Mecklenburg-Säxwerüt.
Gestertr Nachmittg. fand, wie „W. T. B.“ berichtet, in Ca_n_nes die Ueberfu rung der Leiche Seiner Königlichen Hoieitdes verewr ten roßher qgs Friedrich Franz 111. naéz drm Bahnho, daselbst statt. “ 1e mi itärischen Ehren wurden durch eme Vatterte Artillerie, ein Jägerbataiüon und ein In: fazrterir-Regiment erwiesen. Der Trauer ug bildete sich in der Villa Weydetx und zwar aus folgenden Yurstlichen Personen:
hrer Kaiserlichen und Königlichen Foheit der vermittweten
roßherzogin, Seiner Königlichen oheit dcm (Hro ßherz'og und den anderen Mitgliedern der Großderzo lichen
amilie, Ihren Kaiserlichen Hoheiten dcn Großßürsten
ich_ael Nikolajewitsch, Michael Michaelowitsch, Borts und Cyrill Wladimirowitsch von Ryssland und Seiner Königlichen Hoheit dem rin en Chr1stian von Diinemark. Als Vertreter des deut chen * otschaftcrs Grafen zu Munster war der Botschafts:Rath von Müller erschienen. Außer: dem waren die Spißen dcr Zivil- und Militärbehörden, der Präfekt sowie der General Gebhart anwesend. Auf dem ganzen Wege bis zum Bahnhof wurde der Trauerzua von der zahlreichen Mengc cntblößten Hauptes be rüßt. Um 52/4 Uhr Nachmittags ging der Eisenbahnzug mit em Sarge nach Schwcrin ab. Der Großherzog, die (Hryßberzogin-Wittwe mit den beiden Prinzessinneu, die (Großfursten Cyrill und Boris Wladi- mirowitsch sowie der Prinz Christian von Dänemark verlisßcn Cannes mit demssiben Zuge. _
??re Kaiserlichen_ Hoheiten der Großfürst und die Gro iirsten Wladmrir von Rußland find vorgestern,
hre Durchlauchtcn die Prinzen ein rieb 1711. und einrich )()(11. Reuß gestern in S werin eingetroffen.
MecklenburgStreliiz.
[Wie die „Neustreli er eiiung“ meldet, wird si Seine Königliche Hoheit dcr ro 'berzog zu den Trauer eierlich- keiten nach Schwerin begeben.
Sachseu-Coburg-Gotha. Seine „Königliche Hoheit der HerÖog trifft heute Abend
mit Ihrer Königlichen Hoheit der roßherzogin von Hessen aus Nizza wiedrr in Coburg cin.
Elsaß-Lothringeu.
Die vor) der „ElsaßLUHringischen VolksPartci“ gc: brachte Nachr1cht, daß der Katserliche Statthalter gegen- über den Mitgliedern des Comités für die Centenarfeier dcn Plan, ein Denkmal für Kaiser Wilhelm 1. in Straß: burg zu errtchten,_ als verfrüht bezeichnet oder sonst Bedenken gegen die Errichiung des Denkmals Erhoben habe, entbehrt, der „Straßb. Korrespondenz“ zufolge, jrder Br- rundung. Auch die Mttthrilung der „VolksPartei“, daß er ürst_zu Hohenlohe-Langenburg dem Geheimen Regierungs- Rat Sptecker nicht gestattet habe, den Vorfiß im Denkmal- Comité zu übernehmen, ist unzutreffend. Der Statt: halter, [weit entfernt, gegen die Errichtung dcs Denkmals irgendiwe Stellun zu nehmen, hat vielmehr bei der Audirnz, xvelche„er den itglicdern dcs chkmal-Comiiés gewährte, ]ede Forderung des Unternehmens von seiner Seite zugesichert.
OesterréichMngarn.
" Der Kaiser hat die Wahl des ])r.Luegerzu1n Ersten Burgermerster der Siadt Wien mit Enisch11eßung vom 15. d. M. enehmigt. Die Vereidigung ])j'. Lueger's wird am 20. d. . stattfindrn.
c«Yer ErzberzogFranz Ferdinand von Orsterrcich= Este 111 am 13. d. M von Territet in Innsbruck eingetroffen und hat sich am folgenden Tage von dort nach Schloß Rotten: stem bri Merqn begeben.
Der russische Botschafter in Wirn Graf Kapmist ist am Donnerstag zu mcbrwöchigem Aufeuihali nach St. Peters- burg abgereist.
Die Wiener Blätter veröffentlichen einen Aufruf des Klubs der deutschen Fortschrittöpartei des Abgr- ordnetenhanses, worin es eißt, drrsclb: werde die Sprachenverordnunq und ihre rhcber mit allen Mitteln brkampfen, _bis dem deutschen Volke wieder sein Nccht ewordßn sem werde. Drr Aufruf fordert „die kräftiqste
ntersiußun, dcr Parteigenossen und Wähler in diesem schwere_n un voraussichtlich langwierigen Kampfe“. _ Das Exz'kutw-Comiié der deuts en Landtags-Abgcordneten Bohmsnö beschloß, eme gro e Protesiverfammlung gegen dre Sprachenderordnung auf den 2. Mai nach Tepliß em- ?ubcrufen. _Dte deutsche VolksPartci beabsichtigt eben- 98??- dre Einberufung cmerProtestversammlung, während die De_utsch-Naiionalcn die Abhaltung eines Partei- t-ages m Dresden zu dem gleichen Zweck planen.
Rußland.
Das inanz-Ministcrium hat, wie dcm „W. T.". B.“ aus St. - etersburg gemeldet wird, brs losscp, im laufenden Monat einr Versammlung von Sachocrjändi en zu brrrxfcn zur Enischetdung der Frage, welche ZugeZändnissc bei der Einfuhr ausländischer landwirtbschaftlicber Maschinen und GcrätZe gemacht werdcn könnten, ohne die russische Industrie zu enachtbeiligen. Die erste Sißung soll am 25. d. M. alten Stils stattfinden.
Spanien. Die Königin-cheniin bat grstcrn vierzehn zum Tode Vcrurtbcrlie, darunter drei, welchc wegen Empörung verurtheili waren, begnadigt.
Belgien.
Von Brüssel wird, der „Köln. Ztg.“ zufoi'gr;“"i;r7«r€ “eine aus sechs hoheren Beamten bestehende belgische Abordnung nach Peking abreisrn und dem Kaiser von China ein igenhandtges Schreiben des Königs der Belgier über-
e bringen. Türkei.
Eine von den Softas_ in Konstantinopel versuchte Bewegung zu Gunsten der Krtegserxlärung ist, dem „W. T, V.“ saxxge, durch den Einfluß des Scheikh-ul-Jslam eingedämmt m en.
Das Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ meldet, der Major Juzuf, Kommandant des 1. Bataillons 34. Re iments, sei zum Kommandanten der Gendarmerie au? Kreta er- nannZl m?,rden. ck s k sch G h
n er grie i :tür i en renze aben si keine weiteren Zwischenéälle ereignet. ck
Au? Ceti'nje wird berichtet, der Mutessarif yon Ipek set mtt emer Abtheilung Truppen in Berane ein: Waffen, um die mohamedaniicben Albanesen, welche sich
_ ane's bemächttgt hätten, zu zerstreuen und die Ordnung wiederherzusixllen.
