kWh:! in den Verfügungen vom 7. Jobmar 189131111524. August 1893 (Anhan Nr. 8, 9 zum 11. héil der Anweisung vom 5. August 1 1)_ an edeuieten AUSweg verwiesen.
Demnach ist em Erlaß des Finanz-Ministers vom 26. v. M. zufoixe auch künftig_ in geeineter Weise darauf hmzuwirkene da überall, wo em Bedür niß danach besteht, vor oder het Beginn des VeranlagungSgeschäfts -- nötbigenfalls nach Anhorung von Sachverständigen - für die verschiedenen Gatiunßen der Gebäude u. s. w. angemessene Durchschnitts- sä _e iietgestellt werden, bis zu welchen die von den Steuer- p F?r.gerä _?eansprurhten AbnuhungSquoten unbeanstandet zu- zu a en 11 . „
Bei Aufstellun der in' der Verfügung vom 7. Februar 1893 für Wohnge "ude zugelassenen Säße ist, wie hierbei hervorgehoben sei, die von dem Königlichen Ober-Verwaltungs- gericht verworfene ZinsesinSrechnung nicht zu Grunde gelegt.
Die Anwendun dieser Süße ist daher auch ferner un: bedenklich, ohne da aber die Zulassung höherer (Hä?.- aus: Zzeschloffen ist, wo die Umstände dies als angemessen er cheinen affen. (Verfü ung vom 14. März 1895). In jedem Falle bleibt es dem teuerpflichtigen unbenommen, seinerseits die besonderen, angeblich eine größere Werthverminderung be: din enden thatsächlichenVerhältnis1e geltend zu machen und seine An ührungen nöthigenfalls mit BeweiSmitteln u untersiüßen. Bei Prüfung derartiger Anträge isi ]edoch stets im uge zu behalten, daß der Abzug vom Einkommen wegen Abnußung den Betrag der ini" dem maßgebenden Zeitraums erweislick) durch die Be- nußung eingetretenen Werthverminderung des betranden Vermögensstücks nicht ÜbersteiZen darf; jedem diese renze üb_ers_chreitenden Anspruch ist aber mit Nachdruck entgegcn- zu re en.
Laut Mittheilung der Pforte sind die L o u ck) t feu c r in Kassandra und Dedeagatsch auSgelöscht worden.
Ferner bleiben, einer amtlichen Nachricht aus S a l o nik zufolge, das Leuchtfeuer in P a n o mi und das Leuchtschiff „ Vard ar“ bis auf weiteres UUSgelöscht.
_ Der Königliche Gesandte in Weimar, (Geheime Legations- Rath Raschdau hat einen ihm Allerhöchft bewilligten Urlaub angetreten.
Die Bevollmächtigten zum BundeSratl), Königlich bayeri- scher Ministerial-Direkior v on H errm ann und Königlich württembergischer Wirklicher Geheimer KriegSrath v o n „H o r i o 11 sind hier angekommen.
Der Reichs-Postdampfcr „König“ der Dcutschen Ost- Afrika-Linie mit der Ablösung für S. M. S. „See- ad 1 e r“ -- Transportführer : Kaprtän-Lieuten ant Wi lb r a n d t - ist am 25. April in Aden angekommen und hat gestern die Reise nach Sansibar fortgeseht.
Baden.
Seine ©roßherzoglicheHohe1t der Prinz Wilhelm V"." Baden ist nach kurzer Krnnkhert heute früh__ 6 Uhr in KarlSruhe verschieden. «Hochstdersrlbe hatte 7111), _wie die „Karlsr. Ztg.“ meldet, vor einigen Tagen eine Erkältung Ylli ezogen, infolge deren ein fieberartiger Katarrh der
tYmungWrgane eingetreten war. Nachdem der vorgestrige Ta im Ganzen befriedigend verlaufen,__ auch die Nacht schlaf: rei und ruhi gewssen war, xrgaben nch gestern friih brun- ruhigende Er chemungcn. Die Herzthäti xeit war unregel- mäßig bei beschleunigtem Pnls Und er ohter Temporatur. Der Kräftezustand war unbefriedigend, die Eßlust mangelhaft. Der Prinz empfand große Neigung zu schlafen. Zn Zwischen- räumen war das Bewußtsein _kiar. Der Sohn ch_verew1gien Prinzen, Seine (Großherzogliche _ Hohcii der Prinz Max, traf gestern Abend 5 Uhr 40 Minuten von Kaltenbronn in Karlsruhe Lin. *
Der verewi ie Prinz war am 18. Dezrmber 1829 (112 der_zweit: Sohn des Gro herzogs Leopold und der Großherzogin Sophie, JS- borenen Prinzessin von Schweden, in KarlSruhe aehorew Höchst- derselbe trat im Jahre 1849 in den preußischen Militärdienst ein.
m Kriege yon 1866 übernahm _der Prinz das_Kommando der badischen
ivi 1011; während des deutsch-sranzösischen Kriegrs befehligie_Höchst- derse be die 1. badische Jnfanterie-Brigade und bxtheiliste 11.1) mit dieser an den Operationen des (Generals don Werder. Seine Groß- herzogliche Hoheit wurde im Jahre 1871 von dem Wahlkreise Karls- tuhe-Brucbsal zum Mitgiiede des ersten Deutschen Reichstages ge- wählt, dem er bis 1873 angehörte. Der Prinz war ferner Präsidsni der Ersten Kammer des Großherzogthuxxls Baden. Am 11. Februar 1863 vermählte sich der Prinz Wilhelm zu St. Petersburg mit Ihrer Kaiser- lichen Hoheit der Prinzeifin Maria Maximilianowna Romanowsky,
xrzogin von Leuchtenberg, welcher Ehe zwei Kinder entsproffkn sind:
hre Hoheit die rinzesfinx Marie, geboren zu Baden am 28. Juli 1865, Höchs weiche fich am 2. Juli _1889 mit Sxiner Hoheit dem Erbprinzen Friedrich Von Anhalt vermahlik, und Seine Hoheit der Prinz Maximilian, geboren zu Baden am 10. Juli 1867. In der preußischen Armse bekleidete der yerewigie Prinz den Rang eines Generals der Infanterie und wurde 11 15 5111136 des 1. Garde-Feid- Ariiilerie-Regimenis und des 1. Badischen Leih-Grenadier-Rrgiwenig Nr. 109 geführt; außerdem war Höchstderjelbe Chef des 4. Badischen Jnfanteric-Regiments Nr. 112.
Anhalt.
