren Unbekannten und eine quadratische Gleichung 101811, und es zeigten auch bier die Schülkr trov der rscbt kurzen Prüfung?;zeit Géwandtbeit und tüchtige Leistungen. Bet der Prüfung im Deutschen 1011113 durch das Lesen der Rütliscene gas „Teil“ dargelegt werden, daß die Anstalt ihren Schülern nicht einseitig nur Kenntniss und Ferjigkeiten beibringt, sondern auch, soviel ße kann, fich bestrebt, das Intereffe am Wahren, Guten, Schönen zu wecken und zu pflsgen. _ Am Nachmittag fand die Entlassung in die' Ferien statt. _ Es sei nicht vsrgeffen, daß nach der 11:60- retischen Prüfung Herr Regierungs-Präfident von Brauchitsch und die Vertreter der vetschiedenen Behörden einer praktischen Prüfung im Glasblafen beiwobnten und auch hier über das Gesehene ihre volLe Anerkennung anssprachkn; die Schüler waren mit Eifer und Interesse bei der. Arbeit und zeigten Vikl Geschick und große (Hervandtbeit auf diesem i_brem beruflichen Gebiete. _ Endlich sei noch erwähnt, das; wie alliabrlicb während der Prüfunlg der von Herrn Direktor Böttcher verfaßte Jahresbericht zur Vertheiung kam, der ein Bild entwirft von dem Schaffen und Arbeiten, der inneren Entwickelung der An- stalt, ihren Erwartungen und Hoffnungen.

Land- und Forftwirthschaft.

Saatenstand in Rußland.

Ueber den Stand der Saaten in einzelnen Gouvsrnemeuts Süd- rußlands lie an folgende Nachrichten vor:

Der S nee dürfte je in den füolichcn Gouvernements überall Lschmol§en sein und das achfen der Saaten begonnen haben. Die

“nahme, daß der Herbst und Winter dieselben fast gänzlich durch Mangel "an Feuchtigkeit und- durch die Rauhfröste verdorben haben, hat sieh, wic; fich jkßt herausstellt, nicht bestätigt.

Von vielen Gegenden, d. 1). den (Gouvernements Kiew, Poltawa, Jekatexinoslaw und dem östlichen Cbersoner, laufen mehr odex weniger bkfriedrgende Nachrichten 1":er den Stand der Wintersaaten em. Dazu hat die Feldarbeit bei günsti em, nicht zu Warmen und genügend 1el§chtem Wetter fast aUentbal en be onnen und geht befriedigend vor- warts. Dazwifxben fehlt es natürli auch nicht an Stimmen die klagen, und es scheint, daß in den verschisdenen Gegenden, je nacb den

ltterungsverbältniffen, ald die früheren, bald die späteren Saaten kk stehen“ um tbeil sollen sis auch ganz (mSgefroren sein. Genaueres läßt ck wobl erst im nächsten Monat sagen.

GesundheitIWesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Aus den .Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundbeitöamts“ Nr. 15 vom 14. April.

Cholera. Großbritannien. Nach einem von dem 1,0011] (3079111111631;

13011111“ erstatteten Bericht ist die Ursache des 5Akuslnruchs der Cholera

auf kem Trankporischiff ,Nubia“ 111 Plymouth mutbma [ an den Verkehr der in Colombo eingeschifften Mannschaften in dßenikhdortfiaen, damal? stark verseuchten Exngeborenenviertel, vielleicht auch auf Uni- formstucke oder Nahrungsmittel zurückzuführen, welche in Colombo an Bord genommen wurden, jedoch erst in Port Said zur Vertbeilung

kamen. Britiscb-Osiindien. Kalkutta. V 28. 6. März starben 125 Personen an Cboleraém7 an

217 an Fiebern. Gelbfieber.

_ In Bahia gelangten, den „91111111: 116111111 rsports“ zufolge, xyabxend des Jahres 1896 51 Todesfäüe und 104 Erkrankungen zur Anzetgk. In Para wyrden vom 21. bis 27. Februar 6 Todesfälle gemeldet, auf Cuba 1n Hgvanna Vom 5. bis 11. März 10 (bei etwa 30 Ne111rkrankungen), sammtlich unxer dem Militär, in Sant- jago und Sagua la Grande vom 28. Februar bis 6. März 1

bezw. 3 (11). Verschiede'ne Erkrankungen.