Die „Kolnischx Zeiiung“ meldet aus Kanea von vor- ?kestern, daß das osterretchische Kriegsschi “ „Tiger“ bei dem
lostcr Ntkpla 'von_ den Griechen bescho en worden sei und darauf ziver griechische Schi e in Brand geschossen habe. In der Nacht hatten die Grte ('n cinen AYriff auf das Fort I'zzeddiq gemacht, welcher jedoch untcr cihilfe cines italic- mschen Kne Sschiffes gbgcwiesen worden sei.
Aus ihnen wrrd der „Agence 2?avas“ berichtet, die A dmrra l_e wiirden hrute dem Obersten as s os das Anerbieten machen, fur dre Pflege der in seinem La rr befindlichen Ver- wundrten zu sorgen. _ Iii Hirrapetra Zerrscbe eine Typhus- und eme Blattern-Eptdemrr. Die Aufständischen hätten die Waiserversqrgung der Stadt abgeschniticn, sodaß die Einwohner geqotbigt seren, aus den am Mcercsstrand angelegten Zisternen ihr Trinktpaffer zu nehmen. Die Stadt Herakleion befinde sich bxzuthcb der Wasserversqrgung in gleicher Lage; dock) hätten die turkzschen Truppen die Qucilen wicht: bcseßt. Dic Gefan- geyen im. dortigen , (H'cfängniß hätten revoltiert; dieselben wurden mrt einem türkischen Tran6p0r1schiff nach Rhodos ge-
bracht werden. Griechenland.
In der vorgsstrigen Sitzung der Deputirten- kammer. richtete der Dcputirtr Karapanos die Anfrage an die Regierung, ob die Nachricht von direkten Verhandlungen zwischen Griechenland und der Türkei über Kreta richti und ob esowahr sei, _daß ein_direktes Einvernehmen dur die Dazwqchenkmzft LMU? Großmacht verhindert worden sei. Der Minister-Präftdent Dclyannis erwiderte, daß die Einleitung chn Unterhandlumgcn nur auf halbamtlichem Wege erfolgt fer; dre Nachricht, daß irgend eins Großmacht ein direktes Einvernchmen zu verhindern gesucht habe, ftrlite der Minister: Präfidcnt cntschteden m Abrede. Die Kammer genehmigte sodanr) in erster Lesung die Militärkreditc. In der g e strtgr tr Sißu ng brachte der Ministrr-Präfideni eine (Heseßcs: vorlage em, durch wrlchc die Regierung ermäcbti t Wird, die AUZgabe voi) Schaßbillets von 14 auf 30 Millionen Dra_chmcn zuxrhohcn. Eine zweite Vorlage ermächtigt die Regierung, fur drn Fall der Unzuiängiichkeit dieser ersten Maßrrgrl, zum Abschluß einer inneren Anleihe von 24 Millionen Drachmen. Eine dritte Vorlage bestimmt die ErZöHung der AUEgabe kleiner Vankbillets von 1 und 2 rachmen bis zuxn Betrage yon 4 Millionen.
Die Kronprrn essin ist, wie die „Agence Harms“ meldet„vorgestcrn in kariss a eingetroffen.
Wie dis „Times“ vom 15. d. M. aus MHM von ut untermchieter Seite erfährt, hätte der Verlust der griechiscFen Jrregulärrn bei dem neulichcn Zusammenstoß mit den türkischen Truppen Über 200 Mann briragen.
_Die „Agence Harms“ meldet, daß acht von den mace- domschen Jrregulären gefangen genommene türkische Sol: daten und em Korporal auf Befehl des Kronprinzen nach Laurion gebracht und nach ihrer Entwaffnung in Frei- hcrt gcseßt worden scien. Es vcrlaute, daß sick) in Void noch
weitrre 30 tiirkischr GLfÜTYLnL befänden.
_[ Drm „Reuier'schen urcau“ zufolge hat der Banden-
fuhrcr Brrrfas 2200 Mann zu einem Zuge nach Chalcis organisiert m der Absicht, die Aufmerksamkeit der türkischen Armer nach Maccdonicn abzulenken.
Rumänien.
Die ScssionUdrs Parlamrnts ist grsicrn mit einer Botschaft des KVngZ gexchloffen mordrn.
Asten.
[ Die iti Marseille aus Tongking eingetroffenen Blätter brrichtexi, wre „W. T. B.“ erfähri, von mehrfachen Kämpfen mrtPiratcn. _ Nach riner Korrespondrnx aus Bangkok mx (in Journal in Hatphong wäre dasclbst cin amerika: nisches Kmchschiff eingctroffrn, um (Gcnugthunng für die grgru dcn Konyul dcr _Vcrcinigien Staaten verübte Beleidi- gung zu vcrlangen. Een anderes amcrikanisches Kricgsschiff werde noch rrmartrt. Zn BanZkok Und dem Innern des Landed [eren Seeräuberei un Dirbstäble mit bewaffncier Hand im Zunrhnch. Das ganze Land befinde sich in großer
Unruhe. Afrika.
Aus Algier erfährt „W. T. B.“: Es veriauie dasrlbst, der Sultan von Marokko babe infolge von Streitigkeiten uiiter den marokkazuschen Stämmen an der Grenze, welche ÖW Entsendung ?UZLWY Schwadronen französisckxer Jäger noah: wendig gxmacht )atisn, die Riffioten mobil gemacht, welche auf deda borruckrn sollten. Man befürchte Unruhen, stlckxe das Emschrcrten französisckzsr Truppen erheischen orm en. *
In der vorgestrigen Sißung der gescß ebenden Vcr- sammiuri'g der Kapkolonie brachte, dem „ . T. B.“ zufolge , Dutott eme_ Resolution des Inhalts cin, daß der riebcn und das gegenseitige Vertrauen unter den Staaten Süd-UfrikaS am besten durch trxires wechselseitiges Einhalten der eingegangenrn Verirqgs:Vrrpsltchibngrn UTid durch die Befolgung ciner Politik _ dcr Maßigung und gegensritigen Versöhnung diikch dle betreffenden Staaten wiirde erreicht werden. Hierzu beantragte 311an den Zusaß, daß der Friedrn am besten durch genaue Befolgung der Londoner Konvention, durch Abstellung dcr wohlbrgründctcn Beschwerden der Uit- lander seitens der Südafrikanischen Rrpublik und durch die Wericrbcfolgung cincr Politik der Mäßigung seitens der britischen Reg1erung würde erreicht werden.
Aus Durban(Natai) von gestern meldetdas „Reuter"sche Bureau“, daß daselbst unvermuthei ein britisches (He- schwader von sieben Schiffen eingetroffensei. (Gestern Abend solltxn zwei“ wettere Kriegsschiffe eintreffen,. derenZiel und Bestimmung unbekannt sei.