Seine Hoheit der Herzog beging am 25. d. M„ wie der ,Anh.St.-A.“meldet, das fünfzigjährigx Militär-Dienft- Jubiläum, da Höchstderseibe am 25. April 1847, bald 16 Jahre alt, kum Unier-Lieutenant im damaligen Nnhalt-Dcffamschen
er-Bataiilon befördert wurde. Am 22.Mai 1851 zum Premier-
üsil
Lieutenant & 18. 811ij des 1. GardeMegimentö z. F., am 12. Ok- tober 1852 zum Hauptmann, am 17. September 1853 zum Major, am 3. Oktober 1857 zum OberstzLieutenant, am 31.Mai 1859 zum Obersten befördert, begab sich Seine Hoheit der damalige Erbprinz 1864 zurArmee _nack) _Srhleswig-Holstein, um sich dort dem Stabe weiland SemerKomglichen Hoheit des Prinzen
Friedrich Karl von reußen _gnzuschließen. Am 25. _ Juni 1864 zum General: ajor befordert und zu den Offx ieren 11 111 811118 der Armee verse t, wurde „Höchstderselbe am 3 .De- ember 1866 mit einem- atent vom_ 80. Oktober desselben Jahres zum General-Lieutenant befordert _und na m als "solcher am deiFVch-Yanzöfifchen Kriege bei dem _eneral- Kommando des . . rmee-Korps theil. Am 22. Mai 1871 trat Seine Hoheit nach dem Tode des Erlauchten Vaters die Re "erung an wurde am 22. März 1873 *z'um General der In?! terie befördert, am 16. August 1876 zum Chef des
Anhaitischen InfanwüxRegiments Nr. 93 ernannt und am 18. September 1876 bei dem Königswanöver des 17. Armee- .Korps bei Merseburg & 13. ZUÜS des 1. (Gardix-Regiments z. F. estellt. Den ausdrücklichen Wünschen Seiner Hoheit des erzogs entsprechend, war von jeder offiziellen Feier des militärischen Jubiläumstagcs Abstand genommen worden.
Großbritannien nnd Irland.
Das Unterhaus hat gestern seine Sißungen wieder auf eno'mmen. Der Lord-Advokat von Schottland Murray erklärte, daß das deutsche Fifcherboot „Alster“ (s. Nr. 96 und Nr. 97 d. Bl. unter „Mannigfaliigeö“) am Sonnabend von Aberdeen nach Huli aegan en sei, um dort seine Ladung zu löschen, Jm Ansch uß hieran bemerkte der Parlamenis-Sekretär des Auswärtigen Curzon, es seien bezüglich Liner §Abänderung der Konvention über die Fischerei in der Nordsee keine Unterhandlungen im Gange, die Frage werde aber von der Regierung erwogen. Auf eine andere Anfrage erklärte Curzon, die Regierung habe bisher keine Bssic'itigung erhalten, daß französische Truppen einen Theil deSBahr el Gazal-Gebiets besetzt hätten. Er fügte hinzu, die egyptische Regierung habe keinen ihrer Ansprüche im Becken des/ oberen Nil aufgegeben. Sir W. Harcourt stsllte an die Regierung die Anfrage, ob sie über den tür: kisch-griechischen Krieg und die Politik der Regierung eine Erklärung abgeben wolle, ferner ob die britische Flotte noch an der Blockade von Kreta beiheiliqt und ob die Blockade gegen die kretischen Aufständischen oder ge cn dic kriegführenden Griechen auf der Insel gerichtet ei. Der_(ßrste Lord des Schasamts Balfour erwiderte: Dic britijche Regierung habe gleich den iibrigen Mächten die Beob- achiung der Neutralität gegeniiber den kämpfenden Türken und Griechen beschloncn; sie wünsche natiirlich, sobald sick) eine gunstige Gelegenheit ergebe, ihr Möglichstes zu thun, um ihre guten Dienste als Vermittler anzubieten. Was die zweite Frage bktrcffc, so hätten die Mächte, da sie s chon vor dem Ausbruch des Kriege? die Vescßung des kretischen Küstengcbicts über- nommen hatten, beschlossen, daß dasselbe als neutral angesehsn werden* solle; ferner hätten sie beschloffen, die Blockade _aufrkcht zu_ erhalten, um die Erstarkung der Opposition gegen ihre Autorität zu verhindern. Sodann nahm das Haus mit 122 gegen 41 Stimmen die zweite Lesung der Unterrichts- Yill an, nach welcher bedürftigen Volksschulen eine Unicr- mißung gewährt werden soll.
_ Die „Timss“ melde't, das; in der ersten Hälfte des künf- tigen Monats drei Batterien Feld-Artillerie wiirden nach Süd-Afrika eingeschifft werdcn.
Rußland.
_ Aus Warschau wird dem „WTB.“ berichtet, daß sich gestern die höheren Militär- und Zivjihehördcn, darunter der Generai-Gouverncur Fürst Zmeretinski), schon um 4 Uhr früh anf dem Bahnhofe dcr Weichselbahn zum Empfange des Kaisers Franz Joseph versammelt hatten. Der Bahn- steig, auf welchem eine Ehrenwache vom Bielgorodschen Dragoner:Regiment mit Musik und Fahne Aufstellung gcnommen hatte, war mit Blumen und Fahnc-n 'm österreichischen,ungarischen und rujsischcn Farben reich grschmiicir Um 611hr 25 Minuten traf der Hofzug cin, welchem der Kaiser Franz Joseph in dcr Uniform seines Bielgorodschen Drawner-chiments alsbald entstieg, indem er nach (111811 Seiten ?rcundlichft grüßte. Die Wack)? präsentierte unter den Klängen der österreichischen Volkshymne. Der Gcncral-Gouverncur Fürst Jmsretinskn bc- qrüßte den Kaiser an der Waggonircppe. Der Kaiser schritt sydann die Front drr Ehrenwache ab, “wobei er sich bei dem Kommandeur des Regiments nach mehreren Einzelheiten cr- kundigte. Nach dc-m Vorbeimarsth der Ehrrnwachrhcgad sich der Kaiser in den prächtig geschmückten Kaiserlichen Salon, wo sich die gesammte (Hencralität, die Zivil- und Militärbchörden, die Konsuln und die Vertreter der österreichisch:ungarischcn Kolonir zur Brgrüßung versammelt hatten, Mit vieien der Anwesenden unicrhielt sich der Kaiser in huidvollster Weise und wandte sich wiederholt an dcn Fürsten Jmereiinskr), welchem er für den glänzrnden Empfang herzlichst dankte. Darauf nahm Seine Majestät nebst dem Erfolge in den Kaiserlichen (Hemächern das Frühstück ein. Um 7 Uhr erfolgte unter den Klängen der österreichischen Nationalhymne die Weiterfahrt nach St. Petersburg.