Fockkn: Odessa 5, Par1s 2, Warschau 4 Todesfälle; Paris 12, St. etersburg 9 Erkrankuxigen; Flecktypbus: St. Petersburg 3 Erkrankungen; Rückfallfieber: Moskau 3 Todesfälle; Genick- starre: Moskau 2, New-Yoxk 4Todesfäl12; Regierungkbezirk Düffel- dorf 2, Nürnber und Wren je 4 Erkrankungen; Tollwutb: Moskau 4 Todssfaäe; Influ-ana: Berlin, Danzkg je 7, Breslau 5, Darmstakt, HaÜe, Leipzig je 3, alerstadt, Karlßrubk, Kopenhagen und Moskau js 2._ London 28, 5) ew-York 15, Paris 3, St. Peter?- burg 5 Torksfalkyx Nürnberg 33, Kopenhagen 58. Stock- bolm 92 Erkrankungen; Keuchhusten: London 50 Todesfälle; Wien 48 Erkrankungen. _ Mehr als ein Zehntel akler Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt 1111-31 deutschen BerichtSorte 1881/90: 1,30 0/0): 111 Fürtb _ Erkrankungen kamen vor in Berlin 49, 111 den Regierungsbezirken Münster 113, Posen 423, in Nürn- berg 129, Hamburg 30, Budapest 211, Edinbng 544, Kopenhagen, 33, St. Petersburg 151, ang 56, Wien 528 _ an Diphtherie und Croup (1881/90: 449 0/0): in Harburg _ Erkrankungen wurden ang€m€ldet 111 21111111 71. Hamburg 30, Kopenhagen 32, London (Krankénbäuseér) 93, Paris 70, St, Pktersburz 101, Wien 68 _ desgl. an Scharlach 111 erlin 32, Budavkst 28, Kopenhagen 29, London (KrankmbäUser) 219, Paris 50, St. Petersburg 69, Wißn 66 _ 1398511. an Unterléibstbvbus im Régierungsbezirk Arn§berg 32, Paris 29, St. Petersburg 167.

ebruar bis ocken und

Eine am111che Umfrage über das Auftreten der Lepra im Deutschen Reich bat, d;“n ,Veröffentlicbungen bes Kaiskrlicben Gcsundbeitsamts" zufolge, zu nachstehenden Ergebnissen gsfübrt:

In Preußen sind zur 3611 18 [LVrakranke Personen bekannt, Von denkn 6 männlichen 11115 12 weiblichen Geschlecbjs smd. 15 Kranlje halten fich im Kreise Memel auf; 7 Von dsr Ge-sammlbcit sind in Krankénbäusern untergebracht.

In Bayxrn wurde vom 14. Oktober bis zum 3.91056mber y, I. ein bexdäcbtig erkrankter Holländsr behandelt, der inzwischen nach Amsterdam abgereist ist. Der Kranke war auß TranSbaal gekommen, batte 34- Monate lang in Lkipzig eine erfolglose Kur bei einem nicht- ärz111chen Heilbkflissenen gebraucht und fich dann nach Ykünchen begeben, wo er alsbald in das Allgemeine Krankesnbaus überführt wurde und dort bis zu seiner Abreise verblieb. _

In Badcn baben sub 111 dM l-xzten Iabren berfch1€dentltch [Sprafranke Personen aus Brafilien Vorübergehend in Heidelberg 9111- gehalten, um ärztlichen Raik) nachzusuchen. Am Ende des vortgen Jahres wurde in dcr dortigkn ch1rurgischen KTinik ein Tagelöbnsr be- handelt, dessen aus unbkkannter Ursache entstandene Krankhcik den Vsrdacbt der Lepra erwckckte. Bei der wiederholt vorgenoznmenen bakkeriologischn Untersuchung fanden sich einmal in Ausstrickwxaparaten eines kleinen geschwürig zerfallenen Knotens Spaltpilze, die arztlicber- seits für Leprabacillen gebaltkn wurden. ' _

In Hessen war im Jahre 1895 eine Frau in Biblis,“ Krsis Bensheim, laut ärztlicher Bescheinigung gn Lkpra gestorben; dre amt- Zickyx Untersuchung ergab jedoch, daß biete Krankbett nicht Vorgelegen al €.

In Oldknburxx starb zu Idar 1111 Iabre1892 nach12§ährigem Lsiben an Lkpra ein Mann, der eine Reihe 5011 Jahren in 5 rasixien gelebt hatte und im Jahre 1875 anscheinend gesund Von dort zuruck- gefebrt War.