Nr. 16 drk? ,Crntralblatts der Bauverwaltung“, beraus- ?e-ieben im Vimistertum der öffentlichen Arbeiten, vom 17. April, bat ogenden Inhalt: Amtliches: Diensinachrichten. _ Nichtamtliches: Der „Festscbmuxk Berlins am 22. März 1897. _ Erhöhung der W[etrrebs'sicherhettdurchelektrischeSchienenkontakte (Pedale).-Summen- Emfiußlmren und z-Polygone. _ Traßprüfung. _ Vermisckotes: Wettbewerb um Plane für, das Natbbaus in annover. _ Das Sterntbor m Bonn. _ „Em neuer Säulenquers niit“.
' Gas fassen und einen Umfang von 86 m
Arbeiterbewegung.
In Stettin baben_die Tischler, wie der Vorwäros- ricbjet, in einer Versammlun mit 401 2 en 75. 0 * be- allgaZeinc? “fluststand béxchtloien. Z 8 8 Stimme" de"
[ n „r ur waren ei_ eniger eit die Zimmrrleute, Tischler, Kiempner'und Glaser in Lobnbewcgungcn eingetreteYan“ der_ „VorwartS' mrtt'betlt, smd cht .die Tiscbl er in einen aj] [? mrmen Ausstand etnÉetreten. Sie fordern Verkürzung der Arbeit;; zrtt auf 10 Stunden, obqkrhöbung von_ 10 0/0 2c. '
Zn Halle (1. [S. ist nach demielberi Blatt in der Schub fabrik vort Hake cm Ausstand auéLUebrocben. Eine Einigung is; w::br cheinlrch. _ Ferner brach ein ußstand wegcn LobnkürzUng in der rmaturenfabrik von Hasegicr aus.
„ ?lus KarlSr'uhe wird der .Frkf. Ztg.“ gemeldet: Die aug, standiget) Arbett_er m der Fabrik von Markstahler u. Bartl) [)aben bebte dre Arbettcn wieder aufgenommen (dergl. Nr. 88 d. Bl,), * Die Wagner und Schmiede find in eine Lobnbewegung eingetreten Ste Verlangen zebnsiundiae ArbciMeii, 15 0/0 Lohnerhöhung rc. '
In Rostock haben die Tischler neue Lobn- und andere For- derungrri aufgefüllt, welche, wir der „Vorwärts' meldrt, dcr Jnmmg uziterbretiet, vqn dieser aber abgelehnt worden sind. Es soUtrn nun sammtiichen einzelnen [Méisiern die Forderungen mit drm Ersuchen vorgelegt werden, sich bis heute über dre Annahme zu erklärkn.
[Aus Nimes wird der „Köln. Zig.“ unter dem 14. April über Parxd gemrldet: Dre Unruhen auf drr Kohlenzecbe Grand' Combe greifen don Stunde zu Stunde weiter um sich. In den Grubrnbezirkrn O_on Rochob€lle und Fonianrö trrffen zahlreiche ausstän. d! eBergletrie em, um die Arbeiter daran zu oerbindrrn, die Arbeit fort. ur en. Eine solche Bande mißhandelte unterwegs einen Gruben.
ui eber Namens Oaumqnt derart, daß er todt auf dem Plays zuruckblieb. An' sammtitchn Grubenscbächien find Militärposten ausgesteiit, um die Bergleute, die die Arbrit fortfrßkn, zu schiißrn.
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Kunst und Wissenschaft.
" Der Ehrenpreis Seiner Majestät des Kaisers und Konzgß fur die'bevorfiebende große allgemeine Gartenbau. Y udstellu n g„ em Me1st€rstyck der Königlichen Porzellan-Manufaktur, tft in deren Niederlage, Lerpztgrrstraßr 1, jetzt znr Ansicht ausgesieiit. Es ist rmx Prunibowie, xvelcbe der Bildhauer Ernst Wegner modeliiert bqt. Drei Putten, die rmx Ananas baltex, zieren den Deckel, der mit Wemrrben umkranzt tsi. Am Körper“," des Gcfäßes treten drei Figuren bsraus, _bon dr"nrn 'die eine einen älteren fröhlichen Zerber, die bridrn andcren, euren Junglinz und cineJungfrau darstellen, welche die Liebe derfinnbtldltchen. Dir [Bemalung des Grundes, die der Maler Hrmrtchd besorgt bat, zergt tn bellen Farben Frückytr, die für eine Bowle m Anivcndung kommen: Ananas, Erdbsrrcn, Pfirsich, Wrin .*c.
Vor demBerein ffir deutscbrsKunstgewerbe spracbamMiti- woch Abend im xroßen Saale dss Llrchitrktenbauses Hrrr Regierungs- Baumerstch. 5 orrmann .übrr die neuesten Richtungen auf detxr Gebtexe drr modernen Kunsttöpferri'. Redner betonte zunachst drn nahen Zusammenhang, in drm derselbe mit drr japanischen Isramix ftrbe, (UZI wricher fich die der modernsten Keramik rigenthüm- 11_ch€ Borlirbe fur emen naturaiistisch-impresfionisiischen Dekor und Fur die Verzierang durcb viklsarbige, ineinanderflirßrnde Glasuren ihren, Ursprunx] [ beroleite. Nach einer Charakteristik der japanischen _Keramii amg der Vortragende auf den Einfluß über, den dtrse beyonders tn Frankrrich auf die zeitgrnösfische Keramik, sowie im beyonderen aucb auf Linzeinr Künstlsrnasurrn wis Iran CarriÉ-s
ewonncri haben. Die modrrnkn Arbriten, unter denen das Stringut ken on angiebt, brdruten, sc? führte er aus, einen vöiiizzen Umfcbwun in dsr G€ichrna[cksrichtung,„ indem sie unter Verzicht auf ein? angebiinete Ornamentatwn hauptsachlich rrizvoÜe Farbenbrstimmungen durch ge- mtschtc: Glasursn bezWrcken und darauf ausgrbrn, die untkr (Einwirkung drs Brgndes entstebrnden Tondrränderungen der farbigen Mrtaüoxyde krtziftlrrtsci) zu verwerthen. Auf dirsem Wrgr bat sicbin Frdnkreich xine Richtung herausgebtidet, die man mitdem Namen ,Liebbabrr-Ksratnik“ be- zei nen darf und die, unt durchaus derivandten Besirebun kn auf drm Es ist derGlasfabrifation in Füblung stébend, als durcbaus modern anzusehen 1st._ Von drm Steingut ging drr Vortragende auf die nenerrrr lustrierirn Arbciieri it: Frarikrrick), Dänrmark und Dcuifch- land uber, Weiche den Reiz farbiger Berzirrungrn noch durch Linen m_etaiitschen' Sabtmmer erböhrn und damit reiche dekoratibe Wir- kungen_crzleen. E13 Wurde sodann grzrigi, wie nabr sicb gewiffe voikstbumirchx Bsirtebe grikgrniiicb mit den Zislrn der neuen Richtung beryhrtrn, und im Anschluß daran ::Eurrer Vrrsuche gedacht. 11th den €tniachrn Mittrin bäurrlicher WErkstäitcn eine Art innstlsrrscher Bauerniöpfe m modrrnem Gewande zu gestalten. Nachdrm Lr Vortragende noch kurz der amerikanischen Keramxk (LZ001UW0c1-1BQHNF) Erwähnung gethan, ging rr auf das Poreran uber. Ayck) hier bekundrt fich, nach erderaufnabme der bereits Von den Chtnrsen zu bobér Bollendwng grfübrtcn virifarbigen und gifiammten Porzellans, die moderne Voriirbe für farbige, drr Trebnii exitlebnte Effrktr. Es wurde an erster StrÜe drr in der Kdntgltcbcn Porzrllanmanufaktur zu Bsriin bergesirütsn Porzellans niit gcfiamrptcn Roibglasurrn, sodann muster französischrr und chine- sisciYer Arbeiten dtesrr Art g(dacbt. erner schloß mit dem Hin- wxrje auf die bei uns noch wenig gewürdigten, aber nach Farben- snmmung [und Mustern als durcbaus modern zu brzricbnen- den Arbeiter drr Porzellanmanufaktur zu Koprnhagen, in- dem er nicht untcrlirß, aucb hierbei auf die Verwandt- schaft der Kopenhagener mit leicdfaiis neuen japanischrn Porzellanen in Untrrglqsurdrior (Kozan in 5)kaiudza) aufmrrksam zu macbk'n. Béi der Beretiwtüigkrit, mit der sowohl das Königliche Kunstgewerbe-Museum wre die Königliche;Porzsiianmanufaktur, ferner die Hcrren Briiair, Harsch n.'Cb., „Hir (hrvald, L. Wagner, zum tbeil aucb Privat- persorien "die m tbrem Befiß befindlichen neurrkn keramischen Arbeit?!) zur Beriuxrizng gestellt h_attrn, war der Vortragénde in der Lage, blk fernen Ausfuhrungen aus reiches Anschauungsmaterial hinzuweisen.
