1882 / 44 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 20 Feb 1882 18:00:01 GMT) scan diff

zum Deutsch?]: Rkiclxs-Waz

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EMW BGÉCÉJE

Berlin,. Montag, den 20. Fchrunr

MM? und KÖUÜJÜÜ MwßisMn SWWÉS-NUZLZJW

WHZ.

YicHtamtlicHes.

Preußen. VerlYn, 20. FZdruar. Im weiteren Verlaufe der vorgestngetl (143) Stßung setzte das Haus der Abgeordneten dte zwe1te Yermlnmg dßs Entwurfs des Staatshauslxalts-Etats fur das Eta:§]al)r 1882/83 mit der Diskusstox! des Etats ves Bureaus des Sxaatg-Minislertums (Kap.44 der Aquahe 298 610446) kort- Tit. 1-13 wurden ohrxeDelmttx _genewmgt; bei Tit. 14 (Djßposttionssonds filr nllgenzeme poljtxéck)? Zwecke 93 000 «F-F)

bemekadgx Abg. Richter, dxeselben Grundkaßc, wxe früher,

bestimmten ihn auch heute, gegen dtesxn Fonds zu stimmen. Die prinzipielle Stellung „semex Partner zu der szilligmm

geheimer Fonds wolle er hw]: 111cht erortern,_ er gestehe auck) jsder Partei das chht uanschränkter Agitatmn zu, nur da- gkgkn protestire le_me PWR, daß Staatsgslder und Staats- beamxe zu poljti1ch€n Agitationxn verwsndet würden. Er Nächte, selbstxdie Gegner der Fortschrittkzxmrtei müßten sick) Angesichts der Verwendung dicsss Fonds in den leßten Jah- ren zweimal bedenken, ehe sie denselbsn nochmals bewilligten. Diéskl' Fonds diene zwei Zwecken, LI würden“ aue; dßmselben erstens die SchriftstLllLr besoldet, die täglich im literarischen Bureau ihre Instruktionen empfingen und danach Zeitungs- artikel im Sinne dN: ngierung schrieben, Wohin das führe, habe ein Vorfall im RUchstage («zeigt, wo ein allgemein als hoch- offiziös angssebener Artikel der „Politischen Correspondenz“, der einen Konflxkt prophezeit habe, zu unangenehmen Kon- sequenzen Veranlassung gegeben hab?. Wenn dabei dis Staatß-Minister von Puttkamer und von Boettickzer die Ver- antwortlichkeit für die offiziösen Aeußerungen abgelehnt hätten, so sei das formell richtig, denn die Offiziösen schrieben ja in denxeitungen nur als Privatleute und nicht in amtlicher Eig nschaft. JZR'V in die Verhültniffo der Preffe Eing-ewcihte kenns“ aber die offizTöikn Artikel sofort, während das Publikum darin unabhängige Stimmen der öffenllichen Meinung erblicke.