In Bremen Endete im Jahre 1895 im Krankenbause sin Lepra- kranker sein Leben, der von den Sandwichinseln gckommxn zvar. Ebenfalls auf den Sandwichinseln batfe 1111) ein unter lepraabnlick)?" Erscheinungen erkrankter Mann sein Leiden zugezogsn, der schon 111 den achtziger Jahren dorthin zurückgkkebrt ist,

In Hamburg leben zur Zkit 12 Levrakranke, Von denen s1ch 8 vorher in Brafilii-n und je 1 in Mexiko, Surinam, Honolulu und Sumatra aufgehalten babkn; 2 Kranke find in den, YUJYMLinen Krankenhäusern, 5 111 einer Priyatklinik untergebracht, die ubrigen be- finden fich in Privatpflege. ,

In Elsaß-Lotbringen sind die Erkrankungen emes ek)?- maligcn Fremdenlegionärs und eines HandelSmannes zur amtlichen Kenntniß gelangt, von denen der erstere die Kwnkbeit aus Cochtnchina, der andere aus Brasilien mitgebracht bat.

In kkincm der außerhalb Preußens bekannt g-Lwordenen Falle hat eine Uebertragung der Lepra auf andere Personsn stattgefunden.

Im Iabre1896 Wurden im Deutschen Reick) an 903 See- 18ut6111n9991a1nmt912 amtliche Untersu ungen auf Farben- blindheit vorgenommen. Von 900 zum er ten Male, 1111121111119th waren 5 (0560/11) grünblind und 13 (1,44 0/9) vasxändtgrarbenblrnd. Von 10 zum zweiten Male (und 2 mehrfach) Unterm txn wurde das Ergebniß der früheren Untersuchung,_w81che m 4 (2) al1en unvoll- ständige (Grün-) und in 6 (0) voÜstandtge Farbenblindbetx festgxsteut batte, in 4 (1) Fällen bestätigt bezw. erganzt. Unter Becacksichttgyng der zweiten und mehrfach wiederholten Untersuchung waren unter ms-

esammt 903 Seeleuten 4 (0,44 0/00) grün- und 10 (1,11 9/00) vol]- ?tändig farbenblind. “__“

Paris, 15. April. Nack; einer Meldung der „Agence Havas'

aus Lissabon soll in Macao die Beulenpest außgebrochen sem.

Verdingungen im Anölande.

Niederlande.

26. April, 11 Uhr. Gas- und Elektrizitäts-Anstalten in Rotte r- dam: Lieferung von ußeisernen Röhren nebst Hilfsstücken. Die Be- dingungen liegen im * ureau der Fabriken (Oost-Zeedyk) aus und find für 2? [CWS bei Wed. P. van Waesberge en Zoon _ Houttuin 73 _ er ät .

Verkehrs-Anftalten.

Bremen,15.April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. PD. .Weimar', 11. New-York bestimmt, 13. April Nm. Lizard passiert. PD. .Halle', v. Baltimore kommend, 13. Aipril Mittags Prawle Point pasfiert. D. .Wartbuer“ 13.Apr1 v.Santos abge. D. .Heimbur hat 13. April ' bds. Reise v. O orto n. Brafilien fortges. HD. ,Trawe', n. New-York be immt, 14. Avril Mrgs. Dover pasfiert. PD. .Ctaigearn', v.La Plata kommend, 14. April Vm. in Antwerpen eingetro en.

London., 14. April. (W. T. B.) Ca tle-Linie. D. „Garth Castle“ bat heute auf der Heimreise die Canarischen

n eln a 1ert. I sLflnicxns-s'Linie. D. .Moor“ ist heute auf der AuSretse von Madeira ab egan en.

Rotterkßam,g15.April. (W. T. B.) olland- Amerika- Linie. D. „Schiedam', von New-York na Amsterdam, ist heute Vormittag in Amsterd am angekommen. D. ,Veendam , von Rotterdam nach New-York, ist gestern Nachmittag von Rotterdam abgegangen.

Theater und Musik. **

Theater des Westens.

Der vieraktige Schwank „Zwei glückliche Tage“ pov Kadelburg und Schöntban fand gestern auch an dieser Stätte eine überaus freundliche Aufnabme, und benlieb bh lacbten die Zuschauer wieder die Leiden und Freuden eines Berliner Viüenbefißers. Ueber das Stück selbst ist Neues nicht zu sagen; es gehört zu denjenig-“n, du: nur Anspruä) darauf machen, ihr. Publikum einige Stunden ' bindurcb angenehm zu unterhalten, während sie den Darstellern ein oder zwei Aufgaben bieten, in denen sie glänzen können. Hier find es die Rollen des Wieners Iosef Frei- singer und des Be1liners Lüftchen, welche diesen Zwecken dienen. Die erstere gab der Mitverfaffer des Stückes, Hort Kadelburg mit ge- wohntkr Virtuosität, die le tere Herr Robland in seiner schlichten,“ abkr wirkungsvoUen Art. ie übrigen größeren Rollen waren in den Zünden der Herren Löwe, Vallentin Bach und der Damen Schindler-

kuser, Heinrich, Leuchtmann und Wenck beßens aufgehoben.