Heute Vormittag traf der Kaiserliche Sonderzug mit dem Kaiser Franz Joseph, dem Erzherzog Otto, dem (Grafen (Holuchowski und den anderen Personen des Gefolges auf dem Nikolai-Bahnhof in St. Petersburg ein. Seine Majestät wurde dort von dem Kaiser Nikolaus, dcn Großfürsten und den hohen Würdenträgern hmpfangen. Dic Ehrenwackw wurde von dem Grenadier:Negiment Kerholm ge- bildet, dessen Chef der Kaiser Franz Joseph ist. Die Begrüßung der beiden Kaiser war eine äu erst her liche. Begleitet von den Großfürsten und dcm beiderseitigen (: efolge, begaben sich die Majestäten zunächst nach dem Anitschkoeralais, wo der Kaiser Franz Zoscph dic vcrwitiweteie Kaiserin Maria ; eodo- rowna begrüßte, und fuhren dann nach dem 5 inter- paiais, wo der Kaiscr von Oesterreich Wohnung nahm. Der Kaiserliche Wagenzug wurde von zwei Schwadronen des Kaiserlichen Convoi's begleitet. Die auf den Straßen angesammelte Volkswcngc brachte beiden Monar en begeisterte „Huldigungen dar. In dem Augenblick, als der Kaiser Franz Joseph im Winterpalais ankam, gab die Artillerie cinen
alut von 31 Kanonenschüssen ab. Die Großfürsiinncn wird der Kaiser von Oesterrci i_m Winterpalais begrüßen. Der Newski-Prospekt, den die* axestäten auf ihrer Fahrt passierten, war reich geschmückt und beflaggt. Die Truppen hatten Spalier ebtldct, und hinter denselben drängte fich eine un- geheuere enschenmenge.
Italien.
Der König und die Königin empfin en gestern im Quirinal die Mitglieder des diplomati chen Korps, welche ihre Glückwünsche anläßlich der Errettung des Königs darbrachten.
Türkei.
Die P orte hat, dem Wiener „Telegr.-Korrespondcnz- Bureau“ zu olge, an die österreichisch-un arische Bot- scha t eine Note gerichtet, worin sie das Er nchen stelii: die Exif iffe des österreichixchen „Lloyd“, welche die Erlaubn1_ß be- sißen, auch Nachts d e Dardanellen zu passieren, mochten während der Dauer des Krieges die Nachtfahrten unterlassen.
* Gleichlautende Noten er ieiien auch die BoisYakter anderer laubniß a
Staaten, deren EilschiJe ie bcsa tc C': en.
Die_ fran ösis e Bots aft hat den Schuß der katholischen riechen in Konstantinopel übernommen.
Bezüglich der Beratßertheilun wurde dem bul- garischen A enten versprochen, der kinisterrath werde die Frage nochmas durchberathen. Da 'edoch die forte gegen- wärtig sehr beschäftigt sei, dürfte ich die Erledigung ver: zögern. Der Sultan hat die Erlaubniß zur Oeffnung von 10 dul arischen Kirchen ertheilt.
8 * ataillone und 3 Batterien des 11. Korps von Adrianopel haben den Befehl zum Abmar ck an die griechische Grenze erhalten. Bisher wurde an er für die Redif-Division von Panderma eine Mobilmachun s-Ordre auch für die Redif:Brigaden Konia, Kaisarieh, Denis ii, Aidin und Smyrna mit zusammen 50 Batailloncn erlassen.
Vierundsechzig Bulgaren, welche wegen Bandenumtriehe verurtheili und in Rhodos interniert waren, vom Sultan abcr begnadigt wurden, haben auf der Reise nach Bulgarien Kon- stantinopel passiert.
Dem Wiener „Telegr.:Korrcsp,:Bureau“ wird uns Kon- stantinopel bsrichtet, das Konsularkorps in Janina habe unterm 28. und 24. d. M. gcmrldet: Infolge der drohenden Haltung der vier albanesischcn Bataillone, welchc gemcutert hätten und vor der Stadt ständen, sei die türkische Be: völkerung theils in die Stadt selbst geflüchtet, theils habs dieselbe die Stadt verlassen. Unter den Christen herrschr große Panik; dieselben hätten Waffen von dem Vali verlangt, welcher deren Ausfolgung verweigert hab?. Viele seien in die Konsulat? grfliichtct und vrrharrikadierten sich. Die Konsuln hätten gleichfalls vergehcns die Ausfolgun von Waffen zu verhindern gesucht. Infolge des neulichM Schritte.“, der Bot: schafter scheine sich die Situation etwas beruhigt zu haben. Der KorpZ-Kommandant Achmed Hifzi Pascha fei bcmühi, den Vormarsch mit 15 Batailloncn anzutrctcn.
Die in Athen erscheinende haibamtliche Zeitung „Proia“ veröffentlicht in einer besonderen Ausixabe folgende Mittheilung: Der Obrrst Smolenski, welcher. bei Reveni eine Brigade befehligt habe und scit dcr Vertheidigung von Neveni bei den Truppen sehr beliebt sei, sei zum Chef des Generalstabs dsr Armee in Thessalien ernannt worden mit der Ermächtigung, die übrigen Mitglieder drs Generaistahs selbst aUSzuwähien. Der Generalstab der Armee herathe iiber die_ Vsrtheidigung von Volo und über die Ein: nahme eincr staffeiförmiqe'n Vertheidigungssieilung der Armee bei Pharsaia, Nack) Einvernehmen mit dem KriegS-Minister sei Befehl ertheilt worden, die Höhen zwischen Velestinos und der Kaserne ilaf-Tepc durch eine unabhängige Brigade zu besehen und crncr auf den Höhen von Kynos-chhaie Strl- lung zu nehmen. *- Nachdem die türkischen Truppen Pente: pighadia wieder erobert hatten, hätten die griechischen Truppen alic diescn Play umgehenden Höhrn bescßt, Um den Marsch auf Janina zu sichern, habe der Oberst Manos vorgestern nnd gestern darauf aufmerksam gemacht, daß scinc Armee noa") verstärktwerdcnmüffe. Infolge dcffcn sei der Oberst Baizktaris mit 2000 ausgewählten Soldaten nach Epirus abgegangen. Es seien Maßregeln fiir die Entsendung weiterer Vrrstärkungcn getroffen worden. Das Gerücht, dcr Ohrrst Manos habe: Befehl er alten zurückzugeben, sei unbegründet.