Seine Anfrage, 01) der Direktor des literartiHen Vureaus, Gel). Reg.:Ratl) Dr.Mößler, dsr Verfaßer deS Artikel““o in der „Polit. Coxresondcnz“ sei, Fei im Rsich§tage undeanlonet geblieben. Er wiederhole dieselbe daher Wr auIdrÜcklich. Ew Beamter, wieder Diréktor des litßrar'xüclwn Bnrcauß, dürFL docl) nichlbeliebig priva- tim auf eigene V2ranxwor111chkeilbin die 1“ Qwerwiegendsten Aeuße- gen in die Well Tch1cken, der Mann sei doch von seiner amt- lichen Stellung 111631 zu trennen, was dersélbe schreibe, falle Rothwemdig immer auf die Regierung zurück. Man sehe aus dsm Vorjall, in welche Verlegenheit die Regierung durch ein solchss Bureau gebracht werden könne.“ Zweitens werde aus diesem Fonds die , 1rom'nzial:(Torre;spcmlnenz“_unterhalten; für dieses Bla“ ülxsr ehme die Regierung offen die Verant- wormng. Das Urthefl über dix: Leistungen der „Provinzial- Corrsspmtdsnz“ sei im Reichstage gefällt worden, wie 116- 91711th es gewesen sei, wolle er noch an einigen Beixpjelen zeigen. In einem Artikel vom 21. Sepxember 1881 „Fürst Vis-“narcks Gegner im Nußlande“ werde gesagt, daß die Früchte dsr französischen Kriegskontrilml'wn durch die libe- ralen Koxyphäen ;erzettclt seien. Nun seien aber drei Viertel der Milltarden auf des Ministers von Kamexke Vorschlag Vérwendet worden, 'ein anderer Theil zum Ankauf OLS RadziwillsMn Valais, noch Ein anderer zum Rn: 1an voxx Eisenbahnen auf Hsrrn Achenbach Vorschlag. Das seien aljo die „léberalsn Koryphäen“! In dem Artikel vom 12. Oktober 1). J. „Geständnis? wider Willen“ würden die Memoiren des Hrn. von Unruh erwähnt und der Artikel Ächließe mit dcn Wortkn: „daß die landssvertäthdrischsn Yb- sxchxen der Liberalen durcb QM eigenen Parteigenossen enthüllt worden seien“. Hier beschuldigs also das von sämmtlichM Steuerzahlern untsrhaltene amtliche Blatt eine gwße Varrel offen eines ehrlosen Verbrcchcns. Anek; das W911 Virchows vom „guten Revolutionär“ sei in gle§cher WemKLgemißbrauclxt wordkn, Und doch habe _General-Fold- Wüksclmll von Moltke ebenfalls im Reichstage von „ehrlichen Revolunonären“ gesprochen. So wenig Graf Moltke mit ISM Wortexxhrlich“ für die Ehre der Revolution, so wenig 5732 der Abg. Virchow mit dym Worte „gut“ für die (Hüte der Kcvolutwrxeingetrcten. Oder glaube man, daß, wenn zwei dasselbe “Ike", es emen Untexschied mache, wenn einer davon Moltke heiße. D,“ Abg. Virchow habs damcxlß sofort gegen die Mißdeutung 161116?) Ausspruchs protestirt, Und hier im Hause habe seitde'm lemand mehr einen Vorwurf de§wegen gegen ihn erhoben. TWINNY habe die „Prov.:Corr.“ in einem Artikel „gute ququnäre und Varrikadenkämpfer“ die schlimmsten Jus- nuationen gegen die Fortfchriltspartei erhoben und zwar nur 9311 Grund Unehrlicher (Zitate. (Der Redner seßte nun auI- ?Uhkhck) außeinandxr, dax"; die „Prov.=Corr.“ nur dadurch, daß SLM?" Satz aus Virchows Rede aus dem Zusammenhange MYILSTMM, habe, und den übrégcn Inhalt dvrselben av: 1chUlch1_gnor1rt habe, den Vorwurf revolutionärer Gesinnung Lkaen dle Fortsckjrittsyartei habe Sryeben können.) Damals Fade der Nbg. Virchow gesagt: die Fortschrittspartei habe von KMU Augenblxcke an, wo sie alS Partei auf den 6 entlichen ameplaZ getreten sei, nur einen geseßlichen Kamp geführt und beshrwottet. Wenn man seine Partei als Lobredner der Evoluuon darstelle, so verneine er dies. WEnn man sich an das Wort „gut“.anl)acke, so weise er diese ganze Art er Verhandlung im Parteikampfe zurück. Indem die koWzlabCdrrespyndenz“ aus der ci1irten Stslle das Mes Uytkkdkikcké, fUhre fte gleichwohl an, der Abg. Virchow habe 1mcht wener erklärt, _was derselbe unter guten Revolutionären neme, der Ahg. Virchow finde es in der Ordnung, wenn ma" gelegentlnh im Varrikadenkampfe auch Andere tödte. untem man derart ein Citat gerade in entscheidenden Stellen bnberdrückt habe, und noch dazu dem Citirten vorgeworfen a e, dexselbe habe weiter nichts gesagt, gleichwohl aber einen -werw3?8€yden"Angriff konstruire, verfahre man so unanstän- WFL w1e_em ahnltches_Beispiel aus der gesammten Pxesse rurend des_Wal)lkampses nicht vorliege, Das sei polxttsche eincllnsnvergtstung der schlimmsten Art, und noch dazu m * "* Blatts der Regierung, Mit Recht habe der Abg. von

auch Recht, wenn derselbe sage, (Hxanxrn der Regierung mehr genußt als geschadet habe. VteUetcht fänden 11achsder Art, wie dieser Fonds verwandk werde, auch Manche,'dxe grundsäßlick) eincn anderen Stand- vxmkt verträten, cs dteSmal für angezeigt, gegen denselben zu stimmen.