Konzerte.

§T_lm Dienstag fand im Saale der Philharmonie eine Gedachtniß-Feier für den so jäb dabingeschiedenen Komponisten Johannes Brahms statt. Nach dem Cboxal „Wenn ich einmal soll scheiden“ für die Orgel von Bach, vorgetragen von Herrn Georg- Hoffmann, folgte der Trauermarsch aus Beethoven's dritter Sym- pbonie („1310103“). Der Eindruck diesm- Mufibverke, wie der noch Wenig bekannten vier geistlichen Lieder von Brahms, die nach biblischen Tkxten komponiert, Von dem Bassisten Profeffor Felix Schmidt trkfflich_1)orgetragen Wurden. war ein tief ergreifknder. Dre „Tragische Oubcrture' und die erste Symphonie des Meisters bildeten den Ab- schluß d:“: ernsthn und würdigen Feier. Das Publikum war außer- ordentlich zahlretcb erschienen und gab dem Dirigenten Herrn Profeffor' Mann_staed t, der auch die schwierige Klavikrbegleitung der ernstew Lteder ubernommen bajtk, seinen woblVerdientkn Dank zu erkennen.

, Im Tbaxia-Tbeater bleibt auch während der Osterfeierta e* dt? Posse .Hetratb auf Probe“ auf dem Spielplan. An den Nacß- mtttagen finden Aufführungen Von „Frau Lieutenant" bei ermäßigten: Preisen statt.

Wie sebon'mitgetbeilt, beginnen dis FestspieYe im Kön1g11chew Tbegter zu Wresbaden am Sonntag, 5911 16. Mai, mit der Erst- auffubrung des bzstbrifchen Schauspiels .Der Burggraf" von Josef Lauff. Alle ausxvarjtgen Besucher der Festspiel-Aufsübrungen werden gebeten, ihre BtlletbSstcüun en nicht an die Königliche Intendantur, 19ndern an das Unibersal-5 L1s€bUk€aU Schoftevfels in Wiesbaden zu rtchten, an welches auch die Beträge für die Biüets zu senden find und das auf Anfragen nähen' Auskunft ertheilt.

Mannigfaltiges.

Die auf einst Stukiénrsise begriffenen italienischen Stu- dßnten und Professoren (bngNr. 88 1). B1.) sind gkstecn Nach- n11ttag um 4 Uhr 18 Minutkn aurdem PotSdamer Bahnhof hierselbst etngetroffsn. Zur Bkgrüßung war der 11a11911ische Botschafter Graf Ynza Mit dem Bbtschafts-Natb Grafen Calvi, dcm Ersten BotsckyaftS- SJertär Chet). Mattioli und dem Attgcbé Marquis Sommi L'k- scbtensn, Nucl; dll Konsul Heinrich Kcibcl wax zugegen. Die 80016111 1111115118. 111 1111. Z. 6 8811611081128. 31361'11110 batte mit der Fahne unter Führung ihres Vorfißknbkn Raffo in langer Front auf dem Bahnstsig- Aufsteüung genvmmen Wie M1tglieder und deren- Damen baftkn Margbekitsn angestcckt, 16118 den Namen der italienischen- Königin führenden Blumen, die 111 Italien gleich unseren Korn» blumen bei patriotischen Anläffsn 1_nitVorliLbe getragen werden. Als- Vertreter ,der Berliner Studentknjchaft war deren Feftausscbuß in 50118111 Wtchs erschienen. Mit brausenden vaiva-Nufen wurde der- einfabrende Zug empfangen, worauf nach dem Begrüßungsakt die' Gäste in_ zablreist Kremsern in ihre Quartiere gebra twurdcn. Abends fand in ellcr's Festsälcn ein von der Berliner tubenten- schaft zu Ehren der italienischen Kommilitonen veranstaltete! Kommers statt, dem Ebenfalls rer italienische Botschafter beiwobnte und bei Welchem Professor Hinschius als Vertreter des erkrankten Rekkors der Univkrsität die Begrüßungsrede hielt. Dic näCbsten Tage Werden die' (Gäste dazu bcnußen, um die Univerfitätsanstalten, die Sehenswürdigkeiten Berlins und PotSdams zu besuchen. Die Abreise ist auf Montag, fxstgeseßt. Ueber Leipzig und München kehren fi? dann in ibre Heimatb zurück. _ Eine Abtbkilung der italikni1chen Studenten unter Führung des Professors Marzoni beabsichtigt, die ver- schiedcnen Einrichtungen der Stadt, insbesoydere die Müggelwerke, 131€ Kanalisation, Markthallen und ein Rißselfeld zu besichtigen. Hsrr Obcr-Bürgermkistex 331112 hat bkreitwiüigst seine Zustimmung hierzu ertbeilt und den Magistrats-Sekrstär Syiecer der Abordnung als Führer mitgegeben. ___x_ „. - _