Dic thessalische Sta t Trikkala ist von den (Griechen gr- räumt worden. Die türkische Vorhut ist gestern 11571 iibcr Larissa hinans gesrhen worden. Nach einer Deprsthr Edhem Pascha's wurden von drn Türkcn vor Larissa |th 12 (;111-GLschiixzr und zwci GchimS-Geschüße crobrri.
Nach einrr Meldung der „Times“ aus Larissa ist (1111 25. April, Morgens?" Uhr, ein tiirkischks KavaUerie-ngimrnt, welchem sich Mastapha Naiik Ban, Adjutant des Sultans, an- geschlossen hnitr, nach xinem kurzen Gefecht am Pcncus in Larissa einmarschiert. Das Regiment crbenteta 6 schwere (Hesthüßc im Fort, einc Gebirgshatteric und na m mehrrrc Griechen grfangen, untrr ihnen anch Offizierc. rchlcien oder (Hewaltthätig: keitén sind nicht verübt worden; einiae Griechrn hatten an ihre cigcncn Häussr Feuer gelegt. Die von der Kavallerie zeriprcngtcn griechisch-xn Truppen sind in die Bsrgc geflohen, Natik BSL), welcher zum Kommandantrn 11011 Larissa ernannt worden ist, hat Besiß von der Bank und den in dcrsclbrn bcfindlichrn Beständen genommen. (Zinc Depesche der „Timss“ aus Athen meldet, daß die Türken eine Stunde Weges von Volo entfernt ständen, und daß die griechischen Truppen sich unter Mitnahme der Verwundeten ans der Stadt zurückgezogen hätten.
Ans Saloniki von heute mrldct dic „Agence .HavaS“, daß das türkische Hauptquartier von E(affona nach Kasakla r vdrlegt worden sei. _ __
Aus Kanca wird berichtet, daß das rusnsrhe Panzer- schiff „Nikolaus“ nach Phaleron in See gegangen 161. Der britische Kreuzrr „Drnad“ habe sich nach Volo, der französische Krcnzcr „Tronde“ und der italienische Krcnzcr „Sardegna“ nach Saloniki begeben.
Griechenland.
Das Journal „Listt)“ veröffentlicht folgende Note: Nack) den jüngsten Ereignissen, welche die öffentliche Meinung _cr- regen, hatt? der Minister:Präsidcnt Delyannis gestern eme lange Unterredung mit dem König. Bci derselben wredcx- holte der König demMinister-Präsidenien gegeniiber, daß er herclt sci, jede Entscheidung der Regierung anzunehmen, die geeignkt sei, eine Besserung der Lage herbeizuführen. Nach HTT Unterredung wurde der Mimsterrath zu einer Sißung M1- berufen, welchc Mittags begann und um 5 Uhr noch for!- daucrte. „
Der Kommandant des Panzer-Gsschwaders Sachiurls ist zur Disposition gestellt und durch den Admiral Stama- tellos erseßt worden.
Dänemark. _ In einer gestern abgehaltenen Sißung der gemeinjchsk- iichen Finanzkommission des Reichstages crklacte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Conseil-Präsident, Baron 110,11 Reedß-Thoti, daß er, wenn auch mit großen Bedenken, die Finanzvorlage der Partei der Linken annehmen konne.
Afrika. _ _ _ Dem „Reuter'schen Bureau“ wird aus Pratoria berichtet, daß der Lieutenant Elvis, welcher anqefia t war; die Königin Victoria beleidigt zu haben, gestern steig UKW? worden sei, weil die Zeugenaussagen einander widersWkache -
Parlamentarische ' Nachrichten.
In der heutigen (209) Sißung des Reichstages, welcher der Staatsvekretär des Reichs-Schaßamts ])1*.Graf von PosadowskZ und _ der Kriegs-Mmister. General- Lieutenant von Go ler beiwohnten, nahm vor Eintritt in die Tagesordnun das Wort der „
Prasident Frei err ,v o_n Buol; Meine Herren! Ich habe beson- ders schmerzlicher Ereignisse zu _aedenken. _(Die Mitglieder des Hauses erheben ch_ vo_n den Maßen.) Seine Königliche Hoheit der Großherzog Friedrich Franz 111. von Ykecklenhurg-Schwerin jst am 10. d. _. fern von der Hsimaih verschieden. Seine Majestät der Kaiser,_ Sein Allerh-ichites Haus, das Reich, die Großherzogliche Famxlte und das von dem Entsckplafknen regierte Land find dadurch in tiefe Trauer verseßt. Der Dahingeichiedene ist seinem Lande ein edler und treuer Fürit gewesen, der zu allen Zeiten, im Frieden und auch im Kriege, mit volier Hin- gebung zu Kaiser 11-13 Reich gestanden hat. Indem der Reichstag von dem überaus schmerzlichsn Todesfall Kenniniß nimmt, wird er das Andenken dieses deutschen Fürsten in Ehren halten. Wir Jedenken fernkr des Heimganges des am 8. April zu Berlin vsrstorhcnen Staatssekretärs des Reickos- ostamts, Staats-Ministers 1)r. Heinrich von Stéphan, desien Ru m Weit über die (Grenzen unseres Vaterlandes hinauögetragen, der hochverehrt und schmerzlichst beweint worden ist, eines Mannes, der mit seinen gewaltigen Kräften für das Vaterland Großes gelsistei, auch noch vor kurzer Zkit an unseren Verhandlungen theilgenommen hat.
Hicrauf ging das Haus zu der zunächst auf der Tages- ordnung stehenden ersten Berathung dcs Nachtrags-Etats für 1897/98 iiber. Bis zum Schluß des Blattes nahmen die Abgg. Bebel (Soz.) und Richter (fr. VolkSp.) das Wort.