Hterauf ergriff der Vize-Präftdent des Staats-Ministeriums von Puttkamer das Wort:

Meine .Herren! Die Bewilligung geHeimet Fonds zu Politischen Zweckxn wird ja in der Regel als eine Verlraaenssacix betrachkct. Ick bm nun viel zu vorsichtig, um bist die Vsrtrmtensfrage zu stellen, sondern icb meine, das Hohe Haus kann sein Votum Über diesen Fdnds nach einem anderen Gefichtöpunkée einrichten. Ill) möchte namlikl) glanlwn, die Frage so formulircn zu dürfen. daß fck meine, mw diejenigen Mirglieder des Hohen Hauses, wclche aÜe Brüsl'en zw11chcn sich und der Slaatsrsgicrung als abgebrochen betkmbjen, mögen gkgsn dissen Fonds stimmen; alleDicjenigßn, welchc Verkrmlcn zn dcr_ bisherigcn Führnng der chicrunn gehabt haben, oder wchlche wemgstens die Brücke zwischen fich und ihr nicht als abgcbwchen be- trachten, wcrden Hoffcntlicb für den Fonds stimmen.

Nun will fck mir: zunächst von den zwéi Theilen, aus wslchen die Ausfuhrusgen des Hrn. Abg. Richter bestanden, erlauben, den ersten zU beleuchxmx, nämlick) dic Nothwemdigkeit und Wirksamkeit dss soge- n-anntsn lilerariscbrn Burcans. Ec Huf Hier einc Frage wiedcrlwlt, dlc schon im Reichstage gestellt war nach dem Vecfajser dcs viel- bcrquUen Arlikch in der Wiener „Politischen Corrcspondcnz“. Meine Herren, ich lcdauerc, in dieser Beziehung seinen Wünschen mcht nachkommcn zu können; es gehört nichl zu meinen BerufWe- schqsten, der Autorschaft anonymer Correspondcnzen aquärtigcr Blälfcr nacbznspürem, es sei denn, de; ein besondkrer disziplinarische): Anlaß dazU sci, was Hier meines Wiffcns nicht der Fall ist. _ Uebrigens will ich nicht unterlaffén, anzuführen,daß i(l) nachträglich diesen Artilal auch galesen Habe nnd der Meinung Hin, das; er diejsnigcn Myhängnißvollcn Dmge, Wklcbe NeulicH inder VerHandlung dem Reichskanzler untérstsllt Wurden und weche der Hr. Abg. Rich1er beula auch wiederholt ans Licht gcfübxt Hat, nicht enthält. Es cntHält ein Referat übsr er- Hclzliche in PKußen [)x-:stcl)cnde Mcinunngerschicdcnbciten über Ver- faßungsfragcn, und das Wort ,Konflikt“ ift mcincr Auffaffung nach in diesxm Artikkl keinchwch in dem Sinne eincs irgsndwie drohenden Verfasmngslonflikts gemeint, sondernin dem JLWZHUÜÖSU bürgerlichen Sinne des Konflikts von Axxsichten. Ich bin der Meinung, meine Herren, und ich bin darin auch dnrch dic Heutige Rede des Hrn. Abg. Richter [)(-„stärkt worden, das; man bei den damaligen Relch§tag§vew handlungen geglmxbk Hat, einer Anlehnung, eincr Anknüpxung zu be-

dürfen, um gewißc schwarze Verdacht§gründe zu motiviren und dczß xn'an ix) Ermangelang.einkr anderen Handhabe, sick) an diesen zufällig m demelben Tagen erscheinenden Artikel angclebnt hat. Also ich kann diescn Punkt Wohl als erledigt erachten.