&
Die Nord-PolarforsTbung hat durch den glücklichen Au?- Yng und die, bxdeutrndcn Erfolge der Expedition des kühnen s orwegers Fridtjof Nansen einen mächtigen Impuls erfabrkn; an vielen Stellen tauchen Projekte fur nrue Expedilione'n aui, derexn Vorbereitung theilweise längere Zeit in Anspruch nrhmrn ivizd. Zuerst auf dem Plane wird, wie wir drm geographischen Monatsbrnrbt des neuesten Heils (4, 43. Bandes 1897) von „Pelst- mann's Mittheilungen“ (Gotha, Justus YSTTHLS) entnehmen„ dec Jngxnirur Andree, mit seiner Ballon- xpedition erschetnkn; bereits erm 18. Mat erfolgt seine Abreise don Schmeden, und am 20. Juni soll der Vallon gefülit sein, sodaß ein Zeitraum von mehrercn Wochen, um den Eintritt günsti en Südwindes zu kk" wgrten, vorlirgrn wird. Später als Anfang ?Ilugust würde ein Anf- stteg, da die Tage bereits kürzer werden, nicht mehr ratbsam sein- Andree hatte die Zwischenzeit dazu benußt, seinen BaÜon zu ver- größern, f.odaß er jsyt 5100 cbm (300 mehr als bisher) (Has “"f“ nehmen Wird; auch sonst find verschiedene Verbesserungen an ibm an- gebracht Wordrn. An Stelle des zurückgetretenen Meteorologk" ])r. Ekbolm nimmt der Ingenieur K. Fränkel tbeil. - Auch im BMW- und zwar auch Von Spißbergen aus, wollen die bekannten frcmzl'isi en Luftschiffer L. Godard und Ed. Surcouf den Nordpol zu etre" suchen. Ihr Unternehmen ist in viel größerm Umfan projektiert als dasjenige Andree's; ihr angeblich bereits in Ausführung be ndlicber Ballon „Ua Franco“ wird mehr als doppelt so roß werden, 10800 WF
Labem; seine Tragkraft sk) 12000 kg betragen, wodurch es ermöglicht wsrdrn soi], eine größere Anzahl Personen mitzunehmen; außer den beiden Unternehmern sollen noch zwei Luftschiffer, ein erfahrener Polarfabrer, ein Meteorologks- den yx: Geographische Gesellschaft von Paris, und ein Arzt, den da" Marme-Ministerium zu xtellen hätte, tbeilnebmen. Der Aufstieg soi erst im Sommer 1898 er olgen. _ Ebenfalls im Sommer 1898 wird d e
Fran!“ Nansezr'ß Polarscbiff. eine neue Expedition antreten unler Fühxung des Kaprtans S v e r d ru p , Welcher das Fabrzeu bereits auf s einer ersten Fahrt so geschickt geleitet hat. Nansen [elbi wird durch die Ausarbeijun der wiffemckoaftlicben Resultate, seiner E yedition von der Tbeilna me zurügk ebalten; das umfangreiche, mehr andige Werk wird Von der normegt chen Regierung berausßegeben. Uebrr das iel der neuen Expedition des .Fram“ ist noch kein Beschluß gefaßt. as Schiff selbst Wird von sezncnz Erbauer Colin'Archer einem Um- bau unterzogen,. um es gerazrmtger und fretücbttger zu machen. _ Der amerikanische Ingenieur " Rbbert Peary plant eine neue Expedition nach dem nordltchen Gröniand und von da nach dem Nordpol. _Dte Gefahr, wrlckoe die Rücksendung des Schiffs und etwaiges Wiederholtes Ausbleiben von Entiaßexveditionen für die Tbeilnebmer mit ck brin t (wie ja die Grrely'1cheExvedition 1882/84 zur Genüge erfa ren mu te), glartbt Peary durch die Wahl seiner Station am Osborn:Fj0rd zu vrrklemern, wenn nicbt gar ganz zu beseitigen, da ihm, Wenn nach wiederholter Ueberwinte- run en kein Enrsaß infolge Zusammentreffens verjchirdenrr un- glü lichen Umstände und Unfälle anlangen soÜte, immer dsr Rückzug übst daI Binnenéis des nördlichrn (Grönland bleibt bis zum Jnglefirld - Golf, wo er auf Eskimos treffen würde und wo rin (Entsaß leicht zu ermbglichen wäre. - Die Verproviantierungs- und Entiaßrxpeditwnen, welcbe jn dkn lciZten Jahren wäbrsnd der Urbsrwirterungsg Peary's am Jrglefield-Goif außgesandt wurdcn, harten amertkanrsche Univer- sitätkn bcnußt zur Mitsendung einrr Zahl von Dozßntrn und Studierenden, welche an vcrschi€d2ncn Punkten dqn Wesigrdnland sich ausssyen ließen, um bis zur Nückkebrdrs Expeditionsicbiffes Glexscher- beobachtungen und andere geopbyfikaltsche, Untrrsuchungen auszusuhren. Die günstigem Erfolge dieser Studien LL.M?" babxn nun den Plan ent- stehen lassen, derartige Fahrten zu einer iiandrgen Einrichtung zu machen, odaß die Uniersachungen drs einsn Jahres im nachsten ebent. won
itgliedern einer anderen Unidetiität aufgenommen, und fortgesetzt würden. Namrnilich wird dieser [an, dessen AuFiübrzmg genauere und reichhaltigere Ergebnisse für (; aciaigeologiscbc Siudisn erwarten läßt als vereinxeite Untersuchungen, don Profxffor G. H. Barton am Technologifchen Institut in Boston bCfürwoxtet.