*- Jn der heutigen (69) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Finanz-Minister 111“. von Miquel und der Minister für 8andwirthschast :r. Freihcrr von Hammerstein beiwohnten, gslangie der von den beidsn konservativen Parteien, der nationaliiberaicn Partei und dem Zentrum unterstüßte Antrag des Abg. Grafen von und zu Hoensbroech (Zenit) zur Berathung:
„dic Regierung zu erfuchen: dieselbr? trolle ihren Einfluß im Bundrsrath dahin geltend machen, das; drtsklhc dsm vom Reich- tage angenommenen Antrags, hetreffrnd die Aufhebung don Zoli- krkditen bei der Einfuhr von Getreide 2c., seineZustimmungerthrile und die zur Durchführung dieses Antrages erforderlichen Anord- nungen sobald als möglich treffe.“
Zur Begründung des Antrages erhält das Wort_
Abg. Graf von Schwerin-Löwiß (tons): Es bedarf zur BL- xnündung des Antrages einer Wiederholung aÜcr dafür im Reichstage vorgebrachten Gründe nicht. Der preußische Staatsrath hat sich bereits am 21. März 1895 für eins Beschränkung der gamisäxten Transiiiäger erklärt. Sie sollte?" nach dem Bsschluß nnr noch bestehen bleiben _ fiir den Gétrcidehandel nach dem Aus- lande. Die Beschlüs1e dks prkußischen Stamskathes können nicht einfach annulliert w-Zrden. Auch von scitrn der Regicrung ist der Miszstand, der in den Zollkredixen [iF anerkannt worden, auch in einrr Dknkschrift des Lcmdwirjhi(hafts-5 iiuisicrs über die? Lage der Landwirtbsäoaft. Das Getreide, welches im eritsn Quartal ein- gsführt wird, wird erst im Juli abgefertigt; und darin lisgt schon ein Zoilkredit von 4 bis 7 Monaten. Es kann auch Vorkommen, daß ein Zolikredit für Voile 5 Jahre eintritt, Wenn auch diessr Fal] in drr Praxis wvhl nur srhr selten Vorkommi. ViSder iit nur ein ganz geringc'r Bruchthcii dcr Transiilägrr aufgehoben worden. Durck) die Transitlägcr wird di? Lage der Landwirihschaft zu Ungunsten des Jnlandes verschobrn; der vaort des ausländischrn Getreides wird dadurch hefördrrt. Der gesammte Besiand_au Vorräihen in den Transitiagern ist nach der Aufhebung einiger deriélbrn nicht etwa gc- funken, ]ondern im Gearntheii gesticgen, und zwar bei Wsizcn allein um 200000 i.. Dic Gcirridceinfuhr ist im vvrigen Jahre nur 62“ Miiiionen Tonnen höher 'gLiVLskn_a[S 1895; denn in den Zollkrediten liegt ein Anreiz zum Gctreide-meort._ Eine bloße weitere Brichränkung drr Transitläger würde dikien Mißbrauch nicht beseitigen; die Zolikredite müsssn gänzlichhcjcitigt Werden. Die Zoll- kredits hrdeutkn eine Erieichternng des OandrlEVSrki-hrs auf Staat;- kostcn mid müßten deshalb mindesténs mti“ einer Verzinsung hrlasiet werdcn. DM 2111113211 dcr Jolikradits hai hauptsächlich die Groß- miilierci, und die ki€inen§11üiier und di€ Landwirthschaft haben darunter zu leidkn. Der Einwand graen unserrn Antrag, daß man den (Heireide-vaorteurkn denselben Zollkccdit von mindestens drki Monaten gswähren mühe wie den Jmportcurrn anderkr Waarsn, trifft nicht zu: denn andere Waarrn werden von dem ansländischrn Fabrikantkn gkgen drei Monats Zie_1 gekauft, das (Getreide wird aber drr Kasia gekauft. Der Importeur jpart ein Drittel CM Betriebskapital, weil er vom Staat in dsn Zoiikcediten Kapital geliehen erhält. Cine Ab- ichnung unséres Antrages brauchsn wir wohl nicht zu bcfürckpten; den Hauptwerih legrn wir aber darauf, daß sobald als möglich die nöthigen Schritte geihan wrrdrn, damit sie schon für dir neue Ernte wirken können. In anderen Staaten, wie z. B. Amsrika und Frank- r2ich, wärxn solche'Mißstände wie die Zoiikkedite garnicht möglich; ck ishlt uns eben an drm vernünftigen nationalen Egoismus. Jn Oesterreich müssen die Zolikredite wenigstens Verzinst werden. Dir Rücksicht auf das Ausland dürfte unieren Staat nicht ahhaitcn, im Sinne unseres Antrages vorzugehen. Es handelt sich dabei nur um die Durchführung einer seit langem als gerecht anerkanntcn Forderung im Interesse unserer heimischen Landwirthschaft. Von (“mer Verla ung entgegenstehender Interessen durch die Aufhebung drr Zolikredite ann keine Rede sein. Wir verlangen nichts weiter, als daß dem Handel nicht Gelder des Reiches zinscnlos zur Vcriügung Qesteiit werden. Wir hoffen, daß der Antrag _auch hier, wie im Rrickstaa, mit großer Mehrheit angenommen wird.
_ Ab.Meß1ing(ni,): Der, Getreidezol] isi festgesetzt in der Vqrausßeßung, daß auch Zonredite gewährt werden. Die Zoilkredite schadigen die Landwirthschaft nicht in der Weise, wie der Vorredner bkbauptet; dazu ist ihr Betrag viel zu eringfügig; denn er beträgt nur den sechs- bis siehenhundertften Tßeil des Durchschnittswerths drs (Heterides. Ein Preisdruck kann dadurch nicht herbsigeführt werden, ebensomenig wie eine Ueberschwemmung des In- landes mit ausländiichem (Getreidr. Der Antrag würde daher eine Beschränkung des Getreide-Zmports nicht herbeiführen, thl aber eine Beunruhigung des Handelssiandes herdormfen. Man behauptet, mit Hilfe des Zonredits überschwemme _drr Kauf- mann das Inland mit (Getreide, um auf den Preis zu drucken. Da verkennt man doch das Wesen des Handelsstandes; der Kaufmann kauft nicht das Getreide, um dix Pr-xise zu drücken, sondern un) Geib daran zu verdienen. Die Erhaltung der gemi1c_hten Transitlager _1si nach_ der Aufhebung des JdcntitätßnachwerseZ von_ der em- schnslkendsten Bedeutun für unsere _ Seesiadte_ nn Osten. Dkk Getreidebandel Ft die Vorbedingunf fur die _Kon- iurreixzfähigkeit Danzigs gegenüber den_ ru fischen Seesiadtexn. Jm errenbause hat man gesagt, daß die Aufhebnng der Zoiii'redite die xistenzfäbigkeit der kleinen Miiller erhalten wurde. Das ist em Zkoßes Wort, aber darauf souten dic kletnxn Miiller keine "fiscblöffer bauen. Soli wirklich ihre Extstenzfahiakett von
- *" Aufhebung der Zollkredite abhän7en? Ick) bine die Regierung,
sorgfältigst die Verhältnisse zu pcü en, ehe fie im BundeSraih im inne des Anita es stimmt. _ _
Abs; Herol (Zenit): Die Einfuhr ausländischen Getreides
ich m den lesien Jahren fast verdoppelt._ Dazu tragt die Maß:
kek? der Zonredite ganz erheblich bei. Em Viertel des quslän-
Ki ch2n Gexreides lagert zinsfrei in den Transitlägern, und mxolge
55?" [W das inländische Getreide einen germßeren A fav.
e Begünst un * der großen Cxportmüblen omnxt nicht
Zw“ dem ini ndiizcben Getreide zu gute; im Ge entbeil: diese
"künftigung macht die kleinen Mühlen vollständig kon rrenzunfahig.