In der Versammlung des Berliner Bezirkövereins deut- scherIngenieure Vom 10.Apr11bieltHerr In enieurR.H. Kaemp aus Hamburg einen Vortrag „über die deutiéche und en lchhe- Portland-Zement-Industrie'. AuSgebend von der egrffs- bLstimmung des Portland-Zsmsnts als eines Produkts, welches „durch Brennen kalkhaltiger und tbonbaltiger Materialien und deren nach»?- folgende Zerkleinerung bis zur Meblform entsteht“, gab der Vortragende ein anschauliches Bild von der Entwickelung und dem gegenwärtigen “rande diefer Industrie, welche zu dkn beworragendsten Deutschlands ge- böre. Déc Fabrikation zerfällt im wesentlichen in drei Theile: das Mischen, Brennen und Mablen. Es giebt nur wenige Fundsteklen von Materialien; (Kufstein, Salzburg, die Gestade des Schwarzen Meeres? welche von Natur eine Zusammenseyung haben, wie das Scblu produkt des Zements fie erfordxrt, in denen Kalk 111 einem Prozenfsaß von etwa 60 0/0 mit Thon und geringen Mengen anderer Stoffe vereinigt ist. Auch 1111 diesen anscheinend von der Natur zur Zementfabrikation vorbe- stimmten Orten ist man davon zurückgekommen, das Naturprodukt so, wie es vorliegt, zu verarbeiten. Ueberall prüft man es auf seine für die Herstellung besten _Portland (Zements geeignetste Zusammenseßung und trifft duxcb'kunstlicbe Mtschungen die entsprechknde Korrektur. Die bestandtge Begleitung der Fabrikation durch die chemische Untersuchung der Materialien, vor ihrer Mischung ist ganz unerlä [ich, selbst bei bekanntem, anscheinend immer gleichbleibendem Robsto ; denn es sind geringe Ueberschreitunken des prozentigcn Kalk- oder Tbonaebaltes, welche cbon beträchtlcbe Unterschiede in den wichtigsten Eigenschaften des ndproduktes, der. Bindekraft, Unveränderlichkeit und Festigkeit des ements, ergeben. Ist dieser Vorbedingung genügt und ist man des ri tigen Mischungs- Verbältniffes der Robmaterialxen ficher, , . Mischens der größten Aufmerksamkett, welche m verschtedener Art: auf naffem, balbnafsem und trockenem Wege geschieht. In Deytscbland find- die beiden leßten Verfabxungsweisen bevorzugt. Vorbedmgung guter Mischun ist in allen Fallen eine sehr weitgehende Zerkleinenm der Materiaßien. In Staubform w_erden fie bei der naffen Mis ung: einem Rührwerk überliefert und bterin um viel Wasser aufaescblämmß.

. worauf das aus dem Rübrbotticb oben ablaufende, die ftaubförmigen

Materialien suspendiert enthaltende Wasser 111 Ab avbasfins über- geleitet wird und darin die innig gemengte Maffe a Schlamm ab- seßt. Ist die Ma e in diesen Basfins soweit eingetrocknet, daß ße um!) eben plast sch und knetbar ist, so wird sie m- Zie eln geformt, und diese werden dann so lu ttrocken, Q- ma t, wie es für das nachfolgende Brennen erforderl ist. Das halbnaffe Minerfabren besteht im Gegenfaß hierzu in.; m wobl- ' eordneten, [; mäßigen "MMM trockenen Kalkstaubes „zu nass!" bonschlamm. eim tro enen is verfahren werden portronenweise, automaxiscb abgewogen, die beiden estandtbeile als trockener Stunk: mit einander verrutscht. Auch in diesem Falleist ein nackfokaeudes- Wiederbefeuchten der Mischung nösbig, um daraus Tegel oon anz. ; nähernd zylindrischer Form zu kneten. Ein viertes bren vero- mengt mit Hil 6 einer finnreichen, zumScblu -des*-*-*VomY:s im: Gange vorges brten “Maschine die Materia ien im erd Yen - Zustande mit einander und erspart so das nachberige 11- * *

so bedarf die Arbeit des;