_ Nun, was das literarisÖCBUrLau an sich betriFt, nwine Herren, 10 wäre es ja mögléch gewesen, daß eine chatte darüber sich'schon bei dem Tit. 4 dieses Kapitels cnlwr'ckclt hätje, wo von der WWF- lickcn, ZM Etat ausgéworfc'nen Stklle, nämlikh der dks Direktors des likkrarésahen Bureaus und eines Kanzlefsekretärs die Rede ist. Dcr jsxt zur Diskussion stehende Art. 14 enthält ja nur ein Pausch- quantum, welckws im Falle bewilligt und Verrechnet Werden wird. Indkffsn, obgleich ich mm der Meinung hin, daß die Regierung nicht die Verpflichknng hat, Über die Verwendung von geheimen Fonds hikr Rechenschaft abzulegen, wenn fie überbauvl bewilligt Werd?!» so Nehme ich doch gar keinen Anstand die ganz offenkundige Einriéomng ch likerrisäzen Bureaus 19121: noäz einmal außzuführen.

Meine Herren!_ Das lüerarijche Bureau jst eine ganz barm- lose und unwerfängkche Einrichtung, die ihren nächsten Zwkck dax'm Hat, für die Allerhöchstcn Stellen tür die Minister und andere Beamic, wk1che mit der Prcffe und deren Erzeugniffe amtlich zn' Thun Haben, besonders iwferesfirende Artikel auszuschneiden und vorzulegen, also eine rein informatorische Thätigkeit. Von der Notbwendigksit einst solchen Einrichtnng wird fich ein Jeder Überzeugen, der nur unsercn parlamxntariscben Berathungen bciwohnt. Ich kann wohl sagen, daß 1112 in dem früheren Ministerium sowohl als auch in dem jetzigen Linen großsn Theil meiner Zkit _ und ich glauhe zum NutZen des Landes _ dazu verwendet, dicjsnigen Preßerzcugniße, Welcke fich 1113er Gegenstände Mines Resorts verbreiten, weiler zu verfolgen. Man kann ja der Masse im Allgemeinen nur schr dankbar dafür sein, daß sxe dergleichen Dinge auch in Erörkerung zieht. Jeder Minister wird mit Freudcn die Gelsgenhcit Ergreifcn, wenn die Informationen sich Mix]; alerichtig urweisen, ÖM auf solche Weise gegebenen ANregungen 11a 31146 „en.

Der andere Weil der BeschäftigUng des literarischen Bureaus bestsHt darin, die Presse mit ciner Znßormation Übsr dle in der Re- gierung vorhandenen Anfichten und Anstdayungcn zu perjehen, Es ist das eine Einrikhtnng, dis sich im Allgememen _ 1ch glaube auch hierfür auf das Urtheil der Osffentltchkeit mich berufsn zu können _ als nüßlicl) erwiesSn hat. Eine sehr erhebliche Zahl großer voll- kommen selbständiger Tageölättcr nimmk mit Freuden, einen solchen Wink, eine solchs Andeutung aus den RegierunngrUsen entgegen,

daß diese AngriffE-wsise den

um daran il)re Informationen ZU knüpfen, und die bezüglichsn Gegen- stände Mitcr zu bebandxlxw , _ " ' Dann hat das ltterarrscl): BUWAL noch eine drttte _Thatxgkeit

auszuübcn, die allerdings wxniger erfreulich ist. Es rst, meine Herrsn, die des Dementzrcns. _ Ich muß “doch sagen, ein nicht unerbcbliÖer Thetl dEr deutschen Presse tft recht