Es berührt eigentdümlicb. daß hier, wie in der Frage der Viebseuchen,
die Regierung sich so ablehnend gegen die Forderungen der Parla-
mente verhält. Nur einige wenige Transitläger sind aufgehoben
worden. Die ausländische (Getreideeinfuhr hat daher noch zugenommen.
'Ich bitte, daß die Regierun endlich diesem Antrags, Folge giebt. (Schluß des Blattes.?
Arbeiterbewegung.
Jn Lübben haben, wie der .Vorwäris' berichtet, die Zimmer- leuie am Montag wegen Lohnstreites die Arbeit ein esteljt.
In Muskau haben nach demselben Blatt 60 ?Töpfer wegen Lohnsireites die Arbeit niedergelegt.
Hier in Berlin haben die Maurer an ihre Arbeitgeber die Forderung eines Siundenlohnes von 60 „z gestellt und fordern bis zum 8. Mai Bescheid. - Die Aufnahme weiblicher Mitglieder in dem Gewerkverein der deutschen Klempner und Metall- arbeiter ist, wie die Berliner „Volfs- ig.“ meldet, in der Urah- stimmung mit erheblicher Mehrheit abaele nt wordrn.
Aus Bremen berichtet die „Köln. Ztg.“ daf; der Ausstand der Schuhm_acher nacb einde Dausr Von drei Wochen gestern he- endct worden ist. (Vol. Nr. 85 d. B1.) Die Innung bewiliigte die Erhöhung des Sjücklohns, 10ftündig€ Arheitßzeit und Wohnung außer dem Hause.
In Crimmitschau haben, wie im „Vorwäris' mitgetheilt wird, in drei Fabrikén die Weber und Wehkrinnen wegen Lohn- herahsrßung die Arbeit niedergelegt.
Aus dem Ausstandshebie't beixTrautcnau liegen folgende Meldungen des „W. T. B.“ vor: Das nach Trautenau derlegte Bataillon Infanterie Wurde bei seinem Eintreffen mit Steinwürfen empfangen; sieben Verhaftungen ivurdrn hierbei vorgenommen. Ferner Wurdkn am Sonnabend 5 Personcn verhaftet, Weil fie Steine gegen die Gßndarmcn geschleudert hatten. In der Fabrik oon Etirick) in Junghruck) erzwangen dic ausständigen Arbeiter die Arbeits- einsicilung; hierbei wurden die Fenster der Fabrik zertrümmert. Die Lohnauszahlung am Sonnabend Ahrnd ging in voüster Ruhe Von statikn; auch am Sonntag war dic Lage im Ausstandsszehiet ruhiger. Jm Ganzrn sind 4350 Mann aussiändig.
Aus Paris msidei „W. T. B.“: Die Leitung der Pariser Arheiterbörsc rrklärt,__daß am 1. Midi keineriei Manifestationen stattfindsn werden. Jndrmen beabsichtigt die Partei des Deputirten Guesdr, gl€ichWObl eine Kundgebung zu hkranstalten.
Kunst und Wissenschaft.
Zn dicZentral-Direkiion des Kaiserlichen Archäo'- logischen Instituts ist an Sielic des verstorbenen Wirk: lichen Geheimen Raths Curtius dcr Geheime Regierungs- Rath, Professor 131“. Herm ann Diets, Mitglied und ständiger Sekretar der Königlich preußischsn Akademie der Wissen- schaften, als Mitglied eingetreten.
Land- und Forstwirthsthast.
Saatenstand in Belgien.
Das nase, kalte Weitßr während des Monats März hat di? Winicrsaajen in ihrer Eniwicki-lung bcrinirächtigt und die Frühjahrs- besteilang Verzögeit, da der BVDW nicht genüßrnd austrocknen konnts. Am ungünstiastkn lauten die Nachrichten (1111[ Westflandern, in welcher infolga des kaltrn, rrgncrischen Wetters insbesondere Wintar-Getste und Weizen visi zu leiden hatt-xn und die Frühjahrshesteilung nicht genügend gefördert werden kounte.
In der Provinx Lüttich haben fich die Wintersaaien bsffar ent- wickelt, allein die Feldarhrit geht nur langsam vorwärts, sodaß die Landwirthe die durch dkn schlechtkn Herbst verlorene 3611 noch nicht haben wieder einholen können.
In dsr Provinz Luxkrmhurg scheinen die' Wintersaaten fich günstig zu entwickrin. Was dis Friihjahrdhestcüung hkirifft, so smd berkits der Hafer gesät und die Karwffeln gepflanzt; wsitére Feldarbeiten sind durch das naffs Writer heeinträcbtiat worden.
In der Prodmz Oftfiandern habe"" fich die Winisrsaaien währrnd des vkrgangensn Monats Mnig entwickelt, und die Fsldarhcitrn sind durch das naßkalte Wétter vsrchögert wwrdrn.
Die Prodinzrn Antwerpen und Limburg hahrn am Benigstrn zn leiden gehabt; der Stand drr Wintersaaten hrwähri noch immrr günstine Erntrausfichicn, und die Frühj1hrshesi€iiung ist gut [ori- JCsÖTiULTI, ja thriiwsise bcrndkt.
Zn Eisenach wurde? gesicrn ds_r bis zum 1. Mai andauernde zweite Lchrgang der Deutschkn Landwirthsäpafts-Gesell- schaft rröffnet. Beitreten sind ails dkutscben Staaten, Oesterreich- Ungarn, Holland und die Schiveiz; im (Ganzen iind ctwa 260 Theil- ne-hmcr anwesend. Ministerial-Direkwr 1)r. Thirl lröffnete den Lchtgang nam-Zns drs Direktoriums und begrüßte die Vkriammiung. Im Namen der Großherzoglich sächsischen chierung sprach Regis- rungs-Rath „Heidenreich, im Namen der Stadt Weimar Ober- Bürgermeister Müller. Es folgte der crsts Vortrag des Profkssors Ramm über nationaiökonomische Grundlagen der Viehzucht.
Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.
Belgien.
Durch Königliche Verordnung Vom 5. d. M. sind die in Belgien angeordneten gesundheitspolizcilickpkn Vorkehrungen gegen die Pest auf Grund der Bestimmungen der internationalen Sanitats- konferenz in Venedig von1Märzd.J., wie_folgt, nru gerc- elt worden:
Art. 1. Dir Cin- und Durchfuhr der nach tehend aur- gafiihrtcn Waaren und Gegenstande aus Ländern oder örtlichen Be- zirken, welche als Verseucht yon Fest erklärt worden sind, ist sowohl auf dem Land- als auf dem Wa erwege verboten:
1) Leibwäscbe; alte und getragene Kleidun ssiücke (Gebrauchs- geqenstände), gebrauchtes Bettzeug, sofern sol 8 Gegenstände als Waaren tranépoüiert werden;
2) Lumpen und Hadern; _ _
3) (Gebrauchte Säcke, alte Txppicbe, gebrauchts Stickereien;
4) Rohes Leder und frische Häute; _ _
5) Frische Thierabfäile, Klauen, Hufe, Mahncn, Haare, rohe Seide und Wolle;
6) Kopfbaar.
Dock) kann dieses Verbot, soweit es sich um rohe Wolle, rohes Leder, frische Häute und gewisse Arten von Lampen und Teppichen handelt, durch ministerieile Veriü ung aufgehoben und durch besondere VorsFriften bezüglich der Verpa ung, Dekinfektwn 2c. erseßt werden.
1: t. 2. Die D ur ch f u hr dec in Art. 1 aufgeführten_giftfaaqenden Waaren und Gegenstände ist unter Aufsicht der ZoUbehord_e gestattet, sofern diese Gegenstände so verpackt sind, daß fie wahrend des Transvorts nicht berührt werden können. _
Art. 3. Die Ein- und Durchfubr_ der in Art. 1 aufgefiihrten Waaren und Gegenstände, welche aus nt_cht verseuchten Leindem oder örtlichen Bezirken stammen, kann yon_ einem der Zollbehorde zu lie- fernden Nachweis der Herkunft abhangig gemacht werden.
Die Gegenstände werden zur Em- und Durchfuhr aucb dann_zu- eiaffen, wenn sie unterwegs einen verseuchten örxlicben Bezirk berubrt Jaden, sofern der genannten Behörde nachgewiesen wud,_daß sie während des Franöporsttsd nicht mit befchmußten Gegenstanden in Berührun e ommen n . _
Art. 94.9 Die .in Art. 1 aufgeführten Waaren und Ge enstande fallen nicht unter das Verbot der Einfuhr, wenn der Zo behörde naYgewiesen wird, daß sie vor dem ersten Pesifau aus einer ver- s u ten Gegend versandt worden sind.
Berlin hat in der
. wundernswertben Geschmack entwickelt.
_- Art. 5. _Der Minister für Landwirtbstbaft und öffen_ At- beiten wird diejenigen Länder und Gebieistbeile bezeichnen. bm tlirb deren die'," vorstehend aufgeführten Bestimmungen“ in Kraft 11 treten haben, und wird die Ausführung und Dauer der vorges riebenen Maßnahmen bestimmen.
Art. 6. Die Maßnahmen in den Häfen bezü lich der ärztlichen Untersuchung, Isolierung und Desinfektion von cbiffen finden in Gemäßheit der Bestimmungen des der obengenannten Konvention bei- gefügten Neglemenis statt. _
Der Minister für Landwiribscbaft :c. kann bezüglich der Reisenden, des Gepäcks und Umzugöguts an den Land- _und Seegrenzen die für nötbig erachteten Maßnahmen in dem durch die erwähnte Konvention fest- gesetzten Umfang verordnen.
Art. 7. Die Köniq1iche Verordnung vom 8. Januar d. J. und alle von der Sanitätskommisfion der Scheide vqrgeschriebenen Maß- nahmen, Welche nicht im Einklan mit der vorliegenden Verordnung stehen, sind aufgehoben. (Vergl. . .-Anz.' Nr. 16 vom 19. Januar, Nr. 40 vom 16., Nr. 48 vom 25. Februar, Nr. 55 vom 5. März und Nr. 83 vom 7. April d. J.)
Verkehrs-Anstalten.
Zwischen Brrlin und Chemnitz werden vom 1. Mai dieses Jahres vorzüglicheSchnellzugsverbindungeninKrafiireten.Zum Ülllichluß an den 8 Uhr Vormittags von Berlin (Anhalter Bahnhof) ab- gehenden Dresdner Schneüzug, welcberin Elsterwerda 9 Uhr 58 Minuten eintrifft, wird ab Elsterwerda (BerlinerVahnhof) 10Uhr5 Minuien Vorm. ein neuer Schnullzug mit Wagen 1.-111. Klaffe nach Chemnitz ab- gehen und berriis 12 Uhr 5 Minuten Mittags in Chemnitz an- kommen. Hier ist 12 Uhr 27 Minuten Mittags guter Personenzugsanichluß _nach den Jndui'iricstädien Glauchau und Zwickan geboren. Nach der biéherigen Zugsverbindung war Chcmmß von Bkrlin aus erst 2 Uhr 16 Yiinutkn Nachmittags zu erreichen, also über zwei Stunden später. Auch in drr Richtung Von Cbemniß wird ein neuer Schnellzug geschaffen, welcher eine vorzügliche Ahendverbindunq nach Berlin mit folgenden Fahrzeitenhersteiit: ad Chemnitz 6 Uhr 55 Minuten Naahmittags, in Röderau An- schluß an den 8 Uhr 15 Minuten Nachmittags abgehenden und in Berlin 10 Uhr 23 Minuien Abrnds eintreffen- den Wirn-Dredden-Beriiiwr Schnellzug. “La von den künftig zwischen Berlin und Chemniß vorhandenen visr Schneüzugs- verbindungén eine, und zwar di? ohen zuerst erwähnte, auf dem Wege über Elsterwerda-Riesa, die drei anderen dagegen über Rödcrau liegen, werden vom _ 1. Mai ab Rückfahrkartßn zwischrn Berlin und Chkmniß, !owiix den Zwischenhahnhöfen Riem, Döbeln, Waldheim und Mittweidx, und umgekehrt mit hriißhiger Gültigkeit über beide Rei1ewege eingeführt, auch wird für die zuicxmmenstelibaren Fahrscheinhefte ein Fahrschein Berlin-Riesa aushelegt, weicher ebenfalls über heide genannten Rßisewege beliebig hcnußt werden kann.