Die Landeklgrupve „Deutschrs Reich“ der „Internatio- nalen kriminalistiscbrn Vereinigung“ wird am Donnerstag und Freitag, dkn 10. und 11. Mai, in Heidelberg tager). Als Vrrbandlungsgkgrmstände find folgénde Fragen in Ausftckot ge- nommen: 1) Durchführung qrundfäßiicber erormen auf dem Grbiet des Strafvolizugs im Rabmen_ der bestehendxn GesrYgebung und 2) Verwerflilhkeit drr Unschuldsirasrn und der S_traferboburigen obne Rücksicht auf das Verschulden. Den Vorsiß fuhrt dsr fruhere Untrr-Staatsfrkretär, Professor von Mayr.
Literatur.
Ueber Proberelaiionen. Eine Miitbeiimxg aus der Justiz»Prüfungskommission. Dritte, durchgesehene ,und der- mebrte Auflage. Berlin, Vrrlaci von Franz Vahlen. [Preis 1,80 «16 _ Diese von sachkundigster Seite inspirisrie Ansetiung ziir An- fertigung von Probereiaiionen ist schon bert tbrem ersten Ericbsmen allseitig, namentlich von den lrrrxenden Juristen, dankbar aufgenommen worden. .Die neue Auflage iii auf Grund der von dsr Justiz- Prüfungdkommisiion gsmacbicn Wabrnrbmungrn durch einen Zqsaß über dir Anfertigung des Tbatbestandes imd durch den Abdruck_emer an die Präsidenten der Ober-LandeSgertchtr gerichteten VerfugunÉ dsr Prüfunaskommisfion Vom 2. Mar _ 1895, welche si über das Verhältniß der Entickzeidungsgrunde " zum Gutachten ausspricht, vsrmebrt. Die Bemerkungen. uber dre An- fertiaun des Tbatbestandes, so namentlich die WJrnung, das Re erat nicht in Anlehnung an digchronologiscbe E'ntwgrkelung des Prozesses erzählen zu lassen, ibas m der Klaxrsschrtft, 1." der Klagebeantwortung u.s.w. gesagt wird, das subjrktrW Urtbeil des Referknten zurückzuseßen, nicht sortwabrend zur Erganzung auf die Akten zu erWeisrn, ferner eine Sachdarsteuung bei audscheidendem Prozeßstoffe z vermeiden u. s. w., find goldene Worte, die mabt nur bei drr Anfer [gung der Probrrrlationrn, sondern auch spgter bei drr praktischem N€ch1spr€chunq berücksichtigt zu wrrdezn verdienen. Dre Verfügung der Priifungskommisfion vbm 2. Mar 1895 (S. 97 ff.) bemerkt, es sri, nameniiich in neuerer Zeri, dié Wabrnebmyng gemczcht wordrn, da[; Probkrrlatibnrn griirfcri wkrden, m denrn die Urtbrtls- gründe eine änziiche oder 1beilwei7e_Abschrtfi des (Gutachtens find. Sir führt iérgrgcn aus, daß ktrses Vrrsabrxn dern § 34 drs Prüfungsregulativs Vom 1. [Mai 1883 widerstreitrt, und giebt dann eine Reibe Von aiigcmrtnen Grunden, an, wrlche gigen dieses Verfahren brechen. Mit dolirm Rrcht wird Lesagi, daß der Vrrfasser in dem ntacbtrn darlegen_ioil,_ Wie er die «"ackpr brurtbrtlt und Michi: Cniscbeiduna er für richtig bali. Dazu gcbbrt namenxlick), daß er RechtOsäßc, Welche Einem entlegknrn Rkchtsgkbxé'tL angeboren, näbkr erörtert und bei Entsabridungen _übcr Kontrrdersen deri Stand- punkt, welchen dir Verirzter der vcrscbtadrnrn Mcmungrn Linnrbmen, dem Koaegium vorträgt. Jm Gegensaßdazu, sagi dic Verfuguxig, soürn die Urtbsilsgründe ausibrkcb-Zt), wu: das “GLZTÖÜ dkri Parxerrn gegenübkr seine brfchloffene (Entscheidung rrcbisrrttgr. Ste muffsn drmrnispreckpknd virl kürzrr mid präziser als _das Gutachten gefaßt srm. Es ift zu wünschen, “daß die in dieser Schrift Enthaltene Vortreffliche Anleitun zum Referieren Befolgung finde. [
_ ilfsbuch zum Studium der Pandekten, insbesondere Zu Dernburg's Pandektsn und zur Einführung in das Burgerkche Geseßbucko, Von (inem Verwalturrgsdramien. ]. Abtheilung: Al]- aemeiner Tbril und Sachenrscht. Zweite, brrbésierte und[Verme[)rte Auflage. Verlag von H. W. Müile'r in Berlin. Preis 2,20% *- Der Verfasser wirft in dem Vorwort zu dicser netzen Auflaxe die Frage auf, ob das Wericbsn noch eme Berechtigung habe, von nruem zu, erscheinen, nachdem durch die Verfü ung dss preußischkn Justiz-Mimsters vom 18. Ja- nuar d. I. die fFandektrn-Vorlesung in'Wegfali gekommen sei, und bejaht diese Frage zunächst deshalb, weil noch [Tausende vgn Rechts- bkfiissrnen, die bereits Pandekten gebört, aber die Staqtsprufung noch nicht zurückgelegt haben, dieses Hilfsbuch zum RrpetterU sehr wohl benußen könnten, sodann aber, Weil noch niemgnd arnau wtffe, wirsicb dir nen vorgeschriebrnen Vorlesungrn über r0m1sche Rrchißgeschichte und das System res römischen Privatrrchts sowas dtexemgrn uber deutsches bürgerlichks R-Zcht gestalten würden. Syiange es noch keine Lehrbücher gkbe, welche die geschichtliche Entwickelung drr Lehren des deutschen Bürgerlichen Geseßbuckes darstellten," wyrden die Pandektenwerke auch für die Vorlesungen über das burgeritche Recht vorläufig nicht entbehrt werden können, und da ferner das Dernburg'scbe strbuci) z. Z. das cinziae sei, welches das neue deutsche Privatrecht bereits berücksichtige, so rcchtfertige sich das Erscheinen des im Anschluß an Dernbur neu bearbeiteten .Hilfsbucbs". Der Inhalt desselben ist iibera durchgesehen und an vielen Stellen be- kSiÖLrt worden. [ ."