fruclztbar in solchcn Erzeugnissen, welckye man m„it_ der Bezeich- nung „andichten' wohl am treffsndsten benxnnt' uYer Intentionen und Mehrangaben der Regierxzng erfahren Wir se r_ haufig da Dinge, von denen in Regierungskrsijcrx mcbt daß Allermrndßste _bkkannt ist. Und daß das Eine sehr verhängmßlxolle Serie der Thqtlgkcttdcr Presse ist. kann ich mit meinkm Zeugmß lwlegen. Ick Wxxl, ohne daß ich dieses Beispiel als typisch hinslellezt will, JHnerx vorsahxxen, wie das in so solch€m Fall zugeht. Es erxcbsmt _cm Zeitungsartikel: „Man schreibt uns aus Münchcn oder vom Rhem; es sollen, Gerüchten zu- folgk, die im Jahre 48 abgeschafften gebetmen Konduitenlisten Über die Lehrer wieder eingeführt werden;“ an der Sache selbst [st absolut kein wahres Wort. Am nachsten Tczge verdichtex sich dlese Fabel schon in einigen aydkren Zeitungen dahin: „Aus posxtwer Quelle geht uns die Nachricht zu u. ,s. w.“ _ Nun hetßt" es, die» Regierung dazu sÖWngt, zwex Tage spater: „I)as Verlegeve Schweigsn der Offizw1en deulet daranf hin, daß unsere neuliche Nachmchk vakommen ' rrchtig war, also wir konstatiren Hiermit, dqß dxe gxhßlmen Konduxtenlisten wieder eingeführt sind.“ Dementirt dre _Regrerung, was fie natürlich thun muß, dann heißt es wieder in cmer andexen Corrcspondsnz: „Es muß doch an unserer Mittheilung vo"?! neultcl) Wegen der Konduiten- liste etwas wahres sein, denn sonst wurde dle Regrerung fich nrcht so überaus leellen, sie zu dementcran _ , .

Meine .Herren! So sehen Ste, wu: die Regierung auf allen Seikcn durch solche Artikel in die Enge getrxebenptrd, und ich denke, Sie werden «s ihr nicht verargcn, wcnn fie dre ihr anvertrauten Staatsgclder, zum Theil wcnigstenH, auch daxauf verwendxt, um fich gegen solche infidiöse Art der Angriffe zn scthen. Ich bm als? der Meinung, daß die Seite der Sache,_n)elckxe xeßt der Hr. Abg._ Rtchxer zuerst erörterte, nämlich die naeh ferner Meinung so- ungemein schad-

ennigsen jm RLZchStage erade von der Regierungspresse FWW“ daß ß? fichnselbßt beherrsche, die Wahlbcwegung -' "' YUV mcht scharfe. Der Abg. von Bennigsen have

liche Wirksamkeit des litexariscben Bureaus'das hohe Haus nicht ab- halten sollte, für den gehetmen Fonds zu stimmen.

"._-

Jck) komme mm auf den ziveiten Theil der Ausführungen, auf die .Provinzial-Correspondenz'. ' ,

Daß der Hr. Abg. Richter be! dex _SQtldcryng dcr Tbßkigkeik der „Provinzial-Correspondenz“ scinexx Plnjel m dre allkr'sxhwzrrzeften Farben Tauchen würde, babe ich nur wobl gedacht; xs ttt dieLJ'nur ein integrirender Theil desjenigen Systems; welches dre Jyrtschrxtts- partei in der hinter uns liegenden Epoxbe lxbbafterfpolxtxscher Be- WLgung konsequent durchgefiibrt Hat,- namlch fUr ste xst Alle's erlaubt, die maßloscste Form der Kritik, dte beflrgsle Axt dxs AngNffs gegen die Regierung und auch gegen cmdkre Paxteten _1st' [bx gestaltet: so wia aber irgend Ismand fich seinerseits dte Fretbmt, msmmt, dxc Fort- schrittspartei einmal daran zu erinnern, ds_tß aucb s1e 1lckre Schwachen bat, schäumt sie Über von fittlicher Enlrüstung.

Meine Herren, ich erkenne nun meinerseits an, daß dle Rk- gicrung, wenn fie eine offiziöse Presse unferkyält, meln: wre die Parteien die Verpflikhlung hat in der Form Maaß zu ballen, und ich kann hier die Erklärung abgeben, das;, trotzdem ich die Vsrantkvortung natürlich zu Fragen babe, _ die kann ich ja nicht ablehnen, _ das; einzelne Ausdrücke in einzelnen Artikeln der .Provinzial-Corrcspon- denz“ aus jenen Monatcn Vom Juni bis Oktobar U. Z. nur motivirk werden können _ dnrch die Hitze des damals wogenden Wal)!- kampch, und daß ich seitdem Sorge getragen _babc und _fkkllkl'bifk Sorge Tragen Werde, daß die „Provinzial-Corre]pondcnz“ 1ick) wirk- lich objektiv beleidigender Ausdrücke e111hält. Dafür übernehme ich die Verantwortung und danach wird Verfal)_ren werdcn, aber; meine Zerren, nun bitte ill) doch noch eins zu erwagen. Wenn der Pr.?lbg. Richter hier mit so großer Entrüstung von derx Artikeln dex „Pro- vinzial-Correspondenz“ spricht, so möge er nur es auch xncht ver- übeln, wenn ich ihm darauf erwidcre, die ForlsthrrttLpaxteé _ ich spreche natürlich nicht von Personen, jondern von Parketexr, 1113er die man ja unumwunden ein Urtheil aussprechen dars „_ dre Fortschrittsparjei leidet doch sebr an dem Feblxr, dsr mrt dem Sckyristwork am prägnantcsten ausgedrückt wird, _11e sxclÜ Jticßt den Falken im eigenen Auge, aber ststs dén Splrtter im Auge des