Bremen, 27. April. kW. T. B.) Norddeutscher Lloyd. NPD. „Bayern“, 1). Oit-Asien kommend, 24. April Nm. in Hongkong angel. PD. „Dresden“ 24. April Nm. v. Bal- timore n. d. W816!" ahgrg. PD. „Aachen“, v. Baltimore kom- mend, 25. Avril Ahds. (ruf Weser angek. PD. ,Weimar' 24. Apiii Adds. in New- York angek. NPD. „Darmstadi', 11. Australien bestimmt, 24. April Nm. in Adelaide angrf._ SD. ..Werra' 26. April Mitta s Reisc v. Gibraltar n. Neapel fortges. PD. „Halle', n. 5ew-York und Baltimore bestimmt, 26. April Vm. PrawlC Point vajsisrt. PD. ,Bonn' 26. April M*rgs. in Baltimore ang-xk. PD. .Oldenburg', 11. Osi-Asien bestimmt, 25. April Nm. Adsn passirrt. NPD. ,Preußen“ 26. Avril Nrn. Rkiss v. Sonihampton n. Genua fortgef. NPD. . Sachsen *, ». Ost-Afien kommend, 26. April erzs. in Neapel angel. NPD. „KarlSruhe' 26. April Nm. Reise v. Suez n. Aden fortars. NPD. .Barharofsa', 1). Australien kommend, 25. AvrilRm. in Adsn angek. PD. „Kronprinz Friedrich W_islh;?lm“, n. Brasilirn bestimmt, 25. April Abds. Las Palmas pa 1er .
Hamburg, 26. April. (W. T. B.) Hamburg-Amerika- Linir. PD. ,Pennsylmnia“, yon Nsw-York kommsnd, ist gastern Abend in Cuxhaven eingexroffen. _
London, 26. April. (W. T. B.) Castle-Linie. D. ,Arondalk Castle“ ist auf der AuIreisc am Sonnabend Von Southampton abgegangen. D. „Warwick Castle“ ist aui der AUIreise am Sonnahdnd in Durban (Natal) angxkommen. „Pembroke Castlé“ ist anf drr Peimrciir am Sonntag in London angekommen. _
Union-LiniL. D. „Aihrnian“ ist (1117 dcr Heimrkise heute von Madeira ahgrganßzen. _
Rottc'rdam, 26.5.1rrii. (W. T. B.) Holland- Amerika- Linie. D. ,Ohdam“, don Nrw-York nach Roitsrdam, ist am Sonnahknd Vormittag don Nrw-Y orf abgegangen.
Theater und Musik.
Jm Königlichen Opernhause geht morgen zum 5. Mal Victor Hansmannis einakkige Oprr „Enocky Ardkn“ mit Herrn Bulß in drr TitklroÜs in Secur. Hierauf folgt die: dritte Aufführung yon ,Haschiscb" Von Oskar von Chelius in dsr bekannten BeseZung. Den Schluß bildet Maöcagni's „(3711751118er 1113116111131“. ie Kapell- meister Sucher, 1111. quck und Musikdirektor Steinmann dirigieren.
Jm Königlichen SÖauspielbause gelangt morgen Gustav Freytag's Lustspiel ,Die Journalisten“ in nachstrhender Beseßung zur Aufführung: Oberst Berg: Zkrr Molcnar; Ida: Fräuleindon Mayhurg; Adelheid Runeck: _ räulein Lindner; Senden: „Herr Pursäoian; Professor Oldendorf: err Ludwig; Conrad Bolz: Herr Keßler; Belimaus: Herr Herßer; c*chmock: Herr Hartmann; Piepen- brink: HLN? Oberländer; Lotte: Frau Schramm; Kleinmichel: Herr Hrine. _ _
Die Erstaufführung des Schwanks ,Vaierfreuden' im Res ide nz - Theater findet nicht, wie ursprünglich angekündigt, morgrn, sondcrn am Donnerstag statt. Herr John, vom _Stadt-Thcater in Stettin, debütiert darin in der Rolle de_s Schauspielers Wachenhusen. Den Abend wird der Einakter „Cine Reisebrkanntsehaft“ cröffnen.
Manuigfaltiges.
Die große Jubiläums-Aussiellung, Welche der .Vercin
zur Beförderung des Gartenbaues in den preußischen Staaten “ zur Feier seines 75jährigen Bestehens im Treptower Park veranstaltet hat, wurde schon_heute, am Tage vor der Eröff- nung, einem geladenen Puhlikum zuganglich gemacht. Werden auch noch an vielen Stellen fler ige Hände sich regxkn müffen, um die Aus- steUun in alienihren Thei en bis mor en fertig zu stellen, so KY sich doch s on heute ein überraschender Ue erblick gewinnen, der die roß- artigkeit der Veranstaltung zur vollen Ers einuna brachte. That eine Gartenbau - usstellung von [eicher Ausvehnung und Pracht noch nicht gesehen. 425 Aussteller aben die hervorragendsten Erzeugnisse ihrer Zucht zu einem Gesammtbild vereinigt, das sich in dem schönen Rahmen des Treptower Parkes und seiner aus dem Vorjahr stebcn gebliebenen Ausstellungsbauten ganz besonders wirkungsvoll darsteat. Die Arrangements sind mit Geschick getroffen, und im Aufbau der einzelnen Gruppen haben einzelne der Aussteller geradezu be- Die allgemeine Anordnung ist wie folgt, etroffen: Das .Cbemiegebäude' enthält die dekorative Abthei UZI, die Orebideen, Gewächshauspfia en aller Art, das (Joke oxenparterre, die getriebenen Blütbeu und die angelt benen untbiätterigen und grunen M55 11 beiden Seiten des Cbemiegebäudes stehen die Gewä Sbäuser, die mit andelspflanzen aller Art und mit Kakteen u. d . an sii - . *
er „Pavillon der Stadt Berlin' ist ausfchließlich er B derei vot- bebalten; im früheren Gebäude der Nabenngsmittelinduftrie findet '_ man die Kamelien, Pelargonien Cyclamen, Primeln, Staudma, Knollen- und Zwieöetgewäevse u. dgl.; die