_ Annalen des Deutschen Rercbs fur (Gesetzgebung Verwaltung und Statistik, berauögegeben von Dr. Grorg Hirth und Dr. Max von Seydel. „30. Jahrgang., Heft 1 bis 4. München, Verlag von G. Hirth. Preis viertelxabrltch (vier Hefte) 4 .,.-4- Aus dem reichen Inhalte der ersten vier Hefte des, neuen, deßigßen Jahrgangs dieser staatswiffenschafilicben Zeitschrift und Mater aliensammlung mögen “folgende Abhandlungen _bervorgeboberz werden: .Die Immunität der parlamentarischen Berichterstattung (das Prinzip der parlamentarischen Oeffentlichkeit), eit) Beitrag zum deutschen VerfaffuYSrecbt und zur Revision der Reichsgeseßgebung, in w'el em der erfaffer, Gericth-A essor und rivatdozent 1)r.
ubrtcd nach einer eingehenden Darste ung des echtSzustandes in nolan , Frankrei und den Vereinigten Staaten von Amerika die ? Un? der Doktr n und den Gang der Gesngebung in Deutsch- wnd, be onders ausführlich die GeseßgebunZePreu ens und des Reiches, das eltende deutsche R t behandelt, die eFormbestrebunaen erörtert und Ölkeßlich selbst bea tenswertbe Vorschlage macht; .Die Eisen- babnpolittk Frankreichs" von Richard von Kaufmann; ,Die privat-
rechtlicben Verhältnisse der Binnenscbiifabrt und der Flößerei“ von J. Keidel; .Beiträ e zur Gkschichte der württembergischen Biersteyer' voti Vt tor Daudert; „Bemerkungen über eine ailgememe [Reichs - Biersteuer' von C. Boccius, Kaiser- lichem Geheimen OberZNegierungs-Ratb a. D,; ,Die Gesekgebung zum Schutz des Publikums gegen den Genuß trichinen altigen Sckpwemefietsäxes tm Herzogtbum Braunschweig“, bearbeitet von Ffmanz-Ratb Dr. Zimmerman in Braunschweig. Ferner enthalten dte vorliegenden Hefte die Rechnungßergebniffe der Berungenoffen- schaften iur1895, de„n _Verwaltunngericht der Reichsbank für das Jahr 1895, die exidgulttgen Hayptergebniffe der Berufszäblung vvm 14. Juni 1895 fur den preußischen Staat, dirjeni en der Volks- zablung vvm 2. Dezeprrr 1895 für das Deutsche eich und eine Reihe anderer, allgemein interesfierender statistischer Mittheilungen.
[ _ chtkon der gesauimtxn Technik und ihrer Hilfs- wtssenscbaften. Im Verein mit achgenoffrn beraudgegeben von Otto L_ueaer. Mit zahlreichen Ab ildungen. Deutsche Verlags- Anstalt m Stuttgart und Leipzig. Abtheilungen 16 bis 20 (vierter Band). _ Drr Vorliegende neue Band diesrs erifons umfaßt die Stich- worte von .Esfißsäure“ bis .Grundtemperatar'. Die Gründlichkeit, mit welcher bei aller Pragnanz und Kürze dir einzelnen Tbemaia be- handelt find, verdient voile Anerkennung. Die wichtigeren Artikel finden sich unter dcn Stichworten: Farbwerke und Zugrbörigeé, Fabrbabn 2c„ Färben, arben, Farbstoffe TT., Gewölbe, Gewölbesteine, _Festigkeitéprobiermasäoinen, Flachs- spin"nerei, Fräse und Fraßmgfchinen, (Harnprüfunq. Gas- bebalter, (Hasbeleuchtung, _Gasfabrrk, GaSWaschapparate, Gase, gas- förmige Körper, Gelenktrager, Gtiteriräger, EaSmaschine, Geleucbt, Grubenmauerung, Grubentbeodolit, Grubenzimmerung. Aus der (Chemie und der chemischen Technologie seien die Yriikel Essigsäure, Fette und fette Oele,Gärung, Gerbstoffe, Glas erwahnt. Dienenesten Forsckpunqsrrgebniffe babrn darin bereits Verwertbung gefunden. Durch Sorgfalt dsr Bearbeitung beworragende Abschnitte find frrner: Fluß- eifen, Gesckooßtreibemitiel, GeWebr und Gembrfabrtkaiwn, Glas- malereitecbnik. Die Abhandlungen aus den Gebieten der remexi und an- gewandten Mathematik, drr Archite'ktur und des Ingenieurweiens [affen ebenfalls das Bestreben nach klarer Außeinanderst-Zung auf mögltcbstxngexn Raum erkennen. Zablreicbe Jilustrationrn erleichtern das Verstandmß des Te tes. Nach alledem hält das Vortrrffliche Weri, was es vop Anfang an vrréprochrn hat, nämlich ein zuverläsfiges, gründliches und Vielseitiges Nachschlagebuch für jeden T€chniker zu werden. Auch das rasche und pünktliche Erscheinen ist ein Vorzug. Freilich Wild das Lueger'scbe erikon kaum in sieben Wänden zu beendigen sem, und die Abonnenten dürftrn daher, gemäß der seiner int alFegi-„brnen Er- klärung der Verlagsbandlung in Abtbrilung 13 emen 5 and kostknlos nachgeliefert erhalten.
_ „Erinnerungsblätter an die Baugrwerkßgruppe und ihre: Verwandten Zweige: auf der BerlinerGewerbe- Ausstellung 1896" lautrt der Titel eines Ende vorigen Monais im Verlage der „Aligemeinen Rundschau der Baumdustrte“ (Berlin UN„ Mxitelstr. 23) erschi6nenen Werkes, welches, m ansprechender Ausstattung und mit zahlreichen Jilustrationzen versehen, das Inter- essanteste aus der Vau-Abtbeilun der Berlmrr Gewerbe-Ausstrllung 1896 in Wort und Bild Vorfü rt. Nach einer Einleitung, welche die Geschickxte der BaFewerksgruppe zum Ge§€nsiande bat, gelangen
wir zum Bauhof, de en Reize noch jedém Besucher in Erinnerung (Es fo gt dann eine Besprechung der nczmhaftesten Abtheilung, die in ihrer (Ge- sammtbeit ein Bild von der ansehnlichen Entxvickr- lung der Berliner Bauindustrie giebt. Nach einem Verzetrbmß der prengekrönien Firmen sowie der Aussteller dieser Gruppe, bilden Inseraie den Beschluß drs Werkes, Welchrs "tn Eleganiem Kalifo- einband einen gefälligen (Eindruck macht. Fur Jntrreffenten und “reunde des Baufacbes bildrn diese Blätter nicht nur eme angenehme rinnerung an die Berliner Ausstelluug, [sondern fie enthalten auch viel Orientierendes und Belebrendes aus'dtesem Gebiete. _ Wie der Verlag mittheili, beabsichtigt er auch die Baugrwerkdgrupbe auf, der diesjährigkn Sächsisch-Tbüringisä;rn_ Aussixilung m Leipzig tri gleicher Weise in Erinnerungdbiätiern Liner emgrbenden Wurdtgung zu unterziehen. ' _ _ , „
_ .Der Sammler“, iÜustrterte Fachzertzchrtfr fur Sammel- WLfen und Antiquitätenkunde, begann am 1. April den 19. Jahrgang. Der Herausgeber 1)r. Hans Brendickr, chr seit 1885 diese [tn Sammlrrkreisen gut eingrfübrte Zeitsch_r1st lelféf, gie'bi darm, 'Ltl'le reichhaltige Uebersicht über die Portrai-Darstrüungrn drr. Königin Luise mit drei intereffantrn Abbildungen. Ferner ltegi dre Repro- duktion dcr .Vossiscbrn ZeitunZZ Vom 23. Marz 1797 (mri der Anzeige der Geburt des Prinzen 5 ilbclm) brt. Von der Berliner Medailirn-Münze L. Ostermann,_dorm. G.KLoos, wexdrn drei 11611er und sechs ältere Kaiser Wilhelm -'Gedachtn1ß-M1_1nzen Yor- gefübrt. „Dir Klrinen Miiibeilungen" lxmgen stets Berichte uber Fundr und Audarabungen, Musee]! und Sammlungen, Vrrrrnr und Gefriischaftkn, Literatur und Kataloge. Außerdem enthalt jsde Nummer Preislisten drr neuesten Versteigerungekz (1115 drm Rudolf prke'icben Kunsi-Aukiionsbause hierielbst. Die mbaitreiche, im Verlags von K.Sirgismund, Berlin W. (Mauerstr. 68), rr1chemende Haibmouaiéschrist sei alien Sammlcrn auf;“; neue empfohlen.