nderen. ,

Der Hr. Abg. Richter sprach davon, daß die .Pxovinzial-Corre- spondenz' und ihre Tbäligkeit zu einer gcwimen polit11chen Brunnen- vergiftung führt _ ich glaube sogar der Ausdruck ist mcht Original, er hat ihn einmal v:)m Reichskanzler Entlebnt, aber, meins Herren, wenn ich mir Vergegenwärtige, was die FoÜsÖrittspaxtei in dezn hinter uns liegenden WaHlkampf in Bezug auf TerrortSmus, Agt- lat'wn, Verunglimpfung des Gegners, Verhkhung der_Volksklaffezr gcgen eimmder geleistel hat, dann, msinc errem bin 1ch der Met- nmjg, daß die Artikel der .,Provinzial:Corrsjpoqdenz“ swb zu diesen Leistungen etwa so verhaltcn, wie das Ricscln emes WjösLUÖÜÖZ zu einem gemaltigcn Katarakt. _

7 Meine Herren, jeder WaHlkreis itt ja Zeuge davon, jede fort-

wenn '

schriftliche Versammlung, möchte ich sagen, hat Uns ja eklatante Be- lege dafür gegeben, und jeder fortfchrittltche WaHlaufrauf, _ ick) denke, wir WerLn uns beim Ministerium des Innern über diese Sache noch untsrhalten _, Hat klar an den Tag gelegt, daß es der Fortschrittspartei allerdings um Erringung des Siegcs, aber um Er- ringung des Sieges mzter Anwendung einer großen Anzahl unerlaubter Mittel, zu Fbun gcwexen ist.

Meine .Herren, vaoraxf Hat denn diese Partei _ fck spreche hier nicht vonMdcm Verhalfnink zur anderen Partei, sondern von dem Verbällmme _znr Regxerung _ ihre Angriffe bauptlächlick) gerichtek? Ich glaube, 111 dem, was ich sage, wird keine Uebertreibung gefunden Werden können, jondexn die Herren, welcbe fich eingehend mit dem Wahlkampf_ zum Rezchstage bcschästigx haben, wérden Ls mit be- statxgen m_uffen. Ww, wte fie mil den anderen Parleien umge- sprungen, lft, darüber erlaube ich mir kein Urtbeil, es ist_ UZQT, meme chhe, das zu keurtbeilen, ich denke, diese Parteien, 131611816131 au_ch dxe Herren Nationalliberalen, werden noch Gelegenheit Halen, m dteser Rtchtung mit der Fortschritlsparlei fich auFeinander- zu12232n. Aber'gn ihrem Verhältniß zur nglerung, meine Herren, ist sie systemalrjxh darauf angegangen, in dem Volke», das Vertrauen zu der EhkllÖké'lk Md den) guten Glauben zur Regierung zU unjer- graben, soWoHl m Bezyg aus die Wirtbschastspolitik, als auch in Bezug guf die allgemenzen polxtischen erhältniffe. WEnn es möglich und zuläsfig Win soll, dqß eme, wrrthschaftspolitisckye Reform, Wklche, ausgegangen von der RetchSrkgtexung, erörtsrt im Parlament, angenommen von der große-n Mehrhktt der Volkxévertretung, von Koryphäen dér Parfei ohne Wettercs als eme nichtswürdige Zwtereffenpolitik charakterisirt werden daxf, gls eine Politik, welche darauf hinausläust, nicht etwa blos tHatsacblrch, sondßrn bewußt den Egoismus zu unterstüßen, die Selbstsucbt der,m)l)ll)"abenden Klaffen gegenüber den ärmeren wacbzu- rufen, darauf Hinauslanst, den Großgrundbefiß, die Großindustrie zu bereichert) auf Kosten der Bedürftigen und der Armen _ ich wieder- hole, meme Herrenz nxcht alS tbatsächliche Folge, sondern als Hewußte Abfuhr, _ dann bm 1ch bereébtigt zu behaupten, daß eine solcke Art von _Polcmik dctrx Begriff der Loyalitäf nicht entsprechend ist. _ Aber damxt.l)at man [Wh noch gar nicht mal begnügt, sondern man ist so weit gegangen, dle]? W1rchbschaff§politik anznknüpfczn an den Eigennuß das Einzelnen; :ck werde Ihnen davon gleich einen Bkweis liefern.

Versetzen Sie sich einmal in die Provinz Westfalen in eine dort stattgehabte Wahlversammlung; da sagte ein bkrühmter Volksredner, zu dieser Versammlung, indem er von der Aufhebung der EisenzöÜE im Jahre 1873 spricht, Folgendes:

sine chren, Wer hat denn eigenklick) diese ZollaufHebuyF veranlaßt? Nxemand anders als Fürst Vi5marck selbst, DZU- sslbe ist bekanntlich ein Großgrundbefitzer. Er Hatte 116) im Jahre 1873 für stine LandwirtHsckyast Mcxschmßn aus England kommen [affen und bekam nun auf einmal eme Rechnuth von 1200 Thalcrn ill,. Zölle, I! der Teufel, denkt er, was- ck: denn das, daß meine Maschinen so besteuert _werden? und es dauerte nicht 8 Tage, da balken wir im Rexckxsfage zu URserer großen Ueberraschung xinen Geselzenbvurf zur Beratßung- betNffend- die Aufhebung der Ei1enzölle.

Soll ich Jknen ' nun ärzmakiZ ysrsonae und den 'SclyauplaZ» m'unen? SchaUPlaZ “Iserlohn _ Festredner „dex Abg. R1chxzr, und die Wählerschaft, die ihm für diese unaualrfizxrbaren Aeußerungxm stürmisch zugejauchzx bat, ist; dieselbe, welche den Abg. Lang-xrbans ux den Reichstag geschrckt bat. . _

Meine .Herren, was “Zoll man zu einer soläZen, Ark vw: Agitaxtxn Fagenl Der erste Diener Sr. Majestät 'des „Komgs _ :ck ZvlÜ hier die Verdienste des Fürsten BiZMarßk m1t_k§m§:m Wortweruhrtxn _ muß es fich gefallen laßen, daß ferne Imttgttve zu chßgebeUZÖM Maßregeln unter den GefiÖtspuykl des schnodesteu prwaten Elgxn- r-ußes gestellt wird. (Abg. Rtehter: N1cht wghr!) * Nun, _meme Hleen, wenn das als „nicht wahr“ bezetcbnct wrrd (Aßg. RräYteY: Nein !), dann bitle iel) Sie, fich nur den Wortlaut zu vergxgxnwarlx- gen von dem, was ich angeführt babe. Ia, meme Hexren, bose Bei- spiele verderben Jure Sitten; das von dyn) AHK'chbw: gegsöene -Beispiel Hat dann natürlich auch,detxt FartkeN_ erchskanzlcr gegen- über seinen Widerhall gefunden m eme'm Berliner Blatt. Das hal fich naki'trliéh gesagt, Wenn der Abg. thhxer den ' NeuhOkaqzler auf seinen. Eigennuy angreifen kann, dann wxrst_ du thn mal m „Bezug auf seine Ehre und seinen Charakfer angretfen, und sagt nun Fol- gen?“ es: ,

In Wahrheit ist die Fßrderung des Rerch5lanzleck (Fursé

BiNnarck von seinem Pla?) gar'keine Foxderung desLilZcrglfsmzxs, gar keine Forderung der oxtjckrxttspartet, sondem lediglnh eme