sein dürften. _ Brrlinrr Firmrn ans diexer
Bauten.
Das Sterntbor in Bonn ist neben) einem _einzkgen, noch übrig gebliebenen Maueriburm der [este Rest der mttielalteriicben Stadtbefestigunß, die von dem kölnischen ErzbisrbofKonrad von Hoch- stadrn um das Jahr 1244 erbaut wurde und die' burgerlicbe Nieder- lassung mit dem früher von ihr getrennter Stift Von St. Cassius ZBezirf drr Münsierkirche) verband. Die Ringmauer war außer etner 'inzabl von Pforten von zw-Ii Tborburgen durchbrochen, und zwar nach Westen von dem Sterntbor, nach Norden von dem Kölntbor. Das leßtgenannte Thor war Ein bedeutendes, woblerbaiten in unser Jahrhundert überkommenes Bauwerk, dessen Feldseite, bon zivei Tbürmen rechtkckigen Grundriffes emgefaßt, über dem sptßboZtgen Tbordurchgange eine mit Maßwerk gezierte grbße Oeffnung ent ielt, während die Stadtseite einen breiten tburmdrttgen Aufbau mit zxvei Obergeschossen und weit vorgckraater Galerie zeigte. Zur Verbreite- rung der Kölnstraße wurde das Thor im Jahre 1827 abgebrochen. Von diefer Zeit an ist dann mit der zunehmendry Ausbreitung der Stadt auch die ganze übrige mittelalterliche [Befestigung bis auf die obenerwäbnten spärlichen Reste vollstandig vernichtet worden. Das noch aufrecht stehende Sterntbor ist ein Bauwerk tmr zwei nach der Feldseite vorspringenden Flankierungstburmen bon balb- kreisförmiger Grundrißform und einem„bon'1hnen eingeschlossenen gebiertförmigen Mittelbau. Dieser enthalt dre [im „Sptßbogen' ge- schlossene Durchfahrt, deren Außenseite eine Mit Ringen verzierte große Rundstabeinfaffung zeigt. Das Bquwerk besth tm Gegensa zum Kölnthor nur ein Obergeschoß; Wetterxr kunsterischer Schmu ist an ihm im je igen Zustande, der zum tbetl guf !päieren Umbmzten beruht, nicht er ennbar. Das Thor war fett _der Aufgabe seines ursprünglichen Zweckes nicht nur yon beider] Seiten fest eingebaut, sondern die Halbtbürme selbst waren rtvatetaentbum' geworden, urid auf der Stadtseite waren an diesel en weit in dte Straße em- springende äuser angebaut. So hatte sich an der Stelle der nur 4,50 m bre ten Tboröffnung, die den Zugang zu einer Haupt escbäfts- straße der Stadt vermittelt, ein den Verkehr_ empfindlich iörender Engpaß gebildet, zu de en Beseitiaung die Vurgerschaft die Nieder- legun des Sternthores efcbloß. Dem andererseits geltend" emachten Wunßckp der Erhaltung der Tborburg trat besonders die Ru sicht arif die dadurch entstehenden hohen Kosten entgegen, da nicht nur die m das Thor eingebauten, sondern auch die es umgebenden Häuxer, die bei der teile un zu erwerben wären gut Lebende Wirth cbafts- und (Ge chäfts etrtebe enthielten. Sieben Ja re lan haben die Verhandlungen über die Niederlegung oder Er altun des Thores gewahrt, in deren Verlauf einmal sogar die Erlaubnß zum Abbruch ertbeilt und kurz nachher wieder zuruckgeonen wurde. Vor kurzem ist nunmehr, wie das „(Zentralblatt der andern»!- tung“ mittbeilt, die Allerhöchste Genehmigung zum Ab-
bruch des Tboreö ertbeilt worden, jedockj unter der Bedingung, _daß die Stadt fich vorher verpflichtet, das Baudenkmal an einer anderen geeigneten Stelle wieder an zuführen. Die Stadtverordneteu-Ber- sammlung bat unächst das tadibauamt mit der AuMuug der Pläne und Koktenanschläge für den Wiederaufbau beau gt. Bei dieser Gelegenheit wird auch die durch den nunmehr eZolgtea Erwerb der Halbtbürme erst jeßt ermöglichte genaue Untersu uns und Auf- nahme des baulichen Bestandes der Tborburg vorgenommkn werden.
Land- und Forstwirthsthast.
Saatenfiand in den Niederlanden. Troß des wenig günstigen Witterungsverlaufs scheinen die Saaten im allgemeinrn gut durch den Winter gekommen zu sein. Da der Boden im Herbst infolge unaufbörlicber Regengüffe zu naß War und keine qcnugende Aussaat erfolgen konnte, sollte das Versäumte im Frühjahr eingeholt werden. Trockenb-it wäre hiernach im März besonders erwünscht gewesen. Der Regen bat indeffen einige TaY ab erechnet, angehalten, und daher lauten die Berichte über die ussi ten für die Saatenentwickelung nicht ganz ünsti Die wenigen guten Tage haben nur gerade zur Vorbereitung ür d : endliZe Aussaat genügt; mit jedem neuen Tage Verzug wird die Gefahr, das ersäumle nicht mehr einbdlen zu können, größer.
Saatensiand in Schweden. ' Nach den hier vorliegxnden Nachrichten scheinen die Saaten gut durch den Winter gekommen zu sein, und kann der gegenwärtige Stand derselben im allgemeinen als günstig bezeichnet werden. Mit der Ackerbestellung hatte man in den meisten Provinzen am 1. d. M. noch nicht begonnen.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Bombay, 15.?1pril. (W. T. B.) An der Pest sind hier seit Ausbruch der Epidemie bisher inSgrsammt 11 333 Personen erkrankt und 9493 gestorben; die Sterblichkeit pro Woche be- tragt 970 Personén.
Verdiugungen im Auölande.
„ Oesterreich-Ungarn. „
11. Mar, Mittags. Donau-Regulierungs-Komm1ssion in Wien: Herstellung der Eisenkonstrukiionen für die Absperrvorrichtung bei Nußdorf. Näberes bsi der Hafenbau-Direktion der Donau-Regulie- rungs-Kommis 1011 in Wien, 1. Bez., Adlergaffe 16, 2. Stock, und beim .Neicbs- nzeiger'.
Niederlande.
1. Mai. Bürgermeister von Dautumadeel: Lieferung von 300 Ster preußischen Flußkies. Anmeldung vor 1. Mai auf Stempel- papier franko dem Bürgermeister einzureichen. Lieferuns hat zu erfolgen vor 1. Oktober d. J. Lieferungsbedingungrn nebst Kießmufter zur Einsicht im Gemeindehaus zu Murmerwoude. Abschriften ersterer für 30 Cents zu bekommen.
8. Mai, 10 Uhr, im Raibbause zu Fynaart (Nordbrabant): Lieferungivon 200 05111 deutschem Straßenunterbalt-Kies von 2 zu 4 0111; die Lieferung soll ausgeführt werden im kommenden Monat Juni auf drn Ausladepläßen, Welche beim Eintreffen des Kisses werden bezeichnet wrrdcn, nachdem die Lieferung genehmigt ivorden. Anmeldungen spätrstens am obigen Termin auf der Gemeindesckyreiberei einzureichen. Kosten für Hafen-, Lager- und Maßgelder zu Lasten der Lieferanten; Lieferung bat frei an den Ori zu er olgen.
Verkehrs-Anftalten.
Bremen, 16. April. (W. T. B.) NorddeutsÖer Lloyd. SD. .Fulda', 11. New-York bestimmt, 15. April Mrgs. Punta del Gada passiert. NPD. ,Pr_inz-RegentLu1tpold*, von Australien kommend, 15. April Mittags Oues s ant passiert. YO. ,Crefeld“ 15. Avril Mrgs. in Baltimore angek. . „Labn“, v. New-York kommend, 15. April Mrgs. a. d. Weser angekommen. SD. „Werra“, v. Genua kommend„ 15. April Nm. in New-York angek. PD. ,Halle“, 8. Baltimore komuzend, 15. April Mrgs. auf Weser angst". PD. „Pfalz“ 14. April v. Buenos Aires 11. d. Weser abgegangen.
Hamburg, 15. April. (W. T. B.) Hamburg-Amerika- Linie. SD. „Fürst Bi3marck“, bon New-York kommend, bat bsute Mrg. Scilly passiert. [ [
_ 17.April. (W. T. B.) Hamburg-Amertka-Linte. SD. „Fürst Bismarck“ ist, Von New-York kommend, heute Mor en in CuxhaVen eingetroffen. ' [
ondon, 15. April. (W. T. B.) Unton-Ltnie. D. .Gaul“ ist auf der Hcimrciie gestern bon Madrira abgegangen.
Casilr-Linie. D. „Raglan Castle“ 1st„gestern auf der Außreisc von London abgegangen. DD. .Nosflin Castle“ und .Tintagel Castle“ smd gestrrn auf der Heimreise von Kapstadt abgegangrn. _
Rotterdam, 16. Avril. (W. T. B.) Holland- Amerrkg- Linie“. D. „Brendam', v. Rotterdam n. New-York, beute frub
Lizard passiert.
Theater und Musik.
Jm Königlichen Overnbause gebt_morgen LoYing's O er .Undine' mit FräUlein Hiedler in der Titelrollr in [cene.' m zweiten Ostrrfeiertage wird Meyerberr's Oper. „Die Afrikanern!“ ge- geben. Am Dienstag gelangt abermals Lorßtng's .Undme“ zur Auf- u run .
fh JZ! Neuen Königlichen Opern-Theater werden am ersten Feiertage zu ermäßigten Preisen „Doctor Klaus“ von Adolf L'Arronge, am zWeiten Feiertage „Der Verschwender' von Raimund er eben. . gg Jm Königlichen Schauspielbayse wird am morgten Osiersonntage Goethe's „Faust, [. Theil“, m „folgender e- seßung gegeben: aust: Herr Matkowsky; Mepbtstopbeles: err Grube; Margaret e: Fräulein Lindner; Marthe: Frau ee- bach; Valentin: Herr Arndt. ' Am Ostermontag gebt Otto von der Pfordten's Schauspiel ,1812' zum 50. Male it.! Scene. Am Dienstag gelangt Sbakesp_eare's „Sommernachtstraunz in nachstehender Besrßung zur Ausfuhrung: Titania: Fraulem GerirudZKorn, als Gast; Zettel: Herr Vollmer; Squenz: err Blencke; Oberon: Fräulein von Mayburg; Puck: rau Conrad. _ Die Musik von Mendelssohn wird unter it- wirkun der Köxibiglichen Kapelle unter Musikdirektor Wegener's Leitung u ? ör ebra t. '
z GDer pielplan des Deutschen Theaters für die OsterWoche ist folgender: Mor en Nachmittag .Dte Weber", Abends ,Die ver- sunkene Glocke", O ter-Moniag Nachmittag ,Hannele's Himmelchrt' nebst ,Blau' Abends„Uorjburj“, Dienstag .Die versunkene Gl e“, Mittwoch . ie Weber“, Donnerstag „Einsame Menschen“. Freitag ,Die versunkene Glocke“, Sonnabend „Uorjbnrj“, nächstfo enden Sonntag Nachmittag „Die Weber“, Abends .Die versunkeneG ocke", Montag .Die versunkene Glocke“.
Das Berliner Theater veröffentlicht folgenden Spielplan für die OsterWo 8: Am Oster - Sonntag, Dienstag, Sontrabend und am nächst olenden Sonntag gelangt „Renaissance zur Aufführung. Am sterZMontag geht “das, Lustspiel _ [.»Kr . Bühne“ in Scene. Wildenbruchis Dokpeldrama . int? und, Heinrich's Geschlecht“ wird an zwei aufe nander folgen en A enden, . und zwar am Mittwoch .Köni Heinrich“ und am Dornerstas „Kaiser Heinrich", egeben. Am reitaHHndet als 32; AbonaMnts-m Vorstellung eine ufkübrun von . lbelm Tell wit M ur Kraußneck in der Tits rolleD_att.J NfachkxgsÖYte-xßxgdnßßxx» . dm o ende tatt: mor en: . te ung ra _ - - =
ßntag: (Dorf unngtadt“; Dienstag: „Faust ; am nÜchstfolqendm
Sonntag: „König Heinrich“.